Nesterval: „Goodbye Kreisky – Willkommen im Untergrund“ als interaktive Live-Zom-Version

November 26, 2020 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen Wahlgrotesken ist …

Astôn Matters als Patrizia Rot, Tochter der Goodbye-Kreisky-Gründerin Gertrud Nesterval (l.) mit den BedROTen und dem Analyseteam. Bild: © Alexandra Thompson

Da dies die Besprechung einer Nesterval-Produktion ist, die frohe Botschaft zuerst: Für die Performances bis 12. Dezember gibt es noch Tickets. Und derer sollte man sich gleich mehrere sichern, hat man doch bei der gestrigen Uraufführung gerade mal acht von 80 Szenen gesehen – wie man danach in der Zoom-Plauderei erfährt. Denn der Spezialtrupp für immersive Theaterformen nützt, wie beim mit dem Nestroy-#Corona-Spezialpreis ausgezeichneten „Kreisky-Test“

(Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=39561), auch fürs zweite Lockdown-Abenteuer die Meeting-Plattform. Dessen Kenntnis ist keine Vorbedingung für „Goodbye Kreisky – Willkommen im Untergrund“. Mit dem Mail zum Teilnahmelink erhalten die Zuschauerinnen und Zuschauer jenen zu einem Filmessay von Jonas Nesterval, ein Was-bisher-Geschah über seine buchstäblich vom Erdboden verschluckte Mutter Gertrud, plötzlich auftauchende Briefe, Pläne, Paranoia wegen diffuser Bedrohungen, ein in jeder Hinsicht fantastisches Projekt …

Kurz, die mittels Gertrud Nestervals Kreisky-Test auserwählten Bewohnerinnen und Bewohner eines sicheren und sozialdemokratischen Utopia, das heißt: deren letzte Überlebende, wurden dieser Tage bei Bauarbeiten am Karlsplatz ausgegraben. Mehr als 50 Jahre waren sie in der dem U-Bahn-Bau untergeschmuggelten Anlage insoliert, in dieser 200 Meter tief gelegenen Stadt unter der Stadt, nun, da sich der Nesterval-Fonds für die Findlinge verantwortlich fühlt, wurden sie in eine geheime „Arena“ gebracht.

Wo wenige Auserwählte, das Publikum in sechs Gruppen à  zwölf Personen, sie live und in Farbe beobachten dürfen, ja, müssen, gilt es doch in enger Zusammenarbeit mit dem Analyseteam über das weitere Schicksal der „psychisch wie physisch fragilen“, nunmehr von 50 Kameras „beschützten“ BedROTen zu entscheiden – und anschließend die Rechtmäßigkeit der Geschehnisse zu bestätigen. Da sträuben sich erstmals die Nackenhaare, in Arenen ist – siehe argentinische Militärjunta – schon eine Menge Böses passiert.

Die Bergung der Pflegerin Ludowika Weiß: Rita Brandneulinger. Bild: © Lorenz Tröbinger für Nesterval

Special Guest Eva Billisich als Analyse008_Daniela. Bild: © Lorenz Tröbinger für Nesterval

Die VersorgerInnen: Romy Hrubeš mit Martin Walanka und Johannes Scheutz. Bild: © Lorenz Tröbinger für Nesterval

Gertrud Nesterval mit dem Nestroy Corona-Spezialpreis: Astôn Matters. Bild: © Alexandra Thompson

Und dem Familienfonds für karitative Zwecke, gegründet, man erinnere sich, von Martha Nesterval als eine Art Wiedergutmachung für das Treiben der Sippschaft im Dritten Reich, nämlich der Herstellung von Waffen unter Einsatz von Zwangsarbeitern, ist ohnedies nur bedingt zu trauen. Aber schwupps, schon hat einen Analytikerin Alexandra, Spielerin Julia Fuchs, zur Nummer 606 der entsprechenden Kommission gekürt, und nicht ohne Stolz möchte man erwähnen, dass man von deren anderen Mitgliedern alsbald zur Sprecherin gewählt ward.

Wahl – das ist das Thema. Denn die Vorsitzende Maria Grün, dargestellt von Performerin Alexandra Thompson, die diese Funktion seit Gertruds Ableben im Jahre 1997 innehat, wirkt zunehmend vergesslich, verwirrt, rücktrittsreif. Befindet der Rat der Frauen, Männer haben nämlich in Gertruds Unterwelt nichts zu melden, der Rat, in den jeder Clan eine Vertreterin entsendet. Als da wären: Rot, die VerwalterInnen, Patrizia und Ehemann Theo, sowie die gemeinsamen Kinder Franka, Roberta und Maggo – Astôn Matters, Alkis Vlassakakis, Laura Hermann, Michaela Schmidlechner und Willy Mutzenpachner.

Grau, die Ideologinnen, die Schwestern Viktoria und Raffaela – Miriam Hie und Claudia Six. Weiß, die PflegerInnen-Geschwister Ludowika, Anna und Erich – Rita Brandneulinger, Chiara Seide und David Demofike. Schwarz, die VersorgerInnen, Petra und ihre Was-auch-immer Jannik und Julian – Romy Hrubeš, Martin Walanka und Johannes Scheutz. Die Koproduktion mit brut Wien wie stets angeleitet von Herrn Finnland und Frau Löfberg, und im Analyseteam Christopher Wurmdobler als Jonas Nesterval und Special Guest Eva Billisich.

