Salon5 im Theatermuseum: Bosch on stage

November 23, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Theater-Triptychon über den Schöpfer des Weltgerichts

Beim Imbissstand auf dem Flughafen herrscht Slibowitz-Stimmung: Kirstin Schwab, Doina Weber und Petra Staduan. Bild: Barbara Palffy

Bevor es losgeht, die wunderbare Gelegenheit, die Werke in Augenschein zu nehmen. Die Gemäldegalerie der Akademie der bildenden Künste ist ja bis auf Weiteres zu Gast im Theatermuseum, hier hängen nun die meisterlichen Arbeiten von Hieronymus Bosch, darunter der Weltgerichts-Triptychon. Schauen, staunen, da mischen sich Schauspieler unter die Betrachter, im Theatermuseum wird derzeit auch Theater gespielt: „Bosch on stage“ von Jérôme Junod.

Der Autor hat seine Weltgerichtskomödie anders als bei den Salzburger Festspielen für Wien auch selbst in Szene gesetzt. Eine fabelhafte Arbeit ist es, die Junod da gelungen ist, gleichsam ein Theater-Triptychon, der in drei Bildern Urteile und Vorurteile zu Bosch auf höchst unterhaltsame Art festhält. War der niederländische Renaissancemaler strenger Christ, Häretiker, Alchemist, Moralist? War er homosexuell und/oder von Perversionen wie der Folter angeturnt? Hatte er Albträume, Drogenerfahrungen oder eine reine Freude an symbolischen Botschaften? Dem und mehr forscht „Bosch on stage“ nach. Dass sich dabei immer wieder an Österreich und seinem Kunst- und Kulturverständnis – die Habsburger und ihre Adelsherren überrollten ja weiland das freie Brabant – gerieben wird, ist im herrschaftlichen Palais Lobkowitz ein zusätzliches Vergnügen.

Die Handlung beginnt auf einem Flughafen, auf dem die Kunsthistorikerin Caroline, gespielt von Petra Staduan, festsitzt, weil ihr Flug nach Wien gestrichen wurde. Dabei hätte sie so dringend zu einem Bosch-Symposium ihres Vorgesetzten gemusst. Also Trost suchen am Imbissstand, wo bald der Slibowitz fließt, auf dass der Irrwitz beginnen kann. Figuren wie Bosch’sche Landsknechte, Landstreicher und eine Reinigungskraft mit Hummerscherenhand schleichen über die Bühne, dazu gespenstische Sphärenklänge von Christian Mair. Der dreiteilige Bühnenbildaufbau von Lydia Hofmann wendet dem Publikum seine Kasperletheaterseite zu, in und vor ihm gestalten Doina Weber und Kirstin Schwab als Servierkräfte ein Kabinettstück über des Volkes Stimme zu Hieronymus Bosch.

Eine merkwürdige Reinigungskraft geht um …: Roman Blumenschein. Bild: Barbara Palffy

… fast wie vom Meister selbst erfunden: Horst Schily, Jeanne-Marie Bertram und Petra Staduan. Bild: Barbara Palffy

Prof. Schlubitschnigg lädt zum Bosch-Symposium: Martin Schwanda mit Doina Weber und Jeanne-Marie Bertram. Bild: Barbara Palffy

Dem das von Martin Schwanda als Wiener Professor Schlubitschnigg in nichts nachsteht. Von seiner besten wissenschaftlichen Kraft allein gelassen, muss er nun eine Konferenz stemmen, über deren Inhalte er keine Ahnung hat. Herrlich, wie er am Telefon einem japanischen Kollegen den Weg ins Theatermuseum via Kaffeehäuser und Stadtheuriger beschreibt. Das Ensemble, verstärkt um Jens Ole Schmieder als französischem Forscher und Roman Blumenschein als dessen deutschem Pendant, ergeht sich derweil in Theorien, Interpretationen und anderen Irrungen und Wirrungen.

Eine schöne Szene, in der Kirstin Schwab als Wiener Wissenschaftlerin mit aufgerissenen Augen über Panik auslösende Schreckensszenarien schwadroniert, während sich Doina Weber in esoterische Ekstase redet, dieweil Schmieders Prof. Flambertin unbedingt an die Fortführung mittelalterlicher Drolerien glauben will.

Teil drei: Caroline hat es in die Vergangenheit in des Meisters Haus geschafft, um diesen zu seinem Werk zu befragen. Horst Schily gibt Hieronymus Bosch als bärbeißigen und wenig auskunftsbereiten Maler, Doina Weber dessen Frau Aleid, Blumenschein dessen Schüler Joachim (alle in wunderbaren Kostümen von Antoaneta Stereva), der die Werke letztlich auszuführen behauptet – und Schwanda brilliert ein zweites Mal als habsburgischer Höfling, der Bilder zu kaufen kommt, und höchst unhöflich abgewiesen wird …

Junod nimmt sich in seiner klugen Komödie nicht nur sehr humorvoll des akademischen Treibens an, eine Parodie, die die p.t. Beteiligten daran im Publikum sichtlich amüsierte, sondern er beschäftigt sich auch ernsthaft mit dem Bosch-Pandämonium.

