ImPulsTanz 2022: Highlights & Public Moves & Soçial

Juli 1, 2022 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Jeder kann tanzen. In ganz Wien. Kostenlos

Tanztheater Wuppertal Pina Bausch (DE). Vollmond. Stück von Pina Bausch. Bild: © Oliver Look

Am 7. Juli startet das ImPulsTanz Vienna International Dance Festival 2022 mit einem einzigartig schönen Klassiker als Eröffnungsstück Vollmond. Ein Stück von Pina Bausch“ und zeigt bis 7. August mit 54 Produktionen in den Wiener
Theatern und Museen einen umfassenden Querschnitt, was zeitgenössischer Tanz und Performance waren, sind und
wohin sie sich entwickeln könnten. Dank der großen Nachfrage gibt es bereits

sechs Zusatzvorstellungen und seit Buchungsstart der Workshops sind weitere 16 Kurse im Programm zu finden. Darüber hinaus werden erneut die GratisSchnupperklassen Public Moves angeboten. Den Startschuss gibt von 7. bis 10. Juli jeweils um 21 Uhr im Burgtheater das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch mitVollmond. Ein Stück von Pina Bausch“, in dem 12 Agierenden bei Regen dem Rausch der Liebe frönen, ihren Sehnsüchten hinterherhetzen und bis zur Erschöpfung tanzen.

Den Einstand im Kasino am Schwarzenbergplatz einem von etwa 20 Spielorten des Festivals gibtME MNU AMI“, eine Zusammenarbeit der beiden WienerTanzszeneGrößen Willi Dorner und Mani Obeya, als erste von insgesamt 21 österreichischen Produktionen am 8. und 10. Juli um 21 Uhr. Am 9. Juli um 18.30 Uhrer öffnet  im Volkstheater die Life Long Burning Choreographic Convention VIIIn Other Words: A Future„. Danach ist ebendortTemple du présent Solo pour octopus“ ein Film von Stefan Kaegi/Rimini Protokoll in Zusammenarbeit mit Judith Zagury und Nathalie Küttel (ShanjuLab), mit Gespräch im Anschluss, zu sehen. Noch bis 18. Juli findet die Convention statt und lädt unter andere am 10. Juli ab 11 Uhr zu drei PanelDiskussionen auf die MQ Libelle ein. Mitdiskutieren werden Anne Juren, Lisa Hinterreithner, Claudia Bosse und Perel sowie Autor und Klimaaktivist Florian Schlederer und als Teil des designierten Leitungsteams des Schauspielhaus Wien Tobias Herzberg.

Im mumok Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien lässt Geumhyung Jeong inSpa & Beauty“ am 11. Juli um 17 und 21 Uhr und am 12. Juli um 18 Uhr eine bizarre Wellnessoase entstehen, deren Objekte mit den Körpern der Zuschauenden in Berührung kommen und zum Denken über Vorstellungen von Schönheit, Intimität und Konsum anregen. Die zugehörigen Installationen werden am 11. Juli um 18 Uhr bei freiem Eintritt ebendort eröffnet und sind noch am 12. Juli von 10 bis 16 Uhr zu sehen.

Sara Lanner (AT): MINING MINDS [8:tension] Young Choreographers’ Series. Bild: © Christine Miess

Florentina Holzinger (NL/AT). TANZ. Eine sylphidische Träumerei in Stunts. Bild: © Nada Žgank / City of Women

Simon Mayer / Kopf Hoch (AT): SunBengSitting ImPulsTanz Classic. Bild: © Florian Rainer

Die [8:tension] Young Choreographers’ Series beginnt am 12. und 14. Juli um 19 Uhr im Kasino am Schwarzenbergplatz mitMINING MINDS“ von Sara Lanner, in dem sie sich gemeinsam mit Costas Kekis zwischen Bergbau und DataMining bewegt. Es folgen weitere 9 Stücke einer nächsten Generation von Choreografinnen und Choreografen. Unter ihnen wird am 7. August um 16 Uhr bei freiem Eintritt (Zählkarte erforderlich) auf der MQ Libelle der mit 5.000 Euro und einer Artistic Residency dotierte ImPulsTanz Young Choreographers’ Award verliehen.

Weitere Programmhöhepunkte

Highlights der ersten Festivaltage sind zwei Produktionen von und mit dem Namen De Keersmaeker. Einmalig am 10. Juli um 19 Uhr kommt im Akademietheater die Schauspielerin und Tänzerin Jolente De Keersmaeker der Einladung Jérôme Bels, Stücke aus der Geschichte des modernen Tanzes wieder aufzuführen, nach. Jolentes Schwester Anne Teresa De Keersmaeker widmet sich am 12., 14. und 15. Juli um 21 Uhr mit der virtuosen Geigerin Amandine Beyer und ihrem Ensemble Gli Incogniti sowohl tänzerisch als auch musikalisch dem Symbol der Rose zu Heinrich Ignaz Franz Bibers barocken Rosenkranzsonaten. Sechs Tänzerinnen der Cie. Mathilde Monnier versetzen sich am 13. und 15. Juli um 21 Uhr inRECORDS“ im Akademietheater in die im Lockdown vorherrschenden Körperzustände zurück. Und mit dem ersten von insgesamt drei ImPulsTanz Classics zeigt Simon Mayer am 11. Juli um 20 Uhr ebendort sein bei [8:tension] 2015 präsentiertes StückSunBengSitting“.

