Karikaturmuseum Krems: 100 Jahre Paul Flora. Von bitterbös bis augenzwinkernd

Februar 19, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Poetisch-ironische Erzählungen vom „Rabenvater“

Ein beliebtes Motiv, die schwarzen Vögel: Paul Flora, Das Gespräch der Raben, 2009 © Galerie Seywald, Nachlassvertretung für Paul Flora

Anlässlich des 100. Geburtstags von Paul Flora widmen das Karikaturmuseum Krems und die Paul Flora Nachlassvertretung dem Zeichner, Karikaturisten und Illustrator ab 20. Februar eine umfassende Retrospektive. Mit Tusche und Feder erschuf Paul Flora in seinen Zeichnungen ein eigenes Universum, bevölkert von Geistern und Harlekins, Poeten und Sphinxen, Geheimagenten, Marionetten, verwurzelten Tirolern und venezianischen Pestdoktoren. Der gebürtige Südtiroler konstruierte

wundersame Landschaften mit eigenwilligen Architekturen, Kugeln, Penthäusern, Lokomotiven und Fluggeräten. Floras Zeichnungen sind Erzählungen voller Poesie und Ironie, wobei Vergangenheit und Gegenwart in ein spezifisches Verhältnis zueinander treten. Immer wieder brachte er die Lagunenstadt Venedig aufs Papier. Bekannt sind auch seine Raben-Darstellungen. Am Papier versinnbildlichen die Vögel mit ihren spitzen Schnäbeln menschliches Verhalten. Ein Rundgang durch die Ausstellung führt von Schülerzeichnungen und satirischen Geschichten aus den frühen Schaffensjahren bis zu seinen bekannten und beliebten Motiven. Eine Auswahl von gesellschaftspolitischen Zeichnungen für DIE ZEIT und Fotos seiner „Karikaturen-Verbrennungen“ loten die besondere Beziehung von Flora zur Karikatur aus. Erich Kästner sah in Flora einen „Bilderschriftsteller“. Zweifelsohne zählt Paul Flora zu den herausragenden Zeichnerinnen und Zeichnern des 20. Jahrhunderts.

Schon in jungen Jahren war die zeichnerische Begabung von Paul Flora sichtbar. Als 13Jähriger brachte er das täglich in der Mittelschule, heute: Akademisches Gymnasium Innsbruck, Beobachtete auf Papier. Zeichnerisch schilderte er den Schulalltag mit maßregelndem Direktor, dem leidenschaftlich Klavier spielenden Gesangslehrer und dem wütend auf den Tisch schlagenden Deutschprofessor. Kontrastreich zu seinen Schülerzeichnungen wirkt die ebenso im Alter von 13 Jahren angefertigte düstere Darstellung des Andreas Hofer. Auf ockerfarbenem Hintergrund thematisiert Flora mit kräftigem, schwarzem Strich die Hinrichtung des Tiroler Freiheitskämpfers. Einzig das Haar und die vom toten Körper herabtaumelnden Schuhe sind markant in Rot gesetzt.

Paul Flora, Der Galgen (verso: Andreas Hofer), um 1935 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg

Paul Flora, Foto: Othmar Kopp © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg

Paul Flora, Der Stab wird gebrochen, 1938 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg

Als 15Jähriger sah der Tiroler erstmals Zeichnungen des Malers Alfred Kubin. Für eine gewisse Zeit beschäftigte sich Flora intensiv mit Kubin, um schließlich zu sich selbst zu finden. Ihr Hang zum Skurrilen, Literarischen und Grafischen einte die Männer. Die später entstandene Künstlerfreundschaft sollte bis zu Kubins Tod 1959 bestehen. Intellektuelle Reflexion, technische Meisterschaft und die Vorliebe für das originelle, etwas abseitige Sujet zeichnen Floras Gesamtwerk aus. Skurrile Menschendarstellungen und detaillierte Architekturen bis hin zu riesigen Kugeln durchziehen seine Arbeiten. Ein Dinosaurier mit erschreckend menschlichen Zügen vor Gebirgskulisse und ein alpiner Skipionier deuten auf die Tiroler Wurzeln hin. Populär sind Floras Raben mit ihren spitzen Schnäbeln. Er zeichnete sie oft und in unverwechselbarer Manier. Den Impuls, die Vögel abzubilden, gab ein ausgestopfter Rabe, den der Künstler geschenkt bekam und der fortan auf seinem Schreibtisch stand.

