Salon5 im Theater Nestroyhof Hamakom: Morsch

Mai 12, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Fußgetrampel für das Vernichtungslager-Musical

Generation zwei: die Alltagsfaschistenfamilie. Martin Schwanda, Jan Nikolaus Cerha, Saskia Klar. Bild: Andrea Klem

Generation zwei: Die Alltagsfaschistenfamilie am Mittagstisch. Martin Schwanda, Jan Nikolaus Cerha und Saskia Klar. Bild: Andrea Klem

Es beginnt mit dem Ende, und es beginnt in der Zukunft. Ein Mann und eine Frau auf einer Pritsche, sie warten auf ihren Tod, darauf, dass sie abgeholt werden. Ein nicht näher benanntes totalitäres Regime hat sie ausgesondert, für „unwert“ erklärt, warum, sie wissen es nicht, aber weiß man das je?, und nun … Kuchen essen und abwarten.

Jérôme Junod, der Schweizer Dramatiker und Regisseur, hat im Theater Nestroyhof Hamakom seinen Text „Morsch“ inszeniert, und die Produktion der Gesellschaft für Musische Unterhaltung und des Salon5 erweist sich als grandioser Abend. Fünf Szenarien hat Junod nebeneinander entworfen, ineinander verschachtelt, fünf Generationen, die an einer Geschichte kranken, doch das entschlüsselt sich erst am Schluss, und, nein, das Ganze ist keine Dystopie. Endzeit ist immer jetzt. „Morsch“, das heißt eben nicht nur verrottet, sondern auch verkommen – oder verfallen. Einer Ideologie zum Beispiel. Fünf Stationen sind auf der Bühne aufgebaut, das lässt ein hohes Spieltempo zu, und die Darsteller Martin Schwanda, Saskia Klar und Jan Nikolaus Cerha turnen sich mit Verve durch dieses theatralische Zirkeltraining. Jeder von ihnen in mindestens vier Rollen.

In eine von der Inszenierung nicht vorgesehene Chronologie gebracht zeigen sie fünf Generationen: Da sind Maier und Luchs, zwei Insassen in einem Foltergefängnis, die auf ihre Befreiung durch oppositionelle Truppen warten. Eine Alltagsfaschistenfamilie am Mittagstisch, vor allem der Vater trägt Trauer um die vergangenen, glorreicheren Tage, und Maier ist sein Nachbar. Schließlich ist Maier verstorben, er hat ein Buch über seine Haft verfasst, und ein Literarisches Terzett befindet im Fernsehen darüber, ob die beschriebenen Schrecken nicht eigentlich Fiktion sein müssen. In Generation vier ist Maier schon Schullektüre, allerdings eine für fad befundene, wie auch die Verfilmung, zum Glück aber gibt’s ein fetziges Musical darüber … Und später? Zurück auf … Der Mensch wird aus der Geschichte nicht lernen, weil sich Geschichte nicht wiederholt, sondern immer wieder von vorne anfängt.“Wie damals. Niemals vergessen“, spottet Schwanda.

Junod erzählt das alles parallel, im Minutentakt wechseln seine Schauspieler zwischen Bretterverschlag, Ledercouch und Spielplatz – Bühne und Kostüme sind von Lydia Hofmann. Mit jeder Szene ändert sich gleichsam die Temperatur, von Tragödie zu Komödie, von Satire zu Sarkasmus. Wunderbar wandelbar ist Jan Nikolaus Cerha, der einmal als angsterfüllter Maier, einmal als schnippische Mutti mit Lockenwicklern die große Bandbreite seines Könnens zeigt. Szenenapplaus gibt’s es für ihn und Saskia Klar, als sie den großen Hit des Vernichtungslagersingspiels zum besten geben. Liebe ist die Antwort, Liebe wird uns retten. Da ist aus Luchs bereits ein Engel geworden, weil soviel Schmalz muss sein, und Lachen ist bei dieser Produktion nicht erlaubt, sondern erwünscht. Wie es sich für Fans des Genres gehört, dankt das Publikum für diese Sequenz mit Fußgetrampel und Bravopfiffen – die Musik ist von Christian Mair.

