Landestheater NÖ: Spielzeit 2014/15

Mai 13, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Renate Aichinger, Helmut Wiesinger, Marion Reiser, Michael Scherff, Bettina Hering, Paul Gessl, Myriam Schröder, Olivia Khalil, Sven Philipp, Christine Jirku  Bild: Gerald Lechner

Renate Aichinger, Helmut Wiesinger, Marion Reiser, Michael Scherff, Bettina Hering, Paul Gessl, Myriam Schröder, Olivia Khalil, Sven Philipp, Christine Jirku
Bild: Gerald Lechner

Von Joseph Roth bis Felix Mitterer

Engagierte, brisante und literarische Stücke zeigt das Landestheater Niederösterreich in der Spielzeit 14/15, der dritten unter der künstlerischen Leitung von Bettina Hering.  Die Bearbeitung der Vergangenheit sowie die Analyse der Gegenwart sind  prinzipiell ein Anliegen – in der kommenden Spielzeit erst recht! Wie für viele Institutionen ist auch hierder Ausbruch des 1. Weltkriegs, der sich 2014 zum hundertsten Mal jährt, Initialzündung. Von dieser Urkatastrophe Europas und seinen entscheidenden Auswirkungen auf unseren Kontinent, zieht man einen zeitlichen und inhaltlichen Bogen. Dieser spannt sich vom Siebenjährigen Krieg zur vorrevolutionären russischen Gesellschaft, hin zu den Vorboten des Nationalsozialismus, greift die radikale Politisierung am Ende des Faschismus auf und stellt in der Jetztzeit einen Kriegsheimkehrer aus einem der aktuellen politischen Brennpunkte in den Mittelpunkt sowie einen Soldaten der am amerikanischen Militärsystem verzweifelt, sodass er zum Wikileaks-lnformanten wird.  Der Satz, der  folgerichtig die kommende Spielzeit begleiten wird, heißt: Stell dir vor, es ist Krieg. Er ist bewusst nicht deckungsgleich mit dem Satz des amerikanischen Schriftstellers  Carl Sandburg, der in den 30er Jahren in seinem Roman THE PEOPLE, YES schrieb: Sometime  they’tl give a war and nobody will come.

Die Autorinnen der Spielzeit 14/15 sind Maxim Gorkij, Ödön von Horvath, Anna Jablonskaja, Janosch, Gotthold Ephraim Lessing, Bernd Liepold-Mosser, Felix Mitterer, Tim Price, Joseph Roth, Jean-Paul Sartre, Claudia Tondl und Oscar Wilde. Im Rahmen von 13 Premieren gibt es drei Uraufführungen, eine deutschsprachige und eine österreichische Erstaufführung zu sehen. In Regiearbeiten von CNN Drexel, Philipp Hauß, Sarantos Zervoulakos, Bettina Hering, Birgit Doll, Daniela Kranz, Bernd Liepold-Mosser, Maaike van Langen, Katrin Plötner, Babett Arens, Renate Aichinger, Nehle Dick, Caroline Welzl werden neben dem Ensemble unter anderem Wolf Bachofner, Franziska Hackl, Claudia Kottal, Stefan Lasko, Juergen Maurer, Marion Mitterhammer, Marcel Mohab, Christoph Moosbrugger, Dominic Oley, Hilke Ruthner, Myriam Schröder, Moritz Vierboom, Nadine Zeintl und weitere 21 Kolleginnen und  Kollegen als Gäste im Ensemble in Eigenproduktionen zu sehen sein.  Das Ensemble besteht in der neuen Spielzeit aus 13 Schauspielerinnen. Swintha Gersthofer, Pascal Groß, Christine Jirku, Marion Reiser, Michael Scherff, Othmar Schratt, Tobias Voigt, Jan Walter, Lisa Weidenmüller und Helmut Wiesinger bilden weiterhin das Kern-Ensemble, zu dem Wojo van Brouwer neu hinzukommt. Aline Joers und Johanna Wolff begleiten einen Teil der Spielzeit.

