Schauspielhaus Graz streamt: The Hills are Alive

März 10, 2021 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Subversive Puppengroteske übers Österreichertum

You look so familiar – Einwanderungsbeamter Frickl hat kein Verständnis für den Antrag von Maria und Max von Trüb: Nikolaus Habjan und Neville Tranter. Bild: © Lex Karelly

„You look so familiar“, diesen Satz kann Einwanderungs- beamter Norbert Frickl wirklich nicht mehr hören. Im Halbdunkel sitzt der Bärtchen-und-Seitenscheitel-Lookalike an seinem Schreibtisch, stempelt mit Donnerhall Bleibeanträge in Grund und Heimatboden und gackert dabei vor Freude wie ein aufgeregtes Huhn. Frickl, und ein Schelm, der’s F durch ein K ersetzen will, stammt aus der Werkstatt des australischen Puppeteer Neville Tranter, er ein Großmeister seiner Zunft und

weiland Lehrer des 14-jährigen Nikolaus Habjan. Am Schauspielhaus Graz haben die beiden erstmals auf der Bühne zusammengefunden, für die Uraufführung von „The Hills are Alive“, das ab heute im Stream zu erleben ist. Jede Ähnlichkeit mit Hollywoodklassikern ist frei erfunden, wenn Tranter und Habjan ihre acht Klappmäuler zum Leben erwecken, wiewohl Habjan, da er „The Sound of Music“ anstimmt Julie Andrews alle Ehre macht. Dies tut er als Spieler der Maria, die mit Ehemann Max von Trüb nach Jahrzehnten im amerikanischen Exil hochbetagt ins Vaterland zurückkehren will.

Dem entgegen steht Magister Norbert Frickl, der die Stunde seiner Rache gekommen sieht, haben die von Trübs doch dereinst durch ihre Flucht seinen Vater zum Gespött der Ostmark gemacht, Gauleiter Zeller, hier umbenannt in Keller – zwecks des Wortwitzes Keller-Nazi. Die Sprache der Aufführung ist Englisch mit einheimischem Idiom, köstlich ist das, wenn Frickl vorm nicht besonders hellen Soldaten Kornbichler, denn meist scheitert der Böse ja am Blöden, über „se stars so breit and shining“ philosophiert.

Vor Salzburger Bergkulisse wartet Maria, so aufgetakelte wie abgewrackte Diva, auf die Ovationen der österreichischen Fans, für ihr „Climb Ev’ry Mountain“ gibt’s für Habjan später Szenenapplaus, ihre großen Gesten kann Max, geführt von Neville Tranter, nur mit seinem lakonischen Humor bekämpfen. Die Lachsalven dafür kommen aus dem Publikum.

Kammerkätzchen Juliette: Nikolaus Habjan. Bild: © Lex Karelly

Arnie mit Terminator-Auge: Nikolaus Habjan. Bild: © Lex Karelly

Bös‘ meets blöd – Soldat Kornbichler: Habjan und Tranter. Bild: © Lex Karelly

„The Hills are Alive“ ist eine großartig subversive Groteske aufs Österreichertum, eine hervorragend gelungene Parodie, die auch pure Blödelei nicht scheut, die Dialoge sind sowohl politisch als auch was das Puppenwesen betrifft doppeldeutig – „I don’t wanna be realistic“ – „I know, you are not built that way“ – und was das Puppenspiel betrifft, ist der Abend sowieso herausragend. Der teuflische Frickl ist eine Glanzrolle für Habjan – Habjan ist immer gut, doch wenn er böse ist, ist er besser. Famos, wie er am Höhepunkt des Geiferns den Frickl einbremst, worauf ihn die Puppe entgeistert ansieht.

Und dachte wer, mehr geht nicht, für den passiert Wundersames. Denn dort, wo Nikolaus Habjan mitunter auch co-agiert, geht Neville Trantor ganz in der Figur auf. Den Blick nach innen gerichtet „verschwindet“ er hinter der Puppe, auch switchen die beiden zwischen den Charakteren, einer führt, einer spricht, oder einer arbeitet mit zwei Puppen gleichzeitig. Mit einem Wort: Große Kunst! Unfassbar, wie viele Gesichtsausdrücke so eine Klappmaulpuppe haben kann!

