Albertina: Maria Lassnig. Ways of Being

September 1, 2019 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Von Selbstporträt bis Science-Fiction

Maria Lassnig: Mit einem Tiger schlafen, 1975. Albertina, Wien – Dauerleihgabe der Oesterreichischen Nationalbank © Maria Lassnig Stiftung

Ab 6. September würdigt die Albertina Maria Lassnig  mit einer umfassenden Retrospektive. Die Ausstellung zeigt die beeindruckenden Haupt- und Schlüsselwerke einer der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Innerhalb der Fülle an Themen, denen sich Maria Lassnig zeitlebens widmete – Selbstporträt, Science-Fiction, die Beziehungen zu Menschen, Tieren und Technik, das Verhältnis zu Gewalt und Krieg – dominiert inhaltlich als roter Faden in ihrem Schaffen das Sichtbarmachen ihres Körperbewusstseins.

 

Bereits ab Ende der 1940er-Jahre machte Lassnig den eigenen Körper zum Mittelpunkt ihrer Kunst, lange bevor Körpergefühl, Körpersprache und das Verhältnis von Mann und Frau zentrale Themen der internationalen Avantgarde wurden. Sie markiert damit einen wichtigen Wendepunkt in der Geschichte der modernen Kunst, dessen Nachhall bis heute spürbar ist. Humorvoll und ernst, sehnsuchtsvoll und gnadenlos bannt die Künstlerin ihre Selbstempfindung auf den Malgrund. Nicht was sie sieht, sondern wie sie sich spürt, wird zum Bild.

Maria Lassnig: Du oder Ich, 2005. Private Collection. Courtesy Hauser & Wirth Collection Services © Maria Lassnig Stiftung © Stefan Altenburger Photography Zürich

Maria Lassnig: Woman Power, 1979. Albertina, Wien, Sammlung Essl © Maria Lassnig Stiftung © Graphisches Atelier Neumann, Wien

www.albertina.at           Maria Lassnig: Kantate www.youtube.com/watch?v=4sDSZ9GwnCE

1. 9. 2019

„Being Else“ im Kosmos Theater

Juni 10, 2013 in Tipps

Einblick in verwirrte Gehirnwindungen

Bild: © Judith Stehlik

Bild: © Judith Stehlik

Ab 13. Juni zeigt das Wiener Kosmos Theater „Being Else – ein multiples System“, eine Musiktheater-Koproduktion mit DAS GUT nach dem Originaltext  von Arthur Schnitzlers „Fräulein Else“. Schnitzlers Novelle  erzählt vom inneren Kampf einer jungen Frau, die sich im Auftrag ihres in Geldnöte geratenen Vaters an einen wohlhabenden „Freund“ der Familie wenden und sich von diesem einen großen Geldbetrag beschaffen soll. Die unterschwellige Aufforderung zur Prostitution, die Erpressung des Familienfreundes und die eingeforderte Loyalität ihren Eltern gegenüber lösen in Else einen tiefschürfenden Konflikt und einen Prozess der Verzweiflung aus, der sie dem Suizid entgegentreibt. Daraus wird nun der atemlose Kampf einer multiplen Persönlichkeit, die versucht dem Missbrauch zu entrinnen.

„Fräulein Else“ alias “Being Else“ ist gezwungenermaßen „being (somebody) else” – „Andere sein“, um es zu ertragen. Persönlichkeitsspaltung als typischer Moment im Leben eines missbrauchten Menschen. Acht Performerinnen (eine Gesangsrolle, eine Tanzrolle, sieben gemischte Rollen) und die Musik als Teilpersönlichkeiten von Else werden zu einem allmählich immer fataler werdenden Diskurs, dessen Dynamik fortwährend ansteigt und der schlussendlich auf dem Höhepunkt implodiert. „Being Else“ ist ein Blick ins Gehirn, durchsichtig und doch undurchdringlich. In der Regie von Rachelle Nkou spielen Johanna Orsini-Rosenberg, Birgit Linauer, Rita Dummer, Sascia Ronzoni, Eli Veit, Ursula Wiednig, Anna Hein, Rachelle Nkou und Alexander Braunshör.

Die Produktion ist im Finale der World Stage Design 2013  im englischen Cardiff.

www.kosmostheater.at

Von Michaela Mottinger

Wien, 10. 6. 2013