Festspielhaus St. Pölten: La Fura dels Baus

Februar 9, 2016 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Trilogia Romana mit dem Tonkünstler-Orchester

Trilogia romana Bild: Corrado Maria Falsini, Hösl

Trilogia romana
Bild: Corrado Maria Falsini, Hösl

Am 13. Februar ist im Festspielhaus St. Pölten das multimediale Gesamtkunstwerk „Trilogia Romana“ zu sehen. Das Zusammenspiel von Videokreationen – in der Regie der katalanischen Künstlergruppe La Fura dels Baus – mit großartiger Musik des Tonkünstler-Orchesters verspricht ein visuelles und akustisches Erlebnis.

Mit den „Römischen Fontänen“, den „Pinien von Rom“ und den „Römischen Festen“ umfasst die zwischen 1916 und 1928 entstandene römische Trilogie die wohl bekanntesten Werke des italienischen Komponisten Ottorino Respighi. Interpretiert werden die symphonischen Dichtungen vom Tonkünstler-Orchester Niederösterreich unter der Leitung von Antonio Méndez. Respighis „Römische Trilogie“ erzählt von der italienischen Geschichte und besingt die Schönheit der Stadt Rom. Visuell umgesetzt von Carlus Padrissa, einem Gründungsmitglied der international renommierten Künstlergruppe La Fura dels Baus, entführen Videoprojektionen und 3D-Effekte zu einer Reise durch Rom und akzentuieren die imposante Musik.

In seinen Videokreationen betrachtet Carlus Padrissa historische Stätten und Sehenswürdigkeiten aus einer frischen Perspektive und erweckt Skulpturen, Malereien und Landschaften zu neuem Leben. Die Elemente und Materialien Wasser, Stein und Pinien stehen im Zentrum der jeweiligen Werke und werden auf neue und eigenwillige Weise in Szene gesetzt und interpretiert: Statuen vergießen Tränen, Pinienbäume marschieren durch die italienische Landschaft und ein Brunnen gerät in Bewegung …

Zum Konzert gibt es eine Werkeinführung und eine Weindegustation.

www.festspielhaus.at

www.lafura.com

Wien, 8. 2. 2016

In Linz beginnt’s

April 9, 2013 in Klassik

Am 11. April wird das neue Musiktheater eröffnet

Es ist ein Jahrhundertbau, ein großartiges neues Haus der Musik und der darstellenden Künste, erdacht vom britischen Architekten Terry Pawson, der am 11. April als eine der modernsten Bühnen der Welt in Linz eröffnet wird. Für maximal 1200 Besucher wurden nicht nur großzügige, von nahmhaften Künstlern gestaltete Foyers (allein der Pausengong ist ein Hammer) geschaffen, sondern auch ein hufeisenformiger, perfekte Sicht bietender Zuschauerraum. Das Haus will sich künfig allen Sparten von Musik öffnen. Auch für Kindertheater, Musical, Jazz und Experimentelles – im Untergeschoß wurde eine Studiobühne eingerichtet – soll Platz sein.
Dementsprechend bunt liest sich das Programm der Eröffnungstage:
La Fura dels Baus © Andreu Adrover

La Fura dels Baus
© Andreu Adrover

Am 11. April laden die weltweit gefeierten La Fura dels Baus und ihr katalanischer Regisseur Carlus Padrissa unter dem Titel „Ein Parzival“ zu einem für die Truppe typischem Spektakel. Am Vorplatz des Theaters und im Volksgarten werden fünfzig Kletterer, Taucher, Läufer, Skifahrer und andere abenteuerlustige, theaterinteressierte Oberösterreicher das ungewöhnliche „Wagner“-Ensemble bilden, mit dem das neue Musiktheater seinen Betrieb aufnimmt.

Am 12. April folgt die zweite Uraufführung: Die Oper „Spuren der Verirrten“ von Philipp Glass nach einem Stück von Peter Handke. Das kaum kaschierte „Hänsel und Gretel“-Zitat etabliert schon zu Beginn die Sehnsucht nach einer Heimat oder einem Zuhause, die in Handkes zwischen Alltäglichem und Mythischem virtuos jonglierender Text Welt jedoch zunehmend anachronistisch anmutet. Eingerahmt von einem formal gefassten Solisten Trio – „Der Zuschauer“, „Der Protagonist“ und „Der Dritte“ – pilgert ein wachsendes Meer aus Paaren ziellos über den kaum definierten Bühnenraum, und die Versatzstücke ihrer Sprechtexte enthüllen zugleich Tragik wie Komik der vergeblich bleibenden Sinnsuche … David Pountney inszeniert dieses Opernwagnis, Dennis Russell Davies steht am Pult.
Am 13. April steht die österreichische Erstaufführung des Musicals „Die Hexen von Eastwick“ nach dem Bestseller von John Updike, einst verfilmt mit Michelle Pfeiffer, Susan Sarandon, Cher und Jack Nicholson auf dem Programm.
Nach „Campo Amor“ und „Seven in Heaven“ am 14. April, wird am 15. April mit großer Vorfreude „Der Rosenkavalier“ erwartet. Die Wiederaufnahme-Premiere im neuen Haus glänzt  mit dem Österreichdebüt von Anne Schwanewilms als Marschallin und dem Linz-Heimkehrer Superstar Kurt Rydl als Baron Ochs auf Lerchenau.

Von Michaela Mottinger

Wien, 9. 3. 2013