Schubert Theater: Der Herr Tod und seine Freunde

Dezember 4, 2015 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Figurentheater, zum Sterben schön

Bild: Schubert Theater

Bild: Schubert Theater

Während Nikolaus Habjan am Volkstheater in den Bezirken auf Hochtouren seine Produktion „Das Wechselbälgchen“ probt (mehr: www.mottingers-meinung.at/?p=16438), arbeitet man auch an seinem eigenen Haus an einem aktuellen Projekt: Am Schubert Theater hat am 12. Dezember das Figurentheaterstück „Der Herr Tod und seine Freunde“ Premiere. In vier Episoden erzählt der Regisseur und Theaterdirektor Simon Meusburger über das Sterben. Und das zum Sterben schön.

Jeder Mensch beschäftigt sich im Laufe seines Lebens mit dem Tod. Zumindest einmal. Warum ist dieser Zustand, der am Ende jedes Lebens steht, von derart großer Faszination, dass er Komponisten, Schriftsteller und Maler gleichermaßen inspiriert? Vielleicht, weil er der kleinste gemeinsame Nenner von allem ist. Der Tod kennt keine Nationalitäten, keinen Status, kein Geschlecht, keine Religion. Im Tod sind alle gleich. Er verleiht dem Tun Bedeutung, indem er das Dasein auf unbekannte Zeit begrenzt und einen dadurch zwingt, ernst zu nehmen, was man tun. Denn es könnte das letzte sein.

Eigentlich also ein guter Freund, der Herr Tod. Trotzdem fürchtet man ihn zuweilen. Weil man nie weiß, wann und wen er als nächstes besucht. Weil man diesen Zustand nicht verstehen kann. Nicht akzeptieren will. Darum bekämpfen die Menschen ihn gelegentlich, verdrängen ihn. Leugnen ihn. Dennoch möchte das Schubert Theater sich diesem Zustand nähern. „Der Herr Tod und seine Freunde“ ist ein Versuch zu verstehen, den Tod zu vermenschlichen. Ihm ein Gesicht, eine Figur zu geben. Um ihn sicht- und begreifbar zu machen, vielleicht auch nur um mit ihm zu plaudern. Vier Episoden von vier Autoren. Todtraurig und zum Totlachen. Oder tödlich spannend. Vier Annäherungen an einen Zustand, an einen Freund, der uns viel näher ist als wir gerne glauben.

Buch: Christoph Hackenberg, Bianca Meusburger-Waldhardt, Simon Meusburger. Puppendesign und -bau: Christoph Bochdansky, Claudia Six, Lisa Zingerle. Figurenspiel: Christoph Hackenberg, Andrea Köhler und Franziska Singer.

schuberttheater.at

Wien, 4. 12. 2015