Am 10. Dezember gastiert das Maxim Gorki Theater aus Berlin mit ES SAGT MIR NICHTS, DAS SOGENANNTE DRAUSSEN von Sibylle Berg in der Regie des mittlerweile vielfach ausgezeichneten Sebastian Nübling. Vier junge Schauspielerinnen sprechen und performen einen witzigen, aktuellen Text, eine beißend-komische Bestandsaufnahme ihrer Lebensentwürfe. Mit LAMPEDUSA, einem Projekt von Bernd Liepold-Mosser in Zusammenarbeit mit dem Stadttheater Klagenfurt/Theater wolkenflug, bringen wir für einen Abend ein Thema auf die Bühne, das alle bewegt. Die Festung Europa mit ihrem Nadelöhr Lampedusa ist zu einem Symbol für Hoffnung, einem Synonym für Tod und Stillstand geworden. Am 20. und 21. Februar wird das Thalia Theater bei uns Station machen. Mit der sogenannten polyphonen Inszenierung FRONT nach Erich Maria Remarques IM WESTEN NICHTS NEUES und Henri Barbusses LE FEU, gibt uns Luk Perceval eine Idee davon, was die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen an der Front im 1. Weltkrieg erlebt haben. Der Mai bringt am 8. und 9. ein Gastspiel des Schauspiels Stuttgart. Edgar Selge und Franziska Walser werden ihre Version der IPHIGENIE AUF TAURIS von Johann Wolfgang von Goethe spielen. Diese umjubelte Vorstellung zeigt nicht nur ein kongeniales Schauspielerduo, sondern auch eine spannende Annäherung an diesen Stoff. Der Krieg dominiert auch diese Geschichte, er verlegt sich von der Außen- in die familiäre Welt.

Im Rahmen des Literaturfestivals Blätterwirbel 2014, das von der Literaturwissenschafterin Daniela Strigl eröffnet wird, gibt es Personalen von Arno Geiger und Maja Haderlap. Vera Borek ist mit einer Lesung im Programm des Festivals. Die Europäischen Literaturtage – ELit-Literaturhaus Europa präsentieren im Landestheater Niederösterreich einen Abend. Für das Bürgertheater wird Felix Mitterer ein Stück über die komplexe Geschichte der Glanzstoff-Fabrik in St. Polten schreiben. Mit dieser Uraufführung bringen wir unter der Leitung von Renate Aichinger wieder Menschen aus der Region auf die Bühne, die für diese Produktion  auf dem Gelände der ehemaligen Glanzstoff-Fabrik stehen wird. Bevor die Spielzeit gibt es im Landestheater Niederösterreich am 19. und 20. September ein zweitägiges Open House mit einem dichten Programm für Jung und Alt.

Mit Joseph Roths RADETZKYMARSCH und Die Rebellion startet man am 3. Oktober in die neue Spielzeit. Die beiden Romane des großen österreichischen Schriftstellers stellen eine Familie respektive ein symbolisches Einzelschicksal in einer Welt, die aus den Fugen gerät, in den Mittelpunkt des Geschehens. Scheinbar dauerhaft geltende Weltordnungen gehen zu Bruch. Philipp Hauß, der für seine Regie von MAMMA MEDEA www.mottingers-meinung.at/?s=medea am Landestheater für den Nestroypreis nominiert wurde, führt Regie. Neben unserem Ensemble werden Myriam Schröder und Moritz Vierboom als Gäste zu sehen sein. Am 8. Oktober nehmen wir die hochgelobte HEXENJAGD www.mottingers-meinung.at/landestheater-niederoesterreich-hexenjagd/von Arthur Miller in der Regie von Cilli Drexel und mit Alexandra Henkel, Markus Hering und Sven Phlippp als Gäste wieder auf, sie wird  im Dezember nach Villach und im April 2015 nach Bozen und Meran auf Gastspielreise führen. Am 11. Oktober hat  GESCHICHTEN AUS DEM WIENER WALD von Ödön von Horvath, die Koproduktion mit der Bühne Baden, Premiere. Horvaths bekanntestes Theaterstück, uraufgeführt 1931 am Deutschen Theater Berlin, eröffnet in einer kaum erreichten Balance aus Trauer und Lachen, Ulk und Tragik, Gemütlichkeit und Terror, Herz und Gemeinheit, das Panorama einer Gesellschaft im Umbruch – nach dem Zerfall der Monarchie, am Vorabend der Machtergreifung der Nationalsozialisten. Birgit Doll inszeniert, als Gäste dabei sind  Marion Mitterhammer, Christoph Moosbrugger, Dominic Oley und Hilke Ruthner. Premiere in der Sommerarena der Bühne Baden ist am 26. Juli.

