„Evita“ kehrt nach Wien zurück: Premiere im Ronacher

Dezember 2, 2015 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Thomas Borchert und Drew Sarich als Perón und Che

EV_DINA4_Solo_300dpiAndrew Lloyd Webbers und Tim Rices Welterfolg „Evita“ wird wieder in Wien zu sehen sein: Am 9. März ist Premiere im Ronacher. Damit kehrt das berühmte Musical nach 35 Jahren erstmals wieder in der Fassung von Michael Kunze an den Ort zurück, an dem die deutschsprachige Erstaufführung stattfand. Am Mittwoch präsentierte Vereinigte-Bühnen-Intendant Christian Struppeck die Pläne für die Produktion: „Ich bin außerordentlich stolz, den berühmten Hollywood-Regisseur Vincent Patterson für die Regie und Choreographie unserer neuen Fassung gewonnen zu haben, der schon die preisgekrönte Verfilmung mit Weltstar Madonna in der Titelrolle choreographiert hatte. Und natürlich freut es mich ebenso, dass wir mit unseren Stars Katharine Mehrling, Drew Sarich und Thomas Borchert eine hochkarätige Besetzung gewinnen konnten.“

Patterson war bei der Präsentation des Casts nicht anwesend, bekam von Evita-Darstellerin Katharine Mehrling allerdings seltsame Blumen gestreut: „Wenn er mit einer Person spricht, dann kriecht er fast in sie hinein.“ Die deutsche Schauspielerin und Sängerin hat mit dem Musical ihre persönliche Wien-Premiere, die anspruchsvolle Titelrolle aber schon gesungen. „Man muss diese Figur verstehen, um sie lieben zu können“, unterstrich sie ihren Bezug zur argentinischen Diktatorengattin und Ikone. Ihr sei lieber, wenn ein Charakter nicht platt, sondern mehrdimensional und durchaus kritisch zu betrachten sei. Und bei Evita gehe es genau um diese Janusköpfigkeit zwischen Heiligenschein und Grausamkeit. Mehrling zur Seite stehen zwei hiesige Publikumslieblinge: Thomas Borchert als Präsident Juan Perón – derzeit ist er als Vater Leopold in „Mozart!“ zu sehen – und Wahl-Wiener Drew Sarich als Frauenheld und Revolutionär Che. „Che ist eine herrliche Rolle“, schwärmt er. „Nicht nur, weil er der einzige ist, der mit dem Publikum spricht und es auf seine Seite zieht. Er ist charismatisch, charmant und sexy. Er und Evita sind wie zwei wilde Tiere, darauf aus, sich gegenseitig zu zerfleischen. Was will man von einer Rolle mehr?“

Bei diesem Cast denkt Christian Struppeck bereits jetzt laut über eine Verlängerung nach: Sie sei möglich, wenn die Auslastungszahlen stimmen.

www.musicalvienna.at

Wien, 2. 12. 2015

OsterKlang 2014

April 9, 2014 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Von der Johannes-Passion bis zu Messiah

2689675763_e88384cd33Das achtzehnte OsterKlang-Festival spannt in der Zeit von 13. bis 20. April seinen musikalischen Bogen von Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion bis hin zu Werken Wolfgang Amadeus Mozart, Georg Friedrich Händel, französischer Barockmusik von François Couperin und Marc-Antoine Charpentier sowie Ludwig van Beethovens Missa Solemnis. Den szenischen Kern des Festivalprogramms bilden die Mozart-Oper La clemenza di Tito in der Kammeroper und G. F. Händels Oratorium Messiah in einer szenischen Fassung und Inszenierung von Claus Guth im Theater an der Wien. Erstmals wird das Festival am 13. April in Kooperation mit den Wiener Symphonikern im Großen Saal des Wiener Konzerthauses eröffnet. Auch in den Jahren 2015-16 wird diese Kooperation mit den Wiener Symphonikern weitergeführt. Im Zentrum der kommenden Eröffnungskonzerte stehen wichtige sakrale Werke von J. S. Bach.

