Rabenhof: Jö Schau

April 25, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Genialische Hommage an Georg Danzer

Jö Schau: Oliver Welter, Christoph Krutzler und Lucy McEvil singen Georg Danzer. Bild: © Rabenhof / Sophie Menegaldo Newman & Co

Beim Intro von „Jö Schau“ ist bereits klar, dass hier nicht nach Vorschrift musiziert werden wird. „Der Nackerte im Hawelka“ wird nämlich als Viergesang intoniert, die ausführenden Akteure sind Lucy McEvil, Christoph Krutzler, Oliver Welter und Alf Peherstorfer, das Nestroypreis-Quartett für den André-Heller-Abend „Holodrio, lass mich Dein Drecksstück sein!“ im Rabenhof. Nun haben sie sich ebendort das Œuvre von Georg Danzer vorgenommen, und genialischer als mit dieser Hommage kann man den legendären Liedermacher gar nicht würdigen.

Oliver Welter hat als musikalisches Mastermind der Unternehmung die Songs neu arrangiert, Hausherr Thomas Gratzer wie schon bei „Holodrio“ die Regie übernommen – mit dem Ergebnis einer Aufführung, die das gestrige Premierenpublikum am Ende ausgiebig akklamierte.

„Jö Schau“ führt in die Wiener Vorstadt und zur dort beheimateten Halbwelt. Veronika Tupy stellt dafür ein Café-Beisl auf die Bühne, das definitiv schon bessere Tage erlebt hat, ein 70er-Jahre Setting samt Flipper und ausrangiertem Autodrom-Mobil, auf den Tischen die Zeugen der Nacht, Gösser, Stoli und Asbach.

In diesem Etablissement geben Lucy McEvil, Oliver Welter und Christoph Krutzler die Trottoirschwalbe in der Leoparden-Kombinesch, den Ledersakko-Strizzi und den Goldketterl-überm-Feinripp-Träger, Peherstorfer in bewährter Manier den Barpianisten. Die Gemütslage unter den Gestrandeten in dieser schäbigen Spelunke ist Langeweile, man wartet auf einen Kunden oder den Rausch, und weil beides nicht kommt, hebt man halt zur Singerei an. Das heißt, nicht nur.

Das Ensemble interpretiert diverse Danzer-Texte auch ohne Tonkunst, und tatsächlich, gesprochen erweist sich umso deutlicher, welch großer Poet der gegen seinen Willen mit dem Austropop-Mascherl Versehene war. Welters Werk-Auswahl beinhaltet sowohl die großen Hits als auch wiederzuentdeckende Kleinode, sie reicht von den Spaßliedern übers Schwermütige bis zu den gesellschaftskritischen Songs, und selbstverständlich hinüber ins Suderantische und Versaute. Die Darsteller machen aus Danzers mit Gaudenzdorfer Auskennertum geschaffenen Miniaturen allerhand Typen – solche zum Bemitleiden und solche zum Abgrausen. Mit Charme und Witz und Hang zum Kabarettistischen gestalten sie des Schöpfers Ang’soffene und Ang’speiste, Kniera und Tachinierer, Gfrastsackln und Auf-die-Goschn-Gefallene, seine alter egoistischen Hirnzermarterer und die Zyniker.

Lucy McEvil als Elfi mit Alf Peherstorfer. Bild: © Rabenhof / Sophie Menegaldo Newman & Co

Vorstadtcasanova Christoph Krutzler greift zur Gitarre. Bild: © Rabenhof / Sophie Menegaldo Newman & Co

Lucy McEvil kann sogar ein „Geh in Oasch“ mit Sexappeal ausstatten und ergreifen, wenn sie über „Meine arme tote, aufgeschnittene Mutter“ sinniert, Oliver Welter darf zwischen „Ruaf mi net aun“ und dem „Legendären Wixxerblues“ sein Selbstmitleid verschmachten, mitunter dazu countrymäßig heulen wie ein Schlosshund, und gemeinsam mit Christoph Krutzler la Lucy im Dialog „San Sie ledig/Zieh dich aus“ als Möchtegernmacho bedrängen. Aus der „Elfi“ fertigen McEvil und Welter ein Duett, singt sie eben „du woast dreizehn joa“ und er „du woast anazwanzg und wunderscheh fia mi“, die „Ballade vom versteckten Tschurifetzen“, auf Hochdeutsch: ein Intimpflegetuch nach dem Geschlechtsverkehr, präsentiert McEvil mit Alf Peherstorfer als Rap.

