Christopher Clark: Die Schlafwandler

Dezember 16, 2013 in Buch

VON RUDOLF MOTTINGER

Taumelnd in den Abgrund

Die Schlafwandler von Christopher ClarkDas Buch beginnt wie ein Krimi: Am 11. Juni 1903 werden in Serbien König Alexander Obrenović und seine Frau Draga Mašin im Belgrader Königspalast ermordet. An die Macht kommt ein anderes Königsgeschlecht: die Karadjordjevic’. Unter den Drahtziehern des Umsturzes ist ein gewisser Dragutin Dimitrijevic, wegen seiner massigen Gestalt auch „Apis“ genannt. 11 Jahre später wird er bei der Ermordung von Thronfolger Franz Ferdinand und seiner Frau Sophie Chotek in Sarajewo noch eine wichtige Rolle spielen.
Das Jahr 1903 steht für den Anfang einer Reihe von Entwicklungen – diplomatischer Krisen und Kriege – die letztendlich fast ganz Europa in den Abgrund getrieben und die Saat für einen zweiten, noch zerstörerischen Krieg gesät haben.
Lange Zeit hielt sich die Meinung, dass das deutsche Kaiserreich wegen seiner Großmachtträume die Hauptverantwortung am Ausbruch des Ersten Weltkriegs trug. Autor Christopher Clark kommt zu einer anderen Einschätzung. Er beschreibt minutiös die Interessen und Motivationen der wichtigsten politischen Akteure in den europäischen Metropolen und zeichnet das Bild einer komplexen Welt, in der gegenseitiges Misstrauen, Fehleinschätzungen, Überheblichkeit, Expansionspläne und nationalistische Bestrebungen zu einer Situation führten, in der ein Funke genügte, den Krieg auszulösen, dessen verheerende Folgen kaum jemand abzuschätzen vermochte. Und dabei sind bei weitem nicht die Deutschen die alleinigen Kriegstreiber. Frankreichs Deutschlandphobie wurde und wird vielerorts unterschätzt. Doch es gibt nicht DIE Deutschen, DIE Franzosen, DIE Habsburger, DIE Russen, die für oder gegen den Krieg gewesen sind. In jedem Land gab es unterschiedliche Strömungen: Pazifisten, Kriegstreiber, Opportunisten, politische Realisten, die um Einfluss kämpften und ihre Interessen durchzusetzen versuchten.
„Die Ereignisse vom Juli 1914 kann man nur dann verstehen, wenn man die Wege, welche die Hauptentscheidungsträger beschritten haben, beleuchtet und ihre Sicht der Ereignisse schildert“: So lautet die zentrale These dieses Buches. So differenziert und zugleich anschaulich ist das Geflecht der Vorkriegsdiplomatie, sind die wechselnden Machtverhältnisse innerhalb der europäischen Exekutiven noch niemals dargeboten worden, und dass Clark den wichtigsten Protagonisten kleine, geschliffene Porträts widmet, macht das Buch zu einem besonderen. Tagebuchaufzeichnungen, Notizen u.v.m. der verantwortlichen Akteure aller beteiligten Staaten geben einen Einblick über das Denken, die Vorurteile, Missinterpretationen der Handlungen der anderen Mächte. Sein Buch ist trotz und/oder auch wegen  des großes Anmerkungsteils und Anhangs zu weiterführender Literatur sowohl für Hobbyhistoriker, als auch für alle, die sich über die Vorgeschichte informieren wollen, empfehlenswert.
Am Schluss kommt der Autor zur Erkenntnis, dass „die Protagonisten von 1914 Schlafwandler – wachsam aber blind, von Albträumen geplagt, aber unfähig, die Realität der Gräuel zu erkennen, die sie in Kürze in die Welt setzen sollten“, waren.

Über den Autor:
Christopher Clark, 1960 in Sydney geboren, lehrt als Professor für Neuere Europäische Geschichte am St. Catharine’s College in Cambridge. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die Geschichte Preußens. Er ist Autor einer Biographie Wilhelms II., des letzten deutschen Kaisers. Für sein Buch „Preußen“ erhielt er 2007 den renommierten Wolfson Prize sowie 2010 als erster nicht-deutschsprachiger Historiker den Preis des Historischen Kollegs. Beide Bücher sind bei DVA erschienen.

