Albertina: Claude Monet. Die Welt im Fluss

September 18, 2018 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Große Schau über den „Meister des Lichts“

Claude Monet: Junge Mädchen im Boot, 1887. The National Museum of Western Art, Tokio, Sammlung Matsukata. Bild: © The National Museum of Western Art, Tokio

Ab 21. September zeigt die Albertina die erste umfassende Präsentation von Claude Monet seit mehr als 20 Jahren in Österreich. Unter den 100 Gemälden finden sich bedeutende Leihgaben aus mehr als 40 internationalen Museen und Privatsammlungen wie dem Musée d’Orsay Paris, dem Museum of Fine Arts Boston, der National Gallery London, dem National Museum of Western Art Tokyo oder dem Pushkin Museum Moskau.

Monet steht wie kein anderer für die Malerei des Impressionismus. Der französische „Meister des Lichts“ war ein zentraler Wegbereiter der Malerei im 20. Jahrhundert. Er malte am Meer, an der Steilküste der Normandie und an den Ufern der Seine. Die Wasseroberflächen seiner Bilder reflektieren die leuchtenden Farben üppiger Vegetation im Sommer und den geheimnisvoll grau und blau gefrierenden Dunst seiner Landschaften im Winter.
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Monets Licht und Farben wechseln auf der Leinwand mit der sich stets verändernden Natur und mit der Vielfalt an atmosphärischen Eindrücken, die der Maler vor den Motiven empfindet. Um sie in ihrer Erscheinungsvielfalt zu erfassen, malt er viele seiner Motive in Serien.
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Claude Monet: Camille Monet mit Kind im Garten, 1875. Museum of Fine Arts, Boston, anonyme Schenkung im Andenken an Mr. und Mrs. Edwin S. Webster. Bild: © Museum of Fine Arts, Boston

Claude Monet: Der Landesteg, 1871. Acquavella Galleries. Bild: © Acquavella Galleries

Claude Monet: Am Strand von Trouville, 1870. Museé Marmottan Monet, Paris. Bild: © Musée Marmottan Monet, Paris / Bridgeman Images

Die Ausstellung spannt einen Bogen von Monets ersten vorimpressionistischen Werken bis hin zu seinen allerletzten Gemälden, die im Garten in Giverny entstanden sind. Monet eröffnet mit seiner Malerei den Blick auf eine Welt, die sich durch die Kraft der Natur, das Wetter und den Kreislauf der Jahreszeiten ständig im Fluss befindet. Das Element Wasser zieht sich durch sein gesamtes Schaffen. Sei es an der Seine oder der Creuse, am Atlantik oder im Wassergarten mit den ikonischen Seerosen: Die Veränderlichkeit der Natur, die Auflösung der Landschaft in Nebel, Schnee oder Meereswogen ist das zentrale Thema dieser Schau.

Die Retrospektive beleuchtet Monets Werdegang vom Realismus über den Impressionismus bis hin zu einer Malweise, bei der sich die Farben und das Licht allmählich vom Gegenstand lösen und das Motiv von der Naturbeobachtung unabhängig wird. Mit seinem Spätwerk bereitet Monet der Malerei des abstrakten Expressionismus den Boden.

Plakatsujet ist das monumentale Gemälde „Junge Mädchen in einem Boot“, das Monet 1887 auf dem Wasser malt. Zu sehen ist außerdem eine der beiden Fassungen des „Boulevard des Capucines“ aus dem Jahr 1873, eine extreme Perspektive von oben auf das belebteste Geschäftsviertel von Paris, die das Großstadt-Gewimmel, das Flirren und die Bewegung der Stadt nachvollziehen lässt. Genau wie die Natur in Monets Landschaften ist auch die Straße ständig in Bewegung und verändert sich je nach Tageszeit, Stimmung und Wetterlage.

Unter den beeindruckenden, oft großformatigen Leihgaben befinden sich außerdem der „Getreideschober in der Sonne“ von 1891, den Kandinsky in einer Ausstellung über den französischen Impressionismus in Moskau bewundert. Kandinsky hat trotz seiner Begeisterung für das Gemälde Schwierigkeiten, das Motiv zu erkennen und ahnt so Monets Emanzipation der Farben und die abstrakte Malerei voraus.