Danzers Stücke eignen sich perfekt fürs Schauspielen, eine Disziplin, in der Christoph Krutzler zur Hochform aufläuft, der im ebenfalls gemeinsam mit Welter vorgetragenen Mix von „I verlass di/I wünsch da vü Glück“ und der Zeile „laß die mutter sche griaßen / und der nachbarin ihr’n hund“ eine neue Dimension weinerlicher Tragikomik anpeilt. Als so großmäuliger wie minderbegabter Mime macht er aus „Ich bin da Mörda“ ein Kabinettstück, als „Vorstadtcasanova“ greift er zur Klampfn, um die Damen zu Gitarrenklängen „übas glanda“ zu biagn. Es rührt ans Herz, Danzers Dialekt- und Kraftausdrücke, seine Wienerismen zu hören, die mittlerweile so akut vom Aussterben bedroht sind.

Mittendrin wird’s – wiewohl die Lieder alle zu Beginn der 1980er-Jahre entstanden sind – politisch, brisant, hochaktuell. Lucy McEvil singt  „Ruhe vor dem Sturm“, Christoph Krutzler über „Die Freiheit“, die im Zoo als seltene Art ausgestellt worden, hinter Gittern aber spurlos verschwunden ist. Dem Song hat Oliver Welter einen afrikanischen Rhythmus unterlegt, während er, als „Der alte Wessely“ von Hitler schwärmt, der „mid der gaunzn ausländischn bruat“ aufgeräumt hätte, sein Klavierspiel ins Atonale gleiten lässt. Schließlich „Ihr habt die Macht“: „euch geht es nicht um unser wohl / das lässt euch völlig kalt / und hinter eurem lächeln steckt / die fratze der gewalt / das recht, das ihr euch anmaßt / heißt nicht gerechtigkeit / gesetze panzern eure welt / doch nicht für alle zeit / noch täuscht ihr viele / doch ihr seid von einigen durchschaut / und irgendwann da kommt der tag / wo euch kein mensch mehr traut / ihr haltet uns in finsternis / doch wir entzünden licht / ihr habt die macht / noch habt ihr sie – / unsre liebe / habt ihr / nicht“.

Geh in Oasch: Lucy McEvil, Oliver Welter, Christoph Krutzler und Alf Peherstorfer. Bild: © Rabenhof / Sophie Menegaldo Newman & Co

Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer natürlich „Lass mi amoi no d’Sunn aufgehn’n segn“ am Schluss und Standing Ovations danach, außer, dass man gern noch den „Frauenmörder Wurm“ oder die „Alte Drecksau“ oder übers Haschisch im Schokoladenei gehört hätte … oder … oder … oder? Verehrter Herr Danzer, meine Verehrung, habedere, werte Rabenhof-Truppe.

Video: www.youtube.com/watch?v=ajScO1D7hBw&feature=youtu.be

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  1. 4. 2019

Rabenhof: Holodrio – Lass mich Dein Dreckstück sein

Februar 15, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Grandiose Hommage an André Heller

Eine Heller-Show nicht als Kabarett, sondern als Cabaret: Oliver Welter, Lucy McEvil und Christoph Krutzler. Bild: Ingo Pertramer / Rabenhof

Im Rabenhof Theater hat Hausherr Thomas Gratzer eine Hommage an André Heller auf die Bühne gehoben. Zum Siebzigsten Prosatexte, Dialoge, Chansons aus den 1970ern, zeitlose Preziosen des selbsternannten Eulenspiegels aus Wien, dessen Narrenkappe immer auch Gelehrtenhut war und dessen Schellen zu Jux und Jammer läuteten. Nunmehr zum Gärtner in Seelenlandschaften gereift, hat sich Heller von da Musi verabschiedet, umso schöner ist es, sein frühes Schaffen wieder neu zu entdecken.

Gratzer hat sich dazu mit Lucy McEvil, Oliver Welter und Christoph Krutzler ein formidables Trio zusammengestellt; am Klavier ist Alf Peherstorfer zugange. Welter hat die Lieder neu arrangiert, dies bewusst reduziert, und ist so der Falle entschlüpft, den Abend in die Heller-Parodie gleiten oder zum Plagiat werden zu lassen. Nein, hier wird eigenständig Kunst gemacht: Ganz im Sinne des Schönbrunner Schmähtandlers wird nicht Kabarett, sondern Cabaret geboten, ein Flic Flac der Fantasie Thomas Gratzers, bevölkert von Hellers kuriosen Menschenwesen. Der Souffler ist da und Freund Schnuckenack, Leon Wolke und der kleine Pauli Grünwald. Das Wienerherz mag golden sein, aber des G’miat ist pechschwarz, weiß der Poet, und so gibt er einem warm/kalt, Tief- und Abgründiges – einmal als leiser, weiser Lyriker, dann als polternder Brachialdichter. Heller geißelt sich selbst so genussvoll wie andere.