Auf ähnlich großes Interesse stießen die VenedigMotive. Anstatt die Lagunenstadt als Sehnsuchtsort zu zeigen, hüllt der Künstler sie in einen düsteren Schleier. Allgemein sind Floras Werke von einem melancholischen Grundtenor durchzogen. Begriffe wie Verzweiflung und Traurigkeit würden die subtile Stimmung seiner gezeichneten Züge allerdings fälschlicherweise vereinfachen. Schon im nächsten Moment lugen die Gespenster der Nacht um die Ecke. Es sind Vampire, Wiedergänger und Marionetten, die von ihren Fesseln befreit heraneilen, um nächtlichen Karneval zu feiern. Denn auch der feine Humor hat in Floras Werken seinen Platz. Zeitlebens stand er „augenzwinkernd und ein wenig amüsiert außerhalb“, beschrieb etwa Marion Gräfin Dönhoff den Künstler.

Paul Flora, Das Gespräch des Raben mit dem Hahn II, 1987 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg & Diogenes Verlag AG, Zürich

Paul Flora, Venezianische Maskerade II, 2000 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg & Diogenes Verlag AG, Zürich

Paul Flora, Die vom Nasenclub, 2002 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg & Diogenes Verlag AG, Zürich

Paul Flora, Mord, 1965 © Nachlassvertretung für Paul Flora, Salzburg & Diogenes Verlag AG, Zürich

1957 gewann Marion Gräfin Dönhoff, Chefredakteurin und Mitherausgeberin der ZEIT, Paul Flora als Karikaturisten für das Hamburger Blatt. Innerhalb von 14 Jahren gestaltete Flora mehr als 3.000 eigenständige Blätter für die deutsche Wochenzeitung. Etliche von ihnen übernahmen internationale Blätter wie The Times oder The Observer. Inspiration für seine Inhalte erhielt Flora bei der Morgenlektüre von Zeitungen. So thematisierte er in einer Karikatur von 1964 die XI. Olympischen Winterspiele in Innsbruck. Zu seinen politischen Lieblingszielen zählten Josef Strauß, Gamat Abdel Nasser, Ludwig Erhard und Charles de Gaulle.

Flora selbst verstand sich als Zeichner, nicht als Karikaturist. Um diese eigene Wahrnehmung breitenwirksam zu stärken, soll Flora bei einer spektakulären Aktion 1980 sogar die Verbrennung seiner Karikaturen inszeniert haben. Es ist ungeklärt, ob sich in der Kiste politische Karikaturen befanden. Tatsache ist, dass man heute lediglich den Aufbewahrungsort von 800 der ursprünglich 3.000 Karikaturen kennt. Paul Flora war eine außergewöhnliche Persönlichkeit von großer Popularität. Er war ein Querdenker und ein Unbequemer, der Stellung bezog, mitredete und mitgestaltete. Er verstarb in der Nacht auf den 15. Mai 2009.

Die Retrospektive ist bis 29. Jänner 2023 zu sehen.

www.karikaturmuseum.at

19. 2. 2022

Museum NÖ – Der junge Hitler: Ausstellung geht ins Netz

November 25, 2021 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Grundstein für Nationalismus und Rassismus

Das Kaiserpanorama, Bilder von 1914. Bild: © Daniel Hinterramskogler

Die Sonderausstellung „Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators. 1889-1914“ ist das bisher inhaltlich ambitionierteste Projekt im Haus der Geschichte in St. Pölten. Sie traf dort auf ein interessiertes Publikum und erfuhr internationale Medienaufmerksamkeit. Bis Ende Oktober 2021 war die Ausstellung im Nordico Linz zu sehen. Ab sofort ist sie als virtueller Rundgang auf abzurufen: www.museumnoe.at/ausstellungjungehitler

„Normalerweise wird in Ausstellungen nur der aktuelle Wissensstand vermittelt. Bei diesem Projekt war es anders. Die Ausstellung wurde selbst zum Impulsgeber für neue Forschungen“, hält Christian Rapp, wissenschaftlicher Leiter des Hauses der Geschichte fest. „Bei unserem Workshop ‚Hitler und das Fin de Siècle‘ im Herbst 2020 hat Roman Sandgruber erstmals seine Forschungen zu Adolf Hitlers Vater Alois vorgestellt. Auch wir selbst konnten wichtige neue Quellen zu Kindheit und Jugend Hitlers beisteuern. Im April 2021 wurden diese dann in der Linzer Fassung der Ausstellung für das Nordico integriert.“ Die Beiträge des internationalen Workshops „Hitler und das Fin de Siècle“ und eine kurze Einführung von Christian Rapp sind hier abrufbar: https://www.museumnoe.at/de/haus-der-geschichte/Sonderausstellung/der_junge_Hitler.

