Burgtheater: Ein Sommernachtstraum

September 23, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Und schließlich sind alle wie erschossen

„Esel“ Zettel in Titanias Liebesnest: Stefanie Dvorak, Elisabeth Augustin, Johannes Krisch, Johann Adam Oest und Christopher Nell. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Nun also endlich doch noch „Sommernachtstraum“. Vorhang auf und Bühne frei fürs Laientheater. Da stehen sie nämlich die sechs angegrauten Herren, das heißt: Schreiner Schnock sitzt im Rollstuhl und muss erst mühevoll aufs Podest unterm Galgen gehievt werden, und proben. Man weiß es: „Pyramus und Thisbe“, und dies das beste Drama und gleichzeitig die beste Komödie, die der Abend zu bieten hat.

Martin Schwab, Johann Adam Oest, Peter Matić, Hans Dieter Knebel, Dirk Nocker und Hermann Scheidleder sind als Handwerkertruppe einfach großartig. Allen voran Oest als Zettel und Matić als Flaut; die beiden werden auch das babylonische Liebespaar sein, und als solches von einer Wahrhaftigkeit, wie sie sich der Rest der Aufführung nur wünschen kann. Davor hat Schwab als Intendant und Regisseur Squenz seinen probenbedingten Temperamentsausbruch (herrlich, wie er sogar die Natur anherrscht: „Ruhe!“), für den er sich so liebenswürdig wie liebenswert entschuldigt, als wär’s ein Blick in die Burg-Zukunft …

Leander Haußmann ist mit Shakespeares Meisterwerk „Ein Sommernachtstraum“ nach 20 Jahren Absenz ans Burgtheater zurückgekehrt, er inszeniert das Stück zum vierten Mal, und wer fragt, wie einem zum immer Gleichen immer wieder Neues einfallen kann, dem kann man nur antworten: Ja, eh. Haußmann probiert den Traumstoff diesmal als eine Art Zauberstück zu zeigen, und hat man ihm bei seiner, wenn recht erinnert, ersten Inszenierung den romantischen, duster-kitschigen Wald vorgeworfen, so treibt er’s diesmal auf die Spitze mit antikem Tempel und Tümpel und Geisterprojektionen im Geäst und einer Video-Tierparade: Schlange, Fuchs, Vogel, Elefantenherde (Bühne: Lothar Holler, Video: Jakob Klaffs und Hugo Reis).

Die vier jungen Liebenden verfolgen sich durch den Wald: Sarah Viktoria Frick, Mavie Hörbiger, Matthias Mosbach und Martin Vischer. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Die Handwerker geben das Drama von „Pyramus und Thisbe“: Johann Adam Oest, Hans Dieter Knebel und Peter Matić. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Angesiedelt ist das Ganze in einem Griechenland der 1970-Jahre, soweit eine mögliche Interpretation der Schlaghosenkostüme und Hippie-Haar-Perücken. Dem Programmheft zu entnehmen ist: Haußmann zeigt Theseus‘ Athen als Reich eines „nicht säkularen Diktators“, sein Palast eingezäunt mit einer Stacheldrahtmauer, die ihn vom Feenreich trennt. Durch die Barriere, so heißt es weiter, sollen die Geister ohne weiteres hindurch treten können, während die Menschen versuchen müssen, sie zu überwinden.

Haußmanns Konzept einer faschistoiden Militärdiktatur ist mutmaßlich auch sein Gedanke entsprungen, gewissermaßen jeden Charakter außer den Elfenwesen im Laufe des Abends einmal erschießen zu lassen. Hermia und Helena, Lysander und Demetrius, Hippolyta und Theseus selbst, alle liegen sie irgendwann mit blutendem Bauchschuss wie tot da. Um gleich darauf wieder aufzustehen und zu demonstrieren, dass die Schusswunden auf sie keine Wirkung hatten.

Alles nur Theater, hahaha! Es gibt da so T-Shirts für besonders wilde Hunde, auf denen steht „Der will doch nur spielen“ …

Daniel Jesch und Alexandra Henkel geben den Theseus und seine Amazone Hippolyta. Die beiden stecken in einer offenbar von beiden goutierten SM-Beziehung, mal will sie über den Stacheldraht fliehen, mal hagelt es Ohrfeigen, mal Küsse; man kettet sich mit Handschellen aneinander, was peinlich wird, wenn allzu plötzlich Untertanen eintreten. Jeschs Tyrann ist in jeder Lebenslage Sadist, ein schießwütiger Soldat wie auch Franz J. Csencsits als Hermias Vater Egeus. Theseus springt mit dem Fallschirm über dem Wald ab, und wird am Ende den Handwerkern die Pistole an die Schläfen setzen, weil ihm nicht gefällt, was er sieht.

