Kultursommer Wien 2022 – Open Call für KünstlerInnen

März 18, 2022 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Bewerbung ab sofort bis 3. April

Bild: pixabay.com

Ab sofort können sich Künstlerinnen und Künstler aus diversen Sparten der darstellenden Kunst beim Kultursommer Wien 2022 bewerben. Wie schon in den vergangenen beiden Jahren wird an etwa 40 Standorten in der ganzen Stadt von Anfang Juli bis Mitte August ein umfangreiches Repertoire aus verschiedenen Sparten der darstellenden Kunst wie Theater, Kabarett, Tanz, Literatur, Zirkus, Performance und Musik vorgestellt.

Ein Kinder- und Familienprogramm wird ebenso angeboten wie eine Konzertreihe für Pensionistinnen und Pensionisten in den Häusern zum Leben. Bei freiem Eintritt sind Wienerinnen, Wiener und alle in Wien weilenden Personen eingeladen, das Open-Air-Programm zu besuchen. Künstlerinnen und Künstler können sich ab sofort bis einschließlich 3. April 2022 unter www.kultursommer.wien mit ihren Projekten bewerben. Ein Künstlerisches Board wählt die Beiträge aus, die zum Festival eingeladen werden.

In diesem Jahr setzt sich dieses zusammen aus: Peter Blau (Kabarett), Nadine Abena Cobbina (Elektronische Musik & Experimental), Sebastian Fasthuber und Barbi Marković (Literatur), Antonia Grüner (Klassik, World, Jazz), Yasmin Hafedh (Pop, Rock, Hip-Hop), Anne Juren und Cat Jimenez (Tanz & Performance), Arne Mannott (Zeitgenössischer Zirkus & Objekttheater), Martin Thomas Pesl (Theater), Susanne Rosenlechner (Wiener Lied, Schlager, Volksmusik, Austropop), Lucas Vossoughi und Martin Schlögl (Konzerte für PensionistInnen in den Häusern zum Leben).

Neben den Hauptspielzeiten am Abend wird am Vormittag ein Familienprogramm angeboten. Als Spielorte dienen öffentliche Parks und Plätze sowie Gärten von PensionistInnenheimen.

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www.kultursommer.wien

18. 3. 2022

Foto Wien 2022: Fotografinnen im Fokus …

März 6, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

… Rethinking Nature und die besten Fotobücher

Pixy Liao: Red Nails, Serie: For Your Eyes Only, seit 2012 © Pixy Liao

Von 9. bis 27. März rückt das Festival Foto Wien gemeinsam mit mehr als 140 Ausstellungen und mehr als 300 Veranstaltungen das Medium Fotografie ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Organisiert wird das Festival vom Kunst Haus Wien mit zahlreichen Programmpartnern. Museen, Ausstellungshäuser, Galerien, Kunstuniversitäten, Ausstellungsräume zeigen aktuelle fotografische Positionen aus den Bereichen der künstlerischen, aber auch der Dokumentar-, der Reportage- und Modefotografie.

Zwei inhaltliche Schwerpunkte prägen das diesjährige Festival: „Fotografinnen im Fokus“ hebt die herausragenden, nicht immer ausreichend gewürdigten fotografischen Leistungen von Frauen hervor. „Rethinking Nature/Rethinking Landscape“ stellt die Schlüsselrolle der Fotografie in der Wahrnehmung von Natur und Landschaft in den Mittelpunkt und beleuchtet kritisch den Umgang der Menschen mit ihnen.

Lokale und internationale Positionen sind im Rahmen von Einzelpräsentationen und thematischen Gruppenausstellungen in ganz Wien zu sehen. Ergänzend lädt das umfangreiche Rahmenprogramm mit Führungen, Workshops, Symposien, Talks, Buchpräsentationen, den täglichen Bildbesprechungen und Studio Visits zur vertiefenden Auseinandersetzung ein.

Die Festivalzentrale im Atelier Augarten fungiert als Herzstück der Foto Wien. Neben Ausstellungen zu den Schwerpunktthemen ist die Festivalzentrale Treffpunkt und Ort für Austausch und Diskurse. Das Symposium „Wie hältst du’s mit dem Material“ am 18. und 19. März lässt verschiedene Akteurinnen und Akteure der Fotoszene zu Wort kommen. Sie analysieren die sich verändernden Anforderungen im praktischen und theoretischen Umgang mit Fotografie sowie deren Vermittlung. Dabei werden insbesondere die Anliegen von Künstlerinnen und Künstler in die Debatte aufgenommen, um neue Handlungsfelder für die Politik und die Institutionen aufzuzeigen.

