Theater in der Josefstadt: Der deutsche Mittagstisch

Oktober 29, 2020 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

In Höchstgeschwindigkeit durchs Jauchefass

Das Dramolette „Freispruch“: Traute Hoess, Bernhard Schir, Michael König, Lore Stefanek, Sandra Cervik und André Pohl. Bild: Philine Hofmann

Der Vergleich mit dem Vaudeville ist zulässig. Nicht nur, was das Bühnenbild von Achim Freyer betrifft, Prospekte, wie von Hand gemalt, Rampenlicht aus Muschelleuchten, und über allem schwebend des Gutbürgers Gottseibeiuns mit teuflisch blinkenden Rotaugen und zwei Putten blutig quetschend. Gottseibeiuns, doch, denn noch immer raunt’s im Publikum: Naja, das ist halt typisch Thomas Bernhard. Des Autors unter dem Titel „Der deutsche Mittagstisch“

zusammengefasste Dramolette hat Claus Peymann zum Saisonauftakt des Theaters in der Josefstadt inszeniert. Jenem Haus, dessen Publikum er, als noch Burgherr und lange vor #Corona, eine Staubmaske empfahl. Jenem Haus, dem Bernhard via „Heldenplatz“ ausrichten ließ, dass dort selbst die allerernstesten Tragödien als Operetten gespielt“ würden. Und durchaus …

… passt Bernhards Mittagstisch-Revue und Peymanns Schaubuden-Inszenierung, apropos: Vaudeville, ins Bild. Im Programmheft wird der Wienerinnen und Wiener ehemalige Hassliebe zum „Piefke“ genussvoll ausgewalzt, nun applaudiert man angetan und artig, ach, waren das noch Zeiten, als am Burgtheater … und der Skandal damals, das hatte seither keine/r mehr zu bieten … und wie leicht überhört es sich dabei, dass die – © bisher erschienene Rezensionen – „Praterkasperlszenen gegens Nazikrokodil“ zwar weiland zwischen 1977 und 1981 aus tagesaktuellem Anlass geschrieben wurden.

Doch die Wiedergänger der „aus grobem Puppenholz geschnitzten“ Spukgestalten immer noch und schon wieder und längst nicht mehr nächstens, sondern von der selbst ernannten Mitte der Gesellschaft abgenickt bei grellem Tageslicht unterwegs sind. Ihr ewiggestriger Widerhall dröhnt von den Wänden der Republik retour als gäb’s keine Morgenröte. Eine in die Jahre gekommene Mentalität kommt grad wieder auf, das merkt vielleicht besser, wer aus einer Jugendzeit stammt, in der „bis zur Vergasung“ noch ein geflügeltes Wort war, und einer Studentenbude, deren Nachbar, wenn besoffen, per Schallplatte durch den ganzen Gemeindebau ungestraft das Horst-Wessel-Lied erschallen ließ.

Die Liederbücher sind längst nicht leergesungen. Bei Bernhard wird „Die Fahne hoch“ am Ende der Szene „Freispruch“ angestimmt, einer von sieben, in denen er Künstler- und Großbürgergrotesken ebenso virtuos entwirft wie die politische Farce oder die Volksstück-Parodie. Peymann weiß Bernhard auf diesem Weg naturgemäß zu folgen – bis hin zur Clownerie als die er die Szene „Alles oder Nichts“ enttarnt. Peymann zelebriert ein höllisch hämisches Thomas-Bernhard-Hochamt, dessen liturgische Litaneien er ohne Punkt und Komma ausspielen lässt.

Dies eine Anmerkung, weil ab und an ein Strich gut getan hätte, doch das zehnköpfige Ensemble, wie wunderbar das Wiedersehen mit der sehr vermissten Traute Hoess und der von Peymann aus Berlin mitgebrachten Lore Stepanek, wirft sich mit Verve in die Schlacht um Bernards Suder-Suaden. Wobei das Ressentiment-Räsonieren, das Banalitäten-Palaver vom Feinsten gelingt, wenn die Damen Hoess und Stefanek in Verbund mit Ulli Maier auf Freyers in politische Schieflage geratener Weltenscheibe stehen.

A Doda: Lore Stefanek und Ulli Maier. Bild: Philine Hofmann

Eis: Maier, Bartl, König und Hoess. Bild: Philine Hofmann

Thomas Bernhard schau oba: Freispruch. Bild: Philine Hofmann

Peymann hat ein Händchen, heißt: eine Regiepratzn, für die Nieder-Tracht. In „A Doda“ finden Ulli Maier und Lore Stefanek in Steirermontur ein Bündel, das sie für einen in Packpapier eingeschlagenen Leichnam halten. Ein herrliches Stück Mundarttheater, in dem zwei skurrile Schreckschrauben mit bigotter Bäuerinnenschläue à la „Landkrimi“ ermitteln, die Maier eine furios kombinierende Detektivin unter deren Fuchtel Assistenz-Angsthäsin Stefanek sichtbar steht – bis sich herausstellt, in der Rolle sind die dem Ehemann vom Moped gefallenen Hakenkreuzplakate.