Zudem gibt es am 14. Juli ab 18 Uhr zwei Musikvideoprogramme im Österreichischen Filmmuseum zu entdecken: Ersteres legt den Fokus auf unterschiedlichste Tanz und Bewegungswelten, zweiteres würdigt internationale MusikvideoHighlights des vergangenen Jahres. Einen ersten Vorgeschmack auf die 233 Workshops geben die „impressions’22″ am 10. Juli um 16 Uhr bei freiem Eintritt im Wiener Arsenal. Eine Sneak Peek in das Programm ermöglichen auch die täglichen SchnupperTanzklassen Public Moves powered by AK Wien ab 5. Juli an 5 Standorten. In den ersten Tagen mit dabei sind Marco de Ana, Fabiana Pastorini, Irene Coticchio, Karin Pauer, Kira Kirsch, Jermaine Browne, Karin Cheng & Ina Holub oder Futurelove Siba.

Wim Vandekeybus / Ultima Vez (BE): Hands do not touch your precious Me. Bild: © Danny Willems

LIBR’ARTS / Nadia Beugré (FR/CI): L’Homme rare. Bild: © Ruben Pioline

Jan Lauwers / Needcompany (BE): All the good. Bild: © Maarten Vanden Abeele

Dada Masilo / The Dance Factory (ZA): THE SACRIFICE ImPulsTanz Classic. Bild: © John Hogg

Grace Tjang (Grace Ellen Barkey) / Needcompany (BE/ID): MALAM / NIGHT. Bild: © Emma van der Put

Akram Khan Company (UK): Jungle Book reimagined. Bild: © Ambra Vernuccio

Täglich ab 22 Uhr bietet die Festival Lounge im Burgtheater Vestibül den perfekten Abschluss für heiße Sommertage. Diese wird am 7. Juli bei freiem Eintritt von der QueerpopQueen und Shootingstar W1ZE eröffnet, an den Turntables sind FM4Moderatorin und DJ Dalia Ahmed und das flashige Linzer Duo Caorli.

Public Moves & Soçial Tanzen abseits der Bühnen und Studios

Abseits davon lädt das Festival zum Tanzen unter freiem Himmel bei Public Moves powered by AK Wien und auf die Tanzflächen von ImPulsTanz Soçial. Ersteres bietet noch vor dem Festivalstart von 5. Juli bis 5. August an 5 Standorten insgesamt 128 kostenlose Tanzund Bewegungsklassen von 94 österreichischen und internationalen Dozentinnen und Dozenten an. Dabei gilt: Jedes Alter und Level sind willkommen! Abends lockt von 7. Juli bis 7. August die ImPulsTanz Festival Lounge mit ihrem täglich wechselnden Musikprogramm aus LiveKonzerten und DJSets ins Burgtheater Vestibül. Außer am 15. Juli und 5. August, denn da trifft sich das tanzlustige Publikum bei den ImPulsTanz Partys im Kasino am Schwarzenbergplatz.

Public Moves powered by AK Wien ermöglicht an fünf Orten, vier davon in ien Donaustadt beim Badeteich Hirschstetten, im Goethehof in Kaisermühlen, bei der MariavonZeitoun Koptischen Kirche, auf der Papstwiese im Donaupark und erstmalig vor dem MuseumsQuartier in Unbekanntes reinzuschnuppern und die Dozentinnen und Dozenten noch vor ihren Workshops kennenzulernen. Es besteht gleich mehrfach die Chance, Techniken und Stile der PerformanceStars des diesjährigen Festivals zu entdecken. Ultima Vez feiert ihr 35jähriges Bestehen nicht nur mit zwei Performances (inklusive Weltpremiere) und der danceWEBMentorenschaft von CompagnieGründer Wim Vandekeybus zusammen mit Nicola Schößler, sondern auch im Freien:

Damien Jalet (BE): Mist. Film. Bild: © Rahi Rezvani, Nederlands Dans Theater

Geumhyung Jeong (KR): Rehab Training mit lebensgroßer Puppe. Bild: © Mingu Jeong

Stefan Kaegi/Rimini Protokoll (CH/D):  Temple du présent – Solo pour octopus: Film. Bild: © Philippe Weissbrodt

Jerahuni Movement Factory (DE/ZW): Kamwe Kamwe / One by One. Bild: © SoKo

Laura Arís, ehemalige Tänzerin der Compagnie, macht sich auf die Suche nach dem Austausch von künstlerischen Interessen und German Jauregui lehrt Auszüge des UltimaVezVokabulars. Ebenfalls unter den Unterrichtenden sind zwei ehemalige Mitglieder des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch: Breanna O’Mara und Kenji Takagi widmen sich der Improvisation als Party und Ursprung der Bewegung. Alexander Gottfarb konzentriert sich auf die Atmung, während Benoît Lachambre und Tanz*HotelGründer Bert Gstettner Einblicke in ihre individuellen somatischen Praxen und Prinzipien geben. Für alle LiquidLoftFans, die nicht nur Zusehen, sondern auch Mitmachen wollen: Die CompagnieMitglieder Katharina Meves, Dante Murillo, Anna Maria Nowak und Karin Pauer bieten Klassen in zeitgenössischem Tanz an.

Mit Ina Holub & Karin Cheng, PLENVM Ninja & DaDa Milan (DaDa Jv) sowie Archie Burnett werden das Grundvokabular, die verschiedenen Stile und Elemente des Voguing erkundet. Ebenfalls VoguingExperte William Briscoe führt die Teilnehmenden durch eine Reihe von rhythmischen und perkussiven Klängen, die den Körper und die Stimme als Instrumente nutzen. Bei Verena Brückner wird die eigene Stimme nicht nur erforscht, sondern auch mit ihr gespielt. Stimmtraining gibt es weiters auch von cowbirds-Mitgliedern Irene Coticchio durch Improvisation und Clélia Colonna zur Popmusik. Die Grand Dame des afrikanischen Tanzes Elsa Wolliaston erforscht die Musikalität des Körpers durch traditionell afrikanische und zeitgenössische Stile. Salim Gauwloos nimmt die Tänzerinnen und Tänzer mit auf eine Reise der „getanzten Meditation“. Claudia Hitzenberger widmet sich mit Hilfe von Yoga und Spiraldynamik der Atmung und der (inneren) Mitte.

