Harry Potter: Die Ausstellung kommt nach Wien

Juli 2, 2022 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Kartenvorverkauf für die Europa-Premiere demnächst

Ausstellungsbesuch der Weltpremiere in Philadelphia. Bild: © ALLEGRIA / Matthias Buchegger

Ausstellungsbesuch der Weltpremiere in Philadelphia. Bild: © Stephanie Ramones, Contigo Photography

Das interaktive Erlebnis „Harry Potter: Die Ausstellung“ wird im Herbst 2022 seine Europapremiere in Wien haben. Nach der Weltpremiere im Februar 2022 in Philadelphia wird in Wien ein weiterer Standort seine Pforten eröffnen. Ab sofort kann man sich unter www.HarryPotter-Ausstellung.at registrieren, um den Kartenvorverkauf nicht zu verpassen. Nach der Weltpremiere in Philadelphia, Pennsylvania, USA, wird die umfangreichste Ausstellungstour, die über die Wizarding World je gezeigt wurde, bald weltweit auf Tournee gehen.

In Lateinamerika, Asien, dem Nahen Osten, Afrika und Europa. Das Premierendatum für Wien wird in den kommenden Wochen folgen. Die Ausstellung, die einen Blick hinter die Kulissen wirft, nutzt die neuesten Innovationen im Bereich des immersiven Designs und der Technologie. Sie würdigt die Filme und Geschichten von „Harry Potter“, „Phantastische Tierwesen“ und der erweiterten Wizarding World, einschließlich des Theaterstücks „Harry Potter und das verwunschene Kind“, durch liebevoll gestaltete Umgebungen, berühmte Szenen, Schauplätze, Charaktere und Tierwesen.

Die Besucherinnen und Besucher können authentische Requisiten und Originalkostüme aus den Filmen aus nächster Nähe betrachten und haben die Möglichkeit, sich in den beeindruckenden und magischen Umgebungen und Installationen selbst in Szene zu setzen, wie es noch nie zuvor in einer Ausstellungstour zu sehen war. „Harry Potter: Die Ausstellung“ ist ein Erlebnis, das neue und eingefleischte Fans begeistern wird.

Ausstellungsbesuch der Weltpremiere in Philadelphia.. Bild: © Imagine Exhibition, Inc.

Ausstellungsbesuch der Weltpremiere in Philadelphia. Bild: © Imagine Exhibition, Inc.

Ausstellungsbesuch der Weltpremiere in Philadelphia. Bild: © ALLEGRIA / Matthias Buchegger

Ausstellungsbesuch der Weltpremiere in Philadelphia. Bild: © ALLEGRIA / Matthias Buchegger

Über die Wizarding World

Seit Harry Potter erstmals durch die magische Wand auf das Gleis 9 ¾ stieß, haben seine unglaublichen Abenteuer einen einzigartigen und bleibenden Eindruck in der Unterhaltungswelt hinterlassen. In acht Harry-Potter-Blockbustern, basierend auf den originalen Geschichten von J.K. Rowling, wurden die magischen Geschichten zum Leben erweckt, heute gilt die Wizarding World als eine der beliebtesten Marken der Welt. Dieses riesige, ineinandergreifende Universum umfasst auch drei epische Filme aus der Reihe „Phantastische Tierwesen“, das mehrfach ausgezeichnete Theaterstück „Harry Potter und das verwunschene Kind“, sowie Video- und Handyspiele, Live-Entertainment in vier Themenparks und Ausstellungen.

Ausstellungsbesuch der Weltpremiere in Philadelphia. Bild: © Imagine Exhibition, Inc.

Ausstellungsbesuch der Weltpremiere in Philadelphia. Bild: © Imagine Exhibition, Inc.