Sein Meister entpuppt sich als ein Hiob, ein Haderer mit Gott, ein Kritiker seiner Zeit und an deren Gesellschaft, der aber wenig hilfreich bei der Lösung der von ihm gestellten Rätsel ist. Auf jede Frage hat er eine Gegenfrage, und dann doch möglicherweise eine Antwort. „Das Lachen ist vielleicht der letzte Trost, der uns übrigbleibt.“ In diesem Sinn ist „Bosch on stage“ auch tröstlich – und ergo absolut sehenswert.

boschonstage.at

  1. 11. 2017

Festspiele Stockerau: Der Diener zweier Herren

Juni 29, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Okan Cömert tanzt den Truffaldino

Claudia Waldherr (Columbina), Okan Cömert (Truffaldino). Bild: Festspiele Stockerau/Johannes Ehn

Columbina hat sich in Truffaldino verguckt, der freut sich über eine Frau mit fixem Einkommen: Claudia Waldherr und Okan Cömert. Bild: Festspiele Stockerau/Johannes Ehn

Los geht’s bereits, bevor es überhaupt anfängt. Während die Zuschauer auf die Tribünenplätze strömen, tun die Schauspieler eben selbiges auf der Bühne, entschuldigen sich für ihr Zuspätkommen, beginnen sich auf den Abend vorzubereiten. Kostüm und Makeup werden an- und aufgelegt, der Menschheit Würde ist in ihre Hand gegeben, und während die oben noch diskutieren, wie sie ihre Rollen anlegen werden, ist denen unten längst klar … hintergründig.

Intendant Zeno Stanek hat bei den Festspielen Stockerau Goldonis „Diener zweier Herren“ inszeniert, die Textfassung ist von Karl Ferdinand Kratzl und Stanek, und der lässt sein Ensemble dabei Theater auf dem Theater spielen. Diskussionen um den siebenten Zwerg, hier natürlich: Venezianer, inklusive. Christoph F. Krutzler fungiert als Regisseur. Sozusagen. Denn eigentlich ist er auch Brighella, der Wirt zum Goldenen Kirchturm, als Padrone also in zweierlei Hinsicht Brötchengeber. Katharina Stemberger ist sein Star, und la Diva ist angetreten, um unterm Stockerauer Campanile die Beatrice zu geben. Aber, ach!, Goldoni will hier keiner spielen. Denn die Fama macht die Runde, „der Herr Direktor“ säße just heute im Publikum, auf der Suche nach frischen Talenten, und so produziert sich ein jeder auf Teufel komm‘ raus. „Romeo und Julia“ will man zeigen, einige machen sich Hoffnungen auf „Hamlet“, Stechen und Hauen und Lieben und Sterben, doch es wird Comedia dell’arte – uäh. „Wehe einer spielt auf Engagement“, warnt Brighella-Krutzler seine Truppe.

Welch ein Einfall, Goldonis Komödienmeisterwerk in diesen Bühnenrahmen zu packen; der Kunstgriff verdoppelt was immer es an Verwirrung und Verwechslung, Wortwitz und Situationskomik schon gibt, er macht diesen Wirbelwird von einem Stück zum mitreißenden Orkan. Dabei haben Kratzl und Stanek Goldoni tatsächlich nur beim Wort genommen, denn gerade ihr Aus-der-Rolle-Fallen ermöglicht es dessen Lustspielpersonal von Possenreißern zu Charakteren zu avancieren, hinter jeder namentlich festgelegten Stereo-Type steckt hier ein Mensch mit all seinen Sorgen und Nöten, und die sind so zeitgemäß wie zeitlos. Sitten ändern sich selten. Und so kann, während die Musik von Andi Senn und Thomas Berghammer die lazzi mit lässigen Jazztönen begleitet, der großartige Krutzler alle Leiden eines Regisseurs ausleben.