Haußmanns Maueridee verschwindet so schnell, wie die Berliner, er verfolgt die Flucht-Sache nicht lang weiter, sondern schwupps – und man ist im Wald. Wo sich „Oberon“ Johannes Krisch und „Titania“ Stefanie Dvorak um den indischen Lustknaben zanken, wie ein Hausmeisterehepaar um die Gunst des Lieblingsrehrattlers. Mit dem Unterschied, dass der trickverliebte Regisseur Oberon Sturm säen und Titania Feuer spucken lässt. Ansonsten sind ein kindisch verdrießlicher Elfenkönig im Druidenmantel und seine fadisiert langweilige Königin im nickisamtenen Hauskleid Haußmanns „Sommernachtstraum“-Sünde. Ist doch diese Anderswelt weder verstörend-bedrohlich noch sinnlich-triebhaft. Niemand scheint hier eine gute Zeit zu haben, niemand wird im Wortsinn auf Rosen gebettet. Und nichts an Shakespeares vielgestaltigem Liebestaumel ist hier irgend erotisch. „Esel“ Zettel schaut wie auf einen Sprung vorbei, um sein Gemächt in die Elfenkönigsgemahlin zu tauchen.

Was sich liebt, das neckt sich I: „Oberon“ Johannes Krisch und „Titania“ Stefanie Dvorak. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Was sich liebt, das neckt sich II: Alexandra Henkel als Hippolyta und Daniel Jesch als Theseus. Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Elisabeth Augustin muss als Oberelfe im Flatteroutfit Ersatz für Spinnweb, Senfsamen, Bohnenblüte und Motte sein. Den sonst flinken, frechen Puck spielt Christopher Nell als Trauerkloß im scheußlich-giftgrünen Strickeinteiler. Er ist kein Frei-Geist, der sich allen Regeln widersetzt und seine eigenen Spielchen treibt, der so witzig wie gewitzt ist, so amoralisch wie anarchisch, sondern ein ängstlicher, angespannter Untergebener Oberons, bei dem andauernd zu befürchten steht, dass ihn eine Panikattacke niederwirft. Oder sein Burnout.

In dieser Traumwelt herrschen keine anderen Gesetze als die profanen irdischen, da nützt es auch nichts, dass Nell an Schnüren durch die Luft fliegt. Haußmann hat die Wesen der Nacht zu Normalsterblichen degradiert, die größte Gefahr, die sie auf die Menschen losschicken, sind eine Handvoll Gelsen.

Die Sarah Viktoria Frick als Hermia mit Insektenspray killt. Frick bestreitet mit Mavie Hörbiger als Helena, Martin Vischer als Lysander und Matthias Mosbach als Demetrius den Part der beiden jugendlichen, optisch austauschbaren Liebespaare und deren Bäumchen-wechsel-dich-Spiel.

Apropos, Bäume: Die werden alsbald weggeräumt. Und wäre der Wald Heimstatt erst unheimlicher Ängste, dann unerklärlicher, doch erlösender Lust gewesen, dann wäre das ein starkes, ein bestürzendes Bild, wie hier der Urwuchs aus der Welt getilgt wird. So aber werden nur Kulissen verschoben. Zum Glück kommen, während alles zerfasert, die Handwerker an den Hof, um endlich „Pyramus und Thisbe“ aufzuführen, Oest ein wunderbarer antiker Held, dem die zierliche, in Tippelschrittchen die Bühne einnehmende Thisbe des Peter Matić in nichts nachsteht. Wie sie immer „Kirschhof“ statt Kirchhof“ lispelt, und sich dabei ihr kleiner Busen hebt und senkt, das ist wirklich anrührend. Hans Dieter Knebel wird als betrunkener Schnauz/die Wand fixiert, indem ihm „Squenz“ Martin Schwab kurzerhand die Schuhe an den Boden nagelt. Dirk Nocker gibt den Rollstuhl-Löwen, und Hermann Scheidleder hinreißend den Mond.

Von Theseus schikaniert, als „Mann im Mond“ müsse er in seine Laterne kriechen, reißt sich Scheidleders Schlucker das Hemd vom Leib und steht mit nacktem Oberkörper da. Sein kugelrunder Bauch leuchtet im Halbdunkel auf, so plötzlich steht am Firmament das Nachtgestirn, der Erdtrabant. Und grade, als man sich schon wie erschossen fühlte, als man schon meinen wollte, Haußmanns Inszenierung fehlte es an Zauberkraft, war er da, der Moment höchster Poesie …

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  1. 9. 2017

Salzburger Festspiele: Don Juan kommt aus dem Krieg

August 19, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Am Ende im Eisblock begraben

