ImPulsTanz: Das Programm 2017

Juni 26, 2017 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Jan Fabre ist ein Schwerpunkt gewidmet

Dada Masilo / The Dance Factory: Giselle. Bild: © John Hogg

54 Compagnien bespielen von 13. Juli bis 13. August in 63 Produktionen, davon 12 Uraufführungen, die großen Bühnen der Stadt, neue Orte wie die Außenhaut der Secession, ganze Museen, aber auch so prickelnde Schauplätze wie die Burgtheater Probebühne und weitere 30 Studios über ganz Wien verteilt.

So eröffnet etwa Jan Fabre, dem dieses Jahr ein besonderer Schwerpunkt im Festival gewidmet ist, mit seiner einmaligen Soloperformance „I am A Mistake“ am 13. Juli im Leopold Museum das Festival. Ebendort wo seit 6. Juni die Sonderausstellung „Stigmata – Actions & Performances 1976–2016“ kuratiert von Germano Celant zu Fabres 40 Jahren Performanceschaffen zu sehen sein wird. Ab 18. Juli bringt der belgische Allround-Künstler die Uraufführung von „Belgian Rules / Belgium Rules“ auf die Bühne des Volkstheaters.

Insgesamt 31 österreichische Erstaufführungen, unter anderem von Michael Laub, Cecilia Bengolea & François Chaignaud, Raimund Hoghe, Marlene Monteiro Freitas mit Andreas Merk, Salva Sanchis & Anne Teresa De Keersmaeker, Christian Rizzo, Germaine Acogny und Wim Vandekeybus sind im Rahmen von ImPulsTanz 2017 zu sehen. Ebenfalls erstmals in Österreich zeigt der südafrikanische Ballett-Shootingstar Dada Masilo ihre neueste Produktion „Giselle“ im Volkstheater, wohin sie auch mit ihrem gefeierten „Swan Lake“ als [ImPulsTanz Classic] zurückkehrt. Weitere Classics stehen von Mathilde Monnier & La Ribot, Simon Mayer oder etwa Amanda Piña & Daniel Zimmermann auf dem Programm.

Die Kooperationen mit dem Leopold Museum und dem mumok finden dieses Jahr ihre Fortsetzung. Im Leopold Museum begegnet das Performance-Lebenswerk von Jan Fabre den Wiener Künstlern Akemi Takeya und Oleg Soulimenko, oder Gaëtan Rusquet, Elina Maligina, Marie-Caroline Hominal, Mårten Spångberg und François Chaignaud. Im mumok dialogisieren unter dem Titel „Private? What Private?!“ Christine Gaigg, Lisa Hinterreithner, Philipp Gehmacher, Maria F. Scaroni und Peter Pleyer mit den laufenden Ausstellungen – darunter Jakob Lena Knebls opulente Schau „Oh!“ und die Personale von Martin Beck.

In der Hofstallung wird Ivo Dimchev sechs Tage lang singen, malen und dichten und dabei den Begriff Live Art auf eine neue Stufe heben. Im mumok kino sind Filme von Matthew Barney, Erna Ómarsdóttir und Valdimar Jóhannsson mit der Icelandic Dance Company, oder der Tanzfilmklassiker „Rosas danst Rosas“ von Thierry De Mey zu sehen. Und fast wie nebenbei wird Doris Uhlich die Außenhaut der Wiener Secession zum Schwingen bringen und Liz King bespielt die Akademie der bildenden Künste.

Jan Fabre / Troubleyn: Belgian Rules / Belgium Rules. Bild: © Maarten Vanden Abeele

François Chaignaud: Думи мої / Dumy Moyi. Bild: © Odile Bernard Schröder

Das EU-Projekt „The Humane Body – ways of seeing dance“, das bei ImPulsTanz 2016 lanciert wurde und dieses Jahr seinen Höhepunkt findet, schafft Bewusstsein für Blinde und Sehbehinderte als Publikum für zeitgenössischen Tanz und Performance. So etwa werden Stücke von Anne Juren, Volmir Cordeiro, Vera Tussing und Simon Mayer nicht nur durch Audiodeskreptionen und einführende Touch Tours zugänglich gemacht, sondern Blinde und Sehbehinderte von Beginn an im Kreationsprozess mitgedacht. Die Vorstellungen sind sowohl für blindes und sehbehindertes als auch sehendes Publikum.