Ausstellungsbesuch der Weltpremiere in Philadelphia. Bild: © ALLEGRIA / Matthias Buchegger

Ausstellungsbesuch der Weltpremiere in Philadelphia. Bild: © Stephanie Ramones, Contigo Photography

Die stetig wachsende Produktpalette der Warner Bros. eigenen Wizarding World Touren und Läden umfasst auch den Flagship Store Harry Potter New York, die Warner Bros. Studio Tour in London – The Making of Harry Potter, sowie die Warner Bros. Studio Tour in Tokyo und die zahlreichen Gleis 9 ¾-Läden. Die Wizarding World wird ständig weiterentwickelt, um Harry-Potter-Fans neue Möglichkeiten zu bieten, sich mit ihr zu beschäftigen. Sie lädt die weltweite Fangemeinde und all die kommenden Generationen ein, die Magie selbst zu erforschen und zu entdecken. Die Schau wurde erdacht von Warner Bros. Themed Entertainment, in Partnerschaft mit Imagine Exhibitions und EMC Presents, präsentiert vom lokalen Veranstalter Show Factory.

www.HarryPotter-Ausstellung.at

2. 7. 2022

Das MAK öffnet am 1. Juni: Show Off und Otto Prutscher

April 29, 2020 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Neu kommt die Pop-Up-Schau „Creative Climate Care“

Andreas Kronthaler for Viv. Westwood, Advertising Campaign, FW 18/19. © Juergen Teller

Das MAK nimmt den Museumsbetrieb mit 1. Juni wieder auf. Am Pfingstmontag werden sämtliche aktuellen Sonderausstellungen, allen voran die Großausstellungen „Show Off. Austrian Fashion Design“ und „Bugholz, Vielschichtig. Thonet und das moderne Möbeldesign“, wieder geöffnet. Am 16. Juni folgt die neue Ausstellung „Raimund Abraham. Angles and Angels. Zeichnungen Modelle Prototypen“. Außerdem wird das gesamte MAK Design Lab

inklusive des Projekts „Helmut Lang Archiv: Eine Intervention von Helmut Lang“ wieder zugänglich sein. Ebenfalls Mitte Juni startet ein Zyklus von Pop-up-Ausstellungen zum Thema „Creative Climate Care“. Die Schau „Die Frauen der Wiener Werkstätte“ muss aufgrund verlorener Produktionszeiten ins nächste Jahr, 21. April bis 3. Oktober 2021, verschoben werden.

Mit dem neuen Zyklus „Creative Climate Care“ will das MAK mit Blick auf die vielen Dimensionen der Krise ein besonderes Signal setzen: In Zusammenarbeit mit der Universität für angewandte Kunst Wien entwickeln junge Kreative Pop-up-Ausstellungen zum Thema Klimawandel und Klimaschutz. Im MAK Forum stellen sie ab 16. Juni die Frage: Was können wir aus der Corona-Krise für die Zukunft lernen? und laden die Besucherinnen und Besucher ein, mit ihren Ideen zu dieser stetig wachsenden Ausstellung beizutragen.

Show Off. Austrian Fashion Design: Mode von Gernreich bis Kronthaler und Kutoglu

Ab 1. Juni wird das MAK wieder zur Bühne für die herausragendsten zeitgenössischen Modepositionen designed/ made in Austria. Als erste umfassende Großausstellung ihrer Art lädt „Show Off. Austrian Fashion Design“ auf multiplen Ebenen zur Auseinandersetzung mit österreichischer Mode im internationalen Kontext. Gast-Kuratorin Ulrike Tschabitzer-Handler inszeniert gemeinsam mit Gast-Co-Kurator Andreas Bergbaur und Brigitte Winkler als wissenschaftlicher Beraterin eine außergewöhnliche Fashion-Zeitreise in spektakulärem Setting:

Raumgreifende Installationen von Architekt Gregor Eichinger bilden den Rahmen für einen Parcours durch die österreichische Modeavantgarde von den 1980er-Jahren bis heute. Herzstück der Schau ist eine überdimensionale, sechseinhalb Meter hohe, leichte und offen strukturierte Skulptur im zentralen Raum der MAK-Ausstellungshalle. Begehbar auf mehreren Ebenen, erlaubt sie eine unmittelbare Begegnung mit etwa 250 Modeobjekten: Bekleidung, Schuhe, Taschen sowie Schmuck-Accessoires von etwa 60 Designerinnen und Designern. Die transparente Architektur lässt 360°-Einblicke auf die Exponate zu.

