Elizabeth Strout: Oh, William!

März 8, 2022 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Wie Gespräche am Küchentisch

Es gibt Romane, in denen kaum etwas passiert, die aber dennoch Pageturner sind. Diese große Kunst beherrscht die US-amerikanische Autorin Elizabeth Strout, die ihr Lesepublikum scheinbar mühelos und stets weitherzig mit ihren Protagonistinnen und Protagonisten vertraut macht. Strout, von Kritik wie Fans als grandiose Chronistin des Alltags verehrt, betrachtet ihre Figuren mit scharfem Blick für deren Schwächen, umhüllt sie aber gleichzeitig mit einem Schutzmantel aus Sympathie. Mit jedem neuen Roman taucht man erneut in die Welt ihrer Geschöpfe ein.

Meist ist es Maine, wo sich die Glücksmomente, die tiefen Verletzungen und mittelschweren Katastrophen ereignen, und immer wieder mal wird eine Neben- aus einem früheren Werk in einem späteren zur Hauptperson. So auch in „Oh, William!“ Zwar ist die Erzählerin die schon aus „Die Unvollkommenheit der Liebe“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=21705) und „Alles ist möglich“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=30582) bekannte Schriftstellerin Lucy Barton, die im ersten Buch in einem Manhattaner Krankenhaus um ihr Leben und gegen die ungeliebte Mutter kämpft, während sie im zweiten von ihren auf seltsame Art

sadistischen Eltern und ihrer armseligen Kindheit auf einem Einschichthof im Mittleren Westen erzählt. Nun, im dritten Lucy-Barton-Roman, ist die Literatin jenseits der Sechzig. Sie war in der Zwischenzeit mit den Cellisten David Abramson verheiratet, der vor Kurzen verstarb. Dies in zweiter Ehe, denn mit Ehemann eins, William Gerhardt, Parasitologe und Dozent an der New York University, Lucys Studentinnenliebe, war sie’s zwanzig Jahre lang. Sie hat mit dem notorischen Fremdgeher die längst erwachsenen Töchter Becka und Crissy.

„Ich muss noch etwas über meinen ersten Mann sagen, William.“ Mit diesem richtungsweisenden Satz beginnt Lucy ihr Gespräch mit der Leserin, dem Leser, so ist der Tonfall des Textes, als säße man miteinander plaudernd am Küchentisch bei Tee und Kuchen, und die Freundin schildert, was jüngst vorgefallen ist. Wobei sie ins vorsichtige Herantasten an die Geschehnisse, an die eigene Vita ihre Gedanken und Gefühle einwebt. „Ich weiß gar nicht, wie ich es beschreiben soll“, heißt es an einer Stelle, „ich sag einfach, wie es ist“. Und genau das tut Strout, und biegt direttissima in die abgrundtiefen Gemütslagen ihrer Heldin ab.

Der Roman setzt ein, als William nach Lucy und Joanne – mit der er Lucy zuvor betrogen hatte – auch von seiner dritten Ehefrau Estelle samt dem zehnjährigen Töchterchen Bridget verlassen wird. Wie gewohnt wenn sein Leben aus dem Ruder läuft, klammert er sich an seinen Rettungsanker Lucy, haben sich die beiden doch ihre Vertrautheit und Freundschaft bewahrt. Lucy weiß, woran es krankt, nämlich dass Williams Distanziertheit seine Ehefrauen unglücklich macht und in die Flucht treibt, was er selber aber nicht erkennt.

„Es gab Zeiten in unserer Ehe, da habe ich ihn verabscheut. Ich spürte mit einem Grauen, das sich wie ein dumpfer Ring um meine Brust legte, dass da hinter seiner liebenswürdigen Distanz, hinter seiner sanften Art eine Mauer war. Nein, schlimmer noch: Unter dieser geballten Liebeswürdigkeit lauerte etwas Infantil-Mürrisches, über seine Seele huschte gleichsam ein Schatten, und ich sah einen dicklichen kleinen Buben mit vorgeschobener Unterlippe vor mir, der die Schuld bei anderen suchte, bei dem und bei jenem – er gab die Schuld mir, hatte ich oft das Gefühl, er machte mich für Dinge verantwortlich, die mit unserem jetzigen Leben nichts zu tun hatten“, sagt Lucy. Und schwankt zwischen melancholisch duldsam und aufmüpfig emanzipiert, zwischen „armer William“ und einem „Gottseidank, er gehört mir nicht mehr“.

In dieser diffusen Atmosphäre zwischen Ratio und Emotion bewegen sich Lucy und William aufeinander zu. Elizabeth Strout, die mit dem Charakter Lucy zweifellos auch ein Rollenspiel mit dem eigenen Ich betreibt, umkreist in Lucys Selbstbefragungen und mit deren Rückblicksfragmenten behutsam die Kalvarienbergstationen der beiden, dies nicht linear, sondern assoziativ und ergo keinem biografischen Zeitbalken gehorchend. An Lucy nagt nach wie vor ihre Kindheit. Von einem posttraumatischen Stress-Syndrom sind die nächtlichen Panikattacken geblieben, und es geht wie Nadeln unter die Haut, wenn Lucy plötzlich einfällt: „Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Mutter je irgendeines ihrer Kinder berührt hätte, außer um es zu schlagen.“

William wiederum laboriert am Umstand, dass sein Vater Wilhelm im Dritten Reich auf Seiten der Nationalsozialisten kämpfte. Als deutscher Kriegsgefangener war er zum Arbeiten auf die Erdäpfelfelder Maines abkommandiert worden, verliebte sich und vice versa in die Frau des Farmers Clyde Trask, Catherine, die ihm bedingungslos in ein neues Daseinskapitel folgte. Derart mäandert Strouts Roman von Schock zu Erschütterung, von der Angst vorm Verlassenwerden zu der vorm Alleinsein. „Pillie“/William und „Button“/Lucy unternehmen eine Erinnerungsreise in ihre Vergangenheit inklusive ihrer Ehe, eine Odyssee – von Lucys widersprüchlichen Empfindungen für William zu dessen andauerndem Herzausschütten.

Bild: pixabay.com

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Und wie schon in „Die Unvollkommenheit der Liebe“ ärgert einen diese hochneurotische Lucy Barton, die man für, ja, abgespannt, aber nicht so überspannt gehalten hätte, und um nichts weniger William, durch deren beider Anhangen an Erlebnisse, die Jahrzehnte zurückliegen, wenn sich über die Mittsechziger in einer „herzbeklemmenden Beengung“ der „Vorhang der Kindheit“ absenkt. Es ist an der Zeit, sich mit seinem inneren Bild der Eltern auszusöhnen und ihnen auf einer neuen, erwachsenen Ebene zu begegnen, möchte man Strouts literarischen Gestalten zurufen. Und so glaubhaft die Darstellung von Lucys Aufsteigergeschichte aus heillosen und gewalttätigen Verhältnissen, so überdeterminiert ist die Erzählung von Williams Traumatisierung durch seine deutschen Wurzeln, die noch dazu bei einem Besuch des Konzentrationslagers Dachau verstärkt werden musste. Eine Behauptung, die im Roman stehen bleibt und an keiner Stelle weiter vertieft wird.

