WienDrama: Eisemann – Der Tänzer, der vom Himmel fiel

Juni 2, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein spannendes Stück Wiener Stadtgeschichte

Gioia Osthoff, Stefan Sterzinger und Patrick Seletzky Bild: © Nela Pichl

Die Eisemanns und ihr teuflischer Einflüsterer: Gioia Osthoff, Stefan Sterzinger und Patrick Seletzky. Bild: © Nela Pichl

Gioia Osthoff, Patrick Seletzky und Stefan Sterzinger. Bild: © Nela Pichl

Bereit für den großen Auftritt: Osthoff und Seletzky versuchen sich auch als Artisten. Bild: © Nela Pichl

Stefan Sterzinger und sein Akkordeon, das sind schon so Momente an diesem Abend. Der Musiker ist Mitspieler, ein Sänger der Moritat, deren Fortgang er selbst verursacht hat. Als Mephisto eines fast faustischen Pakts, der einmal mehr einen Menschen erst aufs Hochseil und danach in den Abgrund trieb. So stellt es zumindest der Wiener Dramatiker Bernd Watzka dar. Er hat für sein jüngstes Stück „Eisemann – Der Tänzer, der vom Himmel fiel“ viel Fantasie über einen tatsächlichen Todesfall gelegt. WienDrama hat den Text nun in der Regie von Markus Kupferblum und mit den Darstellern Gioia Osthoff, Patrick Seletzky und Stefan Sterzinger zur Uraufführung gebracht.

Josef Eisemann war Seiltänzer. Ein „Donauschwabe“, 1911 in Novi Sad geboren und in den 1930-Jahren bereits von Budapest bis Belgrad ein Star. Sogar eine internationale Filmkarriere stand ihm in Aussicht, als er in einigen Harry-Piel-Filmen als Double für den „tollen Harry“ agierte. Watzka nannte wohl mit viel Sinn für Hintersinn die Sterzinger-Figur nach dem politisch beweglichen Publikumsliebling.

Für Eisemann aber folgte mit voller Wucht der Zweite Weltkrieg, er wurde eingezogen, geriet in französische Kriegsgefangenschaft, wurde aus seiner Heimat vertrieben und landete völlig verarmt in Wien. Wo er angesichts der drückenden Not wieder zu trainieren begann. 1949 arbeitete er an seinem Meisterstück, einer Reihe von artistischen Aufführungen, bei denen er den Donaukanal von der Leopoldstadt in Richtung der heutigen Strandbar Hermann überquerte. Tag für Tag zeigte er tollere Kunststücke: „Spaziergang im Polkaschritt“, „Abendessen am Seil“, „Kopfstand am Fahrrad“ oder – besonders gewagt – den „Todessprung“, bei dem er von einem Sessel auf das Seil sprang. Glorreiche Schlussattraktion der Vorstellungen sollte am Abend des 17. Juli eine Kanalüberquerung zu zweit sein: Eisemann mit seiner 16-jährigen Tochter Rosa auf den Schultern. Berichtet wird über vielerlei Verhängnis, was aber passierte, ist bis heute ein Rätsel – die beiden stürzten in den Tod, direkt auf das harte Pflaster des Treppelwegs.

Patrick Seletzky ist ein großartiger Eisemann. Wie sich die Melancholie um seine Augen festgesetzt hat, gestaltet er sowohl die Verbitterung um ein verlorenes Zeitalter, als auch die Verzweiflung über ein verlorenes Leben. Zwar hat er das Seil gegen den Schneiderzwirn getauscht, aber zufrieden ist er damit nicht. Watzka erzählt von Jahren, in denen das Glück in Wien gerade wieder neu erfunden werden und Spektakel deshalb sein musste. Sterzinger lässt das Lied vom diesbezüglich flüchtigen „Vogerl“ anklingen, doch da gibt’s auch subtil angedachte aktuelle Bezüge. Die Erwerbsarmut, ein Flüchtlingsschicksal. So braucht’s nicht allzu viel, um Eisemann wieder zu dem zu überreden, was der Artist „kalkuliertes Risiko“ nennt. Der Künstler wie sein Publikum suchen die Sensation – und „Harry“ ist der Reporter dazu. Seletzky spielt das Spiel mit der Gefahr famos, halb zog sie ihn, halb sank er hin, er ist fast zu intensiv für den kleinen Spielraum im Schwarzberg, in dem die Premiere stattfand. Im Herbst wird er in zwei Produktionen an der Josefstadt zu sehen sein.

