KosmosTheater: Töchter des Jihad

April 26, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Löwe sucht Rehauge zwecks Ehe im Kalifat

Bild: © Mark Mosman

Bild: © Mark Mosman

Im KosmosTheater ist am 4. Mai, nach höchst erfolgreichen Vorstellungen im „Alten Hallenbad“ Feldkirch, die Wien-Premiere der „Töchter des Jihad“ von dieheroldfliri.at. Barbara Herold, Autorin und Regisseurin des Abends, fächert darin die Faszination des IS auf Europäerinnen auf. Jihad, Hijra oder Niqab, im Glauben an eine politische und religiöse Utopie verlassen junge Frauen das sichere Europa, um im Kriegsgebiet des Islamischen Staats als Frau eines Kämpfers ein gottesfürchtiges Leben zu führen.

Welches sind die Motive, sich von Familie und Gesellschaft ab- und extremistischen Ideologien zuzuwenden? Warum suchen minderjährige Mädchen inmitten entfesselter Gewalt das Paradies und verzichten auf die Freiheiten des Westens? Und was hat das mit dem Islam zu tun, wenn es denn mit dem Islam zu tun hat? Den szenisch-dokumentarischer Bilderbogen über Kinder, Küche, Kalaschnikoff und das Leben im IS gestalten Peter Bocek, Maria Fliri und Diana Kashlan.

Als szenische Grundlage für die Produktion dient dokumentarisches Material; Auszüge aus Blogs, Ratgebern und Facebook-Einträgen von jungen Jihadistinnen werden gegengeschnitten mit Texten aus der Elternperspektive, journalistischen Sequenzen und Erläuterungen zur islamischen Religion. Mehrere tausend junge Menschen aus Europa haben bereits den Weg nach Syrien angetreten. Etwa fünfzehn Prozent davon sind weiblich. Frauen und Mädchen zwischen 13 und 27 Jahren haben sich zur Hijra entschlossen, der Auswanderung vom Gebiet der Ungläubigen in den Herrschaftsbereich des Islam, um ein neues reines Leben zu führen. Viele der jungen Frauen haben ihre Hochzeit im Vorfeld arrangiert, der Heiratsmarkt im Internet boomt: „Mutiger Löwe mit Kampferfahrung sucht rehäugige Schönheit, rein und unberührt, für ein gottesfürchtiges Leben im Kalifat“, lauten solche Online-Anzeigen beispielsweise. Und später bloggte eine Braut beglückt: „Manchmal vergisst man fast, dass man im Jahr 2000 lebt. Man fühlt sich wie in einem Kapitel des Alten Testaments.“

Bild: © Mark Mosman

Bild: © Mark Mosman

Dass sich Frauen den Terroristen anschließen, ist ein großer Propagandaerfolg des IS, denn für den Bevölkerungsaufbau müssen Familien gegründet werden. Die Mädchen stellen dabei ihren Körper in den Dienst „der höheren Sache“. Bei den jungen Menschen, die sich dem IS anschließen, handelt sich oft um solche, die Abwertung und Ausgrenzung wegen ihrer Herkunft oder Religion erfahren haben. Sie sind leichte Opfer der sektiererischen Indoktrination durch neosalafistische Anwerber, die mit ihrem simplifizierten Weltbild einfache Lösungen für Probleme aller Art bieten. Sich einem Islamismus zu verschreiben bedeutet für junge Frauen die größtmögliche Provokation gegenüber Familie und Gesellschaft.

Wie das Leben und der Alltag von Frauen im IS tatsächlich aussieht, darüber gibt das Manifest „Frauen im Islamischen Staat“ Aufschluss, herausgegeben von der Al-Khansaa-Frauenbrigade im Februar des Vorjahres: Dort ist zu lesen, dass es die „natürliche Bestimmung“ der Frau sei, dem Ehemann zu dienen. Bildung sei nur in rudimentärem Ausmaß sinnvoll, denn sie gilt als gefährlich und für die vom Schöpfer vorgesehene Aufgabe der Frau überflüssig. „Töchter des Jihad“ ist dementsprechend ein spannender, streckenweise nicht unkomischer Theaterabend, der aufklären, sensibilisieren und warnen will. Vor falschen Propheten und deren Pseudo-Utopien von einer besseren Zukunft. Ein theatraler Versuch, die Gesellschaft zusammenzubringen, nicht auseinanderzudividieren. Eine Empfehlung.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=1FzBv1QRro8

www.kosmostheater.at

Wien, 26. 4. 2016

KosmosTheater: „Der varreckte Hof“ vom Ringsgwandl

Oktober 15, 2015 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Garstig-gspaßiger Grabgesang auf den Bauernstand