Generation eins: Jan Nikolaus Cerha und Martin Schwanda als Maier und Luchs. Bild: Andrea Klem

Generation eins: Jan Nikolaus Cerha und Martin Schwanda als Maier und Luchs. Bild: Andrea Klem

Generation fünf oder zurück auf Anfang: Saskia Klar und Martin Schwanda. Bild: Andrea Klem

Generation fünf oder zurück auf Anfang: Saskia Klar und Martin Schwanda. Bild: Andrea Klem

„Morsch“ behandelt von der Vergangenheit bewältigte Menschen, und in seinen Rück- und Vorblenden, die die Geschehnisse allmählich aufdröseln, die großen Fragen der Zukunft Europas. Wie überheblich über das Leid anderer diskutiert wird, wie leicht man über den Terror hinwegsieht, wenn er nicht in der eigenen Haustür stattfindet, wie schnell eine Gesellschaft zur entsolidarisierten Zone wird. Sind die Menschen noch nicht oder schon wieder nicht bereit für … Menschlichkeit? Junod stellt Fragen nach Identität und deren Verlust, nach plötzlichem „Fremdsein“ und danach, wie dünn der Firnis der Zivilisation tatsächlich ist. Er empfiehlt sich mit dieser atemberaubenden Arbeit für größere Aufgaben. Mit denen er auch bereits betraut wurde.

Martin Schwanda brilliert als Luchs und später als Vati, der sich mit sich selber in eine Täter-Opfer-Debatte verstrickt. „Alle sind sie dieselben“ ist ein gedankliches Erbe, das manche mitgekommen haben, in einer Welt, in der für manch andere das Wort „Schuld!“ eine Begrüßungsfloskel geworden ist. Nach 75 Minuten dann ein Twist in Generation eins, der alles bisher gesehene in ein neues Licht taucht. Junod ist ein Fuchs.

In Generation fünf enttarnen sich Verfolgte und Verfolger als alte Bekannte. Wie sich die Bilder nun gleichen. In Russland erwacht ein neuer Stalin-Kult, in Deutschland marschieren besorgte Patrioten, und in Österreich, man wird sehen, machen fürs Erste die Klettermaxe mobil. Heimat steht auf jedem Wahlplakat. Doch: Heimat ist nicht Raum, Heimat ist nicht Freundschaft, Heimat ist nicht Liebe – Heimat ist Friede. Das ist von Paul Keller.

Das Ensemble im Gespräch: vimeo.com/164706925

Trailer: vimeo.com/159630016

www.salon5.at    www.hamakom.at

Wien, 12. 5. 2016

Forum Frohner: Friedrich Cerha. Sequenz & Polyvalenz

Februar 10, 2016 in Ausstellung, Klassik

VON RUDOLF MOTTINGER

Der Komponist als bildender Künstler

Friedrich Cerha Bild: Hertha Hurnaus/Archiv der Zeitgenossen

Friedrich Cerha
Bild: Hertha Hurnaus/Archiv der Zeitgenossen

Am 17. Februar feiert Friedrich Cerha seinen 90. Geburtstag. Aus diesem Anlass zeigt das Forum Frohner in Kooperation mit dem Archiv der Zeitgenossen einen Aspekt des Œuvres dieses Ausnahmekünstlers, der der Öffentlichkeit bislang wenig geläufig ist: sein bildnerisches Werk. Mit der Schau „Sequenz & Polyvalenz“ , die am 13. Februar mit einem Werkgespräch zwischen dem Künstler und Dieter Ronte, dem Leiter des Ausstellungshauses, eröffnet wird, zeigt sich die Konsequenz, mit der der Komponist sein bildnerisches Schaffen seit vielen Jahrzehnten verfolgt. In Maria Langegg, nicht weit von Krems entfernt, sind die Arbeiten vorwiegend entstanden. Mit Niederösterreich verbindet Friedrich Cerha über seinen Wohnsitz im Dunkelsteinerwald hinaus auch eine Kindheit im Weinviertel: Adolf Frohner war in Kindertagen Spielgefährte. Und auch später verlor man sich nicht aus den Augen. Im Forum Frohner begegnen die Künstler nun einander im Werk, in ihrem Sinn für das Archaische und Materialhafte.