Mehr noch verbeißt sich Maier ins Bernhard’sche Bitterböse mit Traute Hoess in „Maiandacht“. Dirndlbewehrt, die Kostüme sind von Margit Koppendorfer, beweinen sie auf dem Friedhof das Ableben eines Dorfhonoratioren, der in einen tödlichen Verkehrsunfall mit einem Türken verwickelt ward. Großartig sind diese beiden Tratschtanten, die Tod und Teufel fürchten, und beim Anblick des Pfarrers nicht nur feuchte Augen bekommen. Wie gern die Leut‘ über Krankheit und Sterben anderer reden, und wie Maier und Hoess diese Stammtisch-Sätze sagen.

Von Neid und Enttäuschung geht’s zu Frustration und Hass, gleich Grabkerzen blinkt auf, dass der niedergeführte Wohltäter ein übler Geschäftemacher und wohl auch Spendenbetrüger war, wie nah am Heute das ist, und dass der „Ausländer“ mit dem Fahrrad unterwegs war, in das der Verstorbene blindlings gelaufen ist. Und dennoch befindet der Untersuchungsausschuss der Nachbarinnen „Vagast ghörns alle!“, die Gastarbeiter, nunmehr „Migranten“ genannt. Wenn die Hoess mit tobender Inbrunst in die Blutgesinnung entgleist, schaudert’s einen vor Bernhards Sprachwitz.

Um nichts weniger bei Sandra Cervik in „Match“, in dem die Gemeinplätze der Intoleranz, der Xenophobie, des Ekels vor allem „Linken“ und des faschistoiden Gedankenguts ebenso ihre giftigen Blüten treiben, Cervik als Polizistengattin, Robert Joseph Bartl, der vor Röhrender-Hirsch-Tapete in Ruhe ein Fußballspiel sehen möchte. Während sein Heimchen am Herd ob eines ihm bei einer Demonstration geschehenen Risses in der Uniformjacke zur schießwütigen Amokläuferin mutiert – „Da schiaßad i eine“, „Gsindl“, „Unterm Hitler hätt’s des ned gebn“, „Arbeiten solln’s ned Demonstrieren“ –, bevor sie ihn im Wortsinn übermannt. Cerviks Figur dabei in den Bernhard’schen Wortwiederholungen wie in ihrem Leben gefangen, gackernd wie das Huhn auf dessen Denkschleifen-Möbiusband.

Maiandacht: Robert Joseph Bartl, Ulli Maier, Traute Hoess und André Pohl. Bild: Philine Hofmann

Match: Sandra Cervik als rabiate Polizistinnengattin und Robert Joseph Bartl. Bild: Philine Hofmann

Alles oder Nichts: André Pohl, Sandra Cervik, Marcus Bluhm, Raphael von Bargen und Bernhard Schir. Bild: Philine Hofmann

Der deutsche Mittagstisch: „Bernhard“ Michael König und Traute Hoess am Nazi-Suppentopf. Bild: Philine Hofmann

Weitere Dramolette wenden sich den Machenschaften von Justiz und Politik zu, am erschreckendsten „Freispruch“, ein Abendessen in affektierter Großbürgerlichkeit, bei der NS-Massenmörder nebst Ehefrauen bei Kriegs- und KZ-Anekdoten ihre Nichtverurteilung feiern. Michael König, Bernhard Schir, André Pohl mit Stefanek, Hoess und Cervik mittels abgestorben schwarzer Lippen als die Untoten klassifiziert, die sie sind. Beim Champagnisieren sehen sich die Täter als Opfer der linken, landesverräterischen Lügenpresse und deren Fake News. Ein „Sketch“, der einem Unwohlsein verursacht, wenn nach dem „O Freunde, nicht diese Töne“ „die Reihen dicht geschlossen“ werden. Und zwar nicht als Zitat, sondern Strophe für Strophe ausgesungen: „Die Straße frei / Den braunen Bataillonen …“

Als kabarettistische Einlage präsentieren König, ein zweites Mal als zur beinah Unkenntlichkeit maskierter Popanz, Hoess, Bartl und Maier das Dramolette „Eis“, zwei ebenfalls NS-angepatzte Ehepaare am Nordseestrand, die Maier als Sonnenschutz-Gespenst, konsumsüchtige Globetrotter, die die Menschen in den Ländern, die sie bereisen, allerdings zutiefst verachten, und über die Sinnlosigkeit von Entwicklungshilfe/Hilfe vor Ort und übers „politisch wieder so hart durchgreifen wie damals“ schwadronieren, bis ihnen ein Eisverkäufer-Attentäter, Raphael von Bargen mit schnauzbärtigem Migrationshintergrund, den Garaus macht.