Katharina Stemberger (Beatrice), Horst Heiss (Pantalone), Alexander T.T. Mueller (Dottore), Christoph F. Krutzler (Brighella), Naemi Latzer (Rosa), Tobias Eiselt (Silvio), Claudia Waldherr (Columbina). Bild: Festspiele Stockerau/Johannes Ehn

Das Auftauchen Beatrices sorgt in Venedig für Aufruhr: Katharina Stemberger, Horst Heiss, Alexander T.T. Mueller, Christoph F. Krutzler, Naemi Latzer, Tobias Eiselt und Claudia Waldherr. Bild: Festspiele Stockerau/Johannes Ehn

Katharina Stemberger (Beatrice), Horst Heiss (Pantalone), Claudia Waldherr (Columbina), Okan Cömert (Truffaldino). Bild: Festspiele Stockerau/Johannes Ehn

Truffaldino verstrickt sich immer mehr in seinem Lügengebilde: Katharina Stemberger, Horst Heiss, Claudia Waldherr und Okan Cömert. Bild: Festspiele Stockerau/Johannes Ehn

Der eine Darsteller hat seinen Text vergessen und braucht den Souffleur, zwei lachen einander aus, im Glauben der jeweils andere und nicht etwa sie selber würden schmieren. Tobias Eiselt prahlt mit seinen Fechtkünsten, obwohl laut Vorlage sein Silvio die Degenführung gar nicht beherrscht. Okan Cömert als Truffaldino bricht inmitten der schönsten Clownerie in den Sein-oder-Nichtsein-Monolog aus. „Nur weil deine Karriere vorbei ist, brauchst du meine nicht zu zerstören“, herrscht ein Jungmime die arrivierte Kollegin Stemberger an. Jedenfalls, das Ganze ist der nackte Wahnsinn. Ein Zirkus, in dem jeder so gut er kann versucht, das Publikum durch Beiseitereden auf seine Seite zu ziehen und zum Komplizen für die ureigenen Interessen zu machen. Und in dem Okan Cömert die Glanznummer ist.

Der Vorjahresabsolvent des Max-Reinhardt-Seminars ist eine Theaterentdeckung. Zuletzt am Volkstheater in Thomas Köcks „Isabelle H.“ zu sehen, kann er nun endlich sein clowneskes Können ausspielen. Und wie. Cömert tanzt und rappt den Truffaldino, er singt, unter anderem Rossinis Figaro-Arie „Largo al factotum“ und halb „My fair Lady“, er schwankt zwischen subversiv und subaltern, und saust so von einem Herrn zu anderem.

Weil der Diener zweier Herren klassenkämpferisch den Kapitalismus für seine Zwecke zu nutzen sucht, muss er nämlich im Rundherum um den Kirchplatz einiges an Kilometern machen. Das ist die Strafe dafür, dass er nach Beatrices auch in die Dienste ihres Geliebten Florindo getreten ist. Florindo wird beschuldigt, deren Bruder Federico Rasponi getötet zu haben, und ist ergo geflohen. Als Mann verkleidet reist ihm Beatrice nach. Ohne dass die beiden Liebenden voneinander wissen, nehmen sie sich im selben Wirtshaus Zimmer. Truffaldino wird zu beider Diener und gerät so in zahlreiche Schwierigkeiten, aus denen er sich nur durch Lügen retten kann. Katastrophe sozusagen komödiantisch vorprogrammiert.

In diesem Setting gibt Horst Heiss einen auf Plateauschuhe gestellten Pantalone, was seine ohnedies schon imposante Erscheinung im Wortsinn noch weiter erhöht. Der Geschäftsmann mit dem dehnbaren Ehrbegriff hatte seine Tochter bereits dem Rasponi zugedacht, nach dessen Ableben verspricht er sie aber dem Silvio. Als nun Beatrice als Federico auftaucht, sitzt er in einer Patsche, für die nicht nur der eifersüchtige und stolze Silvio-Eiselt, sondern auch Alexander T.T. Mueller als dessen Vater Rache fordern. Der paragraphenfeste Dottore weiß sich dabei von Naemi Latzer als raunzig liebende Rosa unterstützt, deren Zofe Columbina wiederum, gespielt von Claudia Waldherr als kunterbuntes Kammerkätzchen, will den Truffaldino ehelichen. Beatrice, die durch Gaunerei zu ihrem Recht kommen will, und ihr schnöseliger Florindo, Daniel Keberle angetan als Ludwig-XIV-Klon, bilden das melodramatische Paar. Mit großer Spielfreude und viel Hang zur Skurrilität gehen die Schauspieler zu Werke. Sie machen Staneks Aufführung zum luftigen Sommerspaß, für den das Publikum schließlich mit viel Jubel und Applaus dankte.

Dass Truffaldino am Ende seinen Willen – und die Frau kriegt, ist klar. Columbina muss ihn nun nicht nur aus-, sondern auch erhalten. So wie Beatrice ihren mittellosen Florindo und Rosa den arbeitsscheuen Silvio. Denn freilich gibt’s ein dreifaches Happy End für die Herren. Vor allem Silvio hat das große Los gezogen. Sein Schwiegervater in spe ist schließlich, so sagt er, der „Kaufmann von Venedig“. Na dann. Ein Bravo allen Beteiligten!

www.festspiele-stockerau.at

Wien, 29. 6. 2016

Wiener Festwochen: Frank Castorf zeigt „Tschewengur. Die Wanderung mit offenem Herzen“

Mai 14, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Kakerlake im Wolfsblutjahrhundert