Und hier noch einmal die Rezension der Schau vom Februar 2020: Vor 75 Jahren endete mit dem Zweiten Weltkrieg auch der Holocaust, beides entfesselt von Adolf Hitler und den Nationalsozialisten. Das Haus der Geschichte im Museum Niederösterreich nimmt das zum Anlass, nach den Anfängen zu fragen: Woher kamen Militarismus, Rassenhass und Antisemitismus? Wie weit waren sie in der Gesellschaft bereits verankert? Die Parallelerzählung „Der junge Hitler. Prägende Jahre eines Diktators. 1889-1914“ beleuchtet die frühe Biografie des späteren „Führer“ und die politischen Strömungen dieser Zeit.

Porträt von Mutter Klara Hitler. © ÖNB/Wien

Hitlers Vater Alois, in seiner Uniform als Zollbeamter, um 1890. © ÖNB/Wien

Der 16-jährige Adolf Hitler, gezeichnet von einem Mitschüler namens Sturmlechner in der Realschule Steyr, 1905. © Sammlung Rauch / Interfoto / picturedesk.com

„Die Ausstellung eignet sich nicht zur Heldenverehrung. Anhand authentischer Dokumente zeichnet sich vielmehr das Bild eines früh Gescheiterten ab und eines Außenseiters, der stets die Umwelt für eigenes Versagen verantwortlich macht“, schließt Christian Rapp jedes Missverständnis aus. „Ganz wichtig ist es uns gleichzeitig, die düsteren Seiten der Jahrhundertwende darzustellen. Viele Objekte der Ausstellung machen deutlich, wie die Politiker jener Zeit mit Ängsten und Vorurteilen Stimmung gemacht haben, ob es sich um den radikalen Deutschnationalen Georg von Schönerer handelt oder um den antisemitischen Bürgermeister Karl Lueger. Ihre Parolen haben sie in ihren Reden, ihren Zeitungen, aber auch auf Werbemarken und auf Zierporzellan verbreitet. Mit Objekten und Bildern lassen sich auch die abstrusen Lehren von Rassen- hygienikern gut dokumentieren, die rassistische Überheblichkeit der Europäer als Kolonialherren, die Frauen- feindlichkeit und die Kriegsbegeisterung. Sie prägen Adolf Hitler und seine Zeitgenossen“, so Rapp.

Das Parlament – Aquarell von Adolf Hitler. © Verlag Alinari

Michaelerplatz – Aquarell von Adolf Hitler. © Verlag Alinari

„Über die Kindheit und Jugend von Adolf Hitler wurde schon viel geschrieben und publiziert. Aufgabe unserer wissenschaftlichen Aufarbeitung war es nun, akribisch Geschichte von Geschichten zu trennen“, ergänzt Hannes Leidinger, der gemeinsam mit Rapp ein Buch zum Thema veröffentlicht hat. „Wichtig war es uns, neuerlich an die Quellen zu gehen und die neuen elektronischen Recherchemethoden zu nutzen. Außerdem war uns erstmals der Nachlass seines Jugendfreundes August Kubizek zugänglich. Wir zeigen daraus einige aufschlussreiche Originale wie ein Notenblatt, das entstand, als Adolf Hitler sich als Opernkomponist im Stile Richard Wagners versucht hat. Hier wird die fatale Selbstüberschätzung bereits sichtbar“, so Leidinger. Erstveröffentlichung: www.mottingers-meinung.at/?p=38606

www.museumnoe.at           www.museumnoe.at/ausstellungjungehitler

25. 11. 2021

Albertina modern: Online-Führungen durch „THE 80s. Die Kunst der 80er Jahre“. In fünf Sprachen

November 24, 2021 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Jungen Wilden und ihre „Heftige Malerei“

Gilbert & George: We Are, 1985. Collection Thaddaeus Ropac, London · Paris · Salzburg · Seoul © Gilbert & George / © Bildrecht, Wien 2021

Ab morgen bieten Albertina und Albertina modern Online-Führungen durch ihre aktuellen Ausstellungen. Via Zoom kann man live und digital dabei sein, wenn die Kunstvermittlerinnen und Kunstvermittler der Häuser die Highlights der Schauen präsentieren, Hintergründe erläutern und auf die Live-Fragen des Publikums eingehen. Preis für ein Online-Ticket: 5 Euro. Einen besonderen Stellenwert in diesem Lockdown-Programm nimmt der Ausstellungs-

rundgang durch „THE 80s. Die Kunst der 80er Jahre“ der Albertina modern ein, der in den Sprachen Deutsch, Französisch, Spanisch, Russisch und Italienisch mitzuerleben ist. Die Ausstellung „The 80s“ in der Albertina modern präsentiert mehr als 160 Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die nicht nur dieses Jahrzehnt bestimmten, sondern deren Schaffen weit in die Kunst des 21. Jahrhunderts vorausreicht. Die 1980er: Es ist das Zeitalter des (Neo-)Liberalismus, der nun endgültig in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft angekommen ist. Margaret Thatcher und Ronald Reagan regieren mit konservativen Kräften den anglo-amerikanischen Raum.