Verantwortliche für Kunst und Kultur gibt es keine, KünstlerInnen wurden von Gertrud als nicht systemrelevant erachtet, „Kunst kann man machen, wenn die Arbeit vorbei ist“, befindet Patrizia Rot, und wiewohl man gebeten wurde, nicht zu spoilern, darf man verraten, dass sie der großen Vorkämpferin leibhaftige Tochter ist. Dieser (no na) wie aus dem Gesicht gerissen, und weder psychisch noch physisch fragil, sondern voll des süffisanten Anspruchsdenkens. Aufzug wie Aufmarsch sind militärisch, die Frauen starken Willens, die Männer unemanzipiert und rechtlos. Ein wenig gemahnt das Setting an die Siebzigerjahre-Serie „Star Maidens“ mit Pierre Brice über ein Alien-Matriarchat, in dem die Männer in „Die Abhängigen“ und „Die Unfreien“ aufgeteilt waren.

Vorsitzende Maria Grün und Truppe: Alexandra Thompson, Miriam Hie, Astôn Matters als Patrizia Rot (Mi.) und Chiara Seide. Bild: © Lorenz Tröbinger für Nesterval

Das folgende Macht-Spiel um die neue Führungsfrau ist spannender als es „Der Kreisky-Test“ war, wenn auch mit weniger Interaktion, da mit den BedROTen kein Kontakt aufzunehmen ist. So gilt es für die Kommission – bestehend aus stimmberechtigten Frauen, nicht stimmberechtigten Männern, vier ins Bild drän- genden Katzen, einem Hund mit Streichelbedarf, sechs Flaschen Wein, zwei Bier et al./kohol– zu beschließen:

Wem folgen, welchen Weg einschlagen, welcher davon ist ein Irr- oder Ab-? Wie in jedem guten Thriller ist frei nach Hitchcocks Lehre kein Hinweis null und nichtig. Die innerfamiliären Konflikte, ältliche Despotinnen, junge Revolutionärinnen, Papakinder, Geschwisterzwistigkeiten, heimliche Liebespaare, Verschwörerzellen, Fluchtwillige, Fortschrittsverweigerer, Zukunftspessimisten, ihnen allen sollte die Kommission genau zuhören, um zu einem Schluss zu gelangen. Und so robbt man durch politische Grabenkämpfe diverser „demokratisch legitimierter“ Leitfigurinnen, angesichts deren Sesselsägerei jede Ähnlichkeit mit tatsächlichen heimischen Wahlgrotesken eh-schon-wissen ist.

Im digitalen Kämmerlein hat die Kommission schließlich die Chance, sich zu besprechen und ein Votum abzugeben – und siehe, was der/dem einen Sekte, ist der/dem anderen ein sozialistisches Paradies, jedoch: was ist eigentlich diese „lukrative und vielversprechende“ Idee, die der Nesterval Fonds für die Überlebenden anpreist? „Goodbye Kreisky – Willkommen im Untergrund“ ist ein sozialistischer Spaß, und am Ende so zynisch, wie es nicht einmal Walt Disney erfinden hätte können. Nach einem im Wortsinn geistreichen Schlussgag, gibt’s als Belohnung via E-Mail einen weiteren Geheimlink vom Feinsten.

Und statt des Nesterval-üblichen Zusammensitzens ein virtuelles Get-Together mit den anderen Kommissionen, den Back-ups und dem Analyseteam. Bei dem von jenen Gruppen, die einen anderen Weg als die eigene eingeschlagen haben, allerlei Wissenswertes über beispielsweise eine rituelle Waschung der Männer oder das Zusammentreffen der Gertrud-Nachkommen Jonas und Patrizia zu erfahren ist. So wurd’s mit Performance und Plauderei beinah 23 Uhr, bis man den Zoom-Raum endlich verließ. Mitte März soll ein Zusammenschnitt der besten Goodbye-Kreisky-Momente auf der Nesterval-Webseite folgen. Da hofft man natürlich, mit einem speziellen „Auftritt“ dabei zu sein. Freundschaft? Freundschaft!

Trailer: www.youtube.com/watch?v=n9d0HrRlGeU           vimeo.com/456901428           brut-wien.at           www.nesterval.at

  1. 11. 2020

theaterfink: Auferstehung der hingerichteten Theresia K** oder Das Mordsweib vom Hunglbrunn

August 30, 2018 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Theresias Geist macht den Täter dingfest

Am Ufer des Liesingbachs liegt eine Frauenleiche: Matjaz Verdel, Walter Kukla und Sabine Perle. Bild: Joseph Vonblon

Keinen historischen Kriminalfall, sondern einen fiktiven in der Gegenwart handelnden zeigt theaterfink in seiner aktuellen Produktion. Nach dem vorjährigen Streifzug durch die Wiener Rechtsgeschichte mit dem „Abschiedslied der zum Tode verurteilten Theresia K**“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=25243, es gibt neue Termine am 31. 8. sowie am 7. 14. und 21. 9.) spielt die Truppe rund um Prinzipalin Susita Fink und Dramaturgin Karin Sedlak bis

