Regisseur Michael Sturminger im Gespräch

Mai 18, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Zwei Juni-Premieren in Perchtoldsdorf, danach ein neues Musiktheaterprojekt mit John Malkovich

Ein Sommernachtstraum: Andreas Patton verwandelt sich in Oberon. Bild: Lalo Jodlbauer

Ein Sommernachtstraum: Andreas Patton verwandelt sich in Oberon. Bild: Lalo Jodlbauer

40 Jahre Sommerspiele Perchtoldsdorf, das ist ein guter Grund das Theater zu feiern. Intendant Michael Sturminger inszeniert zu diesem Anlass Shakespeares „Ein Sommernachtstraum“. Doch bevor der Komödienklassiker ab 29. Juni im neu gestalteten Burghof aufgeführt werden wird, zeigt der Regisseur als Gastspiel seine Arbeit vom Stadttheater Klagenfurt: „Der Gott des Gemetzels“ mit seinem späteren „Oberon“ Andreas Patton und Burgschauspielerin Sabine Haupt. Premiere dieser Produktion ist bereits am 13. Juni im Neuen Burgsaal. Ein Gespräch über den Geschlechterkrieg oben und unten, Geld und die Gunst des Publikums, und ein neues, Sturmingers viertes Projekt mit Schauspielstar John Malkovich: „Call me God“ – der Monolog eines abtretenden Diktators:

MM: 40 Jahre Sommerspiele Perchtoldsdorf, das dritte Jahr der Intendanz Michael Sturminger. Was haben Sie bisher gelernt?

Michael Sturminger: Dass man wenig Spielraum hat und viel Geld verdienen muss. Die Subventionen sind knapp, und im Vergleich zu 2001, wo ich das erste Mal in Perchtoldsdorf inszeniert habe, nicht einmal mehr die Hälfte wert. Damals haben wir richtig gute Gagen zahlen können, jetzt müssen wir mehr als 50 Prozent erwirtschaften und haben eine Gemeinde, die sehr streng schaut, dass wir keinen Groschen zu viel ausgeben. Es gibt viele, die uns begeistert unterstützen, aber auch solche mit dem Was-brauch‘-ma-des-Gesicht, zwei Parteien also, und wir brauchen tatsächlich auch Unterstützung von außen, damit den Perchtoldsdorfern klar wird, dass sie da eine Institution haben.

MM: Sie kommen in Europa viel herum. Ist dieses Herabschauen auf den hauseigenen Kulturbetrieb nicht eine generelle Tendenz?

Sturminger: Ja, das hat für mich in Italien begonnen, wo der Berlusconismus befunden hat, dass er Theater nicht mehr braucht. Bei uns beginnt das alles erst. Denn niemand in der Politik lebt mehr vor, dass Theater etwas wert ist, dass Theater Werte vermittelt. Man muss doch vor allem jungen Leuten erklären, dass Theater nicht etwas ist, das man macht, wie die dritte Urlaubsreise im Jahr, wenn sich’s mit dem Geld ausgeht, gut, wenn nicht, dann eben nicht. Sondern, dass Theater den Mensch zum Menschen macht. Weil es ihn zwingt, sich mit Verstand und Gefühl Themen auszusetzen, das persönliche Spektrum zu erweitern, neue Dinge kennenzulernen. Theater ist ein Kennenlernen der Welt. Wenn das zur Disposition steht, verlieren wir alles, was unser Zusammenleben ausmacht und werden engstirnig und intolerant.

MM: Wie hoch ist Ihr Budget?

Sturminger: Alles in allem 575.000 Euro. Das klingt nicht schlecht, aber wenn man die Kosten für die Bühne bedenkt, die Anmietung der Tribüne, mehr als die Hälfte der Ausgaben sind Steuern … da bleibt für Schauspielergehälter nicht viel übrig. Dabei hatten wir vergangenes Jahr beinah 10.000 Zuschauer.

MM: Darunter auch sehr viele junge. Überall wird bejammert, dass man junge Leute nicht ins Theater bringt, Sie haben gegen diesen Trend ein Projekt ins Leben gerufen: Theater macht Schule.