Bild: Ingo Pertramer / Rabenhof

Bild: Ingo Pertramer / Rabenhof

Bild: Ingo Pertramer / Rabenhof

Die Hits dürfen natürlich nicht fehlen. Die wahren Abenteuer sind im Kopf. Rudolfo Valentino. Für immer jung. „A Zigeina mecht I sein“ wird zum Country Song. Lucy McEvil wünscht Jean Harlow guten Morgen, die Schauspielerin und Diseuse ist wie immer Elegance mit Augenzwinkern. Ihr kommt auch die Aufgabe zu, dem André Heller auf den Grund zu gehen. Ihn literarisch durch seine Familien- und Beziehungshöllen zu begleiten, durch Künstlerlust und -frust. Wie’s Schicksal eben so aufspielt. Die Kindheit war kein Zuckerlschlecken.

Es gibt eine Angst, die macht klein
Die macht einen krank und allein
Und es gibt eine Angst, die macht klug
Mutiger, freier von Selbstbetrug

Interpretiert das Ensemble. Und entschlüsseln das Geheimnis hinter dem Titel des Abends. Holodrio – war in den Latz von Hellers Kinderlederhose gestickt. Man wird mitgenommen zum Krampfaderncontest ins Gasthaus Urdil, erfährt, wofür der Maskenhändler eine Blutmaschine braucht, und wie’s einem nationalsozialistischen Fleischerehepaar ergeht. Naked-Lunch-Frontmann Welter spielt Gitarre, Krutzler bläst die Tuba, Miss McEvil streichelt die Ukulele. Charmant ist das, wenn’s dem Welter beim Dialektsingen den Kärntner raushaut. Krutzler ist schon per Leibesfülle und Stimmvolumen quasi als Qualtinger im Einsatz. Das Premierenpublikum dankte für die Darbietungen mit tosendem Applaus. Und forderte Zugabe. Die’s natürlich gab. Als dann, gengan’S schaun.

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Wien, 15. 2. 2017

Rabenhof: Kottan ermittelt

November 18, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Kultkiberer lässt diesmal die Puppen tanzen

Kottan ermittelt für Polizeipräsident Pilch nicht schnell genug: Christian Dolezal und Manuela Linshalm. Bild: Rita Newman/Rabenhof

Kottan ermittelt für Polizeipräsident Pilch nicht schnell genug: Christian Dolezal und Nikolaus Habjan. Bild: Rita Newman/Rabenhof

Im Rabenhof wird seit Donnerstagabend von „Kottan ermittelt“. Jan und Tibor Zenker wandeln trittfest in den Spuren ihres Vaters und haben nicht nur eine skurrile Show rund um den Kultkiberer auf die Beine gestellt, sondern auch einen einwandfrei spannenden Kriminalfall verfasst. Gesucht wird der „Hannibal Lecter von Hernals“ und gegen den sind von Tom Harris bis Bret Easton Ellis erdachte Literaturpsychopathen ehrlich gesagt ein Bemmerl.

Am Ende schockiert die Puppe, für die mutmaßlich in mehr als einer Hinsicht der grandiose Schauspieler Oskar Werner Pate stand, mit ihren ganz persönlichen grauenhaften „Körperwelten“. Puppentheater, wenn der diesbezügliche Großmeister Nikolaus Habjan seine Finger im Spiel hat, ist halt nichts für Warmduscher.

Neun Figuren hauchen er und seine Mitstreiterin Manuela Linshalm Leben ein. Vom rechtspopulistischen Vizebürgermeister über einen sächselnden Dresdner Muslimpunk bis zur osteuropäischen Puffmutter. Habjans Puppen-Panoptikum bevölkert dieses aberwitzige Trash-Musical, in dem Kyrre Kvam als One-Man-Orchester unter der Discokugel die größten Hits von Kottans Kapelle und andere L’amour-Hatscher, von Heino bis Drahdiwaberl als genau die Art schmieriger Alleinunterhalter zum besten gibt, den man seinem schlimmsten Feind nicht als Hauptact auf der Geburtstagsparty wünscht. Natürlich gibt’s den mit Fliegenklatsche ausgestatteten Polizeipräsident Pilch und den intrigant-dümmlichen Schrammel, die Ilse und die Mama – und es ist erstaunlich, wie sehr sich Habjan vor allem den Sprachduktus von Bibiana Zeller und den Tiroler Dialekt von Kurt Weinzierl einverleibt hat.

Einmal mehr schaut man ihm begeistert zu, wie er mit seinen Klappmaulpuppen mitlebt und -leidet, manchmal sichtlich selbst erstaunt über deren Treiben, manchmal ihren Gesichtsausdruck annehmend, wenn in Momenten höchster Emotion das Temperament mit ihm durchgeht. Den Menschen hinter der Puppe zu vergessen, ist nicht einfach, wenn ein Schauspieler wie Habjan am Werk ist. Dass die Zuschauer seine Arbeit zu schätzen wissen, machten sie erst kürzlich durch die Verleihung des Nestroy-Publikumspreis publik.