Mit der Fotobuch-Ausstellung, dem Photobook Market, dem Photobook Award sowie zahlreichen Buchpräsentationen und Signierstunden steht das letzte Festivalwochenende ganz im Zeichen des Fotobuchs.

Fotografinnen im Fokus – Pixy Liao: Experimental Relationship, 2014 © Pixy Liao

Weronika Gęsicka: Untitled #12, aus der Serie: Holiday, 2019–2020 © Weronika Gęsicka, 2019-2020, Courtesy: Jednostka Gallery, Warsaw

Rethinking Nature/Rethinking Landscape – Danila Tkachenko: #9, aus der Serie: Motherland, 2016 © Danila Tkachenko

Jonathas De Andrade: Still aus „O Peixe“ (The Fish), 2016 © Jonathas De Andrade

Fotografinnen im Fokus

Einer der Schwerpunkte von Foto Wien liegt auf der Hervorhebung der herausragenden Arbeit von Fotografinnen, um der noch immer herrschenden musealen und kunsthistorischen Dominanz männlicher Positionen innerhalb des Mediums entgegenzuwirken. Zu sehen sind inhaltlich und ästhetisch unterschiedlichste Werke. Sie stehen für die Vielfalt des fotokünstlerischen Schaffens von Frauen, wobei die Ausstellung vor allem auch die Auseinandersetzung mit Werken von in Österreich noch wenig bekannten Fotografinnen ermöglicht. Gemeinsam ist allen Künstlerinnen die Reflexion politischer und gesellschaftlicher Themen. Mit Fotos von Laia Abril, Alia Ali, Poulomi Basu, Nakeya Brown, Pixy Liao, Paola Paredes, Sọ̀rọ̀ Sókè (Kollektiv), Annegret Soltau, The Journal (Kollektiv) und Carmen Winant.

Rethinking Nature/Rethinking Landscape

Seit der Erfindung des Mediums spielt das fotografische Abbild eine entscheidende Rolle bei der Wahrnehmung von Natur und Landschaft. Viele zeitgenössische Fotografinnen, Fotografen, Künstlerinnen und Künstler reflektieren in ihren Arbeiten das aktuelle Verhältnis von Mensch und Natur, machen die gegenwärtigen ökologischen Veränderungen visuell erfahrbar und loten dabei die Möglichkeiten der fotografischen Repräsentation aus. Die Ausstellungen in der Festivalzentrale zeigen neben herausragenden Einzelpräsenationen auch jene fünf aufstrebenden, europäischen Positionen, die vom Festivalnetzwerk „European Month of Photography“ für den EMOP Arendt Award nominiert waren. Mit Fotos von Simon Brugner, Vanja Bucan, Tamás Dezsö, Judith Huemer, Maria-Magdalena Ianchis, Inka & Niclas Lindergård, Sissa Micheli, Stefan Oláh, Anastasia Mityukova, Georg Petermichl, Klaus Pichler und Danila Tkachenko.

Basierend auf einem internationalen Open Call in Kooperation mit Mois européen de la photographie Luxembourg und Imago Lisboa und den daraus hervorgegangenen Einreichungen wurden Arbeiten von 111 internationalen Kunstschaffenden ausgewählt und zu einem eindringlichen, audiovisuellen Erlebnis – einer Slideshow – arrangiert. Zeitgenössische Natur- und Landschaftsfotografie kommt in ihrer Vielfalt ebenso zum Ausdruck wie unterschiedliche Perspektiven auf den Begriff Natur.

Luca Piscopo, Candy Oscuro: Apocalypse & Genesis, 2020 © Luca Piscopo

Michaela Bruckmüller: Lilie Lilium, 2018, aus der Serie: Danse macabre, 2018 © M. Bruckmüller, Bildrecht Wien 2022

Kristina Varaksina: Self-Portrait Hair, 2020 © Kristina Varaksina, Courtesy: Hello World Gallery, Wien

Unseen Wien

Die Fotografien der Studierenden der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt zeigen individuell entdeckte Unorte und Hiding Places in Wien und Umgebung, erforschen die architektonischen Strukturen der Stadt sowie ihre urbanen und suburbanen Besonderheiten.

