Odeon – Serapions Ensemble: Lamento Allegro

Januar 4, 2020 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Tanz um den gestohlenen Esel

Der Oasenmann ist mit Ehefrau und Esel unterwegs ins Niltal, um seine Waren zu verkaufen: Elvis Grezda und Sandra Rato da Trindade. Bild: © Odeon/S. Smidt

Ohnedies ist alles Interpretation und Assoziation. So soll’s auch mit der Szene sein, in der sich Julio Cesar Manfugás Foster an eine in schlammbraune Arbeitskittel gewandete Beamtenschar wendet. Eine nach dem anderen stolpern sie hinter ihrem Schalter hervor, immer mehr werden sie, mit gurkenglasdicken Brillen, schlampig gebundenen Krawatten, diversen Ticks – jedes Zucken ein Verneinen der Zuständigkeit, jede Gebärde eine „Mich geht das nichts an“-Geste.

Es wird Aufstellung genommen, Ähnlichkeiten mit nächstens zu sehenden Angelobungsbilder sind …, im Lärm der Bürokratie geht die Beschwerde des Bürgers, oder weist ihn die Hautfarbe antizipativ als Nichthiesigen aus?, unter. Man hört nur zwei seiner Worte: „Wasser … Essen …“ Weit hergeholt? Stimmt. „Klagen des Bauern“ oder „Der redekundige Oasenmann“ ist ein mittelägyptisches Literaturwerk. Darin wird ein Niedriggestellter auf seinem Weg ins Niltal, wo er seine Waren verkaufen will, von einem leibeigenen Pächter seiner gesamten Habe beraubt. Worauf er sich an dessen Besitzer, den Obervermögensverwalter des Pharaos, der sich wiederum an seine Räte, später an den Pharao höchstselbst wendet.

Doch Gerechtigkeit widerfährt dem Bauern nicht. In neun Klagereden fordert er diese nun für sich ein, wird dafür verprügelt und vom untertänigen Volk sogar mit dem Tode bedroht. Der göttliche Herrscher allerdings lässt die Reden heimlich schriftlich festhalten, denn er ist seit Langem auf der Suche nach einem begnadeten Geschichtenerzähler … „Lamento Allegro“ nennt das Serapions Ensemble seine unter der Leitung von Max Kaufmann, Mario Mattiazzo und Erwin Piplits entstandene Inszenierung des Stoffs, deren Wiederaufnahme im Odeon Theater mit dem Jahreswechsel geschehen ist. Eine Parabel, so das Programmheft, über jene dicke Decke, die sich die Demokratie seit der attischen übergeworfen hat, um derart die Ungleichbehandlung von Staatsvolk und Zugezogenen, heißt: die wahre Macht der Archonten und Demagogen, Apparat die einen, System die anderen, zu tarnen.

In seine bewährt poetischen Bilder packt das Serapions Ensemble auch diesen kollektiven Theaterzauber. Ein Esel, mittels Fahrradgestell zum Laufen gebracht, ein Thespiskarren mit vielfältig nutzbarer Transportkiste, zwei Laufbänder und ein alter Filmprojektor – das sind jene Requisiten, um die herum die neue Kreation aus Schauspiel, Gesang, Tanz und bildnerischen Elementen komponiert ist. Julio Cesar Manfugás Foster, José Antonio Rey Garcia, Elvis Grezda, Ana Grigalashvili, Mercedes Miriam Vargas Iribar, Miriam Mercedes Vargas Iribar, Zsuzsanna Enikö Iszlay, Mario Mattiazzo, Gerwich Rozmyslowski und Sandra Rato da Trindade gestalten den 90-minütigen Abend.

Thespiskarren ohne Tier: Julio Cesar Manfugás Foster mit Rey Garcia, Vargas Iribar, Rozmyslowski, Grigalashvili und Iszlay. Bild: © Odeon/S. Smidt

Wütende Menge: José Antonio Rey Garcia, Julio Cesar Manfugás Foster, Mercedes Miriam Vargas Iribar, Gerwich Rozmyslowski, Ana Grigalashvili und Mario Mattiazzo. Bild: © Odeon/Helmut Krbec

Die Räte kommen zwar aus ihrer Zauberkiste, doch …: Ana Grigalashvili und Elvis Grezda. Bild: © Odeon

… sind mit der Frage überfordert: Ana Grigalashvili, Vargas Iribar, Rato da Trindade und Iszlay. Bild: © Odeon/Helmut Krbec

Die belämmerte Beamtenschar: Grezda, Rozmyslowski,  Mattiazzo, Rey Garcia, Iszlay, Rato da Trindade, Grigalashvili, Vargas Iribar. Bild: © Odeon/S. Smidt