Die Spielorte während der Osterwoche sind das Theater an der Wien, die Kammeroper, das Wiener Konzerthaus, die Minoritenkirche und der Musikverein. Neben den renommierten SängerInnen wie Bernarda Fink, Klara Ek, Johannes Chum, Hanno Müller-Brachmann, Johan Botha, Bejun Mehta, Florian Boesch und Maria Bengtsson bestreitet das Junge Ensemble des Theater an der Wien die Mozart-Oper La clemenza di Tito in der Kammeroper. Dirigenten wie Giovanni Antonini, Christophe Rousset, Simone Young, Rubén Dubrovsky und Martin Haselböck sowie die Wiener Symphoniker, das französische Originalklangensemble Les Talens Lyriques und das Orchester Wiener Akademie präsentieren ein auserlesenes Konzert- und Opernprogramm. Eröffnet wird der 18. OsterKlang am Palmsonntag, den 13. April  mit der Johannes-Passion von Johann Sebastian Bach. Unter der musikalischen Leitung von Giovanni Antonini musizieren die Wiener Symphoniker. Als Solisten sind Johannes Chum als Evangelist und Hanno Müller-Brachmann als Jesus sowie Klara Ek und Bernarda Fink zu hören. Es singt der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde. Die Johannes-Passion ist die früheste, heute noch vollständig erhaltene Passion Bachs. Sie wurde am 7. April, dem Karfreitag des Jahres 1724, in der Nicolaikirche in Leipzig uraufgeführt, wo Bach derzeit als Thomaskantor tätig war. In dieser Passion schildert Bach die Ereignisse um das Leiden Jesu – von seiner Gefangennahme bis zur Grablegung – in ergreifend schlichter Klarheit und direkter Dramatik. Die Passionshandlung und die kontemplativen Chorpartien greifen direkt ineinander, sodass die Passion Christi direkt und eindringlich nachvollzogen werden kann.

Mozarts spätes Meisterwerk La clemenza di Tito ist zweifelsohne ein der Aufklärung verpflichtetes Plädoyer für Aufrichtigkeit und Gnade, das uns bewegende Einblicke in die Einsamkeit eröffnet, der ein Regent bei seinen Entscheidungen ausgesetzt ist, im Sinne des Fürstenspiegels zeigt es aber genauso die Gefahren von Willkür, Unberechenbarkeit und Selbststilisierung, die unter dem Deckmantel der Milde besonders gefährlich erscheinen müssen. Die Opera seria in zwei Akten (1791) gelangt am 13. April  in einer Neuproduktion des Theater an der Wien in der Kammeroper unter der musikalischen Leitung von Rubén Dubrovsky mit seinem Ensemble Bach Consort Wien zur Premiere. Die Mitglieder des Jungen Ensembles des Theater an der Wien bilden das Sängerensemble, allen voran Andrew Owens als Tito Vespasiano, Çiğdem Soyarslan als Vitellia und Gaia Petrone als Sesto. Für die Inszenierung zeichnet der italienische Regisseur Alberto Triola verantwortlich.

Was ist Schuld? Was bedeutet Liebe? Was heißt Tod? Was heißt Erlösung? Diese Fragen, die Menschen aller Religionen miteinander verbinden, thematisiert Claus Guths Inszenierung des Oratoriums Messiah. Händel zeichnet mit seiner Musik ein emotionales Gemälde der menschlichen Ängste und Hoffnungen, aber auch der Erlösungsgewissheit, welche oftmals einzig in seinem berühmten Chor Hallelujah verortet wurde.Nach vier Jahren kehrt die erfolgreiche Produktion in außerordentlicher Besetzung und in einer Neueinstudierung unter der musikalischen Leitung von Christophe Rousset ans Theater an der Wien zurück. Als Solisten sind Maria Bengtsson, Ingela Bohlin, Paul Lorenger, Bejun Mehta, Florian Boesch, Charles Workman und Nadia Kichler zu erleben. Es singt der Arnold Schoenberg Chor. Die Premiere ist am 14. April, die Vorstellungen am 17. und 19. April finden im Rahmen des OsterKlang-Festivals statt. Am 15. April  steht mit den Leçons de ténèbres (Lesungen der Dunkelheit) eine spezifische Gattung des französischen Barock auf dem Programm des Festivals in der Minoritenkirche. Leçons de ténèbres sind liturgische Gesänge, die für die Nachtoffizien der Karwoche komponiert wurden. Besonders die kontemplativen und elegischen Melismen der Singstimmen spiegeln die schmerzliche Passions- und Sterbensgeschichte Jesu Christi wieder. Diese spezifische Gattung des französischen Barock erfuhr im 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt und war lange Zeit nahezu völlig vergessen. Dieser besondere Abend wird mit Werken von Marc-Antoine Charpentier und François Couperin gestaltet. Christophe Rousset, am Cembalo und an der Orgel, musiziert mit den Sopranistinnen Amel Brahim-Djelloul und Judith van Wanroij, begleitet vom Gambisten François Joubert-Caillet.