Schwiegermutter Catherines „Blues“, den die permanente Dritte im Ehebunde mit Alkohol und Antidepressiva zum berauschten Happy Sound verkehren will, enträtselt sich, als William durch eine Ahnenforschungs-Webseite erfährt, dass er eine Halbschwester namens Lois hat, die nach wie vor in Houlton im Bundesstaat Maine wohnt. „Kontrollinstanz“ Catherine hatte also nicht nur Farmer Trask, sondern auch die gemeinsame einjährige Tochter zurückgelassen. Von nun an wird der Roman zum Roadtrip, denn William will Lois zumindest sehen – und natürlich braucht er Lucy als Krisenmanagerin.

„Ach, William“, stöhnt Lucy in sich hinein, und in diesem „Ach“, das je nach Situation auch zu einem „Oh“ mutieren kann, steckt mutmaßlich alles, was die Beziehung der beiden ausmacht. Es ist ein Seufzer, der verzweifelt klingen kann, widerwillig, spöttisch, liebevoll, gefärbt mit einem Hauch Nostalgie. Er ist gleichsam die Bassline des Buches. Strout schließt mit Lucys Worten: „Wenn ich Oh, William! denke, meine ich dann nicht letztlich auch: Oh, Lucy? Meine ich nicht: Oh, ihr alle, oh, ihr Lieben alle auf der ganzen weiten Welt, wir kennen niemanden wirklich, auch nicht uns selbst?“

Es wird Lucy sein, die es wagen wird, die mit der Pflege ihres Rosengartens beschäftigte Lois anzusprechen, alldieweil William sich im Wagen versteckt. Und siehe, die ebenfalls Witwe hat sich im Gegensatz zu den beiden Psychowracks eine gesunde Seele bewahrt – und schöne Andenken an eine liebevolle, einander innig verbundene Familie. Immerhin lässt sie William via Lucy wissen, dass ihr Vater nach einem Jahr Anstandszeit Nachbarin Marilyn Smith heiratete, die und nur die Louis als ihre Mutter betrachtet. Sie berichtet von einem späten Besuch Catherines, dem ehemals bettelarmen White-Trash-Mädchen, das nun auf Großstädterin machte.

Lucy kennt ihre Schwiegermutter ausschließlich Golf spielend und sonnenbadend auf den Cayman Islands, was Lucy und William ob der neu gewonnenen Erkenntnisse zu einem desaströsen Abstecher zu Catherines leerstehendem Eltern-, nicht -Haus, sondern -Baracke am Ende der Dixie Road veranlasst. Nein, sagt Lois, im Wohnzimmer umrahmt von Fotografien ihres Ehemannes, ihrer Kinder und Enkelkinder, William kennenzulernen, danach stünde ihr nicht der Sinn. Da entdeckt Lucy auf einem Bücherboard all ihre Romane. Sie sei verletzt gewesen, dass sie in keinem vorkomme, sagt Louis, nichtsahnend, dass sie ein wohlgehütetes Familiengeheimnis war. „Ach, Lois“, sagt Lucy. – „,Tja.‘ Sie stieß ein kurzes Lachen aus. ,Falls Sie hierüber auch mal ein Buch schreiben, würde ich gern darin vorkommen.‘“

„Oh, William!“ ist ein delikates, mit den losen Zügeln einer Meisterin ihres Metiers geschriebenes Buch, das Veränderungen, die sich im Laufe des Lebens auf der emotionalen Ebene vollziehen, Verzeihen, Verstehen, ans Verbindende denken, mit sehr viel Feingefühl thematisiert. Die Frage, die Elizabeth Strout auf ihre berühmt beiläufige Weise zu ergründen sucht, ist die, aus welchen Bestandteilen sich Liebe zusammensetzt. Die Tulpen, die David Lucy regelmäßig geschenkt hat, sind auf dem Buchcover zu sehen.

Über die Autorin: Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren. Für ihren Roman „Mit Blick aufs Meer“ bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. „Die Unvollkommenheit der Liebe“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=21705) kam auf die Longlist des Man Booker Prize 2016. Erschienen sind außerdem „Das Leben natürlich“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=6494) und „Bleib bei mir“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=11917). „Alles ist möglich“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=30582) erhielt 2018 ein überwältigendes Presseecho in den USA und stand in allen großen Medien auf den Empfehlungslisten; die Übersetzungsrechte wurden in 16 Länder verkauft. Elizabeth Strout lebt in Maine und in New York City.

Luchterhand Literaturverlag, Elizabeth Strout: „Oh, William!“, Roman, 224 Seiten. Übersetzt aus dem Amerikanischen von Sabine Roth.

www.randomhouse.de/luchterhand/

  1. 3. 2022

Academy Awards Streaming: Neues aus der Welt

April 7, 2021 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Paul Greengrass‘ Western ist nominiert für vier Oscars

Captain Jefferson Kyle Kidd will Johanna zu ihren Verwandten bringen: Tom Hanks und Helena Zengel. Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios. All Rights Reserved.

Zwar in keiner der Hauptkategorien, aber immerhin in vieren ist Paul Greengrass‘ Westerndrama „Neues aus der Welt“ mit Tom Hanks und Helena Zengel nominiert. Am 25. April, bei den Academy Awards 2021, könnte es punkto Beste Kamera für Dariusz Wolski, Bestes Szenenbild für David Crank und Elizabeth Keenan, Beste Filmmusik für James Newton Howard und Bester Schnitt für Oliver Tarney und Team „and the Oscar goes to“ heißen. Hier noch mal die Filmkritik vom Februar 2021:

Die Frohe Botschaft im Vorhof der Hölle verkünden

Eine Kinopremiere blieb Regisseur und Drehbuchautor Paul Greengrass‘ Westerndrama „Neues aus der Welt“ Corona-bedingt versagt, und so kam Netflix die Ehre zu, die Produktion der Universal Studios ins Programm zu nehmen. Oscar-Preisträger Tom Hanks und Helena Zengel, die bereits in „Systemsprenger“ von Nora Fingscheidt mit ihrer schauspielerischen Stärke beeindruckte (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=34792), fahren als Sezessionskriegsveteran und Waisenmädchen durch tief gespaltene Vereinigte Staaten.