Tschewengur: Andreas Leupold, Wolfgang Michalek, Horst Kotterba, Manja Kuhl, Matti Krause und Astrid Meyerfeldt. Bild: Thomas Aurin

Tschewengur – räumlich beengt, geistig beschränkt: Andreas Leupold, Wolfgang Michalek, Horst Kotterba, Manja Kuhl, Matti Krause, Astrid Meyerfeldt und der unverzichtbare Kameramann. Bild: Thomas Aurin

Den Zuschauern, es wird ungefähr die Hälfte gewesen sein, die die Pause zur Flucht aus dem Museumsquartier nutzten, kann beruhigend hinterher geschickt werden, dass sie den besten Teil des Abends gesehen haben. Nach ihrem Abgang nämlich zerfaserte die Sache in allzu großer Beliebigkeit. Frank Castorf halt, er kann’s nicht lassen, der alte Büttenredner, immer hat er noch einen.

Und, ja, die sind ganz fabelhaft, Wassili Grossmanns Sonderkommando zwischen Shoah und Stalin, ein durchs Wolfsblutjahrhundert irrender Ossip Mandelstam, Dostojewskijs im Fliegenglas unerwünschte Fremdlingskakerlake, und doch werden Freund und Feind auf dem selben Misthaufen verrotten, und eine Paraphrase all dessen als pseudopuschkin’sche Ballettparodie – der besäbelte Revolutionär und sein tututragendes Ross, und eine Kabinettstückchensitzung im Kolchosenkomitee, aber ach … rundum wurden etwa zur Stunde vierdreiviertel die Augenlider schwer und der Schreckweck kam in Form eines tarantinesken Kunstblutbads … non homo, quom qualis sit non novit, für die, die’s noch immer nicht kapiert haben sollten: Frank Castorf ist sehr gescheit und wahnsinnig belesen. Das wird man doch bitte ausstellen dürfen!

Angefangen aber hat es wirklich schön. Von Mütterchen Russland und der Erzählkraft eines ihrer verlorenen Söhne überwältigt, schickte sich Castorf diesmal tatsächlich an eine Geschichte darzustellen, und zwar ziemlich exakt entlang der Handlung des Buches. Es schien, als sei der grumpy old man des deutschen Diskurstheaters diesbezüglich altersmilde geworden. So, liebe Kinderlein, kommt auf den Schoß von Onkel Frank, die Mädchen natürlich bevorzugt in Strapsen und Highheels, so viel Altherrenfantasie muss sein, und eine von euch wird auch ein Ei legen müssen – Wo ist eigentlich Alice Schwarzer, wenn man sie braucht? -, ruhig, Kleines, es war nicht einmal, es ist noch immer irgendwo auf dieser Erde … Castorf produziert filmische Bilder von überwältigender Kraft. Er malt Ströme aus Bewegung, aus Aktionen und den Gedanken. Ein Feuer zu Zeiten der Revolution, und was diese Revolution aus ihren Kindern macht. Seine Inszenierung „Tschewengur. Die Wanderung mit offenem Herzen“ ist eine Operation an eben diesem,  ein monumentales Gesellschaftsporträt, geschult an der Romanvorlage von Andrej Platonow.

Der Eisenbahnschlossersohn und Lokomotivführergehilfe, gestorben 1951 an jener Tuberkulose, mit der sich sein statt seiner ins Arbeitslager gesteckte Sohn infizierte, und mit der er sich bei dessen Pflege ansteckte, war glühender Kommunist. Er glaubte an die Idee, nicht jedoch an deren Umsetzung durch Stalin – und prangerte literarisch an, wie der spätere Diktator schon früh den Freiheitskampf der Bevölkerung zugunsten seines autokratischen Systems instrumentalisierte. Platonow wurde durch Totschweigen ums Leben gebracht. Gorki ignorierte seine verzweifelten Bittbriefe. Neben seine Kritik an Stalins Zwangskollektivierung, die Erzählung „Zum Vorteil“, schrieb der Führer der Massen persönlich das Wort „Lump!“. Platonow, der Unbekannte, weil Verbotene, wurde dennoch oder deshalb zur Ikone, zum Vorbild von Generationen junger Autoren. Sorokin, Pelewin, Kurkow, sie alle berufen sich auf ihn. Und wenn diese Anekdote nicht wahr ist, so ist sie gut erfunden: Kurz vor seinem Ende gab das Regime Platonow ein Gnadenbrot als Hausmeister in einer Moskauer Kultureinrichtung, und als er starb, weinten die tagtäglich dort aus- und eingehenden Studenten. Weil sie sich nun schämten, in dem alten, auf seinem Besen lehnenden, sie um Zigaretten anschnorrenden Mann nicht ihr Idol erkannt zu haben.