Die Kitschfantasie der Traumfabrik-Vorlage wird mit konkret Politischem unterwandert. Absurder noch als der gamsige Ziegenbock Billy, ein pathetischer Poet, der anno Alm Marias Streicheleinheiten überinterpretierte und nun mit bebendem Geißbart „Kiss me!“ fordert, sind die Seitenhiebe aufs hiesige und anderweitige Asylunrecht. Frickl, für den die von Trübs illegale Immigranten sind – „Fifty years ago Austria was not good enough vor sem and now they try to reenter our faderland illeeegally …“ -, erpresst Zimmermädchen Juliette, indem er ihren syrischen Freund Osama verschwinden lässt, und macht sie zur Spionin in seiner Sache. Reporter David setzt er den Floh ins Ohr, er sei Max‘ unehelicher Sohn, wonach auch der auf Revanche aus ist.

Der hinterfotzige Frickl setzt dem arglosen Reporter David einen Floh ins Ohr: Tranter und Habjan. Bild: © Lex Karelly

„Hollywoodstar“ Maria erzählt Juliette von ihrem heimlichen Verehrer …: Habjan und Tranter. Bild: © Lex Karelly

… der sich allerdings als liebestoller Ziegenbock-Poet Billy entpuppt: Neville Tranter. Bild: © Lex Karelly

Ein Ende, das zu Tränen rührt: Max und Maria von Trüb aka Neville Tranter und Nikolaus Habjan. Bild: © Lex Karelly

Die von Trübs wiederum, erfährt man, haben Kalifornien verlassen, weil Trump seine Mauer zu Mexiko schnurgerade durch ihren Hinterhof gezogen hat. Bizarr und, wie Habjan im Programmheft-Interview sagt, „bitterlustig“ überschlagen sich die Ereignisse, von denen Maria, überzuckert wie Salzburger Nockerl, wenig mitkriegt. Also ist es Max, der US-Nachbar Arnie anruft, der mit Terminator-Auge und zum Jodler aus dem „The Lonely Goatherd“-Song anreist, um die Dinge zurechtzubiegen. Aber auch für die steirische Eiche, Habjans Highlight als Stimmenimitator, hat Frickl nur ein „Hasta la vista!“ übrig.

Die Virtuosen Tranter und Habjan haben das touristische Aushängeschild „The Sound of Music“ zur turbulenten Farce verballhornt, an deren tiefsten Stellen man in die Abgründe der österreichischen Seele zu blicken vermag. Zwischen dem Aktenmonster Frickl mit seinen uralten Animositäten und Max, der alle Hebel urösterreichischer Verdrängungsmechanismen bedient, von ewiggestrigem bis Neonazidenken, garniert mit einer Prise Ausländerhass, ist der Abend aus dem Jahr 2019 nicht so weit von der Jesuitenwiese im Wiener Prater entfernt.

Wo bekanntlich der Wurschtel wohnt, den keiner erschlagen kann. Am Ende rührt einen das Schicksal von Max und Maria zu Tränen, die Puppen von Tranter und Habjan können das. Man hat gelacht, man hat geweint, man hat sich unterhalten. Es war, wie Max sagt: Wunderbar!

Zu sehen heute, ab 19.30 Uhr, am 19. und am 27. März für jeweils 24 Stunden. Tickets um 10 € via shop.ticketteer.com/SchauspielhausGraz; nach dem Kauf erhält man Zugangslink und Kennwort.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=hsiVqhS2Yww           www.youtube.com/watch?v=ZP38t5qT5nM&t=1s

TIPP – BÖHM: Am 12. und 20 März, 19.30 Uhr und jeweils für 24 Stunden, streamt das Schauspielhaus Graz die umjubelte Aufführung „Böhm“ in der Regie von und mit Nikolaus Habjan. Die Inszenierung war 2018 für den Nestroy-Preis in der Kategorie „Beste Bundesländeraufführung“ nominiert. Trailer: www.youtube.com/watch?v=roZfPVMGYjw

schauspielhaus-graz.buehnen-graz.com

  1. 3. 2021

Globales Online-Filmfestival „We Are One“ startet im Mai

April 28, 2020 in Film, Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Von Sarajevo bis Sundance, von Tokio bis Tribeca

Bild: courtesy of the Tribeca Film Festival

South by Southwest abgesagt, Tribeca abgesagt, und Cannes, Locarno, Toronto, Venedig auf der Kippe. Der #Corona-Lockdown hat auch die großen Filmfestivals dieser Welt ausgeknockt, doch statt die Red Carpets für 2020 endgültig einzurollen, haben sich die Festivalmacher an den Runden Tisch gesetzt – mit dem Ergebnis, dass nun von 29. Mai bis 7. Juni das „We Are One: A Global Film Festival“ stattfinden wird.