Und bei Frank Willens, auch Podiumsgast der Choreographic Convention  „What’s Done / Undone“ am 10. Juli, befreit man sich von Tanzdämonen. Tanzen lernen wie die Popstars kann man mit Jazz, HipHop und Funk bei Jermaine Browne, der schon mit Britney Spears, Christina Aguilera und Jennifer Lopez zusammengearbeitet hat. Daybee Dorzile, die bereits mit Craig David oder Mariah Carey tanzte, bringt karibische Einflüsse in die HipHopWelt ein. Nina Kripas aus Los Angeles hingegen mixt HipHop mit unter anderemFunk Styles, House und weiteren Club und StreetDanceStilen. Und der ShaketheBreakDozent Attila Zanin vermittelt die Grundlagen von Locking, Popping, Breaking und Electric Boogaloo nicht nur exklusiv an Kinder (mit oder ohne Behinderung), sondern nun an alle. Apropos inklusiv: Bei Romy Kolb und Cornelia Scheuer geht es um barrierefreies Springen.

Christl: Object Of Desire. Bild: © Marlene Brandstötter

Christl: Object Of Desire. Bild: © Marlene Brandstötter

Abends trifft in der ImPulsTanz Festival Lounge im Burgtheater Vestibül Publikum auf Künstlerinnen, (Hobby)TänzerIinnen auf DozentInnen, Fachsimpeln auf ekstatischen Tanz und gemütliches Zusammensein. An den FM4 Fridays schickt der Radiosender seine Hosts und DJs aus dem Studio in die Festival Lounge. Die SchieneLive’n’Local“ legt den Fokus auf LiveKonzerte österreichischer Musikerinnen, Musiker und Bands. Spezieller Tipp von www.mottingers-meinung.at: Am 20. Juli tritt bei „Live’n’Local“ die gebürtige Oberösterreicherin Christl auf. Christl drückt sich nicht nur im Songwriting und in der Musik selbst aus, ihr Sinn für Ästhetik spiegelt sich in ihrem gesamten Schaffen wider: seien es audiovisuelle, bildnerische Werke oder Mode – Christl verbindet all dies zu einem vollkommenen Ganzen. Dabei scheut sie sich nicht, ihr Umfeld und sich selbst in ihrem Schaffen mit ihrer kritischen und ausdrucksstarken Stimme zu beleuchten.

Mit ihrem Debut „GameOver“, das sie mithilfe eines Crowdfundings eigenständig verwirklichte, setzte die Multikünstlerin nicht nur ein klares Statement für mehr Selbstbestimmung, auch ihr ganzheitlich-visueller Zugang zur Kunst wird bereits mit dieser ersten Veröffentlichung deutlich. Diesem Ideal folgend zeigt auch das am 2020 veröffentlichte audiovisuelle Kunstprojekt „Romance is dead“ ihre starke künstlerische Weiterentwicklung: In ihrer Vision steht die Musik nicht für sich, sondern ist vielmehr untrennbar mit dem Visuellen verbunden. Beim Release von „Object Of Desire„am 14. Mai hat Christl mit einer aktivistischen Kunstaktion gegen sexuelle Belästigung nicht nur auf den Straßen Wiens, sondern auch in den Medien für Aufregung gesorgt. Christls neue Single „PURPLE“ erscheint am 16. Juli und bringt mit Feature-Gast Mile/Sharktank, der den sanften RnB-Pop-Track um einen nachdenklichen Rap-Verse bereichert, musikalisch neue Facetten ins Spiel. Video: www.youtube.com/watch?v=Eq1ltIP6Dfk

Neben FestivalLoungeEröffnungsact W1ZE am 7. Juli stehen hier Enesi M., Christl, Worst Messiah, Toby Whyle und The P’s auf der Bühne. BeiHosted by Affine Records“ drehen unter anderem Zanshin oder Kenji Araki an den Turntables, während bei ImPulsTanz on Decks alle am Festival Beteiligten ihre Lieblingstracks spielen. Und am 15. Juli und 5. August blickt das SoçialProgramm bei den ImPulsTanz Partys im Kasino am Schwarzenbergplatz mit internationalen Acts über den musikalischen Tellerrand hinaus. Mit dabei sind Mina & Bryte mit ClubMusik zwischen Ghana und UK und Sicaria Sound mit Dubstep und HipHop.
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Public Moves: Katrin Blantar. Bild: © Karolina Miernik

Public Moves: Futurelove Sibanda. Bild: © yako.one

Public Moves 2020: Karine LaBel. Bild: © yako.one

Public Moves: Vera Rosner & Frans Poelstra. Bild: © yako.one

Infos zu Festival, Workshops, Public-Moves-Klassen und die Festival Lounge

Tickets sind auf www.impulstanz.com telefonisch unter +43.1.523 55 5839 sowie an der Tageskasse erhältlich. Workshops können online auf www.impulstanz.com/workshops und im Workshop Office gebucht werden. Die Anmeldung zu den Public-Moves-Klassen ist jeweils einen Tag vor Klassenbeginn ab 10 Uhr morgens über www.impulstanz.com oder telefonisch unter +43.1.523 55 58 möglich. Die Festival Lounge ist von Sonntag bis Donnerstag gratis, Freitag und Samstag sind 8 Euro Eintritt zu bezahlen, Tickets sind nur vor Ort erhältlich. Festivalgäste genießen freien Eintritt. Tickets für die beiden ImPulsTanz Partys sind ab sofort zu 12 Euro auf www.impulstanz.com, telefonisch unter +43.1.523 55 58-39 oder an der Tageskasse erhältlich.

