Karikaturmuseum Krems: Tu felix Austria… zeichne! 25 Jahre Österreich in der EU

Februar 13, 2020 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Kastrierte Stiere, volle Boote und leere Sitzreihen

Thomas Wizany: Europa und (bald) der Ochs, 2018. © Thomas Wizany

Ab 16. Februar zeigt das Karikaturmuseum Krems die Schau „Tu felix Austria… zeichne! 25 Jahre Österreich in der EU“. Seit 1995 ist Österreich Mitglied der Europäischen Union. Eine Vielfalt an Karikaturen und Editorial Cartoons österrei- chischer Pressezeichnerinnen und -zeichner begleiteten diesen Weg Österreichs.

Gerhard Haderer: Vorweihnachtliche Herbergsuche auf Lampedusa, 2012. Landessammlungen NÖ

Bruno Haberzettl: Die BVT-Affäre: Und wie die ausländischen Geheimdienste ihre Kollegen aus Österreich wahrnehmen . . ., 2018 © Bruno Haberzettl, Krone bunt

Bruno Haberzettl: Das EU-Parlament im Einsatz für die Zukunft Europas…, 2018. Privat

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sie thematisieren exemplarisch Meilensteine der vergangenen 25 Jahre Mitgliedschaft und bieten Diskussionsbeiträge zu aktuellen und zukünftigen europäischen Themen. Karikaturen, Editorial Cartoons, satirische Grafik bis hin zu Online Satire sind wesentlicher Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft und nehmen innerhalb der westlichen Medienlandschaft wichtige Kontrollfunktionen wahr. Die von Gottfried Gusenbauer, künstlerischer Direktor Karikaturmuseum Krems, kurarierte Ausstellung umfasst eine repräsentative Auswahl von etwa 160 österreichischer Pressezeichnungen.

Mehr als 40 Künstlerinnen und Künstler, wie Michael Pammesberger, Erich Sokol, Thomas Wizany, Gerhard Haderer und Margit Krammer, aus zwanzig verschiedenen österreichischen Zeitungen und Magazinen werden in der Ausstellung gezeigt. Losgelöst von der Geschichte erlangen die Karikaturen etwas Zeitloses und geben pointierte und erhellende Einblicke in die Europapolitik.

www.karikaturmuseum.at

13. 2. 2020

Wolfgang Ammer: EU-Brainstorming, 2018. Privat

Luis Murschetz: Das Boot ist voll, 1989. © Landessammlungen NÖ

Horst Hatzinger: Britanix, 2003. © Landessammlungen NÖ

Heinz Ortner: Wir ziehen alle an einem Strang 2003. Privat

 

25 Jahre Kunst Haus Wien: Das Jubiläumsprogramm

April 4, 2016 in Ausstellung

VON RUDOLF MOTTINGER

Alles Hundertwasser – von Bildern und Buch bis „Walk“

Cora Pongracz: Hundertwasser in Venedig, ca. 1970 Bild: © 2016 Fotosammlung OstLicht

Cora Pongracz: Hundertwasser in Venedig, ca. 1970
Bild: © 2016 Fotosammlung OstLicht

Zahlreiche Highlights rund um ein Haus und seinen Erfinder: Montagvormittag präsentierte Kunst Haus Wien-Direktorin Bettina Leidl das Jubiläumsprogramm fürs Museums Hundertwasser. Neben einer Gesprächsreihe mit renommierten Weggefährten Hundertwassers ist das unter anderem die neue Publikation „100 x Hundertwasser“, ein „Hundertwasser-Walk“und eine vierteilige Hundertwasser-Fotoedition. Das Kunst Haus Wien feiert 2016 sein 25-jähriges Bestehen. Das Museum beherbergt die weltweit einzige umfassende permanente Ausstellung seines visionären Schöpfers und widmet sich in seinen Sonderausstellungen der Fotografie des 20. und 21. Jahrhunderts.