Linde Prelog, Emese Fáy, Thomas Richter, hinten: Rina Kaçinari, Jelena Popržan Bild: Bettina Frenzel

Linde Prelog, Emese Fáy, Thomas Richter, hinten: Rina Kaçinari, Jelena Popržan
Bild: Bettina Frenzel

Mit dem Begriff Heimat hat er’s insofern, als er sieht, dass weder deren Vergangenheit noch die Gegenwart bsonders ist. Die Berge immerhin haben die Grausamkeiten von gestern überlebt; die Landschaft wird so wohl auch noch „die paar“ Seilbahnen und Einkaufszentren überdauern. Heimat ist, wo die Stubn ist. Auch wenn es die elterliche seiner Kindheit nicht mehr gibt, was wäre für Georg Ringsgwandl typischer als eine Stubenoper zu schreiben? „Der varreckte Hof“ ist nun im KosmosTheater.

Für Nichtauskenner in der Dialektik: Varreckt meint nicht nur das Hingeschiedene, sondern vor allem auch verdammt im Sinne von vermaledeit. Keine Idylle nirgendwo. Was ungefähr schon die Handlung ist. Die Weichsenriederin wird wunderlich, jedenfalls tut sie immer dann dement, wenn ihr was nicht in den Kram passt. Kinder nebst Schwiegersohn sind, was Pflege betrifft, bedürftig, heißt: unwillig bis überfordert. Eine exjugoslawisch-billige Haushaltssklavin muss her, im KosmosTheater sind’s zwei, um der Mutter beizustehen. Doch die hat mit dem vom Verfall bedrohten Hof bald eigene Pläne. Ein Stoff von quasi Schönherr’scher Dramatik im anarcho-alpenländischen Ringsgwandl-Sound.

Regisseurin Dora Schneider, die gemeinsam mit „Weichsenriederin“ Linde Prelog den Text vom Bayrischen ins Österreichische übertragen hat, hat sich außer den ausgezeichneten Schauspielern Emese Fáy als Tochter Gerlinde, Thomas Richter als Schwiegersohn Günter und Peter Bocek als Sohn Rupert das Duo Catch-Pop String-Strong auf die Bühne geholt. Rina Kaçinari und Jelena Popržan sind Ivanka und Svetlana – und für den Groove zuständig. Für Gstanzlblues und Polkajazz. Vom Violoncello bis zur Maultrommel wird auf allem musiziert, was man schlagen und zupfen kann, mehr als ein halbes Dutzend Instrumente, inklusive Thomas Richter an der Gitarre. Lieblingsgerät ist ein kunterbuntes Kinderxylophon. Gesungen wird sowieso. Der Titelsong als langsamer Walzer, ein Ratznlied mit Banjo und Jodeljaulen, der Arbeitsviech-Tango: „Sie reden mit dir am Gemeindeamt, als wärst du aus einem Entwicklungsland.“

Der Staffabrucker Punk und Poet und Philosoph hat ins Volksmusikalische tiefe Einsichten über die hierzulandische Leut’seligkeit gepackt. Anders als dem Günter geht ihm nicht Friede vor Wahrheit, diesem einzig echten Volksrock’n’roller, der eben dieser Mentalität aufs Maul schaut, bis er ihr eins draufgeben kann. Der Gspaß ist garstig. Ein Grabgesang aufs Bauernsterben. Ganz tief drin steckt da auch ein Landeshauptmann, der, weil ihm keiner die Flüchtlingsfrage beantworten kann, seine Politik zum Glück eh nicht ändern muss. Wozu also nachdenken, ob seine Kernwähler, die Brüsselprotestierer … da ist schon so viel Milch verschüttet, das geht auf keine Kuhhaut mehr, da kann man sich, was man so hört, in Oberösterreich demnächst schwarzblau ärgern. Dora Schneider inszeniert hinterlistig, mit sehr viel Sinn für Hintersinn. Zwischen bauernmalerischer Kredenz und kruzifixbefreitem Herrgottswinkel (Ausstattung: Claudia Vallant) fährt sie Momente auf, die so bedrückend, beängstigend, so beklemmend sind, dass sie direkt ins Herz beißen. Ringsgwandl, der Arzt, weiß, wo es weh tut, und Schneider legt den Finger in die gesellschaftliche Wunde.