Max Simonischek, Elisa Plüss Bild: © Salzburger Festspiele / Monika Rittershaus

Max Simonischek, Elisa Plüss
Bild: © Salzburger Festspiele / Monika Rittershaus

Andreas Kriegenburg ist die perfekte Mischung aus Theatermagier und Handwerker. Nun hat der Regisseur erstmals bei den Salzburger Festspielen inszeniert. Auf der Pernerinsel. Ödön von Horváths „Don Juan kommt aus dem Krieg“. Es schneit unentwegt auf die leere Bühne. Von der Decke hängen abertausende Feldpostkarten ab. Neun Frauen (Sonja Beißwenger, Olivia Grigolli, Sabine Haupt, Traute Hoess, Elisa Plüss, Nele Rosetz, Janina Sachau, Natali Seelig und Michaela Steiger) versuchen diese Wortfetzen zu erheischen. Mit ihnen haben sie sich ihr Bild vom Mann gebildet. Und dann steht er da, das Mannsbild: Max Simonischek mit Helm und Gasmaske. Doch er ist nicht der, den die Frauen ihn ihm sehen. Kein Kriegsheld, kein „freier Mann“. Sondern ein Gefangener, ein Suchender nach der einen, von der die Zuschauer wissen, dass sie schon tot ist. Simonischek spielt verhalten, unterdrückt seine objektiv vorhandene Attraktivität, wird auch als Zivilist zum Getriebenen. Ein Orpheus, den die Mänaden, die noch amouröse Rechnungen mit ihm offen haben, in Stücke reißen.

Die Weiber bringen sich in Stellung. Reißen sich das Trauerschwarz vom Leib und tauchen ein in Kleidchen, die schnell gelüpft sind. Die Gesichter zu weiß, die Lippen zu rot oszillieren sie zwischen Brecht’scher Aufführungspraxis und Clownerie. Ihre „Liebe“ ist eine bizarre Angelegenheit, so hoffnungslos wie deformiert wie karikaturenhaft. Sie sorgen auch für die Musik – eine Reverenz (?) an Mozart/Da Ponte – des Abends von Schrillsopran bis Orgelalt. Die stimmliche Kammermusik steigert sich gelegentlich zum grellen Getöse. Marktschreierischem lässt Kriegenburg Momente des Stillstands und der Stille folgen.

Don Juan konstatiert, dass auch hinter der Front der Mensch verlernt hat, Mensch zu sein. Die Menschinnen lassen den vom Verführer zum Liebestöter Degradiertem ihren Hass spüren. In einer zugefrorenen Hölle. Kriegenburg setzt da noch eins drauf, die Frauen zerren  Eisblöcke auf die Bühne, um dem einstigen Idol ein eisiges Grab zu bereiten. Wiewohl man auch das zweideutig deuten kann. Der Samen, der gesät werden soll, hat’s gern kühl. Deshalb liegt er außerhalb des Körpers und drei Grad unter dessen durchschnittlicher Temperatur.

Wie auch immer: Kriegenburg gestaltete einen mutigen Abend, der mit ebenso viel Applaus belohnt, wie mit Buhs bestraft wurde.

www.salzburgerfestspiele.at

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www.mottingers-meinung.at/salzburger-festspiele-the-forbidden-zone/

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Wien, 19. 8. 2014

Schauspielhaus Wien: Allerwelt

März 26, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Jeder flüchtet in seine Wirklichkeit

Steffen Höld Bild: © Alexi Pelekanos / Schauspielhaus

Steffen Höld
Bild: © Alexi Pelekanos / Schauspielhaus

Phillipp Weiss, in dieser Spielzeit Hausautor am Schauspielhaus Wien, ist kein Dramatiker für den Elfenbeinturm. Er ging hinaus in die Simmeringer Pampa, Macondo, eine Flüchtlingssiedlung, die 1956 auf dem Grundstück eines Kasernenbaus aus dem Ersten Weltkrieg errichtet wurde und in der derzeit fast 3000 Flüchtlinge aus 22 Nationen leben. Viele, die diesen Ort nur als Zwischenstation sahen, sind bis heute dort geblieben. Flüchtlinge von aktuellen Kriegsschauplätzen treffen hier auf Menschen, die in Macondo seit den 1950er Jahren leben. Phillipp Weiss hat sich dorthin auf Recherche begeben.

Und nannte das Stück, das daraus entstand „Allerwelt“. Eine Collage an Geschichten, an Weltentwürfen, an Gedankenkosmen. Jede Figur lebt hier in ihrem eigenen. Die Schicksale hat er zeitlich verortet. Ungarn 1956. Prag 1968. Chile 1969. Somalia 1974. Kabul 1984. Ein Vater von sechs Töchtern wollte ein besseres Leben für sie. Bagdad 2003. Durch die Siedlung geht die Figur Mila Katz (Nicola Kirsch), eine Art Alice in Allerwelt, begleitet von einer Katze. Inmitten der Menschen, die ihre Identität auf dem Weg liegen gelassen haben, sucht sie die ihre. Sucht ihre Wurzeln, Heldenhaftes und Tragisches ihrer Ahnen – und wird natürlich nicht fündig werden. Logisch, den die Bewohner unterscheiden sich durch Schicksal, Sprache, Herkunft, Kultur, Ideologie. Sie teilen nichts, außer der Erfahrung Flüchtling zu sein, am äußersten Stadtrand des elften Hiebs, umschlossen von Wellblechmauern, vergleichbar einem Gefängnis. Oder einer Nervenheilanstalt (Bühnenbild: Janina Audick – ein Drehwürfel mit Einblicken und Livekamera). Denn es gibt einen Gerichtspsychiater – zu ihm später …