Mit der im Vorjahr eingeleiteten inhaltlichen Neupositionierung als „grünes Museum“ und der Öffnung neuer Ausstellungsflächen bewegte sich das Museum einen Schritt weiter in die Zukunft. „Ausgehend von den zukunftsweisenden Ideen Hundertwassers zu ökologischen Themen schafft das Kunst Haus Wien einen neuen Ort für Künstler und Kreative, die sich mit Themen wie Nachhaltigkeit, Klimawandel, Recycling oder generationsübergreifender Verantwortung aus heutiger Sicht kritisch und visionär auseinandersetzen“, so Leidl.

Die Bilanz der vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte kann sich mit 90 internationalen Ausstellungen und mehr als dreieinhalb Millionen Besuchern sehen lassen. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1991 zeigte das Kunst Haus Wien 90 Wechselausstellungen renommierter Künstler. Darunter auch solche, die Fotografiegeschichte geschrieben haben wie Cecil Beaton, René Burri, David LaChapelle, Annie Leibovitz, Robert Mapplethorpe, Man Ray, Herb Ritts, Henri Cartier-Bresson und zuletzt die sehr erfolgreiche Schau von Joel Meyerowitz.  Dieses Jahr widmet das Museum dem Magnum Fotografen Martin Parr seine erste Retrospektive in Österreich. Mit seinem Interesse an kulturellen Traditionen, Eigenheiten und Ritualen ist der Brite Parr einer der einflussreichsten dokumentarisch arbeitenden Fotografen der Gegenwart. Das Alltägliche und Absurde liegen in diesem Werk stets dicht beieinander. Zuspitzungen, Pointen und Klischees schrecken Parr nicht: Mit seinem von trockenem Humor getragenen, direkten Blick ist er einer der unverhohlensten Chronisten unserer Zeit. Zu sehen ab 3. Juni.

GB. England. New Brighton. From 'The Last Resort'. 1983-85. Bild: © Martin Parr / Magnum Photos

GB. England. New Brighton. From „The Last Resort“. 1983-85. Bild: © Martin Parr / Magnum Photos

Das Jubiläumsprogramm wird mit einer kuratierten Gesprächsreihe mit renommierten Künstlern und Weggefährten von Friedensreich Hundertwasser eröffnet. Nach Gustav Peichl, der am 8. April zu Gast sein wird, kommen auch Arnulf Rainer, Elfie Semotan oder André Heller zu Wort. Am Jubiläumstag selbst, dem 9. April, lädt das Kunst Haus Wien zum großen „Familiensamstag“ ein.

Auf dem Programm stehen zahlreiche Workshops in den Ausstellungen, im Foyer und im Garten sowie Führungen für Eltern und Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren. Erstmals wird an diesem Tag die Familienjahreskarte erhältlich sein. Mit ihr können Familien, zwei Erwachsene und zwei Kinder, ein ganzes Jahr um 39 Euro das Museum und alle Sonderausstellungen besuchen. Ebenfalls zum Jubiläum erscheint die neue Hundertwasser-Publikation mit dem Titel „100 x Hundertwasser“ im Metro-Verlag. Autorin Caro Wiesauer präsentiert darin das Ausnahmetalent, dessen Ideen und unkonventioneller Zugang zum Alltagsleben weltweit faszinieren. Zwischen Hundertwasserhaus und Kunst Haus Wien wird ein „Hundertwasser-Walk“ angelegt. Säulen werden als Leitsystem von der Kegelgasse zur Unteren Weißgerberstraße führen und dabei gleichzeitig über das Leben und Werk von Friedensreich Hundertwasser informieren. Außerdem erscheint eine limitierte Fotoedition der Fotografen Cora Pongratz und Roland Pleterski, vier Fotosujets zu einer Auflage von 200 Stück. Die Edition erscheint in Zusammenarbeit mit OstLicht.