Parallel zu seinem bedeutenden musikalischen Schaffen hat Friedrich Cerha seit den 1950er-Jahren seine kontinuierliche Auseinandersetzung im visuellen Bereich vorwiegend in Form von Assemblagen, aber auch in Form von Malerei verdichtet. Reliefartige Oberflächen dominieren. Plastizität wird ebenso durch den Einsatz von Fundstücken erzeugt wie durch einen materialhaften Zugang zur Farbe. Friedrich Cerha, der in seinen Texten sprachgewaltig Bezüge zwischen den unterschiedlichen Disziplinen seines umfassenden künstlerischen Ausdrucks herstellt, verfolgt – in serieller Bearbeitung nachvollziehbar – gewisse Stränge über mehrere Jahrzehnte. Seine abwechslungsreiche Vertiefung und Fokussierung von Faktoren wie Rhythmus oder Polychromie strukturiert das mehr als 900 Objekte umfassende Werk.

Das Bild „Baals Frauen“, das im Forum Frohner zu sehen sein wird, kann als Angelpunkt zwischen bildnerischem und kompositorischem Werk, konkret der Oper „Baal“, betrachtet werden. Doch nicht nur in diesem Fall zeigt sich die Querverbindung zum musikalischen Schaffen deutlich. Dem 1969 entstandenen Stück für Kammerensemble „Catalogue des objets  trouvés“, das 1970 durch „die reihe“ uraufgeführt wurde, ging die Studie auf Bildebene voraus. Im Ensemblestück wie in vielen anderen Assemblagen wird Friedrich Cerhas Verhältnis zu Fundstücken erkennbar: „Ich hatte schon als Kind eine besondere Beziehung zu den kleinen Dingen, die uns umgeben. Und die ich schön und anziehend fand, habe ich gesammelt: Steine, Wurzeln, altes Holz, Metallteile, Samen, Baumrinde, Münzen … und ich habe mit ihnen gelebt.“

Die Ausstellung steht in Verbindung mit einem wissenschaftlichen Symposium, das im Archiv der Zeitgenossen stattfindet. Im Fokus steht der Komponist Friedrich Cerha als neugierig Experimentierender, der mit verschiedenartigem „Material“, sei es musikalischer, sprachlicher oder tatsächlich greifbarer Natur, künstlerisch arbeitet und sich von Denk- und Strukturmodellen unterschiedlicher Disziplinen inspirieren lässt.

Friedrich Cerha im Musikverein: Uraufführung durch das RSO Wien

Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien unter Chefdirigent Cornelius Meister spielt an zwei Abenden Werke von Cerha: Am 3. März sind im Wiener Konzerthaus neben Joseph Haydns Ouverture zu „Acide e Galatea“ und Gustav Mahlers „Adagio“ Cerhas „Baal-Gesänge“ zu hören, es singt Jochen Schmeckenbecher Am 9. April steht im Musikverein die Uraufführung von Friedrich Cerhas „Drei Sätze für Orchester“  aus dem Jahr 2015 auf dem RSO-Programm, ein Auftragswerk der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Weitere Werke dieses Konzerts sind Joseph Haydns Symphonie Nr. 6 und Benjamin Brittens „Spring Symphony“. Es singen Eleanor Dennis, Alice Coote, Andrew Staples, die Wiener Sängerknaben und der Wiener Singverein.

Zum Künstler:

Friedrich Cerha zählt zu den bekanntesten Komponisten des Landes. Seine Opern „Baal“, „Der Rattenfänger“, „Der Riese vom Steinfeld“ werden an renommierten Bühnen gezeigt, seine Werke werden bei vielen internationalen Festivals und Konzertzyklen aufgeführt. Er leistete wichtige Pionierarbeit bei der Präsentation neuer Werke, aber auch der Musik der Klassischen Moderne, vor allem der Wiener Schule. Cerhas Herstellung einer spielbaren Fassung des 3. Akts der Oper „Lulu“ von Alban Berg (Uraufführung 1979 in Paris), hat der Musikwelt ein wesentliches Werk des 20. Jahrhunderts vollständig erschlossen. Im Alter von sechs Jahren begann Cerha Geige zu spielen, bereits als Zehnjähriger stellte er seine Kompositionen vor und erhielt auf eigenen Wunsch Unterricht in Kontrapunkt und Harmonielehre. Noch vor Abschluss des Gymnasiums leistete er als Luftwaffenhelfer aktiven Widerstand, desertierte zweimal von der deutschen Wehrmacht und erlebte das Kriegsende als Hüttenwirt in den Tiroler Bergen. Ab 1946 studierte er in Wien Komposition, Geige und Musikerziehung sowie Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaften. Gemeinsam mit Kurt Schwertsik gründete er 1958 das Ensemble „die reihe“ zur Schaffung eines permanenten Forums für Neue Musik in Wien. 1978 gründete er mit Hans Landesmann im Wiener Konzerthaus den Zyklus „Wege in unsere Zeit“. Lange Jahre war Friedrich Cerha Lehrer an der Hochschule für Musik in Wien, er war als Professor für „Komposition, Notation und Interpretation neuer Musik“ ein wichtiger Wegbereiter für viele junge Komponisten. Friedrich Cerha ist nach wie vor kompositorisch tätig. Aktuell entstanden etwa die komische Oper „Onkel Präsident“, die 2013 in München zur Uraufführung kam und auch an der Volksoper gezeigt wurde, und eben die „Drei Sätze für Orchester“, die das RSO im April erstmals zu Gehör bringen wird.

