Landestheater NÖ: Die Nashörner

März 18, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Achterbahnfahrt durchs Absurditätenland

Wolfram Koch und Samuel Finzi Bild: Birgit Hupfeld

Das Stück zur Stunde: Wolfram Koch und Samuel Finzi erkennen die Ansteckungsgefahr durch die Rhinozerisits. Bild: Birgit Hupfeld

Vier Plätze von Finzi entfernt. Und dann für einen kurzen Moment direkt neben ihm, damit war der Abend quasi schon geglückt. Selbst, wenn es galt Zehen und Zähne zu retten, denn die Tuchfühlung mit einem entfesselten Vollkontaktschauspieler ist immer auch ein gewisses Sicherheitsrisiko – großartig! Das Landestheater Niederösterreich zeigte als Gastspiel der Ruhrfestspiele Recklinghausen Ionescos „Die Nashörner“ mit Samuel Finzi und Wolfram Koch.

Und Ruhrfestspiele-Intendant und Regisseur Frank Hoffmann lässt die erste halbe Stunde, das Straßen-Bild, mitten im Publikum stattfinden. Ein kurzer Fingerzeig, ja, wir alle sind anfällig für. Aber das war’s dann auch schon mit Totalitarismuskritik und Donnerwetter übers Mitläufertum und Rassenfrage und Rechts-, zwo, drei, vier Linksfaschismus, und man muss nur oft genug abbiegen, um von der einen auf die andere Seite zu kommen. Hoffmann hat verstanden, dass man anno 2016 dem Publikum der Welt wilden Wahnsinn nicht mehr vorführen muss. Also nimmt er mit seiner Inszenierung die einzig mögliche und vom Autor auch ausgewiesene Ausfahrt. Richtung absurdes Theater. Und die Darsteller darin als der Kasperl und sein Krokodil. Heißt in diesem Fall: Rhinozeros.

Das trampelt dann auch durch den Theatersaal, als Soundeffekt in der Dunkelheit, das Erscheckend-Unfassbare bleibt hier der Imaginationsgabe der Zuschauer und dem Fabuliervermögen der acht Schauspieler überlassen. Aber da ist man für die Übung von den beiden brillanten Entertainern Finzi als Hans und Koch als Behringer bereits bestens aufgewärmt, hat gelacht, wenn sich Finzis Falsettstimme in geiferndem Eifer überschlägt, seiner Akrobatiknummer an der Rampe szenenapplaudiert, und mit der rosa Plüschkatze der Hausfrau auf dem Vordersitz kokettiert, bevor sie zu einem anklagend blutroten Stofffetzen zermalmt wurde. Hoffmann setzt auf hohes Tempo und Stakkatotonfall. Auf Opernelemente und Clownerien. Und auf eine Rauferei mitten durch die Leute. Sein Abend ist eine rasante Achterbahnfahrt durch die Abgründe menschlicher Gesellschaften.

Subtil forscht er versteckteren Konturen des Textes nach, stellt Zusammenlebbarkeit als solches infrage, ein Konstrukt, von vornherein zum Scheitern verurteilt, wo der Mensch hingreift, macht er’s schon falsch. Dass er in all dem Witz und Gag und Feuerwerk immer im Auge hat, dass Ionescos Humor nicht schenkelklopflustig, sondern prekär komisch ist, macht die Qualität der Aufführung aus. Die Nashörner, sie sind bei Hoffmann nie eine Bedrohung, sie schleichen sich ein, wie zufällig. Werden von der Randerscheinung zur Konsensbewegung zum mehrheitsfähigen Politprinzip. Ionesco hat seine Dickhäutigen noch der Stimme beraubt, nun wählt die schweigende Mehrheit nicht nur in Deutschland Alternativen. Ein Skandal, eigentlich: „Die Nashörner“ sind schon wieder das Stück zur Stunde.