Fotobuch-Ausstellung

Das Fotobuch spielt eine zentrale Rolle in der Fotografie. Es ist eines der wichtigsten analogen Medien, um fotografische Arbeiten und Projekte auf eine hochqualitative Weise zu transportieren. In der Ausstellung werden die besten Fotobücher der vergangenen drei Jahre gezeigt, die aus allen Einsendungen ausgewählt wurden. Am 26. März wird der Foto Wien Photobook Award verliehen: Mit einem Preisgeld von insgesamt 3.000 Euro werden die drei besten Fotobücher seit 2019 prämiert. Der Jury gehören Andreas Bitesnich, Fotograf und Fotobuch-Sammler, Verena Kaspar-Eisert, Kuratorin Foto Wien, und Michael Kollmann, Fotobuch-Kurator des OstLicht, an.

Photobook Market

Am letzten Festivalwochenende findet der von Fotohof edition veranstaltete Photobook Market statt. Mit ausgewählten Verlagen und Fotobuchhandlungen, Neuerscheinungen, Talks und Booksignings dreht sich alles um Fotografie in Buchform.

Trailer: www.youtube.com/watch?v=uhvaL7Tyt14           www.fotowien.at

6. 3. 2022

Reichenau: Maria Happel präsentiert ihr erstes Programm

März 1, 2022 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Große Namen, neue Formate und endlich Bustransfer

Maria Happel, Künstlerinnen, Künstler und das neue Festspiele-Team freuen sich auf den Sommer 2022 im Theater Reichenau. Bild: © Lalo Jodlbaue

In Reichenau bricht unter der künstlerischen Leitung von Maria Happel eine neue Zeit an. Durch ihre Auswahl der Stücke – Theaterklassiker aus dem späten 19. und aus dem 20. Jahrhundert – und durch das Engagement renommierter Regisseure, Schauspielerinnen und Schauspieler wird der vom Publikum geschätzte besondere Charakter der Festspiele Reichenau weiter gepflegt. Gleichzeitig verspricht die Zusammenarbeit mit jungen Künstlerinnen und Künstlern sowie

unterschiedlichen Leading Teams ein neues Kapitel dieser Festspiele der Sommerfrische. „Wenn man für den Kurs eines Schiffes verantwortlich ist, das seit Jahrzehnten erfolgreich auf Fahrt ist, dann kann man nicht plötzlich eine Wendung machen und umdrehen! Da würde das Schiff kentern. Man muss langsam den Kurs verändern. Die Festspiele Reichenau haben eine Tradition. Dessen bin ich mir bewusst! Und ich kenne diese Tradition sehr gut!“, so Maria Happel bei der Programmpressekonferenz.

Happel ist der Theaterwelt von Reichenau seit Jahrzehnten verbunden: Als Schauspielerin und Regisseurin. „Ich habe hier nicht nur seit Jahrzehnten über 200-mal gespielt und inszeniert, wir haben viele Sommer mit der Familie hier verbracht. Die Kinder von uns Schauspielern sind seither miteinander befreundet. Wir hatten das Gefühl, in den Ferien zu sein und abends haben wir gearbeitet. Es war alles anders als im Theaterleben in der Stadt …“

Vier Produktionen

Der künstlerische Fokus liegt in hochkarätigen Theaterproduktionen, die ausschließlich bei den Festspielen Reichenau für einen Sommer zu erleben sind. Bei der Auswahl der Regisseure schließt Happel auch an ihre eigene Theater-Vergangenheit an und holt erstmals Torsten Fischer, Christian Berkel und Peter Dehler nach Reichenau. Über Torsten Fischer, der heuer Anton Tschechows „Die Möwe“ inszenieren wird, sagt sie: „Er war mein erster Regisseur, als ich mit dreiundzwanzig angefangen habe, mit der Rolle der ,Piaf‘ Theater zu spielen. Als meine Tochter Paula die Lucy unter Torsten Fischer in der ,Dreigroschenoper‘ an der Josefstadt gespielt hat, haben wir uns wiedergefunden – obwohl wir uns nie ganz aus den Augen verloren haben! Ich habe ihn für Reichenau gefragt, und er hat sofort zugesagt!“

Der international bekannte Schauspieler Christian Berkel konnte für die Regie von Frank Wedekinds „Frühlings Erwachen“ gewonnen werden, das mit Nachwuchstalenten des Max Reinhardt-Seminars (mdw), dessen Institutsleiterin Maria Happel ist, zusammen mit etablierten Schauspielgrößen erarbeitet wird. Carl Zuckmayers „Des Teufels General“ in der Regie und Bearbeitung Hermann Beils hätte bereits 2020 Premiere haben sollen. Doch die Festspiele sind der Pandemie zum Opfer gefallen. Maria Happel übernimmt die Produktion bewusst „als Zeichen einer Wertschätzung“ der früheren Festspiel-Ära. Peter Dehler inszeniert eine Damenversion von Neil Simons Erfolgskomödie „Ein ungleiches Paar“. Die Dialoge werden mit Angelika Hager in neuer Frische erarbeitet.