Weitere Highlights sind die frühen Winterbilder, darunter das Porträt „Madame Monet mit rotem Kopftuch“, zwei Kathedralen aus einer Serie, die er in Rouen von diesem gotischen Nationaldenkmal anfertigt, und die selbst zur impressionistischen Ikone werden und mehrere Gemälde des Flusses Creuse, die unter widrigsten Wetterbedingungen im Massif Central entstehen und kompositorisch und in ihrer Farbigkeit wegweisend sind. Am Ende seines Lebens, als er mit starken Sehschwierigkeiten kämpft, beschäftigt Monet sich in seinem Garten in Giverny mit der „Japanischen Brücke“ und seinem „Haus in den Rosen“.

www.albertina.at

18. 9. 2018

Albertina: Alfred Seiland. Retrospektive

Juni 12, 2018 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine Fotoreise von den USA bis in den Iran

Alfred Seiland: Truro, Massachusetts, USA, 1979. Privatbesitz © Alfred Seiland

Die Albertina widmet dem österreichischen Fotografen Alfred Seiland ab 13. Juni eine umfassende Ausstellung. Alfred Seiland ist einer der ersten österreichischen Fotografen, der sich zur Gänze der Farbfotografie verschrieben hat. Im Mittelpunkt seines Werkes steht die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kulturräumen: von der Ost- und Westküste der USA über das Gebiet des antiken Römischen Reiches bis Österreich und dem heutigen Iran.

Seine dokumentarischen Fotografien bestechen durch ihre ausgewogenen Farbabstufungen bei größtmöglicher Schärfe, die sich über alle Bildebenen erstreckt. Die Albertina präsentiert in dieser Ausstellung fünf seiner umfangreichen Serien. In seinen Aufnahmen gibt Seiland den Bildeindruck wieder, den er selbst bei der Aufnahme vor Ort hatte – aufgrund der durchgehenden Bildschärfe sind alle Bildelemente gleichwertig, vom nächsten Vordergrund – zum weitesten Hintergrundmotiv.

Alfred Seiland: Jupitertempel, Damaskus, Syrien, 2011. Besitz des Künstlers © Alfred Seiland

Alfred Seiland: Proleb, Österreich, 1981. Albertina, Wien © Alfred Seiland

Alfred Seiland: Wildwood, New Jersey, USA, 1983. Albertina, Wien © Alfred Seiland

Ab 1975 reist Alfred Seiland wiederholt in die USA, wo er den Aufstieg der Farbfotografie als Kunstfotografie miterlebt und sich bereits 1979 entschließt, nur mehr in Farbe zu arbeiten. Bis in die 1970er-Jahre hatte die klassische Kunstfotografie schwarz-weiß zu sein: Die Farbe war bis dahin aufgrund ihrer Verwendung in der Werbe- und Modefotografie für die künstlerische Fotografie verpönt. Für seine früheste Serie „East Coast – West Coast“ (1979 – 1986) entstehen in den USA exakt komponierte, atmosphärisch dichte Aufnahmen, die spezifische Licht- und Raumsituationen wiedergeben.

Es ist dasselbe Amerika der Neonschilder, der weiten Landschaften und Straßen, die die amerikanischen Wegbereiter der Farbfotografie wenige Jahre zuvor aufgenommen hatten. Seiland fotografiert bewusst an den gleichen Orten wie seine großen Vorbilder der jüngsten amerikanischen Farbfotografie Joel Meyerowitz, Stephen Shore und William Eggleston. Im Unterschied zu den Amerikanern begegnet der Europäer Alfred Seiland einer ihm kulturell fr emden Landschaft. Er entwickelt eine zutiefst eigenständige Blickweise auf ihm geradezu exotisch anmutende Motive wie riesige Werbetafeln, Neonschilder oder Motels.