Die Krawatte wird als Würgehalsband gebraucht: Grezda, Rozmyslowski, Vargas Iribar, Rato da Trindade und Iszlay. Bild: © Odeon/Helmut Krbec

Wobei jeder mehrere Figuren verkörpert, Sandra Rato da Trindade und Elvis Grezda als Bauersleute beginnen den Reigen, sie in safrangelbem Kaftan, er in lindgrünem, und wie die Kostüme – sie noch aus den Beständen von Ulrike Kaufmann – von Spieler zu Spielerin weitergereicht werden, José Antonio Rey Garcia und Zsuzsanna Enikö Iszlay, Mario Mattiazzo, Mercedes und Miriam Vargas Iribar, macht deutlich wer nun als Chui-ni-Anup nebst Gattin unterwegs ist. Knapp nach Weihnachten erinnern die beiden an die Legende von Marias kleinem Esel, das Schwingen dreier Seile markiert den reißenden Fluss, den es zu durchqueren gilt, dann ein Wandteppich aus Wüste, Wind, Unwetter.

Dass Julio Cesar Manfugás Foster mit seiner vazierenden Truppe den Thespiskarren nicht länger allein ziehen will, mag – siehe Subventionssituation – als selbstironisches Augenzwinkern gedeutet werden, jedenfalls wird das Grautier gestohlen. Es bleibt der Imaginationskraft jedes einzelnen überlassen, in die folgenden Choreografien einen roten Faden einzuweben, die Strahlkraft der Aufführung versteht es, Fantasiebegabte aller Ausbildungsgrade für sich einzunehmen. Mit einem Maskenmix von Commedia dell’arte bis Mad Max, mit Musik von Goran Bregović, Philipp Glass, Meredith Monk, Mohammad Reza Mortazavi bis Richard Wagner.

Gesprochen, gesungen wird in vielen Ensemblesprachen, Gerwich Rozmyslowski führt, als die Reihe an ihm ist, seine Beschwerde auf Wienerisch. „Zu wem kann ich heute reden?“, das Gebet um Gerechtigkeit, wird zur Anklage, wird kämpferisch circensisch, wird zu einem resignativen „Wozu soll ich noch reden?“. Ein per Hoverboard schwebender Trenchcoat-/Würdenträger befragt die Räte, dies einer der skurril-schönsten Momente, wenn die vielarmige, verschlafene Obrigkeit, an der Spitze Ana Grigalashvili, aus der Kiste tritt, und unterm sich selbst eingeflüsterten Motto „Sag‘ kein Wort!“ mehr und mehr ins Taumeln gerät.

Der redekundige Oasenmann wird von Pharaos Stoffsäulen eingewickelt: Elvis Grezda, Ana Grigalashvili und Mercedes Miriam Vargas Iribar. Bild: © Odeon/Helmut Krbec

Die Dramatik des Visuellen, die wunderbar berührende Grausamkeit des Ganzen, wird um Textzitate erweitert, vom „Gespräch eines Lebensmüden mit seinem Ba“ aus dem Papyrus Berlin 3024 bis zum Gedicht „Die Freiheit ist schrecklich“ von Ali Podrimja. Freiheit, sagt das Serapions Ensemble damit, ist Verantwortung, und nur der eigenverantwortliche Mensch kann eine diesem würdige, lebenswerte Gesellschaft bilden. In der eine ethische Grundhaltung jedem einzelnen

inne ist, ohne dass ihn Gesetze dazu zwingen. Eigeninitiative ist das Credo zur Stunde. Die Darsteller tanzen nach Haka-Art. Das abschließende, überwältigende Bild: Aus sich drehenden Stoffzylindern wird ein Säulenpalast, der zusammen mit den historischen Kolonnaden der einstigen Getreidebörse ein monumentales Gesamtkunstwerk ergibt. Und während im Thronsaal des Pharaos dessen Untertanen am Schlips wie am Würgehalsband geführt werden, fallen die Stoffe und umschlingen den Bauern. Steht er da als königlich gekleideter Auserwählter oder als ein seinem Gebieter Ausgelieferter?

Die Gedankenwelt des Bauern und die allzu menschliche Universalgeschichte verschwimmen.  „Auf dem Rücken der Schildkröte / ein jedes Ding war schrecklich / auch die Freiheit“, rezitiert Grezda, nun wieder Oasenmann, Ali Podrimja. Da erkennt man erst, was das Auge bereits vorher beobachtet hat: Je mehr sich der Beraubte in seinen Klagen mit dem Diebstahl beschäftigt, desto mehr beraubt er sich der Freiheit. Das ist der Preis fürs Recht bekommen, für Privilegien und Reichtum aus der Hand der Machthaber. Sehr eindrucksvoll verschwindet zum Schluss die Frau erst durch die, dann auf der Filmleinwand, und mit ihr der Esel – mutmaßlich ins wahrhaft Freisein. Tosender Applaus für diese absolut staunenswerte Produktion.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=zn4NvfvbFRs&feature=youtu.be           vimeo.com/330207813           www.odeon-theater.at