Einen Zirkus mit Politclowns macht Peymann schließlich aus „Alles oder Nichts“, Premiere seiner Arbeit war ja vor der Wien-Wahl, in dem sich von Bargen, Pohl und Marcus Bluhm als Staatsspitzen in einer von Bernhard Schir geleiteten Show für eine WählerInnenstimme jeder Demütigung unterwerfen. Das alles entrollt sich nach der Pause enervierend langsam, was hier als Kalkül gedeutet wird, von Bargen die am besten stammelnde Knallcharge in dieser schwächsten Versuchsanordnung, die schon Siegfried Unseld „zu billig“ zum Drucken war – aber lachen muss man doch, wenn die Herren Politiker in Höchstgeschwindigkeit durchs Jauchefass kriechen.

Zum Schluss die absurde titelgebende „Mittagstisch“-Miniatur, Familie Bernhard vollzählig versammelt, Michael König ein Lookalike des Öbersten Konterfeis, alle anderen per ebenfalls charakteristischer Nase als seine Nachkommen ausgewiesen, Traute Hoess, die diesen nun statt jedweder Weisheit den Nationalsozialismus mit dem Löffel eingeben muss, weil kein Nahrungsmittel aus Deutschland „nazifrei“ sei. Aus dem Topf quillt statt Nudeln Hakenkreuz-Pasta. Basta, brüllt König Bernhard: „Nazisuppe! In jeder Suppe findet ihr die Nazis!“

Welch ein abschließendes Bild – und selbstverständlich lassen sich die 1940-Jahre mit den späten Siebzigern mit 2020 nicht vergleichen. Doch ist sich der „Freispruch“-Diagnose des Standard anzuschließen, wenn dort über die Rechtsschaffenden steht, sie reichten „ihren schauerlichen Gesinnungskitsch sauber abgeschmeckt an die heutige Generation Slim Fit weiter.“ Oder um es mit Brecht zu sagen: „Der Schoß ist fruchtbar noch …“ Ui!

Video: www.youtube.com/watch?v=gx9B4rfS2R8           www.josefstadt.org

  1. 10. 2020

Akademietheater: Die Stühle

April 1, 2019 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine groteske Endzeit-Clownerie

Die Alten erinnern sich vergnügt an vergangene Tage: Maria Happel und Michael Maertens. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Ganz am Schluss, da ist die Bühne schon bis auf „Die Stühle“ leer, schrillt noch einmal die Theaterklingel, ist das Gemurmel eines platznehmenden Publikums zu hören, Programmhefte rascheln, Füße scharren.

Ein schönes letztes Bild für Eugène Ionescos surreale Stücksituation, und von Regisseur Claus Peymann derart als Spiel-im-Spiel gekennzeichnet.

 

Mit seiner Inszenierung der vom Autor so genannten „tragischen Farce“ am Akademietheater verabschiedet sich der einstige Burg-Herr vom Haus. Nicht von Wien, soll er sich doch dem Vernehmen nach kommende Saison mit Thomas Bernhards „Ein Fest für Boris“ an der Josefstadt beheimaten. Das passt punkto Liebe zu Schauspielern und zum Schauspielertheater exemplarisch: Für „Die Stühle“ hat sich Peymann aus dem Ensemble zwei Publikumsmagneten auserkoren, Maria Happel und Michael Maertens, und deren Lust an der Ausübung ihrer Profession lässt er ohne viel Regie-Chichi freien Lauf. Zu dritt, und wegen Peymanns Erkrankung an einer Virusgrippe in den Endproben plus Leander Haußmann, hat man beschlossen, das Endzeitdrama als groteske Clownerie anzulegen.

Eine Übung, die Happel und Maertens naturgemäß aus dem Effeff beherrschen: Immer schnell, bevor die Postapokalypse allzu sehr im Greisensentiment versinkt, ein wenig Slapstick einzusetzen – die Happel eine Lachwurzn, der man ohnedies nicht widerstehen kann, Maertens als ihr quengeliger Muttersöhnchen-Ehemann, der mitunter auch auf ihrem Schoß Schutz sucht.

Dass die Maske sie als eine Art Stummfilmpaar ausweist, verstärkt den Eindruck, auch die Kostüme von Margit Koppendorfer, für Die Alte ein tiefdekolletiertes Colombinenkleid, darunter rote Strapse – sieht man, als Happel kurz zum Cancan ansetzt, für Den Alten eine bis über die Bauchmitte hochgezogene Altherrenhose. Über der zunehmend von Sitzgelegenheiten zugemüllten Bühne von Gilles Taschet gibt ein kaputter Kristallluster nur noch schwach-funzeliges Licht, in seinen Armen hat sich eine einsame Luftschlange verfangen, als wär‘ sie eine Reminiszenz an vergangene Feste. Zwischen unzähligen Türen, durch die die imaginierten Gäste nach und nach eintreten, und zwei Leitern Richtung Nirgendwo bereiten Poppet und Semiramis die Verkündung von Laienphilosoph Poppets Botschaft an die Nachwelt vor.