Neue Formate

In einer neuen Reichenauer Version des bereits einmalig im Theater im Park gezeigten „Über unsere Verhältnisse“, feiern Maria Happel und Kollege Michael Maertens ihre gemeinsame, 30-jährige Bühnenvergangenheit – und lesen „beziehungsreiche“ Text von Erich Kästner und Loriot bis Arthur Schnitzler. Tommy Hojsa umrahmt die Veranstaltung musikalisch am Akkordeon. Mit „Peter und der Wolf“, dem wohl berühmtesten aller musikalischen Märchen aus der Feder Sergei Prokofjews, wird erstmals ein Familienstück bei den Festspielen gezeigt. Maria Happel wird die Geschichte selbst erzählen, begleitet von Studierenden der mdw – Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien in einer Fassung für kleines Ensemble. Bei Schönwetter wird im Innenhof von Schloss Reichenau gespielt.

Mit Christian Berkel und Hermann Beil. Bild: © Lalo Jodlbauer

Mit Sandra Cervik. Bild: © Lalo Jodlbauer

Stefanie Dvorak. Bild: © Lalo Jodlbauer

Mit Peter Dehler, Christian Berkel und Stefanie Dvorak. Bild: © Lalo Jodlbauer

Zur neuen Gesprächsreihe „Alte Meister“ ließ sich die künstlerische Leiterin unter anderem durch François Truffauts „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“ (Originaltitel: „Le cinéma selon Hitchcock“) inspirieren. Peter Stein, Klaus Pohl, Martin Schwab, Claus Peymann, Hermann Beil und Rudolf Buchbinder werden zu Gast sein. Bei den „Nach(t)gesprächen“ sprechen Schauspielerinnen und Schauspieler im Anschluss an je eine Vorstellung pro Produktion über das jeweilige Stück und bieten dem Publikum interessante Einblicke.

Maria Happel möchte weiterhin eine Art Ensemblegedanken pflegen und neben neuen Gesichtern immer wieder bekannte Publikumslieblinge nach Reichenau holen. So werden diesen Sommer etwa Petra Morzé und Fanny Stavjanik als „ungleiches Paar“, Sandra Cervik, Martin Schwab und Claudius von Stolzmann in der „Möwe“ oder Stefanie Dvorak in „Frühlings Erwachen“ zu sehen sein, während der aus Film und Fernsehen bekannte Schauspieler Stefan Jürgens in der Titelrolle von „Des Teufels General“ in Reichenau debütiert.

Außerdem spielen: Paula Nocker, Nils Arztmann, Dunja Sowinetz, Markus Kofler, Günter Franzmeier, Johanna Mahaffy, AntoN Widauer, Dirk Nocker, Tobias Voigt, André Pohl, David Oberkogler, Johanna Arrouas, Nicolaus Hagg, Elisa Seydel, Emese Fay, Johanna Prosl, Rainer Friedrichsen, David Jakob, Mercedes Echerer, Cornelia Köndgen, Karin Kofler, C.C. Weinberger, Florian Carove, Paul Matic, Babett Arens und Michael Masula.

Jugendkarten, Online-Verkauf, Bustransfer

Neben dem Reichenauer Stammpublikum soll auch vermehrt ein junges Publikum angesprochen werden. Abgesehen vom Familienstück „Peter und der Wolf“ mit eigenen Kinderpreisen, bieten die Festspiele für alle anderen Stücke eine Jugendermäßigung an: Karten zum halben Preis für unter 26-Jährige. Auch für den neu gegründeten Verein der Freunde der Festspiele Reichenau, der seinen Mitgliedern ein Vorkaufsrecht sowie ausgewählte Rahmenprogramme bietet, gibt es eine eigene Jugendmitgliedschaft für unter 30-Jährige mit einem Jahresbeitrag von 20 Euro. Neben dem Vorkaufsrecht sollen Jugendmitglieder auch durch Veranstaltungen wie After Show Drinks mit Künstlerinnen und -künstlern in das Geschehen hinter der Bühne eingebunden werden.