Angeregt durch Aufträge für Magazine, beginnt Alfred Seiland, sich genauer mit dem Thema Österreich auseinanderzusetzen. Mit der Werkgruppe „Österreich“ entstehen zwischen 1981 und 1995 Arbeiten, die weder einen nostalgischen noch einen auf andere Weise verklärenden Blick auf das eigene Land werfen. Die Fotografien zeichnen sich vielmehr durch eine realistische, ungeschminkte Wiedergabe der Wirklichkeit aus. Für eine international vielfach ausgezeichnete Kampagne der Frankfurter Allgemeinen Zeitung („Dahinter steckt immer ein kluger Kopf“) fotografiert er zwischen 1995 und 2001 berühmte Persönlichkeiten in aufwendigen Inszenierungen, die genau auf die Abgebildeten zugeschnitten sind.
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In einem 2006 begonnenen Zyklus widmet sich Alfred Seiland der Gegenüberstellung von historischen Stätten und zeitgenössischem Leben auf dem Gebiet des antiken Römischen Reiches und beleuchtet so das Spannungsverhältnis von Antike und Gegenwart. Aus dieser bisher mehr als 130 Aufnahmen zählenden Werkgruppe „Imperium Romanum“ hat sich die neueste Serie über den Iran von heute entwickelt, die in dieser Retrospektive erstmals präsentiert wird.
12. 6. 2018

Albertina: Keith Haring. The Alphabet

März 13, 2018 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Strichmännchen als Botschafter gegen die Gewalt

Keith Haring: Ohne Titel, 1982. Privatsammlung © The Keith Haring Foundation

Die Albertina widmet dem amerikanischen Ausnahmekünstler Keith Haring ab 16. März aus Anlass seines 60. Geburtstags eine umfassende Ausstellung mit etwa 100 Werken aus internationalen Museen und privaten Sammlungen.

Haring war einer der gefeiertsten Künstler seiner Zeit. Seine Werke wurden 1982 auf der documenta 7, in führenden internationalen Museen und Galerien sowie auf zahlreichen Biennalen in aller Welt präsentiert. Trotz seines frühen und anhaltenden Erfolgs bei der Kritik und auf dem Kunstmarkt wurde ein zentraler Aspekt, der als ein Hauptanliegen seiner Kunst gelten kann, bis heute kaum in seiner Bedeutung erkannt:

Seine systematische Zeichensprache, die sich als Alphabet wie ein roter Faden durch sein gesamtes Schaffen zieht. Keith Harings Zeichnungen, Gemälde und Skulpturen sind Botschaften gegen die Gewalt der Herrschenden, gegen Unterdrückung von Minderheiten, gegen Vorurteile und Barbarei. Seine Themen kreisen immer wieder aufs Neue um Gerechtigkeit und Veränderung. Seine Kunst war eine Sprache, die für alle Menschenleicht verständlich sein sollte. Keith Haring greift auf die Gestaltungsprinzipien von Graffiti und Street Art zurück und mit seinen erfundenen Strichmännchen – Urformen der Kunst – ist er Teil jenes Transformationsprozesses von Low Art über High Art, mit dem schon die Pop Art Cartoons und Wandbilder ins Museum geschleust hat. Er kämpfte für das Individuum und gegen dessen Unterdrückung durch Diktatur, Rassismus, Kapitalismus und Drogensucht. Er setzte sich für die Beendi gung der Apartheid in Südafrika ein, sein Engagement im Kampf gegen AIDS ist legendär. Er war eine jener Stimmen, die am lautesten vor den Gefahren eines Atomkriegs, der Zerstörung der Umwelt und zahllosen weiteren Bedrohungen der Menschheit und des Planeten warnten.

Keith Haring: Ohne Titel, 1985. Courtesy The Keith Haring Foundation, New York, & Gladstone Gallery, New York und Brüssel © The Keith Haring Foundation

Keith Haring: Ohne Titel, 1985. Privatsammlung © The Keith Haring Foundation

Seine gesamte Zeichensprache entwickelte er aus der Erkenntnis, dass Bilder wie Wörter funktionieren können. Die U-Bahn-Zeichnungen wurden zur wesentlichen Grundlage seiner Kunst. Harings Einfluss auf seine Zeitgenossen und nachfolgende Künstlergenerationen ist gewaltig und nachhaltig. Seine politischen Botschaften und Gedanken sind nicht nur Teil seines Erbes, sondern auch Teil der Menschheit und der Kunstgeschichte.