„Von Herzen – Möge es wieder – zu Herzen gehen!“ Mit diesen Worten widmete Ludwig van Beethoven seine feierliche Messe, die Missa Solemnis, seinem Freund und Schüler Erzherzog Rudolph. Am 16. April 2014 gelangt dieses expressive Werk unter der musikalischen Leitung von Martin Haselböck im Theater an der Wien zur Aufführung. Gesangssolisten sind Malin Hartelius, Caitlin Hulcup, Daniel Behle und Stefan Cerny. Es musiziert das Orchester Wiener Akademie und singt der Philharmonische Chor Brünn. Am Karfreitag, den 18. April, stehen unter dem Titel Crucifixus sakrale russische Chöre von Pawel Tschesnokow, Dimitri Bortnjanski und Sergei Rachmaninow auf dem Programm in der Minoritenkirche. Den Abschluss und gleichzeitig den Höhepunkt der vorösterlichen Fastenzeit bildet die Karwoche. Besonders ab Gründonnerstag begehen Christen aller Konfessionen und überall auf der Welt das Triduum Sacrum, die heiligen drei Tage vom Leiden, Sterben und der Grabesruhe Jesu Christi. In ihrem Zentrum steht das „Crucifixus est“, jener zentrale Opfertod, der mit der Auferstehung am Ostersonntag den Christen die Erlösungshoffnung gibt.Der Dreifaltigkeitschor des Alexander Newski Männerklosters St. Petersburg bietet in seinem Konzert einen Einblick in die Fastenliturgie der russisch-orthodoxen Kirche.

Unter der Leitung der Dirigentin Simone Young präsentieren die Wiener Symphoniker am Ostersonntag traditionellerweise ihren Frühling in Wien und schließen mit diesem Konzert das Festival OsterKlang Wien. Im Musikverein erwartet das Publikum ein typisch wienerisches Programm mit Werken von Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Carl Maria von Weber, Otto Nicolai, Richard Wagner, Johann Strauss (Sohn), Franz von Suppé, Franz Léhar und Richard Heuberger. Mit Johan Botha, einem der begehrtesten Tenöre unserer Zeit, wird diese österliche „Soirée de Vienne“ zu einem feierlichen Finale des Festivals.

www.theater-wien.at

Wien, 9. 4. 2014

Jüdisches Museum Wien: Andrew M. Mezvinsky

November 6, 2013 in Ausstellung, Buch, Bühne, Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Und das Programm der Jubiläumswoche

Andrew M. Mezvinsky  Bild: (c) Nathan Murrell

Andrew M. Mezvinsky
Bild: (c) Nathan Murrell

Im Rahmen der Reihe Jewish Museum Contemporary im Museum Judenplatz zeigt das Jüdische Museum Wien ab 6. November 2013 die Installation „A Good Day“ des amerikanischen Künstlers Andrew M. Mezvinsky. 1982 in Philadelphia geboren, zählt er heute zu den interessantesten jungen Künstlern, die derzeit in Wien tätig sind. Für das Museum Judenplatz hat Mezvinsky eine eigene Installation entworfen, die von Primo Levis Betrachtungen zum Überleben in Auschwitz ausgehen. Mezvinskys Arbeit ist von Primo Levis Gedanken über die Definition eines guten Tages in Auschwitz geprägt. „A good Day“ –  dieser ironische Titel, den Primo Levi wählte und Mezvinsky für seine Arbeit übernimmt, spielt auf die erste Sonne in Auschwitz an, die eine kleine Hoffnung auf Überleben birgt. Mit Hilfe von interaktiven, handgezeichneten Animationen und der neuesten Multimediatechnologie wurde im Museum Judenplatz ein Raum geschaffen, der die Grundbedingungen der menschlichen Existenz im Moment widerspiegelt und die BesucherInnen werden Teil der Installation.