Die Mama hat die "Wunderkammer" des Frauenmörders längst entdeckt: Puppenspieler Nikolaus Habjan ... Bild: Rita Newman/Rabenhof

Die Mama hat die „Körperwelten“ des Frauenmörders längst entdeckt: Puppenspieler Nikolaus Habjan … Bild: Rita Newman/Rabenhof

... da tappt der Schrammel immer noch im Dunkeln: Puppenspielerin Manuela Linshalm. Bild: Rita Newman/Rabenhof

… da tappt der Schrammel noch immer im Dunkeln: Puppenspielerin Manuela Linshalm. Bild: Rita Newman/Rabenhof

Als quasi einziger Darsteller aus Fleisch und Blut spielt Christian Dolezal den Kottan, ein cooler, zynischer Hund, mehr zu Hause zwischen Peter Vogel und Franz Buchrieser, als ein Haberer vom Lukas Resetarits. Er lässt in seiner Hommage an den legendären Major die Puppen tanzen und singen und schrammelt auch auf der Stromgitarre. Und der Schiach geht ihn erst an, als sich ein gewisser Edgar an die sich ungeliebt fühlende Ilse heranpirscht, der – das weiß das Publikum, aber nicht der Inspektor-gibt’s-kann – seine Opfer mit dem Gift der Goldwespe gefügig macht.

Da wird er der Dolferl ganz klein und raunzig und weint nach der Mama, die in bewährter Gusti-Wolf-Manier aber eh schon längst alles aufgeklärt hat. Nebstbei löst der Kottan noch einen Fall von Korruption in den eigenen Reihen, ein paar Zeitbezüge dürfen da ebenso wenig fehlen wie die zeitlose Chris Lohner, die einmal mehr mit viel Selbstironie aus dem Fernsehkastl schaut. Am Schluss gibt’s ein Peckinpah’sches Zeitlupenfinish und Jubel-Trubel beim begeisterten Publikum, von dem zumindest die leicht angegrauten Semester vorher schon den „Supersheriff“ mitgesungen hatten.

Verantwortet wird dieser fabelhaft verrückte Abend von Hausherr Thomas Gratzer, der als Regisseur auf den Punkt genau inszeniert hat. Jede Pointe sitzt – und deren gibt es viele, das Tempo und das Timing stimmen, der Mordspaß bricht spätestens nach der Pause durch die Decke. Wer sich eineinhalb Stunden nonstop amüsieren will: Ab in den Rabenhof. Und zwar Ruck-Zuck.

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Wien, 18. 11. 2016

Rabenhof: Stermann & Grissemann als „Sonny Boys“

Februar 11, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Wie Thomas und Bernhard der Kleinkunst

Christoph Grissemann, Matthias Hartmann und Dirk Stermann Bild: © Rabenhof / Udo Leitner

Die deutsche Kochschau im TV: Christoph Grissemann, Matthias Hartmann und Dirk Stermann. Bild: © Rabenhof / Udo Leitner

Christoph Grissemann und Dirk Stermann spielen Stermann & Grissemann. Das hat immer funktioniert, das sind zwei Charaktere, die sich im Schlaf kennen, never change a running system, also gibt’s den vollen Spiel-Plan. Von Alkimage bis Glücksspielproblem, von Hassliebe als Programm bis neuerdings Paartherapie, von zynischem Witz bis staubtüchltrockenem Humor. Die beiden Abstauber der einheimischen Hirnrissigkeiten haben es halt nie notwendig gehabt, sich zu verkleiden. Zwei so große Entertainer.

Authentischer als sie ist nur Peter Rapp, der plötzlich wie ein Busenblitzer auftaucht. Der König des verbalen Scheißminix nimmt Stermann & Grissemann in die Untertanenpflicht, das ist schon spaßig, wollten sie doch statt seiner endlich selbst komplett am Rad drehen. Aber: Verwechslung der Geldausgabeautomaten. Getroffen hat’s ergo einen Exschistar, der ORF-Österreich beigebracht hat, wie sexy Bildungslücke sein kann …

Stermann & Grissemann haben eine Kleinkünstlerdystopie entworfen. So knapp vorm Lotte-Tobisch-Altersheim und kurz vor der Wahl migrantisches Volkstheater oder Musical mit Marika Lichter. Das heißt, entworfen haben nicht sie, sondern eine New Yorker Nachwuchshoffnung namens Neil Simon, der mit seiner Boulevardkomödie „Sonny Boys“ auf den Durchbruch hofft. Ein vorprogrammierter Bühnenhit, der hierzulande leider noch nie zu sehen war, wiewohl Kombinationen wie Otto Schenk und the late Helmuth Lohner oder Harald Serafin und Miesepeter Weck bestens dafür geeignet gewesen wären. So lag’s an den Grumpy Old Men der medialen Entäußerung diesen potenziellen Publikumserfolg aus der Taufe zu heben. Und sie taten’s so, dass nicht mehr klar ist, wo N.S. aufhört und „Die deutsche Kochschau“ anfängt.