DVA, Christopher Clark: „Die Schlafwandler. Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog“, 896 Seiten mit Abbildungen. Aus dem Englischen von Norbert Juraschitz.

www.randomhouse.de/dva

Wien, 16. 12. 2013

Salzburger Festspiele 2014: Das Programm

November 7, 2013 in Buch, Bühne, Klassik

VON MICHAELA UND RUDOLF MOTTINGER

270 Vorstellungen in 45 Tagen an 16 Spielstätten

Jedermann: Cornelius Obonya (Jedermann), Brigitte Hobmeier (Buhlschaft) Bild: © Salzburger Festspiele / Forster

Jedermann: Cornelius Obonya (Jedermann), Brigitte Hobmeier (Buhlschaft)
Bild: © Salzburger Festspiele / Forster

Von 18. Juli bis 31. August finden die Salzburger Festspiele 2014 statt.

Das Programm:

DIE OPER

Viva la libertá! Die Eröffnungspremiere und erste Neuproduktion dieses Sommers heißt Don Giovanni. Sven-Eric Bechtolf und Christoph Eschenbach setzen ihren Mozart-da Ponte-Zyklus fort. Es singen und spielen herausragende Künstler wie Ildebrando d’Arcangelo, Genia Kühmeier, Anett Fritsch, Andrew Staples und Luca Pisaroni. Als Auftragswerk für die Salzburger Festspiele komponiert Marc-André Dalbavie die Oper Charlotte Salomon. Er dirigiert die Uraufführung in der Felsenreitschule, Luc Bondy inszeniert. Marianne Crebassa, die letztes Jahr in Lucio Silla überzeugte, interpretiert die Titelpartie der Charlotte, der 1917 in Berlin geborenen Malerin und Dichterin, die 1939 vor den Nationalsozialisten nach Südfrankreich flüchtete. Nach der Besetzung Südfrankreichs durch deutsche Truppen 1943 wurden Charlotte Salomon und ihr Mann denunziert und in Nizza verhaftet, in das Sammellager Drancy bei Paris verschleppt und in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert, wo Charlotte ermordet und ihr Mann an den Folgen der unmenschlichen Haftbedingungen starb. Dalbavie teilt die Partie der Charlotte in eine Gesangs- und eine Sprechrolle. Die Besetzung der Sprechrolle wird später benannt. Richard Strauss, dessen Geburtstag sich am 11. Juni zum 150. Mal jährt, wird mit der 1911 uraufgeführten „Komödie für Musik“, Der Rosenkavalier, im Großen Festspielhaus Tribut gezollt. Erstmalig übernimmt Zubin Mehta die musikalische Leitung dieser Oper. Die Regie führt Harry Kupfer. Krassimira Stoyanova singt die Feldmarschallin, Sophie Koch ist als Octavian und Mojca Erdmann als Sophie zu hören. Günther Groissböck debütiert als Baron Ochs auf Lerchenau. Ein weiteres Fest für Stimmen und große Künstlerpersönlichkeiten lässt die Besetzung von Giuseppe Verdis Il trovatore mit Anna Netrebko als Leonore, Marie-Nicole Lemieux als Azucena, Francesco Meli als Manrico und Plácido Domingo als Conte di Luna erwarten. Daniele Gatti dirigiert, Alvis Hermanis inszeniert damit bei uns erstmals eine Oper des klassischen Repertoires. Franz Schuberts Oper Fierrabras in Salzburg zu produzieren war ein Herzenswunsch Alexander Pereiras, der musikalisch von Ingo Metzmacher am Pult und in der Regie von Peter Stein erfüllt wird. Besetzt ist diese wieder zu entdeckende Rarität mit Dorothea Röschmann, Julia Kleiter, Michael Schade, Markus Werba und Georg Zeppenfeld. Rossinis La Cenerentola mit Cecilia Bartoli in der Titelrolle, inszeniert von Damiano Michieletto und dirigiert von Jean-Christophe Spinosi, wird von den Salzburger Pfingstfestspielen übernommen. Elīna Garanča, Juan Diego Flórez und Ludovic Tézier geben sich dem Belcanto in einer konzertanten La Favorite von Donizetti hin. Nello Santi, der damit nach 50 Jahren wieder nach Salzburg zurückkehrt, dirigiert dabei das Münchner Rundfunkorchester. Im Projekt Tristan und Isolde bringen Waltraud Meier, Peter Seiffert, René Pape zusammen mit Daniel Barenboim und dem West-Eastern Divan Orchestra das Vorspiel, den zweiten Aufzug und Isoldes Liebestod konzertant zur Aufführung.