Josef Eisemann tanzt über dem Donaukanal. Bild: © Bezirksmuseum Landstraße

Josef Eisemann tanzt über dem Donaukanal. Bild: © Bezirksmuseum Landstraße

Gioia Osthoff spielt Eisemanns Tochter Rosa, im Kontrast zum Vater ist sie die verkörperte Lebenslust. Sie tanzt über die Bühne wie über den Himmel, Osthoff und Seletzky haben sich ein wenig Akrobatik angeeignet, das Artistenblut pulsiert in ihren Adern, und mit unbändiger Freude und dem dazu gehörigen kindlichen Egoismus will sie ihren Traum von Licht und Luft erfüllt wissen. Ihre Bühnenenergie ist die Folie, auf der verdeutlicht wird, wie sehr allein Eisemann mit seinen Selbstzweifeln ist. Mehr Action fordert sein Umfeld beständig, und auch das ist sehr modern. Watzkas Text ist mehr als die Schilderung eines tragischen Ereignisses, voll Ironie und Witz auch eine Analyse jener Kraft, die Künstler immer wieder antreibt. Als wär’s eine Art Selbstbespiegelung angesichts dieser kleinen, feinen Produktion.

Markus Kupferblum hat sein Ensemble einfühlsam und aufmerksam für all diese Zwischentöne angeleitet. Er lässt ihm Raum zu agieren, ohne es in der Historie zu verhaften. Dazu gibt’s den einen oder anderen Gimmick; von Konrad Stania ist ein Visual: die Skyline rund um die Urania verwandelt sich zum Seil über den Kanal. Die Schreckensminute wird schließlich Stefan Sterzinger erzählen, er wird sie aufschreiben für die Nachwelt. Lange erinnerte eine Marmortafel am Donaukanal an Josef und Rosa Eisemann. Was mit ihr geschah, ist ebenso unbekannt wie das weitere Schicksal von Eisemanns Frau und Sohn. Nun hat Bernd Watzka den Artisten ein Denkmal gesetzt. Als spannendes Stück Wiener Stadtgeschichte.

„Eisemann – Der Tänzer, der vom Himmel fiel“ wird bis Mitte Juni an unterschiedlichen Spielorten in ganz Wien aufgeführt; alle Termine:

wiendrama.wordpress.com

Wien, 2. 6. 2016

Theater in der Josefstadt: „Wie im Himmel“

November 8, 2013 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Titel ist Programm

Thomas Mraz (Holmfrid), Peter Scholz (Arne), Alma Hasun (Lena), Christian Nickel (Daniel Daréus), Therese Lohner (Siv), Sona MacDonald (Inger), Christian Futterknecht (Erik), Matthias Franz Stein (Tore) Bild: © Erich Reismann

Thomas Mraz (Holmfrid), Peter Scholz (Arne), Alma Hasun (Lena), Christian Nickel (Daniel Daréus), Therese Lohner (Siv), Sona MacDonald (Inger), Christian Futterknecht (Erik), Matthias Franz Stein (Tore)
Bild: © Erich Reismann

Denn „Wie im Himmel“ fühlt man sich tatsächlich. Das Theater in der Josefstadt zeigt Kay Pollaks oscarnominierten Film als Bühnenfassung – und beweist damit einmal mehr, was nicht mehr bewiesen werden muss: Dass das Haus über ein wunderbar harmonisches, bei dieser Produktion in doppelter Bedeutung: über ein im Einklang stehendes Ensemble verfügt. Auch Regisseur Janusz Kica und der für die Musik zuständige Komponist Kyrre Kvam sind ganz in ihrem Element. Der im Text beschworene „Grundton“ stimmt. piano bis mezza voce. Ohne, dass die Dynamik zu kurz kommt. Poetisch lyrisch, wenn zu Beginn Schneeflocken den Vorhang aufwehen, wenn der von einem Herzinfarkt aus der Laufbahn geschleuderte Dirigent Daniel Daréus in Unterwäsche in Embryohaltung da liegt. Einer, der neu geboren werden will, und auf diesem Weg Hebamme für eine Kleinstadt, für eine ganze Gesellschaft ist. Und dafür sforzato mit Gewehr, Axt und Fäusten bedroht wird. Da wird der Klang spröde, splitterig, steinhart. Dorffriede? Von wegen.

Christian Nickel spielt den Daniel. Ein Glück. Nickel kann von Geige bis Klavier sein musikalisches Talent ausleben – und erstmals auch einen Chor dirigieren. Der „Chor im Hemd“, musikalische Leitung: Andreas Salzbrunn, unterstützt die Josefstädter. Nickel rührt ans Herz, das seine Rolle bis zum Umfallen erschöpft hat. Was im Film Rückblende ist, erzählt er: seine Kindheit, der verspottete „Daniel mit der Fiedel“, seine von seinem Genie überzeugte und es fördernde Mutter, eine nicht mehr unter uns weilende, dennoch omnipräsente Figur, Grausamkeiten, die einen Bratscher in den Freitod trieben – der Perfektionist erwaretet auch von anderen Perfektion, Blitzlichtgewitter über dem Star, seine Rückkehr ins Heimatdorf. Warum? Er weiß er selber nicht. Und gerät als neuer Kantor des Kirchenchors in eine Spirale von Intoleranz, Verklemmtheiten, ständig läutenden Handys (diesmal auf der Bühne, nicht im Zuschauerraum) und Eifersucht – von den Männern wegen der Frauen; von den Frauen wegen Sex. Kica lässt statt Überblendungen mehrere Szenen gleichzeitig auf der Bühne zu: Vergangenheit – Gegenwart – erträumte Zukunft. Alte Freund- und Liebschaften brechen auseinander, neue entstehen . Doch was Daniel immer wollte, gelingt ihm schließlich: die Herzen des Publikums zu öffen. Der Preis dafür, ein Menschenleben.