Regisseur Pedro Martins Beja hat für Weiss‘ Fantasie viele Sprachen gefunden. Für diese biblischen Biografien, für diese alttestamentarischen Ahnenreihen. Da ist zunächst Gaspar (Steffen Höld wie immer fantastisch), der Grenzer, der mit bärbeißigem Akzent erzählt, wie er nach einem Saufgelage in Österreich nicht mehr nach Hause konnte. Er kennt Allerwelt noch als malerische Auenlandschaft, grub Brunnen, pflanzte Gemüse und Bäume. Heute ist er arbeitslos, die Brauerei hat ihm immerhin noch ein paar Kisten Bier spendiert. Die wunderbare Katja Jung sitzt als Tereza wie eine tschechische Carmen im knisternden Abendkleid an der Holzhüttenwand. Sie war mal Gaspars Geliebte. Der Iraker Naseer (Gideon Maoz) hat den Jugendslang darauf und verachtet den aus Istanbul verprügelten transsexuellen Yasar (Simon Zagermann). Fatima (Veronika Glatzner) ist mit ihren Zwillingen aus Somalia geflohen und steht nun in Allerwelt wieder auf der Straße: „Wenn heute genauso Probleme sind, wenn alles erinnert, wenn wir einen Fluchtvirus haben. Wie soll einer weiterleben?“ Der chilenische Revolutionär Guillermo (Florian von Manteuffel) reagiert auf diese Erfahrung, indem er die alte, längst nicht mehr existierende Wirklichkeit glorifiziert. Er geht ins zweite, ins innere Exil. Ebenso wie die geheimnisvolle Malalai (Barbara Horvath), die ein Schild um den Hals trägt: Ich habe Angst vor Uniformen. Und deren Glieder im Maschinentakt der Band Portishead zucken. Tatatata. Tatatata. Eine tadellose Ensembleleistung.

Einen roten Schmetterling wählte Beja als Symbol für Freiheit. Fürs Fliegen. Doch Schmetterlinge haben ein kurzes Leben. So ist Allerwelt träge Realität, eine Kommune mit allem Für und Wider. Organisierte Anarchie. Weiss/Beja zeigen, wie unter Flüchtlingen Feindbilder entstehen, wie Arbeitslosigkeit, Not zu Illegalität führt. Und rechten Parolen (das zeigen sie nicht, das ist nicht ihr Auftrag). Die Langeweile wird mit Überlebensspielen totgeschlagen. Und damit, dass man sich wieder und wieder die gleiche, eigene Story erzählt. Und Würde. Die gilt es zu bewahren. Denn der Psychiater will’s ganz genau wissen: Wie oft wurden Sie missbraucht? Können Sie die Wunden zeigen? (Zu Yasar:) Wann haben Sie entdeckt, dass Sie abnormal sind? Geht da nicht die Fantasie mit Ihnen durch? Wo man den Fuß hinsetzt, tritt man auf ein Stück Geschichte. Doch der Gutachter ist ein Abschieber. Der Blick von außen ist Gewalt.

Philipp Weiss: „Unter Innenministerin Maria Fekter wurde das frühere, zu diesem Zeitpunkt aber bereits leerstehende „Integrationshaus“ im Inneren der Siedlung Macondo umfunktioniert. Aus dem „Integrationshaus“ wurde ein „Abschiebezentrum“. Eine zynische Wendung. „Flüchtlinge“, so die brachiale Logik, sollten zu „Flüchtlingen“ kommen, dann habe alles seine Ordnung. An diesem isolierten Ort muss niemand die unbeliebten Abschiebungen mit ansehen. Besser gesagt. Allein diejenigen, die selbst oftmals durch ihre Flucht traumatisiert sind und nun tagtäglich vor Augen  haben, wie es ihnen ergehen könnte. Die Nähe zum Flughafen spricht klar für den Standort.“

In „Allerwelt“ wölbt sich der Himmel noch über alle. Man hätte es niemals vergessen sollen, manche haben’s getan. Philipp Weiss weißt wieder daraufhin: Ein Mensch ist ein Mensch ist ein Mensch …

www.schauspielhaus.at

Wien, 26. 3. 2014

Diagonale: Georg Friedrich erhält den Schauspielpreis

März 17, 2014 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Eröffnungsfilm ist „Das große Museum“ von Holzhausen

