Nesterval: „Goodbye Kreisky – Willkommen im Untergrund“ als interaktive Live-Zom-Version

November 26, 2020 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Wahlgrotesken ist …

Astôn Matters als Patrizia Rot, Tochter der Goodbye-Kreisky-Gründerin Gertrud Nesterval (l.) mit den BedROTen und dem Analyseteam. Bild: © Alexandra Thompson

Da dies die Besprechung einer Nesterval-Produktion ist, die frohe Botschaft zuerst: Für die Performances bis 12. Dezember gibt es noch Tickets. Und derer sollte man sich gleich mehrere sichern, hat man doch bei der gestrigen Uraufführung gerade mal acht von 80 Szenen gesehen – wie man danach in der Zoom-Plauderei erfährt. Denn der Spezialtrupp für immersive Theaterformen nützt, wie beim mit dem Nestroy-#Corona-Spezialpreis ausgezeichneten „Kreisky-Test“

(Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=39561), auch fürs zweite Lockdown-Abenteuer die Meeting-Plattform. Dessen Kenntnis ist keine Vorbedingung für „Goodbye Kreisky – Willkommen im Untergrund“. Mit dem Mail zum Teilnahmelink erhalten die Zuschauerinnen und Zuschauer jenen zu einem Filmessay von Jonas Nesterval, ein Was-bisher-Geschah über seine buchstäblich vom Erdboden verschluckte Mutter Gertrud, plötzlich auftauchende Briefe, Pläne, Paranoia wegen diffuser Bedrohungen, ein in jeder Hinsicht fantastisches Projekt …

Kurz, die mittels Gertrud Nestervals Kreisky-Test auserwählten Bewohnerinnen und Bewohner eines sicheren und sozialdemokratischen Utopia, das heißt: deren letzte Überlebende, wurden dieser Tage bei Bauarbeiten am Karlsplatz ausgegraben. Mehr als 50 Jahre waren sie in der dem U-Bahn-Bau untergeschmuggelten Anlage insoliert, in dieser 200 Meter tief gelegenen Stadt unter der Stadt, nun, da sich der Nesterval-Fonds für die Findlinge verantwortlich fühlt, wurden sie in eine geheime „Arena“ gebracht.

Wo wenige Auserwählte, das Publikum in sechs Gruppen à  zwölf Personen, sie live und in Farbe beobachten dürfen, ja, müssen, gilt es doch in enger Zusammenarbeit mit dem Analyseteam über das weitere Schicksal der „psychisch wie physisch fragilen“, nunmehr von 50 Kameras „beschützten“ BedROTen zu entscheiden – und anschließend die Rechtmäßigkeit der Geschehnisse zu bestätigen. Da sträuben sich erstmals die Nackenhaare, in Arenen ist – siehe argentinische Militärjunta – schon eine Menge Böses passiert.

Die Bergung der Pflegerin Ludowika Weiß: Rita Brandneulinger. Bild: © Lorenz Tröbinger für Nesterval

Special Guest Eva Billisich als Analyse008_Daniela. Bild: © Lorenz Tröbinger für Nesterval

Die VersorgerInnen: Romy Hrubeš mit Martin Walanka und Johannes Scheutz. Bild: © Lorenz Tröbinger für Nesterval

Gertrud Nesterval mit dem Nestroy Corona-Spezialpreis: Astôn Matters. Bild: © Alexandra Thompson

Und dem Familienfonds für karitative Zwecke, gegründet, man erinnere sich, von Martha Nesterval als eine Art Wiedergutmachung für das Treiben der Sippschaft im Dritten Reich, nämlich der Herstellung von Waffen unter Einsatz von Zwangsarbeitern, ist ohnedies nur bedingt zu trauen. Aber schwupps, schon hat einen Analytikerin Alexandra, Spielerin Julia Fuchs, zur Nummer 606 der entsprechenden Kommission gekürt, und nicht ohne Stolz möchte man erwähnen, dass man von deren anderen Mitgliedern alsbald zur Sprecherin gewählt ward.

Wahl – das ist das Thema. Denn die Vorsitzende Maria Grün, dargestellt von Performerin Alexandra Thompson, die diese Funktion seit Gertruds Ableben im Jahre 1997 innehat, wirkt zunehmend vergesslich, verwirrt, rücktrittsreif. Befindet der Rat der Frauen, Männer haben nämlich in Gertruds Unterwelt nichts zu melden, der Rat, in den jeder Clan eine Vertreterin entsendet. Als da wären: Rot, die VerwalterInnen, Patrizia und Ehemann Theo, sowie die gemeinsamen Kinder Franka, Roberta und Maggo – Astôn Matters, Alkis Vlassakakis, Laura Hermann, Michaela Schmidlechner und Willy Mutzenpachner.