www.friedrich-cerha.com

www.forum-frohner.at

rso.orf.at

Wien, 10. 2. 2016

Robert Meyer präsentiert große Namen

April 10, 2014 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Volksoper-Premieren 2014/15

Hello, Dolly!  Robert Meyer (Horace Vandergelder), Sigrid Hauser (Mrs. Dolly Gallagher Levi)  Bild: Dimo Dimov / Volksoper Wien

Hello, Dolly! Robert Meyer (Horace Vandergelder), Sigrid Hauser (Mrs. Dolly Gallagher Levi) Bild: Dimo Dimov / Volksoper Wien

Robert Meyer hat gut Grinsen. Der Volksopernchef erscheint zur Pressekonferenz auf der Probebühne bestens gelaunt. Die Auslastung der laufenden Saison liegt mit Stand Ende März bei beinah 84 %, in manchen Fällen sogar bei 95 %. Der neu eingeführte Musicalpass ist so erfolgreich, das es ihn erneut geben wird. Auch „Hello Dolly!“ wird wieder dabei sein – und neu „Der Zauberer von Oz“. Finanziell schreibt man im Haus am Gürtel „eine schwarze Null“, was angesichts allgemeiner Subventionskürzungen beachtlich ist. Acht Premieren kündigt Meyer für die kommende Saison an – eine Operette wird um ein Jahr verschoben. Wegen ernsthafter Erkrankung des Regisseurs. Da will Meyer fair sein, da will er lieber warten.

Los geht’s am 11. Oktober mit schwerer Kost (doch man ist mutig, hat man doch mit „Albert Herring“ einen nicht zu ahnenden Erfolg eingefahren): „Onkel Präsident“. Auf der Basis von Ferenc Molnárs Bühnenstück „Eins, zwei drei“, das 1961 von Billy Wilder verfilmt wurde, zeichnet Friedrich Cerha die Wandlung des Fahrradboten Josef Powolny (David Sitka) zum Spitzenmanager mit Adelsprädikat. Mit dem im Juni 2013 in München uraufgeführten Werk ist dem 87-Jährigen  ein vitales Lebenszeichen nicht nur seiner Kunst, sondern der verblasst geglaubten „komischen Oper“ überhaupt gelungen. Die österreichische Erstaufführung besorgt Josef E. Köpplinger, musikalische Leitung: Alfred Eschwé. Zwei Leigaben holt man sich: Renatus Mészár, der bereits bei der Uraufführung die Titelrolle sang, und Walter Fink von der Staatsoper in der Rolle des Komponisten. Die erste von drei Ballett-Premieren gibt es am 16. November:  Mit dem Doppelabend „Mozart à 2“ und „Don Juan“ stellt sich Thierry Malandain, einer der bedeutendsten Choreografen Frankreichs und Direktor des Centre chorégraphique national de Biarritz, dem Volksopernpublikum vor. Der Ballettabend zu Musik von Wolfgang Amadeus Mozart und Christoph Willibald Gluck wird von Jiří Novák dirigiert.

