Internationale Barocktage Stift Melk 2016

November 27, 2015 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Michael Schade lädt ein: Träumen unterm Trompe-l’œil

Michael Schade Bild: photo-graphic-art

Michael Schade
Bild: photo-graphic-art

„Barocke Musik ist eine Fundgrube. Das Schöne ist, dass man immer etwas Neues findet“, sagt Michael Schade, und: „Der schönste Job als künstlerischer Leiter ist zu träumen.“Am Freitag stellte der Opernsänger und Intendant der Internationalen Barocktage Stift Melk sein Programm für das kommende Jahr vor. 2016 findet das Festival zu Pfingsten, von 12. bis 16. Mai statt. Der Kartenverkauf beginnt am 7. Dezember.

Die Internationalen Barocktage Stift Melk stehen 2016 unter dem Motto „Le monde fantastique. Illusion und Wirklichkeit“; das Programm soll sich auch in der Location des Stiftes Melk widerspiegelt. Beim Bau des Benediktinerstiftes kam so manch architektonisches Gestaltungsmittel zum Zug, das bewusst das Auge des Betrachters täuscht – angefangen von Malereien, Trompe-l’œil genannt, die Decken höher erscheinen, Formen länger werden oder einfache Baumaterialien hochwertiger aussehen lassen. Schade: „Was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen, halten wir für wirklich. Doch manchmal wird unser Geist überlistet. Unser Programm 2016 will dieses berauschende Prinzip aufnehmen, variieren und uns damit gleichzeitig inspirieren.“

Es gibt nächstes Jahr zwei Neuheiten: Gemeinsam mit dem Ensemble klangmemory wurde ein Konzept für ein Konzert für Kinder bis 6 Jahre entwickelt. „Mäuschen Max hört auf sein Herz“ ist eine barocke Tiergeschichte vom Suchen und Vertrauen, in dem Klänge und Melodien von Johann Sebastian Bach und Johann Josef Fux in traditionelle Kinderlieder und eigens komponierte Stücke eingewoben werden. „Mit dieser Neuerung wollen wir Kindern die Möglichkeit geben, barocke Musik und deren Schönheit kennenzulernen und somit einen neuen Zugang dazu eröffnen“, sagt Schade. Ähnliches – nämlich Brücken zwischen Alter Musik und zeitgenössischer Interpretation zu schlagen – will man auch mit der neuen Reihe „Off Road Barock“: Das Janoska Ensemble, feat. Thomas Gansch, greift barocke Themen auf und interpretiert diese neu. Die Künstler verwenden moderne Instrumente und nähern sich der Alten Musik eigenwillig und dennoch lustvoll genau.

Die Programmtipps:

„Die Perücken trügen“, 13. Mai, 20 Uhr, Kolomanisaal:  Zwei wahre Liebhaber des Barock, Daniel Hope und Roger Willemsen, stellen in einem Wettstreit zweier Kunstformen Musik und Dichtung nebeneinander. Der facettenreiche Musiker, der die Fähigkeit hat, Alte Musik neu zum Leben zu erwecken, im Zusammenspiel mit dem Bestsellerautor.

„Les fantasmes du monde“, 14. Mai, 22 Uhr, Gartenpavillon: Ein Abend über Illusion und Wirklichkeit – Wie stellte sich das Volk zu Zeiten des Barock das höfische Leben vor? Und wie gut wusste der Hof über das Leben des einfachen Volkes Bescheid? Die naive Vorstellung vom Leben „der anderen“ wird von Matthias Loibner dargestellt. Dabei spielt die Drehleier eine wichtige Rolle, die, einst Bauerninstrument, bald auch bei Hofe nicht mehr wegzudenken war.

„Flammes de magiciennes“, 15. Mai, 19.30 Uhr, Kolomanisaal: In einem atemberaubenden Konzert entführt Superstar Patricia Petibon das Publikum in die Welt großer Emotionen – von Leid und Hoffnungslosigkeit zu Liebe und Zuneigung.