Gesächselt wird übrigens. Mit rollendem Parolen-Rrrr. Im zweiten, dem Büro-Bild, da tragen alle konformistisch Schnauzbart. Ein Holzwollesturm tobt, Jacqueline Macaulay ist eine sexy Sekretärin Daisy, Luc Feit ein ungesund aussehender Stech, Steve Karier ein besserwisserischer Wisser und Marc Baum ein pedantischer Schmetterling-Chef, Christiane Rausch kugelt als kegelrunde Frau Ochs vorbei, die Verwandlungen beginnen. Man will ja nicht Fremdsein in der eigenen Stadt. Und den Nashörnern geht’s um Heimat, Identität und – Umwelt. Das Ensemble mäandert sich hemmungslos skurril durch Szenen, Dialoge und Wertvorstellungen. Eine Trachtenkapelle tritt auf, einmal mit Rumtata, einmal stumm. Es wirkt im Zusammenhang gespenstisch, dieses Aufgehen, das Aufgeben des Individuums in der urwüchsigen Uniformität. In Recklinghausen marschierte ein Ruhrpott-Spielmannszug. In St. Pölten antworten die Schauspieler mit einer Schuhplatteleinlage. Es ist dem Landestheater einmal mehr hoch anzurechnen, dass es zusätzlich zum eigenen eindringlichen Spielplan politisch spannende Produktionen aus anderen Ländern in sein Haus einlädt.

Auch Hans schwenkt um. Samuel Finzi, im Fantasiecamouflageanzug samt neckischem Hütchen, baut sich einen Tischturm und fliegt am Schnürbodenhaken in seine schöne neue Welt. Für diese war er einfach zu Kraft-durch-Freude-strotzend. „Keine Ähnlichkeit, keine Ähnlichkeit …“, wiederholt Kochs Behringer am Ende mantraartig. Er will als Mensch für die Menschheit eintreten. Im Bühnenbild von Christoph Rasche sagt Wolfram Koch diese letzten Sätze eng eingesperrt zwischen Gitterzäunen, denn, ach, bereits Ionesco befürchtete, dass das Ende eines friedlichen Diskutierens längst angebrochen ist …

www.landestheater.net

www.ruhrfestspiele.com

Wien, 18. 3. 2016

Kammerspiele: Menschen im Hotel

März 18, 2016 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Nur ein Glühwürmchen in der Dunkelheit

Siegfried Walther, Silvia Meisterle und Raphael von Bargen Bild: Herwig Prammer

Der großartige Siegfried Walther, Silvia Meisterle und Raphael von Bargen
Bild: Herwig Prammer

Es fehlt an Prunk und Pomp. An diesem Marmor, der doch nur falsch und Stuck ist. An der Behauptung etwas großes und dabei letztlich Kulisse zu sein, die die Grandhotels einer längst verwehten Zeit ausmacht. Wie die Figuren in Vicki Baums „Menschen im Hotel“. 1928 entwarf die österreichische Autorin ihr Panorama Fleisch gewordener Trompe-l’œils, Cesare Lievi hat nun an den Kammerspielen eine Bühnenfassung in Szene gesetzt – und ist dabei einen Schritt weiter, vielleicht einen zu weit gegangen.

Der italienische Regisseur hat sich einer Art Neorealismo verpflichtet, und, als wolle er im Sinne Roland Barthes‘ „als Wirklichkeit darstellen, was die bürgerliche Gesellschaft sich bemüht zu verbergen“, von Anfang an die klappernden Skelette unter den mühsam aufgerichteten Fassaden freigelegt. Das ist im Baum’schen Kosmos zwar an späterer Stelle korrekt, doch so raubt es dem Abend vom Fleck weg die Elegance, das Geheimnis, die Ambivalenz. Bis hin zum mit Schiebetüren für den schnellen Szenenwechsel überaus funktionalen Bühnenbild von Maurizio Balò glaubt man sich in einem strengen, spröden Schwarzweißfilm, in dem die Schauspieler ihren Text herstelzen. Anna Bergmann, von der die Buchbearbeitung stammt, erlaubt kaleidoskopartige Einblicke in das Panoptikum der Vicki Baum. Sie hat die Reisenden, die sich durchs Hotel wie Dantes Ovid durch den Orkus bewegen, auf eine Handvoll reduziert. Eine alternde Primaballerina verliebt sich in einen nicht ganz ehrenwerten jungen Baron, der es auf ihren Schmuck abgesehen hatte. Ein kleiner Angestellter, den nahen Tod vor Augen, beginnt das Leben in vollen Zügen zu genießen. Ein Generaldirektor zockt um die Zukunft seiner Firma und bedrängt eine Sekretärin, die doch eigentlich zum Film möchte. Sie alle beobachtet ein Arzt, ein Dauergast der Hölle, dem dieser Nicht-Ort zum Abbild des Lebens geworden ist.