„Tschewengur“, begonnen im Winter 1926/27, handelt von den wahnwitzigen Folgen der konsequenten Anwendung einer Ideologie. Es ist ein philosophisches Gedankenexperiment, das hellsichtig tragische Entwicklungen des 20. und 21. Jahrhunderts vorwegnimmt. Es ist eine groteske Dystopie über Totalitarismus, mit genau jenem Maß an der dem Genre eigenen erschütternden Wahrheit, wie sie die Staatsmächtigen fürchten: der Roman wurde erst 1972 und auch nur in Teilen in Paris publiziert. Den roten Faden bilden die Erlebnisse der Hauptfigur Aleksandr Dvanov. Er wird von einem Parteifunktionär beauftragt, in einem bettelarmen südrussischen Steppengouvernement nach „sozialistischen Elementen des Lebens“ Ausschau zu halten. Bei seiner Reise durch die Armut und den Hunger begegnen ihm allerlei skurrile Charaktere, bis ihn seine Wanderung schließlich nach Tschewengur bringt, wo bolschewistische Fanatiker einen makabren „Kommunismus in einem einzelnen Bezirk“ organisieren und zu diesem Zweck die gesamte Einwohnerschaft massakrieren, um die Stadt dann mit einem in der Umgegend aufgesammelten „Proletariat“ zu besiedeln. Doch trotz aller Anstrengungen will sich die kommunistische Utopie nicht einstellen. Am Ende taucht eine maschinelle Armee zur Säuberung in der Stadt auf.

Tschewengur: Johann Jürgens, Matti Krause, Horst Kotterba und Wolfgang Michalek. Bild: Thomas Aurin

Im Kiosk gibt es bei Castorf Coca Cola statt Wodka: Johann Jürgens, Matti Krause, Horst Kotterba und Wolfgang Michalek. Bild: Thomas Aurin

Tschewengur: Astrid Meyerfeldt und Hanna Plaß. Bild: Thomas Aurin

Der Glaube an den Fortschritt: Astrid Meyerfeldt und Hanna Plaß spielen mit der Lokomotivenkirche. Bild: Thomas Aurin

Eine der Figuren ist der „Kommandeur der Feldbolschewiken“ Stepan Kopenkin. Er sucht als Ritter der Revolution auf seinem Pferd „Proletarische Kraft“ das Grab der von ihm angebeteten Rosa Luxemburg. Das ist deshalb wichtig, weil für diese traurige Gestalt extra eine Windmühle aufgebaut wurde – der Quichote mit dem Rosa-Porträt. Überhaupt hat Bühnenbildner Aleksandar Denić ganze Arbeit geleistet, ein dem Zerfall anheimgefallenes Mahnmal ist da entstanden, eine halbe Welt dreht sich im Kreis, mit Gulag-Stacheldrahtverhau und Wohnbarracke, mit Kiosk und Kinoleinwänden, mit Tschernobyl-Protestplakat, einem Schrottauto und einer Lokomotivenkirche.

Revolutionen sind laut Marx ja die Lokomotiven der Geschichte, und Glaube zieht sowieso immer, das weiß auch Gospodin Putin, und wir ahnen, wie dünn die Haut des Humanismus schon wieder ist. Dieses „Sieh die Lilien auf dem Feld“-Motiv zieht sich durch den Abend, Christentum und Kommunismus, das ist beides irgendwie jenseitig, so: guter Einfall, schlechte Ausführung. Ja, sagt Castorf, das Leben ist schon voller Wunder, wenn man nur naiv genug ist. Zu sagen, das alles hätte einen hohen Live-Schauwert, ist hingegen dahingehend übertrieben, als man live wenig sieht.

Live-Kameras und Tonangeln fischen nach den Schauspielern, das Wesentliche spielt sich im Bauch der Inszenierung ab, von dort werden die Bilder nach außen übertragen. „Da kann man uns auch sehen“, sagt eine Frau zu einem Mann, die beiden auf der Suche nach einem spitzelwesenfreien Platz für ein Schäferstündchen. Und auch darüber berichtet Castorf: Totalüberwachung als Allheilmittel. Der Bürger ist vor sich selbst zu schützen, damit der Staat sich nicht schutzlos fühlt. Es wird volksbühnentypisch viel geschrien, auch bei der Folter in der Lubjanka, wo Regisseur Wsewolod Meyerhold ein Geständnis für den ersehnten Gnadentod auf dem Schafott ablegt. Diese Szenen, und wie Andreas Leupold dessen Briefe vorliest und Wolfgang Michalek Schmerzen leidet, sind eigentlich kaum auszuhalten. Sie zählen zu den stärksten, ins Mark schneidenden Momenten dieser Arbeit. Die allerdings auch mit Humor nicht geizt. Platonow und Castorf, da haben sich zwei gefunden, die zueinander passen, wie der Arsch auf den Eimer, wie man in Deutschland so griffig formuliert. Castorf hat sich nicht nur mit Platonows nüchterner Ironie angefreundet, sondern sich auch dessen Sprache zu eigen gemacht. Der Kunstsprech aus hölzern-sozialistischen Wortungetümen und landtrampelig-absurder Erhabenheit beschreibt eine sinnentleerte propagandistische Phrasendrescherei, wie sie bis heute politsystemimmanent zu sein scheint.