Maximilian Rittler, Rock Me Amadeus, 2019. Makeup Enzio Costa. Model Sieme, Visagemodelszürich. © Laura Knipsael

Andreas Kronthaler for Vivienne Westwood, Advertising Campaign, FW 17/18. © Juergen Teller

Gewagte Kettenkreation: AND_I, Triangle dress, RAW SS 20, 2019. © Felix Vratny

Revolutionäre Entwürfe von zwei der prägendsten Modeikonen bilden das Entrée zu diesem Zentrum der Ausstellung: Rudi Gernreich, Amerikaner österreichischer Herkunft, dessen Entwürfe aus Los Angeles Ende der 1970er-Jahre den weltweiten Zugang zur Mode revolutionierten, und Helmut Lang, in New York lebender Mode-Star und Künstler mit österreichischen Wurzeln, stehen als Vorbilder für das Potenzial der heimischen Modeszene.

Großflächige Prints von 34 Modefotografinnen und -fotografen lenken flankierend dazu den Blick auf die visuelle Ausdruckskultur von Mode. Viele der vertretenen Lichtbildner, darunter Elfie Semotan, Andreas H. Bitesnich, Jakob Lena Knebl, Lukas Gansterer oder Erwin Wurm, arbeiten im internationalen Kontext und haben dazu beigetragen, österreichisches Modedesign international zu verankern. Teilnehmende Designerinnen, Designer und Labels sind unter anderem Andreas Kronthaler, Atil Kutoglu, Lena Hoschek, Michel Mayer, Petar Petrov, Demian, Ludwig Reiter, Macchu Picchu, Marina Hoermanseder, Maximilian Rittler, Peter Pilotto, Thomas Kirchgrabner, Ute Ploier und Wendy&Jim … mehr: www.mottingers-meinung.at/?p=37994

Otto Prutscher. Allgestalter der Wiener Moderne: Das Œuvre des Dianabad-Designers

Otto Prutscher: Interieur des Café Ronacher, Schottenring, Wien I., Wien, 1913. Bild: © Archivio Famiglia Otto Prutscher, Mailand

Otto Prutscher in einem Sessel von Josef Zotti, 1913. Bild: Karl Ehn. © Archivio Famiglia Otto Prutscher, Mailand

Otto Prutscher: Detail des Warmwasserbeckenraums im Dianabad, Wien, 1913/14. Bild: © Archivio Famiglia Otto Prutscher, Mailand

Siebzig Jahre nach seinem Tod und zwanzig Jahre nach der letzten großen Ausstellung in Wien beleuchtet das MAK das Werk von Otto Prutscher neu. Die Ausstellung „Ootto Prutscher. Allgestalter der Wiener Moderne“ verdeutlicht ab 1. Juni erneut die mannigfachen Rollen, die Prutscher als Architekt und Designer, Ausstellungsgestalter, Lehrer und Mitglied aller wichtigen Reformkunstbewegungen – von der Secession bis zur Wiener Werkstätte und dem Werkbund – für die Entwicklung der Wiener Moderne spielte. Ausgewählte Beispiele aus seinem komplexen Œuvre dokumentieren seine jahrzehntelange einflussreiche Rolle als Entwerfer und Berater für die bedeutendsten Kunstgewerbefirmen seiner Zeit.

Trotz seiner Schaffenskraft und Vielseitigkeit wurde das Werk des großen Kunstgewerblers und Architekten bis dato nicht entsprechend gewürdigt. Prutschers Vermächtnis umfasst unter anderem mehr als 50 Bauwerke, Villen, Wohnhäuser, Portale, etwa 50 Ausstellungen, die er künstlerisch und organisatorisch gestaltete oder mitgestaltete, circa 170 Einrichtungen, mehr als 300 Entwürfe von Einrichtungen sowie mehr als 200 Einzelmöbel und Garnituren. Eine großzügige Schenkung von 139 Entwürfen, Objekten in Silber, Glas und Keramik sowie Möbeln durch die Sammlerin Hermi Schedlmayer nimmt das MAK zum Anlass für diese Personale … mehr: www.mottingers-meinung.at/?p=36287