Die Hölle. Zehn Jahre ist es her, dass die eine vorüber rauschte, zehn Jahre wird es in Österreich noch dauern, bis die nächste kommt. Vicki Baum erkannte früh die Gefahr, die vom Nationalsozialismus ausging. Aber davon wissen ihre Figuren noch nichts, diese Pechvögel und Glücksritter, diese Blender und Betrüger größeren und kleineren Ausmaßes. Sie laborieren noch an ihren Erste-Weltkriegsnarben, während schon die Weltwirtschaftskrise und der Zweite neue Wunden schlagen wollen. Keiner ist hier, was er vorgibt, ja nicht einmal, was er selber glaubt, zu sein. Alle suchen. Und währenddessen findet das Eigentliche anderswo statt.

Lievi hat das firnissfrei inszeniert, hat versucht, die vordergründige Krimihandlung und die tiefgründige Liebesgeschichte als Gesellschaftspanorama der „Goldenen“ Zwanzigerjahre zu entwerfen. Mit „Filmscheinwerfern“ und „Dolby Surround“, sogar mit einem automatischen Klavier, setzt er auf den Kinoeffekt, schön auch die Idee, das Publikum quasi in der Portiersloge zu platzieren, aber seine Gesellschaft, sie schillert zu wenig. Die Geschäftemacher und Gschaftlhuber, die Lobbyisten in der Lobby, die durch riskante Affären verbundenen Zwangs- und Zweckgemeinschaften sind allesamt als Scherenschnitte angelegt. Wo sich die Figuren Maske um Maske um Maske abreißen lassen sollten, enttarnen sie sich flink, freiwillig, allzu friktionsfrei. Als hätten sie sich bei ihrem Tanz auf dem Vulkan die Fersen schon verbrannt, bevor der Vorhang überhaupt aufging, und wollten nun nur noch ins rettende Fußbad. Es ist seltsam, wie eine Sache gefühlt zu kurz geraten und trotzdem langatmig sein kann.

Raphael von Bargen legt den Baron von Gaigern als leutseligen Lebemann an. Zwar erschließt sich nicht wirklich, warum er sich Hals über Kopf in die von Sona MacDonald als exaltierte Hysterikerin gespielte Grusinskaya verliebt, aber immerhin kommt es ihm zu, durch ihr Leid sein Menschsein zu finden. Silvia Meisterle ist als Stenotypistin Flämmchen verhalten sexy, Marianne Nentwich eine dauerbesorgte Suzette, Alexander Absenger ein Raubtier als Chauffeur. Alexander Waechter hat als Arzt Dr. Otternschlag immerhin die besten Sätze. Wie ein schwarzes Gewissen wacht er, der vom Leben nichts mehr erwartet und ergo nicht enttäuscht werden kann, über die anderen. Die Drehtür muss immer offenstehen, sagt er, und meint damit den Ausgang in den Selbstmord. „Man kommt an, man bleibt ein bisschen, man reist ab … hundert Türen auf dem Gang, und keiner weiß was von dem Menschen, der nebenan wohnt. Und wenn Sie abreisen, kommt ein anderer an und legt sich in Ihr Bett, Schluss.“ Welch ein Resümee über die Vergänglichkeit der menschlichen Existenz. Ansonsten bleibt auch Waechter unauffällig.