Robert De Niros Tribeca-Festival, schon mit der grandioser Aktion „A Short Film a Day Keep Anxiety Away“ (tribecafilm.com/news/tag/a-short-film-a-day-keeps-anxiety-away) um keine Idee fürs #stayathome verlegen, verkündete die frohe Botschaft kürzlich. Mit dabei sind illustre Partner wie eben die Filmfestspiele von Cannes, Venedig, Locarno und Toronto, die Berlinale, das Sundance -, das Sarajevo -, das Sidney Film Festival, das Tokio und das Karlovy Vary International Film Festival, das FICG Guadalajara oder das Festival d’Annecy – dieses speziell für Animationsfilme.

Auf dem Programm stehen Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentationen und virtuelle Diskussionsrunden mit Filmschaffenden. Auf YouTube.com/WeAreOne wollen die Veranstalter kostenlos einen Mix aus alten und neuen Filmen präsentieren. Spenden an lokale Hilfsorganisationen und die WHO sind allerdings ausdrücklich erwünscht und können während des Streamens getätigt werden.

Bild: © 2008 Sundance Institute | Jill Oreschel

Bild: Alberto Pizzoli/AFP

Bild: © 2016 TIFF

Bild: Berlinale

„Wir sprechen oft über die Kraft von Filmen, die Menschen über Grenzen und Unterschiede hinweg inspirieren, vereinen und so zur Heilung der Welt beitragen. Die ganze Welt braucht gerade jetzt Heilung. „We Are One: A Global Film Festival“ vereint Kuratoren, Künstler und Geschichtenerzähler. Gemeinsam wollen wir das Publikum unterhalten», so Jane Rosenthal, Mitbegründerin des Tribeca-Filmfestivals.

Welche Filme gezeigt werden, will man kurz vor Festivalstart bekanntgeben, zurzeit nämlich tüfteln die Kuratoren der teilnehmenden Festspiele noch an der Auswahl. Details folgen auf mottingers-meinung.at

www.youtube.com/WeAreOne

Trailer der „We Are One“-Partnerfestivals: www.youtube.com/playlist?list=PLA_atH–hPG6Sy8P36vTPTvaTVRXcrtTt

28. 4. 2020

mumok: Kunst ab 1990 und Personale Ulrike Müller

Oktober 6, 2015 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Drei Ausstellungen unter einem Dach

Felix Gonzalez-Torres  "Untitled" (Go-Go Dancing Platform), 1991 Bild: Courtesy of Andrea Rosen Gallery, New York © The Felix Gonzalez-Torres Foundation

Felix Gonzalez-Torres „Untitled“ (Go-Go Dancing Platform), 1991
Bild: Courtesy of Andrea Rosen Gallery, New York © The Felix Gonzalez-Torres Foundation

Ab 16. Oktober bietet das mumok drei Ausstellungen unter einem Dach. Man blickt auf das internationale Kunstgeschehen um 1990. Auf drei Ebenen werden Installationen, Publikationen, Objekte, Projekte, Filme und Interventionen von mehr als 50 Künstlern gezeigt – darunter finden sich sowohl bekannte internationale Namen als auch Positionen, die bislang in Museen nur selten berücksichtigt wurden. Sie alle stellen die herkömmlichen Formen des Ausstellens infrage und widmen sich den gesellschaftlichen Herausforderungen ihrer Zeit.

 

to expose, to show, to demonstrate, to inform, to offer

Vor dem Hintergrund großer gesellschaftlicher Herausforderungen fand um 1990 eine Auseinandersetzung mit den sozialen Funktionen und Grundlagen künstlerischer Arbeit statt. Die Reflexion von künstlerischen Rahmenbedingungen und Ausstellungsfragen verschränkte sich dabei auf vielfache Weise mit der Bearbeitung konkreter gesellschaftlicher Anliegen. Es wurden der Objektstatus und die ökonomischen Bedingungen des Kunstwerks hinterfragt; soziale Ausschlussmechanismen wurden zu einem zentralen Thema; Identitäts- und Genderfragen wurden heftig diskutiert; die AIDS-Krise steuerte ihrem Höhepunkt entgegen. Ebenso waren die Folgen der Osteuropaöffnung und die rasant voranschreitende Globalisierung allerorts spürbar.