Grau, die Ideologinnen, die Schwestern Viktoria und Raffaela – Miriam Hie und Claudia Six. Weiß, die PflegerInnen-Geschwister Ludowika, Anna und Erich – Rita Brandneulinger, Chiara Seide und David Demofike. Schwarz, die VersorgerInnen, Petra und ihre Was-auch-immer Jannik und Julian – Romy Hrubeš, Martin Walanka und Johannes Scheutz. Die Koproduktion mit brut Wien wie stets angeleitet von Herrn Finnland und Frau Löfberg, und im Analyseteam Christopher Wurmdobler als Jonas Nesterval und Special Guest Eva Billisich.

Verantwortliche für Kunst und Kultur gibt es keine, KünstlerInnen wurden von Gertrud als nicht systemrelevant erachtet, „Kunst kann man machen, wenn die Arbeit vorbei ist“, befindet Patrizia Rot, und wiewohl man gebeten wurde, nicht zu spoilern, darf man verraten, dass sie der großen Vorkämpferin leibhaftige Tochter ist. Dieser (no na) wie aus dem Gesicht gerissen, und weder psychisch noch physisch fragil, sondern voll des süffisanten Anspruchsdenkens. Aufzug wie Aufmarsch sind militärisch, die Frauen starken Willens, die Männer unemanzipiert und rechtlos. Ein wenig gemahnt das Setting an die Siebzigerjahre-Serie „Star Maidens“ mit Pierre Brice über ein Alien-Matriarchat, in dem die Männer in „Die Abhängigen“ und „Die Unfreien“ aufgeteilt waren.

Vorsitzende Maria Grün und Truppe: Alexandra Thompson, Miriam Hie, Astôn Matters als Patrizia Rot (Mi.) und Chiara Seide. Bild: © Lorenz Tröbinger für Nesterval

Das folgende Macht-Spiel um die neue Führungsfrau ist spannender als es „Der Kreisky-Test“ war, wenn auch mit weniger Interaktion, da mit den BedROTen kein Kontakt aufzunehmen ist. So gilt es für die Kommission – bestehend aus stimmberechtigten Frauen, nicht stimmberechtigten Männern, vier ins Bild drän- genden Katzen, einem Hund mit Streichelbedarf, sechs Flaschen Wein, zwei Bier et al./kohol– zu beschließen:

Wem folgen, welchen Weg einschlagen, welcher davon ist ein Irr- oder Ab-? Wie in jedem guten Thriller ist frei nach Hitchcocks Lehre kein Hinweis null und nichtig. Die innerfamiliären Konflikte, ältliche Despotinnen, junge Revolutionärinnen, Papakinder, Geschwisterzwistigkeiten, heimliche Liebespaare, Verschwörerzellen, Fluchtwillige, Fortschrittsverweigerer, Zukunftspessimisten, ihnen allen sollte die Kommission genau zuhören, um zu einem Schluss zu gelangen. Und so robbt man durch politische Grabenkämpfe diverser „demokratisch legitimierter“ Leitfigurinnen, angesichts deren Sesselsägerei jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen heimischen Wahlgrotesken eh-schon-wissen ist.

Im digitalen Kämmerlein hat die Kommission schließlich die Chance, sich zu besprechen und ein Votum abzugeben – und siehe, was der/dem einen Sekte, ist der/dem anderen ein sozialistisches Paradies, jedoch: was ist eigentlich diese „lukrative und vielversprechende“ Idee, die der Nesterval Fonds für die Überlebenden anpreist? „Goodbye Kreisky – Willkommen im Untergrund“ ist ein sozialistischer Spaß, und am Ende so zynisch, wie es nicht einmal Walt Disney erfinden hätte können. Nach einem im Wortsinn geistreichen Schlussgag, gibt’s als Belohnung via E-Mail einen weiteren Geheimlink vom Feinsten.

Und statt des Nesterval-üblichen Zusammensitzens ein virtuelles Get-Together mit den anderen Kommissionen, den Back-ups und dem Analyseteam. Bei dem von jenen Gruppen, die einen anderen Weg als die eigene eingeschlagen haben, allerlei Wissenswertes über beispielsweise eine rituelle Waschung der Männer oder das Zusammentreffen der Gertrud-Nachkommen Jonas und Patrizia zu erfahren ist. So wurd’s mit Performance und Plauderei beinah 23 Uhr, bis man den Zoom-Raum endlich verließ. Mitte März soll ein Zusammenschnitt der besten Goodbye-Kreisky-Momente auf der Nesterval-Webseite folgen. Da hofft man natürlich, mit einem speziellen „Auftritt“ dabei zu sein. Freundschaft? Freundschaft!