Sturminger: Man muss die jungen Leute informieren, aber auch hören, und das tun wir. Wir laden sie zu den Proben ein, bieten eine Werkeinführung, und lassen dabei aber die Jugendlichen zu Wort kommen. Wir machen auch Einführungen für alle vor der Vorstellung, da waren vergangenes Jahr jeden Abend mehr als 150 Leute, also ein Viertel unseres Publikums. Wir gestalten dicke Programmhefte, weil wir Streber sind, und den Zuschauern vermitteln wollen, was wir nicht alles wissen, und die kommen so gut an, dass wir sie vergangenes Jahr nach zweieinhalb Wochen nachdrucken mussten. Das alles funktioniert, weil wir total auf die Leute zugehen. Hoffentlich kriegen wir so ein Stammpublikum zusammen. Wenn ich denke, welch tolle Schauspieler hier einmal begonnen haben, Gerti Drassl, Franziska Hackl, Gregor Bloéb …  ich wünsche mir ein Theaterpublikum, das in zehn Jahren irgendwo in einer österreichischen Bühne sitzt, einen Star sieht und sagt: Jesses, kannst dich erinnern, wie der in Perchtoldsdorf angefangen hat.

Der Gott des Gemetzels: Andreas Patton, Franziska Hackl, Sabine Haupt und Roman Blumenschein. Bild: © Karlheinz Fessl

Der Gott des Gemetzels: Andreas Patton, Franziska Hackl, Sabine Haupt und Roman Blumenschein. Bild: © Karlheinz Fessl

Gastspiel im Neuen Burgsaal: Patton, Haupt und Blumenschein. Bild: © Karlheinz Fessl

Erstmals ein Gastspiel im Neuen Burgsaal: Patton, Haupt und Blumenschein. Bild: © Karlheinz Fessl

MM: Damit zu den diesjährigen Aufführungen: Zum ersten Mal gibt es heuer eine eigenständige Produktion im Neuen Burgsaal: „Der Gott des Gemetzels“ mit Andreas Patton, Sabine Haupt, Franziska Hackl und Roman Blumenschein. An drei Terminen ab 13. Juni.

Sturminger: Das ist eine Produktion vom Stadttheater Klagenfurt, wir könnten uns eine eigene ja gar nicht leisten, dafür habe ich kein Budget mehr. Die Aufführung ist fantastisch, hat auch sehr gute Kritiken und vier tolle Schauspieler, deshalb traue ich mich das im Jubiläumsjahr. Florian Scholz und das Stadttheater Klagenfurt sind uns gegenüber sehr großzügig. Wenn wir etwas Gewinn machen sollten, kriegen sie auch was ab, wenn nicht …

MM: Geschlechterkampf oben und unten – war das eine programmatische Überlegung?

Sturminger: Jetzt, wo Sie’s sagen (er lacht) … nein … ich hatte einfach diese sehr schöne Produktion, als ich das geplant habe, wusste ich vom „Sommernachtstraum“ noch nichts. Ich mag diese Inszenierung einfach so gern, dass ich sie dem Perchtoldsdorfer Publikum zeigen wollte. Nun passt es natürlich ausgezeichnet, der Ehekrieg auf allen Spielplätzen.

MM: Denn am 29. Juni folgt „Ein Sommernachtstraum“ nach dem „Sturm“ 2015. Wird das eine Shakespeare-Pflege oder ist es Zufall?

Sturminger: Naja, zu 40 Jahren Sommerspiele dachte ich, ich will ein Stück über Theater-auf-dem-Theater machen. Ich wollte heuer auch wieder einen populären Titel, vielleicht können wir uns dann kommendes Jahr was trauen.

MM: Die Bühnenlösung wird neu sein? Die ersten Bilder schauen sehr unkonventionell aus.

Sturminger: Das Publikum sitzt heuer im Kreis um die Bühne, im Hintergrund bleibt die Burgruine. Ich will zeigen, wie man ins Theater immer mehr hineinstolpert. Wenn der Abend beginnt, sind wir alle noch bei Sinnen, wenn der Abend endet, haben wir die Normalität, die Rationalität verlassen, haben Dinge erlebt, die wir so nicht erwartet haben, die uns aus dem Tritt bringen, aber hoffentlich als Menschen kompletter machen. Ich will ja jetzt gar nicht so viel verraten, aber wir fangen an, wie Besucher der Sommerspiele und casten uns ein Ensemble zusammen. Das Ensemble verführt die Zuschauer mitten hinein in die Zauberwelt des Theaters, es nimmt sie mit auf eine Reise, das ist der Plan.