  1. 1. 2020

TBA21: Mario García Torres. An Arrival Tale

Juni 14, 2016 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Geschichten von Migration und Exil

Mario Garcia Torres: Tea, 1391 (Iranian calendar). Bild: Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Collection, Vienna. Film still: Courtesy the artist and Jan Mot, Brussels / Mexico City

Mario Garcia Torres: Tea, 1391 (Iranian calendar). Thyssen-Bornemisza Art Contemporary Collection, Vienna. Film still: Courtesy the artist and Jan Mot, Brussels / Mexico City

Mario García Torres: The Way They Looked at Each Other, undatiert. Eine Auftragsarbeit der TBA21. Bild: Nik Wheelr / Alamy

Mario García Torres: The Way They Looked at Each Other, undatiert. Eine Auftragsarbeit der TBA21. Bild: Nik Wheelr / Alamy

Ab 17. Juni ist in der TBA21, der Thyssen-Bornemisza Art Contemporary im Augarten, die Ausstellung „An Arrival Tale“ von Mario García Torres zu sehen. Der mexikanische Künstler, geboren 1975, wendet investigative künstlerische Strategien an, um in Archive, Landschaften und Orte eingeschriebene und verborgene Geschichten offenzulegen und die Beschaffenheit und Begrenztheit historischer Objekte aufzuzeigen.

Dabei tauchen in seinem Werk verschiedene Erzähltechniken auf, wie fiktive Briefwechsel, Reportage und Icherzählung, die Formen der Aneignung, Wiederaufführung und der Wiederholung des Geschehenen oder dessen innewohnenden Potenzialitäten inszenieren.  Die Ausstellung sammelt, beschreibt und verbindet verschiedene Geschichten von Exil und Migration und umspannt dabei unterschiedliche historische Momente und Kontexte.

Sie löst die Arbeiten aus ihren ursprünglichen Zusammenhängen und Fixierungen und öffnet sie für neue Lesarten. „,An Arrival Tale‘ argumentiert anhand meiner Arbeiten aus der TBA21-Sammlung, dass der Raum der Ankunft, dieser Raum in dem man sich selbst neu erfinden kann, ein spannender sein könnte und dass er historisch betrachtet ein Ort des Aufbruches war”, so García Torres.

www.tba21.org

Wien, 14. 6. 2016

Aggregat Valudskis: Schmetterling im Eis

Februar 14, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Bildermagier verzaubert mit Márquez

Martin Bermoser, Julia Schranz und Markus Kofler Bild: Daniel Wolf

Martin Bermoser, Markus Kofler und Julia Schranz
Bild: Daniel Wolf

Der Eiszapfenluster an der Decke schmilzt in eine silberne Tasse. Das Tropf-Tropf der zerrinnenden Zeit ist nervenzermürbend wie chinesische Wasserfolter. Im Wortegewirr zeigen sich drei Wesen am Fenster, zwei Männer, eine Frau, sie drehen sich wie die Figuren einer Turmuhr. Bei Kerzenlicht geht eine Axt von Hand zu Hand, und Arturas Valudskis sitzt am Klavier und singt. Seine Kehle ist so rauh wie seine Verse. Die Geister der Gegangenen und der Kommenden haben den Gebliebenen aber die Stimme genommen, den Gestalten jenseits der Scheibe bleibt nur ein Stammeln.

Das Aggregat Valudskis, Julia Schranz, Martin Bermoser und Markus Kofler, zeigt in der Anti-Galerie Durchhaus einen Versuch über Gabriel García Márquez‘ „Hundert Jahre Einsamkeit“. Der Literaturnobelpreisträger führt in seinem Opus Magnum durch das Dorf Macondo. Von dessen Genesis bis zur Apokalypse. Von der politischen Utopie der Gründer, von der Vereinnahmung durch diverse staatsgewaltige Systeme, von Bürgerkrieg und Massakern schließlich zu Verfall und völliger Zerstörung. Valudskis packt sechs Generationen in 80 Minuten. Er fügt Texte seines Freundes, des litauischen Autors Juozas Erlickas, hinzu. Und macht sein Thema mit Valentin Rasputins „Abschied von Matjora“ universell. Rasputin schreibt in seinem 1976 erschienenen Roman, wie Menschen wegen der Errichtung des Irkutsker Stausees aus ihren Häusern vertrieben wurden. Weil die Bewohner von Matjora tatsächlich das Gemeineigentum lebten, waren sie dem Sowjetkommunismus ein Dorn im Auge. Sie bezahlten ihr Bekenntnis zum Kollektiv mit der Vernichtung ihrer Insel und mit Zwangsumsiedelung.