Trailer: www.youtube.com/watch?v=n9d0HrRlGeU           vimeo.com/456901428           brut-wien.at           www.nesterval.at

  1. 11. 2020

nitsch museum Mistelbach: Neue Arbeiten

Juni 13, 2020 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Ab 1. Juli sind Werke der aktuellen Malperiode zu sehen

Hermann Nitsch vor seinen jüngsten Werken. Bild: nitsch museum Renate Heger

Ab 1. Juli ist das nitsch museum Mistelbach wieder für Besucherinnen und Besucher geöffnet und präsentiert die Schau „Hermann Nitsch – Neue Arbeiten“. Gezeigt werden an die 80 großformatige Bilder des Universalkünstlers aus den beiden jüngsten Malperioden, der 81. und 82. Malaktion. Sie sind alle im Zeitraum von Juli 2019 bis April 2020 entstanden. Diese aktuellen Arbeiten bestechen durch völlig neue, leuchtende Farb-

kompositionen, inspiriert von Pfingstrosen und anderen Frühlingsblumen. In der Kapelle des Museumsareals werden Visualisierungen der Nitsch Sinfonien zu sehen sein. „es macht mir grosse freude mich bei meinen arbeiten, die ich als achtzigjähriger noch herzustellen vermag, auf die blumenfarbige leuchtkraft der geschmierten farbsubstanz zu konzentrieren. mehr denn je ist mir die auferstehung ein prinzip“, so Hermann Nitsch.

Michael Karrer, der künstlerische Leiter des nitsch museum, sagt als er die Arbeiten sah: „Ich war überwältigt. Nitsch bediente sich der Farben der Blumen und wollte nicht nur deren Farbpalette, sondern vielmehr das Licht dieser Blumen einfangen. Es entstanden Farbklänge des Lichts, die eine gewohnt opulente Farbsubstanz ergänzten.“ Nitsch überrascht in dieser Ausstellung mit einer üppigen Farbpalette aus leuchtenden Tönen, bei der intensive Farbcluster mit reliefartiger Haptik auf eine transzendente Leichtigkeit treffen. Es entstand ein unverwechselbarer Auferstehungszyklus im Werk von Hermann Nitsch. Gemeinsam mit Werken aus anderen Disziplinen und den Malzyklen zeigt das nitsch museum nun eine Gesamtinstallation.

Bild: nitsch museum Renate Heger

Bild: Manfred Thumberger

Bild: Manfred Thumberger

Bild: Manfred Thumberger

„Die Malerei von Nitsch wurde in den letzten Jahren deutlich lebensbejahender und freudiger, dies ist auch in den Bereichen seiner Musik und seiner Aktionen zu bemerken.  Sein aktuelles Werk ist wach, weise und reif, intensiv, konzentriert, rein und gewissermaßen ,leicht‘ zugleich. So wie Nitsch in seiner Musik eine Sphärenmusik anstrebt, so bündelt er in seiner Malerei das Licht der Farben, denn Farben und Licht sind für Nitsch eine Angelegenheit der Auferstehung“, so Michael Karrer.

Die Präsentation in der Kapelle des Museumsareals widmet sich der Musik von Hermann Nitsch. In Kooperation mit dem Institut für Schallforschung der Akademie der Wissenschaften werden Sinfonien des Künstlers mithilfe eines Spektrogramms visualisiert. Die einzelnen Töne und deren Frequenzen werden dabei bildlich in Form von Linien dargestellt. Auf der vertikalen Achse wird der Zeitverlauf der Töne, auf der horizontalen Achse der entsprechende Frequenzverlauf festgehalten.

Hermann Nitsch – Neue Arbeiten. © Hermann Nitsch, Bild: Manfred Thumberger

Das nitsch museum Mistelbach
Das nitsch museum in Mistelbach/Niederösterreich ist eines der größten monografischen Museen in Österreich. Seit seiner Eröffnung im Jahr 2007 wird das umfassende künstlerische Werk von Hermann Nitsch in jährlich wechselnden Ausstellungen präsentiert.

Der Künstler selbst lebt und arbeitet in der Region, auf seinem Schloss in Prinzendorf an der Zaya. Parallel zu den Ausstellungen lädt das Museum zu begleitenden Podiumsdiskussionen, Gesprächen, Workshops … Das ehemalige Fabriksgelände wurde vom Architektenteam archipel architektur + kommunikation in Zusammenarbeit mit dem Künstler als Museum adaptiert und als eine Art Klosteranlage gebaut.

www.nitschmuseum.at           www.nitsch.org

13. 6. 2020

Die Maßnahme – eine Webserie

Juni 6, 2020 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Irre Ladies-Comedy über eine Online-Zwangsgruppe

Laura Hermann, Claudia Kottal, Constanze Passin, Alev Irmak, Anna Kramer und Suse Lichtenberger. Bild: Screenshot – Trailer „Die Massnahme“