Poppet und Semiramis verlieren sich zwischen den Stühlen: Michael Maertens und Maria Happel. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Dem Redner fehlt es an Selbstlauten: Mavie Hörbiger malt die Zeichen an die Wand. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Maria Happel und Michael Maertens zuzusehen, ist die reine Freude. Es geht gar nicht anders, als mitzukichern, wenn er ihr „die Geschichte“ erzählt, die sich einem zwar nicht erschließt, aber offenbar mit Paris und Varieté-Milieu zu tun hat, oder schadenfroh zu schmunzeln, wenn sie sich über seinen mangelnden Ehrgeiz beschwert, wo er doch Chef-Soundso werden hätte können. Von Moment zu Moment kippt Maertens vom Lächerlichen ins Weinerliche, vom Hysterischen ins Herrische. „Trink deinen Tee“, schnauzt Poppet Semiramis immer wieder an, und Happel formt gehorsam mit den Händen eine entsprechende Tasse.

Später wird sie Programme und Bonbons zum Verkauf anbieten, er Chansons brummeln. Es ist dieses virtuose Interagieren, das reduzierte Spiel mit Gesten und Abstraktionen, das den Abend auszeichnet. Wunderbar auch, wie die beiden die diversen herbeifantasierten Honoratioren in Empfang nehmen, von den gnädigen Frauen bis zu den Obristen, die Journalisten als überlebensgroß angedeutet, an die jeweilige Persönlichkeit angepasst mal charmant, mal zackig, mal katzbuckelnd, Poppets konfuse Komplimente, echohaft wiederholt von Semiramis. Wie Happel und Maertens mit den Unsichtbaren kokettieren

– „Sie sind ja ein Wüstling!“, ruft die Happel einem davon zu, wie sie so verpuffte Träume und verwehte Sehnsüchte als Andeutung stehenlassen, das ist beinah schon psychologische Ehekriegsführung zu nennen. Dann wieder ein Zueinander-Flüchten, als man sich zwischen den Stühlen verloren glaubt.

Zu Leonard Cohes „Show Me The Place“ wird schließlich die Nebelmaschine angeworfen, um die Ankunft des Kaisers höchstselbst anzukündigen. Für ihn schwebt ein Stuhl samt Samtkissen vom Schnürboden herab. Auftritt endlich Mavie Hörbiger als Der Redner, der Poppets Sinnieren über den Sinn des Daseins wiedergeben soll, jedoch nur unverständlich stammeln kann. Bei Peymann kommt er gar nicht wirklich zu Wort. Stattdessen schreibt er ein „Adieu!“ an die Wand, während die Alten als rote Luftballons aus ihrem Isolationsraum entschwinden. Einiges wurde nach dieser Premiere diskutiert, ob es erlaubt sei, den Leerlauf der menschlichen Existenz so leichthin auf die Bühne zu heben. Dabei, das hat Peymann gar nicht. Vielmehr gelingt es ihm, so lange die perfekte Balance zwischen Tragödie und Komödie zu halten, bis die beiden Kategorien ineinander verwischen. Diese „Stühle“ sind ein kleiner Triumph großer Schauspielkunst. Mehr ist von einem Theaterabend kaum zu verlangen.

www.burgtheater.at

1. 4. 2019

Volkstheater/Bezirke: Der Weibsteufel

September 22, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Den „Blut-und-Boden-Dichter“ endgültig enterdet

Katrin Grumeth als „Aufpulverin“, die sich emanzipiert. Bild: © Alexi Pelekanos / Volkstheater

„Wenn ich ein Vogel wär …“ singt das Weib zu Beginn. Was sie dann tun würde, ist deutlich: auf und allen Zwängen ihres Geschlechts davonfliegen, in eine Zukunft möglichst ohne Aufpasser, Antreiber, Ausbeuter, Männer nur, wenn zum Zwecke des Sex selbst gewählt. Dass dies zumindest zu Textende gelungen scheint, weiß, wer Karl Schönherrs Drama „Der Weibsteufel“ kennt.

Das Volkstheater eröffnet seine Bezirketour 2018/19 damit, und Regisseurin Christina Rast hat die alpine Dreiecksgeschichte des als „Blut-und-Boden-Dichter“ reklamierten Dramatikers mit ihrer reduzierten Inszenierung, mit ihrer minimalistischen Interpretation von Schönherrs wuchtigem Stück, endgültig enterdet. Auf spartanischer Bühne – wiewohl die Einfassung aus schwarzen Bändern von Rast und Stella Krausz szenisch eine Menge leistet – lässt Rast ihre Sicht des Spiels ablaufen.

