Porgy & Bess: Session Work Festival

Februar 16, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Drei Tipps aus dem diesjährigen Jazzprogramm

Jazz-Players Bild: mottingers-meinung.at

Jazz-Players
Bild: mottingers-meinung.at

In den vergangenen Jahren hat sich das vom Innsbrucker Saxophonplayer Christoph Pepe Auer initiierte Session Work Records zum größten aktiven Label für Jazzmusik in Österreich entwickelt. 85 Alben sind bereits erschienen. Damit zählt das Label zu den wichtigsten Plattformen einer Szene die sich längst nicht nur auf „klassischen“ Jazz beschränkt, sondern auch Elemente des Pop oder der Electronic nutzt.

Von 26. bis 28. Februar findet die vierte Ausgabe des Session Work Festivals im Porgy & Bess statt: 180 Musikerinnen und Musiker aus ganz Österreich laden zu Party und Werkschau. Zu entdecken gibt es vieles, junge neue Bands sind ebenso vertreten, wie langjährig erfahrene und bereits bekannte Jazzer. Eröffnet werden die drei Tage durch Patrick Dunst’s Tribal Dialects, gefolgt vom Duo Stephie Hacker & Lukas Lauermann und dem Wiener Sketch Book Quartett. Eins weiteres Highlight ist Bassist und Sideman Josef Wagner mit seinem eigenen Projekt „Memory Control“ am 28. Februar. Und zu guter Letzt spielt das Session Work Composers Ensemble, das heuer den Komponisten Arnold Zamarin in den Mittelpunkt stellt.

Die Empfehlungen:

26. Februar, 20h: Patrick Dunst’s Tribal Dialects. Stammessprachen im Spannungsfeld zwischen ethnischer Musik, Minimal und Jazz. Das Ensemble Tribal Dialects, das sich mit dem 2014 erschienenen Album „Home“ bereits als musikalisches Experimentierfeld zwischen unterschiedlichen musikalischen Stilen etabliert hat, gibt ein Preview auf sein neues Album, das im März aufgenommen wird. Mit im Gepäck die Hits des letzten Albums in neuem Gewand, sowie einige neue Kompositionen mit einem noch stärkeren Fokus auf Percussion. Zur Stammbesetzung des Ensembles, bestehend aus Grilli Pollheimer an den Percussions und Electronics, sowie dem Bandleader und Holzbläser Patrick Dunst, gesellt sich ein polyglotter Hoffnungsträger der heimischen Jazzszene, Leo Waltersdorfer an Vibraphon und Marimba.

27. Februar, 20h: Christoph Pepe Auer.  Der Labelbegründer und Initiator des Festivals bestreitet seinen diesjährigen musikalischen Beitrag mit dem Herzensprojekt „Songs I Like“. Das langerwartete Programm unter eigenem Namen präsentiert eine Auswahl an Eigenkompositionen und Arrangements „musikalischer Jugenderinnerungen“, die den Komponisten und Musiker seit geraumer Zeit begleiten. „Songs I Like“ zeigt einen authentischen und persönlichen Einblick in das spielerische Schaffen von Christoph Pepe Auer. Und dazu erfährt der staunende Zuhörer, wie sich Auer mit seiner Klarinette das Schlagzeug erspart …

Danach: Bleu. Mit Spannung erwartet werden darf dieser Auftritt der Formation um Ausnahme-Trompeter Lorenz Raab, die soeben unter dem Titel „Kaum ein Hauch …“ ein gemeinsames Album mit Schauspieler und Chansonnier Michael Heltau veröffentlicht hat, der darauf Texte von Goethe vorträgt. Manchmal muss man an die Weiten der asiatischen Steppe denken, wenn schräg dengelnde Stahlsaiten auf verschliffene Trompetentöne treffen – dabei kommt das Trio Bleu aus Österreich und besteht schon seit zehn Jahren. Die drei Herren strafen mit ihrem Facettenreichtum alle Kategorisierungsversuche Lügen, sie zaubern Klangbilder von außergewöhnlicher Schönheit und Anmut – irgendwo zwischen Nils Petter Molvaer, Markus Stockhausen und Rabih Abou-Khalil. Jazz trifft Pop, Rock auf Volksmusik und Avantgarde. Hauptsache, es groovt.

www.sessionworkrecords.com

www.porgy.at

Wien, 16. 2. 2016

Theatermuseum: Stefan Zweig – Abschied von Europa

März 26, 2014 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

„Wir brauchen einen ganz anderen Mut!“

Bild: © Stefan Zweig Centre Salzburg

Bild: © Stefan Zweig Centre Salzburg

Der österreichische Schriftsteller Stefan Zweig (1881–1942) verbrachte die letzten acht Jahre seines Lebens im Exil. Im Februar 1934 emigrierte er nach England, im Juni 1940 verließ er mit seiner Ehefrau Lotte Europa. Sie hielten sich in den USA und in Brasilien auf, wo sie sich schließlich Ende Februar 1942 gemeinsam das Leben nahmen.

Ab 3. April zeigt die Ausstellung des Theatermuseums Leben und Werk Stefan Zweigs aus dem Blickwinkel des Exils. Von herausragender Bedeutung sind dabei zwei Texte, die erst in den letzten Jahren des Exils entstanden sind: In seinen Erinnerungen Die Welt von Gestern beschwört Zweig das alte Europa; in der Schachnovelle gestaltet er hingegen jenes Grauen, das den Untergang Europas besiegelt hat. Diese beiden Texte stehen im Zentrum der Ausstellung. Erstmals ist es gelungen, Zweigs Manuskripte und Typoskripte aus Archiven in den USA und Israel in Österreich zu zeigen. Mit Stefan Zweigs Abschied von Europa musste auch seine berühmte Autographensammlung aufgelöst werden. Was vielen bisher unbekannt ist: Ein wesentlicher Teil der Handschriften kam als Geschenk in die Theatersammlung nach Wien. Erstmals sind einige dieser wertvollen Stücke zu sehen. Last but not least: Natürlich wird in einem Theatermuseum auch der zu Lebzeiten sehr erfolgreiche Dramatiker Stefan Zweig gewürdigt!

Die Ausstellung des Theatermuseums wurde von Klemens Renoldner konzipiert und von Peter Karlhuber gestaltet. Sie wird begleitet von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm, unter anderem Lesungen von Joachim Bißmeier, Klaus-Maria Brandauer, Regina Fritsch und Michael Heltau, sowie einem Lesebuch, das im Christian Brandstätter Verlag erschienen ist.

www.theatermuseum.at

Wien, 26. 3. 2014