MM: Aber was wollen Sie erzählen? Den „Sommernachtstraum“ hat jeder x-Mal gesehen. Was daran ist wichtig?

Sturminger: Wir wollen Mut machen, sich als ganzer Mensch zu begreifen, und Begrenzungen nicht zu ernst zu nehmen, ich glaube, es ist das, was Shakespeare erzählen will. Es geht um Perspektivenänderung. Sich finden, indem man sich selbst verliert. Im Kern des Stücks sind die Schauspieler, und die sind wir, und sie werden uns über 400 Jahre Menschsein und dass sich daran nichts geändert hat, erzählen. Und wir wollen natürlich gemeinsam ein Fest feiern, darum geht’s ja auch im „Sommernachtstraum“, um ein Hochzeitsfest. Das Stück ist ein Hoch-Leben-Lassen des Theaters – und daher für ein Jubiläum so geeignet.

Markus Kofler. Bild: Lalo Jodlbauer

Markus Kofler. Bild: Lalo Jodlbauer

Theater macht Schule: Das Ensemble geht mit dem jungen Publikum in Tuchfühlung. Bild: Lalo Jodlbauer

Theater macht Schule: Das Ensemble geht mit dem jungen Publikum in Tuchfühlung. Bild: Lalo Jodlbauer

Schauspieler und Musikant: Raphael Nicholas. Bild: Lalo Jodlbauer

Raphael Nicholas. Bild: Lalo Jodlbauer

MM: Sie haben sich wieder ein feines Ensemble zusammengestellt. Wie versammeln Sie Ihre Truppe um sich?

Sturminger: Es sind einige, die schon vergangenes Jahr dabei waren, und einige, die ich noch nicht kenne, diese Challenge brauche ich. Ich suche für jeden eine Rolle, mit der er gefordert ist, damit sich alle drauf freuen. Andreas Patton und Veronika Glatzner spielen Oberon und Titania beziehungsweise Theseus und Hippolyta, die Handwerker sind Nikolaus Barton, Markus Kofler und Raphael Nicholas, der natürlich Akkordeon spielen wird. Markus Kofler als Squenz ist sozusagen unser „Regisseur“, der auch für das Fest verantwortlich ist. Bei den jungen Schauspielern habe ich lange gesucht, mich jetzt für Jan Hutter, Julia Richter, Sophie Aujesky und Benjamin Vanyek entschieden. Ich habe versucht, vier Leute zu finden, die nicht so typische junge Schauspieler sind, sondern „Typen“, ein wenig seltsam, ein wenig spleenig. Ich finde das sehr förderlich für junge Schauspieler, wenn sie nicht der kleinste gemeinsame Nenner von allem sind, sondern etwas besonderes.

MM: Das ist sicher einer der Vorzüge von Sommertheater, dass man sich sein Team selbst zusammenstellen kann, und nicht wie beim Stadttheater aus dem bestehenden Ensemble zu wählen hat.

Sturminger: Ja, und auch das Team liebt das, einmal in ganz neuen Konstellationen arbeiten zu dürfen. Da ist niemand dabei, weil er muss, weil er vor 19 Jahren unvorsichtigerweise einen Ensemblevertrag unterschrieben hat, da ist jeder dabei, weil er will. Das schweißt unglaublich zusammen. Alle sind mit großer Begeisterung und irrsinnig kollegial bei der Sache.

MM: Sie planen außerdem nach „The Infernal Comedy“ und „The Giacomo Variations“ ein neues Projekt mit John Malkovich?

Sturminger: Es heißt „Call me God“, was angeblich ein Zitat von Idi Amin ist, der auf die Frage, wie man ihn denn ansprechen soll, sagte: Just call me God. Wir zeigen es nächstes Jahr beim Eröffnungsfestival der Hamburger Elbphilharmonie, dann kommt’s nach Wien, Luxemburg, Amsterdam, und so weiter. Es ist ein Stück, das einen abtretenden Diktator porträtiert, und es kombiniert Schauspiel, mit dem großen Instrument der Macht, der Orgel.

MM: Womit dann der Dritte im Bunde, Martin Haselböck, ins Spiel kommt.