Ein Geschäftsmann steht da, einer, der einem gehörten Gerücht folgend seine Frau veranlasst, seinem Konkurrenten gehörig den Kopf zu verdrehen. In der Darstellung von Lukas Holzhausen gibt sich der „Kapitalfuchs“ als Manager eines Großschmuggelunternehmens, geht’s nach seinem Willen, hat er fürs Leben lapidar nur das eine Wort: „Passt!“ Die Schwächlichkeit des Mandls stellt Holzhausen nicht allzu sehr aus, dafür dessen Schläue. Mit der will er den „Gimpel“ Grenzjäger in die Falle locken. In einer albtraumhaften Szene tritt das Trio infernal denn auch mit Vogelköpfen auf – die Frau als Geier, der Grenzjäger als Adler, der Mann als Rabe.

Der Kampf heißt Kopf gegen Kraftlackel. Der schmiedet seinerseits ein Komplott, um sich „sein Sterndl“ zu verdienen, Christian Clauß spielt ihn als Harte-Schale-weicher-Kern-Kerl, der sich nach Liebe, Nachwuchs und seiner Pfeife sehnt, alles Wünsche, die ihm der Weibsteufel auch allzu schnell zu erfüllen bereit wäre. Denn die in muffiger Ehestube eingesperrte Frau wittert das Testosteron wie ein wildes Tier seine Beute. Es folgt beinah akrobatischer Beischlaf.

Für den Mann „Passt!“ noch alles: Lukas Holzhausen und Katrin Grumeth. Bild: © Alexi Pelekanos / Volkstheater

Doch schon lauert der Grenzjäger auf seine Chance: Christian Clauß und Katrin Grumeth. Bild: © Alexi Pelekanos / Volkstheater

Was Christina Rast jedoch tatsächlich erzählt, ist die Geschichte einer Emanzipation. Und so ist ihre „Weibsteufel“-Aufführung auch der Abend der Katrin Grumeth. Wie eine Urgewalt sprengt sie die männlichen Konfliktzonen, entledigt sich der ihr zugedachten Projekte und Begierden, dreht den Spieß einfach um, wird von der „Aufpulverin“ zur Manipulatorin. Eine fulminante schauspielerische Leistung, in der Grumeth eine subtile Sinnlichkeit durch die Sprödheit ihrer Figur blitzen lässt.

Aus Geplänkel wird Gefahr, wunderbar, wie Holzhausen, Clauß und Grumeth all die falschen Töne richtig treffen, wie sie, durch Männerfantasien entfesselt, in die Hitze gerät, wie die Männer einander lauernd umringen, um die Chance zum Zuschlagen als jeweils erster wahrzunehmen. Bald wird den beiden klar, dass sie hier Kräfte entfesselt haben, die sie nicht bezähmen können. Aus stoischer Überlegenheit wird zunehmend schiere Verzweiflung.

Dieweil kleidet Grumeth die Bühne mit Plastikplanen aus. Denn Blut wird fließen, einer tot sein, einer im Gefängnis, und sie das schmucke Haus am Marktplatz erben. Schnell zieht sich das Weib die grünen Putzhandschuhe an, bevor sie’s an die Wand sprayt: Passt!

www.volkstheater.at

  1. 9. 2018

Burgtheater: Liebesgeschichten und Heiratssachen

April 14, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Im Schweinsgalopp durchs Nestroy-Stück

Nicht nur Ex-Fleischhauer Stefan Raab hat ein fahrbares Sofa: Regina Fritsch als Lucia Distel und Gregor Bloéb als Florian „von“ Fett. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Nach der Jubel-Trubel-Heiterkeit beim Schlussapplaus zu urteilen, hat sich das Burgtheater mit dieser Aufführung einen sicheren Publikumsliebling geschaffen. Regisseur Georg Schmiedleitner inszenierte Nestroys „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ – und der Abend ist wirklich saukomisch. Die Wortwahl sitzt wie der berüchtigte Bolzen im Kopf, ist der Protagonist der Biedermeier-Posse doch ein ehemaliger Fleischselcher, der sich zum reichen Particulier emporgeschlachtet hat:

Florian Fett, neuerdings mit einem „von“. Aus diesem Umstand kann Schmiedleitner beinah drei Stunden lang Gags, Klamauk und Kalauer produzieren. Da ist eine Situation saugefährlich und ein Brief – Schriftstücke werden per rosa Plüschferkel befördert – natürlich mit Sauklaue geschrieben. Da kurvt der Hausherr mit einem fahrbaren Sofa durch sein Schloss, weil auch Stefan Raab war, bevor er endgültig privatisieren konnte … na? … na? – richtig, ein Metzgergeselle. Im Schweinsgalopp geht’s so durchs Nestroy-Stück.