MAK: „Sitzen 69“ Revisited: Tischlersessel vs. Designklassiker

Josef Frank: Armlehnsessel, Wien, 1933. Bild: © MAK/Nathan Murrell

Wolfgang J. Haipl: Sessel, Wien, 1963. Bild: © MAK/Georg Mayer

Franz Schuster: Armlehnsessel, Nr. 1652, Wien, 1952. Bild: © MAK/Nathan Murrell

Bunte, poppige Möbel und Design-Ikonen wie den Panton Chair von Werner Panton oder den Fauteuil Galaxy von Walter Pichler stellt das MAK ebenfalls wieder ab 1. Juni in der Ausstellung „Sitzen 69“ Revisited traditionellen hochwertigen „Tischlersesseln“ gegenüber. 1969 präsentierte das Österreichische Museum für angewandte Kunst in der Möbelausstellung „Sitzen 69“ gediegene „Tischlersessel“ aus Skandinavien, Italien, Deutschland und Österreich. Sitzgelegenheiten, die heute für die Epoche charakteristisch sind, fehlten damals allerdings.

Zum 50-Jahr-Jubiläum dieser Ausstellung greift das MAK das Thema nochmal auf und vergleicht die aus Holz und in Handarbeit von Tischlern gefertigten Sessel mit verspielten und verrückten Möbelobjekten, die zum Inbegriff der alternativen und utopischen Wohnkonzepte der 1960er-Jahre wurden. Mit etwa 45 Objekten bietet die Schau in der MAK-Schausammlung Historismus Jugendstil einen Einblick in die zeitgenössische Konsumgüterproduktion der 1960er-Jahre … mehr: www.mottingers-meinung.at/?p=36028

mak.at

29. 4. 2020

Kunsthalle Wien: Antarktika. Eine Ausstellung über Entfremdung

Oktober 21, 2018 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Gesellschaftliche Kälte, fotografiert und gefilmt

Jana Schulz: Golden Boys Igdir (Video Still), 2018. Bild: © die Künstlerin

„Die Gletscher der Antarktis rücken jährlich drei Millimeter auf uns zu“, notierte der Regisseur Michelangelo Antonio in den 1960er-Jahren. „Ausrechnen, wann sie ankommen. In einem Film vorhersehen, was dann passieren wird.“ Das von Antonioni in der Antarktis konzentrierte Bild der vergletscherten Gesellschaft, der Gefühle in Konventionen erstarren lassenden sozialen Kälte, prägt das europäische

Filmschaffen von der Nachkriegszeit bis in Teile der Gegenwart hinein. Auch die bildende Kunst als Barometer zeithistorischer Empfindung hat die Abkühlung einer kapitalistisch-konsumorientierten Welt immer wieder beschrieben. Ab 25. Oktober befasst sich die Schau „Antarktika. Eine Ausstellung über Entfremdung“ in der Kunsthalle Wien damit. In der Erfahrung von Entfremdung spiegeln sich gravierende gesellschaftliche Veränderungen – von der Säkularisierung über die Industrialisierung und Technisierung bis zur heutigen radikalen Individualisierung. Entfremdung zählt zu den prägnanten Signaturen der Moderne und beschreibt eine geradezu systemische Störung im Verhältnis des Menschen zu dem, was ihn umgibt, woran er glaubt, wonach er strebt. Auf eine einfache Formel gebracht, beschreibt Entfremdung einen paradoxen Zustand gleichzeitigen Beteiligt- und Unbeteiligtseins. Beziehungen, Institutionen, Arbeitsprozesse treten dem Subjekt plötzlich als etwas Fremdes entgegen, dem es sich selbst nicht mehr zurechnet.