Schostakowitschs Suite „Der Bolzen“ begleitet die schauspielerischen Gratwanderungen nach Tschewengur, auch die Musik eine Satire auf die proletarische Revolution und seinerzeit von der Zensur als „gesellschaftlich unbrauchbar“ eingestuft. „Red Rooster“ von Howlin’ Wolf hat Castorf auch auf dem Plattenteller, und die Stones, eh schon wissen: I stuck around St. Petersburg … immer schön Aufpassen auf den Schein und das tatsächliche Sein. Mit Assoziationspsychologie lassen sich wirklich tolle Doktorspiele anstellen. Und mit Coca Cola wird ein Säugling ertränkt. Der Große Terror des Kapitalismus, so viel Zeit muss sein! So mäandert der Abend von den alten Oktober-Quellen zum grausamen Überlebenden der Gegenwart. Und Astrid Meyerfeldt brüllt: „Ich akzeptiere keinen altgewordenen avantgardistischen Regisseur mehr!“

Johann Jürgens macht den Dvanov, Matti Krause erst mit Falsettstimme den egoistischen Parteisekretär Prokofij, dann die Kakerlake, die über Jürgens‘ angeschossenes Bein herfällt. Er haut ihm die Zähne ins blutige, weil bereits mit dem Messer operativ behandelte Glied. Castorf legt den sprichwörtlichen Finger sehr real in die realsozialistische Wunde. Auch das eine Ekelszene, kaum zum Aushalten. Was der Altmeister am Ende mit dieser Arbeit gesagt haben will, kann man sich aus seinem Konvolut aussuchen. In Österreich eine Woche vor der Bundespräsidentenwahl vielleicht: Vorsicht vor Weltverbesserungsversprechern. Versuche zur Neuordnung können schnell auch nach hinten losgehen, und dort steht immer das Volk. Utopistische Ideengebäude, die zu dessen Wohle dienen sollen, muss es deshalb besonders sorgfältig unter die Machbarkeitslupe nehmen. „Reden ist unser Privileg. Wenn wir ein Problem haben, das wir nicht durch Reden lösen können, dann hat alles keinen Sinn“, sagt Rosa Luxemburg. In diesem Sinne ist es wichtig, dass Frank Castorf und sein Theater weiterreden und immer weiter reden. Hingehen, hinhören. Auch auf die Gefahr hin, dass er einem wieder ein Ohr abkaut.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=m8rUnQnRkEQ

www.festwochen.at

Wien, 14. 5. 2016

Stadttheater Klagenfurt: „Familiengeschäfte“

April 19, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Henry Mason inszeniert Alan Ayckbourn

Familiengeschäfte. Bild: Arnold Pöschl

Das Ensemble der „Familiengeschäfte“. Bild: Arnold Pöschl

Am Stadttheater Klagenfurt hat am 28. April Alan Ayckbourns Komödie „Familiengeschäfte“ Premiere. Regie führt Henry Mason, der bei den Salzburger Festspielen zuletzt die „Komödie der Irrungen“ zeigte und am Stadttheater bereits „Die Dreigroschenoper“ inszenierte. Raphaela Möst, die umjubelte „Nora“ der Klagenfurter Inszenierung, kehrt in der Rolle der Tina Ruston zurück.

Mit ihr steht mit Claudia Kainberger, Heike Kretschmer, Doris Prilop, Isabel Schosnig, Stephanie Katharina Schreiter, Nikolaus Barton, Martin Bermoser, Christian Graf, Tim Grobe, Horst Heiss, Alexander Jagsch und Wolfgang Kraßnitzer ein hochkarätiges Ensemble auf der Bühne.

Jack ist einer, dem Moral und Werte noch etwas bedeuten. Als er die Möbelfirma seines Schwiegervaters übernimmt, ist er davon überzeugt, dass mit harter Arbeit, Leistung, Fairness und Vertrauen das Familienunternehmen wieder florieren wird. Doch schon bald folgt die Desillusionierung: Sämtliche Familienmitglieder sind in dubiose, aber profitable Nebengeschäfte verwickelt. Um den guten Namen des Unternehmens zu schützen, muss Jack nun die kriminellen Machenschaften der Familie nicht nur decken, sondern sie auch noch unterstützen.