Ein Western als Gegenwartskritik. Diesbezüglich angesprochen auf „Lügenpresse“ und Fake News, auf #BlackLivesMatter und Verschwörungstheorien, Stickwort: Mauer zu Mexiko, sagte ein schmunzelnder Greengrass zu deadline.com, er hätte den Roman von Paulette Jiles gelesen und seine „Wünschelrute“ habe eben reagiert. In seinem epischen Werk der wenigen Worte schickt er Tom Hank als ehemaligen Südstaaten-Helden auf ein Himmelfahrtskommando; dies das Bild, das dieses Roadmovie bestimmt:

Mitten im Post-Bürgerkriegs-Purgatorium steht Jefferson Kyle Kidd im Wortsinn mit dem Rücken zur Wand, umringt von einem volltrunkenen Lynchmob verrohter Büffelschlächter, Mexikaner-Mörder, Schwarzen-Killer und Indianer-Hasser. In den Augen der Männer kocht heiß die durch das Unionsheer erlittene Schmach, die Demütigung durch den Norden, als wär’s nicht schon fünf Jahre her und immer noch hat der Feind in der Heimat das Sagen, ein wahrer Hexersabbat, ein Teufelstanz ist in Erath County zugange.

Herr und Meister über dies gesetzlose Niemandsland ist ein diabolischer Uncle Sam namens Mr. Farley, Darsteller ist Thomas Frances Murphy, der seine „Familie“ mit eiserner Faust befehligt, und damit dies auch so bleibt Kidd und Johanna mit gezogener Waffe in seine Stadt bittet … Johanna? Ah ja! Zurück auf Anfang: Als gewesener Konföderierten-Captain Jefferson Kyle Kidd kutschiert Tom Hanks im Jahr 1870 kreuz und quer durch Texas, um sich seinen bescheidenen Lebensunterhalt zu verdienen, indem er Unterhaltsames, Wundersames, Grausames aus den aktuellen Zeitungen vorliest – im Schummerlicht der Gaslaterne und mit Vergrößerungsaugenglas fürs Kleingedruckte.

Er berichtet vom Eisenbahnbau, von tödlichen Epidemien und Abenteuern aus fernen Welten, für sein leseunkundiges Publikum meist hochdramatisch aufbereitet – und mit Cheers! und Boohs! und „Texas first!“ bedankt, letzterer ein Ruf, bei dem die Yankee-Soldaten am Eingang in Habtachstellung gehen. Kidd bringt den Bildungsfernen im Wilden Westen laut Titel „Neues aus der Welt“, Infotainment für einen Dime, Nachrichten von jenseits des Horizonts samt den „Federal News“, die hier keiner hören mag, die Forderung von Präsident Ulysses S. Grant, in Texas endlich die Sklaverei abzuschaffen, heißt: die Ratifizierung des 13. Zusatzartikels der Verfassung, ein Muss, damit die Region wieder Teil der Union und ein Bundesstaat werden kann.

Captain Kid und Johanna wehren sich … Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios. All Rights Reserved.

… gegen Almays Männer: Michael Angelo Covino. Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios. All Rights Reserved.

Leonberger: Neil Sandilands und Winsome Brown. Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios. All Rights Reserved.

Abschiedsschmerz: Helena Zengel und Tom Hanks. Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios. All Rights Reserved.

Da, eines Tages auf dem Weg, ein umgestürzter Wagen, ein erhängter Schwarzer, der wohl auf Beamte der Indianerbehörde hoffte, aber offensichtlich Gegnern der Sklavenbefreiung in die Hände fiel, an die Brust geheftet ein Zettel: „Texas sagt Nein! Das ist das Land der Weißen“, und ein blondes Mädchen, gekleidet wie eine Indianerin, die Kidds Fragen in schlechtem Deutsch oder perfektem Kiowa beantwortet.

Zikade nennt sich die Kleine, als die Helena Zengel den großen Tom Hanks ziemlich an die Wand spielt, und einem Schreiben entnimmt er, dass „Johanna Leonberger“, deren deutschstämmige Siedler-Eltern vor Jahren von den Kiowa abgeschlachtet und sie als Kleinkind vom Stamm entführt worden waren, zu Verwandten nach Castroville gebracht werden soll. Die Aufmerksamkeit des internationalen Filmbusiness‘ ist der Zwölfjährigen mit diesem Auftritt als Findelkind gewiss. Zengel schlüpft in die Rolle der doppelt verwaisten, denn nun haben die Weißen ihre Kiowa-Eltern getötet, der Sprachbarrieren wegen fast stummen Johanna wie diese in ihr Lederkleid.

In den Augen den wissenden Blick einer jahrhundertealten Weltenkenntnis, das Temperament, die Temperatur wechselnd von Verletzlichkeit zu Verzweiflung, von Sturheit zu Trotz zu einer stolzen Eiseskälte, mit der die junge Frau der First Nation die Errungenschaften der Neuen Nation ablehnt, Rüschenkleidchen, Essbesteck etc., derart ist Zengel die Sensation des Films. Greengrass braucht Johannes Story nicht in Flashbacks erzählen, er erzählt sie einzig und allein über Helena Zengels Gesicht.

Welch ein Sittenbild. Rebellen unterm Blood-Stained Banner auf Kriegspfad gegen die Washingtoner Gesetzeshüter – das Hinterland, durch das Kidd zieht, fühlt sich damals wie heute vom Kapitol verraten -, die Native Americans bis zur Grenze des Genozids verfolgt, eine Besatzungsarmee, der alles egal ist, solang der Eisenbahnbau voranschreitet, eine verheerte, verkehrte Welt – und zwischendrin Tom Hanks‘ Kidd, der wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind kommt.

Denn niemand will die „Wilde“, keiner fühlt sich zuständig. Bei diesem selbstbestimmten, aufmüpfigen Kind endet die christliche Nächstenliebe. Kidd und Johanna, die keiner der sich hysterisch befehdenden Gruppen zugehören, mussten im Lone Star State zueinanderfinden, ihre Annäherung erfolgt in der Einsamkeit der weiten Prärie, womit „Neues aus der Welt“ alle Westernelemente hat, die’s braucht. Er lehrt sie „Zivilisation“, sie bringt ihm die Natur in ihrer Ganzheit und deren Schützenswürdigkeit nahe.

Winsome Brown. Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios.

Tom Hanks. Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios.

Helena Zengel. Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios.

Hanks wirft sein komplettes Guter-Kerl-Sein in die Waagschale, wie ein Prediger verkündet Vorleser Kidd Greengrass‘ Frohe Botschaft im Vorhof der Hölle: Nur wenn alle bereit sind, einander zuzuhören, voneinander zu lernen, kann Frieden entstehen. Allein Humanität und Respekt vor allem Lebendigen – und das inkludiert Mutter Erde – machen aus den Schlacht- wieder Erntefelder. Schade, dass diverse FilmkritikerInnen diesen Gedanken alsbald als „totgeritten“ empfanden.

Greengrass bedient sich gleichnishafter Szenen: In Dallas, wo man erfährt, dass Witwer Kidd durchaus kein Heiliger ist, da er in Saloonbesitzerin Miss Gannett, Elizabeth Marvel, eine Bettgenossin hat, will ihm der Schurke Almay mit seinen Kumpanen, schön sinister: Michael Angelo Covino mit Clay James und Cash Lilley, Johanna für 50 Dollar abkaufen. Die Kunde von der verwaisten „Rothaut“ aus Wichita Falls hat bereits die Runde gemacht, die Männer wollen sich mit einem exotischen Spielzeug vergnügen, erst „die Blauen“ beenden die Schlägerei.