Da sitzen sie also vor ihren jeweiligen „Endgeräten“, die sechs Teilnehmerinnen, nehmen an den regelmäßigen Zoom-Meetings teil, laden Wochenaufgaben hoch und fragen sich leicht verwundert, wie sie eigentlich dazu gekommen sind: Wer ist diese ominöse Frau Dr. Novak? Nimmt sie je an den Sitzungen teil oder hat sie eine geheime

Überwachungsfunktion? Wer erstellt die wöchentlichen Tests? Wie locker sind die Lockerungen? Und: Halten sie alle das durch? „Die Maßnahme“ heißt die erste österreichische Comedy-Webserie in #Corona-Zeiten, die derzeit quasi in Echtzeit entsteht. Vor etwa einem Monat haben die Schauspielerinnen Laura Hermann, Alev Irmak, Claudia Kottal, Anna Kramer, Suse Lichtenberger und Constanze Passin beschlossen, ihre kreativen Impulse nicht von Dreh- und Theaterstopps ausbremsen zu lassen – et voilà!

mottingers-meinung.at hat die Pilot-Doppelfolge, die am 8. Juni um 12 Uhr online geht, vorab gesehen, Titel: „Bin ich hier richtig?“, nach wie vor herrscht Pandemie-Panik, und ein nicht näher benamstes „Amt“ hat den Damen-Sechser veranlasst, ein ebenfalls nicht genauer definiertes Programm zu absolvieren.

Anna Kramer ist die sensibel-souveräne Philosophin Sabine. Bild: Screenshot – Trailer „Die Massnahme“

Claudia Kottal ist die mittelschwer konfuse, liebeskranke Ricky. Bild: Screenshot – Trailer „Die Massnahme“

Auf höchst humorvolle, irrwitzig-rasante und hochaktuelle Art schlüpfen die Darstellerinnen in die Rollen einer ziemlich divergenten Zweckgemeinschaft, die Virus- und andere Krisen, Liebesgeschichten und Familienalltag, und jetzt auch noch zusätzlich die Aufgaben der „Maßnahme“ unter einen Hut bringen muss. „Sie unterliegen den strikten Richtlinien des Programms. Jeden Freitag muss der Upload der jeweiligen Wochenaufgabe jedes Teilnehmers bei uns eingehen, um die Teilnahme an der Maßnahme zu sichern“, sagt die strenge Stimme aus dem Off –  und schon machen die sechs sich daran, dies zu tun, wiewohl die erste Aufgabe mit einer tropischen Frucht zu tun hat, die im situativen Kontext einzuordnen den Frauen schwerfällt …

Und so stellt man sich einander vor: Laura Hermann als Margarete, eine kesse Rothaarige, die gleich ungeniert Werbung für die väterliche Fleischerei macht; was Wunder, dass sie in ihrer Küche sitzt und ihre diesbezüglichen Künste preist, will sie doch den selbstgemachten Wurstaufschnitt endlich mit einem – vorzugsweise katholischen – Mann teilen; also hält sie zur Eigen-PR mit dem Marienmedaillon auch ihren Ausschnitt in die Kamera. Claudia Kottal als mittelschwer konfuse Ricky, die sich an ihr neues WG-Leben mit einem Mann gewöhnen muss, obwohl sie doch viel lieber bei ihrer sie abserviert habenden Ex-Freundin wäre. Constanze Passin als trendige Großstädterin Mia, die nun unnatürlich-fröhlich-überdreht auf einer Treppe zwischen Gummibaum und Gebirgsgemälden sitzt, weil sie sich „am Land“ um die als doch so rüstig gerühmte Omi kümmern muss.

Constanze Passin ist die trendige Großstädterin „am Land“ Mia. Bild: Screenshot – Trailer „Die Massnahme“

Suse Lichtenberger ist die Burnout- und Homeschooling-Kids gebeutelte Elke. Bild: Screenshot – Trailer „Die Massnahme“

Alev Irmak als die toughe, im hippen Gangsta-Style gekleidete Jenny, die vor Kurzem von Wien nach Berlin gezogen ist, und nun zwischen hiesigem Mundwerk und dortiger Schnauze hin und herwechselt, eine, die gern zeigt, wer sie ist und weiß, wann’s genug ist. Anna Kramer als sensibel-souveräne Philosophin Sabine, der der Lockdown offenbar grade recht kommt, denn ihre Pflanzen brauchen auch Zeit. Und – ganz groß – Suse Lichtenberger, die als Elke im Regen vor ihrem Ferienhaus steht, wobei was von Burnout zu vernehmen ist, Ehemann und zwei homeschooling Kindern, für die sie Schulunterlagen ausdruckt und ausdruckt und ausdruckt, und die eigentlich gar keine Zeit für #Corona hat …

