Albertina digital: Live-Führung durch die Ausstellung „My Generation. Die Sammlung Jablonka“

November 21, 2020 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Frankenstein aus Stofftieren und ein Buddha-Pissoir

Eric Fischl: The Krefeld Project: The Bedroom. Scene 1, 2002. Albertina, Wien – The Jablonka Collection © Eric Fischl / Bildrecht, Wien, 2020

Ab heute und vorerst bis 6. September lädt die Albertina an den Wochenenden zur einstündigen, interaktiven Live-Führung durch die Ausstellung „My Generation. Die Sammlung Jablonka“. Die Teilnahme via Zoom ist gratis, eine Anmeldung unter www.albertina.at/besuch/programm/online-fuehrungen erforderlich. Die Albertina-Kunstvermittler präsentieren die Highlights dieser Schau, erläutern Hintergründe und antworten auf die Fragen des Publikums. Der Zoom-Link wird nach erfolgreicher Anmeldung per Mail zugeschickt.

Individuell entdecken lässt sich die Ausstellung auf zwei Ebenen beim Virtuellen Rundgang über die Website. Die Sammlung Jablonka ist eine der profiliertesten Sammlungen zur amerikanischen und deutschen Kunst der 1980er-Jahre. Sie umfasst Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, mit denen Rafael Jablonka jahrelang gearbeitet, deren Werke er gezeigt und gesammelt hat. Dabei war es über Jahrzehnte sein Grundsatz, immer mehrere Werke aus verschiedenen Schaffensphasen zu erwerben. Erstmals in der Albertina gibt der 1952 geborene Kunsthändler, Galerist und Kurator Einblick in die Sammlung.

Nachdem Rafael Jablonka 2017 seine in Köln ansässige Galerie endgültig geschlossen hatte, erhielt die Albertina 2019 die bedeutende Kollektion. In Form von Künstlerräumen gibt die Schau einen repräsentativen Einblick in das jeweilige Œuvre, etwa 110 Werke sind auf zwei Ausstellungsebenen zu sehen: Gemälde, Skulpturen, Installationen, Videos und Arbeiten auf Papier lassen die gesamte mediale und thematische Vielfalt der Sammlung Jablonka erleben. Man muss nun nicht mehr nach Los Angeles oder New York pilgern, um Mike Kelleys Visionen und Installationen der geheimnisumwobenen Stadt Kandor oder seine erschütternden, zu Monstern verknoteten Bündel aus Plüsch- und Stofftieren sehen zu können.

Andreas Slominski: Ohne Titel (Fahrrad). Albertina, Wien – The Jablonka Collection © Andreas Slominski

Sherrie Levine: Fountain (Buddha), 1996. Albertina, Wien – The Jablonka Collection © Sherrie Levine

Mike Kelley: Frankenstein, 1989, Detail. Albertina, Wien – The Jablonka Collection © Mike Kelley / Bildrecht, Wien, 2020

Auch die Fallen-Objekte von Andreas Slominski zählen zum Spannendsten, das die Kunst unserer Zeit hervorgebracht hat. Eric Fischl konfrontiert uns mit seinen Gemälden mit den Ängsten und Zwängen, mit der dunklen Seite der menschlichen Existenz. Die von Sherrie Levine ironisch „Buddha“ genannte hochglanzpolierte Bronze nach Marcel Duchamps legendärer „Fontaine“/Pissoir ist eine Warnung vor der kommerziellen Verdinglichung ikonischer Kunstwerke … weiterlesen auf www.mottingers-meinung.at/?p=41671

www.albertina.at

21. 11. 2020

Albertina: My Generation. Die Sammlung Jablonka

September 28, 2020 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Frankenstein aus Stofftieren und ein Buddha-Pissoir

Eric Fischl: The Krefeld Project: The Bedroom. Scene 1, 2002. Albertina, Wien – The Jablonka Collection © Eric Fischl / Bildrecht, Wien, 2020

Die Sammlung Jablonka ist eine der profiliertesten Sammlungen zur amerikanischen und deutschen Kunst der 1980er-Jahre. Sie umfasst Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, mit denen Rafael Jablonka jahrelang gearbeitet, deren Werke er gezeigt und gesammelt hat. Dabei war es über Jahrzehnte sein Grundsatz, immer mehrere Werke aus verschiedenen Schaffensphasen zu erwerben. Erstmals in der Albertina gibt der 1952 geborene Kunsthändler, Galerist und Kurator Einblick in die Sammlung.

Ab 2. Oktober und mit dem Fokus auf seine eigene Generation. Nachdem Rafael Jablonka 2017 seine in Köln ansässige Galerie endgültig geschlossen hatte, erhielt die Albertina 2019 die bedeutende Kollektion. In Form von Künstlerräumen gibt die Schau einen repräsentativen Einblick in das jeweilige Œuvre, etwa 110 Werke sind auf zwei Ausstellungsebenen zu sehen: Gemälde, Skulpturen, Installationen, Videos und Arbeiten auf Papier lassen die gesamte mediale und thematische Vielfalt der Sammlung Jablonka erleben. Man muss nun nicht mehr nach Los Angeles oder New York pilgern, um Mike Kelleys Visionen und Installationen der geheimnisumwobenen Stadt Kandor oder seine erschütternden, zu Monstern verknoteten Bündel aus Plüsch- und Stofftieren sehen zu können.

Andreas Slominski: Ohne Titel (Fahrrad). Albertina, Wien – The Jablonka Collection © Andreas Slominski

Sherrie Levine: Fountain (Buddha), 1996. Albertina, Wien – The Jablonka Collection © Sherrie Levine

Mike Kelley: Frankenstein, 1989, Detail. Albertina, Wien – The Jablonka Collection © Mike Kelley / Bildrecht, Wien, 2020

Auch die Fallen-Objekte von Andreas Slominski zählen zum Spannendsten, das die Kunst unserer Zeit hervorgebracht hat. Eric Fischl konfrontiert uns mit seinen Gemälden mit den Ängsten und Zwängen, mit der dunklen Seite der menschlichen Existenz. Die von Sherrie Levine ironisch „Buddha“ genannte hochglanzpolierte Bronze nach Marcel Duchamps legendärer „Fontaine“/Pissoir ist eine Warnung vor der kommerziellen Verdinglichung ikonischer Kunstwerke.

Vertretene Künstlerinnen und Künstler sind: Miquel Barceló, Ross Bleckner, Francesco Clemente, Richard Deacon, Eric Fischl, Damien Hirst, Roni Horn, Mike Kelley, Sherrie Levine, Cady Noland, Thomas Schütte, Andreas Slominski, Philip Taaffe und Terry Winters.

www.albertina.at

28. 9. 2020