Dass Almay blutige Rache schwört, führt zu einer der wohldosierten Actionszenen im Film, ein Shootout, bei dem sich Johanna als erfahrene Kämpferin erweist. Die Bildmacht, mit der Kameramann Dariusz Wolski zu überwältigen weiß, ist überbordend. Vom Himmel her fängt er entgrenzende Panoramen ein, Landschaftsgemälde von einem Viehtrieb oder einem Planwagentreck, alle unterwegs dorthin, wo das Gras grüner sein soll. Wolski drückt sich im Halbdunkel an Türöffnungen mit freiem Blick auf Liebeslager vorbei, er rast mit einer sich überschlagenden Kutsche den Berg hinunter und duckt sich bei Schusswechseln hinter Felsen.

„Neues aus der Welt“ ist ein Kinostart von Herzen zu wünschen, auf der großen Leinwand wird das alles besser zur Geltung kommen: die Verfolgungsjagd durch die potenziellen Kidnapper Johannas, die Schießerei und die Prügelei. Das macht Tempo, bevor sich Raum und Zeit auf dem Marsch unter gleißender Sonne wieder zerdehnen. Wie ein Geistbild wirkt Johannas Gang ins Haus der Toten; Kidd und sie finden eine zerstörte Kiowa-Siedlung; Johanna entdeckt in Chaos und Gerümpel eine Strohpuppe und behält sie. Nur wer sich erinnert, kann nach vorne blicken, sagt sie im Kiowa-Englisch-Deutsch-Gemisch, das ihre gemeinsame Sprache mit Kidd wird.

Im beredten Schweigen finden sich Kidd und Kind. Nur einmal verlieren sie einander, in einem Sandsturm, der auf zauberische Art und Weise einen Indianerstamm auf dem Zug in die Reservate materialisiert, Schemen von zermürbten Gesichtern und zerlumpten Gestalten – und wieder verweht. Noch ein Geistbild, und kein stolzer Krieger, nirgendwo. Message kann Greengrass auch in der eingangs beschriebenen Farley-Szene. Der Clan-Chef will Kidd als Propagandist seiner zu Heldentaten stilisierten Gräueltaten missbrauchen.

Der Indianerbeamte als Opfer eines Lynchmob. Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios. All Rights Reserved.

Im Wagentreck: Helena Zengel und Tom Hanks. Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios. All Rights Reserved.

Die Metropole Dallas anno 1870. Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios. All Rights Reserved.

Umzingelt von Mr. Farleys „Familie“. Bild: Bruce Talamon – © 2020 Universal Studios. All Rights Reserved.

Doch statt aus Farleys County-Postille vorzulesen, beginnt Kidd mit einer Parabel aus Pennsylvania. Dort hätten sich nach einem schweren Minenunglück einige wenige der lebendig Begrabenen aus der Tiefe ans Licht, in die Freiheit gekämpft, worauf die Kohlekumpel gegen die schlechten Arbeitsbedingungen protestierten, ja, sogar eine Gewerkschaft gründeten! Was Wunder, dass Mr. Farley sich alsbald mit einem Aufstand in den eigenen Reihen konfrontiert sieht. Kurioser lässt sich das „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren“ kaum illustrieren.

Bleibt: Castroville, wo Kidd Johanna den seltsamen, bigotten Onkel und Tante Wilhelm und Anna Leonberger, Neil Sandilands und Winsome Brown, aushändigt [um ein Haar hätte man geschrieben: ausliefert]. Sie mögen das traumatisierte Kind, das Menschlichkeit und Wärme braucht, in seinem Wissensdrang befördern und ihm Bücher geben, empfiehlt Kidd. „Sie muss arbeiten“, befindet der Onkel, und da das nicht funktioniert und sie immer wieder wegläuft, wird Johanna wie ein Tier mit einem Strick an einen Pfosten gebunden. Zum Glück kommen Kidd, der seit Tagen unterwegs nach San Antonio ist, Zweifel, ob seine Entscheidung Johanna den Leonbergers zu überlassen richtig war. Die wilde Waise hat sein vom Krieg gebrochenes Herz kuriert …

Mit „Neues aus der Welt“ ist der Zuschauer, die Zuschauerin unterwegs in einer Welt der Weißen, und es wird an keiner Stelle so getan, als hätten die Vertriebenen oder eben noch Versklavten schon Anspruch auf einen Platz darin bekommen. Präsent sind sie dennoch, die Schuld steht verdrängt im Raum. Das Elend der vermeintlich Privilegierten allerdings auch. Nur schlimmste Verbrecher, wie Almay und Mr. Farley, sind von Grund auf böse, allen anderen gewährt Greengrass eine zweite Chance.

Trotz Zeitbezug vermeidet „Neues aus der Welt“ tagesaktuelle Predigten und lässt stattdessen lieber Tom Hanks seine ganze Gravitas in der ersten (!) Wildwest-Variante seines Good American ausspielen. „Ich verstehe euch ja“, sagt der vernunftbegabte Kidd zu seinen Zuhörern, „wir alle leiden“, doch es könne nicht länger um den Nord-Süd-Konflikt gehen, man müsse endlich eins werden. Dass Kidd nach 1865 auf der Verliererseite und nicht auf der der Gewinner steht, ist ein Kunstgriff von Autorin Jiles, den Hanks mit breitgekautem Texas-Idiom zu bedienen weiß.

Zu Helena Zengel entwickelt der Hollywood-Star eine natürlich wirkende distanzierte Nähe, die den Film mühelos über zwei Stunden trägt. Des alten weißen Mannes und des sich indigen fühlenden Mädchens vorsichtige, versöhnliche Annäherung und ihre stoisch-melancholische Heilsgeschichte ist genau der Western, den die Welt gerade braucht.

Trailer dt./engl.: www.youtube.com/watch?v=yGod2iwZQCs           www.youtube.com/watch?v=ZfrO7za1MBY           www.netflix.com

BUCHTIPP:

Sebastian Barry: „Tage ohne Ende“ und „Tausend Monde“: Die Bürgerkriegssoldaten Thomas McNulty und sein Geliebter John Cole adoptieren die Indianerwaise Winona – und finden in all dem Horror ein stilles Glück (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=31215); in der Fortsetzung leben sie glücklich auf einer Tabakfarm in Tennessee – doch alte Feinde lassen nicht lange auf sich warten (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=42818).

7. 4. 2021

Wendy Holden: Teatime mit Lilibet

November 20, 2020 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Die True Story der Gouvernante von Queen Elizabeth II.

Ein Prolog und ein Epilog bilden die Klammer zu Wendy Holdens dieser Tage erschienenem historischem Roman „Teatime mit Lilibet“. Es ist Juli 1987, eine alte Frau steht in ihrem Wohnzimmer in Aberdeen am Fenster, ihr Haus liegt direkt an der Route, die die königliche Familie Richtung Balmoral Castle nimmt, auf den Tischen hinter der Frau stapeln sich Gurkensandwiches und Marmelade-Pennys – und Fotos zweier Mädchen, mal lächelnd im Kilt, mal äußerst ernst mit Krönchen.