Sturminger: Genau, beim dritten Teil der Trilogie haben wir diesmal kein Orchester, sondern Martin Haselböck an der Orgel. Das Textbuch ist wieder von mir, wobei, die letzte Szene fehlt mir noch. Ich wollte das schon lang machen, vor drei Jahren, aber dann kam uns der Casanova-Film dazwischen (mehr dazu: www.mottingers-meinung.at/?p=13305)

MM: Malkovich und Sie, das wird eine Liebe fürs Leben …

Sturminger: Wir haben eine echte Arbeitsliebe. Ich habe ihm gesagt, er soll sich gut überlegen, ob er das machen will, denn wir hatten unzählige Vorstellungen mit den anderen beiden Stücken, rund um den Globus, und wir werden diesen Sommer auch wieder nach Kanada und in die USA fahren, aber er sagte. Ja, ja, ja. Also machen wir’s.

MM: Fehlt nur noch Malkovich in Perchtoldsdorf.

Sturminger: Vielleicht bringe ich ihn als Gast zur Premiere. Wir werden sehen, ob wir das schaffen.

www.sommerspiele-perchtoldsdorf.at

www.sturminger.com

Wien, 18. 5. 2016

„Ich rufe meine Brüder“ nach St. Pölten

April 21, 2013 in Bühne

Der Schrecken als schwarzweiße Graphic Novel

 Jerry Hoffmann Bild: Alexi Pelekanos

Jerry Hoffmann
Bild: Alexi Pelekanos

Eine der innovativsten Inszenierungen der Saison ist derzeit in St. Pölten zu sehen. Das Landestheater Niederösterreich zeigt in seiner Theaterwerkstatt – in Kooperation mit Shermin Langhoffs Berliner Ballhaus Naunynstraße (die künstlerische Leitung hat sie bereits vollständig an Wagner Carvalho und Tunçay Kulaoğlu übertragen) und dem Maxim Gorki Theater, dessen designierte künstlerische Leiterin sie ist – das Stück „Ich rufe meine Brüder“. Jonas Hassen Khemiri, vielfach ausgezeichneter Autor und Dramatiker, in Stockholm geborener Sohn einer Schwedin und eines Tunesiers, schrieb es, nachdem 2010 in einer beliebten Einkaufsstraße zwei Sprengsätze detonierten. Der Selbstmordattentäter: ein 28-jähriger im Irak geborener schwedischer Staatsbürger. In einem Abschiedsbrief entschuldigte er sich bei seinen Eltern für sein Doppelleben.

Die Anschläge beim Boston-Marathon geben Khemiris Arbeit traurige Aktualität. US-Präsident Obama war in einem ersten Statement ratlos wie viele: „Warum haben junge Männer, die hier aufgewachsen sind und studiert haben, zu so starker Gewalt gegriffen?“ Khemiri hilft auf diese und ähnliche Fragen nicht mit Antworten. Er stellt neue. Wie der Regisseur der Produktion, Michael Ronen. Er ist in Jerusalem geboren, seine Familie 1945 aus Wien emigriert. Hauptdarsteller Jerry Hoffmann ist Hamburger mit Wurzeln in Ghana. Er spielt Amor. Student. Partytiger. Trip Hopper. Ist Erzähler, Protagonist, Attentäter (?). Darüber diskutiert das Publikum, als es nach der Vorstellung ins Foyer flutet, heftig. Dazu gibt es keine Erklärung. Das muss jeder mit sich selber ausmachen. Klar ist nur, dass Amor bei hell erleuchtetem Zuschauerraum immer wieder aus der Szene steigt. „Wir sind alle unschuldig“, müssen die Menschen dann beispielsweise  mit ihm gemeinsam skandieren. Stimmt nicht. Von Breivik bis Bin Laden. Von faschistischen Parteien bis zu „Alltags“rassisten allerorts.