22. September die „Auferstehung der hingerichteten Theresia K** oder Das Mordsweib vom Hunglbrunn“. Gemordet wird diesmal in Atzgersdorf, Wien-Liesing, und das gleich in Serie. Nicht weniger als acht Frauen fallen dem Täter zum Opfer, wie es scheint haben sie sich zu Tode gelacht. Die einzige Auffälligkeit: Ihr Meuchler hat ihnen die Namen berühmter Frauenrechtlerinnen in die Haut geritzt. Den Stoff hat theaterfink anlässlich der Jubiläen 170 Jahre Kampf für Gleichberechtigung und 100 Jahre Frauenwahlrecht in Österreich gewählt, und wiewohl das Stationentheater wie stets ein wunderbarer Mix aus Schau- und Puppenspiel ist, dient die Wanderung diesmal auch als Lehrstück in Sachen Emanzipation.

Während also das Publikum dem Akkordeonspiel von Heidelinde Gratzl von Tatort zu Tatort folgt, ermitteln Eva Billisch als Kriminalbeamtin Josefa Seisser und Walter Kukla als Gerichtsmediziner Leopold Breitenecker – dieser, tatsächlich existiert habend, bis 1981 eine Koryphäe auf seinem Gebiet – mit den Spurensicherern Sabine Perle, Susita Fink und Matjaz Verdel. Als Zuschauer ist man schnell einmal mitten drin im Geschehen, wird aufgefordert ein polizeiliches Absperrband zu halten oder wird als vermeintlicher Augenzeuge vernommen, und wird vom Breitenecker gescholten, weil man den Leichenfundort „kontaminiert“.

Eva Billisich mit Amalia Holst. Bild: Joseph Vonblon

Adelheid Popp kämpft für Frauenrechte. Bild: Joseph Vonblon

Wo theaterfink ist, ist Hallo. An vielen Fenstern und auf Balkonen lehnen die Leute und schauen zu, Zaungäste schließen sich dem Tross an, Billisich, Fink und Kukla sind jederzeit in der Lage zu improvisieren, drei glänzende Komödianten, drei Volksschauspieler, und gewohnt, auf Tuchfühlung mit dem Publikum auf dessen Zwischenrufe einzugehen. Bald wird klar, die Ermordeten waren alle frauenbewegt, darunter die Chefredakteurin der feministischen Zeitschrift „Umschläge“, die Leiterin eines Lehrinstituts für Mädchen, denen die Eltern den Schulbesuch verweigern, die Leiterin eines Frauenhauses, eine Ehrenamtliche im Dienst von Alleinerzieherinnen in Not …

An jeder Station wird der jeweiligen Vorkämpferin für Emanzipation gedacht: Von Olympe de Gouges, die während der französischen Revolution eine Frauenrechtsdeklaration veröffentlichte und dafür auf der Guillotine landete, Amalia Holst, die erste deutsche Frau mit Doktortitel, Karoline von Perrin, die Pionierin der österreichischen Frauenbewegung, Adelheid Popp, hierzulande die erste Berufspolitikerin, bis zu Österreichs erster Frauenministerin Johanna Dohnal. Die Streitbaren werden mit Moritaten geehrt, diese das Kernstück der Aufführung, und treten schließlich höchstpersönlich, heißt: als Puppen von Nico Oest, auf.

Noch ein Opfer des Serienmörders: Eva Billisich, Walter Kukla, Sabine Perle. Bild: Joseph Vonblon

Das geht gut, bis in einem Frauenhals der Name der Theresia Kandl eingraviert ist. Das kann der Geist der Resi, dargestellt und getanzt von Karin Sedlak, natürlich nicht auf sich sitzen lassen. Und so eilt sie Frau Oberst Seisser zu Hilfe … Zwei Stunden dauert der Atzgersdorfer Rundgang, führt vom Kirchenplatz, vorbei an der Kandlkapelle in der Breitenfurter Straße – die Resi war ja eine gebürtige Atzgersdorferin – und entlang des Liesingbachs. Am Ende findet man sich in der „Gerichtsmedizin“ wieder, wo mit einem Schattenspiel der Fall geklärt wird. Die „Auferstehung der hingerichteten Theresia K**“ ist ein weiterer großartiger Abend von theaterfink. Einfach mitgehen und staunen!