Die Frau am Fenster ist die beinah 80-jährige Marion Crawford, 16 Jahre lang war sie die Gouvernante der Prinzessinnen Elizabeth und Margaret, und nein, niemals werden die Queen und ihr Gefolge auf dem Weg in die Sommerfrische bei ihr einkehren …

Wendy Holden erzählt nun, als wär’s das Prequel zur gerade auf Netflix laufenden Serie „The Crown, Season 4“, die True Story von „The Governess“, wie der englische Originaltitel lautet. In einem Antiquariat sei ihr, so die Autorin im Nachwort, deren Autobiografie „The Little Princesses“ vom Regal buchstäblich in die Hände gefallen. Jenes Werk, das der Anfang vom Ende war.

Crawford veröffentlichte es 1950, bereits in Pension und vom Königshaus mit dem Nottingham Cottage auf dem Gelände des Kensington Palastes und einem Wagen mit Chauffeur ausgestattet, wohl unter dem Einfluss ihres nunmehrigen Ehemanns George Buthlay. Als die Königin/demnächst Queen Mum von diesem Ansinnen hörte, schrieb sie Crawford in einem Brief:

„I do feel, most definitely, that you should not write and sign articles about the children, as people in positions of confidence with us must be utterly oyster. If you, the moment you finished teaching Margaret, started writing about her and Lilibet, well, we should never feel confidence in anyone again.“ Und wo wurde Crawfie, wie die Kinder sie nannten, vom Hof geächtet.

Doch bevor es so weit ist, liegen vorm Leser, der Leserin mehr als 500 Seiten Royal History aus einer bis dato kaum bekannten Perspektive. Marion Crawford wird eingeführt als Pädagogik-Schülerin am Moray House Teacher Training College in Edinburgh, eine feministische, sozialistisch eingestellte, 23-jährige, sturschädelige Schottin, deren Fanal für die Gleichberechtigung ein Eton-Crop-Kurzhaarschnitt ist. An ihren freien Samstagen unterrichtet sie die Kinder in den Brennpunktvierteln der Stadt.

Bis ihr Rektorin Isabel Golspie einen Ferialjob bei Lady Rose Leveson-Gower überantwortet, der Schwester der Herzogin von York, um den Bildungstand von deren Tochter Lady Mary aufzupolieren. Marion nimmt an. Wegen des dringend benötigten Salärs. Und weil ihr Miss Golspie einbläut, wer die Gesellschaft ändern wolle, müsse die Upper Class über die Existenz der Elenden unterrichten: „Genau das ist der Grund, weshalb Sie die Vermögenden etwas lehren sollten. Wer sonst soll ihnen sagen, wie arme Menschen leben?“

In Lady Roses Rosyth sieht sich Crawford alsbald Schwager Bertie und Schwester Elizabeth gegenüber, die die unkonventionelle Erzieherin unbedingt abwerben wollen, und schon sieht sich diese, die in Edinburgh ihren geliebten, kommunistischen Studenten Valentine und den sie liebenden, braven Studenten Peter zurücklässt, „Maid Marion“ ist kein Kind von Traurigkeit und wird doch im Dienste der Krone unverheiratet bleiben müssen, von den Slums um Grassmarket nach 145 Piccadilly versetzt.

Erste Szene: Eine Kissenschlacht im herzoglichen Schlafgemach, Eltern gegen Töchter, „,Fleh um Gnade!‘, forderte Elizabeth ihren Vater auf. ,N-n-niemals!‘, keuchte er, bevor er einen Hustenanfall bekam“, während sich draußen die sogenannten Hungermärsche formieren. Es ist 1932, das Land hat drei Millionen Arbeitslose, und die fordern die Abschaffung jener Bedürftigkeitsprüfung, nach der bei der Errechnung des Arbeitslosengeldes alle Ersparnisse sowie Hab und Gut der gesamten Familie einkalkuliert werden. Hinter den königlichen Mauern ist das Realitätsbewusstsein: Null. Nur die Schrullen-Skala reicht ins schier Unendliche.

Geschickt verwebt Holden ihren anekdotenhaften Schreibstil mit der britischen wie der Weltgeschichte. Das ganze Pomp and Circumstance erscheint Crawford wie eine Theaterinszenierung, und Holden setzt die dröhnende Stimme von George V. in Versalien, Königin Mary mit den von Haarklammern gehaltenen Stirnlöckchen und ihrem Festhalten an der viktorianischen Garderobe, die so lautlos und gleichzeitig lärmend wie ein Trompetenstoß auf der Bildfläche zu erscheinen vermag – „ein Coup de théâtre“, der Sohn des Königs als passionierter Hobbygärtner, der „in Gummistiefeln herumstolziert wie eine moderne männliche Marie-Antoinette“.

Der dauergelangweilte Prinz of Wales mit seinem verächtlichen Schnauben „Manche Männer sind an ihre Schreibtische gekettet! Ich bin an den Banketttisch gekettet!“, die erzkonservative Kinderfrau Mrs Knight, die Feindin, die Schurkin, in der Marion bestürzt ein altjungferliches Alter Ego erkennt, die Herzogin, hinter deren Dauerlächeln und süßlicher Stimme sich ein eiserner Wille verbirgt – Hitler nennt sie später „die gefährlichste Frau Europas“, und die Marion sogar das Tragen ihrer bevorzugten Kleiderfarbe Nebelblau verbietet – welch ein Ausmaß an Anspruchsdenken.

Doch Crawfie ist auf ihre sozialistische Art um nichts weniger snobistisch, und es macht Spaß, sich in Wendy Holdens Unterhaltungsliteratur fallen zu lassen wie auf ein weiches Chesterfield Sofa. Auf dem Marion nicht landet. Auch nicht mit Sir Alan „Tommy“ Lascelles, „The Crown“-Fans bekannt als Privatsekretär und in anderer Art steif als in der Serie dargestellt. Nach einem Sprung in den Schlossteich und dem Ausziehen seines Hemdes, fällt Marion auf, „wie breit seine Schultern und wie muskulös seine Brust war. Er rubbelte sich ab, und sein nasses Fleisch glänzte im Sonnenlicht. Sein dunkler Blick schnellte wie eine Reitgerte über ihre Brüste.“

Queen Elizabeth II. Bild: pixabay.com

König Georg V. Bild: pixabay.com

Edward und Wallis Simpson. Bild: pixabay.com

Die Queen und Prinz Philip. Bild: pixabay.com

Marion is a Woman with a Mission, sie will vor allem Elizabeth, Lilibet, das wirkliche Leben zeigen. „,Hier‘, sagte Marion. ,Auf diesem Plan siehst du alle U-Bahnstationen Londons.‘ Elizabeth griff sofort danach. Dann stieß sie einen aufgeregten Seufzer aus. ,Ich verstehe! Wenn ich am Hyde Park Corner bin und nach Elephant & Castle möchte – was ist das für ein lustiger Name!‘ Sie blickte auf und grinste ihr breites Grinsen. Marion beobachtete, wie die Prinzessin mit ihrem Finger über den Plan strich. Unvorstellbar, dass sie im Imperium ihrer Großeltern lebte und so gut wie gar nichts darüber wusste.“