„Selva morale e spirituale“, 16. Mai, 19.30 Uhr, Stiftskirche: Eine der Besonderheiten der Internationalen Barocktage ist, dass das Residenzorchester Concentus Musicus Wien, das traditionell stets unter Nikolaus Harnoncourt spielt, hier mit ausgewählten Dirigenten zusammenarbeitet. Dieses Mal gibt sich ein Shooting-Star die Ehre: Pablo Heras-Casado.

www.barocktagemelk.at

Wien, 27. 11. 2015

10 Jahre Theater a.d. Wien: José Carreras singt „El Juez“

September 22, 2015 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

„Dreigroschenoper“ mit Angelika Kirchschlager und Tobias Moretti, Nikolaus Harnoncourt dirigiert „Fidelio“

Bild: Theater an der Wien

Bild: Theater an der Wien

Im Jänner 2016 feiert das Theater an der Wien mit drei hochkarätig besetzten Opernaufführungen sein zehnjähriges Bestehen als Opernhaus. Intendant Roland Geyer präsentierte am Dienstag das Programm: Den Auftakt macht die Premiere von Bert Brechts und Kurt Weills „Die Dreigroschenoper“ am 13. Jänner in einer Inszenierung von Keith Warner mit Tobias Moretti als Mackie Messer, Angelika Kirchschlager und Florian Boesch als Ehepaar Peachum und Anne Sofie von Otter als Spelunkenjenny. Es folgen zwei Festkonzerte: Am 17. Jänner steht Beethovens „Fidelio“ unter der musikalischen Leitung von Nikolaus Harnoncourt mit seinem Concentus Musicus Wien und den Solisten Michael Schade, Juliane Banse und Anna Prohaska auf dem Jubiläumsspielplan. Mozarts Oper „Idomeneo“ gelangt am 22. Jänner unter der musikalischen Leitung von René Jacobs mit dem Freiburger Barockorchester zur Aufführung.

Mit einem außergewöhnlichen szenischen Sonderprojekt, der Oper „El Juez“ von Christian Kolonovits mit Opernsuperstar José Carreras in der Titelpartie, wird der Jubiläumsspielplan des Theater an der Wien am 2. und 5. Juli 2016 erweitert. Kolonovits behandelt in seiner Oper ein dunkles Kapitel spanischer Geschichte: Zur Zeit der Franco-Diktatur wurden nicht regimetreuen Eltern ihre Kinder weggenommen, um sie in Klöstern und anderen Einrichtungen umzuerziehen. Die Kirche, die federführend an der Entführung der Kinder beteiligt war, weigert sich bis heute, Aufzeichnungen und Informationen über die wahre Identität der „verlorenen Kinder“ preiszugeben – ein Konflikt, der die spanische Gesellschaft immer noch spaltet. Zwei Jahre war Kolonovits mit der Komposition seiner Oper beschäftigt, in der er mit der Librettistin Angelika Messner der Frage nach Recht und Unrecht und nach persönlicher Entscheidungsfreiheit nachgeht. Die bejubelte Uraufführung von „El Juez“ fand im April 2014 in Bilbao statt.

Die Rolle des Richters Federico Ribas wurde José Carreras, der mit ihr nach achtjähriger Absenz auf die Opernbühne zurückkehrte, auf den Leib geschrieben: „Meine Familie war stets gegen General Franco. Sie waren Republikaner und alles andere als rechts gerichtet. Zu Hause hörte ich meinen Vater und meinen Großvater über den Krieg sprechen und wie es in der Zeit vor Franco war. Deshalb ist dieses Thema so wichtig für mich“, sagt Carreras im Pressegespräch und erklärt über seine Rolle: „,El Juez‘ ist zwar eine zeitgenössische Oper, sie ist aber alles andere als atonal – es gibt wundervolle Melodien zu singen, Soli und Duette, und tolle Szenen zu spielen. Ich bin überglücklich, dass ich in ‚meinem‘ Wien in dieser Oper auf der Bühne stehen kann!“