In Stockholm hat es also einen Anschlag gegeben. Und Amor bricht sein Leben weg. Sein bester Freund Shavi (Jan Walter vom Landestheater) hat Frau und Kind, das Mädchen, in das er sich verguckt, fühlt sich gestalkt und verlässt das Viertel, die Verwandtschaft in Tunesien will einen kaputten Bohrkopf gegen einen neuen eintauschen, der Verkäufer am Reklamationsschalter schasselt Amor ab. Kein Umtausch. Nirgendwo. Hoffmann spielt das einmal lapidar, einmal lustig, listig, nie launisch. Er ist einfach ein charmanter, fescher Bursch. Nicht durchschaubar. Nicht einsehbar. Hat er bei vollem Licht betrachtet Zukunfts- oder nur Visionen? Hat er Alb- oder Tagträume? Zwei der stärksten Szenen: Amor hört nächtens auf einer Brücke Polizisten mit einem „Ausländer“ diskutieren. Schon sieht er sich die Beamten mit einem Messer niederstehen; und erfährt beim Näherkommen, dass sich der Mann nur verfahren hat und ihm die Amtspersonen den richtigen Weg beschreiben. Amor – oder, glaubt er, ist das eigentlich ein anderer? – wirft die Stichwaffe ins Wasser und rennt. Er telefoniert mit seiner schwedischen Oma. Bald stellt sich heraus, dass sie längst tot ist. Ein weißer Luftballon. Und rundherum wächst die Generalverdächtigung gegen die mit der dunklen Haut und den schwarzen Haaren, fühlt (?) Amor sich bespitzelt, nimmt auf allen Seiten die Angst zu. Und mit ihr die Aggression. Alle paralysiert.

Als optische Auflösung für seine Inszenierung haben sich Michael Ronen und sein Team eine Supersache einfallen lassen. Auf den drei Wänden der Bühne wird die Story als schwarzweiße Graphic Novel erzählt. Im Stil von Mangas oder Frank Millers „Sin City“. Großartig! Wie die Figuren sich mitunter per Sprechblasen verständigen, wie sogar auf Details wie Augenbewegungen geachtet wird. Großartig und ein bisschen spooky. Blut und Brand bleiben rot. Olivier Durand ist für diese Illustrationen und Animation zuständig; Video: Benjamin Krieg, Hanna Slak, Guillaume Cailleau. Marion Reiser (ebenfalls Ensemblemitglied des Hauses) und Nora Abdel-Maksoud beweisen die Vielfältigkeit ihrer Darstellungskunst in diversen Frauenrollen. Ein Abend, den man nicht versäumen sollte. Ein Abend, der nichts deutet, der kein Dolmetscher sein will, aber dennoch manches verständlicher macht.

Die Produktion wird noch bis 27. April am Landestheater Niederösterreich gezeigt und dann im November in Berlin ins Ballhaus Naunynstraße in Kooperation mit dem Maxim Gorki Theater übernommen.

www.landestheater.net

www.mottingers-meinung.at/theater-ballhaus-naunynstrase-interview-mit-michael-ronen-und-jerry-hoffmann

Von Michaela Mottinger

Wien, 21. 4. 2013

Das Residenztheater München in der Garage X

März 22, 2013 in Tipps

„Call me God“, zu sehen im Museumsquartier Halle G

© Hans Jörg Michel
"Quartieri dell'arte" in Viterbo und der GARAGE X Uraufführung © Hans Jörg Michel

„Quartieri dell’arte“ in Viterbo und der GARAGE X
Uraufführung
© Hans Jörg Michel

Ab 25. 3. zeigt die Garage X ein Gastpiel des Residenztheaters München – ausnahmsweise im „Ausweichquartier“ MQ, Halle G: „Call me god“ hat der Attentäter auf eine Tarot-Karte geschrieben, die er am Tatort zurücklässt. Ein Jahr nach dem 11. September 2001 erschießt ein Serienmörder im Großraum Washington D.C. wahllos Passanten. „Nennt mich Gott“ fordert er, und Polizei und Medien gehorchen. Während die USA zum Krieg gegen den Irak rüsten, der Tausende das Leben kosten wird, entzündet sich die Hysterie von Medien und Bevölkerung an einem Serienmörder, dessen Taten von kalter Präzision und unerklärlicher Systematik zu sein scheinen.

Die Autoren Gian Maria Cervo, Marius von Mayenburg, Albert Ostermaier und Rafael Spregelburd beschreiben, ausgehend vom realen Fall des „Beltway Snipers“, eine Gesellschaft, die sich zum Spielball eines Amokläufers macht und in ihm einen modernen Heldentypus findet und feiert. Der Serienkiller ist nicht länger abseitiger Defekt der Gesellschaft, sondern ihr medialer Heros, ein Gladiator, der zum Brot die Spiele liefert.

Mit: Katrin Röver, Genija Rykova, Thomas Grässle, Lukas Turtur. Inszenierung: Marius von Mayenburg

www.garage-x.at

Video: www.garage-x.at/portal/index.php?option=com_flexicontent&view=items&cid=20&id=755

www.residenztheater.de

Von Michaela Mottinger

Wien, 22. 3. 2013