Es mag etwas überzogen wirken, dass Wendy Holden ihrer Crawfie die Veranlassung all jener Errungenschaften andichtet, die das heutige Bild der Queen ausmachen: Sie ist es, die Lilibet vom Rüschenkleid befreit und in den Schottenrock steckt, sie ist es, die mit dem Lesen von Enid Blyton’s Hundekolumne die Anschaffung des ersten Corgi namens Dookie, übrigens ein durchtriebenes Biest, forciert, sie ist es, an deren Beispiel Lilibet erkennt, der Job ist gleich Selbstaufgabe, der Beruf stets auch Berufung, sie ist es, die Elizabeths Talent, auf Menschen zuzugehen, erst formt. Holden zeichnet die junge Elizabeth als nachdenkliches, dennoch fröhliches Kind, Margaret als temperamentvollen, unkontrollierbaren Wildfang, Elizabeth als rational, argumentativ, pragmatisch, Margaret als egozentrisch, launisch, eine ärgerliche zweite Geige.

Lieblingsszene, ein schriftstellerisches Kabinettstück, ist Marions erstes Mal auf Balmoral, das Abendessen, bei dem „sechs Sackpfeifer tatsächlich unter ohrenbetäubendem Gedudel die Runde um den Tisch machten, einer davon, wie angekündigt, eindeutig betrunken“, angeführt vom obersten Butler in Schäfer-Montur, die Ermahnung, nicht auf Queen Victorias Lieblingsstuhl Platz zu nehmen, „Es ist niemandem erlaubt, sich darauf zu setzen, niemals!“, „während der Papagei des Königs sich pickend über die silbernen Platten hermachte, sich am Ei Seiner Majestät gütlich tat“ – und Ramsey MacDonalds Nationalregierung gewaltsam gegen das Volk vorgeht.

Mit der Naivität einer Inselbewohnerin erlebt Marion Crawford den aufkeimenden Faschismus, Hitler, dessen Hakenkreuzfahne von der Fassade der deutschen Botschaft hängt, Mussolini, Franco, Valentine, der im Spanischen Bürgerkrieg fällt, Oswald Mosley und seinen Cable-Street-Kampf, Dollfuß und seine Ermordung beim Juliputsch. Auftritt Mrs Wallis Simpson, Marion trifft sie beim Wandern auf Balmoral beim Prince Albert’s Cairn, Edward VIII. Thronverzicht, Marions Arbeitgeber, der George VI. wird – und sie als Lilibets Lehrerin gleichsam die der künftigen Königin. Was Margaret mit dem Satz „Sie übt sich schon in Papas Zähneknirschen“ kommentiert.

Mit Blick aufs royale Schlüsselloch erfährt der Leser, die Leserin brisante Geheimnisse, die ansonsten der Nachrichtensperre unterliegen, hört den „Buck House“-Klatsch der Bediensteten, und in all dem die Weltpolitik und ihre Auswirkungen auf zwei Mädchen, Lilibet, die Wortfetzen der Erwachsenen auffängt und vor Angst Zwangsstörungen entwickelt, und Margaret im Größenwahn, die das diensthabende Regiment quält, indem sie immer und immer an den Palastwachen vorbeirennt, so dass diese wieder und wieder salutieren müssen. Und ist es nicht wahr, so ist es gut erfunden. „,Lilibet ist mein ganzer Stolz‘, pflegte der König unbekümmert zu sagen, ,und Margaret meine Freude.‘“

Es folgen Krieg, Churchill, Blitzkrieg, die Prinzessinnen im Flirtalter. In der Militärakademie Dartmouth steht Elizabeth Kadett zur See Philip gegenüber, der sofort seine „Suchscheinwerfer“ bedient und „anerkennend auf ihre Beine in Strumpfhosen starrte“, just heute begehen die beiden ihren 73. Hochzeitstag, vor dem Arbeitszimmer ihres Vaters stößt Margaret auf dessen neuen Stallmeister, das hochdekorierte Fliegerass Peter Townsend, dem sie augenblicklich „in atemloser Bewunderung“ verfällt. Marion wiederum, sich zurückgesetzter, überflüssiger fühlend, eifersüchtiger als es Margaret je war, trifft Major George Buthlay.

Der Abschied naht. „Das Gefühl, dass in gewisser Weise das Schicksal der Nation von ihr abhing, war höchst verführerisch gewesen. Noch verführerischer und mächtiger war darüber hinaus die Vorstellung, dass die Mädchen im Grunde genommen ihre Töchter waren und sie ihre Mutter. Und jetzt hatte sie diese Macht abgegeben.“ Beatrice und Bruce Gould nahen, Amerikaner und Herausgeber von The Ladies‘ Home Journal, und sie machen Marion ein Angebot, dem George Buthlay nicht widerstehen kann …

In der jüngeren Literatur, Hugo Vickers Biografie „Elizabeth, the Queen Mum“ oder Robert Laceys Buch und Grundlage zur Netflix-Serie „The Crown“, erfährt Marion Crawford „endlich die Neubewertung, die sie verdient“, so Wendy Holden. Wie auch immer, ist es schier unglaublich, dass die Geschichte dieser kecken Pionierin, die ihre liberalen Ansichten in einer Institution verteidigte, die traditioneller kaum sein könnte, noch nie erzählt wurde. Wendy Holden tut dies auf bestechende Weise, mit jenem britischen Humor, der einen Hang zum Skurrilen hat, aber auch mit einem großen Herzen fürs Drama in den Situationen. „Teatime mit Lilibet“ berichtet von der Tragikomödie des Lebens. Und wenn sich heut‘ noch niemand die Filmrechte gesichert hat, so gewiss morgen.

Über die Autorin: Wendy Holden hat als Journalistin für The Sunday Times, Tatler und The Mail on Sunday gearbeitet, bevor sie sich dem Schreiben von Büchern zuwandte. Sie hat dreizehn Romane geschrieben, von denen in Großbritannien jeder ein Bestseller war. Sie lebt mit ihrem Mann Jon McLeod und ihren beiden Kindern Andrew und Isabella in Derbyshire und arbeitet derzeit an einem Roman über Wallis Simpson.