Für dieses Verwechslungsliebesspiel mit drei Paaren, zwei Vätern und einem schlimmen Schlitzohr hat Volker Hintermeier eine Bühne erdacht, die sich mit den amourösen Eskapaden der Figuren im Kreis dreht. Stätten der Handlung sind ein desolates Salettl/Bar mit rotierendem roten Herz auf dem Dach, in dessen Dachboden die Band haust; der Fett’sche Salon mit Wappensau und jenen Plastikplanen als Vorhängen, die im fleischverarbeitenden Betrieb Hygienevorschrift sind; ein Mobilklo als Zufluchtsörtchen; und ein Plantschpool mit beleuchtbaren Kitsch-Flamingos. Alles atmet hier neureich oder guter Geschmack lässt sich nicht kaufen, ein sarkastisches Augenzwinkern, das Su Bühler bei ihrer Zuckerlfarbwahl und der Ausstattung der Kostüme fortsetzt – und das der Inszenierung insgesamt gutgetan hätte.

Die Wirtin hat Verständnis für die Standesdünkel des Marchese: Elisabeth Augustin und Dietmar König. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Flirt vor Flamingos: Martin Vischer wirbt in Schwyzerdütsch um Stefanie Dvoraks Ulrike. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Schmiedleitner nämlich setzt aufs Outrieren als alleiniges Stilmittel. Der laute Vollgas-Lustig-Modus in den er geschaltet hat, überschmettert allerdings die leisen Töne des revolutionsbegabten Autors, seine Zwischenbemerkungen, das Halbgesagte wie das Angedeutete. Was dem Abend fehlt, ist die Nestroy’sche Doppelbödigkeit, die spöttische Subtilität, mit der der große Wiener Dramatiker seine abgeschriebenen Plots verfeinerte.

Die in die Blödheit eines Fett eingeschriebene Bösartigkeit, die lauernde Gefährlichkeit eines Nebel, das beunruhigende Unbehagen darüber, dass Intriganten, Emporkömmlinge, Wirtschaftsliberalisten … in dieser Welt das Sagen haben. Und dass sich daran von 1843 bis heute nichts geändert hat.

Was die Nestroy’schen Figuren betrifft, so gestaltet sie hier jeder nach seiner Façon und seinen Fähigkeiten in der Farce. Die Charaktere werden manchen zur Karikatur, manchmal zur Knallcharge. Gregor Bloéb ist eine – pardon, aber im Zusammenhang passend – Rampensau. Er weiß, wie er sich die Lacher abholt, wenn er seinen Florian Fett im goldenen Protzanzug mit einem vulgären Zu-Viel-An-Allem versieht.

Oder den selbstverliebten Tölpel im Versuch, alles französisch auszusprechen, nicht nur gestelzt daherreden, sondern auch wie auf Stelzen stolzieren lässt. Als Fett lässt sich’s freilich gut aufgesetzt agieren, mit einem Wort: Bloéb rockt die Burg! Regina Fritsch überzeichnet die Fett-Verwandte Lucia Distel noch stärker. Die Brille-Locken-Pillbox-Kombination, die ihr Su Bühler verpasst hat, gehört eigentlich verboten, harmoniert aber perfekt mit dem von der Vornehmheit in einen Proletenslang kippenden Ohrenschmerzorgan, wenn etwas nicht nach dem Distel’schen Willen geht.

Marie-Luise Stockinger und Stefanie Dvorak sind als Fanny und Ulrike zwei richtige Trutschn ohne besonderen Tiefgang, nur Alexandra Henkel darf als Kammerkätzchen Philippine einen eigenen Kopf und Mut zur Koketterie haben und beides auch einsetzen. Elisabeth Augustin bleibt als Wirtin zum Silbernen Rappen weitgehend unauffällig, und warum Peter Matić als ihr Wirt als tätowierter Punk-Rocker auftreten muss, hat sich, seiner Darstellung nach zu urteilen, auch ihm selbst nicht erschlossen.

Der Gewinner des Till-Lindemann-Lookalike-Contests: Markus Meyer als Nebel, Peter Matic (hi.) gibt den Rappen-Wirt als Punk-Rocker. Bild: Georg Soulek/Burgtheater

Vielleicht soll er ja in der Aufmachung zu Markus Meyer passen, dessen Zechpreller und Heiratsschwindler Nebel daherkommt, wie der Gewinner eines Till-Lindemann-Lookalike-Wettbewerbs. Der Nebochant Nebel, das ist bei Nestroy der Distel-Umgarner, der Fett-Um-den-Finger-Wickler, der Spielmacher und Drahtzieher – und gerade in dieser doch eigentlich Paraderolle bleibt der stets so großartige Markus Meyer seltsam blass. Ja, er macht gekonnt den Blender und Poser.