Valudskis hat das Vertrauen an das Funktionieren von Systemen, weltlichen wie religiösen, verloren. Wo der Mensch hingreift, muss er scheitern, sagt er, wie gut er es auch immer meinen mag. Um das zu erklären, schlägt er eine 15.000 Kilometer lange Brücke von Kolumbien nach Sibirien. Und lässt einen Priester – Valudskis wäre nicht Valudskis, würde er sich nicht am Glauben abarbeiten – wieder und wieder den Gottesbeweis antreten. Doch siehe, Christi Zeichen, der Fisch, ist nur noch eines für die beginnende Überschwemmung. Valudskis erzählt von Entwurzelung, von Vertreibung, von Versprechungen und deren Brechen, von der Sehnsucht des Menschen einen Platz zu finden, wo er irgend hingehört und bleiben darf. Das so zeitlos wie dieser Tage Zeitgeschehen. Der Theatermagier verzaubert mit betörenden Bildern, er lässt den Gedanken Spielraum – und er besticht wie stets mit seinen feinen Taschenspielertricks.

Unter Schmerzen wird ein Tischtuch geboren. Ein Löffel geht auf Wanderschaft. Für eine Kutschfahrt reichen ein Tisch und darauf ein Stuhl. Und fällt bei einer Enthauptung der Kopf, wird einfach das Sakko über diesem zusammengezogen. Das Aggregat Valudskis macht armes Theater, macht schwarzes Theater mit gleichfarbigem Humor, macht ein surreales Theater, dass mehr auf Körperarbeit denn auf Sprache setzt. Beinah eine halbe Stunde vergeht, bis die erste Diskussion beginnt, eine Art Nonsensegedicht, das um die Begriffe Hinsetzen – Niederlassen kreist. Die intensiven Gesichter von Schranz, Bermoser und Kofler sagen mit ihrer Mimik mehr, als es ein ellenlanger Monolog könnte. Ihr Über-den-Lebenskampf hat nur ein paar Dutzend Sätze. Und die sind so stockend vorgebracht, wie sich diese Figuren in Zeitlupengesten vorsichtig durch ihre Umgebung schieben. Es sind ungesunde Gestalten, wie von Godot in diese Welt gekotzt. Mit der Sprache, so scheint es, haben sie ihre Identität verloren. Sie sind Prinzipe, eine Sie und ein Er und die immerwährende Versuchung; das Paradies aber, es ist, wenn je existent gewesen, schon lang verloren. Das Aggregat Valudskis führt mit dieser Aufführung in das 101. Jahr von Dada.

Martin Bermoser gibt vor allem die Patriarchen, den Bürgermeister und den Oberst der Buendías, unbeugsam, wie in Stasis, wehren sie sich gegen die Vereinnahmung durch jegliche Institution. Markus Kofler kommt als in diesem Kontext „quirrliger“ Regierungsbeamter, Parteifunktionär oder Priester. Bestechend die Szene, in der die beiden Männer als Konservativer und Liberaler ihr Programm in eine potentielle Wählermasse schreien. Unverständlich, weil simultan, weil ohnedies klar, dass die beinah selben Sätze nichts aussagen. Schön auch die Szene, in der sich das Volk, Julia Schranz, an die Kirche-Kofler wendet und die über dessen gebeichteten Sorgen einschläft. Schranz wechselt durch das Binden des Kopftuchs im Nacken oder unterm Kinn von der Lateinamerikanerin zur Russin, formt die Kälte der in der Einsamkeit festgefrorenen Frau zur Härte gegen Störenfriede um. Sie ist auch ein skurriles Großmütterchen, vielleicht der im enigmatischen Titel erwähnte Schmetterling – und wenn sie fast am Ende die Zaghrouta singt oder wie ein Hahn kräht, denkt man, wie viele weitere dieser erste Menschenverrat nach sich gezogen hat …

Der vierte Darsteller ist das Durchhaus. Die Anti-Galerie, diese Abrisshöhle – keiner im Raum weiß, was hier einmal war, angeblich ein Postamt -, ist ein bestechender Aufführungsort. Offenbar zusammengesetzt in zwei Häusern, ist ein mit Glas überdachter Innenhof durch eine real existierende Fensterfront vom anderen Bereich getrennt. Ein „Bühnenbild“ wie dieses wird sonst für viel Geld erfunden. Les Tardes Goldscheyder, einer der Gründer des Künstlerkollektivs, ehemaliges Karlsplatz-Kind und bildnerischer Autodidakt, ist bei der Valudskis-Premiere anwesend. Seine im Raum verteilten Werke weisen aus, dass hier, wenn nicht Theater, seine wesentliche Kunst zur Form findet. Goldscheyders Gemälde, Zeichnungen, Objekte, Fundstücke der Werkwerfcommunity, sind so roh und poetisch, so extrem und konsequent, wie Valudskis Arbeit. Die Künstlersymbiose, auch sie ist gelungen. Das Eis hat seinen Aggregatzustand zu Wasser gewechselt, die Figuren verschwinden erneut hinterm Fenster, „Schmetterlinge fliegen zum Licht, warum können das Menschen nicht?“ singsangt die Schranz. Das Aggregat Valudskis hat das Publikum einmal mehr mit einer außergewöhnlichen Darbietung beglückt.