Der Kartenverkauf für „El Juez“ startet am 22. September um 12 Uhr an der Tageskasse des Theater an der Wien, zeitgleich mit dem Onlineverkauf auf der Website

www.theater-wien.at

„El Juez“ zum Reinhören: Premiere im Mariinsky: www.youtube.com/watch?v=GWQ8Osqcmbs

Wien, 22. 9. 2015

Sommerspiele Melk: „Monte Christo“

Juni 21, 2013 in Bühne, Klassik

Das Unmögliche möglich gemacht

Denis Petkovic Bild: www.photo-graphic-art.at

Denis Petkovic
Bild: www.photo-graphic-art.at

Alexander Hauer, Intendant und Regisseur der Sommerspiele Melk, war ja noch nie ein Mann, der große Aufgaben scheute. Jahr für Jahr ackert er sich durch die Weltliteratur, kein mindestens 1500-Seiten-Schmöker, den er nicht auf die Bühne stellen würde. Und das stets mit größtem künstlerischen Feingefühl. Hauer macht das Außergewöhnliche möglich. Und dieses Jahr sogar das Unmögliche. Denn noch wenige Tage vor der Premiere stand seine Wachauarena 2,80 Meter unter Wasser; hunderte helfende Hände entfernten nach dessen Abfließen die Massen an Donauschlamm; die Künstler probten derweil in der zweiten Spielstätte, der kleinen „Tischlerei“. Und – Glück im Unglück? – die durch die Enge der Situation erzwungene Intimität tat dieser Inszenierung von „Monte Christo“ mehr als gut. Denn Autorin Susanne Felicitas Wolf, die die Bühnenfassung von Alexandre Dumas‘ „Abenteuerroman schrieb, legte an der Geschichte, die jeder in- und auswendig zu kennen glaubt, völlig neue Seiten frei. Sie befreite den Stoff von allem, was nach Mantel-und-Degen riecht, ließ die Figuren stattdessen mit der Feder fechten. Mit Diagolen, die weniger messerscharf, als schmerzhafte Nadelstiche unter die Nägel sind. Mit psychologischer Kriegsführung wird hier die Intrige, der vermeintliche Hochverrat Edmond Dantès‘ eingefädelt. Als der im Château d’If in Klarfolie gefesselt, wie in einen Kokon eingesponnen wird, bis ihm die Luft wegbleibt, schießt einem kurz durch den Kopf: Guantanamo. Interessant auch, wie sich bei Wolf von Monte Christo über seine Widersacher Danglars, de Villefort bis Fernando in ihren Taten und Untaten alle auf den einen Gott berufen … Und Stift Melk als Hintergrundkulisse …

Die Bühne von Daniel Sommergruber dann: ein Gesamtkunstwerk, ein Gerüst aus unzähligen leeren Bilderrahmen, Schatten der Vergangenheit, das die Schauspieler wie Freeclimber erklettern, zwei Plattformen und eine aufklappbare Mittelrampe, auf denen Marseille, Paris, der Kerker … nebeneinander Platz finden. Dazu ein ausgeklügeltes Licht- (Dietrich Körner) und Sounddesign (Bernhard Sodek). Schon als Edmond als verliebter, hoffnungsfroher, junger Seemann seinen Feinden noch mit naiver Ehrlichkeit begegnet, lässt die – teilweise Live- Musik das nahende Unheil bereits ahnen.