Das Kollektiv Hermann, Irmak, Kottal, Kramer, Lichtenberger und Passin arbeitet seit Jahren in verschiedenen Konstellationen zusammen und befand, dass besondere Umstände außergewöhnliche Produktionsweisen erfordern, und so hat man gemeinsam Idee und Drehbuch entwickelt, und alle sechs Schauspielerinnen stehen beziehungsweise sitzen nicht nur vor den Kameras, sondern sie sind ihre eigenen Kamerafrauen, drehen zu Hause oder vor dem Zuhause, und sind somit gleichzeitig auch ihre eigenen Produzentinnen. Das liest sich bezüglich Cast & Crew – und das frauenbewegte Herz hüpft vor Freude – so: Regie: wir, Produktion: wir, Drehbuch: wir, Idee: auch wir, Kamera: wieder wir. Suse Lichtenberger hat mit „Senfdazugebung“ einen Special Credit. Die Musik macht die Theater- und Film-erprobte Clara Luzia.

Alev Irmak ist Jenny, die grad Wiener Mundwerk gegen Berliner Schnauze tauscht. Bild: Screenshot – Trailer „Die Massnahme“

Laura Hermann ist Fleischertochter Margarete, die einen Mann fürs Leben sucht. Bild: Screenshot – Trailer „Die Massnahme“

„Wie das mit der Gruppe laufen wird“, eine Sorge die Laura Hermanns Margarete formuliert, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Noch ist man dabei, eine Verbindung zu suchen, Zoom-technisch und zwischenmenschlich. So soll Claudia Kottals Ricky den Schlusssatz haben: „I hab‘ eh nix Blödes g’sagt, oder hab‘ I irgendwas Blödes g’sagt?“

Start der Comedy-Serie „Die Maßnahme“ ist Montag, der 8. Juni. Die Pilot-Doppelfolge wird ab 12 Uhr auf youtube zu sehen sein. Die weiteren Folgen sind jeweils montags ab 12 Uhr online.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=n8hZneRTYc0           www.diemassnahme.com           www.youtube.com/channel/UCf5EsGUspqo_mA1gewQ4slA

6. 6. 2020

brut: Der Kreisky-Test. Nesterval geht erstmals online

April 23, 2020 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Genießt die Genossen vor der Webcam!

Nesterval – Der Kreisky Test: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, und in der Mitte Astôn Matters als Gertrud Nesterval. Bild: © Rita Brandneulinger

Die gute Nachricht ist, wegen des großen Online-Erfolges gibt es ab 4. Mai Zusatz- vorstellungen, für die der Vorverkauf am 27. April um 13 Uhr auf brut-wien.at startet. Sonst wär’s irgendwie hirnrissig gewesen, hier über die neue Nesterval-Produktion zu schreiben, deren erste #StayAtHome-Performance, die via Zoom-Meeting stattfindet, und dabei wie immer immersiv, interaktiv, live – und bis 28. April komplett ausverkauft ist.

Schwierig ist das Schreib-Unterfangen hier sowieso, bitten einen die Drag- und anderen Artists im Anschluss an die Session doch ausdrücklich im Sinne eines künftigen Publikums nichts zu spoilern. Nesterval-Auskennern sei im Gegensatz zur bei der „Dunklen Weihnacht im Hause Grimm“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=36227) erlittenen Schlappe also nur verraten: We did it diesmal! Vorm wunderbaren Sechziger-Jahre-Wandverbau empfängt einen um nichts weniger wundersam Astôn Matters als Dr. Gertrud Nesterval, das heißt, die Dame befindet sich in einem schwarzweiß-knistrigen Archivfilm, von dem aus sie die Kameradinnen und Kameraden an den Bildschirmen begrüßt.

Das Anliegen der ehemaligen Bruno-Kreisky-Anhängerin ist tatsächlich ein siedend heißes, sei doch die sozialistische Idee nach wie vor in Gefahr, und, nein, sie teile den Fortschrittsoptimismus des großen Vorsitzenden ganz und gar nicht, aber wer höre sie schon – als Frau. Entwickelt hat die Linienuntreue ergo einen Plan, um ihre politische Heimat zu schützen, den sogenannten „Kreisky-Test“, mittels dessen jene Auserwählten ausgeforscht werden sollten, die in der auf Rot gewendeten Utopia „Goodbye, Kreisky!“ des Wartens auf bessere Zeiten würdig wären. Dann verschwanden die Nesterval und ihre Idee auf Nimmerwiedersehen.