Die wegen Gattenmords bei der Spinnerin am Kreuz 1809 als erste Frau gehängte Theresia Kandl soll übrigens heute noch Männer verfolgen, die Frauen Übles wollen. Ihr Skelett ist im Wiener Kriminalmuseum ausgestellt.

www.theaterfink.at/

  1. 8. 2018

theaterfink: Susita Fink und Karin Sedlak im Gespräch

Juni 3, 2017 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Die ganze Stadt als Theaterbühne

Abschiedslied der zum Tode verurteilten Theresia K.: Susita Fink und ihre Resi. Bild: Alexander Zech Wienbibliothek Druckschriftensammlung Signatur C-3997518092_hoch (002)

Es wird wieder gemordet. Susita Fink und ihre Theatertruppe „theaterfink“ haben auch heuer wieder einen historischen Kriminalfall recheriert, der nun unter dem Titel „Abschiedslied der zum Tode verurteilten Theresia K.“ aufgeführt wird. Die Moritat beleuchtet das Leben der Theresia Kandl, die unglücklich verheiratet, ihren Ehemann mit der Hacke erschlug – und als einzige Frau in Wien bei der Spinnerin am Kreuz gehängt wurde. Es gibt Aufführungen in allen Bezirken, die mit der schönen Resi zu tun habe.

1. Bezirk: hier stand die Schranne, in der sie inhaftiert war; 5. Bezirk: der Wohnort; 13. Bezirk: hier wurde Theresia getraut; 23. Bezirk: der Ort ihrer Kindheit. Erwartet werden darf ein Streifzug durch die Wiener Kriminal-Geschichte mit Schauspiel, Puppenspiel und musikalischen Treibstoff beim Wandern. Es spielen Eva Billisich und Walter Kukla, das Duo Rittmannsberger Soyka sorgt für die Livemusik. Susita Fink und Dramaturgin Karin Sedlak im Gespräch über Glücksmomente mit dem Publikum und die Sorgen mit der Subventionierung:

MM: Was ist theaterfink?

Susita Fink: Ein politisches Straßentheater, das historische Kriminalfälle spielt, mit dem Hintergrund, Sozialgeschichte aufzurollen und Wiengeschichte aus einem kritischen Blickwinkel zu beäugen. So schön war die „gute alte Zeit“ nämlich nicht. Wir haben 2009 angefangen, mit Jura Soyfers „Der Lechner Edi schaut ins Paradies“, wir haben gespielt, wo sich die Dinge ereignet hatten, am Donaukanal, im dritten Bezirk, in Geschäftslokalen, in denen Jura Soyfer als Schüler eingekauft hat und die es immer noch gibt – und so ist unsere Truppe entstanden.

MM: Die alsbald auf die Mörderstorys umgeschwenkt ist. Die Hauptakteure Ihrer Produktionen sind meistens Puppen.

Fink: Ja, weil ich mir damals schon gedacht habe, niemand stirbt besser als eine Puppe. Gabriele Müller-Klomfar hat mir Bücher gegeben, in denen historische Kriminalfälle aufgelistet waren, oft bedienen wir uns am „Wiener Pitaval“, einer Sammlung aufsehenerregender Kriminalfälle im „alten Wien“ zwischen 1805 und 1844 und ich dachte, das muss doch gut funktionieren, das ist doch in Wien aufg’legt, das muss Publikum anziehen – und das tut es auch.

MM: Wie funktioniert nun theaterfink?

Fink: Nicht als einfaches Straßentheater, wir spielen nicht an einem Platz, sondern wir wandern dramaturgisch durchdacht zu zehn bis elf Stationen, die mit dem Kriminalfall zu tun haben – auch am Tatort vorbei! Da sich Wien seit dem 19. Jahrhundert natürlich stark verändert hat, suchen wir auch nach einer, zu einzelnen Szenen passenden, authentischen, schöne Wiener Kulisse. Wir haben Musikbegleitung, das Publikum folgt, und an jeder Station entspinnt sich eine Szene. Statt Bühnenbildwechsel gibt es bei uns Schauplatzwechsel.

Eva Billisich und die schöne Resi. Bild: Susita Fink

Die „theaterfinken“ fahren diesmal auch nobel Kutsche: Eva Billisisch, Walter Kukla und die Resi. Bild: Susita Fink

MM: Ich habe im vergangenen Jahr nicht nur beobachtet, dass Sie nicht nur so viel Publikum haben, 80 Zuschauer pro Abend, dass Leute nicht  mitwandern können, sondern, dass sich an den Stationen Menschen dem Zug noch angeschlossen haben. Es gibt also tatsächliches Interesse.

Fink: Ja, beides passiert natürlich: Dass wir Publikum abweisen müssen, aber dass andererseits zufällige Passanten oder Leute aus Wirtshäusern, vor denen wir spielen, rauskommen und mitgehen. Eigentlich war dies ja auch die Grundidee, es so aufzuziehen, wie das Gemeindebautheater von Didi Macher und Ulf Bierbaumer. Ich habe dieses Theater als Kind geliebt, wenn die Dario Fo gespielt haben, war ich mit meinen Eltern dort. Meine Idee war also wirklich politisches Straßentheater für alle zu machen, ein g’scheites, gut recherchiertes, lustiges Theater, das die Bevölkerung nichts kostet. Aber das funktioniert nicht, weil die Subventionsgeber kein Interesse daran haben.

MM: Bevor wir zum Negativen kommen, noch was Positives: „Von Grosskopfade und Sacklpicka III“ behandelt nach Georg Reznicek und Peter Ritter von Bohr endlich ein Mordsweib.

