Astrid

Dezember 4, 2018 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Lindgrens Leidensweg als ledige Mutter

Noch ist die Jugend unbeschwert: Newcomerin Alba August ist eine hinreißend ausgelassene Astrid Lindgren. Bild: © Filmladen Filmverleih

Zum Schluss hin wird es wirklich herzzerreißend. Da versucht eine gerade erst 23-Jährige, ihr Kind mit Liebe und Hingabe an sich zu binden, doch der Kleine weint und bockt, ist sichtlich traumatisiert, kennt er die fremde Frau doch nicht. Es ist das Jahr 1930, und Lasse schon vier, als ihn seine Mutter endlich zu sich holen kann. Von Kopenhagen nach Stockholm.

Was sie sich davor, weil ledig schwanger geworden und folglich der „Schande“ wegen verwehrt hatte. Die Mutter wird später die große Kinderbuchautorin Astrid Lindgren werden. Von deren schwierigem Start ins Erwachsenenleben wissen nicht viele ihrer Fans. Regisseurin und Drehbuchautorin Pernille Fischer Christensen erzählt nun darüber in ihrem Biopic „Astrid“, das am Freitag in die Kinos kommt. Welche Weltliteratin, Schöpferin von Pippi Langstrumpf, den Bullerbü-Kindern, Karlsson vom Dach, Ronja Räubertochter, sich hinter dem schlichten Filmtitel verbirgt, macht Fischer Christensen in einer ersten Szene klar. Da sitzt eine betagte, hagere Dame am Schreibtisch und öffnet Kinderbriefe, das Pult übersät mit ihren selbstgebastelten Umschlägen und bunt bemalten Postkarten voller Geburtstagsglückwünsche.

„Liebe Astrid, wie kommt es, dass du so gut über Kinder schreiben kannst, wo es doch so lange her ist, dass du eines warst?“, hört man einen Knaben fragen. Und an der unverkennbar kantigen Silhouette, dem weißgewordenen Bubikopf, ist sofort die Lindgren zu erkennen. Dieser Art Rahmen wird sich durch den ganzen Film fortsetzen, immer wieder sind zwischendurch Kinderstimmen zu hören, die ihre Post an die Schriftstellerin vorlesen, immer dann, wenn Astrids Lebenssituationen an ihr Werk anknüpfen. Ihren Geschwistern erzählt sie etwa, da ist sie schon Volontärin bei der Ortszeitung Vimmerby Tidning, vom Artikel über einen Jungen, der an einer Fahnenstange hochgezogen wurde.

Als sich beim Tanzkränzchen kein Partner findet, wirbelt Astrid allein übers Parkett: Alba August. Bild: © Erik Molberg Hansen

Henrik Rafaelsen als unglücklich verheirateter Zeitungsherausgeber Reinhold Blomberg. Bild: © Filmladen Filmverleih

So macht „Astrid“ die Unmittelbarkeit, die Unverfälschtheit, auch die Quellen von Lindgrens Arbeit deutlich, und als Zuschauer darf man durchaus sentimental werden, wenn man sich an das Gefühl von Zuhause, von Wärme und Vertrautheit erinnert, das man beim Lesen ihrer Bücher empfand. Fischer Christensen und Kameramann Erik Molberg Hansen haben aus Lindgrens Heimat, Vimmerby im Småland, ein tristes Lönneberga gemacht, heißt: Molberg Hansens Bilder sind farbgedämpft, wie sepiagrundiert.

In ruhigen Schwenks lässt er die Kamera über die Landschaft gleiten. Der Menschenschlag, der darin lebt, ist arm, arbeitsam, gläubig, kinderreich – und, ja, glücklich, Astrids Eltern Pachtbauern auf einem Grundstück der Pfarre. Nicht von ungefähr ähnelt das Setting dem Katthult-Hof, und Samuel und Hanna Ericsson Michels Vater und Mutter.