In alto i nostri cuori. Sono rivolti al Signore.

Sursum corda. Habemus ad Dominum.

Die großartigen Spieler mit und Gegenspieler von „Daniel“ Christian Nickel sind: Peter Scholz als Arne, geschäftiger, geschäftsmäßiger Autotandler, wie seine Zunft es vorschreibt ein sympathisches Schlitzohr, der für den Chor große Pläne hat – Gesangswettbewerb im Wiener Konzerthaus! Thomas Mraz als sein von ihm verlachter Angestellter „Fettsack“ Holmfried, eine sensible Darstellung eines Außenseiters, der seinem Boss am Ende sagt: Ich vergebe dir. Der noch größere Außenseiter, „Dorftrottel“ Tore, der nach Daniels Gebot: Jeder der mitsingen will, darf, plötzlich Mitglied des Chors sein will. Eine glanzvolle Talentprobe von Matthias Franz Stein, der nicht in die Ich-spiele- einen-geistig-Behinderten-Falle tappt, weder zuviel noch zu wenig macht, sondern einfach liebenswert ist. „Erik“ Christian Futterknecht, der „Florence“ Maria Auersperg spät, aber doch seine Liebe gesteht. „Gabriella“ Maria Köstlinger, die von ihrem Mann „Conny“ Oliver Huether geprügelt wird. Köstlinger ist die zweite „Hauptrolle“ des Abends. Wie ihr der Chor Selbstbewusstsein gibt, wie sie sich emanzipiert, wie sie ihre Kinder nimmt und geht. Natürlich singt sie auch „Gabriellas Lied“. Trotzig. Schön. Vor der Pause. Furchtbar. www.youtube.com/watch?v=u2Vr1ODCUag Mit in alle Richtungen davongelaufener Wimperntusche in den Stäußelsälen aufzutauchen. Conny wird von ihr ablassen, als er ihren Halt in der Gruppe erkennt, er wird in Handschellen enden. Huether mit Tränen in den Augen. „Olga“ Maria Urban, die sich von Siv nicht mehr deren Willen aufzwingen lässt. Therese Lohner ist eine prächtige bigotte „Betschwester“, die die verdorbenen Sitten im Chor – einer liegt auf des anderen Bauch und horcht auf dessen Atmung! – anzeigen MUSS. Das hat was von Hexenjagd, auch wenn ihr Busen nach Daniel bebt. Verlangen ist eine Sünde. Weswegen sie „Lena“ Alma Hasun, ganz junges Ding und Daniels romantic interest, beim Pfarrer denunziert. Der, „Stig“, Michael Dangl, ein Unsympath, wird von Daniels Bewunderer zum größten Gegner. Innerlich versteinert, weil er glaubt, dass Gott das von ihm verlangt, sieht er seinen Einfluss über seine Schäfchen schwinden. Selbst in der Frisur zeigt sich der Gegensatz der beiden: Daniels weiche Locken vs. Stigs zur Haifischflosse gegelter Hinterkopf. Ausgerechnet seine Frau, „Inger“, Sona MacDonald, die dritte Protagonistin, ist die einzige Freidenkerin im Ort. Sie liebt Stig und will wieder geliebt werden, körperliche Hingabe, ein wenig Ekstase für den Hausgebrauch inklusive. Doch der ist nur in seinem Benehmen steif. Bei einem ausgelassenen Fest, bei dem Köstlinger Klavier, Futterknecht Schifferklavier und Scholz Stromgitarre spielen, verrutscht ihr das Hemdchen. Und der Pfarrer greift zur Flinte …

Typisch Protestanten. Dann schon lieber, wie Ottfried Fischer sagt, brachial barock katholisch.

