Matthias Hartmann inszeniert „Die Ahnfrau“

April 12, 2013 in Tipps

Grillparzers Schauerdrama im Kasino des Burgtheaters

Das ist doch genau das Richtige für Burgherr Matthias Hartmann: Ein Fluch, ein Mord, ein Gespenst. Da kann er wieder seine größten Trumpfkarten ausspielen: viele Gimmicks, viele skurrile Details, viele Taschenspielereien, Grauen, Gruseln, Gänsehaut. Ohne viel über einen Handlungsbogen oder die Geschichte, die man einem Publikum im 21. Jahrhundert eigentlich erzählen möchte, zu sinnieren.

Man darf  auf einen unterhaltsamen Abend gespannt sein!

Presse: Fotos bei Nennung des Fotografen für die aktuelle Berichterstattung freigegeben

Maik Solbach (Berta)
Bild: Reinhard Werner/Burgtheater

Am 14. April hat im Kasino des Burgtheaters „Die Ahnfrau“ von Franz Grillparzer Premiere. Aus dem Jahr 1817 ist diese auf eine südböhmische Legende zurückgehende Schicksalstragödie. Auf Burg Borotín soll der Sage nach die Burgherrin wegen Untreue und Nymphomanie verflucht worden sein. Nach ihrem Tode sollte sie in der Burg  solange nackt umgehen, bis ihr Familienstamm ausgestorben sei.

Schon damals spaltete das die Geister und Ungeister: Grillparzers Erstlingswerk wurde kontrovers aufgenommen. Ein Teil der Zuschauer fand darin die christliche Schicksalsidee dargestellt, ein anderer hielt das Stück für glaubensgefährdend.

Bei Grillparzer bleibt dem Grafen nur Tochter Berta als Stütze. Er erzählt ihr vom unheimlichen Fluch, der auf ihm und seiner Familie lastet. Eines Abends kommt Jaromir, Bertas Geliebter, auf der Flucht vor Räubern ins Schloss gestürzt. Völlig erschöpft findet er dort Schutz und Ruhe. Doch plötzlich erscheint ihm das Gespenst. Berta und Jaromir steht eine schreckliche Wahrheit bevor, und als man auf die Jagd nach den Räubern geht, muss nicht nur der alte Vater sterben … In der Regie von Matthias Hartmann spielen Franz Csencsits, Sven Dolinski, Ignaz Kirchner, Oliver Masucci, Maik Solbach und Johann Adam Oest.

www.burgtheater.at

Von Michaela Mottinger

Wien, 12. 4. 2013