Ayckbourn, dem Meister der britischen Satire dient die Familie als Modell einer Gesellschaft, die den Widerspruch zwischen Leistungsideologie und schamloser Selbstbereicherung nur noch zynisch und achselzuckend zur Kenntnis nimmt. Pointiert und mit galligem Humor führt er vor, wie die Familie den Charakter verderben kann und beweist einmal mehr, dass der familiäre Zusammenhalt mitunter nur so lange besteht, wie dabei Geld zu machen ist.

www.stadttheater-klagenfurt.at

Wien, 19. 4. 2016

TAG: Die Blendung

April 6, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Groteske Kasperliade mit Spukgestalten

Alexander Braunshör und Jens Claßen Bild: © Anna Stöcher

Einer die Kopfgeburt des anderen: „Büchermensch“ Jens Claßen hat Alexander Braunshörs „Kien“ im Nacken. Bild: © Anna Stöcher

Es beginnt mit einer Elias-Canetti-Anekdote. Ein Kind und der Literaturnobel- preisträger am Züricher See, ein Bücherpaket mit Widmung, und der Mensch, der „Büchermensch“, Schauspieler Jens Claßen, der stolzgeschwellt von dieser Begegnung berichtet, bereitet sich vor zur Lesung. Dies der Auftakt zu Margit Mezgolichs Inszenierung von „Die Blendung“ im TAG, und dies die Rote-Faden-Frage, die sich durch die gruselmärchenhafte Aufführung ziehen wird: Was ist echt? Und was nicht?

„Die Blendung“ ist Canettis literarisches Erstwerk, geschrieben 1931/32 unter dem Eindruck des Schattendorfer Urteils, ein sperriger, schwer zu lesender Roman mit entsprechend wenig Lesern. Die Masse liebt Dichte, nicht Dichtung. Mezgolich hat daraus eine luftige Bühnenfassung gemacht und diese als groteske Kasperliade mit Spukgestalten umgesetzt. Gespielt wird wie im Alt-Wiener Pawlatschentheater, schrill, schräg, skurril, mit Abrakadabra-Bühnentricks und Ah!-und-Oh!-Effekten. Das ist ganz zauberhaft und sehr unterhaltsam und gleichzeitig Anlass zur Anmerkung: ein wenig bedrohlicher und zeitpolitisch bedeutsamer, ein bissel abgründiger hätt’s schon sein dürfen. Canetti setzt seine absurden Situationen und burlesken Momente ein, um auf sein späteres Lebensthema zu kommen. Der Untergang des denkenden Individuums in einer dumpf-dummen Übermacht. Die hirnlosen Handlungen dieser Un-Menge bleiben bei ihm nie folgenlos. Sie münden vielmehr stets im Schrecken, in Fremd- oder Selbstverstümmelung, in Brutalität, in Kannibalismus, im Mord. In Opferung. Canetti hat das Komische auf seine grausame Kehrseite gewendet, und wenn sein Protagonist Kien das Heine-Wort „Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man am Ende auch Menschen“ spricht, möchte man das fast dystopisch nennen.

Mezgolich lässt diesen Wahnsinn aus und setzt statt dessen auf Irrwitz. Gewitzt hat sie sich einen Rahmen geschaffen, der auch dafür sorgt, dass ihre Bearbeitung nicht zu sehr aus der Prosa fallen muss. „Büchermensch“ Claßen trägt vor – und nach und nach entfaltet sich Kiens Studierstube. Darin tauchen sie auf, die Figuren, sie schlüpfen aus Kabinetten und Kästen und zwischen Sofapölstern hervor, es scheint, als hätte Mezgolich überall im Bühnenbild Schauspieler versteckt, und allesamt sind sie Claßens Kopfgeburten. Oder er die ihre? Das wird sich am Ende noch zeigen müssen, wer wessen Halluzination ist. Jedenfalls beginnt ein bunter Reigen an Schrecklichkeiten. Der „Büchermensch“ sieht sich umzingelt von Buchgestalten, immer mehr wird er in ihre Handlung hineingezogen werden, wird er sich nicht wehren können gegen Missverständnisse und Missliebigkeiten, wird er noch vor der letzten Seite um das Schicksal des Helden wissen und diesen in dieses stürzen sehen, und wird warnen wollen, aber nicht gehört werden, weil das Ende eben das Ende ist, und wird er am Schluss um sein eigenes Wohlergehen bangen müssen. Wie’s einem so geht mit Literatur. Sage noch einer, Lesen sei nicht gefährlich.

Alexander Braunshör und Petra Strasser Bild: © Anna Stöcher

Sprach- vs körperlicher Gewalt: Alexander Braunshör und Petra Strasser. Bild: © Anna Stöcher

Elisabeth Veit, Georg Schubert und Petra Strasser Bild: © Anna Stöcher

Die unheilige Dreifaltgkeit der Therese: Elisabeth Veit, Georg Schubert und Petra Strasser. Bild: © Anna Stöcher

Canetti beschreibt seinen Kien als „größten lebenden Sinologen“, der in einer Vier-Zimmer-Wohnung mit seiner 25.000 Bände umfassenden Bibliothek haust. Auftritt Haushälterin Therese Krumbholz, die den Bibliomanen aus seiner Bücherfestung an den Traualtar lockt und darob mit der Neugestaltung des Heims beginnt. Warum Kien die Krumbholz geheiratet hat? Weil der weltfremde, kauzige Wissenschaftler an das Bildungspotenzial des Menschen glaubte.