Am 6. Dezember folgt „Der Zauberer von Oz“. „The Wonderful Wizard of Oz“ von L. Frank Baum ist Amerikas wohl berühmteste Märchenerzählung, die durch die Verfilmung mit der jungen Judy Garland als Dorothy (1939) weltweit Kultstatus erhielt. Regie führt der in London geborene Henry Mason, der  2013 bei den Salzburger Festspielen sein vielbeachtetes Debüt mit Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“ gab. Markus Meyer, der Salzburger Puck, wird  den Löwen spielen, der gemeinsam mit dem Blechmann (Peter Lesiak) und der Vogelscheuche (Oliver Liebl) die junge Dorothy (Johanna Arrouas) auf ihrer Reise begleitet. Christian Graf ist die Hexe des Westens. Den geheimnisvollen Zauberer von Oz spielt –  schmunzelnder O-Ton Volksoperndirektor: „Wir suchten für diese kleine Rolle einen Schauspieler, der nicht viel kostet, und haben ihn dann mit dem Schmäh geködert, dass er ja die Titelrolle ist. Als habe ich den Oz mit mir besetzt.“ Alternierend spielt Boris Eder.

Ab 17. Jänner kann man sich auf Rolando Villazón freuen. Der Startenor gibt als Regisseur von Donizettis Komödie „Viva la Mamma“ sein Volksoperndebüt, am Pult steht die junge estnische Dirigentin Kristiina Poska. Sie ist Erste Kapellmeisterin der Komischen Oper Berlin. Inhalt: In einem kleinen Provinztheater bereitet sich das Ensemble auf eine Opernpremiere vor: Die Primadonna (Anja-Nina Bahrmann) und die zweite Sopranistin (Mara Mastalir) liefern sich einen regelrechten Zickenkrieg, jeder Darsteller versucht auf seine Weise, den Regisseur und den Dirigenten zu beeinflussen, um optimal in Szene gesetzt zu werden. Agata, die resolute Mamma der zweiten Sängerin, treibt den normalen Wahnsinn des Theaters auf die Spitze. Meyer: „Das wollte ich immer schon einmal machen. Ich liebe diese Theater-auf-dem-Theater-Stücke“. Highlight: Bassbariton Martin Winkler, sonst eher von Bayreuth bis an die MET als Klingsor oder Alberich engagiert, gibt „la Mamma“ Agata. Villazón zu kriegen, war natürlich ein Coup, „doch ich denke, das Stück passt zu diesem hochformatigen Komödianten“, so Meyer. „Wir hatten schon ein erstes Gespräch auf der Probebühne. Schon dafür hätte ich Eintritt verlangen sollen. Einziger Wunsch des Weltbewunderten: Er will mit der Clownin Nola Rae www.nolarae.com zusammen arbeiten.

Die erste und einzige Operette folgt am 21. Februar: Jacques Offenbachs „Pariser Leben“, mit reiner Hausbesetzung, außer Rasmus Borkowski, den man sich nach dem Erfolg von „Catch me if you can“ von den Kammerspielen holt. Außerdem konnten  zwei ausgewiesene Offenbach-Spezialisten gewonnen werden: Der französische Dirigent Sébastien Rouland hat unter anderem am Théâtre du Châtelet „La GrandeDuchesse de Gérolstein“ und in Lyon „La vie parisienne“  dirigiert. Der niederländische Regisseur und Bühnenbildner Michiel Dijkema inszenierte bereits unter anderem „La Périchole“, „Die Großherzogin von Gerolstein“ und „Orpheus in der Unterwelt“.  Am  12. April kehrt der russische Choreograph Boris Eifman, dem Wiener Publikum bestens bekannt durch seine fesselnde Interpretation von „Anna Karenina“  mit „Giselle rouge“ an die Volksoper zurück.

Ab 15. Mai steht Mozarts „Così fan tutte“ auf dem Spielplan. Regisseur Bruno Klimek inszeniert erstmals an der Volksoper, die musikalische Leitung liegt in den  Händen von Julia Jones, die diesen Mai noch die Premiere von „Fidelio“ dirigieren wird. Die Fiordiligi singt Caroline Wenborne, die an der Staatsoper zur Pause und in nicht für sie geschneiderten Kostümen für die erkrankte Barbara Frittoli einsprang. Meyer: „Bei uns darf sie den ganzen Abend singen.“ Am 2. Juni stehen die Nachwuchskräfte der Kompanie  im Zentrum von „Junge Talente des Wiener StaatsballettS II“ unter der künstlerischen Leitung von Ballettdirektor Manuel Legris und der musikalischen Leitung von Wolfram-Maria Märtig. Letzterer wird ab nächster Saison Kapellmeister der Volksoper

www.volksoper.at

Wien, 10. 4. 2014