List Verlag/Ullstein Buchverlage, Wendy Holden: „Teatime mit Lilibet“, Historischer Roman, 528 Seiten. Übersetzt aus dem Englischen von Elfriede Peschel.

www.ullstein.de           wendyholden.net

  1. 11. 2020

Elizabeth Strout: Alles ist möglich

November 19, 2018 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Irgendwie im Innersten verstanden

Alles ist möglich von Elizabeth Strout

Eine der Figuren, die Elizabeth Strout in ihrem jüngsten Roman zum Ensemble versammelt, kennt man bereits. Lucy Barton, die Bestsellerautorin, war die Protagonistin in „Die Unvollkommenheit der Liebe“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=21705). Damals lag sie im Krankenhaus und haderte mit ihrer unerträglichen Mutter, nun erfährt man endlich mehr über Lucys Background und versteht vieles besser, die Schriftstellerin stammt von einem Einschichthof, die Familie extrem arm, die Eltern auf seltsame Weise sadistisch.

Als Lucy deren Haus einen Besuch abstattet, mit Bruder und Schwester auf der ramponierten Couch sitzt, erleidet der Literaturstar eine Panikattacke. Sie will trotz besten Willens nichts hören von den verrohten Verhältnissen der Vergangenheit, und Lucy, die bei einer Lesung den Wahrheitsgehalt des Geschriebenen einfordert, nimmt vor ihrer Herkunft Reißaus …

In der Figur Lucy Barton laufen Strouts Handlungsfäden zusammen, sie dient den anderen Charakteren als Projektionsfläche, auch Reibebaum, alle kennen ihre Bücher, und schwanken zwischen Neid und Beglückung darüber, dass es eine von ihnen geschafft hat – rauszukommen aus Amgash, Illinois.

Mit „Alles ist möglich“ ist die große Erzählerin Strout ihrem Meistermetier treu geblieben: in sich verwobenen Kleinstadtgeschichten. Unsentimental und ohne jemals in Stereotype zu verfallen, breitet sie ihr Antiidyll über Amerikas wirtschaftlich abgehängten, geistig verstockten, seelisch verkümmerten Mittleren Westen aus. Eine Welt zwischen Maisfeldern, Sojabohnenanbau und Windparks, in dem ein genügsamer, schweigsamer, in sich gekehrter Menschenschlag lebt, dessen Wortkargheit sie mit einer einfachen Sprache illustriert. Und es ist wie stets bei der Strout, wiewohl die Grundvoraussetzungen für die Figuren nicht die besten sind, und deren Grundton ein melancholischer, sind ihre Short Cuts ein Herzenswärmer.

Weil man sich wie die, diese zwar sachlich, aber nie distanziert schildernde, Autorin alsbald in die Akteure verliebt. Allen voran in die übergewichtige Lehrerin Patty Nicely, sie die zweite Klammer der lose verknüpften Kapitel, die sich von ihren Schülern demütigen lassen muss, und heimlich den Buchhändler Charlie Macauley anhimmelt. Der sich wohl von seiner hysterischen Frau Shirley scheiden lassen möchte, aber nicht für Patty, sondern für die Prostituierte Tracy, die ihn schlussendlich um viel Geld erleichtert. In den Schulwart Tommy Guptill, der seine Farm durch einen Brand verlor. In Pattys Schwester Linda, die für ein Leben im Wohlstand die Partykeller-Vergewaltigungen ihres Ehemanns erduldet, und in Pattys beste Freundin Angelina, die nicht fassen kann, dass ihre Mutter, noch dazu in Italien, eine späte Liebe findet.

Bild: pixabay.com

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Strouts Geschöpfe sind allesamt nicht mehr jung, sondern zwischen Fünfzig und Achtzig, zackig, mit zwei, drei kühnen Strichen sind sie als Figur entworfen. Sind vom Leben und vom Krieg, und die USA sind ja ständig in einem, Beschädigte. Leiden an Angst und Scham, vor anderen und vor allem sich selbst und die Frauen dazu wegen ihres Körpers – „Das Bild, das Annie vor sich sah, war das einer Wurst: eine Wurst, in deren Pelle sie ein Löchlein gepiekst hatte, und durch dieses Löchlein versuchte sie sich ins Freie zu winden … die Pelle der Wurst war Scham. Ihre Familie war in Scham eingeschweißt.“ Strout, Psychopathologin für dysfunktionale Charaktere, lässt sie ihre Gefühle wie folgt vergleichen – als Echo von Schmerzen, die im Bewusstsein widerhallen: „Damals hatte er gemerkt, dass es, wenn man statt dem Nagel den Daumen erwischte, einen Sekundenbruchteil gab, in dem man dachte: Komisch, dafür wie fest ich zugeschlagen habe, geht es eigentlich … Und erst dann, erst nach diesem Moment trügerischen, ungläubigen, dankbaren Aufatmens, kam der Schmerz herangetobt.“

Amgash, das kleine Provinzkaff mitten im Nirgendwo der Prärie, wird durch Strout zur Schmiede diverser Schicksale, diese wie stets bestimmt durch Einsamkeit und Verwirrtheit und einem den Umständen-Ausgeliefertsein, durch Katastrophen und Unglücksfälle und immer wieder Ehedramen. Doch mehr als man’s gewohnt ist, lässt sie in ihre Storys diesmal Gewalt und Missbrauch einfließen. „Eine Frau, die seufzt und klagt, ist wie eine Portion Dreck, die man dem lieben Gott unter den Fingernagel schiebt“, denkt dazu an einer Stelle Dottie, und es ist eine der originellsten in dieser Perlenreihe kurioser, auch geheimnisvoller Geschichten, wie die Besitzerin einer Frühstückspension von Zimmermietern veralbert wird, und wie sie dafür Rache nimmt. Bei aller Trostlosigkeit lässt Strout ihre Figuren doch immer wieder Trost durch derlei verwegene Taten zukommen.

Das hallt im Leser lange nach, und man fühlt sich selbst als Mensch wie Patty bei der Lektüre von Lucy Bartons neuem Buch: Irgendwie im Innersten verstanden. Und am Ende, ein Hoffnungsschimmer, wird es eine neue Lucy geben, ein Mädchen, rotzfrech und renitent, und ihm wird ebenfalls die Flucht vom flachen Land gelingen …

Über die Autorin: Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren. Für ihren Roman „Mit Blick aufs Meer“ bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. „Die Unvollkommenheit der Liebe“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=21705) kam auf die Longlist des Man Booker Prize 2016. Erschienen sind außerdem „Das Leben natürlich“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=6494) und „Bleib bei mir“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=11917). „Alles ist möglich“ erhielt ein überwältigendes Presseecho in den USA und stand in allen großen Medien auf den Empfehlungslisten; die Übersetzungsrechte wurden in 16 Länder verkauft. Elizabeth Strout lebt in Maine und in New York City.