Konfessionen? Egal. „Wie im Himmel“ bereitet all jenen zweieinhalb besinnliche Stunden, die noch bis zur Besinnungslosigkeit Erledigungen zu machen haben, bis „die besinnliche Zeit“ über sie hereinbricht. In diesem Sinne ist es auch stimmig, dass Kica anfangs ein paar Weihnachtsmänner über die Bühne jagt. (Nicht nur das ist) sehenswert!

www.josefstadt.org

www.mottingers-meinung.at/christian-nickel-im-gespraech

www.chorimhemd.com

Wien, 8. 11. 2013

Christian Nickel im Gespräch

November 7, 2013 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

„Wie im Himmel“ an der Josefstadt

Christian Nickel (Daniel Daréus) Bild: © Jan Frankl

Christian Nickel (Daniel Daréus)
Bild: © Jan Frankl

Nach dem Erfolg der letzten Spielzeit mit “Lady Windermeres Fächer” ist “Wie im Himmel”, Premiere am 7. November im Theater in der Josefstadt,  die zweite Zusammenarbeit von Christian Nickel und Regisseur Janusz Kica. 2005 wurde der erfolgreiche Kinofilm für den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert. „Wie im Himmel“  war der erste Film des Regisseurs Kay Pollak seit 18 Jahren. Pollak hatte die Regiearbeit 1986 aufgegeben, nachdem der schwedische Ministerpräsident Olof Palme nach einem Kinobesuch ermordet worden war. Nun kommt diese mitreißende, fast spirituelle Geschichte auch auf die Bühne  – mit viel Gesang! Inhalt: Der gefeierte Dirigent Daniel Daréus (Nickel) findet nach einem Herzinfarkt in seinem schwedischen Heimatdorf als Kantor des Kirchenchors eine neue Herausforderung. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fassen die Dorfbewohner Vertrauen in ihren neuen Chorleiter und der kleine Chor wächst und wächst … Neuer Zusammenhalt und Unterstützung treffen auf Sorgen und Probleme einzelner Chormitglieder, Bigotterie und Enge des dörflichen Lebens.

 „Musik heilt alle Menschen. Diese Sprache ist universell und überwindet alle Schranken. Das ist eine wunderbare Kraft. „Wie im Himmel“ erzählt von der inneren Reise eines Menschen. Ich wollte, dass das äußere Milieu, das heißt die Landschaft, die gleiche Reise zeigt. Zu Beginn sollte alles kalter, frostiger Winter sein. Am Ende ist es Sommer und alles steht in voller Blüte.“ Kay Pollak

MM: Das Thema von „Wie im Himmel“, könnte man sagen, ist das Herz.

Christian Nickel: Das stimmt buchstäblich wie bildlich. Der Charakter, den ich spiele, Daniel Daréus, ist ein Stardirigent, der nach einem Herzinfarkt in sein Heimatdorf zurückkehrt. Dort wird er Kantor des Kirchenchors – und öffnet auf eine neue Weise die Herzen der Menschen mit Musik. An einer Stelle im Text wird als Metapher über das „erschöpfte Herz“ philosophiert. Nun weiß ich nicht, in wie weit ein Herz medizinisch erschöpft sein kann, aber auf einer psychologischen Ebene ist das sicher möglich. In diesem Sinne haben mehrere Figuren im Stück ein erschöpftes Herz.

MM: Wie würden Sie den Grundton der Figur Daniel Daréus beschreiben?

Nickel: Als Dominantseptakkord in C-Dur – wobei C-Dur die anderen, weniger ihn selbst betrifft. Er ist ein Perfektionist bis zum Herzinfarkt, war zu sich selbst genau so „hart“ wie zu anderen. Da gibt es eine Rückblende, wo er einen Bratscher solo vorspielen lässt und vielleicht Unmögliches von ihm fordert, ihn dann sogar rausschmeisst, worauf hin der sich umbringt. Daniel hat eine dunkle Seite. Er ist entwurzelt, vor allem nach dem Tod seiner Mutter, sein Manager gab ihm einen Künstlernamen – eigentlich heißt er ja Olsson -, und ist auf der Suche nach sich selbst. Als er in seinem Dorf ankommt, hat ihn die schwere Krankheit sanfter gemacht, er will integrativ wirken. Deshalb sagt er: Jeder, der im Chor mitmachen will, darf. Auch – pardon – Dorftrottel Tore.

MM: Und das gefällt nicht allen. „Wie im Himmel“ ist auch das Psychogramm einer Gesellschaft, die in Bigotterie und von der Religion in Gestalt von Pfarrer Stig gefördertem Schamgefühl ertrinkt. Plötzlich kommt einer, der Erstarrungen löst. Ein Katalysator.

Nickel: Stimmt. Stig ist ein Gegenpol, will die Kontrolle über alles.Daniel geht es um die befreiende Kraft der Musik. Deshalb widerstrebt ihm auch der Gesangswettbewerb, an dem Arne, der ambitionierte Manager des Chores, unbedingt teilnehmen will. Daniel will die Macht, die Schönheit der Musik ausloten. Karriere und Ruhm hatte er schon und wurde davon sozusagen nicht satt. Damit muss man sich als Darsteller ins Benehmen setzen: Diesem Wechselspiel aus Angst und freudvollen Emotionen. Ich mag in diesem Zusammenhang besonders die Szene, wo Daniel die Chormitglieder dazu bringt am Bauch des anderen zu liegen, um dessen Atmung zu lauschen, um ein gemeinsamer Klangkörper zu werden.