Die Ausstellung „Antarktika“ denkt dieses gleichzeitige Beteiligt- und Unbeteiligtseins weiter und versammelt insbesondere jüngere Positionen der Gegenwartskunst. Diese beschäftigen sich mit dem Verhältnis von Identität, Person und vorgegebener Rolle in der Moderne bis zu den „neuen Arbeitswelten“. Studien von Verhaltensformen der Kälte stehen dabei Werken gegenüber, in denen eine intensive Ich-Bezogenheit überhitzt wirkt. In der Auswahl der Werke wurde der Schwerpunkt auf Fotografie und Film gelegt Andrzej Steinbachs Fotoserie „Gesellschaft beginnt mit drei“ von 2017 zeigt zum Beispiel drei Personen in einem Raum, deren Kleidungsstücke und Accessoires immer wieder ausgetauscht werden. Die Modelle wechseln ihre Position, variieren ihre Gestik und ihren Habitus und lassen einen im Unklaren darüber, welche Konstellation ihrer tatsächlichen Beziehung untereinander entspricht. In prägnantem Schwarzweiß aufgenommen, erinnern Steinbachs Fotografien an avancierte Modekampagnen und daran, wie ehemals subkulturelle Chiffren in massentauglichen Lifestyle-Optionen übersetzt werden.

Ingel Vaikla: Roosenberg (Video Still), 2017. Bild: Courtesy die Künstlerin

Buck Ellison: Untitled (Christmas Card #6), 2018, Private collection. Bild: Courtesy der Künstler

In „Crisis and Control“ aus dem Jahr 2013 hingegen steht die erodierte Grenze zwischen Arbeit und Freizeit im Zentrum. Zwischen Dokumentation und Performance angesiedelt, zeigt Burak Deliers Videoarbeit Büroarbeiter und Manager einer internationalen Firma in Istanbul, die Yogaübungen machen und dabei von ihrer individuellen Arbeitsbiografie erzählen. Die scheinbar absurde Situation der möglichst akkuraten Schilderung von Karriereoptionen oder Problemen am Arbeitsplatz, während die Personen komplizierte Stellungen einnehmen, ist dabei auf fast tragische Weise real:

Es handelt sich nämlich um tatsächliche Angestellte, die die Anforderungen ihres Jobs und den Wunsch nach effizienter Selbstoptimierung mit Yoga zu kompensieren suchen. Andere Werke  zeigen die gegenwärtige Konsumkultur: eine digital optimierte Normalität – aufwändig inszeniert und doch banal. Lediglich jegliche Makel wurden entfernt. Buck Ellisons Fotografien etwa erinnern an vorproduzierte, über Bildagenturen vertriebene Aufnahmen für Werbekampagnen.

Perfekt komponierte Bilder in satten Farben, die wissen, was optisch funktioniert, und eingängige Kategorien prägnant bedienen: „Lifestyle“, „Gemeinschaft“, „Erfolg“, ohne dass der verbessernde Eingriff in die Wirklichkeit allzu offensichtlich wird. Bei Ellison sieht entsprechend alles echt und gestellt zugleich aus, perfekt in seinem Streben nach zwischenmenschlicher Harmonie, und doch vermag der zur Schau gestellte Hedonismus die frei flottierende Tristesse nur auf der Oberfläche zu übertünchen.

www.kunsthallewien.at

21. 10. 2018

2017 steht im Zeichen von Maria Theresia

Oktober 13, 2016 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Große Schau in Wien und Niederösterreich

Maria Theresia im pelzverbrämten Kleid (1743), Maler: Jean-Étienne-Liotard. © Dauerleihgabe der Österreichische-Nationalbank, Bild: A. E. Koller

Maria Theresia im pelzverbrämten Kleid (1743), Maler: Jean-Étienne-Liotard. © Dauerleihgabe der Österreichische-Nationalbank, Bild: A. E. Koller

Das Team der Kuratorinnen und Kuratoren gab gestern anlässlich des Namenstags der europäischen Regentin am 15. Oktober erste Einblicke in die Themen der Sonderausstellung „300 Jahre Maria Theresia: Strategin – Mutter – Reformerin“, die ab 15. März an vier Standorten in Wien und Niederösterreich zu sehen sein wird. Leben, Familie und politisches Werk Maria Theresias werden beleuchtet und ihr Mythos hinterfragt.