Mit der Eröffnung der neuen permanenten Ausstellung „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute“ feiert das Jüdische Museum Wien auch 25 Jahre (Wieder-) Gründung und 20 Jahre Jüdisches Museum Wien im Palais Eskeles. Nach der Eröffnung am 18. November bietet das Museum in der Woche vom 19. bis zum 24. November 2013 ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm, das von einem Open House am 19. November 2013 von 15:00 bis 18:00 Uhr, über Lesungen, KünstlerInnengespräche, Filmpräsentationen, bis hin zu Kerzenzünden anlässlich von Chanukka reicht.

Dienstag, 19. November  – 15:00 bis 18:00 Uhr: Open House

Das Jüdische Museum Wien lädt zum „Open House For Three Hours” bei freiem Eintritt von 15:00–18:00 Uhr in die Dorotheergasse 11. Die BesucherInnen sind herzlich eingeladen, sich die neue permanente Ausstellung „Unsere Stadt!“ sowie das ganze Museum anzusehen!

Dienstag, 19. November  – 19:00 Uhr: Wien wird gelesen

Das Jüdische Museum Wien hat FilmemacherInnen, JournalistInnen und AutorInnen eingeladen, assoziative Texte zum Ausstellungstitel „Unsere Stadt!“ auszuwählen und vorzulesen. Die Vorgaben waren: Was und wer ist „unsere Stadt“? Und an wen und woran erinnern wir uns, wenn wir an die Geschichte „unserer Stadt“ denken? Das Ergebnis ist vielfältig und reicht von Bruno Kreisky bis zum Heldenplatz. Es lesen Helene Maimann: „Die Quadratur Kreiskys. Bruno Kreisky und das Judentum“; Wolfgang Klivana: Christof Habres – „Kennst Du Dich da aus?“; Anja Salomonowitz: Alexa Karolinksi – „Oma und Bella. Das Kochbuch“; Tarek Leitner: Thomas Bernhard – „Heldenplatz“. Eintritt frei! Einlass ab 18:45 Uhr.

Mittwoch, 20. November – 19:00 Uhr: Gespräch über die „Gute Stube“: Vom Genremaler Isidor Kaufmann zur zeitgenössischen Künstlerin Maya Zack

Isidor Kaufmann (1853–1921) zählt zu den wichtigsten Malern des jüdischen Genrebildes. 1899 richtet er für das vier Jahre zuvor gegründete Jüdische Museum Wien eine so genannte „Gute Stube“ ein. Der Raum sollte Nichtjuden eine Vorstellung vom Schabbat als Familienfeiertag sowie den assimilierten Juden im Wien um 1900 eine nostalgische Erinnerung bieten. Die gewaltsame Schließung durch die Nationalsozialisten führte 1938 zur Zerschlagung des Museums inklusive der „Guten Stube“. Ursprünglich waren darin 122 Gegenstände zu sehen, davon sind heute nur noch zehn Objekte übrig. Für die neue permanente Ausstellung hat die 1976 in Israel geborene Künstlerin Maya Zack eine Rauminstallation geschaffen, die die zerstörte „Gute Stube“ von Isidor Kaufmann neu interpretiert. Dieses zeitgenössische Kunstwerk verbindet und hinterfragt auf eindrückliche Weise die Geschichte des alten Jüdischen Museums mit der Gegenwart. Maya Zack stellt gemeinsam mit Direktorin Danielle Spera und Chefkurator Werner Hanak-Lettner das Projekt Shabbat Room vor. Eintritt frei! Einlass ab 18:45 Uhr.

Donnerstag, 21. November – 19:00 Uhr:  „Masel tov – Das Jüdische Museum Wien“ Eine Produktion von RAUM.FILM Filmproduktion im Auftrag des ORF

Das Jüdische Museum Wien feiert in diesem November zahlreiche Geburtstage. Vor 25 Jahren wurde das Museum (wieder-)gegründet, vor 20 Jahren zog es in das Palais Eskeles in der Dorotheergasse. Die ORF-III-Dokumentation entführt die ZuschauerInnen in die abwechslungsreiche Geschichte des Jüdischen Museums Wien und bietet Einblicke in die Geschichte jüdischer Museen in Wien, die zum Spiegelbild der Wiener jüdischen Geschichte wird. Die Dokumentation begleitet das Museumsteam bei seiner Vorbereitung zur neuen permanenten Ausstellung. Regie: Matthias Widter, Produktion: RAUM.FILM Filmproduktion Eintritt frei! Einlass ab 18:45 Uhr.