Neu ist auch der Online-Verkauf, der ab dem allgemeinen Verkaufsstart am 28. März 2022 um 9 Uhr einem möglichst großen Publikum den Zugang zu Karten ermöglichen soll. Ein Bustransfer zu allen Theaterproduktionen zwischen dem Hauptgebäude der Universität Wien, Rathausplatz 5, und dem Theater Reichenau wird Gästen ohne Auto den Besuch der Vorstellungen erleichtern. Preis: 19 Euro pro Person. Zur feierlichen Eröffnung der Festspiele Reichenau 2022 findet am 2. Juli ab 14 Uhr ein Künstlerfest statt, im Kurpark bei Schönwetter, im Theater Reichenau bei Schlechtwetter.

www.theaterreichenau.at

1. 3. 2022

Volksoper: Omer Meir Wellber wird neuer Musikdirektor

Dezember 10, 2020 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Ein sozial engagierter Stardirigent aus Israel

Omer Meir Wellber. Bild: © PMeisel

Omer Meir Wellber wird mit Beginn der Direktion Lotte de Beer (mehr: www.mottingers-meinung.at/?p=41814) ab 1. September 2022 Musikdirektor der Volksoper Wien. Neben der Leitung von Neuproduktionen und Repertoirevorstellungen wird er für fünf Saisonen hauptverantwortlich für den musikalischen Bereich des Hauses und die Entwicklung von Ensemble, Orchester und Chor sein. Bereits ab dem Frühjahr 2021 wird er die Vorbereitungen der neuen Direktion mitgestalten.

„Auf die Zusammenarbeit mit der Intendantin Lotte de Beer freue ich mich sehr“, so Omer Meir Wellber. „Nicht nur aufgrund ihrer unbändigen Lust auf das Neue in der Kunst fühle ich mich ihr sehr verbunden. Die faszinierende Geschichte der Volksoper Wien ist für mich Anspruch und Herausforderung zugleich. Das Haus wurde vor gut 120 Jahren als Sprechtheater von engagierten Bürgern Wiens gegründet.  Unter dem jungen Alexander von Zemlinsky als Musikdirektor schaffte es 1908 den Sprung zum Opernhaus, an dem ,Salome‘ und ,Tosca‘ ihre Wiener Erstaufführungen erlebten. Seither heißt das Haus Volksoper. Genau hier möchte ich anknüpfen: Große Musik wird den Spielplan bestimmen. Und sie soll für alle Bürger der Stadt zugänglich sein – dem Namen entsprechend ein Opernhaus für das Volk, von herausragender Qualität. Wir sind fest entschlossen, die Volksoper zu einem der aufregendsten europäischen Musiktheater zu machen.“

Omer Meir Wellber zählt zu den führenden Dirigenten für Opern- und Orchesterrepertoire. Er ist Chefdirigent des BBC Philharmonic, Music Director des Teatro Massimo Palermo, Erster Gastdirigent der Semperoper Dresden sowie Musikdirektor des Raanana Symphonette. Von 2010 bis 2014 war er Musikdirektor am Palau de les Arts Reina Sofia in Valencia. Von den Wiener Festwochen wurde Omer Meir Wellber mit der Leitung eines dreijährigen Projektes mit Verdis „trilogia popolare betraut und dirigierte im Theater an der Wien „Rigoletto“, „La traviata“ und „Il trovatore“. Trotz seiner weltweiten Engagements pflegt Omer Meir Wellber eine enge Verbindung zu Ensembles in seiner Heimat Israel, wie der Israeli Opera und dem Israel Philharmonic Orchester. Soziales Engagement, Musikvermittlung und Musikerziehung sind ihm ein großes Anliegen. Als Leiter des Raanana Symphonette Orchesters erreicht er mit seinem künstlerischen Engagement jährlich mehr als 70.000 Kinder.

Er ist Botschafter der israelischen Non-Profit-Organisation „Save a Child’s Heart“, die sich um die Behandlung herzkranker Kinder aus Entwicklungsländern kümmert. Außerdem arbeitet er regelmäßig mit verschiedenen Institutionen in Outreach-Programmen zusammen und fördert die nächste Dirigenten-Generation durch Workshops, Kurse und Besuche an Hochschulen. Im Herbst 2019 veröffentlichte Omer Meir Wellber seinen ersten Roman „Die vier Ohnmachten des Chaim Birkner“ im BerlinVerlag. Im Frühjahr 2017 erschien das Buch „Die Angst, das Risiko und die Liebe – Momente mit Mozart“, in dem er gemeinsam mit der Publizistin Inge Kloepfer seinen persönlichen Zugang zu den universellen Emotionen in den drei Mozart/Da Ponte-Opern „Così fan tutte“, „Le nozze di Figaro“ und „Don Giovanni“ behandelt.

www.volksoper.at

10. 12. 2020