Die treue Therese allerdings ist nicht Kopfarbeiterin, sondern eine handfeste Materialistin, und so tobt bald ein erbarmungsloser Kampf um die Vorherrschaft in der gemeinsamen Wohnung und ein bizarrer Streit um ein gefälschtes Testament. Eine Million machen aus der eheüblichen Sprachverwirrung eine üble Wahrheitsverdrehung, und Mezgolich lässt die Haushälterin geldberauscht nur noch in Halbsätzen stammeln. Ihr Sprechen kennzeichnet Canettis Charaktere, er hat ihnen Sprachmasken angelegt. Mit Plattitüden und Allgemeinplätzen versucht Krumbholz Kiens Eloquenz Herr zu werden. Seine Sprachgewalt beantwortet sie mit körperlicher.

Alexander Braunshör und Petra Strasser spielen die hasserfüllten Eheleute ganz fabelhaft, wie alle Figuren sind sie weiß geschminkte Gespenster, er max-schreckig, sie durch die Hilfe von Elisabeth Veit und Georg Schubert bald aufgebläht zur unheiligen Dreifaltigkeit. Strasser bebt förmlich vor ungerechter Empörung, während sie, auch weil sexuell frustriert, dem als Liebesbettchen untauglichen Sofa die Bücher zum Fressen gibt. Bald steht jeder Band mit dem Rücken zur Wand und Braunshör flüchtet sich mit weit aufgerissenen Augen und abwehrenden Händen in eine Stasis. Quasi als Zermürbungstaktik. Der Unbewegliche, angeekelt von allem Analphabetischen, und damit von jedem außer sich selbst, bewegt sich nun gar nicht mehr. Das ist darstellerisch auf komödiantisch höchstem Niveau. Das TAG-Ensemble ist einmal mehr mit großer Spielfreude am Werk; Hausherr Gernot Plass hat eine Truppe um sich versammelt, von der man inmitten dieser gelungenen Saison bald annehmen möchte, dass sie beinah alles kann. Und Mezgolich weiß die Vielfalt der Talente bestens einzusetzen.

Elisabeth Veit, Alexander Braunshör, Georg Schubert, Elisabeth Koller, Marie Pfefferle und Melanie Frauendienst Bild: © Anna Stöcher

Im „idealen Himmel“: Elisabeth Veit als Fischerle, Alexander Braunshör, Georg Schubert, Elisabeth Koller, Marie Pfefferle und Melanie Frauendienst. Bild: © Anna Stöcher

Mit ihnen entwickelt sie Canettis Personal, denn letztlich ist das Bestechende an der „Blendung“ weniger der Plot, als das Panoptikum grauslicher Gestalten. Schubert legt den sadistischen Hausbesorger Pfaff, der Frau und Tochter in den Tod geprügelt hat, als „gmiatlichen“ Wiener Proleten an. Elisabeth Veit macht aus dem einbeinigen, buckligen Kleinkriminellen ein fast feinsinniges Fischerle. Claßen muss zu diesem Zeitpunkt schon als Möbelverkäufer Grob – nomen est omen – herhalten.

Melanie Frauendienst, Bernhard Kobler, Elisabeth Koller, Horst Lenes und Marie Pfefferle sind ein brutaler Pöbel und die ärgsten Elendsgestalten in der Bar „Zum idealen Himmel“. Konfuzius kommt auch vor. Und Kiens Bruder Georg. Und hier entgleitet Claßen die Geschichte. Wie Margit Mezgolich. „Die Blendung“, das Buch, ist fort – und ohne Vorlage … beginnt das Kapitel „Welt im Kopf“. Claßen und Braunshör im Infight über die Unsäglichkeiten, die männliche Geistesgrößen über die Frau gesagt haben. Von Buddha bis Mohammed, von Platon bis Goethe. Ein akademischer Überbau, der die bis dato durch nichts ins Kopflastige zielende Inszenierung unnötig überfrachtet. Es erschließt sich nicht, warum er an diese Stelle gequetscht wurde. Ansonsten nämlich geht alles seinen Gang. Der Bibliotheksbrand bricht aus und der „Büchermensch“ kauft Therese ein Milchgeschäft. Er kann nicht anders, er kommt nämlich sonst aus dem Stück nicht raus.

www.dastag.at

Trailer: vimeo.com/157658713

Margit Mezgolich im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=17836

Wien, 6. 4. 2016