Fink: Richtig. Und wieder spielen Eva Billisich und Walter Kukla, die Musik sollte wieder Ernst Molden komponieren. Wir wollten diesmal nicht nur den Kriminalfall wiedergeben, sondern auch etwas über die Mädchenerziehung und das Frauenbild anno 18. Jahrhundert aussagen. Die Geschichte der Emanzipation, der Frauenrechte und von Frauen im Rechtssystem von der Seite einer Täterin aufrollen. Dass wir annähernd Gleichberechtigung haben, ist ja auch bei uns noch nicht so lange her, doch vieles muss noch erkämpft werden. Frauen machen zum Beispiel heute immer noch den Großteil der unbezahlten, beziehungsweise schlecht bezahlten Care-Arbeit. Das Konzept dazu wurde von den Fördergebern nicht unterstützt, jetzt gibt es eine Kurzversion, die sich rein mit den historischen Fakten beschäftigt.

MM: Worum geht’s?

Karin Sedlak: Um Theresia Teppich, 1785 in Atzgersdorf bei Wien geboren, Mutter eines unehelichen Kindes und ergo in weiterer Folge mit dem Greißler Matthias Kandl verheiratet. Alsbald lief in der Ehe einiges schief, weshalb sie zur Hacke griff und den Gatten erschlug. Die „Resi“ war die einzige Frau, die bei der Spinnerin am Kreuz öffentlich gehängt wurde. Leider existieren von ihrem Fall keine vollständigen Akten mehr, sondern lediglich Memorabilien im Wiener Stadt- und Landesarchiv. Darin wird festgehalten, sie war eine sehr attraktive Person, „von ziemlich großer, schlanker Leibesstatur, hat ein längliches sauberes Gesicht, gespitzte Nase, blaue Augen und blonde rückwärts in einen Chignon geschlungene Haare.“ Wienerisch würde man sagen, sie war ein „fesches Pupperl“, daher wird sie bei uns von einer Puppe dargestellt. Einer lebensgroßen, blonden Puppe, die Nico Oest gefertigt hat. In der Wienbibliothek haben wir sogar den Originaldruck einer Abschiedsmoritat gefunden, in der Theresia Kandls Leben musikalisch zusammengefasst wird. Sie wird bei unserer Theaterwanderung nicht nur zu hören sein, sondern ist auch das Gerüst für unsere Handlung.

So geht’s zu, wenn auf der Straße Theater gespielt wird. Bild: Susita Fink

Und dann wird natürlich gewandert. Bild: : Joseph Vonblon

MM: Wenn man Ihnen so zuhört: Sie arbeiten historisch höchst korrekt, Sie  recherchieren lange und ausführlich.

Sedlak: Für unser Projekt war eine lange Zeit der umfassenden Recherche in vielen unterschiedlichen Quellen nötig. Ausgehend vom historischen Recherchematerial erzählen wir  die Geschichte  der „schönen Greißlerin von Hungelbrunn“ mit dem Schwerpunkt auf Sozialgeschichte, der Lage der Frauen und der Geschlechterverhältnisse, sowie der damaligen der Gerichts- und Hinrichtungspraxis. Sogar digitalisierte Taufprotokolle der Protagonisten, Verlassenschaftsakten und historische Augenzeugenberichte haben wir finden können!  All diese Niederschriften sind in Kurrentschrift abgefasst –  was, wie jede persönliche Handschrift, oft viel Mühe im Entziffern verlangt! Wir haben in Bezirksmuseen recherchiert,  haben alte Stadtpläne auf die Lage der  historischen und heutigen Örtlichkeiten überprüft und um die damalige Erziehung der Mädchen zu erforschen, haben wir stapelweise betreffende Schriften des 18./19. Jahrhunderts studiert und exzerpiert.

Fink: Was uns an diesem Fall außerdem interessiert, ist nicht nur die Tat, sondern die feministische Frage, ob Resi in ihrer Zeit als Frau andere Möglichkeiten gehabt hätte, als den Kandl zu heiraten. Wir wollten uns diesmal nicht nur mit den historischen Akten beschäftigen, sondern eine Brücke zur Situation der Frauen dieser Tage schlagen. Das ist jetzt mal an der Finanzierung gescheitert, aber die Basis Kultur hat uns ermöglicht, die Kurzversion zu machen. Karin hat ja so viel historisches Material ausgegraben, dass es schade gewesen wäre, das jetzt liegen zu lassen. Ich habe daraus für das Festival der Bezirke eine Montage aus Erzählung und Szenen konzipiert, die aus recherchierten Zitaten besteht. Das Ganze wird sehr ins Komische gezogen, diese Texte, wie Mädchen sein sollen und wie sie erzogen werden sollen. Bei manchen Stellen bleibt einem allerdings das Lachen im Hals stecken, weil es heute immer noch Menschen gibt, die denken, dass Frauen so und nicht anders sein sollen. Die Musikstücke sind alte Wiener Tänze, gespielt vom Duo Rittmannsberger Soyka.

MM: Das „Abschiedslied der zum Tode verurteilten Theresia K.“ wird nun vier Mal im Rahmen des Festival „Wir sind Wien“ gezeigt.