Diesen Uralt-Sketch bereiten sie nämlich vor, die Unterhaltungsuntoten. Für eine verrappte ORF III-Show mit dem Titel „Was haben wir gelacht“. Nicht jeder kann wie Al Lewis und Willie Clarke auf eine Krankenschwesterntracht setzen, wiewohl Magda Kropiunig als Grissemanns Cousinen-Managerin das Ihre tut, um eine ins Spiel zu de­kolle­tie­ren. Es wird gespuckt statt gepiekst – aber rotzdem: Eklat. Die abgehalfterten Zugpferde werfen sich selbst aus der Ex-Promi-Laufbahn. Ein weiterer, der gewesene Burgtheater-, nunmehr TV-Programmdirektor, versagt verzagt mit sehr viel Selbstironie via Video. Matthias Hartmann, Servus!

Derlei Gags machen nicht verlegen, entwirft sich das Bashing doch mittels einer geschmacksintensiven Runde. Vom bierbewerbenden Adiposiburgstar über den zum Gartenzwerg degenerierten Autonarrbarettisten, vom Proleten-„Kaiser“ über den persischen Schlachthaus-Shakespeare bis zur dreiköpfigen Staatskünstlermade im Innenpolitikspeck. Merke: Wer selbst eine gekillte Katze auf dem Kopf hat, soll nicht über anderer Leute Frisur lästern, und alles, was noch Kohle bringt, kommt sowieso nicht vor. Man soll die Hand ja handzahm beißen. Miri und Uschi beim Schlammcatchen, das geht grad noch von wegen tagesaktueller Watschn. Und natürlich Thomas Gratzer. Der Hausherr und Regisseur stellt sich den Rabennestbeschmutzern gern zur Verfügung.

Ach, Stermann & Grissemann, das ist wie Thomas und Berhard der Kleinkunst. Das Dämonische in uns ist ein immerwährender vaterländischer Kerker, in dem die Elemente der Dummheit und der Rücksichtslosigkeit zur tagtäglichen Notdurft geworden sind. Danke, Wasserkraft. Um den Verbund einer gewesenen Karriere geht’s anno 2027 naturgemäß. Szenen einer Künstlersilberhochzeit. Von „Salon Helga“ bis Songcontest, von „Willkommen Österreich“ bis ROMY-Preisverleihung. Stermanns Islamgag hat die beiden einst aus der berüchtigten Gala gekickt. Nun haust Grissemann griesgrämig in my home is my Höhle und verabscheut Sir Stermann mit Inbrunst. Grissemann ist auch abseits von Grissemann ein großartiger Schauspieler. Mit Fistelstimme hysterlt er sich in den Herzkasperlmodus, ein Altherrenschlurf in Schlabberhose. Stermann ist dagegen trockengeföhnt die perfekte Mischung aus Jopie Heesters und Richard Gere. Neil Simons gallige Verzweiflungsdialoge präsentieren die beiden angemessen selbstverliebt; Timing und ergo Pointen sitzen; Thomas Gratzer hat eine Gabe für Slapstick und viel Sinn für Nonsense.

Das Drillpüree wird diesmal allerdings mit Traube statt Nuss serviert, das totale Sieb ist nur noch ein Tee-Ei. „Wenn ich Spaß hätte haben wollen, hätte ich eine Eintrittskarte gekauft“, sagt Grissemann bei den quasi Fernsehproben zur narzistischen Küchenschlacht. Haben wir (zugegeben nicht) und sehr gelacht. Als Wiedergänger in ihrer Version von Simons Comedyklassiker passen die beiden wie hing’spuckt. Als hätte da einer von der Bronx aus an die Exzentriker in Erdberg gedacht und ihnen die Sätze in der Garderobe hinterlegt. Man kann gar nicht genug Neurosen streuen. Auch der Kropiunig übrigens, die sich der herrschenden Betriebstemperatur fabelhaft anpasst. Und the one and only Peter Rapp, der sich beim Schlussapplaus gekonnt ins Spotlight stellt. Da ist Stermann bereits deutlich desorientiert und Grissemann schon in eine dunkelgraue Unterflak umgestiegen. Das Alter ist ein Massaker – hier ist der Beweis.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=VuYDHeXHh64

Stermann & Grissemann im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=17222