13. 3. 2018

Albertina: Das Wiener Aquarell

Februar 9, 2018 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Die Virtuosen der Wasserfarbenmalerei

Moritz Michael Daffinger: Porträt Marie Daffinger, 1828. Privatbesitz

Leichtigkeit, Transparenz, Unmittelbarkeit und Strahlkraft der Farben sind besondere Qualitäten der Wiener Aquarellmalerei des 19. Jahrhunderts. Virtuose Stadtansichten und Landschaften, Porträts, Genrebilder und Blumenstücke ergeben den reichen Motivschatz, der mit künstlerischem Virtuosentum vorgetragen wird. Die Albertina zeigt nun ab 16. Februar in der Ausstellung „Das Wiener Aquarell“ einen Bilderreigen von mehr als 200 Werken aus den eigenen Sammlungen, bereichert durch wertvolle Leihgaben.

Den Höhepunkt erreicht die künstlerische Ausdrucksform der Aquarellmalerei, die so leicht wirkt und doch so schwer zu erzielen ist, im Biedermeier. Die wichtigsten Auftraggeber sind das Kaiserhaus und die Hocharistokratie, zunehmend aber auch das vermögende Bürgertum.

Jakob Alt, Matthäus Loder, Thomas Ender, Peter Fendi und Moritz Michael Daffinger zählen zu den bedeutendsten Künstlern dieser Zeit, später sind es Anton Romako und August von Pettenkofen. Sie alle aber überragt Rudolf von Alt, in dessen 45-jähriger Schaffenszeit die erlesensten Beispiele der Aquarellmalerei entstehen. Er behauptet sich mit seiner Kunst auch noch in der Welt der Wiener Ringstraße und der Secession. Seine Werke spannen so den weiten Bogen vom Biedermeier bis zur Kunst um 1900.

Peter Fendi: Die Prinzessinnen Elise und Fanny Liechtenstein mit ihrer Erzieherin, 1838. Albertina, Wien

Rudolf von Alt: Blick in die Alservorstadt, 1872. Albertina, Wien

Mit der Ausstellung „Das Wiener Aquarell“ sollen nun anhand besonders aussagekräftiger Werke die Entwicklung und die unterschiedlichen Anwendungsmethoden dieser Kunst veranschaulicht und der hohe Stellenwert belegt werden. Die Wahl des Titels liegt darin begründet, dass die meisten Künstler der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zur Blüte gelangten Wasserfarbenmalerei in Wien geboren wurden oder für ihre Ausbildung aus den Kronländern der Monarchie oder aus deutschen Fürstentümern in die Hauptstadt kamen:

Carl Schütz aus Laibach, Heinrich Friedrich Füger aus Heilbronn, Karl Postl aus Bechin in Böhmen, Jakob Alt aus Frankfurt am Main. Fast alle besuchten die Wiener Akademie oder waren dort lehrend tätig. In der kaiserlichen Residenzstadt fanden sie ihre Auftraggeber und die Möglichkeit der künstlerischen Entfaltung.

Die Schau ist in sechzehn Kapitel gegliedert: Übung mit Farbe, Wie Malerei, Heinrich Friedrich Füger, Ereignisbilder, Künstler im Dienst von Erzherzog Johann, Im Sonnenlicht, Rudolf von Alt und Wien, Das Wiener Genre, Moritz Michael Daffinger – Das Wiener Porträt und die Blumenmalerei, Künstler auf Reisen, Im Auftrag des Kaisers – die Guckkastenserie Kaiser Ferdinands I., Thomas Ender – Landschaft mit Bravour, Rudolf von Alt – Ein Beitrag zur Weltkunst, August von Pettenkofen, Anton Romanko sowie Rudolf von Alt – Ein Beitrag zur Weltkunst. Die Präsentation belegt einmal mehr, dass neben der englischen Aquarellkunst des 18. und 19. Jahrhunderts zu Recht alleine diejenige Wiens Weltgeltung erlangt hat.