„Unsere Errungenschaften sind die Liebe zu Allergien, die Umwelt- und Verarmungsangst sowie eine gewisse Unschlüssigkeit im Umgang mit Amokschützen und Neonazis“, ist ein Satz des großen Kabarettisten. Um den herum ist die Stubenoper gebaut. Und um die zwei Bedeutungen von Buckeln. Allein aufm Rücken Schweres (er)tragen oder wem andern in dessen verlängerten kriechen. Emese Fáy ist eine prächtige Filia Dolorosa, eine vom Leben aus der Kurve getragene Handarbeitslehrerin im Häkeloutift, die aus Frust Sachen kauft, um die man sich nichts kaufen kann, unfähig sich die Namen der Heimhilfen zu merken, aber gleichsam eifersüchtig auf deren gutes Verhältnis zur Mutter. Ihr Ehemann, Thomas Richter, Naturschutzbeamter im Burnout, ist ein ebenbürtiges Pendant. Zwei Alternative ohne Alternativen. Denen Mamas Liebling, der Industriemanager, ein Dorn im Auge ist. Peter Bocek gestaltet diesen Rupert als Fall-Studie, er wird nämlich vom Arbeitsplatz rationalisiert, als Allesschönreder. Grundlos, da hat einer keinen Bezug zum Boden, was, das kennt man von der Mühlviertler Verwandtschaft, für eine Bäuerin, die ihr Blut hineinvergossen hat, an ihrer Brut das Schlimmste ist. Wehleidig sind sie alle drei. Was ihnen wirklich fremd ist, sind sie selbst. Was wiederum der Ivanka und der Svetlana wurscht ist. Man steht über Kleinkriegen, wenn man aus einer Krisenregion kommt.

Apropos, steht über: Über dieses geniale Quintett triumphiert Linde Prelog als Mutter Weichsenrieder. Etwas zu schreiben über Naturgewalt oder originell Original sein, ist schon falsch, weil die Prelog ihre Aufgabe mit extremer Künstlerischkeit angeht. Sie rockt das Haus. Ist schreckliche Unheilsprophetin und personifizierte Alterssturheit und ein messerschmidt’sches Verschmitztgesicht. Auf den Stock gestützt, auf der Suche nach dem Nachtscherm, nur die musikalische Begegnung mit ihrem Buben kann ihr noch holde Töne entlocken, geht sie ihrem Ende entgegen, wie der alte Hofhund, von dem sie singt, der in Erinnerung an bessere Tage den Halbmond anheult. „Da Hof is gschlampat, i bin geschlampat, de Kiah und draus des Gros is gschlampat.“ Es ist in Wahrheit nicht zum Aushalten. Dabei will die Weichsenriederin nur eins: „dass’ weida geht“, Handbewegung Schwangerschaftsbauch. Und wenn’s der von der Ivanka unter Mitarbeit vom Rupert ist. Ein Stammhalter vom wurmigen Apfel.

Ob ihr diese und andere Wünsche in Erfüllung gehen werden, lassen Ringsgwandl und Schneider im Ungewissen. Gewiss ist, dass es rund geht im KosmosTheater: Musiktheater mit Message, hin- und mitreißend.

www.kosmostheater.at

Wien, 15. 10. 2015

Kosmos Theater: Dr. Österreicher sieht fern

Januar 15, 2015 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Stück in 3 TV-Sendungen und 2 Werbepausen

Maria Fliri, Nikolaus Firmkranz, Peter Bocek Bild: Bettina Frenzel

Maria Fliri, Nikolaus Firmkranz, Peter Bocek
Bild: Bettina Frenzel

Am 21. Jänner hat am Kosmos Theater „Dr. Österreicher sieht fern“ Premiere. Ein Stück in drei Fernsehsendungen und zwei Werbepausen. Am Tag des deutschnationalen und politisch weit rechts einzustufenden Akademikerballs, Jahr für Jahr symbolträchtig in der Hofburg zelebriert und von der  Wiener FPÖ als „märchenhaft rauschende Ballnacht“ bezeichnet: Wien tanzt! Wien brennt!