Das Aufkommen der ersten PCs, von Videospielen, Globalisierung, der Öffnung der nationalen Grenzen und steigende Mobilität suggerieren eine Welt in relativer Harmonie. Kino-Besucherrekorde, technischer Fortschritt und die Verlockungen des Konsums versprechen eine rosige Zukunft. Auch vom Ende der Geschichte, einem saturierten, westlich dominierten Weltbild ist da und dort die Rede. Und doch: Das Ende des Zweiten Weltkrieges ist nur ein junges Menschenleben entfernt. Nach vorne drängt eine Generation, die genug vom Nachkriegsmuff hat. Eine Generation, der Wohlstand und Gemütlichkeit keineswegs genügen. Wer sich nicht zu sehr ablenken lässt, erkennt eine Welt im OstWestKonflikt, spürt den Druck der atomaren Aufrüstung oder ist durch die Friedensbewegung und die deutsche Wiedervereinigung geprägt.

Es ist ein Jahrzehnt der Rebellion, aus den Radios ertönt Elektromusik mit sinnlosen Texten, Wave und Punk zeigen der Gesellschaft offen ihren Unmut. Aus dem Untergrund erwächst eine Avantgarde, die experimentiert, in Frage stellt und einen Spiegel vorhält. Die Kunst der 1980er ist bunt und facettenreich. Sie kann alles sein, nur eines nicht: langweilig. In den Achtzigerjahren wurde plötzlich alles möglich. Die großen gesellschaftlichen und politischen Umbrüche sind auch in der Kunst deutlich sichtbar. Künstlergruppen brechen mit dem festgefahreren Kunstbetrieb, entthronen die Avantgarde: Die „Jungen Wilden“ entdecken die bildende Kunst neu und stellen ebenso selbstbewusst wie gesellschaftlich engagiert unter dem Begriff „Heftige Malerei“ aus.

Jeff Koons: Bear and Policeman, 1988. Kunstmuseum Wolfsburg © Jeff Koons. Bild: Gautier Deblonde

Izhar Patkin: Don Quijote Segunda Parte, 1987. Privatsammlung © Izhar Patkin

Mike Kelley: Estral Star #3, 1989. Sammlung Ringier, Schweiz © Bildrecht, Wien 2021. Bild: Gerhard Born

Nicht eine Geschichte, sondern viele kleine Erzählungen bestimmen die 1980erJahre. Vielfalt im Denken und Handeln, Wissen und Glauben haben Hochkonjunktur. Grenzerweiterungen in vielerlei Hinsicht und Vernetzung gehören zu den wesentlichen Kennzeichen dieser Zeit. Wie kaum ein anderes Jahrzehnt haben sich die Achtzigerjahre ins Gedächtnis derjenigen eingebrannt, die diese Dekade erlebten. Die schrillen Retrovisionen, die in zyklischen Abständen ein Revival erleben, begeistern aber auch heute noch jüngere Generationen. Nach den kargen Jahren von Konzeptkunst und Minimalismus äußern sich die Neuen Wilden nun auf bunte und vor
allem auch sehr experimentelle Weise. Entdeckung und die Freude am Neuen stehen im Vordergrund. Ein Versuchslabor, das auch vor Kitsch und Pathos keinerlei Berührungsängste mitbringt. Mehr noch: Als sicheres Zeichen von Selbstreflektion, vielleicht auch als Augenzwinkern, wird der Finger dorthin gelegt, wo sich die massentauglich inszenierte Gesellschaft etwas zu ernst nimmt.

In der bildenden Kunst macht sich das „Anything Goes“ des anarchistisch denkenden Österreichers Paul Feyerabend durch stilistischen Reichtum bemerkbar. Der sogenannte Hunger nach Bildern, der diese Dekade einläutete und sich in den expressiven Gesten der Jungen Wilden auf großformatigen Leinwänden widerspiegelt, ist nur als Gegenbewegung zu den minimalistischen und konzeptuellen Strömungen der 1960er und 1970erJahre verständlich. „Die Kunst wuchert, zeugt Triebe und Filiationen, bildet Knotenpunkte und Verästelungen“, schreibt der Herausgeber des damals angesagten Kunstmagazins „Wolkenkratzer“ Wolfgang Max Faust. Nun steht Abstraktion neben greifbarer Figuration, Emotion neben rationaler Kühle. Die neuen Medien, das anbrechende digitale Zeitalter bringen eine neue Kunst der Chiffre, Fiktion und Kopie hervor.