DAS SCHAUSPIEL

Die Initiatoren der Salzburger Festspiele verstanden 1920, zwei Jahre nach Ende des Krieges, ihr Engagement als „Friedenswerk“. Nur wenige Jahre später mussten sie die Vergeblichkeit ihrer Bemühungen erleben. Natürlich empfinden die Festspiele die Verpflichtung, sich im Programm 2014 mit den Ereignissen zu beschäftigen, die zur Gründung der Festspiele führten. Den Anfang machen  Die letzten Tage der Menschheit von Karl Kraus. Dieses laut Kraus einem „Marstheater“ zugedachte Stück wird von Matthias Hartmann und dem Ensemble des Burgtheaters auf der Bühne des Salzburger Landestheaters gezeigt. Wo Karl Kraus mit den Mitteln der Realsatire ätzend und analytisch den Ungeist seiner Epoche entlarvt, erträumt sich Gustav Meyrink einen Einblick in die seelischen Abgründe seiner Zeitgenossen. Die alte jüdische Sage vom künstlichen, aus Lehm geformten Wesen ohne Seele wird bei Meyrink zu einer albtraumhaften Parabel über die ausweglose Fremdbestimmtheit der menschlichen Existenz. Die englische Theatergruppe 1927, mit ihrer Regisseurin Suzanne Andrade und dem für preisgekrönte Animationen verantwortlichen Paul Barritt, wird einen Golem unserer Tage auf die Bühne des Landestheaters bringen. Auf der Perner-Insel, Hallein, wird zuvor die englische Regisseurin Katie Mitchell, berühmt für ihre virtuose Verquickung von filmischen und theatralischen Mitteln,  The Forbidden Zone auf die Bühne bringen, u.a. nach Motiven aus Mary Bordens gleichnamigem Buch. Die Amerikanerin Borden arbeitete bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs als Krankenschwester für das französische Rote Kreuz. Später leitete sie ein eigenes Feldlazarett an der Westfront. Ebenfalls auf der Perner-Insel wird Ödön von Horváths Don Juan kommt aus dem Krieg in einer Inszenierung von Andreas Kriegenburg zu sehen sein. Horváth lässt Mozarts vitalen Verführer und Herzensbrecher krank, auf der Suche nach einer verlorenen Liebe in einer Welt der Inflation und Nachkriegswirren bleich und irrlichternd wiederauferstehen. Im YDP, dem Young Directors Project, zeigen die Festspiele in einer Koproduktion mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus Hinkemann, das expressionistische Meisterwerk von Ernst Toller, in einer Inszenierung des jungen serbischen Regisseurs Miloš Lolić. Der Salzburger Dichter Walter Kappacher hat für die Salzburger Festspiele ein Stück über den Salzburger Dichter Georg Trakl geschrieben. Es heißt Der Abschied und wird im YDP in der Regie von Nicolas Charaux uraufgeführt. Mit einem sehr humorvollen Orpheus, der Django Reinhardt verblüffend ähnlich sieht, ist das Little Bulb Theatre aus London in der Regie von Alexander Scott zu sehen. Und in einer Koproduktion mit Mozarteum werden die Studierenden der Schauspiel-, Bühnenbild- und Regieklassen der Universität Mozarteum unter der Leitung von Hans-Werner Kroesinger auf Spurensuche zwischen 1914 und 1918 gehen. Arbeitstitel: 36566 Tage. Darüber hinaus werden auch begleitende Lesungen zum Thema Erster Weltkrieg Teil des Programmes sein. Zusätzlich bereichert das Konzert mit einer Reihe von Veranstaltungen diesen Schwerpunkt. Und natürlich wird der neue Jedermann in gleicher Besetzung wie im vorhergehenden Jahr wieder auf dem Domplatz gespielt.