Bis der Nesterval Fonds für karitative Zwecke, gegründet, man erinnere sich, von Martha Nesterval als eine Art Wiedergutmachung für das Treiben ihrer Familie im Dritten Reich, nämlich der Herstellung von Waffen unter Einsatz von Zwangsarbeitern, das Experiment wieder aufgriff. Das sich nunmehr bereits im letzten Versuchsstadium befindet. Mit vier Kandidatenpaaren, deren linke Lauterkeit die Testerinnen und Tester aka das Publikum in einem mehrstufigen Verfahren zu überprüfen angehalten sind. Wie gewohnt werden die, die richtig wählen, zu Gewinnern gekürt, kollektive Intelligenz ist gefragt, daher wird man auch diesmal in Kleingruppen geteilt – und los geht’s.

Statt im Studio brut von Raum zu Raum nun eben auf einer Virtual Room Tour. Bei der man in den Einzelbefragungen die Wiener Jo und Moritz, die die Sozialdemokratie mit der Muttermilch eingesogen haben und denen „Freundschaft!“ über alles geht, Sneza und Dalibor, die Geschwister aus Novi Sad, Partisaninnen-Enkel mit Migrationshintergrund, Sofia und Davide, Mutterfigur und Hausmann aus Sansepolcro, und Valerie und Blanca aus Santander, die erfolgreiche Architektin und ihre Aufputz-Ehefrau, kennenlernt. Die Spieler Christopher Wurmdobler, Johannes Scheutz, Romy Hrubeš, Bernhard Hablé, Andy Reiter, Niklas-Sven Kerck, Laura Hermann und Julia Fuchs schlüpfen in diese Rollen, das Game-Setting erdacht von Herrn Finnland und Frau Löfberg.

Ein Analyseteam gibt die Fragen zum Abarbeiten vor, über Kindheit, Besitztümer, Probleme, Bruder-Schwester-Sex, was wäre aus einem brennenden Haus zu retten, mit wem ein Abendessen angenehm, einmal mehr gilt es Absichten zu durchleuchten, während über Solidarität und Großmütter, die Biografie von La Pasionaria und die Politik-Einimpferin Tante Isabelle schwadroniert wird. Ein bisschen zu technisch ist das alles, buchstäblich und bildlich, denn beim Monitoring von Wertvorstellungen und dem Aufspüren möglicher Verräter wird man vom unsichtbaren Überwachungssystem in brüskem Tone ausgebremst. Keiner kann hier fragen, wie er will.

Bild: © Lorenz Tröbinger

Bild: © Herr Finnland

Bild: © Lorenz Tröbinger

Bild: © Lorenz Tröbinger

Und während einem vielleicht Jos Angespanntheit beim Nachhaken nach seinen Eltern, Blancas Abscheu vor den männlichen Kandidaten: „Wir werden Männern dieses Projekt nicht auch noch überlassen“, oder die seltsamen Floskeln, mit denen Dalibor den Kampfgeist von Sneza lobt, auffällt, während sich in Phase drei Blanca und Dalibor „bei allem Respekt“ gegenseitig der Intoleranz und Unfairness beschuldigen, all das kostet wertvolle Minuten, in denen man des Rätsels Lösung näherkommen wollte, geht einem der faschistoide Kommandoton aus dem Hintergrund mehr und mehr auf die Nerven.

Noch eine Vorschrift, noch einmal „Achtung, Achtung!“ und ich lauf‘ Digital-Amok, die Nestervals orgeln gekonnt auf der Klaviatur der Gefühle, auch der eigenen, Feminist Jo verlässt nach einer „Scheißfrage“ enerviert sein Bildschirmfenster und muss mit viel Überredungskunst zurückgebeten werden, worauf er einem leutselig, siehe oben, seine „Freundschaft!“ anbietet: „Du kannst dich immer auf mich verlassen!“, Dalibor wird vom Big Brother mit Sanktionen bedroht, weil er sich übers Kantinenessen beschwert.

In den knackigen 80 Minuten der Performance werden die Teilnehmer mehr und mehr zusammengeschaltet, bis wieder alle online versammelt sind, um zu entscheiden, wem sie ihre Gunst erteilen. Es folgt – zu hochdrama- tischer Musik – Phase 5, der „Gertrud-Test“, psst: Plot-Twist, nicht zu viel, nur die Worte Heimlichkeiten, Kadaver- gehorsam, wahres Gesicht, und siehe Klubzwang: Immer drauf achten, in welchem Club man sich befindet!

So weit also zum „Kreisky-Test“, der freilich eine Fleisch-und-Blut-Begegnung mit dem Nesterval-Trupp nicht ersetzen kann, aber wenn schon Theater online, dann bitte so. Genießt die Genossen vor der Webcam! Den Applaus dafür kann man am Ende auch via Zoom spenden, eine Fortsetzung im Real Life soll’s im Herbst geben. Das übliche Nesterval-Gettogether entfällt natürlich, aber wer sich nach Abschluss des Meetings nicht abrupt wegschaltet, kann die Darstellerinnen und Darsteller immerhin noch beim Gedankenaustausch über die eben stattgefundene Vorstellung belauschen.