Freitag, 22. November – 15:30 Uhr: Git Schabbes!

G’tt brauchte 6 Tage um die Welt zu erschaffen, er ruhte am 7. Tag und übergab den Menschen diesen Tag als Ruhetag. Jüdinnen und Juden feiern Schabbat, der freitags bei Sonnenuntergang beginnt und samstags zur gleichen Zeit endet. Schabbat-Eingang, wie der Beginn des Feiertags bezeichnet wird, fällt an diesem Freitag in Wien auf 15 Uhr 59 Minuten. Die BesucherInnen können diesen Moment im Jüdischen Museum Wien erleben! Es werden keine Schabbat-Kerzen angezündet und kein Segen über den Wein im Kiddusch-Becher gesprochen, sondern es wird die Installation Shabbat Room der israelischen Künstlerin Maya Zack vorgestellt. Es wird auch das Schaudepot besucht, wo Kerzenhalter für Schabbat, Kiddusch-Becher oder Besamim-Dosen aus den verschiedenen Sammlungen des Jüdischen Museums Wien bewundert werden können. Was ab Freitag Abend getan werden sollte, warum religiöse Juden nicht im Dunkeln sitzen und warum die Braut, mit der Schabbat verglichen wird, verabschiedet wird, soll an diesem Nachmittag vorgestellt werden: Git Schabbes! Führung gratis! Zutritt mit gültiger Eintrittskarte.

Sonntag, 24. November – 11:00 & 16:30 Uhr: Gehen Sie mit uns durch unsere Stadt!

Das Vermittlungsteam lädt die BesucherInnen auf einen eindrucksvollen Spaziergang durch die neue permanente Ausstellung ein. Es besteht die Möglichkeit mit MitarbeiterInnen des Jüdischen Museums Wien durch die Stadt zu gehen, ohne das Palais Eskeles in der Dorotheergasse zu verlassen. Die BesucherInnen haben dabei Gelegenheit in Wiener jüdische Geschichte(n) einzutauchen: „Unsere Stadt! Jüdisches Wien bis heute”. Die BesucherInnen werden vielleicht bekannte, vertraute aber vor allem ganz neue Objekte und Installationen in einer außergewöhnlichen architektonischen Umgebung erkennen und das Museum als Ort einer intensiven Auseinandersetzung mit Wiener und europäischer Kulturgeschichte erleben. Führung gratis! Zutritt mit gültiger Eintrittskarte.

Sonntag, 24. November 2013 – 14:00 bis 16:00 Uhr: Neu & Alt – Chanukka im Jüdischen Museum Wien

Das Lichterfest Chanukka beginnt heuer am 28. November und dauert acht Tage. An jedem dieser Abende werden Kerzen gezündet, Lieder gesungen und es wird gefeiert. Schon ein paar Tage davor können Kinder (und Eltern) im Rahmen einer coolen Kinderführung erfahren, was es mit diesem Fest auf sich hat. Alle Leuchter geben sich die Ehre und erzählen vom Kerzenzünden und von der Bedeutung des Chanukka-Festes. Es erinnert an Ereignisse vor mehr als 2.000 Jahren: an den Sieg einer kleinen Gruppe von Juden über ein übermächtiges Heer und an eine winzige Menge Öl, die im Tempel von Jerusalem wie durch ein Wunder acht Tage lang brannte. Alte und neue Chanukka-Leuchter, ganz moderne und auch eigene Entwürfe werden mit Kreativität und Einfallsreichtum auf Feiertags-Karten gebracht, die die BesucherInnen dann als Weihnukka- Grüße verschicken können! Zur Stärkung wird eine typische Chanukka-Jause serviert. Zu Chanukka werden vor allem in Öl gebackene Speisen wie Kartoffelpuffer oder Krapfen gegessen. Chanukka Sameach, ein fröhliches Chanukka-Fest! In Kooperation mit wienXtra! Anmeldung erbeten! Tel.: +4315350431-130 u. -131 oder E-Mail: kids.school@jmw.at Kinder und eine erwachsene Begleitperson haben freien Eintritt!

www.jmw.at

http://vimeo.com/jewishmuseumvienna

Zum 9. November:

Volkstheater: Lebendiges Gedenken

Das Volkstheater erinnert an den 75. Jahrestag der Novemberpogrome mit dem Abend Lebendiges Gedenken. Auch wird für ehemalige Volkstheater-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter, die während des NS-Regimes verfolgt, vertrieben, ermordet wurden, oder auch Widerstand geleistet haben, vor der „Präsidentenstiege“ ein Stein der Erinnerung gesetzt.
Steine der Erinnerung – kleine Denkmäler in Wien: Michael Schottenberg, Andrea Eckert, Martina Stilp, Claudia Sabitzer und das Trio Margaritkes werden gemeinsam mit dem Verein Steine der Erinnerung (vertreten durch Generalsekretärin Elisabeth Ben David-Hindler) unser Erinnerungsprojekt für die Spielzeit 2013/14 in Geschichten und Bildern vorstellen.
18.30 Uhr Steine der Erinnerung 1:
Es lesen Claudia Sabitzer und Michael Schottenberg

19.45 Uhr Steine der Erinnerung 2
Es lesen Martina Stilp und Michael Schottenberg

21.00 Uhr Steine der Erinnerung 3
Es lesen Andrea Eckert und Michael Schottenberg
www.volkstheater.at

Mandelbaum-Verlag: Lesung „Nach dem Anschluss“

Im Rahmen der krilit findet am 9. November eine Gedenkveranstaltung zum Novemberpogrom statt: Das erste Wiener Lesetheater liest aus „Nach dem Anschluss. Berichte österreichischer EmigrantInnen aus dem Archiv der Harvard University“, erschienen im mandelbaum verlag. Beginn ist um 20:30 Uhr im Weinhaus Sittl, Lerchenfeldergürtel 51, 1160 Wien.

Informationen: http://krilit.wordpress.com/2013/09/09/9-11-lesetheater-zu-novemberpogrom/

www.mandelbaum.at

Theater Nestroyhof Hamkom: Die Sperlgasse zwischen Hoffnung und Schrecken

Wenige Monate nach dem Anschluss Österreichs an das „Deutsche Reich“ wurden jüdische SchülerInnen aus den öffentlichen Schulen vertrieben und in wenigen Schulen zusammengefasst. Eine dieser Schulen befindet sich in der Kleinen Sperlgasse 2a, wo von 1938 bis 1941 unter den zunehmend verschäften Bedingungen jüdischen SchülerInnen weiterhin eine Ausbildung gewährt werden konnte. Am 28. Februar 1941 wurden Gymnasium und Pflichtschule der Kleinen Sperlgasse zu einem Sammellager für jüdische ÖstereicherInnen umfunktioniert, von dem aus diese in Ghettos und Tötungslager deportiert wurden.

KINDER ERZÄHLEN, 10. November, 15 Uhr: Originaldokumente jüdischer Kinder werden von SchülerInnen der Kleinen Sperlgasse 2a gelesen.Anschließend ein Gespräch mit: Leo Luster, ehemaliger Schüler der „Jüdischen Schule“ in der Kleinen Sperlgasse 2a, Claudia Blatterer, Lehrerin der Kleinen Sperlgasse 2a sowie SchülerInnen.

DIE SPERLGASSE SUMMT, 11. November, 20 Uhr: Es liest: Jaschka Lämmert. Anschließend Diskussion mit:
Leo Luster, ehemaliger Insasse des Sammellagers in der Kleinen Sperlgasse, Markus Brosch, Lehrer an der Kleinen Sperlgasse 2a.

 www.hamakom.at

Wien, 6. 11. 2013

„Love Never Dies“ im Ronacher

Oktober 15, 2013 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Das Phantom spukt in den USA