MM: Die „Macht der Musik“ ist wohl eine, die man auch als Schauspieler heraufbeschwören möchte, weil es heißt: die Herzen anzurühren. Welche Macht hat Musik über Sie?

Nickel: Jede. Ich höre sehr viel Musik, spiele selbst ein wenig Geige und Klavier und ich trete sehr gern zusammen mit Musikern auf. Es war ein Riesenerlebnis, als ich mit Sir Roger Norrington und der Camerata Salzburg eine Tournée mit Egmont gemacht habe – als Sprecher mitten im Orchester – fantastisch!

MM: Das heißt, Sie streben Richtung Bassa Selim?

Nickel (lacht): Soll ich laut aussprechen, was mein Herz sich wünscht? Aber, wenn jemand auf die Idee käme …

 MM: Schon wieder das Herz! Eines scheint mir allerdings: Was Daniel fehlt, ist die Erdung. Er lebt nur in den Sphären der Kunst, hat sich von der „Normalität“ verabschiedet. Das kann auf die Dauer nicht gesund sein.

Nickel: Das denke ich auch. Zum Glück habe ich ein Leben neben dem Theater. Eine Familie, heißt: Kinder, die nicht nur mit Hausübungen auf mich warten, den Wald, die Berge, das Meer … Ich gehe gern segeln, auch wenn ich leider kein eigenes Boot habe …

 MM: Eine handwerkliche Frage: Bereitet man sich speziell darauf vor, einen Dirigenten zu spielen?

Nickel: Ich lasse mich fachlich beraten, ja, mache mir aber keine Illusionen über mein Niveau als Dirgent! Dazu eine Anekdote: Das Josefstadt-Ensemble wird gesanglich vom „Chor im Hemd“ unterstützt. Die sagen mir relativ beinhart, wenn ich etwas falsch mache. Einmal gab ich ein Handzeichen, das für sie offensichtlich sehr eindeutig war, also haben sie ganz aufgehört zu singen. Da war’s aus! Und ich wusste schlagartig um die eigene Wichtigkeit! (er lacht wieder).

 MM: Der Stoff „Wie im Himmel“ ist von Kay Pollak als Film konzipiert, 2005 für den Oscar in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert. Mikael Nyqvist spielt darin den Daniel. Kennen Sie die Vorlage?

Nickel: Ja, ich habe mir den Film angeschaut, als mir Herbert Föttinger die Rolle angeboten hat und war zunächst skeptisch, mochte ihn dann aber. Wie er zwischen der Enge des Pfarrsaals und der Weite der schwedischen Landschaft wechselt. Auch das Stück ist insofern filmisch geschrieben, als es aus vielen, kurzen Szenen besteht. Die Weite und den Atem der Landschaft müssen wir hier erfinden, da vertraue ich diesem Regisseur. Und es gibt ein wunderbares Ensemble.

MM: Kyrre Kvam macht die Musik; Janusz Kica macht Regie – ein hochmusikalischer Regisseur. Sie haben schon mit Luc Bondy, Karin Beier, Jan Bosse, Dieter Giesing, Thomas Langhoff, Peter Stein gearbeitet, führen selbst Regie. Was zeichnet Kica aus?

Nickel: Das ist meine dritte Arbeit mit ihm. Ich mag seine leise, bedächtige, dann wieder so erregte Art an die Dinge heranzugehen. Seinen Humor. Er ist wohltuend unaufgeregt. Und er versteht sehr viel von Musik, soweit ich das beurteilen kann.

MM: Weitere Pläne?

Nickel: Offen gesagt keine. Im letzten Jahr habe ich eine Sache nach der anderen gemacht und es gab kaum Zeit zum Luftholen. Auch ist mir diese Rolle sehr wichtig, da ist es mir ganz lieb, dass ich mich voll auf sie konzentrieren kann – ohne schon eine größere neue Aufgabe im Kopf herumspuken zu haben. Aber mein Hunger meldet sich meist sehr schnell.