Und mitten drin ein unbändiges Mädchen, das am Esstisch beständig plappern muss, sich in der Kirche langweilt, ihre kindliche Begeisterung auch einmal in die Nacht hinaus schreit, und, als es beim Tanzkränzchen zu keinerlei Aufforderung kommt, allein aufs Parkett stürmt und, zur Bestürzung, teils Belustigung der anwesenden Gemeinde, eine ausgelassene Performance hinlegt.

Newcomerin Alba August besticht mit ihrem sympathischen, quecksilbrigen Spiel als eine, die anders ist, als ihr Umfeld bisweilen verstehen kann, als eine, die mehr vom Dasein erwartet, als tagaus, tagein ein Feld zu beackern. Maria Bonnevie und Magnus Krepper sind als Astrids liebevoll-strenge Eltern zu sehen. Ihre überbordende Fantasie bringt Astrid schließlich eine Stelle bei Zeitungsherausgeber Reinhold Blomberg – Henrik Rafaelsen gestaltet ihn mit melancholischer Zurückhaltung – ein. Der um etliches ältere Mann lebt gerade in einer schwierigen Ehe, und verfällt dem Temperament seiner jungen Mitarbeiterin.

Er tröstet sich, sie willigt ein, und Fischer Christensen zeigt die verbotene Liebe in jeder Sequenz als vollkommen einvernehmlich. Es folgt Schwangerschaft, befürchteter Skandal und Astrids Verbringung an eine Sekretärinnenschule nach Stockholm, schließlich nach Kopenhagen, weil dort bei der Geburt eines Kindes, dessen Vater nicht angegeben werden muss. Lasse, wie Astrid ihren Sohn nennt, wird Pflegemutter Marie – Dänemarks Schauspielstar Trine Dyrholm sehr anrührend in ihrer Rolle – übergeben.

Erst als Astrid mit ihrem Sohn Lasse zusammen sein kann, wird das Gras grün: Alba August und Marius Damslev. Bild: © Erik Molberg Hansen

Es ist erschütternd, die Filmoptik nun noch ein wenig düsterer, was das Mädchen Astrid alles alleine zu bewältigen hat. Man kann nicht umhin sich zu erstaunen, wie aus diesem Schicksal die Schreiberin stets hoffnungsvoller Romane werden konnte. Alba August verleiht ihrer Figur jetzt erst recht Kontur, macht sie vom vor naiver Lebenslust sprühenden Charakter zur hart um ihre Existenz kämpfenden Frau.

Die sich mit den sich die Länge ziehenden Versprechungen des Kindsvaters, der Ablehnung vor allem ihrer Mutter, wie generell mit einer Gesellschaft, die für ledige Mütter keinen Platz bietet, auseinandersetzen muss. Den Verlust der Kindlichkeit setzt August mit jeder Faser ihres Körpers um. Die Tochter von Bille und Pernilla August trägt ihren ersten Kinospielfilm bravourös. Und wieder wird Astrid alleine tanzen, betrunken, auf der Weihnachtsfeier des Königlichen Automobil-Clubs, wo sie mittlerweile arbeitet, und es wird als Lichtblick, zuerst hält sie ihn für einen Schnösel, dann doch für charmant, dessen Bürovorsteher Sture Lindgren, gespielt von Björn Gustafsson, erscheinen.

Dass der sich als Alkoholiker entpuppen wird, der letztlich an seiner Sucht stirbt, so weit geht „Astrid“ nicht. Denn, und Fischer Christensen schildert das, wenn auch etwas behäbig, so doch mit perfektem Feingefühl und ohne je ins kitschig Melodramatische zu kippen, wie immer bei der Lindgren ist am Ende alles gut. Für Lasse wird Astrid zur Geschichtenerzählerin. Wird sie den Mut finden, entgegen aller Anfeindungen ein freies, selbstbestimmtes Leben zu führen. Was schließlich sogar die Gemüter der Großeltern erweicht. Und endlich ist das Gras grün, und sind die Häuserwände rot …

dcmworld.com/portfolio/astrid/

  1. 12. 2018

Ich und Kaminski

September 17, 2015 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Der alte Mann – und was mehr?

