Filmpreise der Diagonale 2014

März 24, 2014 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Auszeichnungen für Houchang Allahyari

und Ruth Beckermann

Houchang Allahyari: Der letzte Tanz - Daniel Sträßer, Erni Mangold Bild: (c) Reinhard Mayr

Houchang Allahyari: Der letzte Tanz – Daniel Sträßer, Erni Mangold
Bild: (c) Reinhard Mayr

Bei der Preisverleihung der Diagonale wurden im Orpheum Graz 18 Filmpreise vergeben, darunter die mit je € 21.000 dotierten Großen Preise für den jeweils besten österreichischen Kinospielfilm bzw. Kinodokumentarfilm. Als bester österreichischer Spielfilm wurde Der letzte Tanz von Houchang Allahyari ausgezeichnet. Nach dem Diagonale-Preis Kurzdokumentarfilm 2012 für Das persische Krokodil ist dies die zweite Auszeichnung für den Regisseur bei der Diagonale. Der Film erzählt von einem jungen Zivildiener, der für einen vermeintlich unakzeptablen Akt der Liebe und der Menschlichkeit von der Gesellschaft ausgeschlossen wird. Für ihre außergewöhnliche Darstellung einer Alzheimerpatientin in Der letzte Tanz erhielt Erni Mangold überdies den Diagonale-Schauspielpreis. Those who go Those who stay von Ruth Beckermann – ein Film über das Unterwegssein in der Welt und im eigenen Lebenslauf – gewann den Großen Diagonale-Preis Dokumentarfilm. Der Preis Innovatives Kino ging an High Tide von Lukas Marxt. Gloria Dürnberger wurde für den Dokumentarfilm Das Kind in der Schachtel mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Neben Erni Mangold wurde Gerhard Liebmann für seine Rollen in Blutgletscher, Das finstere Tal und Bad Fucking mit dem diesjährigen Diagonale-Schauspielpreis ausgezeichnet. Insgesamt wurden im Rahmen der Diagonale 2014 Preise im Wert von knapp € 165.000 vergeben.

Großer Diagonale-Preis Spielfilm des Landes Steiermark (€ 21.000)
Houchang Allahyari für Der letzte Tanz

Großer Diagonale-Preis Dokumentarfilm des Landes Steiermark (€ 21.000)
Ruth Beckermann für Those who go Those who stay

Diagonale-Preis Innovatives Kino der Stadt Graz (€ 10.500)
Lukas Marxt für High Tide
Lobende Erwähnung: Josephine Ahnelt für Wasser aus Korn

Diagonale-Preis Kurzspielfilm von ServusTV (€ 4.000)
Stefan Bohun für Musik
Lobende Erwähnung: Alexandra Makarová für SOLA

Diagonale-Preis Kurzdokumentarfilm der Jury der Diözese Graz-Seckau (€ 4.000)
Antoinette Zwirchmayr für Der Zuhälter und seine Trophäen

Diagonale-Preis der Jugendjury des Landes Steiermark (€ 4.000)
Britta Schoening, Michaela Taschek und Sandra Wollner für Uns geht es gut

Diagonale-Preis Bildgestaltung des Verbandes Österr. Kameraleute AAC (je € 4.000)
Thomas W. Kiennast für Das finstere Tal (Spielfilm)
Joerg Burger und Attila Boa für Das große Museum (Dokumentarfilm)

Diagonale-Preis Schnitt des Verbandes Film- und Videoschnitt aea (je € 3.000)
Karina Ressler für Oktober November (Spielfilm)
Dieter Pichler für Das große Museum (Dokumentarfilm)

Diagonale-Preis Sounddesign des Verbandes Österreichischer Sounddesigner/innen
VOESD (je € 2.000)

Christoph Amann für Shirley – Visions of Reality (Sounddesign Spielfilm)
José Miguel Enriquez und Alejandro de Icaza für Calle López (Sounddesign Dokumentarfilm)

Diagonale-Preis Szenenbild und Kostümbild
des Verbandes Österreichischer Filmausstatter/innen (je € 3.000)
Christina Schaffer für Fieber (Szenenbild Spielfilm)
Theresa Ebner-Lazek für Die Werkstürmer (Kostümbild Spielfilm)

Diagonale-Publikumspreis der Kleinen Zeitung (€ 3.000)
Gloria Dürnberger für Das Kind in der Schachtel

Diagonale-Schauspielpreis in Kooperation mit der VDFS (je € 3.000)
Erni Mangold für Der letzte Tanz
Gerhard Liebmann für Blutgletscher, Das finstere Tal und Bad Fucking

Preis Innovative Produktionsleistung der VAM Verwertungsgesellschaft für
audiovisuelle
Medien (je € 5.000)
Prisma Film- und Fernsehproduktion für Alphabet und Dor Film für Der Letzte der Ungerechten

Etwa 25.500 Besucher/innen (also ein leichter Besucher/innenanstieg: 2013: ca. 25.000) waren auf den Veranstaltungen der Diagonale. Auch abseits der Kinosäle – bei Werkstattgesprächen und Podiumsdiskussionen, beim Branchentreffen, bei den Ausstellungen oder der Nightline herrschte großer Andrang. Einen Höhepunkt markierte die dem Filmkünstler Manfred Neuwirth gewidmete Personale. Zum Publikumsliebling avancierte der diesjährige Tribute-Gast Agnès Godard – eine Ausnahmeerscheinung des zeitgenössischen Kinos. Viel Publikumszuspruch fanden auch die Spezialprogramme zu Peter Lorre und Austrian Pulp. Positives Echo von den rund 150 teilnehmenden Fachbesucher/innen gab es außerdem auf das diesjährige Branchentreffen „Digital Revolution Meets Reality“. Und am letzten Festivaltag konnte sich Spezialgast James Benning über eine ausverkaufte Matineevorstellung seines Meisterwerks Landscape Suicide freuen.

Wie immer positionierte sich das Festival als unverzichtbarer Ort der Begegnung und des Austausches von Filmbranche und Publikum. Zehn Jahre nach der Widerstands-Diagonale regte sich erneut Protest in der Filmbranche. In einer an die Regierungsparteien und die Geschäftsführung des ORF adressierten Videobotschaft warnten zahlreiche Vertreter/innen vor den unmittelbaren Auswirkungen der drohenden Mittelkürzung des ORF nach dem Wegfall der Gebührenrefundierung. www.filmfernsehfreunde.at

Die Diagonale 2015 findet von 17. bis 22. März statt.

www.diagonale.at

www.mottingers-meinung.at/diagonale-georg-friedrich-erhaelt-den-schauspielpreis

Wien, 24. 3. 2014