Luchterhand Literaturverlag, Elizabeth Strout: „Alles ist möglich“, Roman, 256 Seiten. Übersetzt aus dem Amerikanischen von Sabine Roth.

www.randomhouse.de/luchterhand/

  1. 11. 2018

Elizabeth Strout: Die Unvollkommenheit der Liebe

August 29, 2016 in Buch

VON MICHAELA MOTTINGER

Zum Schluss auch noch ein Schweizer Nazi-Schließfach

Die Unvollkommenheit der Liebe von Elizabeth Strout

Die Unvollkommenheit der Liebe von Elizabeth Strout

Es ist schon so. Als großer Fan von Elizabeth Strout hatte man sich den ganzen Sommer auf ihren neuen Roman gefreut, doch umso größer ist nun die Enttäuschung. Es mag mitunter die Qualität eines Buches sein, das es den Leser ärgert, und tatsächlich giftet einen diese Protagonistin Lucy, nicht Jordan, sondern Barton, immer wieder möchte man sie bei den Schultern packen und schütteln, befreie dich!, finde dich!, werde ein Ich!, doch die bestimmende Emotion bleibt: ein desillusionierter Dämpfer.

Wie es ausgerechnet dieses Bändchen der sonst so ausgezeichneten US-Autorin auf die Longlist für den diesjährigen Man Booker Prize geschafft hat, erschließt sich einem nicht. Zum mutmaßlich ersten Mal wagte die Schriftstellerin den Ausbruch aus dem ihr so vertrauten und stets so brillant geschilderten Gründerstaaten-Kleinstädter-Milieu – und dieser Ausbruch muss als gescheitert angesehen werden.

In „Die Unvollkommenheit der Liebe“, das ab heute im Buchhandel erhältlich ist, liegt Ich-Erzählerin Lucy Barton im Krankenhaus in Manhattan. Nach einer Blinddarmoperation hat sich eine rätselhafte Infektion in ihrem Körper ausgebreitet, zeitweise kämpfen die Ärzte um ihr Leben. Neun Wochen wird es dauern, bis sie sich von ihrem Krankenbett wieder erheben kann, dies erzählt sie rückblickend, und als sie eines Tages die Augen aufschlägt, sitzt ihre Mutter an ihrem Bett. Eine Frau, mit der sie nichts gemein zu haben glaubt und zu der sie schon lange keinen Kontakt mehr hat, um deren Liebe zu buhlen sie aber selbst in dieser schwierigen Lebenssituation nicht aufhören kann.

Diese kammerspielartige Situation wurde von Strout entworfen, um entlang der kaum vorhandenen Gespräche der beiden eine Familienbiografie zu entwerfen. Wie sie’s normalerweise mit Verve und viel Verständnis für Zwischenmenschliches tut. Diesmal allerdings bleibt, was die Geschichte zweier zwanghaft über die kaputten Beziehungen anderer redenden Frauen werden hätte können, eine Beschreibung von Menschen, die sich ihr Leben zergrübeln und zerquälen, einer Mutter, deren nadelspitze Sticheleien zeigen, wie man einer Mutter nie gut genug sein kann, die der Werdegang ihrer Tochter nur verwirrt oder maximal neidisch macht, und dieser Tochter, die sich ihres Selbstwerts unbewusst immer noch einen „Niemand“ nennt und deren therapieüberfällige Ängste und Nöte man nicht haben möchte, auf halber Strecke stecken.

Im Roman wird über eine New Yorker Autorin namens Sarah Payne berichtet, man erinnert sich an ein gleichnamiges britisches Pädophilenopfer aus dem Jahr 2000, und dieser Sarah Payne wird vorgeworfen, ihre Romane und deren Figuren an einer gewissen Stelle einfach verenden zu lassen. Die Reklamation muss weitergereicht werden. Strout mag viele Lucy Bartons gekannt haben und kennen, doch scheint sie selbst so greifbar an so vielen Stellen durch, dass einen das Gefühl beschleicht, sie halte künstlich etwas vom Leser fern. Sie arbeitet in einer Art höchster Geheimhaltungsstufe, als ob ihr persönlich Lucys Story zu tief und zu nahe gehe. In „Die Unvollkommenheit der Liebe“ wird nichts ausgemalt, und man muss auch nicht alles en Detail wissen, um es zu verstehen, den Missbrauch und die Misshandlungen durch den Vater, die seelische Kälte und die Kaltschnäuzigkeit der Mutter, die Fremdheit und ergo die Distanz gegenüber den Geschwistern, doch Strout hat ihr Buch hermetisch abgeriegelt und verweigert einem den Zugang dazu. Das aber tut Literatur niemals gut, bis zu einem gewissen Grad der Selbstverletzung bleibt ein Seelenstrip des Schriftstellers unerlässlich.

Bild: Pixabay

Bild: Pixabay

Bild: Pixabay

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Noch schlimmer allerdings wiegt die Sprache. Wie gerne hätte man formuliert, sie sei schlicht und schön, so unsentimental und klar wie intensiv, über Strouts „Das Leben natürlich“ hieß es an dieser Stelle „kaum ein anderer Autor kann gleichzeitig so prosaisch und so poetisch erzählen“, doch klafft auch hier eine Schere zwischen Wollen und Wirkung. Lucy Barton schildert ihren Weg zur Bestsellerautorin, aber einer solchen Schreibstil hat sie nicht. Höflichst könnte man ausdrücken die einfache Sprache sei wie gesprochen, als wär’s die erzählte Chronik einer mittelschichtigen Supermarktangestellten oder einer von der Computerisierung in ihrem Büro ausgesonderten Schreibkraft, doch niemals die einer nunmehr gefeierten hauptberuflichen Wortschöpferin.

Die Strout hat sich auf ein Terrain begeben, das ihr unbekannt ist und dessen Meisterin zu werden sich ihr nicht erschlossen hat. Auf dem Höhepunkt steht Lucys erster Ehemann, der, weil er deutschstämmig ist und Lucys Vater Soldat im Zweiten Weltkrieg war, von ihren Eltern nicht nur abgelehnt, sondern in einer hysterischen Germanophobie samt den aus dieser Verbindung stammenden Töchtern regelrecht gehasst wird. Aber kurz bevor die Ehe scheitert, erbt er – ein Schließfach in der Schweiz voll mit Großvaters Nazi-Geld, und freilich nimmt Lucy bei der Scheidung von diesem Stereo-Typ keinen Cent an … Der Schlusssatz des Buches ist folgender: „Leben, denke ich manchmal, heißt Staunen.“ Lesen auch. Wobei es hier für Staunen die passenden Synonyme fassungslos, sprachlos, aus allen Wolken fallen gibt.

Über die Autorin:

Elizabeth Strout wurde 1956 in Portland, Maine, geboren. Nach dem Jurastudium begann sie zu schreiben. Ihr erster Roman „Amy & Isabelle“ wurde für die Shortlist des Orange Prize und den PEN/Faulkner Award nominiert und ein Bestseller. Für „Mit Blick aufs Meer“ bekam sie 2009 den Pulitzerpreis. Erschienen sind seither unter anderem „Das Leben natürlich“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=6494) und „Bleib bei mir“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=11917). Elizabeth Strout lebt heute in Maine und New York.

Luchterhand Literaturverlag, Elizabeth Strout: „Die Unvollkommenheit der Liebe“, Roman, 208 Seiten. Aus dem Amerikanischen von Sabine Roth.

www.randomhouse.de/luchterhand

Wien, 29. 8. 2016