Arturas Valudskis im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=17254

INFO: Spielort: Anti-Galerie Durchhaus, 1010 Wien, Werdertorgasse 17. Spieltage: 17., 18., 19., 20., 24., 25., 26., 27. Februar, 20 Uhr. Karten: valudskis@gmail.com , Tel.: 0677 617 68 186.

www.facebook.com/Aggregat-Valudskis-1646800055587123

Wien, 14. 2. 2016

Arturas Valudskis im Gespräch: „Schmetterling im Eis“

Februar 1, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Versuch zu Márquez‘ „Hundert Jahre Einsamkeit“

Arturas Valudskis Bild: Toihaus Salzburg

Arturas Valudskis
Bild: ToiHaus Salzburg

Arturas Valudskis ist nicht nur einer der stilistisch maßgeblichen Regisseure in Österreich, sondern auch ein bemerkenswerter Mensch. 1963 in Litauen geboren, verweigerte er als 18-Jähriger den Dienst im Afghanistankrieg und wurde in der Folge in eine Nervenklinik eingewiesen. Er machte Untergrundtheater und Theater im Gefängnis, und kam 1994 mit einem Stipendium nach Salzburg, wo er sein „Theater Panoptikum“ eröffnete. Die Schauspieler Markus Kofler, Martin Bermoser und Julia Schranz gründeten später in Wien das nach ihm benannte „Aggregat Valudskis“.

Mit ihm realisiert Valudskis nun (nach dem Daniil-Charms-Abend „Das ist eigentlich alles“ und „Varieté Volant“, Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=6621) die dritte Produktion, „Schmetterling im Eis“, ein Versuch über Gabriel Garcia Márquez‘ Jahrhundertroman „Hundert Jahre Einsamkeit“. Eine mystische Reise in eine utopische Demokratie, in der die Logik bald zerfällt und eine Groteske beginnt. Premiere ist am 13. Februar im ungewöhnlichen Spielraum der Anti-Galerie Durchhaus, Wien 1, Werdertorgasse 17, Karten: valudskis@gmail.com. Ein Gespräch mit Arturas Valudskis:

MM: Sie haben sich also nicht mehr vorgenommen, als das A und O der Welt in Angriff zu nehmen?

Arturas Valudskis: Wie kann ich das erklären? Ich kenne das Buch seit 30 Jahren, habe aber auch meinen Schülern immer gepredigt: Bitte die Finger von Literatur lassen!, Theater braucht etwas anderes. Ich würde also nie die Bibel inszenieren, auch nicht „Die Brüder Karamasow“, aber Márquez‘ magischer Realismus fasziniert mich. Und so will ich „Hundert Jahre Einsamkeit“ in meine Theatersprache übersetzen. Jetzt hab‘ ich das Projekt „Schmetterling im Eis“ begonnen – und ich rate jedem, der Theater macht: Bitte die Finger von diesem Buch lassen! (Er lacht.)

MM: Nun haben Sie sich die Ihren aber schon verbrannt, wie kann es also werden?

Valudskis: Indem wir die Magie lassen, wie sie ist. Wir wollen das Unsichtbare sichtbar machen, aber ohne viel Mittel, einfach, ohne Video oder was es sonst an theatralen Hilfsmitteln gibt. So dass das Publikum sagen kann: Das ist ein Wunder. Wir schreiben ein neues Buch, ein Theaterbuch. Wir sind sehr frei von Márquez, nur sehr angetan, sehr inspiriert von ihm. Wir wollen uns mit Márquez unterhalten, wir Theatermenschen mit ihm, dem Literaten. Aber trotzdem erzählen wir eine eigene Geschichte. Wir hoffen dafür eine Art „Traumlogik“ zu finden.

MM: In „Hundert Jahre Einsamkeit“ steht die ganze Menschheitstragödie. Krieg, Katastrophen, Kolonialzeit … Was werden Sie destillieren?