Und schrammelt auch auf der E-Gitarre. Doch weder kommen ihm die aphorismenhaften Aussprüche seiner Figur geschmeidig über die Lippen, noch scheint er am ohnedies auf zweimaligen Einsatz beschränkten Coupletgesang Freude zu haben. Martin Vischer als Kaufmannssohn Anton, Christoph Radakovits als dessen adeliger Freund Alfred und Dietmar König als wiederum dessen Vater, Marchese Vincelli, und Robert Reinagl in den Rollen diverser Bedienter sind immerhin fürs eine oder andere Kabinettstückchen gut. Der Basler Vischer probiert’s erst gar nicht mit einem ihm fremden Dialekt, sondern bleibt beim vertrauten Schwyzerdütsch. Er gibt einen herrlich korrekt-verklemmten Eidgenossen, während Radakovits das blaue Blut vor Leidenschaft in den Adern kocht.

Königs Marchese ist über die misera pleps, aus deren Klauen er seinen Sohn befreien zu müssen glaubt, ausschließlich eines – mit Taschentuch vorm Mund – angewidert. Und wenn der Vornehme stolpert und stürzt, oder ihm ins Gesicht gefurzt wird, oder seine Kehle wegen des Hausbrand des Wirten in Flammen steht, dann toben die Leut‘. Das Timing stimmt, die Pointen sitzen, alles dreht sich, alles bewegt sich – Zuschauer, was willst du mehr? Irgendwas mit Sinn – Tief-, Hinter-, Fein-? Na alsdann!

www.burgtheater.at

Wien, 14. 4. 2017

Burgtheater: Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße

März 21, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Mit Theaterdonner und Regiegeistesblitzen

Die Unschuldigen und "Ich" - Christopher Nell Bild: Monika Rittershaus

Die Unschuldigen und „Ich“ – Christopher Nell
Bild: Monika Rittershaus

Als gleich zu Beginn die Ruine einer Imbissstube oder Bushaltestelle oder Bedürfnisanstalt mit Getöse aus dem Boden fährt, ist klar: Hier wird mit Theaterdonner und Regiegeistesblitzen ans Werk gegangen. Ein Glück. Denn ohne Claus Peymann und seinen Ideenreichtum und die glänzenden Schauspieler des Burgtheaters und des Berliner Ensembles wäre dieser Abend nicht auszuhalten. Auch so fielen ringsum einige Augenpaare zu, wurde die Pause von etlichen zum geeigneten Fluchtzeitpunkt erwählt. „Die Unschuldigen, ich und die Unbekannte am Rand der Landstraße“ ist naturgemäß nicht Peymanns erster Peter Handke. Aber mutmaßlich noch nie musste der gewiefte Theaterfuchs so tief in die Trickkiste greifen, um gegen das autobiografische Therapieschreiben des großen Dichters anzuinszenieren.

Freilich ist der pseudopoetische Text, der drei Stunden lang an sich selbst entlangmäandert, kein ausgewiesenes Alter-Ego-Drama, und doch … eine tiefenpsychologische Nasenbohrung, eine verquatschte Nabelschau. Denn Handke entwirft sein Bühnen-„Ich“ – im Wechsel zwischen „Ich, Erzähler“ und „Ich, der Dramatische“, entwirft also sich als eine Art Wladimir ohne Estragon, der Gott an sich und der Welt im Besonderen seinen Senf beigibt. Das ist in der ersten Stunde neckisch, dann ein Spiel von der Frage, wie lange das szenisch durchzubringen ist. Peymann hat alles dazu unternommen und viel erreicht. Es ist in diesem neuerlichen Kräftemessen der beiden alten Kampfgefährten so, als würde Peymann eine Seite an Handke (er)kennen, die der selbst gar nicht so sieht: er macht den Moralisten zum Humoristen, zum sanften Satiriker am Menschsein. Und erste Kräfte stehen ihm dabei zur Seite.