www.impulstanz.com           Trailer: www.youtube.com/watch?v=JlmGmIMtQP4           www.youtube.com/watch?v=1XEYb5F7a2U         www.youtube.com/watch?v=jKaN3HpXy10

1. 7. 2022

ImPulsTanz 2021: Die Highlights der ersten Festivaltage

Juli 15, 2021 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Tanz, Performance und eine Hommage an Ismael Ivo

Dieter Blum: Erinnerungen an Ismael Ivo. Bild: © Dieter Blum

Ab heute versammeln sich wieder Tausende Tanzlustige aus aller Welt in Wien, um die großen Choreografinnen und Choreografen dieser Zeit auf den Bühnen zu sehen, mit ihnen in den Studios des Wiener Arsenal zu tanzen, Newcomerinnen und Newcomer zu entdecken, neue Formate zu erleben sowie Konzerten in der Festival Lounge zu lauschen. Bis 15. August heißt es: tanzen und tanzen lassen.

Um 20 Uhr eröffnet Alexandra Bachzetsis im Odeon das PerformanceProgramm. Dabei bringt sie scheinbar Gegensätzliches zusammen Rembetiko und Wrestling, Liebe und Krieg und lässt Popkultur und Mode mit Performance und Tanz verschmelzen. Ihr „Private Song“ ist ein weiteres Mal am 17. Juli zu sehen.

Am Eröffnungstag, ab 19 Uhr, findet ebenfalls im Odeon die Vernissage von Dieter Blums Erinnerungen an Ismael Ivo statt. Diese ist im Weiteren an allen Spieltagen im Odeon von 16.30 bis 18.30 Uhr bei freiem Eintritt zu besuchen. Den ersten Festivaltag beschließt ein Konzert von Soulund R’n’BÜberflieger Lou Asril, der zuletzt mit Conchita Wurst „Lovemachine“ veröffentlichte, in der ImPulsTanz Festival Lounge im Kursalon im Stadtpark.

Ins Wochenende und in die [8:tension] Young Choreographers’ Series startet Sophia Rodríguez am Freitag, dem 16. Juli im Schauspielhaus mit ihrer im wahrsten Sinne des Wortes haarsträubenden Performance „Ostentation Project“. Im Anschluss daran holt Trajal Harrell im Akademietheater Tennessee Williams’ Maggie auf den Catwalk. Beide Stücke werden am 18. Juli ein zweites Mal gezeigt.

Der Samstag, der 17. Juli steht ganz im Zeichen von zwei Weltpremieren. Uraufgeführt werden Ian Kalers „POINTS OF DEPARTURE Hyphen“ mit einem Falken auf dem Arm, einer ComingofAgeStory und jede Menge Tanzim WUK (zweite Vorstellung am 19. Juli) und Meg Stuarts „CASCADE“ im Volkstheater ein freier Fall in die sich auflösende Zeit mit einem Bühnenbild von Philippe Quesne zur Musik von Brendan Dougherty (erneut ebenfalls am 19. Juli).Ein Happy End beschert anschließend in der ImPulsTanz Festival Lounge die PornPopBand Maraskino mit Frontsänger Julian Hruza von Julian & der Fux.

Mit den „impressions’21″ starten am Sonntag, dem 18. Juli vier Wochen buntes WorkshopTreiben im Arsenal (mehr dazu: www.mottingers-meinung.at/?p=462339). In der Opening Lecture zeigen ausgewählte Dozentinnen und Dozenten, was in den kommenden 190 Kursen auf die Tänzerinnen und Tänzer zukommt, sowohl verbal als auch tänzerisch nd bei freiem Eintritt. Im Anschluss darf man sich auf die einmalige Vorführung von Trajal Harrells Film „Friend of a Friend“ im mumok kino freuen.

Trajal Harrell: Maggie The Cat. Bild: © Tristram Kenton

Meg Stuart / Damaged Goods. Bild: © Martin Argyroglo

Alexandra Bachzetsis: Private Song. Bild: © Mathias Voelzke

Sophia Rodríguez:. Bild: © Leontien Allemeersch

Aber das ist noch nicht alles: Trajal Harrell wird am Montag, dem 19. Juli gleich zwei Mal sein berührendes Solo „Dancer of the Year“ im Odeon präsentieren, dessen Ausgangspunkt seine Auszeichnung zum Tänzer des Jahres 2018 war. Dazwischen und erneut am 21. Juli ist die zweite der insgesamt neun Produktionen der [8:tension] Young Choreographers’ Series zu sehen: Mit „Everything I don’t know, I’ve stolen“ präsentiert Petar Sarjanović im Kasino am Schwarzenbergplatz eine spielerische Entdeckungsreise durch sein persönliches Kunstarchiv.

Am Dienstag, dem 20. Juli und am Donnerstag, dem 22. Juli ist Choreograf Guilherme Botelho mit dem ersten von zwei Stücken im Akademietheater zu Gast. In „Sideways Rain“ tanzt seine 15köpfige Compagnie Alia sein eindrucksvolles Gleichnis zum Verlauf des Lebens. Thematisch schließt er ebendort am Mittwoch, dem 21. Juli mit der Gruppenchoreografie „Normal.“ an, in dersieben Tänzerinnen und Tänzer ein fulminantes Spiel mit der Schwerkraft treiben. Darüber hinaus hält der 21. Juli drei weitere österreichische Erstaufführungen bereit, mit musikalischer Note: vom französischen Impressionismus bis zum Berliner Rave.

