Salzburger Landestheater: Die Dreigroschenoper

April 4, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Und der Haifisch, der hat Zähne …

Bild: © Christina Canaval

Bild: © Christina Canaval

Am 4. April hat am Salzburger Landestheater Bert Brechts „Die Dreigroschenoper“ Premiere. Die Inszenierung liegt in den Händen von Nestroy-Preisträgerin Stephanie Mohr, mit Bettina Mönch als „Polly“ und Franziska Becker als „Spelunkenjenny“, die Partie des „Mackie Messer“ übernimmt Sascha Oskar Weis. Außerdem singen und spielen: Britta Bayer, Claudia Carus, Elisabeth Halikiopoulos, Eva Christine Just, Clemens Ansorg, Paul Maresch, Axel Meinhardt, Walter Sachers und Christoph Wieschke.

Mit Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ kommt eines ist der meistgespielten Stücke des 20. Jahrhunderts auf die Bühne des Landestheaters. Die Musik von Kurt Weill mit ihren schrägen und doch einprägsamen Songs wie der Moritat von Mackie Messer hat sich ins kulturelle Gedächtnis eingeschrieben. Noch am Vorabend der Uraufführung der „Dreigroschenoper“ im Jahr 1928 gingen die meisten der Beteiligten von einem Flop aus – stattdessen wurde sie ein Welterfolg. Die Geschichte spielt in Londons Bettlermilieu: Mackeath geht unter dem Schutz von Polizeichef Brown auf Raubzüge und das Bettelwesen ist professionell organisiert durch Jonathan Jeremiah Peachum. Doch dann kommt Macheath auf die Idee, heimlich Peachums Tochter Polly zu heiraten. Dieser sieht dadurch sein Geschäft gefährdet und bittet den Polizeichef, Macheath zu verhaften. Und ausgerechnet die Huren in seinem Lieblingsbordell liefern ihn aus … In dem Stück vereinen sich Brechts Anspruch, politische Verhältnisse auf der Bühne zu spiegeln und der von ihm geforderte Unterhaltungswert von Theater.

www.salzburger-landestheater

Wien, 4. 4. 2014

Kunsthalle Krems: Meisterwerke der Sammlung Klüser

März 7, 2014 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Zurück in die Zukunft. Von Tiepolo bis Warhol

Auguste Rodin: Tänzerin, undatiert © Sammlung Klüser, München, 2014 Bild: Mario Gastinger

Auguste Rodin: Tänzerin, undatiert
© Sammlung Klüser, München, 2014
Bild: Mario Gastinger

Ab 16. März zeigt die Kunsthalle Krems unter dem Titel „Zurück in die Zukunft. Von Tiepolo bis Warhol“ Meisterwerke aus der Sammlung Klüser. Der Ausstellungstitel steht sinnbildlich für die Genese der Sammlung Klüser: Ursprünglich eine Kollektion zeitgenössischen Kunst mit einer zunehmenden Anzahl an Werken der klassischen Moderne, erweiterte sich die Perspektive der Sammlung seit den 1990er-Jahren auch auf Zeichnungen der Renaissance bis zur Romantik. Die Zusammenschau der Arbeiten eröffnet so ein eindrückliches Panorama der Zeichenkunst, das den Brückenschlag zwischen historischen und aktuellen Werken sucht.

Herausragende Meister der Spätrenaissance und des Barocks von Parmigianino oder Giovanni Battista Tiepolo, über Anthonys van Dyck und Rembrandt Harmenszoon van Rijn bis zu Jean-Honoré Fragonard bilden den Ausgangspunkt der Schau. Von dort spannt sich der Bogen zu deutschen und französischen Werken des 19. Jahrhunderts. Caspar David Friedrich, Philipp Otto Runge sowie Carl Gustav Carus sind ebenso darunter wie Eugène Delacroix, Théodore Géricault oder Victor-Marie Hugo. Die Klassische Moderne wird unter anderem vertreten von den Künstlern Paul Cézanne, Henri Matisse, Constantin Brancusi und Alberto Giacometti. Der Kunst nach 1945 wird mit bedeutenden Werkblöcken von Joseph Beuys, Blinky Palermo sowie Andy Warhol ein besonderer Schwerpunkt eingeräumt. Zeichnungen von Cy Twombly sowie Tony Cragg, Olaf Metzel und Jorinde Voigt bilden den Übergang zur jüngsten Gegenwart.

Immer schon war die Zeichnung seismographisches Medium, um Grundkonstruktionen der Gesellschaft in den Spuren der gesetzten Linien freizulegen. Im Laufe der Jahrhunderte ebenso wie im Gang durch die Ausstellung enthüllt sie sich als intime Form der Weltdeutung, als Experimentierfeld für Ideen ebenso wie als Medium der Transformation, das Sichtbares wie Nichtsichtbares, Konstrukt wie Realität auf Papier zu bannen vermag. Bereits die Künstler der frühen Neuzeit schätzten an der Zeichnung die Möglichkeit, das Denken mit dem Arbeitsprozess kurzzuschließen und so die direkte Überführung von Ideen in Sichtbarkeit zu vollziehen. Noch Joseph Beuys sprach von ihr als „Verlängerung des Gedankens“. Einer auf Papier festgehaltenen „Ideensammlung“ gleich, bieten die rund 250 Arbeiten aus der deutschen Privatsammlung von Bernd und Verena Klüser außergewöhnliche Einblicke in die Zeichenkunst vom 16. bis ins 21. Jahrhundert. Unmittelbarkeit und Spontaneität machen die Faszination der Zeichnung aus. Wie kein anderes Medium ermöglicht sie es, individuelle Bildfindungen zu erproben und künstlerische Ideen in oft experimentellen Zugängen umzusetzen.

www.kunsthalle.at

Wien, 7. 3. 2014