Daniel Brühl (Sebastian Zöllner), Jesper Christensen (Manuel Kaminski) Bild: © Filmladen Filmverleih

Daniel Brühl (Sebastian Zöllner), Jesper Christensen (Manuel Kaminski)
Bild: © Filmladen Filmverleih

Der ORF-Kulturmontag hat sie 2003 zusammengebracht. Daniel Kehlmann stellte seinen damals neuen Roman „Ich und Kaminski“ vor, Daniel Brühl und Regisseur Wolfgang Becker ihren damals neuen Film „Good Bye, Lenin!“. Das Buch wanderte von Hand zu Hand, nun liegt der Film (Drehbuch: Thomas Wendrich) dazu vor. Warum es so lange gedauert hat, erklärt Becker im Interview mittels Gegenfrage: „Wie schafft man es, dass das Publikum zwei eher unsympathischen Charakteren folgt, wo es doch auf positive Helden konditioniert ist?“ Vor allem, wenn dieses Publikum fürs Erste naturgemäß aus Filmförderern und Fernsehsendern bestand. Der französische Finanzier Canal+ sagte alsbald Au revoir – Becker: „Ich war in Paris im Büro eines jungen Redakteurs. Er wiegte sein Haupt hin und her, setzte die Bedenkenträgermiene auf und erklärte mir, dass er Schwierigkeiten mit den Hauptfiguren habe …“ -, und von diesem Schock hat sich der Film offenbar nicht mehr erholt. Er leidet an einer installierten Schwachstelle. Er ist einfach zu nett. Aus Kehlmanns mit der ihm in jüngeren Jahren eigenen Verbitterung geschriebenen Satire über den Kunst- und Kulturbetrieb – die berüchtigte biestige Vernissagenszene unterbelichtet Becker völlig – wurde ein knuffiges Roadmovie mit philosophischem Touch. Meister, ich habe nichts, sagt der Schüler zum weisen Bodhidharma. Und der antwortet, dann wirf es weg. Im von rührseliger Wehmut umwehten Moment am Meer hat Sebastian Zöllner den alten Kaminski endlich verstanden, Katharsis as Katharsis can. Selbst Becker sagt, müsse er noch einmal beginnen, er würde krasser erzählen.

So ist Jesper Christensen als Manuel Kaminski ein kauziges, in seinen Schrullen liebenswertes Schlitzohr. Der dänische Schauspielstar (www.jesperchristensen.dk; Eigendefinition: Stopped doing theatre in 98. Since then stupid men on film only, seit „Casino Royal“ Bond-Bösewicht Mr. White und auch in „Spectre“ wieder dabei), spricht die Rolle des polnischstämmigen Malerfürsts in Deutsch mit eigenwillig undefinierbarem Akzent. Daniel Brühl ist als Sebastian Zöllner mit Wuschelhaar, Dackelblick und Dreitageschatten um die Wangen sowieso zum Knuddeln. Die zynische, schnöselige Arschlöchrigkeit seines Buchpendants hat er nicht. Paradoxer- oder logischerweise macht gerade das den Reiz des Films aus, den Christensen in jeder Sequenz dominiert. Ihm steht die scheinverwirrte Fragilität im Alpenasyl ebenso wie die wiedererwachte Reiselebenslust. Solo für Opa, sozusagen. Christensen sind im Zusammenspiel mit Brühl die Momente zu verdanken, die an die Magie des Kinos glauben machen. Apropos, Kino: Viel an Jürgen Jürges Bildgestaltung schreit zu laut TV-tauglich. Es ist, als hätte man eine Farbe, eine Technik gesucht und sich für Naive Kunst entschieden, während Kaminski tatsächlich doch dem Fauvismus und dem Surrealismus verpflichtet ist. Diese Pinselführung übertüncht stellenweise Christensens und Brühls darstellerische Palette. Nicht von ungefähr hat eine der stärksten Szenen im Film mit dem Bild zu tun, nämlich als Brühl-Zöllner im Keller des Kaminski-Chalets dessen letzte Werke findet, überlebensgroße, expressionistische Köpfe mit zerkratzten, blutenden, leeren Augenhöhlen. Da versteht man, dass das durchaus charmante Geplänkel der beiden mehr Gewicht bekommen hätte können. Der als blind painter Berühmtgewordene und der gefühlsblinde Möchtegernbiograf. Der Manipulierer, der auf den Alten Meister trifft. Zwei sich in ihren Lebenslügen kreuzende Lebenswege. Es wäre was drin gewesen.