Seit 2001 präsentiert die „[8:tension] Young Choreographers’ Series“ innerhalb von ImPulsTanz neue und aufregende Positionen aus Tanz, Choreografie und allem, was daneben, dazwischen oder darum herum liegt. 2017 sind dies acht aktuelle und akute Auseinandersetzungen mit dem digitalen Zeitalter und der Frage, was dieses mit unseren (Selbst-)Bildern und den Projektionen von Liebe und Macht anstellt. Was nicht heißt, dass es in der Ära des globalisierten Selfietums nicht auch noch berückenden Tanz, opulenten Glamour, klare Worte und seltsame Lieder gibt. Oder Punk und Poetry, Eisbären und Pandas, frivole Teezeremonien und Caribbean Queerness aus London.

Der mit der [8:tension]-Reihe verbundene und mit 10.000 Euro dotierte Casinos Austria Prix Jardin d’Europe wird ebenso wie der FM4 Fan Award bei der Award Ceremony gehosted von Florentina Holzinger und Dirk Stermann am 13. August vergeben. Die Jury ist mit Gurur Ertem, Philipp Gehmacher und Inge Koks hochkarätig besetzt. Mit im Rennen um den begehrten Preis sind unter anderem Samira Elagoz, Ola Maciejewska, Claire Vivianne Sobottke, Costas Kekis, Anna Prokopová & Petr Ochvat und Rachael Young.

Das Gesamtprogramm wird abgerundet durch fünf Buchpräsentationen von Mary Overlie, Peter Stamer, Silke Bake & Christel Weiler, einem Research Project Showing von Angela Schubot und einer Music Album Premiere von Ivo Dimchev am letzten Festivaltag im Volkstheater.

Die ImPulsTanz festival lounge gastiert erneut im Vestibül des Burgtheaters und verschreibt sich in diesem Jahr dem Motto „BOING! BOOM! TSCHAK!“ Hier kommen Künstler und Zuschauer, Tanzfans und Musikliebhaber zusammen, tauschen sich aus und tanzen bis zum Morgengrauen. Während der Festivalzeit präsentiert die ImPulsTanz festival lounge allabendlich Live-Konzerte und DJ Sets bei freiem Eintritt. Pause macht sie nur an zwei Abenden. Dann, wenn ImPulsTanz soçial zu den zwei Festivalparties – dieses Jahr mit Sixtus Preiss und Yasmo & die Klangkantine – lädt, die sich als feste Highlights im sommerlichen Nachtleben Wiens etabliert haben.

Germaine Acogny / Mikaël Serre: Somewhere at the Beginning. Bild: © Thomas Dorn

Ismael Ivo / Biblioteca do Corpo: Oxygen. Bild: © Alvise Nicoletti

 

Die Workshops

258 Workshops und Researchprojekte umfasst in diesem Jahr das ImPulsTanz-Programm, das von 17. Juli bis 11. August Anfänger und Profis, Kinder, GoldenAger, AllAbilities und Neugierige aus allen Teilen der Welt einlädt, sich in Parkour, Ballett, Yoga, Bollywood Dance oder Afro Fusion zu probieren. Allein 105 Workshops sind offen für alle Tanzbegeisterten, ob mit oder ohne Vorkenntnisse, und laden ein, in die Welt des zeitgenössischen Tanzes einzutauchen. Highlights dieses Jahr sind die Workshops im Rahmen von Summer of Movement im Haupthof des MuseumsQuartiers – ohne Voranmeldung, ohne Vorkenntnisse und gratis! Darüber hinaus findet erstmals bei ImPulsTanz das Festival Urbaner Künste – urbanative – statt. Von 5. bis 12. August gibt es im Arsenal Kurse, Flohmärkte, Battles und alles, was „urban“ ist. Mit Nina Kripas, Archie Burnett, Yasmo und den Waxolutionists.

www.impulstanz.com

Wien, 26. 6. 2017

ImPulsTanz: Das Programm 2016

Juni 17, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Auch Ismael Ivo zeigt seine jüngste Arbeit

Ismael Ivo & Dimos Goudaroulis: Discordable - Bach. Bild: © akriviadis.org

Ismael Ivo & Dimos Goudaroulis: Discordable – Bach. Bild: © akriviadis.org

Donnerstag Vormittag stellten ImPulsTanz-Intendant Karl Regensburger und Ismael Ivo bei einer Pressekonferenz gemeinsam mit den Direktoren des Leopold Museum, mumok und weiteren zahlreichen Podiumsgästen das diesjährige Festivalprogramm vor. 53 Künstler und Compagnien bespielen ab 14. Juli in 65 Produktionen, davon 14 Uraufführungen, nicht nur die großen Bühnen der Stadt.