„Diese Ausstellung hat auch dank der guten Kooperation mit dem KHM-Museumsverband zwei große Stärken“, erklärt Franz Sattlecker, Geschäftsführer der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H.: „Wir zeigen Geschichte mit Originalobjekten an ihren Originalschauplätzen. An vier Standorten können wir diese spannende europäische Persönlichkeit gleichzeitig in all ihren Facetten beleuchten. Bei Maria Theresia rechnen wir auch mit großem internationalem Interesse an der Schau“, gibt sich Sattlecker optimistisch.

„Das Leitsujet der Ausstellung ist ein Gemälde von Jean-Étienne Liotard“, erklärt Elfriede Iby. „Das Portrait Maria Theresias war das Ergebnis eines spontanen Zusammentreffens der Monarchin mit dem Künstler und legte den Grundstein für zahlreiche Aufträge der Regentin und des Hofadels.“ Elfriede Iby kuratiert gemeinsam mit Werner Telesko die Ausstellung im Hofmobiliendepot Ÿ- Möbel Museum Wien.

Familienporträt um 1754, Maler: von Martin van Meytens. © Sammlung Bundesmobilienverwaltung, Bild: Fritz Simak

Familienporträt um 1754, Maler: von Martin van Meytens. © Sammlung Bundesmobilienverwaltung, Bild: Fritz Simak

Unter dem Titel „Familie und Vermächtnis“ ist hier nicht nur das mariatheresianische Rokoko am Beispiel von Schloß Schönbrunn ein Thema. „Wir beschäftigen uns mit der großen Familie von Maria Theresia, ihrer Heiratspolitik, aber auch mit ihrem Vermächtnis“, ergänzt Werner Telesko. „Wenn man sich mit dem Mythos der europäischen Regentin auseinandersetzt, ist die Bildpolitik ein ganz zentrales Thema.“

Die Kaiserliche Wagenburg Wien steht unter dem Motto „Frauenpower und Lebensfreude“. „Wir stellen Maria Theresias Lebensfreude, ihre ebenso opulenten wie publikumswirksamen Feste und ihre aus heutiger Sicht so besonders faszinierende Selbstdarstellung im Spannungsfeld zwischen weiblicher Identität und ‚männlicher‘ Herrschermacht vor“, berichtet Monica Kurzel-Runtscheiner, Direktorin der Kaiserlichen Wagenburg Wien. „Denn zu reiten, zu tanzen oder mit der Kutsche zu fahren war damals zugleich Vergnügen und Statement.“

Schloss Hof: Spielzimmertisch. Bild: Fritz Simak

Schloss Hof: Spielzimmertisch. Bild: Fritz Simak

Schloss Niederweiden: Wildküche. Bild: skb

Schloss Niederweiden: Wildküche. Bild: skb

Auf Schloss Hof und Schloss Niederweiden im niederösterreichischen Marchfeld sind „Bündnisse und Feindschaften“ sowie „Modernisierung und Reformen“ die Schlagworte. „Als Politikerin ist Maria Theresia durchaus ambivalent“, bilanziert Karl Vocelka: „Kriege, Leid und Intoleranz prägten ihre Regierungszeit ebenso wie nachhaltig wirksame Reformen und eine zukunftsweisende Modernisierung des Staates“, so der Kurator der beiden Standorte.

www.mariatheresia2017.at

Wien, 13. 10. 2016

Die große Kaiser Franz Joseph-Ausstellung

März 15, 2016 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Eine Audienz ganz anderer Art

Ausstellung in der Wagenburg Bild: Kunsthistorisches Museum Wien

Ausstellung in der Wagenburg
Bild: Kunsthistorisches Museum Wien

Am 16. März startet die große Sonderausstellung „Franz Joseph 1830-1916 – Zum 100. Todestag des Kaisers“ an vier Standorten in Wien und Niederösterreich. Dienstag Vormittag wurde ein Programm präsentiert, das einen facettenreichen und durchaus kritischen Blick auf das Leben und das politische Werk des Langzeitmonarchen werfen will. Das nähere Kennenlernen der Person Franz Joseph soll nämlich keinesfalls zu einer Verklärung führen, sondern vielmehr zu einem besseren geschichtlichen Verständnis. Neben den historischen Originalschauplätzen Schloß Schönbrunn, Kaiserliche Wagenburg Wien und Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien geht mit Schloss Niederweiden ein neuer Ausstellungsstandort in Betrieb.