Die Choreografin Lisbeth Gruwez und die Pianistin Claire Chevallier haben sich zusammengetan, um Claude Debussys Klavierwerke in Tanz zu übersetzen und präsentieren dies im MuTh (zweiteVorstellung am 23. Juli). Im Odeon bringt BerghainDJ Fiedel den passenden Sound zu Frédéric Gies’ Choreografie, die er für die schwedische, generationenübergreifende Weld Company entwickelte. „Tribute“ ist weiters am 22. Juli in einer Zusatzvorstellung sowie ein letztes Mal am 23. Juli zu sehen. Und im ersten Teil seiner UGLYTrilogie performt Raja Feather Kelly im Schauspielhaus quer über alle Facetten der Popmusik, von The Beatles über Missy Elliott und Beyoncé bis hin zu RuPaul. Sein „(Black Queer Zoo)“ ist erneut am 23. Juli zu besuchen.

www.impulstanz.com          Trailer: www.youtube.com/watch?v=R75Lo0Ejszk

15. 7. 2021

ImPulsTanz: Buchungsstart für die Workshops

April 16, 2021 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Programm für alle Bodies, Bollywood & Party

Archie Burnett: Voguing – More than Posing. Bild: © Karolina Miernik

Nach einem bewegten Festivaljahr 2020, das hauptsächlich im Freien stattfinden konnte, kehrt ImPulsTanz 2021 von 15. Juli bis 15. August zurück ins Workshop-Zentrum Arsenal. Dort können Tanzbegeisterte in den großzügigen, luftigen Studios ihre Fähigkeiten weiterentwickeln und ganz neue Stile entdecken: in 179 Workshops und Research

Projects – von Afro-Haitian Dance über eine Waxing Gibbous Moon Embodiment Party und Folktrance bis hin zu Vogue To Everything – in 17 Departments von 106 internationalen und österreichischen DozentInnen. Davon eignen sich etwa 90 Klassen für AnfängerInnen, Menschen über 60 sowie für Kinder und Jugendliche. Etwa 90 weitere Kurse, darunter neun Research Projects, adressieren erfahrene und professionelle TänzerInnen sowie ChoreografInnen.

Nach einem Jahr der physischen Distanz beschäftigen sich eine Vielzahl der Kurse heuer auf vielfältige Weise damit, wie man auch auf Abstand gemeinsam tanzen kann: Mårten Spångberg untersucht in „Dancing Together – Ecologies of Dance“ was passiert, wenn sich die Prämisse des „Zusammenseins“ verändert. Thomas Hauert spielt in „Bodies in motion connecting at a distance“ mit Konzepten von freiem Willen und gleichzeitiger Verantwortung. Jennifer Laceys Research Project „Making things in the face of overload“ nimmt für eine Woche den Druck, in der Pandemie auch noch produktiv sein zu müssen. Allein und dennoch gemeinsam neue Kraft zu tanken, daran arbeiten außerdem Moriah Evans, Defne Erdur und Maria F. Scaroni in ihren Improvisationsklassen.

Comfort Fedoke: HipHop. Bild: © Emilia Milewska

Kristina & Sadé Alleyne: Afro-Fusion. Bild: © Karolina Miernik

Kerstin Kussmaul: The Psoas Connection – Experiential Anatomy. Bild: © Karolina Miernik

Erstmals bei ImPulsTanz lädt Shinichi Iova-Koga zum japanischen „Tanz der Finsternis“, bringt Idio Chichava Tanz aus Mosambik mit und lehrt Anna Gaberscik gemeinsam mit Karin Cheng Voguing. Aber auch altbekannte prominente Publikumslieblinge lassen sich im Programm finden: „Dance-India-Dance“-Juror Terence Lewis bringt Bollywood nach Wien, Madonna-Tänzer Salim Gauwloos lässt Modern Dance und Jazz verschmelzen, Missy-Elliott-Choreografin Comfort Fedoke zeigt HipHop-Moves und Joe Alegado stärkt Koordination, Rhythmus und die Beziehung zur Erde.

Im vergangenen Jahr mussten Kinder und Jugendliche viel zu oft stillsitzen! Deshalb laden der Dschungel Wien und ImPulsTanz wieder Kinder und Jugendliche zwischen 3,5 und 18 Jahren zu zwölf Shake-the-Break-Workshops ein. Daybee Dorzile, Markus Eggensperger, Ákos Hargitay, Romy Kolb und Attila Zanin führen in die Welt des HipHop und Social Dance, Futurelove Sibanda bringt Musik aus seiner Heimat Simbabwe mit, Suni Löschner, Johanna Figl und Martina Rösler lassen die Tiere los und Laura Steinhöfel, Elda Gallo, Sanja Tropp Frühwald und das Künstlerinnenkollektiv KLAUS beschäftigen sich spielerisch mit spannenden Themen wie der Liebe, Prinz(essinn)en und dem Zusammenleben von Mensch, Tier und Natur.

D. Jalet & A. Arapoglou: Skid Technique. Bild: © Emilia Milewska

Natalia Catanea: Aerial Silk Dance. Bild: © Emilia Milewska

Terence Lewis: Bollywood Dance. Bild: © Karolina Miernik

Vera Rosner: DanceAbility. Bild: © Karoline Miernik

Für Menschen ab 60 gibt es ebenfalls ein eigenes Department: Golden-Age-Workshops werden dieses Jahr von Susanne Bentley, Defne Erdur, Fabiana Pastorini und Nicole Berndt-Caccivio unterrichtet. Letztere ruft in „OK! Let’s dance!“ dazu auf, einmal kurz das eigene Alter zu vergessen, sich von der Gruppe mitreißen zu lassen und Momente der Stille zu genießen.

Der Großteil der ImPulsTanz Workshops steht auch Menschen mit Behinderung offen. Das All-Abilities-Department widmet sich jedoch speziell diesem Thema: In Vera Rosners „DanceAbility“ trifft Intuition auf Improvisation. Attila Zanin zeigt Kindern mit und ohne Behinderung ab elf Jahren Moves aus dem HipHop-Tanz. Für beide Workshops gilt „zahle, was es dir wert ist“! Außerdem beschäftigen sich Tanja Erhart und Katharina Senk in ihrem Field Project mit Ableismus im Tanz. Und Alito Alessi lehrt in seiner „DanceAbility Teacher Certification“ das Unterrichten von inklusiven Tanz- und Bewegungsgruppen.