ZUR PERSON: Christian Nickel wurde in Heilbronn geboren, wuchs in Hamburg auf und erhielt seine Schauspielausbildung in Berlin an der Ernst-Busch-Schule. Nachdem er 1997 als Primislaus in Grillparzers „Libussa“ in der Inszenierung von Peter Stein bei den Salzburger Festspielen debütierte, wurden für ihn die wichtigsten Stationen das Schauspiel Frankfurt/Main und das TAT, das Residenztheater in München und das Burgtheater in Wien, wo er fünf Jahre lang zum festen Ensemble gehörte und unter der Regie von Luc Bondy, Karin Beier, Jan Bosse, Dieter Giesing, Thomas Langhoff u. a. spielte. Einem größeren Publikum bekannt wurde Christian Nickel durch seine Darstellung des Faust auf der Expo2000 in Hannover in der Inszenierung von Peter Stein. In der letzten Saison spielte er am Residenztheater in München den Sala in Schnitzlers „Der einsame Weg“ (Regie Jens-Daniel Herzog) und den Theseus aus Sophokles‘ „Ödipus auf Kolonos“ am Berliner Ensemble/Salzburger Festspiele (Regie Peter Stein), in der laufenden Spielzeit gastiert er am Schauspiel Köln ebenfalls als Theseus in „Phädra“ von Racine/Schiller (Johannes Schütz). Seit 2003 ist er auch als Regisseur tätig und konnte nach seinem Stuttgarter Debüt mit „Emilia Galotti“ Inszenierungen in Hamburg, Salzburg, Karlsruhe und bei den Luisenburgfestspielen in Wunsiedel realisieren u. a. „Clavigo“, „Peer Gynt“, „Faust“, „Cyrano de Bergerac“, „Nathan der Weise“, „Antigone/Das Produkt“, „Die Vermessung der Welt“. Neben einigen Filmarbeiten (Hermine Hunthgeburt, Ottokar Runze, Joseph Vilsmaier, Heinrich Breloer u. a.) wirkte Christian Nickel in Hörspielproduktionen mit und wurde zu zahlreichen Lesungen eingeladen, oft in Verbindung mit Musik u. a. „Egmont“, „Ariadne“, „Tu Axion Esti“. Christian Nickel lebt mit seiner Familie in Wien.

www.josefstadt.org

Wien, 7. 11. 2013

Maresa Hörbiger lädt ins Theater zum Himmel

Juli 1, 2013 in Tipps

Sommerkultur mit Michael Heltau, Erika Pluhar, Maximilian Schell, Sandra Cervik und Otto Schenk

Maresa Hörbiger Bild: Theater zum Himmel

Maresa Hörbiger
Bild: Theater zum Himmel

Heuer (vom 5.Juli bis 1. September ) feiert das Theater zum Himmel im Hörbigerhaus sein fünfjähriges Jubiläum und begeht dieses mit einem wahren Feuerwerk an Stars. Das Sommertheater 2013 lockt mit einem Programm der Extraklasse, darunter zwei Einakter von Anton Tschechow als szenische Lesung in  hochkarätiger Besetzung.Vor fünf Jahren hat Maresa Hörbiger das Theater zum Himmel in ihrem Elternhaus eröffnet. Seither folgten viele KollegInnen ihrer Einladung auf der kleinen Bühne inmitten der Weinberge aufzutreten – einige von ihnen wurden zu „Fixsternen“  des Hauses „am Himmel“. Das Publikum hat das neue Theater mit Freude aufgenommen und die vielen treuen Stammgäste machen das Hörbigerhaus zu einer etablierten Institution. Zum Saisonauftakt gibt Alfred Dorfer sein Soloprogramm „bis jetzt“ gefolgt von Heinz Marecek, der an gleich zwei Abenden aus seinem Bestseller „Das ist ein Theater“ liest und erzählt. Neu im Programm: Herman Beil mit einer Lesung von Thomas Bernhards „Wittgensteins Neffe“ und Achim Benning im Gespräch mit Erika Pluhar über „Das Burgtheater“ – „Ein Monument österreichischen Schwachsinns“, wie Egon Friedell es einst ausdrückte. Auch Burgtheater-Doyen Michael Heltau, ist heuer wieder mit einen Liederabend zu Gast  im Theater zum Himmel. Er präsentiert Chansons, Operette und Wienerlieder begleitet von den Wiener Theatermusikern unter dem Titel „Auf d’Nacht Herr Direktor!“.Konstanze Breitebner, Johannes Dickbauer (Geige), Andreas Teufel (Harmonika) und Peter Havlicek (Kontragitarre) „schrammeln Kreisler“ – eine Hommage an den Meister, der diesen Sommer 91 geworden wäre. Wie immer dabei: Erika Pluhar – sie liest eigene Texte und singt Lieder (acapella!). Publikumsliebling Otto Schenk liest aus dem Werk eines seiner Lieblingsdichter, Rainer Maria Rilke und Wolfgang Hübsch erstmals im Theater zum Himmel mit dem Programm:  „Morgennatz, Ringelstern und andere“. Am 10. August gibt Oscarpreisträger Maximilian Schell dem Hörbigerhaus die Ehre. Er liest aus seinem neuen Buch „Ich fliege über dunkle Täler“ und erzählt aus seinem Leben. Dem großen österreichischen Schriftsteller Stefan Zweig, der letztes Jahr seinen 50. Todestag hatte, sind zwei Abende gewidmet: Maresa Hörbiger liest „24 Stunden aus dem Leben einer Frau“ und Joseph Lorenz liest „Amok“. Harald Serafin liest aus seinem Buch „Nicht immer war es wunderbar!“ und erzählt wunderbare Anekdoten. Den krönenden Schluss machen Sandra Cervik und Herbert Föttinger – sie waren schon in der ersten Saison dabei! – mit A.R. Gurneys „Love Letters“. Den Höhepunkt bildet an vier Abenden im August die szenische Lesung zweier Einakter von Anton Tschechow. Maresa Hörbiger, Konstanze Breitebner, Wolfgang Hübsch und Joseph Lorenz lesen „Der Heiratsantrag“ und „Der Bär“.