Georg Friedrich Bild: Filmladen

Georg Friedrich
Bild: Filmladen

Am 18. März startet die diesjährige Diagonale. Unzählige Filme sind wieder im Wettbewerb, es gab an die 500 Einreichungen, ein Sieger steht aber schon fest: Georg Friedrich erhält den Großen Diagonale-Schauspielpreis 2014. „Je extremer eine Figur ist, desto lieber spiele ich sie“, hat Georg Friedrich einmal in einem Interview erklärt. In den Rollen der kleinen Ganoven und der großen Strizzis, der Sprücheklopfer und der Proleten hat Friedrich mit seinem unverkennbaren Typ zahlreiche österreichische Filme geprägt. Ihn darauf zu reduzieren wäre allerdings zu kurz gegriffen. Mit einer ganzen Reihe einprägsamer, facettenreicher Figuren hat sich Georg Friedrich auch international einen Namen gemacht, er zählt heute zu den fixen Größen des europäischen Kinos. Friedrich, 1966 in Wien geboren, spielte für Michael Haneke in Der siebente Kontinent (1989), 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls (1994), Die Klavierspielerin (2001) und Wolfzeit (2003). In den Filmen von Barbara Albert stellte er an der Seite von Nina Proll den leicht reizbaren Freund in Nordrand (1999), den gefühlsarmen Vater und Multiplex-Kinomanager in Böse Zellen (2003) und einen Bräutigam in Fallen (2006) dar. Mit Ulrich Seidl arbeitete er in Hundstage (2001) und Import Export (2007) zusammen, während er für Michael Glawogger den Strizzi in Nacktschnecken (2004) und den Kleinkriminellen in Contact High (2009) mimte.Unverwechselbar ist auch sein Spiel in Karl Markovics’ Atmen (2011). Immer wieder macht Friedrich auch Theater, vor allem mit seinem großen Lehrmeister Frank Castorf („Der Spieler“, „Geschichten aus dem Wiener Wald“). Im diesjährigen Festivalbeitrag von Benjamin Heisenberg, Über-Ich und Du (2014), wird Georg Friedrich wieder auf der Leinwand zu sehen sein.

Der Diagonale-Eröffnungsfilm ist „Das große Museum“ von Johannes Holzhausen. Das große Museum ist ein neugieriger, verschmitzt-humorvoller Blick hinter die Kulissen einer weltberühmten Kulturinstitution. Mehr als zwei Jahre hat sich Johannes Holzhausen im Kunsthistorischen Museum in Wien mit seinem Filmteam umgesehen. In aufmerksamem Direct-Cinema-Stil – ohne Offkommentar, Interviews oder Begleitmusik – beobachtet der Film die vielgestaltigen Arbeitsprozesse, die daran mitwirken, der Kunst ihren rechten Rahmen zu geben. Ein Panoramaschwenk über das touristische Herz von Wien. Herrschaftlich thront hier nebst Hofburg und Heldenplatz das Kunsthistorische Museum, dessen Innenräume der äußerlichen Monumentalität um nichts nachstehen. Tatsächlich werden die Dimension und die Symbiose von Sammlung und Gebäude erst in Johannes Holzhausens ausgedehnten Plansequenzen erfahrbar. Hinter jeder Ecke, so scheint es, ein neuer Arbeitsbereich: Forschung, Restauration, Finanz, Leitung, Archivierung … Allein der Lastenlift böte Platz für überschaubaren Galeriebetrieb. Holzhausen gewährt Einblick in das Flaggschiff der österreichischen Kunstvermittlung. Im Stil des Direct Cinema durchmisst er jene Räume, in denen Kunst und Kunstschätze sowohl adäquat gepflegt und restauriert als auch zeitgemäß präsentiert werden. Ganz ohne Interviews, Offkommentar oder Offmusik entwickelt Das große Museum seine Dynamik direkt aus der Institution und deren charismatischen Protagonist/innen heraus: der Chefetage, die zwischen Anspruch und Machbarkeit um budgetäre Balance und Konkurrenzfähigkeit bemüht ist, den Putzkräften, die inmitten der atemraubenden Stille eigenwillig verloren wirken, den Restaurator/innen, die sich vermittels beinahe kriminalistischer Deduktion den Entstehungsgeschichten einzelner Gemälde annähern … Mehr als zwei Jahre hat Holzhausen die Renovierungsarbeiten im Kunsthistorischen Museum, gipfelnd in der Eröffnung der Kunstkammer, begleitet und diesen übergreifenden Erzählbogen mit ungemein spannenden Mikrodramen unterfüttert. So ist ein lustvolles, dramaturgisch subtiles Porträt eines Gebäudes entstanden, das mit seinem einzigartigen Spagat zwischen zeitloser Vermittlung und Habsburg-Erinnerung bis weit über die Grenzen Wiens hinausstrahlt. „Ich weiß noch, wie ich mit 16 von Salzburg nach München gefahren bin und meine erste große Kunstausstellung gesehen habe. Es war für mich unfassbar, dass sich mir in einem Gemälde plötzlich eine andere Wahrnehmung der Welt zeigt“, sagt Johannes Holzhausen. „Das habe ich dann auch im Kino wiedergefunden, diese Erfahrung, wenn man den Saal verlässt und merkt, etwas hat sich verändert.
 In dieser Hinsicht gehören für mich bildende Kunst und Kino zusammen. Und ich fände es toll, wenn Das große Museum etwas von dieser Begeisterung mitteilt“.