Bild: Vereinigte Bühnen Wien

Bild: Vereinigte Bühnen Wien

Ab 18. Oktober ist im Ronacher Andrew Lloyd Webbers „Love Never Dies“ als konzertante Aufführung zu sehen. Inhalt der „Phantom der Oper“-Fortsetzung: 1907, rund 10 Jahre nach den dramatischen Ereignissen an der Pariser Oper, betreibt das Phantom auf Coney Island, der glitzernden Welt der New Yorker Vergnügungsparks, eine Vaudeville-Bühne. Doch selbst dieser prächtige Ort vermag ihn nicht über den Verlust seiner großen Liebe Christine hinwegzutrösten. Inkognito engagiert er die inzwischen weltberühmte Sopranistin für seine Show. Bald muss Christine, die mit ihrem Mann Raoul und ihrem 10jährigen Sohn Gustave angereist ist, die Wahrheit erkennen. Und während ein ob seiner Spielsucht hoch verschuldeter Raoul sich dem Alkohol hingibt, schwelgen das Phantom und Christine in Erinnerungen an ihre letzte gemeinsame Nacht in Paris und enthüllen ein völlig  anderes Ende der Verfolgungsjagd vor so vielen Jahren. Das Phantom überredet den von Selbsthass geplagten Raoul zu einer verhängnisvollen Wette: Sofern Christine wie geplant auftritt, müsse Raoul die Insel allein verlassen. Singt sie nicht, will das Phantom alle Schulden des Ehepaars begleichen und aus ihrem Leben verschwinden. Doch während das fatale Ränkespiel um Liebe, Zurückweisung und Eifersucht immer weiter eskaliert, übersehen die Beteiligten, dass Gefahr von einer ganz anderen Seite droht…

Die Besetzung kann sich sehen und hören lassen: Allen voran kehrt Publikumsliebling Drew Sarich  heim nach Wien und zu den VBW und wird den begehrten Part des Phantoms übernehmen. An seiner Seite die „Natürlich Blond“-Hauptdarstellerin Barbara Obermeier, die die Rolle der Meg Giry singt. Der Part ihrer Freundin und Ex-Angebeteten des Phantoms Christine Daée wird von der bezaubernden Milica Jovanovic („The Sound of Music“ in Salzburg) gesungen. Madame Giry wird  Musicalstar Maya Hakvoort verkörpert. Der charismatische Julian Looman („Soldaat van Oranje“) ist Raoul. Für die Regie zeichnet wie auch schon 2012 Andreas Gergen, Operndirektor des Landestheaters Salzburg, verantwortlich; es spielt das Orchester der Vereinigten Bühnen Wien unter der Leitung von VBW-Musikdirektor Koen Schoots. Andrew Lloyd Webber entwirft in seiner Partitur wieder einmal ein einzigartiges, beeindruckendes Spektrum phantastischer Melodien mit „Gänsehautfaktor“, die mit rockigen Passagen, großen Gefühlen und prächtigem Orchestereinsatz auftrumpfen. Intendant Christian Struppeck: „Mit der konzertanten Fassung von Webbers „Love Never Dies“ führen wir einerseits die bereits 2012 erfolgreich mit dem „Phantom“ gestartete Konzertreihe der VBW fort und schließen andererseits auch inhaltlich an das Vorjahr an. „Love Never Dies“ wird hier bei uns in Wien erstmals im deutschsprachigen Raum zu hören sein. Ein guter Anlass, um unserem VBW-Orchester in großer Symphoniebesetzung eine Bühne geben zu können.“

www.musicalvienna.at

Wien, 15. 10. 2013

Stadttheater Baden: „Jesus Christ Superstar“

August 6, 2013 in Tipps

DIE Rockoper über die größte Geschichte aller Zeiten

Darius Merstein-MacLeod Foto: Lukas Beck

Darius Merstein-MacLeod
Foto: Lukas Beck

Am 10. August hat im Stadttheater der Bühne Baden Andrew Lloyd Webbers bestes Werk Premiere. Ein Stück Musikgeschichte. Genial verfilmt von Norman Jewison, nun wieder live zu sehen: „Jesus Christ Superstar“. Wenn Jesus mit seinen Jüngern, mit der sinnlichen Maria Magdalena und Gottes Werkzeug Judas die Bühne betritt, beginnt eine Zeitreise in die guten alten Siebziger Jahre. Damals 1969/70 hatte nämlich das Musical-Gespann Webber und Tim Rice die geniale Idee, die größte Geschichte aller Zeiten (zumindestens für Christen), die Passionsgeschichte Christi, als Rockoper zu schreiben.

„Jesus Christ Superstar“, „I Don’t Know How To Love Him“, „Gethsemane“ oder „Hosanna“ wurden zu Welthits, die mehr als eine Generation prägten. Die Bühne Baden bringt die Rock-Passion, in einer Inszenierung ihres Hausherrn Robert Herzl. Als Jesus will Darius Merstein-MacLeod das Publikum begeistern. Die Maria Magdalena gibt Karin Seyfried. Die tragische Figur des Judas wird von Chris Murray verkörpert.

www.buehnebaden.at

Von Michaela Mottinger

Wien, 6. 8. 2013