Peter Dressler - Eher seltene Rezepte, 1987 Bild: Leo Kandl

Peter Dressler – Eher seltene Rezepte, 1987.
Bild: Leo Kandl

Die Jubiläumsausstellung schließlich widmet sich ab 16. November dem österreichischen Fotografen Peter Dressler. Wie wenige andere Persönlichkeiten hat Peter Dressler als Künstler, Sammler und kritischer Teilnehmer der Kunstszene die österreichische Fotografie seit den 1970er Jahren mit beeinflusst. Dressler ist bekannt durch seine seriellen Bildfolgen gleich einer Fotogeschichte mit einer metaphorischen Bildsprache. Erste fotografische Arbeiten entstanden in den 1960er-Jahren. Das „Dresslersche“ Wien dieser Zeit ist eine Stadt in der die „Magie des Alltäglichen in hohem Maß vorhanden ist“.

Öffentliche Räume, die er durch Zufall fand, und Alltagssituationen dienten ihm als Schauplätze, in denen er für seine Fotografien temporäre Eingriffe vornahm. Sein Künstlerbuch „Zwischenspiel“ enthält Fotografien seiner städtischen Erkundungen im Wien der frühen 1970er-Jahre, es wurde jedoch erst 1989 publiziert. In den Jahren 1975 bis 1978 realisierten Peter Dressler und Franz Zadrazil den Schwarzweiß-Film „Sonderfahrt“; dabei entstand ein audiovisuelles Mosaik als eine Mischung von assoziativ Gefundenem und Gespieltem. Die Ausstellung im Kunst Haus Wien ist die erste Retrospektive von Peter Dressler in Österreich.

www.kunsthauswien.com

Wien, 4. 4. 2016

„P a R a D i S o“ im Wiener Odeon

April 26, 2013 in Tipps

Das Serapions Ensemble feiert

das 25-jährige Bestehen des Odeon Theater

Und zwar mit einer neuen Produktion: „P a R a D i S o“. Premiere ist am 26. April, gespielt wird bis in den Juli hinein. Die Kunst bildet, als ein Kind der Freiheit, eine Brücke zwischen Materie und Geist und schafft somit eine Balance, einen Ausgleich zwischen diesen Gegensätzen. Das macht sie zu einem der letzten Paradiese im Leben der Menschen. Demnach ist das Paradies weder irdisch noch jenseitig, sondern in den freien Künsten für Augenblicke immer gegenwärtig. Von diesem Prozess – der Wandlung von Starre und Trägheit der Materie über Wahrnehmung und Erkennen zur Inspiration, zur Neuschaffung einer Welt im und durch das Zusammenspiel – erzählt die neue Arbeit des Serapions Ensembles. Mit „P a R a D i S o“ werden ein weiteres Mal Themen aus der orientalischen Kultur auf eine universell zugängliche, weil nicht an ein bestimmtes Idiom gebundene, Weise vermittelt.

Artwork: Brad Holland

Artwork: Brad Holland

Die einzelnen Buchstaben des Alphabets hatten in den alten Sprachen alle eine eigene Bedeutung, so  zum Beispiel auch im heute noch lebendigen Hebräisch: Die Konsonanten beziehen sich dort unter anderem auf das Materielle, Sichtbare, und die Vokale auf das Seelische, Hör- und Fühlbare. Die vier Konsonanten in dem Wort „P a R a D i S o“ bezeichnen im übertragenen Sinn die vier Eigenschaften archaisch, magisch, mythisch und mental, deren Integration zur Entstehung von Kunst unentbehrlich ist. Was wäre naheliegender, als sich zum 25-Jahr-Jubiläum des Odeon, dessen Ensemble das Spannungsfeld zwischen den materiellen Notwendigkeiten und der Inspiration zum Schöpferischen ständig existenziell ausleben muss, mit diesem Thema zu beschäftigen?

„P a R a D i S o“ wird vom international zusammengesetzten Serapions Ensemble unter der Leitung von Ulrike Kaufmann und Erwin Piplits in bewährter Weise gemeinsam frei erarbeitet. Erwin Piplits brachte die Idee dazu ein und ist für die Musikmontagen verantwortlich. Die Bühne wird von Ulrike und Max Kaufmann gestaltet, die Kostüme stammen von Ulrike Kaufmann. Für die Gestaltung des Plakatsujets konnte wieder der renommierte New Yorker Illustrator Brad Holland gewonnen werden.

 www.odeon-theater.at

Von Michaela Mottinger

Wien, 26. 4. 2013