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Wien, 11. 2. 2016

Stermann & Grissemann im Gespräch

Januar 29, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Spielen Neil Simons „Sonny Boys“ im Rabenhof

Christoph Grissemann, Magda Kropiunig und Dirk Stermann Bild: © Rabenhof / Udo Leitner

Christoph Grissemann, Magda Kropiunig und Dirk Stermann
Bild: © Rabenhof / Udo Leitner

Die Bad Boys des österreichischen Entertainments outen sich endlich als Boulevardschlampen: Christoph Grissemann und Dirk Stermann sind im Altersfach angekommen – und spielen im Rabenhof Neil Simons Kracherkomödie „Sonny Boys“. Was natürlich heißt, dass es die beiden auf ihre Art krachen lassen werden. Sie haben sich den US-Comedy-Klassiker einverleibt und erzählen mit ihm ihre ureigene Geschichte. Die Kleinkünstlerdystopie von Dirk und Christoph, einst ein gefeiertes, exzentrisches Komikerduo. Doch die Star-Kabarettisten konnten sich nicht ausstehen und irgendwann war mit der Karriere Schluss, die Trennung folgte.

Aus den Solokarrieren wurde nichts. So versuchen sie sich mit zweitklassigen Werbespots über Wasser zu halten, leben aber hauptsächlich depressiv dahingrantelnd in den Tag hinein und pflegen ihre Neurosen, bis Christophs Cousine den beiden die Chance bietet, sie nach jahrelanger TV-Absenz zurück ins Geschäft zu pushen.  Allerdings müßten die in die Jahre gekommenen Diven dazu ihren Streit begraben … Magda Kropiunig als Cousine ist die dritte im Bühnenbunde; Hausherr Thomas Gratzer führt Regie; Premiere ist am 10. Februar. Ein Gespräch:

MM: Die entscheidende Frage – wer piekst wen?

Dirk Stermann: Wir pieksen nicht. Ich bespucke Herrn Grisseman. Aber nicht absichtlich, sondern weil ich eine feuchte Aussprache habe. Den „Klassiker“ mit dem Finger haben wir abgeschafft, weil das für uns albern war. Wir spielen ja nicht den Arzt-Sketch von Willie Clark und Al Lewis, sondern einen Sketch, den wir beide tatsächlich einmal gespielt haben. Und in dem wird nicht gepiekst, sondern nur gespuckt.

MM: Wie kam es zu der Idee „Sonny Boys“ zu machen?

Christoph Grissemann: Das hat Thomas Gratzer über unsere Köpfe hinweg entschieden. Er verfolgt uns mit der Idee seit acht Jahren – da waren wir also noch wesentlich jünger -, aber obwohl er uns pausenlos damit in den Ohren lag, wollten wir’s nicht machen. Eine Boulevardkomödie! Wir fanden schon den Humor seltsam, weil er ganz anders ist, als das was wir sonst veranstalten. Aber nachdem wir das Stück sehr akribisch gelesen haben, sind wir draufgekommen, dass es wie wahnsinnig auf uns passt. Es ist von Herrn Simon in weiser Voraussicht für uns geschrieben worden. Ich musste ein paar Mal laut auflachen, weil Sätze nahezu wortwörtlich zwischen Dirk und mir gefallen sind. Irgendwo in der Provinz. Es hat eine so frappierende Ähnlichkeit, dass wir sagten: Ja, gut.

Stermann: Die Situation ist für uns wie gemalt, als hätte Simon gewusst, dass da in Österreich zwei Typen schon so lange intensiv zusammenarbeiten, mit Höhen und vielen Tiefen. „Sonny Boys“ ist ein hochgradig sentimentales Liebesstück über zwei Männer. Es geht um Altersdepression, Missmut, Zynismus und Verachtung im Unterhaltungsgeschäft – das passt auf uns.

MM: Die Atmosphäre stimmt also?

Stermann: Das wurde uns beim intensiveren Nachdenken sofort klar. Das ist genau unsere „Farbe“, gar nicht so sehr die Humor-Farbe, sondern die atmosphärische Farbe trifft’s total.

Grissemann: Finde ich auch. Der Wechsel zwischen Alltag und Komik – was man mit dem Partner erlebt, man muss auf der Bühne den witzigen Strahlemann machen, kaum kommt man nach der Vorstellung in die Garderobe, hat man keine Lust mehr auch nur miteinander zu reden -, also die Tragik, die jedem Komiker innewohnt, die kennen wir auch. Und die wird in diesem Stück natürlich sehr gepflegt.

MM: Sie haben „Sonny Boys“ auf sich zugeschnitten. Wie wird sich das auswirken?