Sondern auch Museen und Galerien, sowie die legendäre Burgtheater Probebühne und weitere 40 Studios über ganz Wien verteilt. Zum Beispiel verwandelt sich das Volkstheater mit neun herausragenden Klassikern und Neuproduktionen der internationalen Tanz- und Performanceszene in ein hochkarätiges Tanzhaus. Zu erleben sind dort Choreografien der Goldener-Löwe-Preisträgerinnen Maguy Marin und Anne Teresa De Keersmaeker oder von Wim Vandekeybus / Ultima Vez, der Needcompany, von ImPulsTanz-Mitbegründer Ismael Ivo, Marie Chouinard aus Kanada sowie der weltberühmten Butoh-Compagnie Sankai Juku aus Japan und dem spanischen Flamenco-Star Israel Galván.

Insgesamt 41 österreichische Erstaufführungen, etwa von Benoît Lachambre, Marco Berrettini & Marion Duval, Mårten Spångberg, Pieter Ampe, Kaori Ito, Dana Michel, Clara Furey & Peter Jasko sind im Rahmen von ImPulsTanz  zu sehen. Der Shootingstar der österreichischen Szene und letztjähriger Workshopdozent sowie FM4-Fan-Award-Gewinner Simon Mayer zeigt anlässlich eines EU-Projekts von ImPulsTanz mit dem Centre National de la Danse Paris und weiteren europäischen Partnerinstitutionen, die während des Festivals zu entwickelnde „Sehbehindertenfassung“ seines auch international viel beachteten Stücks „Sons of Sissy“. Weitere österreichische Choreografinnen und Choreografen, darunter Michikazu Matsune, Chris Haring, Florentina Holzinger, Magdalena Chowaniec, Akemi Takeya und Georg Blaschke präsentieren sich im Sommer mit Uraufführungen.

Ushio Amagatsu / Sankai Juku: Meguri – Teeming Sea, Tranquil Land. Bild: © Sankai Juku

Ushio Amagatsu / Sankai Juku: Meguri – Teeming Sea, Tranquil Land. Bild: © Sankai Juku

Simon Mayer: Sons of Sissy. Bild: © Rania Moslam

Simon Mayer: Sons of Sissy. Bild: © Rania Moslam

 

Im Leopold Museum erwarten das Publikum 19 Arbeiten, die in so noch nicht gekannter Intensität die Vielfalt einer der aktuell aufregendsten künstlerischen Strömungen aufzeigen: die Verbindung von Tanz und bildender Kunst. Performances des französischen Tanzphilosophen Xavier Le Roy, von Akemi Takeya, Florentina Holzinger oder Simone Aughterlony, Antonija Livingstone & Hahn Rowe sowie Chris Haring / Liquid Lofts Auseinandersetzung mit Andy Warhols „Screentests“ werden jeweils in einer Theater- und einer speziell für das Leopold Museum entwickelten Museumsversion gezeigt. Dort sind unter anderem auch drei Arbeiten von Tino Sehgal, Goldener-Löwe-Preisträger und diesjähriger danceWEB-Mentor und Ko-Kurator der Workshopreihe „visual arts X dance“ durchgehend von 20. Juli bis 14. August zu sehen. Dort laufen Videoinstallationen des Künstlers Ian Kaler, davon eine Gemeinschaftsarbeit mit der Künstlerin Anne Quirynen. Und: dort beendet der große Ivo Dimchev am 14. August nicht nur ImPulsTanz sondern mit der Buchpräsentation seines 442 Seiten starken Opus Magnum auch seinen dann bereits fünften Auftritt im Rahmen des diesjährigen Festivals.

Dieses Aufeinander-Zugehen von bildender Kunst und Choreografie setzt sich im mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien fort. Neun Performances von Mårten Spångberg, Alice Chauchat, Peter Stamer und Jule Flierl suchen den Dialog mit Themen und Bildern der soeben eröffneten Ausstellung „Painting 2.0.: Malerei im Informationszeitalter“. Aus dem dreitägigen Workshop Critical Joy des kanadischen Performers und Aktivisten Keith Hennessy mit Peaches, der großen Electroclash-Wegbereiterin, kommt es am 28. Juli im mumok zu einer Performance der besonderen Art, bei der Bilder, Sound, Tanz und Politik zur treibenden Kraft werden.