David Salle: Room with blue statue, 1986. Albertina, Wien – The Essl Collection © Bildrecht, Wien, 2021

Francesco Clemente: Hermaphrodite, 1985. Albertina, Wien – The Jablonka Collection © Francesco Clemente

Isolde Joham: Electric Rider, 1981. Privatsammlung © Isolde Joham | Bild: Olga Pohankova

Bruce Nauman: Sex and Death by Murder and Suicide,1985. Emanuel Hoffmann-Stiftung, Depositum in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel © Bruce Nauman/ Bildrecht, Wien, 2021. Bild: Bisig & Bayer, Basel

Die 1980erJahren, die von Jeff Koons und Jenny Holzer über JeanMichel Basquiat und Keith Haring bis zu Cindy Sherman und Richard Prince reichen, sind die Wiege der Kunst von heute. Fragen der Aneignung und der Autorschaft werden genauso diskutiert wie Kritik an der Konsumkultur. Das Oeuvre von österreichischen Kunstschaffenden wie Brigitte Kowanz und Erwin Wurm über Herbert Brandl und Maria Lassnig bis zu Franz West und Peter Kogler gliedert sich in der Ausstellung „The 80s.“ mühelos in den Kanon eines internationalen Staraufgebots ein. Vertreter sind unter anderem Jean Michel Basquiat, Jeff Koons, Keith Haring, Robert Longo, Cindy Sherman, Sherrie Levine und Jenny Holzer. Ihre Kunst bezeichnet einen wichtigen Wendepunkt in der jüngeren Kunstgeschichte.

Aber nicht nur die Hauptvertreter der amerikanischen Picture Generation und der Approbiation Art zeigt die Ausstellung über die 80erJahre, sondern auch die wichtigsten Exponenten der italienischen Transavantgarde wie Francesco Clemente und Sandro Chia, und auch dem bis heute einflussreichen deutschen Beitrag dieses Jahrzehnts, Martin Kippenberger und Albert Oehlen, sowie die wichtigsten österreichischen KünstlerInnen der 80erJahre, Brigitte Kowanz und Isolde Joham, daneben Brandl, Schmalix, Scheibl und Moosbacher. Als Hauptvertreter der Neuen Wilden, Rockenschaub und Peter Kogler als Vertreter des Neo Geo und der Installationskunst. Einzelfiguren wie Franz West, Erwin Wurm und Maria Lassnig werden eine herausragende Rolle spielen in diesem Überblick über das in seiner Bedeutung für die Gegenwartskunst gar nicht zu überschätzenden Jahrzehnt.

Weitere Online-Führungen gibt es unter anderem zu den Schauen „American Photography“ (www.mottingers-meinung.at/?p=47267) oder „Modigliani“ (www.mottingers-meinung.at/?p=47693).

www.albertina.at/albertina-modern/ausstellungen/digital

Online-Workshops für TeilnehmerInnen ab 14 Jahren

Wer sich selbst mit Pinsel oder Bleistift beweisen will, dem bietet die Albertina Online-Workshops, in denen unterschiedliche Techniken sowie künstlerische Themen im Mittelpunkt stehen. Bei Hands on gestaltet man ein expressives Porträt einer Hand in Acrylfarben. Vom wohl berühmtesten Hasen der Albertina (Albrecht Dürers aus der Sammlung Albertina) lässt man sich bei Aquarell & Hase inspirieren. Alles andere als leise wird ein Stillleben in Pastellkreide nach Vorbildern der Ausstellung „Monet bis Picasso“ ausfallen. Die Vielfalt grafischer Techniken lotet das Programm Schwarz/Weiß aus. Die Workshops dauern 1,5 Stunden und richten sich an alle ab 14 Jahren. Die Materialien erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einige Tage vor Termin per Post. Die Teilnahmegebühr beträgt 28 Euro. Mehr Informationen hat die Albertina Kunstvermittlung: besucher@albertina.at

shop.albertina.at/de/online-programme/workshopsonline

24. 11. 2021

Albertina modern: THE 80s. Die Kunst der 80er Jahre

Oktober 11, 2021 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Jungen Wilden und ihre „Heftige Malerei“

Gilbert & George: We Are, 1985. Collection Thaddaeus Ropac, London · Paris · Salzburg · Seoul © Gilbert & George / © Bildrecht, Wien 2021

Die Ausstellung „The 80s“ in der Albertina modern präsentiert ab 10. Oktober mehr als 160 Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, die nicht nur dieses Jahrzehnt bestimmten, sondern deren Schaffen weit in die Kunst des 21. Jahrhunderts vorausreicht. Die 1980er: Es ist das Zeitalter des (Neo-)Liberalismus, der nun endgültig in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft angekommen ist. Margaret Thatcher und Ronald Reagan regieren mit konservativen