DAS KONZERT

Die Ouverture spirituelle steht zum dritten Mal am Beginn der Salzburger Festspiele. Den Mittelpunkt bilden geistliche Werke der christlichen Tradition verschiedener Epochen. Nach der Auseinandersetzung mit jüdischen und buddhistischen Werken in den beiden Vorjahren richtet sich im Sommer 2014 der Blick auf die vielfältigen musikalischen Ausprägungen in der Welt des Islam. Ein Sufi-Orden aus Kairo wird die Kollegienkirche mit Gesängen und Klängen von orientalischen Instrumenten erfüllen. Zu einem Dialog der Kulturen kommt es auch, wenn der Gambist und Musikwissenschaftler Jordi Savall sich in seinem Programm Bal.Kan (Honig und Blut) mit Musik dieser Region, die sich über vierhundert Jahre osmanischer Herrschaft entwickelt hat, beschäftigt. Der in Kairo geborene Komponist Hossam Mahmoud sowie der palästinensisch-israelische Komponist Samir Odeh-Tamimi stellen in ihren Auftragswerken für die Salzburger Festspiele den bekannten Sufi-Mystiker Mansur al-Hallağ ins Zentrum und schlagen die Brücke zu unserer Reihe Salzburg contemporary. In deren Zentrum stehen außerdem Marc-André Dalbavie und Wolfgang Rihm, die mit wichtigen Ensemble- und Orchesterwerken vertreten sind. Die Salzburger Festspiele haben an Wolfgang Rihm einen Kompositionsauftrag für ein Klavierkonzert vergeben, das Tzimon Barto uraufführen wird. Nach dem letztjährigen Mahler-Zyklus sind im Sommer 2014 die neun Symphonien Anton Bruckners zu hören. Die Wiener Philharmoniker spielen die dritte Symphonie und jene vier Symphonien, die das Orchester in Wien uraufgeführt hatte: die zweite, vierte, sechste und achte Symphonie. Richard Strauss, dessen Geburtstag sich 2014 zum 150. Mal jährt, ist im Konzertprogramm u.a. mit den Tondichtungen Tod und Verklärung und Also sprach Zarathustra mit den Wiener Philharmoniker unter Gustavo Dudamel vertreten sowie Ein Heldenleben mit dem Widmungsträger dieses Werkes, dem Concertgebouworkest Amsterdam unter Mariss Jansons. Die Liederabende, Solisten-  und Kammerkonzerte gestalten 2014 Pierre-Laurent Aimard, Lisa Batiashvili, Piotr Beczala, Joshua Bell, Diana Damrau, Vilde Frang, Elīna Garanča, Christian Gerhaher, Hagen Quartett. Thomas Hampson, Anja Harteros, Steven Isserlis, Evgeny Kissin, Anne-Sophie Mutter, Maurizio Pollini, Anna Prohaska, Grigory Sokolov, Jörg Widmann, Christian Zacharias, Frank Peter Zimmermann u.a. Rudolf Buchbinder setzt sich an sieben Abenden mit allen 32 Klaviersonaten von Beethoven, dem „Neuen Testament“ der Klaviermusik, auseinander.Die Mozart-Matineen des Mozarteumorchesters Salzburg werden von Manfred Honeck, Ádám Fischer, Marc Minkowski, Vladimir Fedoseyev und dem Chefdirigenten des Orchesters, Ivor Bolton, übernommen. Gemeinsam musizieren sie mit Elisabeth Kulman, Rolando Villazón  und Kristian Bezuidenhout. Die Camerata Salzburg gestaltet einen Haffner-Serenaden-Abend mit Thomas Zehetmair, die traditionelle Aufführung der c-Moll-Messe von W.A.Mozart in der Uraufführungskirche St. Peter und begleitet die „Young Singers“ in deren Abschlusskonzert. Auch in der letzten Festspielwoche treten einige der besten Orchester der Welt in Salzburg auf: die Wiener Philharmoniker unter Daniele Gatti mit Lang Lang, das Concertgebouworkest Amsterdam mit Leonidas Kavakos unter der Leitung von Mariss Jansons und Simon Rattle mit seinen Berliner Philharmonikern. Insgesamt bietet das Konzertprogramm 82 Konzerte in sieben Spielstätten, davon in drei Kirchen. Zum beliebten Ausklang des Festspielsommers entwickelte sich der Festspielball in der Felsenreitschule, der am 30. August 2014 stattfindet.