Peaches & Keith Hennessy: Critical Joy. Bild: © Ian Douglas

Peaches & Keith Hennessy: Critical Joy. Bild: © Ian Douglas

Wim Vandekeybus / Ultima Vez: Revival: In Spite of Wishing and Wanting. Bild: © Danny Willems

Wim Vandekeybus / Ultima Vez: Revival: In Spite of Wishing and Wanting. Bild: © Danny Willems

Die [8:tension] Young Choreographers’ Series umfasst dieses Jahr 13 Produktionen von Choreografen aus Europa, den USA und Brasilien, die mit eindrucksvollen Gruppenstücken, aber auch vielschichtigen Soloarbeiten neue Spiel-/Räume der Stadt erforschen. Der an die erfolgreiche Newcomer-Reihe angeschlossene Prix Jardin d’Europe wird heuer bereits zum zweiten Mal als Casinos Austria Prix Jardin d’Europe vergeben, der beliebte Fan Award geht mit Kooperationspartner FM4 ebenfalls in eine weitere Runde. Beide Auszeichnungen werden am 14. August im Rahmen einer außergewöhnlichen Galanacht, moderiert von Dirk Stermann und der kanadischen Tänzerin, Musikerin und Schauspielerin Clara Furey, im Kasino am Schwarzenbergplatz verliehen. Das Gesamtprogramm wird abgerundet durch eine Reihe von speziellen Veranstaltungen internationaler Künstler. So zeigt die belgische Regisseurin Lut Vandekeybus am 17. Juli und 3. August im Metro Kinokulturhaus ein Portrait ihres einzigartigen Bruders Wim, der seit Jahrzehnten zu den weltweit wichtigsten Choreografen zählt. Ebenfalls ist diesem belgischen Ausnahmekünstler im Rahmen des dotdotdot Open Air Kurzfilmfestivals im Volkskundemuseum Wien am 15. Juli ein eigenes Screening gewidmet.

Die ImPulsTanz festival lounge gastiert erneut im Vestibül des Burgtheaters und verschreibt sich in diesem Jahr dem Motto „Ch-ch-changes“, also ganz dem Gedanken der Veränderung. Das Grundprinzip jedoch bleibt gleich: Künstler und Zuschauer, Tanzfans und Musikliebhaber kommen zusammen, tauschen sich aus und tanzen bis zum Morgengrauen. Während der Festivalzeit präsentiert die ImPulsTanz festival lounge allabendlich Live-Konzerte und DJ Sets bei freiem Eintritt. Pause macht sie nur an zwei Abenden. Dann, wenn ImPulsTanz soçial zu den zwei Festivalpartys lädt, die feste Highlights im sommerlichen Nachtleben Wiens sind. Neu: Der Programmschwerpunk „Küss‘ die Hand – Ladies Live in Concert“ lädt jeden Sonntag Musikerinnen auf die Bühne.

Das Programm der Workshops: www.mottingers-meinung.at/?p=19386

www.impulstanz.com

Wien, 17. 6. 2016

ImPulsTanz: Heute ist Buchungsstart für die Workshops

April 29, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Endlich in High Heels stöckeln wie Lady Gaga

Archie Burnett: Voguing. Bild: © Karolina Miernik

Archie Burnett: Voguing. Bild: © Karolina Miernik

2016 gibt der Beat den Ton an. Ab 14. Juli lädt ImPulsTanz mit 250 Workshops und Research Projekten zu einem bewegten Sommer. Internationale und heimische Größen, darunter die New Yorker House Dance-Legende Sekou Heru und Nuevo Flamenco-Tänzer Marco de Ana, verwandeln das Tanzstudio in einen Club und eine spanische Bodega.

Hotspot der ImPulsTanz-Workshops ist auch dieses Jahr das Workshopzentrum Arsenal. Es ist die Seele des ImPulsTanz-Tagesprogramms und ein Ort, an dem sich Tanzbegeisterte aus mehr als 90 Ländern versammeln. Eine Cafeteria und eine Chill-Out-Lounge laden zum Verweilen ein, Pools bieten eine kühle Erfrischung und die Türen zu den Workshops stehen offen – Zuschauer sind nämlich herzlich willkommen. Auch bei den zahlreichen Open-Door-Events bei freiem Eintritt, wie der Eröffnungspräsentation „impressions’16“ am ersten Festivalsonntag, an dem die Dozenten Einblicke in ihre Kurse bieten, oder beim „Me Against the Music Dance Contest“ am 30. Juli.