Steven Cohen: Body Scenography. Bild: © Karolina Miernik

Kristina & Sadé Alleyne: Dynamics, Rhythm and Texture. Bild: © Kooné pics

Germaine Jauregui: Tools for Partnering. Bild: © Judith Lutz

Zurück sind auch die beliebten gratis Outdoor-Schnupperklassen Public Moves, powered by AK Wien. Von 7. Juli bis 15. August vermitteln DozentInnen im Arkadenhof des Wiener Rathauses, auf der Kaiserwiese im Wiener Prater sowie auf der SPORTinsel auf der Donauinsel ihr Können und Wissen für jedes Alter und Level.

Alle Workshops und Research Projects können ab sofort auf www.impulstanz.com und ab 4. Mai im Workshop Office gebucht werden. Trailer: www.youtube.com/watch?v=Ky36FtREaU0

16. 4. 2021

ImPulsTanz: Das Programm 2017

Juni 26, 2017 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Jan Fabre ist ein Schwerpunkt gewidmet

Dada Masilo / The Dance Factory: Giselle. Bild: © John Hogg

54 Compagnien bespielen von 13. Juli bis 13. August in 63 Produktionen, davon 12 Uraufführungen, die großen Bühnen der Stadt, neue Orte wie die Außenhaut der Secession, ganze Museen, aber auch so prickelnde Schauplätze wie die Burgtheater Probebühne und weitere 30 Studios über ganz Wien verteilt.

So eröffnet etwa Jan Fabre, dem dieses Jahr ein besonderer Schwerpunkt im Festival gewidmet ist, mit seiner einmaligen Soloperformance „I am A Mistake“ am 13. Juli im Leopold Museum das Festival. Ebendort wo seit 6. Juni die Sonderausstellung „Stigmata – Actions & Performances 1976–2016“ kuratiert von Germano Celant zu Fabres 40 Jahren Performanceschaffen zu sehen sein wird. Ab 18. Juli bringt der belgische Allround-Künstler die Uraufführung von „Belgian Rules / Belgium Rules“ auf die Bühne des Volkstheaters.

Insgesamt 31 österreichische Erstaufführungen, unter anderem von Michael Laub, Cecilia Bengolea & François Chaignaud, Raimund Hoghe, Marlene Monteiro Freitas mit Andreas Merk, Salva Sanchis & Anne Teresa De Keersmaeker, Christian Rizzo, Germaine Acogny und Wim Vandekeybus sind im Rahmen von ImPulsTanz 2017 zu sehen. Ebenfalls erstmals in Österreich zeigt der südafrikanische Ballett-Shootingstar Dada Masilo ihre neueste Produktion „Giselle“ im Volkstheater, wohin sie auch mit ihrem gefeierten „Swan Lake“ als [ImPulsTanz Classic] zurückkehrt. Weitere Classics stehen von Mathilde Monnier & La Ribot, Simon Mayer oder etwa Amanda Piña & Daniel Zimmermann auf dem Programm.

Die Kooperationen mit dem Leopold Museum und dem mumok finden dieses Jahr ihre Fortsetzung. Im Leopold Museum begegnet das Performance-Lebenswerk von Jan Fabre den Wiener Künstlern Akemi Takeya und Oleg Soulimenko, oder Gaëtan Rusquet, Elina Maligina, Marie-Caroline Hominal, Mårten Spångberg und François Chaignaud. Im mumok dialogisieren unter dem Titel „Private? What Private?!“ Christine Gaigg, Lisa Hinterreithner, Philipp Gehmacher, Maria F. Scaroni und Peter Pleyer mit den laufenden Ausstellungen – darunter Jakob Lena Knebls opulente Schau „Oh!“ und die Personale von Martin Beck.

In der Hofstallung wird Ivo Dimchev sechs Tage lang singen, malen und dichten und dabei den Begriff Live Art auf eine neue Stufe heben. Im mumok kino sind Filme von Matthew Barney, Erna Ómarsdóttir und Valdimar Jóhannsson mit der Icelandic Dance Company, oder der Tanzfilmklassiker „Rosas danst Rosas“ von Thierry De Mey zu sehen. Und fast wie nebenbei wird Doris Uhlich die Außenhaut der Wiener Secession zum Schwingen bringen und Liz King bespielt die Akademie der bildenden Künste.

Jan Fabre / Troubleyn: Belgian Rules / Belgium Rules. Bild: © Maarten Vanden Abeele

François Chaignaud: Думи мої / Dumy Moyi. Bild: © Odile Bernard Schröder

Das EU-Projekt „The Humane Body – ways of seeing dance“, das bei ImPulsTanz 2016 lanciert wurde und dieses Jahr seinen Höhepunkt findet, schafft Bewusstsein für Blinde und Sehbehinderte als Publikum für zeitgenössischen Tanz und Performance. So etwa werden Stücke von Anne Juren, Volmir Cordeiro, Vera Tussing und Simon Mayer nicht nur durch Audiodeskreptionen und einführende Touch Tours zugänglich gemacht, sondern Blinde und Sehbehinderte von Beginn an im Kreationsprozess mitgedacht. Die Vorstellungen sind sowohl für blindes und sehbehindertes als auch sehendes Publikum.