www.albertina.at

9. 2. 2018

Robert Frank in der Albertina und im Kino

Oktober 22, 2017 in Ausstellung, Film

VON MICHAELA MOTTINGER

„The Americans“ und „Don’t blink“

Robert Frank: Wellfleet, Massachusetts, 1962. Bild: © Robert Frank, Sammlung Fotostiftung Schweiz, Schenkung des Künstlers

Ab 25. Oktober zeigt die Albertina eine Fotoschau mit Werken von Robert Frank. Franks zwischen 1955 und 195 aufgenommene Werkgruppe „The Americans“ schrieb Fotogeschichte: Während eines Road Trips durch die USA aufgenommen, beleuchtet Frank in grimmigen schwarz-weiß Bildern den „American way of life“ der Nachkriegszeit, den er als von Rassismus, Gewalt und Konsumkultur geprägt zeigt.

Seine Fotos entsprechen damit nicht dem Selbstbild der USA, das gleichnamige Buch kann zunächst nur in Europa veröffentlicht werden. Mit „The Americans“ gelingt Robert Frank eine der einflussreichsten Foto-Arbeiten der Nachkriegszeit, die die Street-Photography nachhaltig erneuerte. Die Albertina zeigt ausgewählte Fotogruppen, die Robert Franks künstlerischen Werdegang nachzeichnen: Von seinen frühen, auf Reisen in Europa entstandenen Fotografien über „The Americans“ bis hin zu seinen späten introspektiven Oeuvre werden zentrale Aspekte seines Werks beleuchtet.

Robert Frank: Rodeo – New York City, 1955. Bild: © Robert Frank, Fotostiftung Schweiz, Schweizerische Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur (BAK), Bern

Robert Frank: Kantine – San Francisco, 1956 Bild: © Robert Frank, Albertina, Wien – Dauerleihgabe der Österreichischen Ludwig-Stiftung für Kunst und Wissenschaft

Der Dokumentarfilm „Don’t blink – Robert Frank“ von Laura Israel eröffnet die Robert Frank-Retrospektive im Filmmuseum. „I love mistakes“, sagte Robert Frank einmal, „sometimes they work out.“ Es ist wie ein Motto für seine (Film-)Kunst wie auch für die paradoxal anmutende Biografie des epochalen Fotografen und Filmemachers. Erst recht gilt es für den einnehmenden Film seiner langjährigen Weggefährtin und Cutterin Laura Israel. Mit pulsierender Punk-Energie quert sie Leben und Werk des 92-jährigen Fotokünstlers, der wie kein anderer die moderne Fotografie geprägt hat. Bis heute führt Frank, der Kompagnon von Beat-Legenden wie Jack Kerouac, ein Leben „on the edge more than on the main road“: voller Schicksalsschläge, Niederlagen und mit einer hart erkämpften Kompromisslosigkeit. Franks humorvolle Präsenz bildet den Kern dieses in Beatnik-Manier zusammengesetzten filmischen Mosaiks.

Zur Person:
Robert Frank wurde in Zürich als Kind einer Schweizerin und eines deutsch-jüdischen Vaters geboren. 1947 emigrierte er in die USA und veröffentlichte bald seine ersten Fotobände. Für „The Americans“ (1959), das heute als fotografisches Jahrhundertbuch gilt, schrieb Jack Kerouac das Vorwort. Frank drehte Filme wie „Pull my Daisy“ mit den Beat Poets Allen Ginsberg und Gregory Corso. Mit den Rolling Stones kooperierte er für den Tourfilm „Cocksucker Blues“ und das Cover-Artwork des Albums „Exile On Main Street“. Auch Walker Evans und Patti Smith, William S. Burroughs und Edward Lachman suchten die Zusammenarbeit mit dem stilbildenden Künstler.

www.albertina.at

www.dontblinkrobertfrank.com

Trailer: www.youtube.com/watch?v=vEV60iQNs-A&feature=youtu.be

22. 10. 2017

Robert Frank: Straßenbahn – New Orleans, 1956. Bild: © Robert Frank, Sammlung Fotostiftung Schweiz, Eigentum der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Bundesamt für Kultur, Bern

Robert Frank: 14th Street White Tower – New York City, 1948. Bild: © Robert Frank, Sammlung Fotostiftung Schweiz, Schenkung des Künstlers