Kristina & Sadé Alleyne: Afro Fusion. Bild: © Karolina Miernik

Kristina & Sadé Alleyne: Afro Fusion. Bild: © Karolina Miernik

An die 90 Workshops hält ImPulsTanz alleine für Anfänger jeden Alters bereit. Darunter finden sich viele neue Gesichter und Stile. Neu im Urban Dance-Department sind unter anderem Helmut Fixl und Marie-Christin Scherzer, die mit ihren Moves auf High Heels selbst Lady Gaga in den Schatten stöckeln. Sekou Heru bietet bei seinem Mix aus House Dance und Fitnesstraining die Gelegenheit sich auszupowern.

Zu Trance und Techno lässt sich gemeinsam mit Michele Rizzo in höhere Sphären tanzen. Und Faizal Ddamba, Gewinner des letztjährigen „Me Against the Music Dance Contest“, hält es wie Beyoncé: „A little sweat ain’t never hurt nobody!“ Der Contact Improvisation widmet ImPulsTanz einen eigenen Schwerpunkt. Neben Workshops, wie dem von Ray Chung, wo sich Improvisationstechnik und Kampfkunst treffen, fordern Diskussionen, Jams und Performances zum gemeinsamen Denken und Bewegen auf. Zu den Gastgebern zählt auch Contact-Koryphäe Nancy Stark Smith.

Alito Alessi: DanceAbility. Bild: © Karolina Miernik

Alito Alessi: DanceAbility. Bild: © Karolina Miernik

Um vier neue Kurse erweitert sich das Angebot für Menschen mit und ohne Behinderungen. Bei Flora Bitancourt fallen zu brasilianischen Rhythmen die Masken, Gerda König und Gitta Roser loten den Raum zwischen Körper und Umwelt aus, Sonja Browne und Inge Kaindlstorfer bieten ein Repertory-Training für Profis und mit Lau Lukkarila holt sich ImPulsTanz-Stammdozentin Vera Rosner eine DanceAbility-Expertin aus Finnland an ihre Seite.

Zudem bietet ImPulsTanz gemeinsam mit Alito Alessi eine einmonatige Ausbildung zum DanceAbility Teacher an – die Anmeldung dafür läuft. Weltweit erstmalig findet die von Goldener Löwe-Preisträger Tino Sehgal sowie Louise Höjer und Rio Rutzinger entwickelte Workshop-Reihe „visual arts X dance“ in Wien statt. Mehr als 50 internationale Künstler beteiligen sich an dem Dialog zwischen zeitgenössischem Tanz und bildender Kunst – von und mit Florentina Holzinger, Jennifer Lacey, Xavier Le Roy, Hans Ulrich Obrist, Anri Sala, Meg Stuart und anderen.

Anmeldungen für die Workshops per E-Mail unter info@impulstanz.com. Der Ticketvorverkauf für Performances beginnt am 1. Juni. Highlight aus dem Programm: www.mottingers-meinung.at/?p=18306

www.impulstanz.com

Wien, 29. 4. 2016

ImPulsTanz: Erste Programmhighlights

März 23, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Anmeldung zu den Ausbildungsprojekten ab sofort

Sankai Juku: Meguri – Teeming Sea, Tranquil Land Bild: © Sankai Juku

Sankai Juku: Meguri – Teeming Sea, Tranquil Land
Bild: © Sankai Juku

Ab 14. Juli präsentiert das ImPulsTanz – Vienna International Dance Festival wieder große internationale Produktionen. Viel Prominenz, aber auch Neues und Unerprobtes sorgen im Performanceprogramm und in den mehr als 200 Workshops und Research Projekten dafür, dass der zeitgenössische Tanz auf und hinter den Bühnen die ganze Stadt bewegt.

Unter den ersten Highlights findet sich Anne Teresa De Keersmaeker und ihre Compagnie Rosas mit zwei Stücken. Die flämische Tanzkoryphäe und langjährige Wegbegleiterin des Festivals steht in ihrer jüngsten Produktion „Die Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke“ gemeinsam mit Rosas-Tänzer Michaël Pomero und der Flötistin Chryssi Dimitriou selbst auf der Bühne. In ihrem Trio „Verklärte Nacht“ brilliert indes die Ausnahmetänzerin und beliebte ImPulsTanz-Workshop-Dozentin Samantha Van Wissen zu Arnold Schönbergs Musik, dirigiert von Pierre Boulez, und Richard Dehmels Gedicht.