Stermann: Wir sind die Figuren. Es geht tatsächlich um unsere Vita, um unsere Karriere, das Stück wird nach Wien verlegt. Das heißt: Es wird FM4 vorkommen, der ORF, das Umfeld, in dem wir uns bewegt haben. Auch namentlich, es werden Namen von Kolleginnen und Kollegen genannt, mal sehen, wie die sich freuen …

MM: Und der Kernsatz Ihrer „Sonny Boys“? Sympathy für the Antipathie?

Stermann: Die Mischung aus liebevollem Hass und hasserfüllter Liebe. Dass man aneinander gekettet ist, miteinander muss, eigentlich nicht mehr will, aber auch nicht ohne einander kann. Das Stück spielt in der Zukunft, wir sind zehn Jahre älter, und tun so, als hätten wir uns getrennt. Das Gefühl, sogar während wir’s nur proben, sich vorzustellen, dass ich den Christoph zehn Jahre nicht gesehen habe, ist so stark, dass es mitunter kaum zum Aushalten ist. Weshalb ich versuche, es nicht aufkommen zu lassen.

MM: Was könnte theoretisch passieren, dass Sie sich trennen?

Grissemann: Da müsste wirklich was großes sein. Es sind ja schon Dinge passiert und wir haben uns trotzdem nicht getrennt.

MM: Dinge? Fremdgehen, Betrug, Diebstahl …

Grissemann: Ach, Diebstahl …

Stermann: Christoph bestiehlt mich seit Jahren. Vor allem die Hälfte meiner Gage.

Grissemann: Und Zigaretten. Und Essen. Und einmal auch Geld aus deiner Brieftasche (Zwischenseufzer Stermann: Ich weiß!). Alles unter Mord ist kein Grund.

Stermann: Auch Mord nicht zwangsläufig. Da müsste man schauen, ob im Affekt oder wie.

MM: Einer meiner Lieblingsdialoge ist: „Pass‘ mal lieber auf, ich werde dir die Show stehlen.“ – „Sag‘ mir, wenn es soweit ist, das möchte ich nicht verpassen.“ Kennen Sie solche Momente, gibt es Rivalität auf der Bühne?

Stermann: Nona, natürlich gibt’s Rivalität. Natürlich buhlt man als Paar um die Gunst des Publikums, aber auch als Einzelperson. Und wenn er dann wieder so einen Lauf hat, das nervt mich ein bisschen, ehrlich gesagt.

Grissemann: Zwei Läufe in zwanzig Jahren!

Stermann: Aber die haben mich beide genervt.

MM: Frau Kropiunig, Sie spielen die Cousine vom Grissemann.

Stermann: Sie ist Krankenschwester, Neffe und Agentin – zusammengefügt in der Figur Cousine.

MM: Frau Kropiunig, wie passt man sich in dieses Duo ein? Wie und wo hat man da Platz?

Magda Kropiunig: Es fühlt sich nicht viel anders an, als bei anderen Theaterproben. Es ist überhaupt nicht so, dass Stermann und Grissemann für sich sind, und alle anderen müssen schauen, wo sie sich unterbringen. Wenn die beiden ihre Dialoge haben, ist es schon sehr eigen, sicher anders, als wenn sich zwei Schauspieler gerade erst kennengelernt haben. Aber sonst, alles gut, alles normal. Ich bin übrigens auch nicht Krankenschwester, wie eben gesagt, sondern die einzige lebende Verwandte, die sich um Christoph noch kümmert. Aus dieser Pflicht versuche ich als Agentin meinen Nutzen zu ziehen.

Sterman: Wie Sie hören, total klug zusammengesetzt diese Rolle.

MM: Ist das der härteste Job, den Sie jemals hatten? Man kann sich über diese Figuren nicht mit einem Sarkasmus drüberwitzeln, man muss Sie in Ihren Befindlichkeiten ernst nehmen. Können Sie überhaupt etwas ernst nehmen?

Stermann: Ich spiele Stermann. Und ich nehme Stermann sehr ernst. Ich glaube, es würde mir schwerer fallen, Grissemann ernst zu nehmen, aber das ist auch nicht meine Aufgabe, sondern Christophs Problem. Ich denke aber, er wird es schaffen. Er kennt sich nun ja schon eine Weile und ist sich selbst sehr nah.

MM: Aber ist dieses Verschwimmenlassen der Kunstfiguren und der Privatpersonen Stermann & Grissemann nicht gefährlich? Erlauben Sie da den zahlreichen Fans nicht einen Blick hinter die Kulissen, der sich ungünstig auf Ihr Image auswirken könnte? Weil, bis jetzt klingt das alles so altherrensentimental …

Stermann: Wir spielen sowieso mit uns als Menschen. Wir tun doch immer so, als würden wir uns in der Öffentlichkeit präsentieren. Das fällt nicht so schwer. Was altherrensentimental angeht, ich denke, das steht uns mittlerweile zu. In bin in einem Alter, wäre ich nicht gebürtiger Deutscher und würde es mich reizen, ich wäre prädestiniert als Bundespräsidentschaftskandidat.