jöh! – Junges Ensemble Hörbiger:  „Romeo und Julia“

Nach fünf erfolgreichen Kindertheaterproduktionen im Hörbigerhaus gründen Maresa Hörbiger und Katharina Stockinger das Junge Ensemble Hörbiger: Hochtalentierte Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren spielen mit großer Leidenschaft die berühmteste Liebesgeschichte der Welt, mit den Instrumenten modernen Theaters inszeniert von Florian Brüggler und Christian Holemy. Theater das Jugendliche und Erwachsene verführt und berührt! Theater mit allen Sinnen zu erfassen, den emotionalen Kern eines Charakters zu begreifen und in der authentischen Darstellung einen Bezug zu sich selbst und zum eigenen Leben zu finden, sind die Ziele der Theaterarbeit des Jungen Ensembles Hörbiger. „In unserer  Romeo und Julia – Inszenierung wollen wir mit Hilfe Shakespeares Sprache, den Instrumenten modernen Theaters und der darstellerischen Kraft der Jugendlichen das Publikum berühren“ erklärt Initiatorin Mag. Katharina Stockinger das Projekt. Das Ensemble besteht aus neun hochbegabten Jungendlichen, die alle bereits erste Schauspielerfahrungen an den großen Bühnen Wiens, in Film und TV gesammelt haben. Premiere ist am Samstag, 15. Juni um 19:30 Uhr auf der Sommerbühne des Theater zum Himmel.

PROGRAMM-HIGHLIGHTS

Freitag, 5. Juli 2013

Alfred Dorfer „bis jetzt – solo“

Samstag, 6. Juli 2013

Heinz Marecek „Das ist ein Theater!“

Sonntag, 7. Juli 2013

Hermann Beil liest Thomas Bernhard „Wittgensteins Neffe“

Freitag, 12. Juli 2013

Achim Benning und Erika Pluhar

Das Burgtheater – „Ein Monument österreichischen Schwachsinns“ (Egon Friedell)

Samstag, 13. Juli 2013

Michael Heltau & die Wiener Theatermusiker

„Auf d’Nacht Herr Direktor!“

Freitag, 19. Juli 2013

Konstanze Breitebner, Johannes Dickbauer (Geige), Andreas Teufel (Harmonika) und Peter Havlicek (Kontragitarre)

„schrammeln Kreisler“ – eine Hommage an den Meister in Liedern und Texten

Samstag, 20. Juli 2013

Maresa Hörbiger liest Stefan Zweig „24 Stunden aus dem Leben einer Frau“

Freitag, 2. August 2013

Erika Pluhar: Lieder und Texte

 Sonntag, 4. August 2013

Otto Schenk liest Rilke

 Freitag, 9. August 2013

Wolfgang Hübsch „Morgennatz, Ringelstern und andere“

Samstag, 10. August 2013

Maximilian Schell „Ich fliege über dunkle Täler. Mein Leben“

Donnerstag, 22. August 2013 PREMIERE

Maresa Hörbiger, Konstanze Breitebner, Wolfgang Hübsch, Joseph Lorenz

Anton Tschechow: „Der Heiratsantrag“ / „Der Bär“

Sonntag, 25. August 2013

Joseph Lorenz liest Stefan Zweig „Amok“

 Donnerstag, 29. August 2013

Harald Serafn „Nicht immer war es wunderbar!“

Sonntag, 1. September 2013

Sandra Cervik und Herbert Föttinger

Albert Ramsdell Gurney: „Love Letters“

Beginn jeweils 19:30 Uhr (Einlass: 18:00 Uhr)

Bei Schönwetter im (überdachten) Innenhof des Hörbigerhauses. Bei Schlechtwetter im Salon im ersten Stock.

www.theaterzumhimmel.at

Von Michaela Mottinger

Wien, 1. 7. 2013

Kevin Powers: Die Sonne war der ganze Himmel

April 16, 2013 in Buch

Im Krieg gibt es nur Verlierer

Der heute 32jährige Irakkriegsveteran Kevin Powers erzählt in seinem ersten Roman von seinem Irak-Einsatz, verlorener Unschuld, Angst, dem Sterben und der Nichtverarbeitung seiner Kriegserlebnisse. Denn der Krieg ist kein Spiel. John Bartle, so sein Alter Ego, ist weder Held, noch Musterbeispiel des tapferen Soldaten, der für die Freiheit (?) der Welt kämpft, sondern froh ist, am Ende, noch einmal heil davongekommen zu sein. Kitsch und Pathos haben da keinen Platz.