Ebenso aus Flandern kündigen sich die Needcompany und Choreograf Wim Vandekeybus und seine Compagnie Ultima Vez an. Die bereits 1999 bei ImPulsTanz aufgeführte Performance „In Spite of Wishing and Wanting“, zu der Talking Heads Gründer David Byrne den Sound kreierte, kehrt nach über 15 Jahren mit neuem Cast nach Wien zurück. Mit im Gepäck: Vandekeybus’ jüngster Bühnenerfolg „Speak low if you speak love …“ Acht grandiose Tänzer, die begleitet werden von Mauro Pawlowskis Band und der südafrikanischen Interpretin Tutuo Puoane, rasen auf tänzerisch höchstem Niveau durch einen der Liebe gewidmeten Abend. Parallel dazu zeigt Allroundkünstler Vandekeybus seinen Spielfilm „Galloping Mind“ im Metro Kinokulturhaus.

Zu den weiteren Stars zählen die franko-kanadische Choreografin Marie Chouinard, die anlässlich des 500. Todestages von Hieronymus Bosch ihre neue Compagniearbeit „Hieronymus Bosch: The Garden of Earthly Delights“ zur Aufführung bringt. Der Flamenco-Star Israel Galván zeigt „Fla.Co.Men“ und Butoh-Koryphäe Ushio Amagatsu aus Japan gastiert mit seiner berühmten Compagnie Sankai Juku.

Tanz und Performance treffen bei ImPulsTanz auch dieses Jahr auf bildende Kunst. Das Festival setzt seinen Weg der Zusammenarbeit mit bedeutenden österreichischen Museen fort und bringt überdies mit Tino Sehgal einen der bedeutendsten Vertreter an der Schnittstelle beider Genres an den Start. Der deutsch-britische Künstler präsentiert ein speziell für ImPulsTanz 2016 konzipiertes Projekt, „Encounters—under—Construction“, das sich weltweit erstmalig in Wien erprobt. Im Fokus einer fünfwöchigen Reihe stehen höchst unterschiedliche Austauschformate, die es Künstlern aus Tanz, Performance und bildender Kunst ermöglichen, relevante gesellschaftliche und künstlerische Fragen unserer Zeit zu reflektieren: unter anderem mit Jérôme Bel, Boris Charmatz, Maria Hassabi, Philippe Parreno, Rachel Rose und Meg Stuart.

Workshops und Ausbildungsprojekte

Neben dem Performanceprogramm lädt das Festival sein Publikum selbst zum Tanz und zelebriert von früh bis spät zeitgenössische Lebenskultur: ob bei Live-Konzerten und DJ-Nights in der ImPulsTanz festival lounge im Burgtheater Vestibül oder bei einem der mehr als 200 Workshops in den Studios im Wiener Arsenal, wo 150 Dozenten und Choreografen aus der ganzen Welt ihr Wissen mit Anfängern und Profis teilen. Dazu gibt es die beliebten Ausbildungsprojekte. Diese Jahr bieten Alito Alessi, Gründer und Direktor von DanceAbility, im Rahmen des Festivals einen einmonatigen Lehrgang zum DanceAbility Trainer an, keine Vorkenntnisse erforderlich! Ismael Ivos höchst erfolgreiches Ausbildungsprogramm „Biblioteca do Corpo“ geht in seine vierte Runde und das neu ausgerichtete Trainingsprogramm „Atlas – Creating Dance Trails“ bietet jungen Tanzschaffenden Studioräumlichkeiten für Researcharbeiten und zur Stückentwicklung, parallel dazu individuelle Trainingsprogramme, den Besuch internationaler Produktionen und den Austausch mit Künstlern aus 100 Ländern. Die Anmeldung zu den Ausbildungsprojekten ab sofort online möglich.

www.impulstanz.com

Wien, 23. 3. 2016

ImPulsTanz – Special: [Trans] Asia Portraits

Februar 9, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Blick in heutige asiatische Gesellschaften