Becker lässt stattdessen eine Parade von Sonderlingen vorbeidefilieren. Die wichtigste unter ihnen: Geraldine Chaplin, die mit Brühl schon im anderen, ganz großartigen Alte-Leute-Film „Und wenn wir alle zusammenziehen?“ von Stephane Robelin vor der Kamera stand, darf als Jugendliebe Therese Lessing im rosa Strickjäckchen schön neben der Spur sein. Während sie Millionenshow oder Glücksrad oder so etwas schauen will und Kaminski erkennt, dass er diese Frau nie gekannt hat, zeigt Brühl mit gezücktem Diktiergerät wie man sprachlos das Wort übertönt. Er, der auf den Aufregersatz, der nicht kommen wird, wartet, mit verkniffener Miene, bleistiftschmalem Mund, Spannung bis zum Platzen  – und nichts. Das Gesicht fällt in sich zusammen. Wie gesagt: Es wäre … Amira Casar spielt Kaminski-Tochter Miriam mit säuerlicher Besorgnis, optisch ein Paloma-Picasso-Klon, der großen Viviane de Muynck als Hausperle Anna geht die Loyalität aus, wenn sie mit Kohle befeuert wird. Stefan Kurt ist als sleeker Kunsthändler ein letzter Weynfeldt, Josef Hader ein grimmig-komischer Zugbegleiter, Karl Markovics darf als Komponisten-Zwillinge gleich doppelt auf die Leinwand. Denis Lavant kann als autostoppender Clochard Karl Ludwig gar nicht anders als brillieren. Jacques Herlin kann man in seiner letzten Rolle als Dominik Silva Salut sagen. Auch einen Insiderwitz erlaubt sich Becker: Der große gelbe Werbevogel, zuerst Jürgen Vogels Kostüm in „Das Leben ist eine Baustelle“, dann in „Good bye, Lenin!“ zu sehen, ist wieder im Bild.

Es ist also nicht so, dass „Ich und Kaminski“-Der Film einen quält, sehenswert ist vor allem, wie Becker seine Figuren nie mit einem „Gag“ fängt, sondern immer bemüht ist, ihren Seelen Raum zu geben, aber so richtig geht einem das Herz nicht auf. „Es ist seltsam Sie in meinem Leben zu wissen, seltsam und nicht angenehm.“ – „Berühmt sein heißt, jemanden wie mich zu haben.“ So ein Dialog zwischen Kaminski und Zöllner. So ein Dialog zwischen Buch und Film.

www.filmladen.at/ich.und.kaminski

www.ichundkaminski.x-verleih.de

Wien, 17. 9. 2015

Salzburger Festspiele: YDP I • Hinkemann 2014

August 14, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Das Böse fährt mit uns Karussell

Gang zum Schützengraben

Durch Granattrichter,
Schmutzige Pfützen,
Stapfen sie.
Über Soldaten,
Frierend im Erdloch,
Stolpern sie.
 
Ratten huschen pfeifend übern Weg,
Sturmregen klopft mit Totenfingern
An faulenden Türen.
Leuchtraketen
Pestlaternen…
 
Zum Graben zum Graben.