Während die Kollegen sich um Typgestaltung bemühen, sind da zwei, die aus ihren Figuren Charaktere formen. Und zwar solche von Fallada-Format. Vor allem Siegfried Walther ist großartig als sterbenskranker Kringelein, der brave Buchhalter, der verzweifelte „kleine Mann“, der den Rücken durchstreckt und, ein erstes und letztes Mal, sich aufbäumt. „Und wenn ich ein Dreck bin, dann sind Sie ein viel größerer Dreck, Herr Generaldirektor“, haucht er atemlos über seinen neuen Mut. Und das macht Walther ganz fabelhaft. Er verkörpert ein Zeitsymptom, er und der von Heribert Sasse dargestellte Generaldirektor Preysing, zwei unterschiedliche Systeme. Das untergehende und ein aufkeimendes Europa, und wenn Lievis Arbeit dieser Tage etwas zu sagen hat, dann an dieser Stelle. Die Wirtschaft hat moralisch wieder abgewirtschaftet. Und der Angestellte sieht sich beraubt um die Stelle, mit der er sich gern identifizieren konnte. Befristung und schnell-schnell heißen die neuen Schlagworte. Coupon schneiden siegt über Arbeitsplätze sichern.

Sasse selbst überzeugt als Turbokapitalist, der glaubt, sich mit Geld alles nehmen zu können. Wenig erinnert noch an den Original-Preysing, der zu ehrlich für die neuen Regeln der Börse war. Dieser hier ist skrupellos und schmierig und wird in seiner Ekelhaftigkeit die Rechnung präsentiert bekommen. Am Ende, wenn sich die Szenen in einem Kunstgriff ineinander schieben und alle Schauspieler gleichzeitig auf der Bühne sind, wird Kringelein auf- und Preysing zusammenbrechen. Vicki Baum sagte einmal, sie gebe sich keinen „Glühwürmchenillusionen“ über die Zukunft hin. Ein Glück. Cesare Lievi lässt in der Dunkelheit zumindest eins leuchten.

Diese Rezension bezieht sich auf die Vorpremiere am 16. März.

Raphael von Bargen im Gespräch: www.mottingers-meinung.at/?p=18096

www.josefstadt.org

Wien, 17. 3. 2016

Volksoper: Der Zauberer von Oz

Dezember 7, 2014 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Einfach entzückend

Peter Lesiak (Hunk/Die Vogelscheuche), Puppenhündchen Toto, Johanna Arrouas (Dorothy Gale), Martin Bermoser (Zeke/Der Löwe), Oliver Liebl (Hickory/Der Blechmann) Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper

Peter Lesiak (Hunk/Die Vogelscheuche), Puppenhündchen Toto, Johanna Arrouas (Dorothy Gale), Martin Bermoser (Zeke/Der Löwe), Oliver Liebl (Hickory/Der Blechmann)
Bild: © Barbara Pálffy/Volksoper

Henry Mason inszenierte an der Volksoper Harold Arlens Musical „Der Zauberer von Oz“ nach dem Roman von L. Frank Baum, und das ist ihm so hinreißend gelungen, dass man gar nicht weiß, wo anfangen zu erzählen. Der Abend ist der Stoff aus dem die Publikumslieblinge gemacht werden. Und da ist der persönliche Hündchen Toto, bewegt von Puppenspieler und Volksopern-Debütant Daniel Jeroma, der die ganze Zeit über mit auf der Bühne ist. Es ist schon was anderes, hätte man Dorothy ein lebloses Plüschtier unter den Arm geklemmt, als hier ein Wesen, das wedeln, winseln und Mitspieler abbusseln kann. Für die Idee das erste Bravo.