Weltmuseum Wien, India Transiation Bild: © Weltmuseum Wien

Weltmuseum Wien, India Transiation
Bild: © Weltmuseum Wien

Unter dem Titel „[Trans] Asia Portraits“ schlägt ImPulsTanz in Kooperation mit dem Weltmuseum Wien und dem 21er Haus ebendort ein neues Kapitel auf. Im Zentrum eines bis 14. Februar laufenden Programms stehen brisante künstlerische Arbeiten zur Transformation heutiger asiatischer Gesellschaften. In Performances und Installationen porträtieren Michael Laub, Choy Ka Fai und Preethi Athreya Menschen in diesen Übergängen. Das eigens von Cis Bierinckx kuratierte Filmprogramm widmet sich in bewegten wie bewegenden Bildern dem Schwerpunkt Transgender und Transsexualität und dem Kampf um Anerkennung sexueller Vielfalt in Asien.

Drei Programmtipps:

India Transition, Installation bis 14. Februar. Leibhaftige Götter mit äußerst menschlichen Zügen imponieren in den Räumlichkeiten des 21er Haus. Erstmals außerhalb des Weltmuseum Wien sind die zwei großen tönernen indischen Prozessionsfiguren der Göttinnen Kali und Durga zu sehen, die erst vor wenigen Jahren in Werkstätten in Kolkata hergestellt wurden. Die Ikonographie ist ein lebendiges Beispiel der rasanten Transformation der indischen Gesellschaft und spielt in Verbindung mit Ritualen, Tanz und Musik nach wie vor eine wichtige Rolle im heutigen indischen öffentlichen Leben. Zu tausenden werden die Skulpturen in Festzügen durch die Straßen Kolkatas zu den Ufern des Ganges getragen und dessen Fluten schließlich anvertraut. Die Auflösung und Zerstörung der Tonfiguren sind ein Bild andauernder Transformation.
.
Choy Ka Fai / SoftMachine: XiaoKe x ZiHan, Performance am 9. und 11. Februar. Nach den Erfolgen seiner Performance-Reihe und der gleichnamigen Installation „SoftMachine“ bei ImPulsTanz 2015 räumt der Shootingstar der europäischen Tanzszene Choy Ka Fai in einer weiteren Episode mit Klischees über asiatische Tänze auf. Auf den Spuren des zeitgenössischen asiatischen Tanzes, die ihn bereits nach Indien, Japan und Indonesien geführt haben, rückt er in seinem neuesten Projekt eine Tänzerin und einen Tänzer aus Shanghai ins Scheinwerferlicht: Xiao Ke und Zi Han reflektieren die soziale und politische Situation ihrer Umgebung und experimentieren mit der Symbolik chinesischer Tanzstile. Dabei spiegeln sie die elementare Transformation von der vorrevolutionären über die kulturrevolutionäre bis hin zur heutigen chinesischen Gesellschaft.
.
In Transit: Movie Night I + II, 10. und 12. Februar. Abend eins: 薔薇の葬列 (Funeral Parade of Roses) Toshio Matsumoto, Japan, 1969:  „Funeral Parade of Roses“ ist ein Kultfilm des gefeierten japanischen Regisseurs Toshio Matsumoto. Darin lässt er Sophokles’ Ödipus in Tokios Schwulenmilieu eintauchen. Der Regisseur kreiert eine schwindelerregende und sarkastische Parodie des antiken Stoffes und setzt durch die Aufhebung ästhetischer und politischer Konventionen einen Meilenstein in Japans Queer Cinema-Szene. Den Beginn des zweiten Filmabends machen Swann Dubus und Tran Phuong Thao mit „Finding Phong“. In einer Mischung aus intimem Filmtagebuch und traditioneller Dokumentation zeigen sie die Identitätsfindung von Phong. Er lebt in Vietnam, ist Mitte zwanzig und transsexuell. Die Regisseure fangen auf eine sehr offene Art und Weise den Prozess und die physische und psychische Transformation von einem verschlossenen jungen Mann zu einer befreiten Frau ein. Ein weiterer Film – „Breaking Free“ des Inders Sridhar Rangayan – erzählt die Geschichte der Queer-Bewegung in Südasien. Ausgehend von einer neuen Bestimmung in Indien, die Homosexualität rekriminalisiert, nutzt er Filmmaterial von Gay Pride-Events und Demonstrationen um historische, politische und rechtliche Aspekte von (Homo-)Sexualität zu enthüllen.
.
.
.
Wien, 9. 2. 2016