Das Ensemble überzeugt mit intensivem Spiel. Gänsehaut selbst bei Sarahawindtemperaturen. Allen voran brilliert Denis Petkovic als Monte Christo. Nun ein freier, reicher Mann, der Liebe haben könnte, und den doch nur der Hass bewegt. Einer, der sich selbst als Racheengel Gottes bezeichnet, ein Gotteskrieger, ein Spinner, eine Spinne, die in ihrem Netz auf die Opfer wartet. Rote Handschuhe trägt Petkovic – von Nick Cave weiß man, dass auch der Teufel solche haben soll. Petkovic zeigt alle Facetten des Wahnsinns, der als Gift der Vergeltung durch seine Adern strömt. Und endet endlich in tiefster Verzweiflung. Er ist kein triumphierend abgehender Graf, sondern muss erkennen, dass sein „Feldzug“ auch Kollateralschäden verursacht. Den Tod Unschuldiger. Ergo: Keine Erleichterung, keine Erlösung. Im überaus stimmigen Schlussbild öffnet sich wieder die Gefängniszelle. Monte Christos Seele bleibt für immer darin gefangen. Eine starke schauspielerische Leitung. Ebenso großartig agieren – um nur ein paar zu nennen – Julian Loidl als verschlagener Bankier Danglars, Alexandra Maria Timmel als seine zur Zynikerin gewordene Frau, Giuseppe Rizzo als versprecherischer Staatsanwalt de Villefort, dem das Ganze den Verstand kostet. Und Christian Preuss, berührend als gutherziger Reeder Morrel und später als Abbé Faria. Für 2014 hat sich Hauer übrigens Fritz Langs „Metropolis“ vorgenommen …

Benefizkonzert: Michael Schade, ab kommendem Jahr Intendant der Barocktage Stift Melk, veranstaltet am 22. Juni, 17 Uhr, im Kolomanisaal des Stifts, ein Benefizkonzert für die Hochwasseropfer. Mit ihm interpretieren Florian Boesch, Nina Bernsteiner und Mitglieder des Concentus Musicus Wien Werke von Händel und Bach.

www.kultur-melk.at 

www.kultur-melk.at/sommerspiele/programm.php

www.mottingers-meinung.at/denis-petkovic-im-gesprach

www.barocktagemelk.at

Von Michaela Mottinger

Wien, 20. 6. 2013

Startenor Michael Schade in Melk

April 23, 2013 in Klassik

Neuer Künstlerischer Leiter der Barocktage im Stift

Michael Schade, Alexander Hauer Bild: www.photo-graphic-art.at

Michael Schade, Alexander Hauer
Bild: www.photo-graphic-art.at

Die Internationalen Barocktage Stift Melk haben in Startenor Michael Schade einen neuen, richtungsweisenden Künstlerischen Leiter gefunden. Schade übernimmt beginnend mit der Saison 2014 bis einschließlich Pfingsten 2016 die künstlerische Programmierung des traditionsreichen Festivals. „Wir streben zu noch größeren Festspielambitionen. Wir wollen als Leuchtturm und Hochburg der Hochkultur gelten, und das nicht nur für Melk und Niederösterreich. Ich freue mich maßlos nun zusammen mit dem Concentus Musicus in diese heiligen Hallen als Künstlerischer Leiter einzutreten“, so Schade in einem ersten Gespräch. Ihn verbindet auch eine tiefe persönliche Beziehung zum Stift Melk: „Im Advent 2001 hatte ich zum ersten Mal das Glück, während der Proben für Händels ,Alexanderfest‘, das Stift Melk zu betreten. Das Konzert wurde unter dem Dirigat von Nikolaus Harnoncourt und dem Concentus Musicus aufgeführt – es war eine der schönsten Konzerterfahrungen in meiner Karriere. Nicht nur die opulente barocke Schönheit des Stiftes, das sofortige und unvermeidliche Streben des eigenen Herzens von Erden zum Himmel blickend machten dieses Konzerterlebnis zu einem Höhepunkt, sondern auch die persönliche Begegnung mit dem Benediktinerstift und dessen Gastfreundlichkeit“. Harnoncourts Concentus Musicus wird das Residenzorchester der Barocktage werden. Die erste gemeinsame Produktion wird die Aufführung des Oratoriums „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn zu Pfingsten 2014 sein. Als Solisten sind  Florian Boesch (Bass) und Michael Schade selbst (Tenor) vorgesehen.