Seit 2001 präsentiert die „[8:tension] Young Choreographers’ Series“ innerhalb von ImPulsTanz neue und aufregende Positionen aus Tanz, Choreografie und allem, was daneben, dazwischen oder darum herum liegt. 2017 sind dies acht aktuelle und akute Auseinandersetzungen mit dem digitalen Zeitalter und der Frage, was dieses mit unseren (Selbst-)Bildern und den Projektionen von Liebe und Macht anstellt. Was nicht heißt, dass es in der Ära des globalisierten Selfietums nicht auch noch berückenden Tanz, opulenten Glamour, klare Worte und seltsame Lieder gibt. Oder Punk und Poetry, Eisbären und Pandas, frivole Teezeremonien und Caribbean Queerness aus London.

Der mit der [8:tension]-Reihe verbundene und mit 10.000 Euro dotierte Casinos Austria Prix Jardin d’Europe wird ebenso wie der FM4 Fan Award bei der Award Ceremony gehosted von Florentina Holzinger und Dirk Stermann am 13. August vergeben. Die Jury ist mit Gurur Ertem, Philipp Gehmacher und Inge Koks hochkarätig besetzt. Mit im Rennen um den begehrten Preis sind unter anderem Samira Elagoz, Ola Maciejewska, Claire Vivianne Sobottke, Costas Kekis, Anna Prokopová & Petr Ochvat und Rachael Young.

Das Gesamtprogramm wird abgerundet durch fünf Buchpräsentationen von Mary Overlie, Peter Stamer, Silke Bake & Christel Weiler, einem Research Project Showing von Angela Schubot und einer Music Album Premiere von Ivo Dimchev am letzten Festivaltag im Volkstheater.

Die ImPulsTanz festival lounge gastiert erneut im Vestibül des Burgtheaters und verschreibt sich in diesem Jahr dem Motto „BOING! BOOM! TSCHAK!“ Hier kommen Künstler und Zuschauer, Tanzfans und Musikliebhaber zusammen, tauschen sich aus und tanzen bis zum Morgengrauen. Während der Festivalzeit präsentiert die ImPulsTanz festival lounge allabendlich Live-Konzerte und DJ Sets bei freiem Eintritt. Pause macht sie nur an zwei Abenden. Dann, wenn ImPulsTanz soçial zu den zwei Festivalparties – dieses Jahr mit Sixtus Preiss und Yasmo & die Klangkantine – lädt, die sich als feste Highlights im sommerlichen Nachtleben Wiens etabliert haben.

Germaine Acogny / Mikaël Serre: Somewhere at the Beginning. Bild: © Thomas Dorn

Ismael Ivo / Biblioteca do Corpo: Oxygen. Bild: © Alvise Nicoletti

 

Die Workshops

258 Workshops und Researchprojekte umfasst in diesem Jahr das ImPulsTanz-Programm, das von 17. Juli bis 11. August Anfänger und Profis, Kinder, GoldenAger, AllAbilities und Neugierige aus allen Teilen der Welt einlädt, sich in Parkour, Ballett, Yoga, Bollywood Dance oder Afro Fusion zu probieren. Allein 105 Workshops sind offen für alle Tanzbegeisterten, ob mit oder ohne Vorkenntnisse, und laden ein, in die Welt des zeitgenössischen Tanzes einzutauchen. Highlights dieses Jahr sind die Workshops im Rahmen von Summer of Movement im Haupthof des MuseumsQuartiers – ohne Voranmeldung, ohne Vorkenntnisse und gratis! Darüber hinaus findet erstmals bei ImPulsTanz das Festival Urbaner Künste – urbanative – statt. Von 5. bis 12. August gibt es im Arsenal Kurse, Flohmärkte, Battles und alles, was „urban“ ist. Mit Nina Kripas, Archie Burnett, Yasmo und den Waxolutionists.

www.impulstanz.com

Wien, 26. 6. 2017

ImPulsTanz: Das Programm 2016

Juni 17, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Auch Ismael Ivo zeigt seine jüngste Arbeit

Ismael Ivo & Dimos Goudaroulis: Discordable - Bach. Bild: © akriviadis.org

Ismael Ivo & Dimos Goudaroulis: Discordable – Bach. Bild: © akriviadis.org

Donnerstag Vormittag stellten ImPulsTanz-Intendant Karl Regensburger und Ismael Ivo bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit den Direktoren des Leopold Museum, mumok und weiteren zahlreichen Podiumsgästen das diesjährige Festivalprogramm vor. 53 Künstler und Compagnien bespielen ab 14. Juli in 65 Produktionen, davon 14 Uraufführungen, nicht nur die großen Bühnen der Stadt.

Sondern auch Museen und Galerien, sowie die legendäre Burgtheater Probebühne und weitere 40 Studios über ganz Wien verteilt. Zum Beispiel verwandelt sich das Volkstheater mit neun herausragenden Klassikern und Neuproduktionen der internationalen Tanz- und Performanceszene in ein hochkarätiges Tanzhaus. Zu erleben sind dort Choreografien der Goldener-Löwe-Preisträgerinnen Maguy Marin und Anne Teresa De Keersmaeker oder von Wim Vandekeybus / Ultima Vez, der Needcompany, von ImPulsTanz-Mitbegründer Ismael Ivo, Marie Chouinard aus Kanada sowie der weltberühmten Butoh-Compagnie Sankai Juku aus Japan und dem spanischen Flamenco-Star Israel Galván.

Insgesamt 41 österreichische Erstaufführungen, etwa von Benoît Lachambre, Marco Berrettini & Marion Duval, Mårten Spångberg, Pieter Ampe, Kaori Ito, Dana Michel, Clara Furey & Peter Jasko sind im Rahmen von ImPulsTanz  zu sehen. Der Shootingstar der österreichischen Szene und letztjähriger Workshopdozent sowie FM4-Fan-Award-Gewinner Simon Mayer zeigt anlässlich eines EU-Projekts von ImPulsTanz mit dem Centre National de la Danse Paris und weiteren europäischen Partnerinstitutionen, die während des Festivals zu entwickelnde „Sehbehindertenfassung“ seines auch international viel beachteten Stücks „Sons of Sissy“. Weitere österreichische Choreografinnen und Choreografen, darunter Michikazu Matsune, Chris Haring, Florentina Holzinger, Magdalena Chowaniec, Akemi Takeya und Georg Blaschke präsentieren sich im Sommer mit Uraufführungen.