Die Bandbreite der damals entwickelten Kunst-, Präsentations- und Kommunikationsformen war beeindruckend: Um 1990 traten Kunstwerke in Form von Magazininserts ebenso in Erscheinung wie in Form von Objekten, Fotografien, Displays, Dienstleistungen oder performativen Interventionen. Anleihen in anderen Disziplinen wurden zur Grundlage zahlreicher Projekte: Archive wurden angelegt und quasiwissenschaftliche Laborsituationen geschaffen, die nicht zuletzt vom Misstrauen gegenüber im Mantel der Objektivität auftretenden Mechanismen der Wissensvermittlung zeugen. Traditionelle, objektorientierte Kunstvorstellungen, die in den 1980er-Jahren vielerorts eine Renaissance erlebt hatten, wurden durch spezifische Installationen ersetzt. Die Künstler gaben sich nicht mehr mit ihrer traditionellen Rollenzuschreibung zufrieden. Sie eigneten sich Positionen an, die im Kunstbetrieb anderen überlassen worden waren, und organisierten Symposien, betrieben Projekträume und schrieben in meinungsbildenden Fachmedien.
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In „to expose,to show,to demonstrate,to inform,to offer“  werden die vielfältigen Aktivitäten des 1990 in Wien gegründetenmuseum inprogress ebenso vorgestellt wie das künstlerisch-aktivistische Ausstellungsprojekt Democracy des US-Künstlerkollektivs Group Material oder der Kunstraum Friesenwall 120 in Köln, ein von Künstlern betriebenerProjektraum. Das Spektrum der ausgewählten Projekte und Installationen reicht von performativen Interventionen wie beispielsweise Christian Philipp Müllers „Kleiner Führer durch die kurfürstliche Gemäldegalerie Düsseldorf“ (1986), Andrea Frasers „Museum Highlights“ (1989) oder Felix Gonzalez-Torres‘ “Untitled (Go-Go DancingPlatform)“ (1991) über fotografische Auseinandersetzungen von Louise Lawler, Zoe Leonard und Christopher Williams bis hin zu neuen Formen der Installation und Präsentation, wie sie unter anderen Fareed Armaly, Tom Burr,Clegg & Guttmann, Mark Dion, Maria Eichhorn, Renée Green, Christian Philipp Müller, Gerwald Rockenschaub, Fred Wilson oder Heimo Zobernig vorgestellt haben. Ein wesentliches Element der Ausstellung ist ein Lesebereich, in dem umfassendes Publikationsmaterial, Videos und Fotodokumentationen Einblicke in die um 1990 leidenschaftlich geführten Diskussionen erlauben.

Ulrike Müller: The old expressions are with us always and there are always others

In den Arbeiten der in New York lebenden Tirolerin Ulrike Müller geht es um das Verhältnis von Abstraktion und Körper sowie um einen Malereibegriff, der nicht an Pinsel und Leinwand gebunden ist. Die geometrisch anmutenden Figuren und Farbflächen in ihren Kompositionen sind nie „reine“ Abstraktion; sie rufen erotische und sexuelle Assoziationen wach, sie necken, berühren und durchdringen einander, ohne sich allerdings in einfache Gegensatzpaare auflösen zu lassen. „Meine Bilder sind Teil eines Begehrens, Alternativen zu traditionellen Geschlechterrollen und Lebensstilen zu denken und zu praktizieren“, so die Künstlerin, die Mitglied der Genderqueer-Gruppe LTTR ist.

Müllers Personale zeigt eine malerische Praxis, die sich nicht über Technik definiert, sondern bewusst Formate sucht, die Verbindungen zu anderen Lebens- und Produktionsbereichen herstellen. So führt die Künstlerin ihre Kompositionen etwa in Emaille aus, die sowohl bei der kommerziellen Schilderherstellung wie bei der kunsthandwerklichen Fertigung von Schmuck Verwendung findet. Auch in textile Objekte wie Quilts oder Teppiche hat sie ihre Entwürfe übersetzt. Müllers malerische Produktion stellt sich außerkünstlerischen Standards und Fertigungsweisen: In den Emaille-Bildern lotet sie die Möglichkeiten einer industriell produzierten Farbpalette aus; ihre Teppiche greifen auf die traditionellen Kenntnisse von Webern in Oaxaca, Mexiko zurück.
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Die eigens für die Personale im mumok entstandenen Teppiche, Papierarbeiten, Emaille- und Leinwandbilder machen anschaulich, dass Müllers Umgang mit Form und Figur durch Kippeffekte, Verschiebungen und Umkehrungen ein performativer ist. Oft zu sehen ist das Motiv der Katze.
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Always, Always, Others – Unklassische Streifzüge durch die Moderne