FESTSPIELREDNER  wird der 1960 in Sydney geborene Historiker und Autor Christopher M. Clark ist. Clark ist Professor of Modern European History an der University of Cambidge. Sein letztes Buch „Die Schlafwandler“ (The Sleepwalkers. How Europe went to War in 1914) dringt tief in die Entstehung des Ersten Weltkriegs ein. Die Salzburger Festspiele gedenken in diesem Jahr dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren. Eine Rezension des Buches finden Sie demnächst hier: www.mottingers-meinung.at/category/buch

www.salzburgerfestspiele.at

Rezension „Jedermann“ 2013: www.mottingers-meinung.at/salzburger-festspiele-jedermann

Wien, 6. 11. 2013

Der Mai im Festspielhaus St. Pölten

Mai 3, 2013 in Tipps

Alles bewegt sich!

Bild: Ros Kavanagh

Bild: Ros Kavanagh

Im Mai  kommt Bewegung ins Festspielhaus – alles dreht sich um das Thema Tanz. Am 4. Mai präsentiert Michael Clark die Österreich-Premiere seiner Produktion „come, been and gone“, in der Moderner Tanz, Ballett und Rockmusik aufeinandertreffen. Am 11. Mai findet das große Tanz- und Musikprojekt „alles bewegt“ in der gleichnamigen Bühnenshow seinen Höhepunkt und Abschluss und am 16. Mai steht die Uraufführung von „Österreich tanzt Baby!“ auf dem Programm. Vier österreichische ChoreografInnen treffen hierbei auf die Musiker der Band Tanz Baby!.

Michael Clark: come, been and gone, Österreich-Premiere, Sa 04. Mai 2013, 19.30 Uhr, Großer Saal
Am 04. Mai kommt der britische Choreograf Michael Clark mit seinem Stück „come, been and gone“ ins Festspielhaus: revolutionärer zeitgenössischer Tanz, bei dem die Welten des klassischen Balletts, des Modern Dance sowie explosive Rock-Musik aufeinandertreffen. Michael Clark spielt mit der klassischen Form, die er ebenso zelebriert wie dekonstruiert. Gewagte Kostüme, radikale Stilbrüche und Überzeichnungen, Einfallsreichtum und ein großes Gefühl für Bilder machen seine Abende einzigartig. Zudem ist „come, been and gone“ auch eine Hommage an Rockmusiker wie Bruce Gilbert, Iggy Pop und vor allem David Bowie, dessen Song „Heroes“ den Kern des Abends bildet.

alles bewegt, Uraufführung, Sa 11. Mai 2013, 19.30 Uhr, Großer Saal
In der Bühnen-Show „alles bewegt“ findet das gleichnamige große Tanz- und Musikprojekt seinen Höhepunkt und Abschluss, auf den 140 NiederösterreicherInnen zwischen 8 und 80 Jahren ein Jahr lang hingearbeitet haben. Für viele von ihnen war es die erste praktische Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Tanz. Das kreative Team vereint KünstlerInnen wie Doris Uhlich, Maurizio Grandinetti, Murat Coskun oder Josette Baïz, die im Festspielhaus zu den fixen Größen der vergangenen Jahre zählen. Die künstlerische Gesamtleitung obliegt Jane Hackett von Sadler’s Wells London und Joachim Schloemer, dem Künstlerischen Leiter des Festspielhaus St. Pölten.

Österreich tanzt Baby!, Uraufführung, Do 16. und Fr 17. Mai 2013, 19.30 Uhr, Großer Saal
Das Festival Österreich TANZT erhält zum Abschluss der Ära Joachim Schloemer noch einmal ein völlig neues Format! Schloemer legt diesmal selbst als Kurator Hand an das Festival und lässt vier österreichische ChoreografInnen mit der Live-Band Tanz Baby! aufeinandertreffen. Tanz Baby! ist bekannt für ihre einzigartige Mischung aus altem Schlager und Neuer Deutscher Welle. Basierend auf ihren Songs, die die Zuhörer auf eine Achterbahnfahrt der großen Gefühle mitnehmen, entstehen vier eigenständige Mikrochoreografien, die von Stephanie Cumming, Ákos Hargitay, Radek Hewelt und Helene Weinzierl extra für diesen Anlass kreiert werden. Auf der Bühne mischen außerdem die Festspielhaus-Crew und die St. Pöltner Football-Mannschaft General Invaders mit.

www.festspielhaus.at

Von Michaela Mottinger

Wien, 3. 5. 2013