So funktioniert die Teilnahme: Die Verwendung der kostenlosen Videokonferenz-App Zoom ist Voraussetzung, um bei „Der Kreisky-Test“ dabei zu sein. Erforderlich ist dazu ein Computer oder Laptop mit Kamera und Mikrofon. Am gewählten Vorstellungstag bekommt man via Email einen Teilnahmelink mit Bedienungsanleitung und einer „Notrufnummer“. Im virtuellen Warteraum empfängt einen darauf ein Host, der von nun ab alle weiteren Schritte mit einem durchgeht.

www.nesterval.at

Trailer: www.youtube.com/watch?v=s43c1YngId4           vimeo.com/399959263

Publikumsgespräch am 1. Mai, 20 Uhr, auf brut-wien.at

  1. 4. 2020

brut im Gewerbehaus – Nestervals „Die dunkle Weihnacht im Hause Grimm“

November 18, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Im Nervensanatorium wird die Stille zur Mord-Nacht

Lauter nette Leit: Performer Astôn Matters aka Herr Rainer empfängt die Weihnachtsgäste in seinem Patientenzimmer. Bild: © Alexandra Thompson für Nesterval

Um die frohe Botschaft als erstes zu verkünden: Weil die Tickets in kürzester Zeit weg waren, hat Nesterval von 18. 11. bis 12. 12. neun Zusatztermine hinzugefügt. Die Expertentruppe für immersives Theater, die Vorgänger- produktion „Das Dorf“  ist für den Nestroy-Spezialpreis nominiert (www.mottingers-meinung.at/?p=35311), lädt – auch diesmal in Kooperation mit brut Wien –  ins Gewerbe- haus zum Performance-Abenteuer „Die dunkle Weihnacht im Hause Grimm“.

Eine weitere Episode aus der Geschichte der sagenumwobenen Familiendynastie, deren künstlerischer Teil sich mit Vorliebe dem Zirkus zuwandte, während die eigentlich Porzellanmacher sich im Zweiten Weltkrieg der Herstellung von Waffen widmeten – mittels Einsatz von Zwangsarbeitern, weshalb sich Magda Nesterval bei den Nürnberger Prozessen strafrechtlich verantworten musste. Tochter Martha entriss der Mutter schließlich die Vorstandsposition; ein Großteil des Vermögens ging in den „Nesterval Fonds für karitative Zwecke“ über – doch dann passierten die bis heute ungelösten Todesfälle im Familienhospiz Engel …

Soweit die Historie zur nun vom Ensemble dargebotenen Story. Es ist das Jahr 1954, es ist Weihnachten, und Anstaltsleiterin Oberschwester Martha Nesterval holt Freunde und Förderer des Hauses zum Christfest ins Nesterval’s Sanatorium Grimm. Keine Geringeren als die Gebrüder Jacob und Wilhelm haben für die Einrichtung eine Behandlungsform ausgeklügelt, die den Patientinnen und Patienten ein zu ihren psychischen Störungen passendes Märchen zuteilt – und die Besucher sind nun herzlich aufgefordert, sich mit dieser Therapie vertraut und mit den Pfleglingen bekannt zu machen.

Wie stets auf dem schmalen Grat von Fakt und Fiktion balancierend, geleiten einen 23 Performer, Drag Artists und Schauspieler durch den Abend, wobei das Publikum von Fräulein Stulle aka Martha Nesterval, der freundlichen Schwester Tabea, ist gleich Julia Fuchs, und den Geschwistern Berger, der herrischen Sibille, der hantigen Elsa und dem für die Punsch-Ausschank im Frühstücksraum zuständige Hons (Pamina Puls, Sabine Anders und Lu Ki), empfangen und zwecks Besichtigung per bunten Armbinden in Kleingruppen aufgeteilt wird. Eines der Dinge, die erfährt, wer aufmerksam zuhört, ist, dass die jene Namen nur angstvoll wispernden Patienten die Bergers als „die teuflischen Drei“ titulieren.

Die Insassen des Sanatoriums sind nämlich weit weniger irre, als von ihnen behauptet wird, und wieder einmal haben Herr Finnland und sein aus Autorin Frau Löfberg und Ausstatterin Andrea Konrad bestehendes Leading Team ein Denk-Spiel erdacht, das es zwischen Krippenspiel und dem „Wichteln“ genannten Verteilen kleiner Geschenke zu durchschauen gilt. Sachte und sensibel heißt es nun zu den verstörten Seelen vorzudringen. Des Rätsels Lösung lautet, je mehr man interagiert, Fragen stellt und Schlüsse zieht, desto erkenntnisreicher gestaltet sich die Sache, also ausschwärmen und Informationen einholen, schließlich gibt es für die siegreiche Mann- und Frauschaft ein Präsentpaket zu gewinnen.