Neben der ersten musealen Einzelpräsentation Ulrike Müllers zeigt das mumok auch eine von der Künstlerin gemeinsam mit Kuratorin Manuela Ammer zusammengestellte Sammlungsausstellung, in der Werke der klassischen Moderne in einen Dialog mit Werken der jüngeren Vergangenheit treten. Neben oft gezeigten Positionen wie André Derain, Oskar Kokoschka oder František Kupka finden sich darin beispielsweise Werke des ungarischen Künstlers Béla Kádár, der Abstraktion und eine folkloristisch anmutende Formensprache verknüpfte, des französischen Künstlers André Beaudin, dessen Tierdarstellungen die Formelhaftigkeit des Kubismus unterliefen, oder der in Wien beheimateten Künstlerinnen Mathilde Flögl und Friedl Dicker, deren Arbeiten im Bereich der angewandten Kunst soziale und politische Realitäten gestalten wollten. Man sieht: Die Moderne im mumok ist vielstimmig.

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Wien, 6. 10. 2015

TAG: Where are we now?

Mai 5, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Beihilfe zur Panik des 21. Jahrhunderts

Bild: Tania Pilz

Bild: Tania Pilz

Am 5. Mai lädt das TAG zur letzten Premiere vor der Sommerpause: Die Compagnie Luna gastiert mit ihrer Stückentwicklung „Where are we now?“ Ausgehend von René Magrittes Gemälde „Lovers“ entwickelt das Team rund um Regisseur Josef Maria Krasanovsky in sechswöchiger Probenzeit ein surreales Theater-Spektakel: beißende Pointen, greller Kitsch, verhüllte Köpfe, Sprachakrobatik … Mit im 5-köpfigen Ensemble: Schauspielerin Karin Lischka, die in Karl Markovics Film „Atmen“ die weibliche Hauptrolle spielte.

Das Bild „Lovers“ des Surrealisten René Magritte zählt zu den bekanntesten Gemälden des 20. Jahrhunderts. Bis heute haben die Werke des Belgiers nichts an Sprengkraft verloren: „Die alte Frage: ‚Wer sind wir?‘ findet in der Welt, in der wir leben müssen, eine enttäuschende Antwort.“ (René Magritte). Ausgehend von René Magrittes Werk entwickelt das Team rund um Regisseur Josef Maria Krasanovsky einen schrägen Trip durch die verdächtige Welt des belgischen Surrealisten: beißende Pointen, greller Kitsch, verhüllte Köpfe, Sprachakrobatik, verformte Körper … In szenischen Bildern und mit treibenden Beats stellen sie Magrittes Fragen erneut: Wer sind wir? Wo sind wir? Und vor allem – was sollen wir tun? Compagnie Luna wagt damit eine theatralische – manchmal durchaus unernste – Gegenwartsbestandsaufnahme.

Mit Where are we now? meldet sich Compagnie Luna nach fast zweijähriger Schaffenspause zurück. Nach „Vielen guten Menschen fliegt der Hut vom Kopf“ im Theater Drachengasse schließt die Compagnie Luna mit ihrer neuen Produktion an ihre groß produzierten Stücke „Wir hüpfen nur aus Höflichkeit“ und „Der Tag an dem Dada in seinen Kopf stieg“ an. Nachdem Regisseur Josef Maria Krasanovsky zuletzt auf Solopfaden in Graz mit „Jugend ohne Gott“ und „Tschick“ erfolgreich zugange war, steht mit der aktuellen Produktion wieder eine Stückentwicklung für seine Compagnie auf dem Programm.

Es spielen: Ambra Berger, Patrick Jurowski, Karin Lischka, Herwig Ofner und Lisa Schrammel.

www.dastag.at

Trailer: http://www.youtube.com/watch?v=temadLNtjaA&feature=youtu.be

Wien, 5. 5. 2014