Die Förderung junger Talente ist ein weiteres Herzensanliegen von Schade. Das von ihm initiierte Young Singers Project der Salzburger Festspiele und die Stella Maris International Vocal Competition gelten als Vorzeigeprojekte im Bereich der Nachwuchsförderung. In Melk nimmt er sich der Neuaufstellung des Heinrich Schmelzer-Wettbewerbs an, der 2014 zum 8. Mal stattfindet. Preisgeld: 5.000 €. Zudem erhalten die jungen Künstler eine Konzertverpflichtung für die darauf folgenden Barocktage. Programmdetails der Festivalsaisonen 2014 bis 2016 werden  im Herbst 2013 präsentiert.

Programm 2013: Die Internationalen Barocktage Stift Melk finden heuer von 17. bis 20. Mai im Stift Melk, Schloss Pielach und Stift Dürnstein  unter der Künstlerischen Leitung von Bernhard Trebuch und Kultur-Melk-Intendant Alexander Hauer statt. Künstlerinnen und Künstler aus elf Ländern sind eingeladen. Das Irish Baroque Orchestra wird dabei erstmals am europäischen Festland konzertieren. Im Mittelpunkt der musikalischen Auseinandersetzung stehen Kompositionen der großen italienischen Meister des Barocks. Zu den weiteren Interpreten und Ensembles zählen unter anderem das legendäre The Hilliard Ensemble, die ambitionierten Vorarlberger Musiker von Concerto Stella Matutina, der Stargeiger Hiro Kurosaki sowie das aufstrebende Croatian Baroque Ensemble.

www.barocktagemelk.at

www.kultur-melk.at

Von Michaela Mottinger

Wien, 23. 4. 2013

Ein Fall für Nikolaus Harnoncourt

April 18, 2013 in Klassik

Der Concentus Musicus spielt Beethoven im Wiener Musikverein

Am 20. und 21. April ist im Großen Saal des Wiener Musikverein ein selten gespieltes kompositorisches Juwel zu hören: Stardirigent Nikolaus Harnoncourt, der schon so manches Waisenkind des Repertoires erfolgreich adoptierte, nimmt sich mit seinem Concentus Musicus Ludwig van Beethovens Messe in C – Dur op. 86 an. Allerdings erst nach der Pause. Davor wird Beethovens Symphonie Nr. 2 D – Dur, op. 36, gegeben. Beethoven stand zur Zeit seiner ersten Messvertonungen unter dem Vorbild der von seinem Lehrer Joseph Haydn komponierten Messen, die er als „unnachahmliche Meisterstücke“ansah und entsprechend eifrig studierte. Im Gloria seiner C-Dur-Messe, sollen zwei Stellen aus Haydns Schöpfungsmesse enthalten sein.

196079075_604aa20257Um die Messe C-Dur op. 86 ranken sich noch mehr Legenden. Sie wurde von Beethoven  1807 im Auftrag von Fürst Nikolaus II. von Esterházy geschrieben – und missfiel Seiner Durchlaucht. „Aber, mein Lieber, was haben Sie denn da gemacht“, soll die adelige Aburteilung gelautet haben. Was von Esterházys Hofkapellmeister Johann Nepomuk Hummel, der bereits einige Messen für den Fürsten geschrieben hatte, mit einem schadenfrohen Lachen quittiert wurde. Beethoven, dem der Fürst zudem eine minderwertige Unterkunft zugewiesen hatte, verließ wütend die Stadt. Soweit die Anekdoten. Die Nachwelt wiederum ließ das Werk im Schatten der Missa solemnis verblühen. Beethoven distanzierte sich mit der Messe C-Dur von den traditionellen Messvertonungen und behandelte den Text nach eigener Angabe so, „wie er noch wenig behandelt worden“. Da sie dem Fürsten  nicht zusagte, widmete der große Komponist sie bei  Drucklegung dem Fürsten Kinsky.

Im Musikverein interpretieren neben Harnoncourt und seinem Concentus Musicus der Arnold Schoenberg Chor, Sopranistin Luba Orgonasova, Elisabeth von Magnus (Alt), Tenor Werner Güra und Florian Boesch (Bass)  das Werk.

www.musikverein.at

Von Michaela Mottinger

Wien, 18. 4. 2013