Kräften den anglo-amerikanischen Raum. Das Aufkommen der ersten PCs, von Videospielen, Globalisierung, der Öffnung der nationalen Grenzen und steigende Mobilität suggerieren eine Welt in relativer Harmonie. Kino-Besucherrekorde, technischer Fortschritt und die Verlockungen des Konsums versprechen eine rosige Zukunft. Auch vom Ende der Geschichte, einem saturierten, westlich dominierten Weltbild ist da und dort die Rede. Und doch: Das Ende des Zweiten Weltkrieges ist nur ein junges Menschenleben entfernt. Nach vorne drängt eine Generation, die genug vom Nachkriegsmuff hat. Eine Generation, der Wohlstand und Gemütlichkeit keineswegs genügen. Wer sich nicht zu sehr ablenken lässt, erkennt eine Welt im OstWestKonflikt, spürt den Druck der atomaren Aufrüstung oder ist durch die Friedensbewegung und die deutsche Wiedervereinigung geprägt.

Es ist ein Jahrzehnt der Rebellion, aus den Radios ertönt Elektromusik mit sinnlosen Texten, Wave und Punk zeigen der Gesellschaft offen ihren Unmut. Aus dem Untergrund erwächst eine Avantgarde, die experimentiert, in Frage stellt und einen Spiegel vorhält. Die Kunst der 1980er ist bunt und facettenreich. Sie kann alles sein, nur eines nicht: langweilig. In den Achtzigerjahren wurde plötzlich alles möglich. Die großen gesellschaftlichen und politischen Umbrüche sind auch in der Kunst deutlich sichtbar. Künstlergruppen brechen mit dem festgefahreren Kunstbetrieb, entthronen die Avantgarde: Die „Jungen Wilden“ entdecken die bildende Kunst neu und stellen ebenso selbstbewusst wie gesellschaftlich engagiert unter dem Begriff „Heftige Malerei“ aus.

Jeff Koons: Bear and Policeman, 1988. Kunstmuseum Wolfsburg © Jeff Koons. Bild: Gautier Deblonde

Izhar Patkin: Don Quijote Segunda Parte, 1987. Privatsammlung © Izhar Patkin

Mike Kelley: Estral Star #3, 1989. Sammlung Ringier, Schweiz © Bildrecht, Wien 2021. Bild: Gerhard Born

Nicht eine Geschichte, sondern viele kleine Erzählungen bestimmen die 1980erJahre. Vielfalt im Denken und Handeln, Wissen und Glauben haben Hochkonjunktur. Grenzerweiterungen in vielerlei Hinsicht und Vernetzung gehören zu den wesentlichen Kennzeichen dieser Zeit. Wie kaum ein anderes Jahrzehnt haben sich die Achtzigerjahre ins Gedächtnis derjenigen eingebrannt, die diese Dekade erlebten. Die schrillen Retrovisionen, die in zyklischen Abständen ein Revival erleben, begeistern aber auch heute noch jüngere Generationen. Nach den kargen Jahren von Konzeptkunst und Minimalismus äußern sich die Neuen Wilden nun auf bunte und vor
allem auch sehr experimentelle Weise. Entdeckung und die Freude am Neuen stehen im Vordergrund. Ein Versuchslabor, das auch vor Kitsch und Pathos keinerlei Berührungsängste mitbringt. Mehr noch: Als sicheres Zeichen von Selbstreflektion, vielleicht auch als Augenzwinkern, wird der Finger dorthin gelegt, wo sich die massentauglich inszenierte Gesellschaft etwas zu ernst nimmt.

In der bildenden Kunst macht sich das „Anything Goes“ des anarchistisch denkenden Österreichers Paul Feyerabend durch stilistischen Reichtum bemerkbar. Der sogenannte Hunger nach Bildern, der diese Dekade einläutete und sich in den expressiven Gesten der Jungen Wilden auf großformatigen Leinwänden widerspiegelt, ist nur als Gegenbewegung zu den minimalistischen und konzeptuellen Strömungen der 1960er und 1970erJahre verständlich. „Die Kunst wuchert, zeugt Triebe und Filiationen, bildet Knotenpunkte und Verästelungen“, schreibt der Herausgeber des damals angesagten Kunstmagazins „Wolkenkratzer“ Wolfgang Max Faust. Nun steht Abstraktion neben greifbarer Figuration, Emotion neben rationaler Kühle. Die neuen Medien, das anbrechende digitale Zeitalter bringen eine neue Kunst der Chiffre, Fiktion und Kopie hervor.