Historisches Spezialprogramm: Peter Lorre. Die von Synema in bewährter Kooperation zusammengestellte historische Reihe FilmExil erinnert an Filmschaffende mit österreichischen Wurzeln, die unter dem nationalsozialistischen Regime vertrieben wurden. Den 50. Todestag des unvergesslichen Schauspielers, Drehbuchautors und Regisseurs Peter Lorre (geb. 1904 im mährisch-slowakischen Rózsahegy/Ružomberok, gest. 1964 in Los Angeles) zum Anlass nehmend, gibt das Programm einen Einblick in Lorres vielfältiges Filmschaffen – von seinen Anfängen in Berlin über seine großen Erfolge in Hollywood bis zu seiner missglückten Rückkehr ins Nachkriegsdeutschland. Peter Lorres künstlerischer Biografie ist die Erfahrung von Exil und Fremdheit deutlich eingeschrieben. Im Wien der 1920er-Jahre begann er Stegreiftheater zu spielen. Über die Bühnen Breslaus und Zürichs verschlug es ihn nach Berlin, wo er zu Bertolt Brechts Lieblingsschauspieler avancierte. Seine abgründige Komik, sein eindringlicher Blick und seine unverwechselbare Stimme wurden zu seinen Markenzeichen und machten ihn zum Star der Theater- und Kinowelt der Weimarer Republik. Der internationale Durchbruch gelang ihm 1931 mit der fesselnden Darstellung des Kindermörders in Fritz Langs Gesellschaftsstudie M – Eine Stadt sucht einen Mörder, einem der ersten deutschen Tonfilme überhaupt. Nach der Machtergreifung Hitlers 1933 ging Lorre ins Exil – zuerst nach London, wo er unter der Regie von Alfred Hitchcock spielte, schließlich nach Hollywood. Dort trat er häufig in Komödien, Gangster- und Antinazifilmen auf. Exemplarisch aus dieser Zeit präsentiert die Diagonale Robert Floreys Meisterwerk The Face Behind the Mask (1941), das wie kein anderer Film die Melancholie und Verlorenheit des Emigranten Peter Lorre in eine fiktive Geschichte transferiert. Dazu Frank Capras Gruselkomödie Arsenic and Old Lace mit Cary Grant, in der Lorre in der Rolle des zwielichtigen Gesichtsoperateurs Dr. Einstein sein Unwesen treibt. 1949 kehrte Lorre in ein Deutschland zurück, das größtenteils mit dem Verdrängen und Vergessen beschäftigt war. Als Regisseur und Hauptdarsteller drehte er den Film Der Verlorene, die Geschichte eines Mörders unter Massenmördern. Sein grandioses Regiedebüt erzählt von Schuld und Sühne – und von unentwirrbaren Verbindungen zwischen Nazi- und Nachkriegszeit. Dem deutschen Publikum missfiel die Konfrontation mit der jüngsten Vergangenheit allerdings. Grund genug für Lorre, seine Karriere in Hollywood fortzusetzen. Folgende Filme werden gezeigt: M – Eine Stadt sucht einen Mörder (Fritz Lang, DE 1931), The Face Behind the Mask (Robert Florey, US 1941), Arsenic and Old Lace (Frank Capra, US 1941/44), Der Verlorene (Peter Lorre, DE 1951),  49/95 tausendjahrekino (Kurt Kren, AT 1995).

Weitere Highlights:

Der letzte Tanz von Houchang Allahyari

Mit Erni Mangold, Daniel Sträßer, Marion Mitterhammer, Viktor Gernot, Doina Weber und Janina Schauer. Eine Annäherung, die nicht sein darf – ein vermeintlicher Tabubruch, der in staatlich exekutierter Repression mündet. Während Karl im Privaten eine Liaison mit seiner Schulliebe beginnt, entwickelt er zeitgleich im Zivildienst eine innige Beziehung zu einer betagten Alzheimerpatientin. Geteilt in zwei formal diverse Abschnitte, verdichtet Der letzte Tanz unterschiedliche Perspektiven auf Zwischenmenschlichkeit, bis die Realität an der gesellschaftlichen Ablehnung zerbricht. Ein Frühstück mit der Mutter, eine vorerst letzte Zigarette in Freiheit. Mit dem Ertönen der Türklingel endet für Karl ein Lebensabschnitt und beginnt ein Kapitel der Rechtfertigung für eine vermeintliche Straftat, die Houchang Allahyari zunächst unausgesprochen lässt. Im Schwarz-Weiß des Filmbilds wird der Junge von polizeilicher Repression – möglicherweise von Willkür – erdrückt. „Ich gehör hier nicht her“, fährt es aus ihm heraus, als die schweren Zellentüren hinter ihm ins Schloss fallen. Allahyari konfrontiert seinen Protagonisten mit einem Rechtssystem, in dem der Schuldspruch bereits vor der Verhandlung gesprochen wurde. Ein System, das er auch perspektivisch als übermächtig inszeniert. An diesem Punkt kommt es zum formalen Bruch, geht Der letzte Tanz zurück in die nahe Vergangenheit. Das düstere Schwarz-Weiß weicht der Farbe, Karl ist noch nicht Vorverurteilter, sondern Zivildiener in der geriatrischen Abteilung eines Krankenhauses. Auch hier ist der Alltag gesäumt von Hierarchien – von der regimentführenden Oberschwester bis hinab zu den Patient/innen –, doch Karl kann sich mit dieser Hackordnung arrangieren. Während er im Privaten eine Liaison mit seiner Schulliebe beginnt, entwickelt er in der Arbeit eine innige Beziehung zu einer betagten Alzheimerpatientin (Erni Mangold), die durch seine empathische Fürsorge zu neuer Jugend erwacht. „Die schert sich um gar nichts, die Geier-Wally“, liest ihr Karl aus dem gleichnamigen Roman vor. „Die schert sich um gar nichts, die Mangold“, könnte es angesichts der koketten Unangepasstheit seiner Patientin genauso gut heißen. Um gar nichts außer um ein wenig Zuwendung – und einen jungen Pfleger, der neu ist auf der Station und so anders im Vergleich zu den übrigen „Giftmischern“. In zärtlichen, niemals bloßstellenden Bildern verdichtet Houchang Allahyari verschiedene Perspektiven auf Zwischenmenschlichkeit und erzählt von einer Liebe, die in der Gesellschaft so nicht vorgesehen ist. Und von den Mechanismen, die sich unter dem Deckmantel der Rechtschaffenheit in Gang setzen, sobald ein Tabu die Konvention gesellschaftlicher Norm herauszufordern wagt.

Everyday Rebellion von Arash und Arman T. Riahi

www.mottingers-meinung.at/arash-und-arman-t-riahi-everyday-rebellion/

D.U.D.A! WERNER PIRCHNER feiert seine Weltpremiere im Rahmen der Diagonale

Kreativität, Witz, Ursprünglichkeit, Perfektion – kurz: Die Einzigartigkeit seiner Musik und Person brachten Werner Pirchner früh mit illustren Köpfen der Kunst und Kultur nicht nur Österreichs zusammen. Da hatte es sich in der Republik noch gar nicht herumgesprochen, welcher Ausnahmekünstler da in Tirol am Werke war. Pirchner hat seine Heimat nie verlassen. Ihn deshalb als unterhaltsamen Rebellen mit alpenländisch beschränkter Relevanz zu sehen, würde seiner vielseitigen Persönlichkeit kaum gerecht werden. Jean Luc Godard hat Pirchners Musik in „Nouvelle Vage“ und in seinem filmischen Selbstporträt eingesetzt. Heute, 13 Jahre nach seinem Tod gehen Pirchners Noten um die ganze Welt.
Der Berliner Filmemacher Malte Ludin hatte ihn schon für sich entdeckt, als in den 70er Jahren auch in Deutschland Pirchners früher Geniestreich „ein halbes doppelalbum“ erschienen war. 40 Jahre später begibt sich Ludin auf die Suche. Was hat es auf sich mit dem Phänomen Pirchner, seinem Werk und dem Tirol, dem er 1974 mit Christian Berger den Film „Der Untergang des Alpenlandes“ gewidmet hat? Mit dem unbefangenen Blick von außen heftet sich Ludin auf Werner Pichners Spuren. Ein klassisches „Bio Pic“ war dabei nicht zu erwarten. Die musikalische Reise geht kreuz und quer durch Pirchners Werk und seine zwischen Tradition und Moderne, Naturschönheit und kommerzieller Verunstaltung oszillierende Heimat. Freunde, Fans, Förderer wie André Heller, Josef Hader, Tobias Moretti oder Felix Mitterer erzählen von ihren Begegnungen mit dem Meister, der sie wie kein anderer inspiriert und beflügelt hat. Für Erwin Steinhauer war er der „für seine Menschwerdung wichtigste Tiroler“. Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=DasP1_1rMP0

www.diagonale.at

Wien, 17. 3. 2014

Volksoper Wien: „Il trovatore“

November 12, 2013 in Klassik

VON RUDOLF MOTTINGER

Eine tragische Dreiecksgeschichte

Eva Maria Riedl (Ines), Melba Ramos (Leonora), Chor Bild: Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Eva Maria Riedl (Ines), Melba Ramos (Leonora), Chor
Bild: Barbara Pálffy/Volksoper Wien