Dr. Österreicher sieht fern.
Er zappt durch das Angebot.
Bei den Bildern von der Protestkundgebung zum Ball hält er inne.
Morgen wird er sie bereits vergessen haben.
Gesehen, registriert, vielleicht kurz dazu geäußert und weitergezappt.
Die Nachricht als vergänglichstes aller Güter.

In Form der drei TV-Formate, „Am Schauplatz Hofburg“, „Club 3000“ und „Messer Gabel Hirn“, gestalten vier AutorInnen in Anlehnung an Frisch, Bernhard und Handke einen „Theaterabend in drei Episoden mit mehreren Werbepausen“ rund um die Frage der Tradition des Akademikerballs in Wien. Der Theaterraum mutiert zum TV-Studio und zeigt eine multimedial inszenierte Wirklichkeit.

Mit: Peter Bocek, Maria Fliri und Nikolaus Firmkranz. Texte: Martin Fritz, Thomas Köck, Gerhild Steinbuch und Cornelia Travnicek. Regie: Susanne Draxler.

www.kosmostheater.at

Wien, 15. 1. 2015

Armes Theater Wien: Tape

Oktober 28, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein Verhör um Sex und Gewalt

Rüb, Pauer, Bocek Bild: © Martin Hauser Photography

Rüb, Pauer, Bocek
Bild: © Martin Hauser Photography

Polanski, Kachelmann, Strauss-Kahn – die Öffentlichkeit diskutiert immer wieder ausgiebig und mit voyeuristischen, vorurteilsdummen Ausfällen über die Grenze zwischen einvernehmlichem und erzwungenem Sex. Da kommt Stephen Belbers amerikanisches Erfolgsstück „Tape“ von 1999, das jetzt von Erhard Pauer im WUK Projektraum inszeniert wurde, zeitgerecht. Nicht nur, weil das Well-made-Play, in dem drei ehemalige Schulkameraden in knapp anderthalb Stunden Echtzeit in einem Motel-Zimmer aufeinandertreffen, sich ebenfalls um jenen kritischen Punkt dreht. Sondern weil Belber raffiniert offen lässt, ob es sich bei dem fraglichen Vorfall auf der Highschool-Abschluss-Party vor zehn Jahren bloß um Sex oder schon um Gewalt gehandelt hat – jeder der drei hat seine eigene Version.

Außerdem dreht Belber den Spieß um: nicht die Frau ist es, die den Mann der Vergewaltigung anklagt. Vielmehr will sich Jon – auf Druck von Vincent, der seiner Jugend-Liebe Amy immer noch hinterhertrauert – bei Amy für eine Vergewaltigung entschuldigen, die er ihrer Meinung nach gar nicht begangen hat. „Wir haben unterschiedliche Wahrnehmungen davon, was passiert ist“, fasst sie schlicht zusammen – und weder Vincent (der von einer Vergewaltigung überzeugt ist, weil er sich nicht erklären kann, wie Amy sonst mit Jon, aber nicht mit ihm hätte schlafen können), noch Jon (dessen Geständnis Vincent zuvor heimlich auf der titelgebenden Kassette aufgenommen hatte) wollen das fassen. Aus dem Gespräch über alte Zeiten schält sich allmählich ein Verhör heraus. Ein Duell um Kopf und Kragen. Amy entzieht sich nämlich der Opferrolle und ihrer Vereinnahmung durch die beiden Männer, indem sie deren Geschichte ihre eigene entgegensetzt und somit im psychologisch fein gedrechselten Gespräch letztlich am besten abschneidet. Belbers Dialoge sind von messerscharfem Realismus, gerade weil er den Figuren Unschärfen, Widersprüche, Füllmaterial, Wiederholungen und Verlegenheitsrepliken erlaubt.