Valudskis: Wir entfernen uns von seiner Geschichte Kolumbiens. Was wir aber sehr gut nützen, und was auf der Bühne sehr gut rüberkommt, ist seine Utopie von Demokratie, die Utopie der Gründung Macondos. Ich vergleiche das mit dem Kommunismustheoretiker Engels: Ich kenne kein politisches System in der Menschheitsgeschichte, das funktioniert hat. Nicht einmal das antike Griechenland, auch da ist unsere moderne Version eine geschönte Fassung. Der Mensch ist ein Viech, er stolpert blind und stolz durch diese Welt und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Wenn man statt um die bloße Existenz um Macht kämpft, ist man vom Weg abgekommen. Wie es der Idee des Kommunismus passiert ist. Das wollen wir zeigen: Der Mensch wird unschuldig geboren, doch die Gesellschaft lädt ihn mit Schuld auf.

MM: Wie halten Sie es diesmal mit der Religion, die auch eine starke Macht ist? Viele Ihrer Inszenierungen werden als Gottesbeweis geführt, das treibt Sie um.

Valudskis: Ja, stimmt. Ich bin in eine kommunistische Familie geboren. Mein Vater wusste nichts von der Kirche. Ich, als Hippie, suchte nach etwas anderem, und da gab es einen Kapuzinermönch, der zwanzig Jahre in Sibirien im Gefängnis saß und zurückgekehrt war. Mich hat damals schon der KGB verfolgt, und so bat ich um Schutz bei ihm. Seine Art zu beten, hat mich beeindruckt, und so hat er mich eines Tages getauft. Ich bin sozusagen Katholik aus Versehen. Ich brauche aber für meine Nähe zu Gott keine Kirche und keinen Papst. Als ich nach Österreich kam, hat mich der Prunk und der Pomp in den Kirchen hier eher erschreckt. Das ist mir so fremd. Mein Weg zu Gott ist einfacher. Und natürlich wird er auch in dieser Inszenierung eine Rolle spielen.

MM: Weitere Inspirationen für diese Arbeit kommen vom russischen Schriftsteller Valentin Rasputin und vom Litauer Juozas Erlickas. Wie ergänzen die beiden Márquez?

Valudskis: Rasputin hat 1976 einen Roman geschrieben, „Abschied von Matjora“, in dem er das Versinken seines Heimatdorfes in den Fluten des aufgestauten Flusses Angara schildert. Er war ein Unbequemer, er hat sich schon damals in der Umweltschutzbewegung für den Schutz seiner sibirischen Heimat stark gemacht und dafür auch einen Preis von den Vereinten Nationen bekommen. Jedenfalls, die Dorfbewohner lebten wie in einer Kommune. Frei, brüderlich, alle haben alles geteilt. Das war so kommunistisch, dass es den Kommunisten ein Dorn im Auge war. Also haben sie beschlossen, dass das Irkutsker Wasserwerk einen Stausee braucht. Die Dorfbewohner wurden vertrieben, sie mussten zur Strafe für ihr Leben wie im Paradies ihre Häuser auch noch selber anzünden. Das hat mich an Macondo erinnert. Ich wollte so die Verschmelzung von Márquez‘ Geschichte mit einer in einem weit entfernten Land herstellen. Und wieder fragen: Woran scheitert der Mensch? Kann er überhaupt gut sein? Ich habe da ein Lieblingsbeispiel: Der Mensch erfindet eine Axt zum Holzhacken fürs Feuer, damit seine Familie in der Nacht nicht frieren muss. Und dann wird mit dieser Axt einer umgebracht … Jeder Traum ist zum Scheitern verurteilt. Aber das Leben ist trotzdem lebenswert, man darf nur nicht aufhören zu versuchen.

MM: Ist das Ihre Lebensmaxime?

Valudskis: Ja. Ich bin auch Liedermacher und ich habe ein Programm über die europäischen Neonazis. Da kam eines Tages nach der Vorstellung eine junge Zuschauerin zu mir und sagte: Warum machst du das? Glaubst du wirklich du kannst etwas bewirken? Glaubst du, du rettest die Welt? Und ich sagte: Ja. Denn wenn ich gegen diese Menschen ansinge, rette ich mich. Und mit mir rette ich immerhin meine Welt. Und dann denke ich, die Welt ist doch schön.

MM: Und Juozas Erlickas? Ich habe versucht, etwas über ihn herauszufinden, aber nur die Worte poetas, publicistas, humoreskas einigermaßen deuten können.

Valudskis: Juozas ist ein Jugendfreund von mir. Auch ein ehemaliger Hippie. Er schrieb damals kleine Gedichte, Vierzeiler wie japanische Haikus über den Kommunismus. Die Sowjets haben ihm verboten, sich zu publizieren. Also sind wir nächtens durch die Kaffeehäuser gelaufen und haben kleine Zettelchen mit seinen Gedichten auf die Tische geworfen. Rein, raus, nur nicht verhaftet werden. Juozas wurde schnell ein „Volksheld“. Und das ist er heute noch. Nur schreibt er mittlerweile dicke Romane. Er sorgt in unserer Aufführung für den richtigen Humor.