Anlässlich von Giuseppe Verdis 200. Geburtstages setzt die Volksoper als erste Opernpremiere der aktuellen Saison “ Il trovatore“  aufs Programm. Verdis 17. Oper begründete gemeinsam mit „Rigoletto“ und „La Traviata“ (ab 29. März 2014 wieder im Repertoire)  zu Beginn der 1850er Jahre den Welterfolg des Komponisten. Die Premiere der Neuinszenierung von Dietrich W. Hilfsdorf ist am 16. November 2013. Verdis Klassiker wird somit bereits zum fünften Male nach 1905, 1935, 1941 und 1961 am Haus am Gürtel neuproduziert. Die Musik sei banal und brutal, die Handlung schlichtweg unverständlich – so tönte es dem „Troubadour“ noch im 19. Jahrhundert – zumeist von der Seite deutschsprachiger Kritiker – entgegen. Während Verdis Partitur von elementarer Kraft und Meisterschaft mittlerweile über jede Herabsetzung erhaben ist, steht die tragisch endende Dreiecksgeschichte seit jeher im Verdacht nur schwer nacherzählbar zu sein. Und doch kann sich niemand ihrer Sogwirkung entziehen: Verdis „Il trovatore“ kreist um das Thema der verfeindeten Brüder Graf Luna und Manrico, die in diesem Falle jedoch nichts von ihrer Verwandtschaft wissen. Der Troubadour Manrico hält sich für den Sohn der Zigeunerin Azucena, die von dem Gedanken an Rache für ihr ermordetes Kind besessen ist. Manrico und Graf Luna sind nicht nur politische Widersacher, sondern auch Rivalen um die Liebe derselben Frau, Leonora. Die Vorlage für Verdis Oper „Il trovatore“ lieferte Antonio García Gutiérrez erstes Bühnenstück „El trovador“, uraufgeführt 1836. „Der Troubadour“ ist ein „großes und gewaltiges Sujet“, dessen starke emotionale Motive – Rache, Liebe, Hass, Angst und Eifersucht – ihm die geeignete Inspiration für seine gleichnamige Oper lieferten. Oft taucht in Verdis Schaffen das Motiv der verfeindeten Brüder auf; doch nur einmal gibt es eine so dominante Mutterrolle wie jene der alten Zigeunerin Azucena, welche die Handlung des „Trovatore“ vorantreibt. Seinen Librettisten Cammarano hatte Verdi dazu ermuntert, die Erzählung „je ungewöhnlicher und bizarrer, desto besser“ auszugestalten und besonders den Charakter der alten Zigeunerin in seiner „Neuartigkeit und Fremdheit“ herauszustellen. Der Kritiker und Verdi-Zeitgenosse Eduard Hanslick verachtete die Geschichte „von ausgesuchter Grässlichkeit, in welche eine Zigeunerin samt einigen gestohlenen und verbrannten Kindern bedenklich verwickelt ist“, den nachhaltigen Triumph dieses unwiderstehlich mitreißenden Meisterwerkes konnte er jedoch nicht verhindern. Neben der tragisch endenden Liebesgeschichte ist Verdi mit „Il trovatore“ auch eine ‚Parabel über die Unterdrückung von Minderheiten‘ (Ulrich Schreiber) gelungen.

Das Team der Neuinszenierung
Nach dem „Wildschütz“ im April 2013 inszeniert zum zweiten Male Dietrich W. Hilsdorf in Bühnenbildern von Dieter Richter an der Volksoper. Der 1. Gastdirigent unseres Hauses Enrico Dovico steht am Pult der ersten „Trovatore“-Neuproduktion an der Volksoper seit 52 Jahren. Als Azucena kehrt die international gefeierte Mezzosopranistin Janina Baechle an die Volksoper zurück, wo sie zuletzt 2006 als Magdalena in „Der Evangelimann“ zu hören war. Der koreanische Bariton Tito You, zuletzt hier als Vater Germont in Verdis „Traviata“ zu erleben, singt den Graf Luna. Stuart Neill gibt in der Rolle des Manrico, die er schon mit großem Erfolg u. a. an der Deutschen Oper Berlin und in der Arena von Verona gesungen hat, sein Hausdebüt. Die Partien der Leonora und des Ferrando sind mit den Ensemblemitgliedern Melba Ramos und Yasushi Hirano besetzt.

www.volksoper.at

Wien, 12. 11. 2013