Es spielen die wunderbaren Darsteller Peter Bocek, Krista Pauer und Daniel Ruben. Zu sehen bis 2. November.

www.armestheaterwien.at

Wien, 29. 10. 2014

KosmosTheater: Große Töchter

April 22, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Von Frauen, die unbedingt in die Bundeshymne gehören

Peter Bocek, Maria Fliri Bild: © Mark Mosman

Peter Bocek, Maria Fliri
Bild: © Mark Mosman

Am 24. April hat im KosmosTheater „Große Töchter“ von Regisseurin Barbara Herold Premiere. Es spielen Maria Fliri und Peter Bocek. „Heimat großer Töchter und Söhne“ – Eine dokumentarisch-satirische Collage über die umstrittene Adaption der Bundeshymne und eine erlesene Auswahl großer Töchter, die es zu würdigen gilt. Aber wann ist eine Österreicherin eine „große Tochter“? Und warum? Ist das Prädikat „Mutter aller Einbauküchen“ höher zu bewerten als die Beteiligung am kommunistischen Widerstand gegen die Naziherrschaft? Wie ist es zu verkraften, dass die „schönste Frau der Welt“ Erfinderin ist? Wie kommt eine jüdische Sozialpionierin als Studienobjekt für Hysterie zu Weltruhm? Wieso ist eine Weltmeisterin auf einmal ein Mann? Ist der Einsatz für sozial Schwache nicht schrecklich naiv? Zu Wort kommen unter anderem Margarete Schütte-Lihotzky, Hedy Lamarr, Bertha Pappenheim, Ute Bock und Cecily Corti. Sie gewähren Einblick in die Tiefen und Untiefen der österreichischen Seele.

Seit 2012 ist die „geschlechtsneutrale“ Version der Bundeshymne per Gesetz gültig. Heftige Polemik hat den Prozess begleitet und entbehrte nicht einer gewissen Komik. Dazu Barbara Herold: „Ob die Änderung der Hymne sinnvoll, notwendig oder gar ein Muss war, wird im Theaterprojekt ‚Große Töchter nicht entschieden werden. Aber dass es 2014 nicht mehr darum gehen kann, irgendeinen ‚Nachweis’ erbringen zu müssen, dass österreichische Frauen es sich verdient haben, als ‚große Töchter‘ bezeichnet zu werden, ist die eigentliche These des Projektes. Wünschenswert ist letztlich, dass eine Debatte wie die um die Änderung der Bundeshymne gar nicht erst hätte stattfinden müssen.“ Österreich hat eine beeindruckende Vielzahl an Großen Töchtern.Barbara Herold lässt diese Frauenpersönlichkeiten zentral zu Wort kommen:

Bertha von Suttner (1843-1914): Erste Friedensnobelpreisträgerin

Bertha Pappenheim (1859-1936): Jüdische Sozialpionierin und berühmtestes Fallbeispiel der Hysterie

Margarete Schütte-Lihotzky (1897-2000): Erste studierte Architektin Österreichs, Erfinderin der „Frankfurter Küche“, kommunistische Widerstandskämpferin gegen die Naziherrschaft

Maria Augusta Trapp (1905-1987): Sängerin, Autorin,Leiterin der legendären „Trapp Family Singers“

Hedwig Eva Maria Kiesler (Hedy Lamarr) (1914-2000): Hollywood-Diva und Erfinderin

Cecily Corti (*1940): Obfrau des Vereins „Vinzenzgemeinschaft St. Stephan“, Leiterin des VinziRast-CortiHauses, einer Notschlafstelle für Obdachlose, und von „VinziRast mittendrin“, in dem Obdachlose gemeinsam mit Studierenden wohnen

Ute Bock (*1942): Erzieherin und Flüchtlingshelferin

Erik(a) Schinegger (*1948): Skiweltmeisterin im Abfahrtslauf 1966 und Inhaber einer Skischule in Kärnten

www.kosmostheater.at

www.dieheroldfliri.at

Wien, 22. 4. 2014