Fink: Genau. Und zwar – Bezirksnummer ist gleich Datum. Die Treffpunkte sind die Bezugspunkte in den einzelnen Bezirken. Am Hohen Markt, im ersten Bezirk stand die Schranne, in der Resi inhaftiert war. In der Wiedner Hauptstraße, im fünften Bezirk, im damaligen Vorort Hungelbrunn, geschah der Mord. Am Hietzinger Platzl im 13. Bezirk hat sie den Kandl in der Kirche Maria Hietzing geheiratet. Im 23. Bezirk ist sie geboren und aufgewachsen, da treffen wir uns am Kirchenplatz in Atzgersdorf. Der Text ist je nach Ort adaptiert und erzählt in Vor- und Rückblenden- ihre Geschichte.

MM: Ein immenser Aufwand für vier Mal.

Fink: Ja, noch dazu, wenn man bedenkt, dass wir unterwegs einen Publikumsdienst haben, Beleuchter, Fahrzeuge auf der Wegstrecke, in denen Kostüme und Requisiten für uns verstaut sind und Puppe und Kostüm extra gefertigt wurden. theaterfink funktioniert überhaupt nur, weil Künstlerinnen und Künstler von der Sache so überzeugt sind, dass sie, wenn wir übers Finanzielle sprechen, sagen: „Das ist eine tolle Sache, gib mir, was du geben kannst.“. So darf’s nicht sein, so stellen wir nie Kostenwahrheit her und alle arbeiten für einen Hungerlohn. Karin und ich arbeiten ohnedies auch in anderen Projekten als Brotberuf, um uns unsere Kunst leisten zu können! Aber es arbeiten bei theaterfink nur Profis. Normalerweise haben wir im August/September immer eine längere Spielserie, doch ich habe drei Mal um Förderungen eingereicht, ein viertes Mal tu ich es noch, aber ich wurde immer abgelehnt.

MM: Mit welcher Begründung?

Fink: (sie lacht). Dabei hätte ich gerade das mit dem Licht heuer gern verstärkt eingebaut, denn eine Hinrichtungsszene, zu der wir wunderbare historische Tagebucheintragungen haben, das schreit geradezu nach Schattentheater.

Susita Fink hat sich für ihre Truppe vom Straßentheater der Didi Macher inspirieren lassen. Bild: Susita Fink

MM: Wie passt das zusammen, dass eine Theatertruppe mit einer Kurzversion zu einem Stadt-Wien-Festival eingeladen wird, man ihr aber darüberhinaus die lange Nase dreht? Schätzt man sie nun wert oder nicht?

Fink: Ich habe keine Ahnung, ich habe das auch jedes Mal gesagt, aber ich habe von der Stadt Wien schon so viele ablehnende Begründungen gehört . Dabei schätzen uns die Bezirke, die Bezirksvorsteher freuen sich in der Regel sehr, wenn wir kommen, und auch die Gastronomie. Wir machen ja in Lokalen halt und enden schließlich in einem Wirtshaus. Die rufen schon im Winter an und fragen: Kommt ihr im Sommer wieder?

MM: Kann ich bestätigen. Ich gehe immer noch ins „Ramasuri“… „Regiemangel“ war ja auch mitunter ein Kritikpunkt.

Fink: Erstens ist das eine Kostenfrage und zweitens eine strikte Regie, wie im Theaterraum, das geht nicht. Wir haben ein durchdachtes Konzept, wir haben Schau- und Puppenspieler, die absolut stück- und textsicher sind, aber sie müssen improvisieren können. Was glauben Sie, wie oft uns aus einem offenen Fenster schon was zugerufen wurde? Darauf muss man reagieren können, das macht den Charme unserer Aufführungen aus. Und es ist auch äußerst lustig.

MM: Was würden Sie brauchen?

Fink: 200.000 Euro für 40 Vorstellungen, die wir locker bespielen könnten. Es sind bei jeder Aufführung sowohl Künstlerinnen als auch für die Logistik und die Beleuchtung mindestens 12 Leute im Einsatz. Da gibt es viel Vorbereitungszeit und Organisation. Das muss gerecht bezahlt werden und darunter bekommt man kaum einen Profi wie Ernst Molden, der für uns immer wieder Moritaten schreibt. Walther Soyka, der uns seit der ersten Produktion musikalisch begleitet, ist ja auch kein Unbekannter. Das Meiste ist bei uns im Wahrheit Eigenleistung, das Ganze ist für mich und meine drei Kinder in Wahrheit existenzbedrohend.

MM: Und nun der positive Schlusssatz: Die Hoffnung stirbt zuletzt?

Fink: Kommen Sie, schauen Sie. Wir zeigen ein historisches Stück, sehr lustig. Ich glaube nämlich, dass man sich das Lachen nicht verderben lassen darf. Im Lachen liegt die wahre politische Kraft.

www.theaterfink.at

Theaterfink: Da Einedrahra in der Leopoldstadt!