Ernst Toller (1915)

Christian Ehrich (Budenbesitzer), Katharina Schmidt (Grete Hinkemann), Daniel Christensen (Paul Großhahn), Jonas Anders (Hinkemann) Bild: © Sebastian Hoppe

Christian Ehrich (Budenbesitzer), Katharina Schmidt (Grete Hinkemann), Daniel Christensen (Paul Großhahn), Jonas Anders (Hinkemann)
Bild: © Sebastian Hoppe

Es ist eine große Freude, dass sich der junge serbischstämmige Regisseur und bekennende Gavrilo-Princip-Fan Miloš Lolić für das letzte Young Directors Project (Sponsor Montblanc zieht sich zurück) der Salzburger Festspiele Ernst Tollers zu Unrecht vergessenes Drama „Hinkemann“ ausgesucht hat. 1921/22 entstand diese Tragödie. In Festungshaft. Toller entging nur knapp einem Todesurteil wegen seiner führenden Rolle in der Münchner Räterepublik. Bevor die Nazis die Macht übernahmen, emigrierte er in die USA und nahm sich dort 1939 das Leben.

„Hinkemann“, einst kriegswilliger Frontkämpfer aus großbürgerlich-jüdischer Familie, kommt nicht nur als geschlagener Krieger mit  sprechendem Namen aus dem Abschlachten zurück. Ihn hat es körperlich – und damit seelisch – schlimmer getroffen. Der Mann ist „kein Mann mehr“, ihm wurden die Genitalien weggeschossen. Überlebt  hat er, doch Toller macht kenntlich, warum dieses Leben kein Leben mehr sein kann. Nur auf dem Rummelplatz findet der Kriegsgeschädigte noch Arbeit: als „Homunkulus, der stärkste Mann der Welt“, der Ratten und Mäusen auf offener Bühne die Kehle durchbeißt – wie es die deutsche Kriegsmacht ihren Feinden geschworen hatte. Und das Karussell dreht und dreht sich, das Böse fährt darin im Kreis, Hinkemann hängt sich zum Schluss daran auf; wie der emigrierte Autor im Mayflower Hotel am Central Park in New York.

Welch ein starkes Stück! Toller, ganz Kind des Expressionismus, wütet wortgewaltig durch die Szenerie. Er zeigt wie die „Masse Mensch“ zu „Maschinenstürmern“ wird. Dass „Nie wieder Friede“ herrschen werde, hört man in jeder Zeile. Hinkemann, gezeichnet als Borcherts Beckmann-Vorfahr, dieser bereits eine Ahnung von Danny aus Simon Stephens „Motortown“ …  Lolić lässt Tollers heiligen Furor weniger spielen als unterspielen. Mit Augenmaß und feinem Pinsel, wie ein Archäologe, trägt er die Erdkruste ab, unter der die Toten und Untoten auf Wiederauferstehung harren. Die Schicht an Scham, Schmach, Verrat, Verzweiflung, die eine ganze Generation unter sich begraben hat, muss erst abgetragen werden, bevor darunter die grell geschminkten Fratzen der Zukunft zum Vorschein kommen. Weil: Alle die da sozialistisch, trotzkistisch, anarchistisch in der Kneipe diskutieren, können Hinkemann nicht helfen (sie sind bereits  Nichts Ahnende Zyklon b Initalisierte) – vor einem fehlenden Penis versagen die Parteibücher.

Das Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses (Koproduktion) spielt brav. Jonas Anders als Hinkemann sucht in der Unterhose Gott Priapos, dem er als einer phallischen Statue höhnisch opfert; Katharina Schmidt trägt als Ehefrau Grete mit Gretefrisur das ganze Drama am Kopf: gebunden, aber sich auflösend. Sie wird sich Paul (Daniel Christensen hätte hormongesteuerter sein können) als Hinkemann-Ersatz in die Arme und dann aus dem Fenster werfen. Christian Ehrich als im Kasernenton herumkommandierender Budenbesitzer ist ein echter Schinder. Man glaubt ihm, dass er sich den Menschenschindern bald anschließen wird. Alles in allem liefert Lolić eine dem YDP würdige Arbeit ab. Mal sehen, wie’s im Herbst in Düsseldorf läuft.

Wien, 2. 8. 2014

www.salzburgerfestspiele.at

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