MM: Und als solcher sogar noch unter den Jüngeren. Herr Grissemann, möchten Sie zum Thema Altherren etwas sagen?

Grissemann: Nein, danke.

Kropiunig:  Ich aber noch zu „härtester Job“. Boulevard, und das sage ich, obwohl sich unsere Fassung davon schon entfernt hat, ist die Königsklasse. Da muss der Text sitzen, die Pointen, das Timing. Man muss wissen, wie man das spielt, wo man Tempo macht und wo Pausen. Die Charaktere, die wir zeigen, sich radikal, pur, echt. Auch das muss man erst einmal bringen.

MM: Sie spielen also quasi das Lachen, das uns im Hals stecken bleiben wird, wenn wir sehen, wie der ausrangierte Künstler in seinem eigenen Dreck … (zu Stermann:) Was gibt’s da zu kichern, ich meine das todernst … haust und die Sozialversicherungsbeiträge nie eingezahlt hat und kein Anrecht auf Arbeitslose oder Pension hat und der Altersarmut entgegengleitet …

Stermann: Wir machen aber keinen Ulrich-Seidl-Film: „Im Keller des Kleinkünstlers“, sondern immer noch Komödie.

Kropiunig: Und die ist sehr sympathisch. Obwohl wir alle in Grissemanns Dreck sitzen, ist es sehr sympathisch.

Grissemann: In Wahrheit schaut es entsetzlich aus, es ist völlig unaufgeräumt. Aber auch das ist vielleicht ein gar nicht so entferntes Zukunftsszenario für mich. Das ist in unserem Beruf ja schnell der Fall: Kein Fernsehen mehr – und die Altersarmut ist da. Alkoholismus. Kann alles passieren.

MM: Das heißt, wenn der ORF „Willkommen Österreich“ absetzt, wäre das tatsächlich das Karriereaus.

Grissemann: Man könnte wahrscheinlich noch ein paar Jahre mit den alten Kabarettprogrammen durch die Säle tingeln, aber eigentlich wäre es zu schrecklich, das zu durchleben. Wenn man es gewohnt ist, vor 600 Leuten aufzutreten, und dann kommen 20, 30. Ja, das wäre das Karriereende. (Grissemann bestellt sich ein Bier.) Aber um auf Ihre Frage nach dem „härtesten Job“ zurückzukommen: Für mich sind die „Sonny Boys“ tatsächlich sehr anstrengend. Ich bin es ja nicht gewohnt, so dialoglastige Sachen zu lernen. Ich finde das sehr schwierig, ich zeige deutliche Text- und Timingschwächen. Das ist nicht leicht für mich. Leider.

MM: Kann man die unfreiwilligen Pausen eventuell für die melancholische Baseline des Stücks nutzen?

Stermann: Die Pause, nicht die, wenn er hängt, sondern die atmosphärische, wird tatsächlich oft eingesetzt. Man lässt damit ein Gefühl im Raum stehen. Dieses betretende Schweigen, das sind für mich die schönsten Momente.

MM: Aber es ist schon noch zum Lachen?

Stermann: Ja – wenn man will.

MM: Wo sehen Sie sich im Alter der „Sonny Boys“? Geriatrie oder Gran Canaria?

Grissemann: Wahrscheinlich in der Geriatrie auf Gran Canaria.

Stermann: Wenn du Alzheimer hast, merkst du den Unterschied gar nicht.

Grissemann: Oder noch weiter weg. Fidschi Inseln. Neue Identität annehmen. Sich vielleicht umoperieren lassen zur Frau, zur alten Frau.

MM: Welchen Vorteil hätte das?

Grissemann: Frauen werden älter, acht Jahre im Schnitt. Das hätte also einen klassischen biologischen Vorteil. Und: Man würde ganz neue Seiten an sich entdecken. Endlich ein Ende der Langeweile!

Kropiunig: Sie merken schon, diese Produktion ist sehr entspannt. Ich dachte erst, es könnte relativ stressig werden, aber das ist überhaupt nicht der Fall, und der wird vermutlich auch nicht mehr eintreten.

MM: Was wollen Sie dem Publikum mitgeben?

Grissemann: Nichts.

Stermann: Wir haben diesbezüglich keine Ansprüche.

Grissemann: „Sonny Boys“ ist ein klassisches Gefühlsstück …

Stermann: Die Leute sollen sich also nachher bei der Tür rausfühlen, sie sollen den Raum mit Sentiment verlassen – und sich dann draußen überlegen, was sie mitnehmen wollen.

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Wien, 29. 1. 2016