August 12, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Wanderung durch eine Wiener Kriminalgeschichte

Walter Kukla mit Peter von Bohr, Walther Soyka, Eva Billisich mit Kommisär Felsenthal und Susita Fink mit Frau Bohr. Bild: Joseph Vonblon

Walter Kukla mit Peter von Bohr, Walther Soyka, Eva Billisich mit Kommisär Felsenthal und Susita Fink mit Frau Bohr. Bild: Joseph Vonblon

Dass einem der Hauptdarsteller die Hand küsst, das ist schon was, selbst, wenn er nur ein Latexschädel in einem alten Gehrock ist. Küsst und danach abstaubt, weil Peter Ritter von Bohr, das war ein großer Abstauber. Die Truppe Theaterfink erzählt als zweiten Teil ihres Zyklus‘ „Von Grosskopfade und Sacklpicka“ seine Geschichte, ein spannendes Stück Wiener Kriminalgeschichte: „Da Einedrahra in der Leopoldstadt!“.

Das ist mehr als Straßentheater, vielmehr eine wundersame Wanderung über elf Stationen, authentische Schauplätze, an denen der Betrüger sein Unwesen trieb und nun wieder treibt, vom Alexander-Poch-Platz bis in die Praterstraße. Mehr als eine Verquickung von Schauspiel und Puppenspiel, vielmehr ein saftiges Stück Volkstheater, das sich als freches Instrument zum politischen Aufbegehren versteht. Dazu von Ernst Molden erdachte Moritaten – da muss man im mehrfachen Wortsinn mitgehen.

Die Figur Peter Ritter von Bohr ist zu gut, um erfunden worden zu sein. 1773 in Luxemburg geboren, kam der Künstler und Erfinder durch Wechselgeschäfte mit Napoleons Truppen zu einem ansehnlichen Vermögen, das sich danach allerdings wie von selbst vermehrte. Eine der Erfindungen Bohrs war ein Gerät zur Erstellung von Sicherheitsmerkmalen beim Druck von Banknoten. Bohr kaufte bald halb Wien auf, hatte Geschäftspartner bis in allerhöchste Kreise, Metternich war einer seiner Schuldner, der gute Kaiser Franz lobte seine Unternehmungen, er war 1819 Mitbegründer der Ersten Österreichischen Spar-Casse mit Sitz Alexander-Poch-Platz – und flog 1845 durch Ermittlungen des Kommissär Felsenthal als Geldfälscher im großen Stile auf. Nach seiner Verurteilung beriet er die Nationalbank punkto fälschungssicherer Banknoten. Wer nun aktuelle Bezüge zu heute mutmaßt oder unerwünschte Ähnlichkeiten sieht, der hypoventiliert. Jedenfalls, historisch 1906 wurde Bohrs Haus in der Tivoligasse, das „Banknotenhäusel“, abgerissen – und bei den Arbeiten fand man ein männliches, mumifiziertes Skelett in einem Fass. Wer das war? Und von wem ermordet – von Bohr? Man weiß es nicht.

Genau hier fängt „Da Einedrahra in der Leopoldstadt!“ an. Nach einer Idee von Gabriele Müller-Klomfar und Susita Fink, hat die Fink einen g’scheiten, akribisch recherchierten Text geschrieben, den Frau Prinzipalin auch selbst in Szene setzte. Das ist nicht nur eine Hetz‘, sondern was fürs Hirn, was man da alles an Geschichte und G’schichtln erfährt. Und die Leute marschieren mit, zwei Hunde auch, fotografieren, schauen aus den Fenstern ihrer Wohnungen auf die Gassn, wobei sich ein besonders keifertes Waschweib später als Mitakteurin entpuppt, kommen aus Cafés und Beisln und weichen hurtig den ohne Rücksicht auf Verluste agierenden Darstellern aus. Spektakel müssen sein. Und das darob höchst amüsierte Publikum mittendrin.

Einige honorige Herren der Wiener Gesellschaft. Bild: Joseph Vonblon

Honorige Herren der Wiener Gesellschaft. Bild: Joseph Vonblon

Der Kommissär am Buckl der Künstler. Bild: Joseph Vonblon

Der Kommissär am Buckl des Künstlers. Bild: Joseph Vonblon

Eva Billisich spielt die arbeitslose Pathologin Edith, die von ihrer ehemaligen Studienkollegin, nun pragmatisierte Bundesdenkmalamtsbeamtin, Hanni (Claudia Hisberger) gebeten wird, sich die störende Leich‘ anzuschauen. Heißt: in einem gefakten Gutachten zu bescheinigen, dass es sich bei ihr nicht um einen historisch relevanten Fund handelt. Da prallen sie aufeinander, die beiden Welten der Linksgedrehten mit dem Flachmann und der Gutsituierten mit dem Aktenmapperl, und es kommt der großartigen Billisch zu, die Moritaten vom Geld und wie ihm die Menschen hinterherkräun zu singen. Wie eine finanzgeile Fledermaus plustert sie sich dazu vor dem Johannes-von-Gott-Denkmal auf, und der Ordensgründer der Barmherzigen Brüder scheint ihr recht zu geben. „Die Stadt wächst und mit ihr das Konto einiger weniger.“