„Ich denke, es ist uns gelungen, sowohl einen umfassenden Überblick über die Person Franz Josephs zu geben, als auch die politischen Auswirkungen seines teilweise ambivalenten Handelns darzustellen“, sagt Franz Sattlecker, Geschäftsführer der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. „Es würde mich besonders freuen, mit dieser Ausstellung bei unseren Besucherinnen und Besuchern das Interesse für diese letzte Phase der Habsburger Monarchie zu wecken.“

„Mensch & Herrscher“ ist das Thema der Sonderausstellung im Schloß Schönbrunn. Mit den Berglzimmern, den Weißgoldzimmern und dem Kronprinzenappartement werden Bereiche des Schlosses zugänglich gemacht, die sonst nicht zu sehen sind. Mit teils sehr persönlichen Objekten werden Franz Josephs dynastische Herkunft, Kindheit, Ehe, Kinder und Enkelkinder, wichtige politische Ereignisse, Schicksalsschläge, aber auch seine vielzitierten Affären beleuchtet. Die Kaiserliche Wagenburg Wien beleuchtet das Image des Monarchen im Spannungsfeld von „Repräsentation & Bescheidenheit“. Einerseits musste Franz Josephs Herrscherbild den imperialen Ansprüchen eines Großreichs genügen, andererseits pflegte er persönlich einen sehr spartanischen und anspruchslosen Lebensstil. Die Hochzeit 1854, seine Krönung in Ungarn 1867 und seine feierliche Bestattung 1916 sind wichtige Themen des Standorts. „Die Kaiserliche Wagenburg Wien ist zentraler Schauplatz der Ausstellung und der KHM-Museumsverband wichtigster Leihgeber der Schau“, erklärt KHM-Generaldirektorin Sabine Haag die Kooperation. „Die Ausstellung in der Kaiserlichen Wagenburg Wien zeigt eindrucksvolle Kutschen wie den berühmten Leichenwagen des Wiener Hofes, prachtvolle Galauniformen aus dem Besitz des Kaisers und festliche Pferdegeschirre wie ein erstmals ausgestelltes achtteiliges Zuggeschirr mit opulenten feuervergoldeten Beschlägen.“

Der Historiker Karl Vocelka spannt als Kurator an den Standorten Schloß Schönbrunn, Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien und Schloss Niederweiden den Themenbogen rund um Franz Joseph von „Mensch & Herrscher“ über „Fest & Alltag“ bis hin zu „Jagd & Freizeit“. Im Hofmobiliendepot – Möbel Museum Wien liegt der Fokus auf „Fest & Alltag“ des Kaisers. Einer feierlich gedeckten Tafel steht hier ein Bild des Kaisers in seinem „Bonjourl“ gegenüber, einem aus einem Uniformmantel geschneiderten Morgenrock, in dem er Akten bearbeitete. Der Standort zeigt viele Objekte aus seinen wenigen privaten Momenten. Bild- und Tondokumente präsentieren den ersten Kaiser in Film und Phonographie. Das architektonische Kleinod Schloss Niederweiden holt mit dem Thema „Jagd & Freizeit“ Bad Ischl ins niederösterreichische Marchfeld. Hier wird nicht nur die beeindruckende Strecke Franz Josephs mit teils kuriosen Objekten gelegt. Auch die Passion für das Jagen anderer berühmter Habsburger sowie die Bedeutung der Jagd für den Adel werden hier gezeigt. Eine originalgetreu eingerichtete Wildküche wartet mit Kochworkshops auf die Gäste. Weitere Highlights des umfangreichen Rahmenprogramms sind Kammerstücke und szenische Lesungen.

Mehr zur Ausstellung: www.mottingers-meinung.at/?p=16188

www.franzjoseph2016.at

Wien, 15. 3. 2016