David Salle: Room with blue statue, 1986. Albertina, Wien – The Essl Collection © Bildrecht, Wien, 2021

Francesco Clemente: Hermaphrodite, 1985. Albertina, Wien – The Jablonka Collection © Francesco Clemente

Isolde Joham: Electric Rider, 1981. Privatsammlung © Isolde Joham | Bild: Olga Pohankova

Bruce Nauman: Sex and Death by Murder and Suicide,1985. Emanuel Hoffmann-Stiftung, Depositum in der Öffentlichen Kunstsammlung Basel © Bruce Nauman/ Bildrecht, Wien, 2021. Bild: Bisig & Bayer, Basel

Die 1980erJahren, die von Jeff Koons und Jenny Holzer über JeanMichel Basquiat und Keith Haring bis zu Cindy Sherman und Richard Prince reichen, sind die Wiege der Kunst von heute. Fragen der Aneignung und der Autorschaft werden genauso diskutiert wie Kritik an der Konsumkultur. Das Oeuvre von österreichischen Kunstschaffenden wie Brigitte Kowanz und Erwin Wurm über Herbert Brandl und Maria Lassnig bis zu Franz West und Peter Kogler gliedert sich in der Ausstellung „The 80s.“ mühelos in den Kanon eines internationalen Staraufgebots ein. Vertreter sind unter anderem Jean Michel Basquiat, Jeff Koons, Keith Haring, Robert Longo, Cindy Sherman, Sherrie Levine und Jenny Holzer. Ihre Kunst bezeichnet einen wichtigen Wendepunkt in der jüngeren Kunstgeschichte.

Aber nicht nur die Hauptvertreter der amerikanischen Picture Generation und der Approbiation Art zeigt die Ausstellung über die 80erJahre, sondern auch die wichtigsten Exponenten der italienischen Transavantgarde wie Francesco Clemente und Sandro Chia, und auch dem bis heute einflussreichen deutschen Beitrag dieses Jahrzehnts, Martin Kippenberger und Albert Oehlen, sowie die wichtigsten österreichischen KünstlerInnen der 80erJahre, Brigitte Kowanz und Isolde Joham, daneben Brandl, Schmalix, Scheibl und Moosbacher. Als Hauptvertreter der Neuen Wilden, Rockenschaub und Peter Kogler als Vertreter des Neo Geo und der Installationskunst. Einzelfiguren wie Franz West, Erwin Wurm und Maria Lassnig werden eine herausragende Rolle spielen in diesem Überblick über das in seiner Bedeutung für die Gegenwartskunst gar nicht zu überschätzenden Jahrzehnt.

Virtuelle Eröffnung: www.youtube.com/watch?v=r8kPCopiNv8           www.albertina.at

10. 10. 2021

Jüdisches Museum Wien: Jedermanns Juden

Juli 13, 2021 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Von Publikumslieblingen und Deportierten

Jedermann und der Tod auf dem Domplatz: Alexander Moissi und Luis Rainer, 1929. Bild: © ASF Photo Ellinger

Das Jüdische Museum Wien zeigt ab 14. Juli eine Rückschau auf 100 Jahre Salzburger Festspiele und die jüdische Teilhabe am weltweit bedeutendsten Festival der klassischen Musik und darstellenden Kunst. Vor 100 Jahren setzte der Theaterproduzent und Visionär Max Reinhardt gemeinsam mit dem Schriftsteller Hugo von Hofmannsthal seine Vision für Salzburg um.

Sie erklärten die Stadt zur Bühne und Salzburg wurde zum Inbegriff für innovatives Theater auf Freiluftbühnen, Musik in absoluter Perfektion und Tanz als Ausdruck der Avantgarde. Jüdische Künstlerinnen und Künstler waren am Erfolg entscheidend beteiligt bis zur Machtübernahme des NSRegimes 1938.

Heute gilt es, sie wieder vor den Vorhang zu holen. Im Zentrum der Ausstellung stehen einige noch nie gezeigte Objekte aus dem Nachlass von Max Reinhardt sowie vielfältige Kunstwerke, die den Aufstieg der Festspiele bis heute, sowie die Lebenswege der verschiedenen handelnden Personen, ihre Karrieren und Fluchtwege nachzeichnet. Die erste Phase der Salzburger Festspiele von 1920 bis 1925 prägte Hofmannsthal mit seinen im

katholischen Erlösungsgedanken geschrieben Stücken „Jedermann“ und „Das Salzburger große Welttheater“. Letzteres inszenierte Reinhardt 1922 in der Kollegienkirche, was einen Skandal auslöste, da ihm Entweihung des Sakralraums vorgeworfen wurde. Während Karl Vollmoellers szenische Pantomime „Mirakel“ in Reinhardts Inszenierung in London und New York riesige Hallen bis zum letzten Platz füllte, fiel die Salzburger Adaptierung eher bescheiden aus.