u1_978-3-10-059029-9Geschickt spielt Powers mit den Jahren und Kontinenten – dem Kriegseinsatz im Irak, dem Ausbildungslager in New Jersey, der Rückkehr in seine Heimat – all das in den Jahren zwischen 2003 und 2009.
Mit 21 Jahren wird der Private, der sich freiwillig gemeldet hat, um „endlich ein Mann zu sein“, nach Tal Afar im Irak, nahe Ninive, geschickt, wo er 2004 und 2005 alle Kriegsgräuel erlebt. Und die haben ihn zu einem seelischen Krüppel werden lassen. Er berichtet von Patrouillengängen in den Irrgärten finsterer Gassen, von Schlachten in Häuserschluchten, von ohrenbetäubendem Explosionslärm der Mörsergranaten und sprengstoffgefüllten „Körperbomben“, vom jämmerlichen Verrecken, aber auch vom Besuch eines Oberst, der den Soldaten erklärt, dass Sterben fürs Vaterland eine Ehre ist. Doch „When the going get’s tough“ … verabschiedet sich auch der Oberst mit seinem obligatorischen Journalistenteam rasch. Nicht politischer oder religiöser Fanatismus sind der thematische Treibstoff dieser erstaunlichen Prosa, sondern die Frage, wie der Krieg die Menschen verändert. Damit steht das Werk des Amerikaners in der Tradition großer Antikriegsromane, in einer Reihe mit Erich Maria Remarques „Im Westen nichts Neues“ und „Heldenangst“ von Gabriel Chevallier. Und bei manchen Szenen muss man unweigerlich an Kathryn Bigelows großartigen Film „The Hurt Locker“ denken: So drastisch führt Powers dem Leser das Grauen des Krieges vor Augen.

Der vielfach ausgezeichnete Roman zeigt aber nicht nur ein Land im Krieg von seiner verletzlichen Seite, sondern erzählt auch die Geschichte einer Freundschaft, poetisch und schmerzlich schön. Denn da gibt es auch noch Daniel Murphy, „Murph“, der John im Ausbildungslager zu seinem Freund auserkoren hat – ein kleiner, schmächtiger Junge von gerade einmal 18 Jahren – und der ihm nicht mehr von seiner Seite weicht. Zehn Monate harren sie gemeinsam mit ihrer Einheit in der Provinz Ninive in der Gluthitze aus. Beide kennen das Gefühl der Ohnmacht, das einen im Gefecht ereilt, sehr genau: Und keiner will das 1.000 Opfer sein. Was beide am Leben hält ist ihre Angst – und ein Versprechen, das John Daniels Mutter gegeben hat: Er wird auf den 18jährigen aufpassen, was immer kommen mag, und ihn wieder heil zurückbringen. Doch als Murph erfährt, dass seine Freundin in den USA ihre Beziehung beendet und auch noch eine von ihm verehrte Militärärztin bei einem Mörserbeschuss getötet wird, hält er dem Druck nicht mehr stand. Er verfällt dem Wahnsinn und John kann sein gegebenes Versprechen nicht einhalten.

Entlassen aus der US Army und zurück in Virginia, im „Land of the Free“ und der unbegrenzten Möglichkeiten, empfindet Bartle nur mehr vollkommene Fremdheit.  Denn je weiter er sich von seinen Erinnerungen vom Krieg entfernt, desto deutlicher werden sie. Unfähig, in den Alltag zurückzukehren, traumatisiert, heimgesucht von peinigenden Erinnerungen, verwahrlost er zusehends – am liebsten möchte er sich auflösen. Geworden ist aus ihm ein Wrack, der über die Rede vom „Krieg als großer Vereiner“ nur lachen kann. „Der Krieg“, schreibt Kevin Powers, „bringt unzählige Solipsisten hervor“, die sich insgeheim freuen über den Tod ihrer Kameraden, weil der sie dem eigenen Überleben ein Stück näher gebracht hat. Doch auch in seiner Heimat holt Bartle der Krieg am anderen Ende der Welt wieder ein.

Über den Autor: Kevin Powers war von 2004 bis 2005 als US-Soldat im Irak stationiert, wo er als Maschinengewehrschütze in Mosul und Tal Afar kämpfte. Aufgewachsen in Richmond, Virginia, studierte er an der Virginia Commonwealth University und der University of Texas, Austin, wo er Poetry Fellow am Michener Center war. „Die Sonne war der ganze Himmel“ ist sein Romandebüt. Es wurde zum New York Times-Bestseller und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Kevin Powers: “Die Sonne war der ganze Himmel“, Roman, 240 Seiten, Fischer Verlag, aus dem Amerikanischen von Henning Ahrens.

www.fischerverlage.de

Von Rudolf Mottinger

Wien, 16. 4. 2013