Christopher Nell beschreitet als „Ich“ die lebenslangen Kalvarienbergstationen dieses anderen, autorenschaftlichen Ichs. Und er tut das umwerfend großartig. Kein Sommerbrand, kein Winterwind kann ihn aus der von Karl-Ernst Herrmann hell erleuchteten Steilkurve tragen, stets spielt er an der Kippe des Möglichen, sich selbst aufs Spiel setzend. Seine mit Kleinodien aus dem klassischen Zitatenschatzkästchen und Kirchenliedern gespickte Suada weist ihn als geschwätzig altkluges Bildungsbürscherl aus, und diesbezüglich bleibt er kein rarer Vogel, wenn er sich derart zugerüstet in Kapitalismus-, Kulturismus-, wasauchimmer-ismuskritik übt, immer noch stürmisch kollektiv-kärntnerische Erinnerungsarbeit leistet, sich am Mutter-Sohn- und weiteren Mann-Frau-Konflikten abarbeitet. „Nofretete!“ ruft er beim Anblick von Maria Happel, „heißt das nicht: Die Schönheit ist erschienen!? La beauté est apparue. La belleza e aparecida.“ Ein Schelm, wer dabei an sich selbstvergewissernde Hirnwichserei denkt. Dass Nell zu alldem ein Orchester an darstellerischen Instrumenten bedienen kann, mal im Big-Band-Sound, mal wie als Violinsolo die Gemütsregungen eines sich der Öffentlichkeit Aussetzenden durchleidet, ist große Kunst. In seinen schönsten Momente lässt der Schauspieler dessen latent allmachtsfantastische Anwandlungen durchscheinen, alles kontrollieren zu wollen, was an der Landstraße passiert. Das Genie glaubt sich zwischen Wahn und Sinn.

Und wie um nicht an sich selber zu ersaufen gibt’s deshalb Texteinsprengsel à la „Ich meines Mannes um und auf, und er mein Drum und Drauf“ (Happel als kichernd-glucksende „Wortführerin“) oder, und dies der persönliche Favorit, „Die Schnepfe des Lebens schwebt vorbei, nur ein guter Schütze kann sie fassen“ (Regina Fritsch als domina-nte „Unbekannte“). Derlei ornithologische Ausführungen lassen einen doch fassungslos zurück. Peymann zeigt dazu die Unschuldigen als an Handyfonitis leidend, was ältere Herren am heute halt so aufregt. Müsste man in Verzweiflung anfangen in Allegorien zu denken, man könnte das „Ich“ als Autor interpretieren, den „Wortführer“ als dessen Regisseur, quasi Fundi und Realo des Bühnenbetriebs, weshalb zwischen beiden auch eine existenzielle Degenfechterei stattfindet, und die „Wortführerin“, sich anbietend, anbiedernd, verletzt bis zur Vernarbung, als das Theatrale an sich. Dann bliebe für die „Unschuldigen“ die Rolle des unbedarften Publikums, der Part einer von der Künstlergeistesgröße unterstellt ahnungslosen Mehrheitsbewegung, die Masse liebt Dichte, nicht Dichter. Die „Unbekannte“ aber ist das Erklärende, Rezensierende oder zumindest sich daran Versuchende. Nur ein Gedankenspiel, während es an der Rampe more of the same und eine Handvoll Plastikkletten gab …

Martin Schwab gibt den „Wortführer“ rülpsend und Kaugummifäden ziehend mit Alt-68er-Zopferl. Er ist ein Bedeutungsgläubiger, der die Anklage führt, dass hier weder Antworten noch Informationen geboten werden, und muss sich deshalb als „ewig Heutiger“ schimpfen lassen. Das alles ist der typische Fall, wo einer oberg’scheit vor sich hin salbadert und die, die nix verstehen vorsichtshalber „Ja, ja!“ sagen, um angesichts der Großwortssucht nicht dumm dazustehen. Muss ich mir’s dort dazu denken, wo man mir nichts zu sagen hat? Von der Seite schneit es alte Fahrscheine, Rechnungen, Kinokartenabrisse, Einkaufsgutscheine, Papierschnipsel des Lebens, man kann sie an der Literaturlandstraße auflesen. Explodiert mitten im Handke-Hochamt prätentiös eine Monstranz. Stirbt die Happel mit zuckenden Beinchen den Theatertod, als wär’s eine Reminiszenz an Heinrich Schweiger als Claudius im Brandauer-Hamlet. Als schließlich mit dem Ende kein Ende gefunden werden kann, fühlt man sich in diesem Beliebigkeitskanon an Ressentiments und Räsonierereien endlich aufgenommen, das kennt man, schon die Hände zum Schlussapplaus in die Höh‘ gerungen, und doch kriegt man noch eins drauf.

Unterm Strich also: Hat Peymann Handke von seiner Bedeutungsschwangerschaft entbunden. Hat mit verschmitzter Verspieltheit den verzwickten Diskurs der Prosa/Drama-Queen applaniert. Hat den Abgehobenheitstext des weltflüchtigen nicht Wut-, sondern vielmehr Grummelbürgers geerdet. Dass das aufgrund der mangelnden Kohärenz der Vorlage eine ebenso sinnbefreite Kunstgewerbeübung ist, wie manche meinen, lässt sich so nicht sagen. Immerhin kann man sich von viel Theaterzauber behexen lassen.

www.christopher-nell.de

www.burgtheater.at

Wien, 21. 3. 2016