Stadttheater Klagenfurt: Eröffnung mit der „Fledermaus“

September 17, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Mit einer Langen Nacht der kurzen Musik

in die neue Spielzeit

Die Fledermaus - Christiane Boesiger, Ensemble  Bild: (c) Aljosa Rebolj

Die Fledermaus – Christiane Boesiger, Ensemble
Bild: (c) Aljosa Rebolj

Das Stadttheater Klagenfurt startet am 18. September  unter dem Motto „Ich ist ein Anderer“ mit der Königin der Operetten „Die Fledermaus“ und mitreißenden Walzermelodien die neue Spielzeit 2014/2015. Für die Inszenierung kehrt Olivier Tambosi nach Klagenfurt zurück. Jörg Schneider ist als Eisenstein zu sehen, Christiane Boesiger übernimmt die Rolle der Rosalinde.

Am 19. September geht Die Lange Nacht der kurzen Musik mit einem Crossover aus klassischer und zeitgenössischer Musik über diverse Bühnen im und um das Stadttheater. Bei freiem Eintritt ist das Publikum eingeladen mit dem Stadttheater den Spielzeitbeginn zu feiern. Mit dabei unter anderen: das Kärntner Sinfonieorchester, EFFI&BAND, Bartolomey/Bittmann und der Drakensberg Boys Choir.

PROGRAMM

BÜHNE

19.00 Uhr Kärntner Sinfonieorchester Eröffnung mit Werken von Bernstein, Brahms, Marquez u.a.
21.00 Uhr Karl Sibelius: Adam Schaf hat Angst Ein-Mann-Musical von Georg Kreisler
22.30 Uhr Bartolomey/Bittmann Mit Cello und Mandola auf neuen Wegen, von Groove bis Rock
FREILICHTBÜHNE GOETHEPARK

20.00 Uhr Tanzl Musi KSO-Musiker spielen Volksmusik
21.00 Uhr EFFI & BAND EFFI ist Songwriter, Elektroniker, Poet. Vom Geheimtipp zum Senkrechtstarter!
STADTPFARRKIRCHE ST. EGID

20.00 Uhr Drakensberg Boys Choir Beeindruckende, junge Stimmen aus Südafrika in Klagenfurt!
21.00 Uhr Singkreis Seltenheim Der bekannte Chor ist diesmal mit geistlicher Musik zu Gast
22.30 Uhr Mehrstimmig! Mitglieder des Chors des Stadttheaters begeistern nicht nur auf der Opernbühne
ORCHESTERPROBENRAUM

19.00 Uhr Singschule Carinthia Das Jugendensemble des Stadttheaters gibt Einblicke in die Arbeit
21.00 Uhr TARO Die Gründer von NEW ADITS mit elektronischen Live-Bearbeitungen gegenwärtiger Musik

MUSIKSCHULE

19.00 Uhr Schüler der Musikschule Klagenfurt zeigen ihr Können
RESTAURANT CAFÉ OSCAR

20.00 Uhr Duo Masis Hakobyan/Asatrian mit Filmmusik, armenischen Volksweisen und Tango Nuevo
NAPOLEONSTADL PARKHAUS

23.00 Uhr Afterparty mit DJ Nina Love

Das Kärntner Sinfonieorchester stellt den Beginn der Konzertsaison unter das Motto „Lieben Sie Brahms?“. Die vier Sinfonien Johannes Brahms‘, die er unter anderem während seiner Sommerfrische in Pörtschach komponierte, stehen im Mittelpunkt eines intensiven Brahms-Herbstes mit dem Kärntner Sinfonieorchester unter der Leitung seines Chefdirigenten Alexander Soddy. Neben den vier Sinfonien steht im November das monumentale Deutsche Requiem auf dem Programm.

26. September 2014, 19.30 Uhr, Konzerthaus
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 1 in c-Moll op. 68; Sinfonie Nr. 2 in D-Dur op. 73

15. Oktober 2014, 19.30 Uhr, Konzerthaus
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 3 in F-Dur op. 90; Sinfonie Nr. 4 in e-Moll op. 98

12. November 2014, 19.30 Uhr, Konzerthaus
Giuseppe Verdi: Ave Maria aus Quattro Pezzi Sacri; Stabat Mater aus Quattro Pezzi Sacri
Johannes Brahms: Ein deutsches Requiem op.45

Am 28. September wird ein außergewöhnlich persönliches Filmportrait Peter Turrinis von Ruth Rieser erstmals in Kärnten gezeigt. Es ist anlässlich seines 70. Geburtstages entstanden und kehrt an Turrinis „Ausgangspunkt“, den Tonhof Maria Saal, zurück.