MM: Es spielt das Aggregat Valudskis, gegründet von den Schauspielern Julia Schranz, Markus Kofler und Martin Bermoser. Wie werden die drei sechs Generationen darstellen?

Valudskis: Gar nicht. Sie werden wie Archetypen sein. Das Weibliche, das Männliche und die Verführung oder die Irritation, wenn Sie wollen. Sie werden sich durch Kleinigkeiten von einer Figur in eine andere verwandeln. Das Ganze wird sehr minimalistisch. Ein Hut wird weggeworfen, ein Sakko angezogen, das genügt für die Verwandlung. Bei mir kann sich niemand in Kulissen verstecken. (Er lacht.)

MM: Sind Sie ein strenger Regisseur?

Valudskis: Früher ja. Da ging das Gerücht, bei mir wird in den Proben geweint. Was nie gestimmt hat! Aber ich verlange von mir viel – und daher auch von den anderen. Mittlerweile bin ich milder, ich mache jetzt sogar schon Pausen, ich bin gelassener und weniger stressig, deswegen herrscht aber nicht weniger Konzentration und Disziplin.

MM: Gilt das auch für das Publikum?

Valudskis: Ja … nein. Theater darf keine Botschaften bringen, es muss spiegeln. Wir belehren nicht, wir zeigen. Es gibt aber immer wieder Zuschauer, die sagen: Das ist doch nichts fürs Publikum, warum machst du nicht was Normales? Also erziehe ich offenbar unterschwellig. Aber nur unterschwellig. Ich habe auch Theater im Gefängnis gemacht, das war nachdem ich wegen des Afghanistankriegs desertiert war, und im Irrenhaus gelandet bin. Im Irrenhaus dachte ich, dass ich mich vor lauter Elektroschocks und Medikamenten selber verliere, also bin ich abgehauen. Und dann gab’s 1985 diesen Job im Gefängnis in Kaunas. Ich dachte, die nehmen mich nie, haben sie aber. Das war die wichtigste Arbeit in meinem Leben. Die Gefangenen durften nicht lesen, keine Briefe schicken, niemanden treffen. Wir haben dann begonnen – mit meinem eigenen Geld – einen „Theatersaal“ herzurichten. Der Direktor sagte: Herr Valudskis, das ist kein Kurort, die Leute müssen immer die Strafe spüren. Ich habe einen super Musiker, einen tollen Poeten kennengelernt, alles Mörder, und so haben wir dann Aufführungen gemacht. Das Publikum kam, musste eine Leibesvisitation über sich ergehen lassen wie Verbrecher, und dann stand vor jeder Bankreihe ein Wächter mit Kalaschnikow. Da kommt natürlich Stimmung auf! Naja. Das waren Erziehungsmaßnahmen.

MM: Wie sind Sie nach Österreich gekommen?

Valudskis: Ich bin zum Theater generell gekommen, weil ich es als Ersatz für die fehlende Kirche genutzt habe. Ich war schon etwas älter, verheiratet und hatte schon zwei Kinder, als ich Schüler von Jonas Vaitkus, damals künstlerischer Leiter und bedeutendster Regisseur am Akademietheater Vilnius, wurde. Ich hatte schon Untergrundtheater gemacht, in einem Museumskeller frei erfundene Stücke gezeigt, und über uns die kommunistische Kunst, das war sehr lustig, und er hat wohl etwas gesehen, das ihm gefallen hat. Jonas wurde vom KGB immer zensuriert, aber er hat es geschafft, so zu spielen, dass diese blöden Menschen seine Unter- und Zwischentöne gar nicht gemerkt haben. Das hat mir imponiert. Dann habe ich an der Kunstakademie in Vilnius Regie und Schauspiel studiert. Ich inszenierte in einem Wettbewerb „Orchester“ von Anouilh und bekam dafür als Preis ein Förderstipendium der Stadt Salzburg.

MM: Und fassten den Entschluss zu bleiben.

Valudskis: Obwohl ich zuerst dachte, Salzburg ist nicht meine Stadt, das ist mir zu eng, zu sauber. Aber mich hat in Litauen nichts mehr gehalten. Mein Sohn ist mit zweieinhalb Jahren an Knochenmarkkrebs gestorben, eine Spätfolge von Tschernobyl, und drüber haben sich meine Frau und ich getrennt. Meine Tochter ist mit mir nach Salzburg gegangen, mittlerweile habe ich noch eine zweite Tochter von meiner zweiten (Ex-)Frau, und auch schon zwei Enkelkinder. 1994 habe ich dann mein „Theater Panoptikum“ gegründet. Ich gehe selten zurück, höchstens für Gastspiele. Ich habe immer das Gefühl, es gibt in Vilnius zu viel Neid und – wie sagt man? Ellenbogen? – Konkurrenzkampf unter den Kollegen, ich passe dort irgendwie nicht mehr hin. Es ist echt hart. Ich habe in der Sowjetzeit unter den Hippies viele Russen kennengelernt, die das Militär auch gehasst haben, die sich für unsere Kultur und Sprache interessiert haben. Sie sind Freunde. Bis heute Freunde. Das wollen viele in Litauen nicht verstehen. Deshalb werde ich mitunter angegriffen. Das brauche ich nicht. Menschen sollen aufeinander zu, nicht voneinander weggehen. Ich werde am Ende dieser Produktion auch ein russisches Lied singen … er denkt nach … ja, unbedingt.