Im Kriminalmuseum, passenderweise, stellt sich der Schurke persönlich vor – „Der Armen sind viele und es kann ein lukratives Geschäft sein, in die Wohltätigkeit zu investieren“ -, und ein Spiel auf zwei Zeitebenen beginnt. Ediths Schnodern vs Bohrs elegant altertümlicher Ausdrucksweise. Und seiner Galanterien gegenüber den Damen. Das ist sehr charmant. Während die beiden Freundinnen Fundstücke vom Tatort untersuchen, beginnt parallel eine Zeitreise in den Vormärz, wo sich die Schlinge um Bohr immer enger zieht. Walter Kukla haucht der beinah menschengroßen Puppe Leben ein. Den ihn verfolgenden Kommissär Felsenthal muss Knopfharmonikaspieler Walther Soyka auf dem Buckl ertragen. Hinter Fotowänden melden sich honorige Herren der Wiener Gesellschaft, die besten Köpfe, ja selbst das gekrönte Haupt und sein Kanzler, zu Wort.

Georg Mittendrein ist als GenI.a.D. Agent Schwarzhappl mit von der Partie, aber mittlerweile sind die Zuschauer sowieso alle in den Spitzelstatus erhoben. In Gruppen aufgeteilt wird man vor Bohrs Wohnhaus, Jägerzeile Nr. 520, auszuschwärmen und es zu umstellen haben. Habt acht!, die Fink scheucht Unentschlossene auf ihre Positionen. Die schönste Puppe ist die von ihr bewegte Frau Bohr, Mathilde Gräfin Christalnigg, grasser geht’s nicht, die die Nerven verlieren und ihren Mann verraten wird. Es kommt ergo zum Showdown beim Nestroydenkmal, wo Bohr sein sentimentales Schlusslied vom unverstandenen Wohltäter singen darf. Es gibt zu sehen, wer im Fass ist, und zu erfahren, warum Hanni die Leich‘ unbedingt wieder verschwinden lassen will.

Die Moral von der Geschicht‘ ist nämlich: Die Reichen haben alle eine im Keller. Oder wie die Billisch sagt: „Die Großkopfaden glauben, Geld steht ihnen zu.“ Das ist, im Falle dieser Inszenierung, so lustig, weil es wahr ist. Mitwandern, mitwundern! Dieser Streifzug durch die Welt der gewieften Finanz-Einedrahra ist sehenswert.

Vorstellungen bis 16. August. Am 1. September übersiedelt Peter Ritter von Bohr an seine zweite Wirkungsstätte in den 23. Bezirk: „A Einedrahra kommt nach Liesing!“

www.theaterfink.at

Trailer: www.youtube.com/watch?v=AEunfKJFDh8

Wien, 12. 8. 2016

Drachengasse: Zwei Frauen und eine Leiche

Oktober 29, 2013 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Eva Billisich führt Regie

Bild: © Margot Lehmann

Bild: © Margot Lehmann

Am 4. November hat im Theater Drachengasse Bar & Co „Zwei Frauen und eine Leiche“ von der brasilianischen Autorin Patrícia Melo Premiere. Eine Produktion der SAG’MAS-Theatergruppe. Ein Stück über Liebe, Freundschaft, Eifersucht, Tod und absurde Überlebensstrategien: Ana ist tablettensüchtig. Beatriz funktioniert nur, wenn sie Arbeitsaufträge unter Zeitdruck zu erledigen hat. Jede tut so, als ob. Jede hat ihre eigene Strategie für das Leben. Doch dieses gerät aus den Fugen, als der Geliebte der einen und Ehemann der anderen ermordet wird. Zwei Frauen und eine Leiche beginnt wie ein klassischer Krimi. Doch MörderInnen spielen hier keine Rolle. Vielmehr entwickelt sich die scheinbar leichte, verrückte Komödie zu einer fesselnden Charakterstudie zweier Frauen und ihrer vielschichtigen Beziehung. Regie führt Eva Billisich; es spielen Michaela Kis und Angela Nagy. Zu sehen bis 9. November.

www.sagmas-theatergruppe.at

Trailer: http://youtu.be/TfLRASVLbDs

Novemberprogramm in der Drachengasse:

28. Oktober – 30. November, Di-Sa um 20 Uhr
Oder nicht sein von Joshua Sobol

Bar&Co, 8. und 22. November um 22.30 Uhr
The English Lovers present: The Late Night Theater Jam

Bar&Co, 10. Novemberum 20 Uhr
Musikschiene: Timmel & Steiner: DAS AUCH NOCH!

Bar&Co, 11. November um 20 Uhr
Improkrimi – Mord is back in town
und bedroht die gebrechliche Einrichtung der Welt

Bar&Co, 15., 21., 22. November um 20 Uhr
Das wars dann wohl!
Die Damen Sowinetz, Tiesel und Duchateau nehmen Abschied von der Liebe!

Bar&Co, 16., 17., 19., 20. November um 20 Uhr
Empfänger unbekannt von Kressmann Taylor

Szenische Lesung im Andenken an die Novemberpogrome 1938

Bar&Co, 25. – 30. November um 20 Uhr
Lohengrin
Ein Theaterstück nach Wagners Ope
r für 5 Personen

www.drachengasse.at

Wien, 29. 10. 2013