Willy Mutzenpachner aka Herr Friedrich flüchtet vor Männern bis auf den Kaminsims. Bild: © Alexandra Thompson für Nesterval

Herr Finnland und Frau Löfberg vor den Weihnachtssocken, in denen die Tätertipps deponiert werden. Bild: © Alexandra Thompson für Nesterval

Nachdem man sich derart durch die Verhaltensregeln studiert hat, vom Personal vorm notorischen Lügner mit dem Gestiefelten-Kater-Syndrom gewarnt und punkto der Selbstmordabsichten des von Andy Reiter verkörperten Herrn Anton beruhigt, vom Pulloverzipfel zuzelnden Helmut des Herrn Walanka zur Krippe geführt und über seine Funktion als König Melchior beim folgenden Spiel in Kenntnis gesetzt wurde, beginnt ebendieses. Aber: ein Schrei, Antons entleibter Körper liegt im Stiegenhaus, ein Schwächeanfall ob der Aufregung beschwichtigt Fräulein Martha.

Doch wer Augen hat zu sehen – um an dieser Stelle die Offenbarung des Johannes zu zitieren. Zur Ablenkung der Gäste dürfen diese nun die Patientenzimmer und Behandlungsräume inspizieren, jedes einzelne mit Röhrenradio oder einstmals als „Psyche“ bezeichneter Spiegelkommode bis in diverse Fifties-Details liebevoll dekoriert, und von den Bewohnern mit rotem Riesenkugelmobile, einem papierenen Schneeflockenwald oder einer Geschenkpaket- pyramide verschönert. Wer – je nach Sichtweise – Glück oder Pech hat, kann aber auch von den Ehrengästen weil Geldgebern, der hochschwangeren Helga und ihrem Ehemann Tomasz Nesterval, abgefangen werden.

Um bei herablassend genäseltem Smalltalk in den schier endlosen Lobgesang über die regelmäßigen Finanzspritzen für ihre Kranken einzustimmen. Längst ist da klar, die feucht-fröhliche Adventstimmung ist eine vorgegaukelte, die Stichworte dazu: Abzocke und Unfreiwilligkeit, und zumal hier einer mit Vergnügen über den anderen tratscht und dessen Geheimnisse ausplaudert, tun sich allmählich gewaltige Abgründe auf. Die bigotte Atmosphäre von Betstuhl, Kruzifix, Heiligenbüste verwandelt sich ins Bedrohliche, das heimelige Licht scheint plötzlich düsterer, was eben noch skurril war, wird spooky, denn was Nesterval im Gewerbehaus veranstalten, ist im Wortsinn ein Psychothriller. In dessen Verlauf es logischerweise nicht bei einer Leiche bleiben kann.

Von Tobsuchtsanfällen und Tränen, von Zoff hinter verschlossenen Türen und Todesahnungen beim Kartenlegen, vom unerlaubten Entwenden einer Akte bis zum Unzucht-Gekreische bei einer Séance, erlebt jeder Zuschauer den Abend so, wie er ihn sich arrangiert. Allemal interessant ist es, Willy Mutzenpachners Herrn Friedrich in der Isolierzelle aufzusuchen, allerdings Achtung: der „Froschkönig“ fürchtet sich vor Männern. Auch eine Begegnung mit dem im Rollstuhl sitzenden Fräulein Adelheid, ist gleich Laura Hermann, mit Johannes Scheutz‘ an den „Sieben Geißlein“ leidenden Herrn Konrad im Arztzimmer und mit dem großen Herz des Ganzen, Romy Hrubeš‘ auralesendem Fräulein Charlotte, sind aufschlussreich. Denn niemand im Sanatorium Grimm ist ohne Schuld, die meisten jenseits von Gut bei Böse, und Katz-und-Maus ihr bevorzugtes Spiel.

Dank des Nebengeschäfts des Herrn Theodor von Bernhard Hablé wird die Spurensuche zwar zumindest kurzzeitig unbeschwerter, doch schon erklingt aus dem Frühstücksraum „Jingle Bells“ als schwermütige Trauermusik. Das ist der Moment, an dem Operation Dunkle Weihnacht beginnt … Bei der Premiere entpuppte sich übrigens Gruppe grün als Meisterdetektive, obwohl Herrn Finnlands Maxime ja die vom Dabeisein ist, das alles ist. „Die dunkle Weihnacht im Hause Grimm“ ist ein Mordsspaß, bei dem einmal hingehen und mitmachen nicht ausreicht, um alle Facetten dieser verrückten Vorführung genießen zu können. Und wenn sie nicht gemeuchelt sind, dann metzeln sie noch heute …

Video: www.youtube.com/watch?v=7t3yirtPOSU           www.nesterval.at           brut-wien.at

  1. 11. 2019