MM: „Schmetterling im Eis“ ist nun die dritte Produktion des Aggregat Valudskis. Welcher Regisseur hat schon Schauspieler, die ihm zu Ehren eine Truppe gründen und nach ihm benennen!

Valudskis: Stimmt. Ich bin auch sehr geehrt. Wenn ich denke, als ich nach Österreich kam, konnte ich kein Wort Deutsch. Ich habe litauisch gesprochen, russisch geflucht, und die Schauspieler am Arm auf die Bühne gezogen, damit sie mich verstehen. Aber es hat funktioniert. Martin und Markus sind, auch wenn sie natürlich anderswo Schauspiel studiert haben, meine Schüler, was unseren Stil betrifft. Sie waren schon bei mir beim „Panoptikum“, haben dann aber mehr und mehr Engagements in Wien bekommen, und nach einem Mittel gesucht, mich auch hierher zu locken. So wurde ich eingeladen. Das Aggregat ist eine künstlerische Weiterentwicklung, Julia, Markus und Martin haben sich den Namen ausgedacht, und ich musste erst lachen. So bin ich nach Wien gekommen – und habe die U-Bahn kennengelernt.

MM: Wie würden Sie Ihren Theaterstil beschreiben?

Valudskis: Mit dem Wort Körperpräsenz. Sprache ist nur, wenn sie sein muss. Wir machen energetisches Theater, schwarzes Theater, Theater im leeren Raum. „Armes Theater“.

MM: Nach „Schmetterling im Eis“ machen Sie Anfang April im TAG „Das Spiel: Die Möwe“ nach Tschechow.

Valudskis: Ja. Ich habe mich schon öfter mit Tschechow beschäftigt, und „Die Möwe“ reizt mich ganz besonders. Ich bin schon gespannt, was uns dazu einfallen wird. Julia und Markus spielen wieder mit, außerdem Michaela Kaspar, Claudia Kottal und Raphael Nicholas. Den habe ich mir kürzlich in „Bluad, Roz und Wossa“ angeschaut, der ist ja toll. Ja, das TAG hat mich „entdeckt“, also der Gernot Plass. Er sagt, wir sind theaterverwandt. Für mich war das anfangs ganz neu, da hast du einen Regieassistenten und eine Dramaturgin. In Litauen gab es das nicht. Ich war immer gewohnt, alles selber zu machen, und dachte: Was wollen diese Leute hier? Ich kenne die ja alle nicht! Jetzt bin ich sehr froh, dass ich sie alle habe … Das TAG ist auch für mich eine Entdeckung.

www.facebook.com/Aggregat-Valudskis-1646800055587123

Wien, 1. 2. 2016

Zehn Jahre TAG: Einladung zum Geburtstagsfest

Januar 8, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Das ganze Programm, leicht gekürzt

Michaela Kaspar und Jens Claßen, aus "13 oder Liebt eure Volksvertreter!" Bild: © Anna Stöcher

Michaela Kaspar und Jens Claßen, aus „13 oder Liebt eure Volksvertreter!“
Bild: © Anna Stöcher

Das TAG feiert am 13. Jänner seinen zehnten Geburtstag und lädt zur musikalischen Rückschau auf mehr als 120 Theaterproduktionen. Zu erwarten ist nicht weniger als das gesamte Programm der letzten Dekade – leicht gekürzt – und ein rauschendes Fest mit vielen Weggefährten, Stammgästen, Künstlern und dem gesamten TAG-Team.

Mit Jens Claßen, Michaela Kaspar, Raphael Nicholas, Georg Schubert und Elisabeth Veit, Horst Heiss, Julian Loidl, Petra Strasser und anderen.

Der Eintritt ist frei.

Zur Einstimmung zum Nachlesen: Rezensionen „13 oder Liebt eure Volksvertreter!“: www.mottingers-meinung.at/?p=16199 ,“Bluad, Roz und Wossa“: www.mottingers-meinung.at/?p=15115 , „Faust-Theater“: www.mottingers-meinung.at/?p=13951.

dastag.at

Wien, 8. 1. 2016