Johanna Arrouas brilliert in der Rolle der Dorothy, ein Temperamentbündel, das Herz und Mund am rechten Fleck hat – und letzteren auch „aufzureißen“ versteht. Gesanglich, darstellerisch und konditionell ist Arrouas top. Nach Rundendrehen rund um die Rundbühne zu stoppen und drauflos zu schmettern, da gehört was dazu. Den großen Hit des Musicals „Over the Rainbow“ gibt sie auf Englisch. Was ihr fehlt ist die leise Melancholie, die die ein Leben lang unglückliche Judy Garland in Victor Flemings Film aus dem Jahr 1939 einbrachte. Aber, hallo, 2014 sind Mädchen eben emanzipierter und schicken sich nicht in eine Situation, nur weil es sich schickt.

„Der Zauberer von Oz“ ist ein Märchen für Kinder und im Herzen Kind Gebliebene. Ein Märchen mit Message, denn was braucht Mensch mehr als ein Herz, ein Hirn, Mut und ein Heim. Sehr schön die wortwitzige deutsche Fassung von Klaus Eidam. Masons Arbeit ist komplett große Broadwayshow. An Bühnendarstellern inklusive Kinderchor herrscht kein Mangel, einer mehr draußen und die Bretter, die die Welt bedeuten, würden unter der Last der Menschenmassen zusammenbrechen. Im Zehnminutentakt, so scheint’s, werden Kostüme und Bühnenbild gewechselt. Jan Meier (Bühne und Kostüme) hat sich dafür erst ein nostalgisches Ansichtskarten-Kansas („Greetings from Kansas“ steht in der oberen Ecke der Farm von Onkel Henry – ein zwischen Verzweiflung und Zorn changierender Wolfgang Gratschmaier und der gutmütigen Tante Em – Regula Rosin) einfallen lassen, dann eine kunterbunte Oz-Welt. Eine Materialschlacht. Lorenz C. Aicher dirigiert mit so viel Schwung, dass es ihn manchmal aus der Kurve trägt. Musikalischer Höhepunkt natürlich der „Jitterbug“, mit dem die böse Hexe des Westens die Eindringlinge in ihr Reich unschädlich machen will. Sie, das heißt: er, ist die nächste Sensation: Christian Graf auf einem Easy Rider-Chopper mit Spitzhut, ganz grün im Gesicht, mit grün-schwarz geringelten Strümpfen. Sehr sexy und sehr stimmgewaltig. Er ist großartig böse in beiden Rollen, auch als Almira Gulch in Kansas.

Dorothys Begleittrio ist ebenfalls zum Niederknien: Allen voran Peter Lesiak als Vogelscheuche, die lieber Hirn statt Stroh im Kopf hätte, obwohl nicht wenige so gut leben, ein gleichgewichtsgestörtes Tanztalent, ein Erzkomödiant, der seinen Bariton bis in die Ränge schmettert. Oliver Liebl gibt den Blechmann als Schmerzensmann, staksig, nah am Wasser gebaut, was zur Immer-wieder-Einrostung führt, ach, hätte er doch ein Herz im Leib. Er kann sich gar nicht dran erfreuen, dass er beim Singen sein eigenes Blechinstrument ist. All diese Figuren sind optisch ziemlich nah am Film gestaltet; nur „Löwe“ Martin Bermoser erinnert mehr an einen Ritter von der traurigen Gestalt. Mit „Fell“-Cape beim Posen mit Neurosen. Sein Brüllen hat offenbar Bronchitis.

Bleibt Hausherr Robert Meyer als Zauberer von Oz, der wieder einmal zeigt, was in ihm steckt, der aus einer kleinen Rolle – wir wissen natürlich, dass es keine kleinen Rollen gibt – ein Kabinettstück macht, in dem er sich einen Lacher nach dem nächsten abholt. So wird’s gemacht. Chapeau, Herr Direktor! Und noch ein Bravo an alle Mitwirkenden!

www.volksoper.at

www.mottingers-meinung.at/johanna-arrouas-im-gespraech

Wien, 7.12. 2014

21er Haus: Peter Baum – Fotografien

Mai 20, 2014 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Das 20er Haus im Aufbruch der 1960er Jahre

Bild: Peter Baum, 1970, Wien

Bild: Peter Baum, 1970, Wien

Ab 21. Mai zeigt das 21er Haus die Schau „Peter Baum – Fotografien“.