Ihre Blütezeit erlebten die Festspiele von 1926 bis 1933: Um ein größeres Publikum anzulocken, inszenierte Max Reinhardt nun Komödien wie Goldonis „Diener zweier Herren“ und Shakespeares „Sommernachtstraum“, die spielerisch Musik und Tanz integrierten. Gleichzeitig fällt auf, dass zwar Schauspieler und Schauspielerinnen jüdischer Herkunft vertreten waren, doch nicht die wenigen Stars unter ihnen, die an anderen Orten aber sehr gerne mit Reinhardt zusammenarbeiteten.

Nach der Fertigstellung des Festspielhauses konnten weit opulentere Operninszenierungen realisiert werden. Im Architekten Oscar Strnad fand sich ein visionärer Bühnenbildner, in Bruno Walter ein Dirigent von Weltrang, der seine Karriere bei Gustav Mahler begonnen hatte. Dessen Schwager wiederum war Arnold Rosé, Konzertmeister der alljährlich in Salzburg aufspielenden Wiener Philharmoniker. Von der Wiener Staatsoper kamen nicht nur die Kostüme und die Kulissen, sondern auch die ProtagonistInnen. Die berühmten jüdischen Stimmen an der Oper waren weiblich: Rosette Anday, Claire Born, Elisabeth Schumann und andere gehörten zu den Stars ihrer Zeit.

Faust I, 1935: Max Reinhardt und das ewige Gretchen Paula Wessely (li.). Bild: © ASF Photo Ellinger

Genii locorum: Hugo von Hofmannsthal, Max Reinhardt und der schwedische Dirigent Einar Nilson. Bild: © ASF Photo Ellinger

Drei Jahre später im Nazi-Visier: Bruno Walter, Thomas Mann und Arturo Toscanini, 1935. Bild: © ASF Photo Ellinger

Der Künstlerclan in Salzburg: Hermann Thimig, Helene Thimig, Hugo Thimig und Max Reinhardt. Bild: © ASF Photo Ellinger

1928 gab die Leningrader Opernwerkstatt mit drei MozartOperninszenierungen ein von antikommunistischen Protesten begleitetes Gastspiel, Tilly Losch führte ihren Tanz der Hände auf, Hofmannsthal Tanzpantomime „Die grüne Flöte“ glänzte mit futuristischen Kostümen. Auf der BallettBühne beeindruckte die Choreographin Margarete Wallmann mit ihren Inszenierungen.

Die Plakate für 1938 mit den Stars Toscanini und Reinhardt waren schon gedruckt, doch nach dem Einmarsch deutscher Truppen entlud sich die lange aufgestaute Wut der lokalen Nazis in martialischen Aktionen: Die Synagoge und die wenigen jüdischen Geschäfte in Salzburg wurden verwüstet. Am 30. April 1938 fand am Salzburger Residenzplatz die einzige Bücherverbrennung in der Geschichte Österreichs statt.

Reichspropagandaminister Joseph Goebbels hatte jedoch das Problem, dass er nun eine Institution übernehmen und neugestalten wollte, die er jahrelang mit allen Mitteln bekämpft hatte. Katholische Programmpunkte wie der „Jedermann“ und die Kirchenmusik wurden abgesetzt, die jüdischen Protagonistinnen und Protagonisten waren längst verhaftet oder geflohen.

Hans Moser, Das Salzburger große Welttheater, 1925. Bild: © ASF Photo Ellinger

Nach Kriegsbeginn büßte die Inszenierung zusehends an Opulenz ein, zuletzt wurde fast nur noch vor Soldaten auf Heimaturlaub gespielt. Die amerikanische Besatzungsmacht hatte 1945 ihr Hauptquartier in Salzburg aufgeschlagen und erstrebte eine rasche Normalisierung des zivilen Lebens.

Einmal mehr boten die Festspiele eine internationale Kulisse. Um den künstlerischen Betrieb auf höchstem Niveau zu gewährleisten, wurden durch ihre Tätigkeit für das NS-Regime belastete Künstlerinnen undKünstler, wie Karl Böhm, Wilhelm Furtwängler, Attila Hörbiger, Herbert von Karajan, Clemens Krauss oder auch Paula Wessely nach einem kurzfristigen Auftrittsverbot wieder engagiert.

Zu den wenigen jüdischen Künstlerinnen und Künstlern gehörten der Schauspieler Ernst Deutsch, der in den folgenden 15 Jahre den Tod im „Jedermann“ spielte. Der Geiger Yehudi Menuhin kam zu zwei Gastspielen, um der vom NS-Regime verwüsteten Kulturlandschaft beizustehen. Der Opernregisseur Herbert Graf feierte einige gelungene Inszenierungen und war an den Entwürfen Clemens Holzmeisters für das Große Festspielhaus beteiligt …

www.jmw.at

13. 7. 2021