Ushio Amagatsu / Sankai Juku: Meguri – Teeming Sea, Tranquil Land. Bild: © Sankai Juku

Ushio Amagatsu / Sankai Juku: Meguri – Teeming Sea, Tranquil Land. Bild: © Sankai Juku

Simon Mayer: Sons of Sissy. Bild: © Rania Moslam

Simon Mayer: Sons of Sissy. Bild: © Rania Moslam

 

Im Leopold Museum erwarten das Publikum 19 Arbeiten, die in so noch nicht gekannter Intensität die Vielfalt einer der aktuell aufregendsten künstlerischen Strömungen aufzeigen: die Verbindung von Tanz und bildender Kunst. Performances des französischen Tanzphilosophen Xavier Le Roy, von Akemi Takeya, Florentina Holzinger oder Simone Aughterlony, Antonija Livingstone & Hahn Rowe sowie Chris Haring / Liquid Lofts Auseinandersetzung mit Andy Warhols „Screentests“ werden jeweils in einer Theater- und einer speziell für das Leopold Museum entwickelten Museumsversion gezeigt. Dort sind unter anderem auch drei Arbeiten von Tino Sehgal, Goldener-Löwe-Preisträger und diesjähriger danceWEB-Mentor und Ko-Kurator der Workshopreihe „visual arts X dance“ durchgehend von 20. Juli bis 14. August zu sehen. Dort laufen Videoinstallationen des Künstlers Ian Kaler, davon eine Gemeinschaftsarbeit mit der Künstlerin Anne Quirynen. Und: dort beendet der große Ivo Dimchev am 14. August nicht nur ImPulsTanz sondern mit der Buchpräsentation seines 442 Seiten starken Opus Magnum auch seinen dann bereits fünften Auftritt im Rahmen des diesjährigen Festivals.

Dieses Aufeinander-Zugehen von bildender Kunst und Choreografie setzt sich im mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien fort. Neun Performances von Mårten Spångberg, Alice Chauchat, Peter Stamer und Jule Flierl suchen den Dialog mit Themen und Bildern der soeben eröffneten Ausstellung „Painting 2.0.: Malerei im Informationszeitalter“. Aus dem dreitägigen Workshop Critical Joy des kanadischen Performers und Aktivisten Keith Hennessy mit Peaches, der großen Electroclash-Wegbereiterin, kommt es am 28. Juli im mumok zu einer Performance der besonderen Art, bei der Bilder, Sound, Tanz und Politik zur treibenden Kraft werden.

Peaches & Keith Hennessy: Critical Joy. Bild: © Ian Douglas

Peaches & Keith Hennessy: Critical Joy. Bild: © Ian Douglas

Wim Vandekeybus / Ultima Vez: Revival: In Spite of Wishing and Wanting. Bild: © Danny Willems

Wim Vandekeybus / Ultima Vez: Revival: In Spite of Wishing and Wanting. Bild: © Danny Willems

Die [8:tension] Young Choreographers’ Series umfasst dieses Jahr 13 Produktionen von Choreografen aus Europa, den USA und Brasilien, die mit eindrucksvollen Gruppenstücken, aber auch vielschichtigen Soloarbeiten neue Spiel-/Räume der Stadt erforschen. Der an die erfolgreiche Newcomer-Reihe angeschlossene Prix Jardin d’Europe wird heuer bereits zum zweiten Mal als Casinos Austria Prix Jardin d’Europe vergeben, der beliebte Fan Award geht mit Kooperationspartner FM4 ebenfalls in eine weitere Runde. Beide Auszeichnungen werden am 14. August im Rahmen einer außergewöhnlichen Galanacht, moderiert von Dirk Stermann und der kanadischen Tänzerin, Musikerin und Schauspielerin Clara Furey, im Kasino am Schwarzenbergplatz verliehen. Das Gesamtprogramm wird abgerundet durch eine Reihe von speziellen Veranstaltungen internationaler Künstler. So zeigt die belgische Regisseurin Lut Vandekeybus am 17. Juli und 3. August im Metro Kinokulturhaus ein Portrait ihres einzigartigen Bruders Wim, der seit Jahrzehnten zu den weltweit wichtigsten Choreografen zählt. Ebenfalls ist diesem belgischen Ausnahmekünstler im Rahmen des dotdotdot Open Air Kurzfilmfestivals im Volkskundemuseum Wien am 15. Juli ein eigenes Screening gewidmet.

Die ImPulsTanz festival lounge gastiert erneut im Vestibül des Burgtheaters und verschreibt sich in diesem Jahr dem Motto „Ch-ch-changes“, also ganz dem Gedanken der Veränderung. Das Grundprinzip jedoch bleibt gleich: Künstler und Zuschauer, Tanzfans und Musikliebhaber kommen zusammen, tauschen sich aus und tanzen bis zum Morgengrauen. Während der Festivalzeit präsentiert die ImPulsTanz festival lounge allabendlich Live-Konzerte und DJ Sets bei freiem Eintritt. Pause macht sie nur an zwei Abenden. Dann, wenn ImPulsTanz soçial zu den zwei Festivalpartys lädt, die feste Highlights im sommerlichen Nachtleben Wiens sind. Neu: Der Programmschwerpunk „Küss‘ die Hand – Ladies Live in Concert“ lädt jeden Sonntag Musikerinnen auf die Bühne.

Das Programm der Workshops: www.mottingers-meinung.at/?p=19386

www.impulstanz.com

Wien, 17. 6. 2016