Ab 4. Oktober steht Kleists „Amphitryon“, ein Spiel um Identitäten, Doppelgängertum und Verführung, in der Regie von Michael Sturminger, mit hochkarätiger Besetzung, auf dem Spielplan. Als Alkmene ist Sabine Haupt – Ensemblemitglied des Burgtheaters – zu sehen, für die Rolle des Amphitryon konnte der Schauspieler und Regisseur Andreas Patton gewonnen werden.
Das Musiktheaterprojekt „Lampedusa“ beschließt am 5. Oktober das vielfältige Eröffnungsprogramm, ein Musik – Theater – Happening von Bernd Liepold-Mosser. Lampedusa steht als Chiffre für die Problematik der europäischen Zuwanderungspolitik, in der Europa seine Werte selbst abschafft. Textsamples zum Themenkomplex „Festung Europa“ werden mit thematisch ausgewählten Opernchören kombiniert, um die Fragen von Humanität, Moral und Gerechtigkeit neu zu stellen: „Wenn Europa so tut, als seien dies nur unsere Toten, dann möchte ich für jeden Ertrunkenen, der mir übergeben wird, ein offzielles Beileidstelegramm erhalten. So als hätte er eine weiße Haut, als sei er unser Sohn, der in den Ferien ertrunken ist. Gezeichnet: Giusi Nicolini. Bürgermeisterin von Lampedusa.“

www.stadttheater-klagenfurt.at

Wien, 17. 9. 2014

Landestheater NÖ: Amphitryon und sein Doppelgänger

Februar 13, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Das Schauspielhaus Zürich gastiert in St. Pölten

Bild: Matthias Horn

Bild: Matthias Horn

Am 14. und 15. Februar ist am Landestheater Niederösterreich „Amphitryon und sein Doppelgänger“ als Gastspiel aus dem Schauspielhaus Zürich zu sehen. Karin Henkel inszenierte frei nach Heinrich von Kleist. Die Arbeit ist auch zum Berliner Theatertreffen im Mai eingeladen worden. Inhalt: Alkmene erwartet die Rückkehr ihres Gatten Amphitryon. Statt seiner erscheint ihr Jupiter in der Gestalt des Amphitryon und verführt sie. Als am nächsten Tag der echte Amphitryon zurückkehrt und Alkmene ihm von der vermeintlich gemeinsam durchlebten Nacht erzählt, bricht für ihn nicht nur eine Welt, sondern auch seine Identität zusammen. Er sieht sich durch einen Doppelgänger ersetzt, der ihm bis aufs Haar gleicht und doch mehr zu entsprechen scheint, als er selbst: Wie sonst ist es zu erklären, dass eine Gegenüberstellung mit seinem Doppelgänger dazu führt, dass alle den Jupiter-Amphitryon für den wahren Amphitryon halten? „Dein Stock kann machen, dass ich nicht mehr bin. Doch nicht, dass ich nicht Ich bin, weil ich bin“, begehrt sein Diener Sosias auf, als er von seinem Doppelgänger – hinter dem sich Merkur verbirgt – geschlagen wird. Letztlich weiß in dieser radikalen Komödie von 1807, die erst 1899 zur Uraufführung kam, niemand mehr, wer er ist. Gibt es ein Ich? Gibt es Individualität? Und wenn ja, warum ist der Einzelne ersetzbar?

Das Doppelgängermotiv wird bis heute in der Literatur viel verwendet und zumeist mit dem Verlust der eigenen Identität assoziiert. Die zentrale Angst der bürgerlichen Gesellschaft vor Gesichtsverlust und Entindividualisierung findet nach romantischen Werken wie E.T.A. Hoffmanns „Die Elixiere des Teufels“ ihre Fortsetzung in den Schriften von Edgar Allan Poe, Franz Kafka und Fjodor M. Dostojewski. „Amphitryon und sein Doppelgänger“ ist Karin Henkels fünfte Arbeit während der Intendanz von Barbara Frey am Schauspielhaus Zürich. Dort inszenierte sie zuletzt „Elektra“, dramaturgisch verzahnt durch unterschiedliche Quellen und aus zweierlei Blickwinkeln zu erleben. In Henkels Regie spielen Carolin Conrad, Fritz Fenne, Michael Neuenschwander, Lena Schwarz und Marie Rosa Tietjen.

www.landestheater.net

Wien, 13. 2. 2014