Als Peter Baum 1974 die Leitung der Neuen Galerie der Stadt Linz übernahm, war er gerade einmal 34 Jahre alt und damit der jüngste Museumsdirektor in Österreich. Genau 30 Jahre später, im Jahr 2004, ging der 1939 geborene Wiener als Gründungsdirektor des von ihm entscheidend geprägten Kunstmuseums LENTOS in den Ruhestand und kehrte in seine Geburtsstadt zurück.

Von 1962 bis 1973 war Baum als Kunstkritiker und Kulturjournalist in Wien tätig und organisierte Ausstellungen für die Galerie auf der Stubenbastei sowie für die Galerie am Schottenring. Mit der Eröffnung des Museums des 20. Jahrhunderts unter Werner Hofmann im Jahr 1962 wurde der von Karl Schwanzer adaptierte ehemalige Österreichpavillon der Weltausstellung in Brüssel zum Maßstab für bildende Kunst. So wie Otto Mauer ab 1955 in der von ihm geleiteten Galerie St. Stephan sorgten Hofmann und nach ihm Alfred Schmeller nicht nur für die Öffnung und den internationalen Anschluss der österreichischen Szene, sondern auch für deren vitale Durchmischung mit einem zunehmend pluralistisch expandierenden Angebot.

Für Fotografie interessierte sich Peter Baum von klein auf. In seiner Schulzeit etwa fotografierte er unter anderem bekannte Burgschauspieler wie Attila Hörbiger, Josef Meinrad und Judith Holzmeister. Später, im Rahmen seiner journalistischen Tätigkeit und in vielen von ihm verfassten Ausstellungsberichten für österreichische Tageszeitungen, wurden Peter Baums Künstlerporträts und Reportage Fotos regelmäßig veröffentlicht. Eine markante Auswahl der zwischen 1962 und 1973 anlässlich von Pressekonferenzen und Eröffnungen im 20er Haus entstandenen Fotografien hat der inzwischen 75-jährige Zeitzeuge jüngst dem Belvedere in Form einer Schenkung überlassen. Über ihre kunstimmanenten Qualitäten hinaus sind diese Bilddokumente inzwischen auch historisch wertvoll geworden.

www.21erhaus.at

Wien, 20. 5. 2014

Theater Phönix: Happy Planet

Mai 6, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine Ökogroteske in Linz

Bild: Christian Herzenberger

Bild: Christian Herzenberger

Am 8. Mai wird im Linzer Theater Phönix „Happy Planet“ von Thomas Baum uraufgeführt. Das Familienunternehmen Happy Planet ist ein weltweit agierender Megakonzern geworden, der sich einer umweltbewussten Firmenpolitik rühmt. In den kommenden Jahren ist geplant, die Geschäfte in Richtung alternativer Energien weiter auszubauen und ein Big Player auf dem Zukunftsmarkt nachhaltiger Bio-Treibstoffe zu werden. Doch so grün nach außen hin alles scheint, hinter den hohen Firmenumzäunungen sieht es ganz anders aus. Die neuen Energie-Alternativen gehen auf Kosten von Entwicklungsländern, Entscheidungen werden aus purer Geldgier getroffen, und intern herrscht ein bitterer Machtkampf. Und dann bringt auch noch eine junge Studentin Happy Planet in die Schlagzeilen, und der gute Ruf der Firma gerät ins Wanken …

In seiner grotesken Komödie „Happy Planet” nimmt der renommierte oberösterreichische Autor Thomas Baum die schwarzen Schafe der Bioindustrie ins Visier, die unter dem Deckmantel ökologischer Verantwortung skrupellose Geschäfte betreiben.

 Mit: David Fuchs, Lisa Fuchs, Matthias Hack, Felix Rank, Judith Richter, Sven Sorring. Regie: Heidelinde Leutgöb

www.theater-phoenix.at

Wien, 6. 5. 2014