Am 5. Dezember steht die Premiere von Gotthold Ephraim Lessings Lustspiel MINNA VON BARNHELM auf dem Spielplan. Der tiefe Fall eines strahlenden Helden: Nur durch Minnas liebevolle Intrige gelingt Major von Tellheim die Rückkehr in die Normalität des Friedens. Die leichte Form der Verhandlung eines schwerwiegenden Problems gilt als literarische Wegmarke ebenso wie die lebensnahe Zeichnung der Figuren, in deren Zentrum eine ganz und gar moderne Frauenfigur steht. Zwei Gäste werden das Ensemble in der Regie von Katrin Plötner ergänzen: Wolf Bachofner und Lars Wellings. Der Chor 50 plus des Festspielhauses wird diese Minna musikalisch begleiten. In der Theaterwerkstatt findet am 17. Jänner die Uraufführung von TRAUMMASCHINE. Freud-Projekt des Kärntner Regisseurs Bernd Liepold-Mosser statt. Damit begutachtet man nicht nur die Kriegsarbeit des Fin de Siecle, sondern auch die Seelenarbeit, die mit Sigmund Freud vollkommen neue Dimensionen erlangt hat. Figuren wie der Wolfsmann, die Hysterikerin und andere aus Freuds Traumdeutung werden die Theaterwerkstatt bevölkern. Nadine Zeintl wird als Gast das Ensemble verstärken. DIE SCHMUTZIGEN HÄNDE von Jean-Paul Sartre, ein spannender Politthriller, der genau und lustvoll untersucht, ob Gewalt ein taugliches politisches Mittel ist und wie schnell Ideologien verkauft werden, wird die holländische Regisseurin Maaike van Langen ab 23. Jänner mit Juergen Maurer als Gast ins Große Haus bringen.

Eine Koproduktion mit den Vereinigten Bühnen Bozen steht ab dem 28. Februar auf dem Spielplan in der Theaterwerkstatt: Die österreichische Erstaufführung des Stückes DIE RADIKALISIERUNG BRADLEY MANNINGS von Tim Price, ein Gegenwartsstück über den bekannten Whistleblower. Price hat für dieses packende Stück den renommierten James Tait Black Memorial Prize gewonnen. Daniela Kranz inszeniert, als Gäste aus Bozen sind Christoph Kail und Hannes Perkmann zu sehen Am 14. März ist die deutschsprachige Erstaufführung von FAMILIENSZENEN der hochbegabten, zu jung verstorbenen, gebürtigen ukrainischen Dramatikerin Anna Jablonskaja. FAMILIENSZENEN erzählt ein zeitgenössisches Heimkehrerschicksal und lotet mit viel Witz und psychologischem Gespür die kriegsbedingten Erschütterungen im familiären Umfeld aus. Sarantos Zervoulakos wird erstmals am Landestheater Niederösterreich inszenieren und Simon Zagermann wird als Gast im Ensemble mit dabei sein.

Maxim Gorkij ist der Autor der nächsten Premiere am 24. April. Wir zeigen SOMMERGÄSTE, ein Panorama der russischen bürgerlichen Intelligenzija, am Vorabend der Revolution, mit einer großen Besetzung. Cilli Drexel nimmt sich dieser Aufgabe an. Gäste im Ensemble sind Beatrix Doderer, Franziska Hackl und Karl Walter Sprungala Ab dem 16. Mai wird die Uraufführung von WO VERDAMMT IST FRAU WERMES? in der Theaterwerkstatt gezeigt. Claudia Tondl hat mit dem Vorentwurf zu diesem Stück 2012 das Peter Turrini-Dramatikerlnnenstipendium des Landes Niederösterreich gewonnen, nun setzt man die Produktion in Kooperation mit der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich um. Das absurde Stück, das die heutige Welt der Arbeitssuchenden thematisiert, inszeniert Caroline Welzl. Aufgrund der Kooperation ist die Produktion ausschließlich mit den Gästen Dora Balog, Simon Jaritz, Daniel Keberle, Claudia Kottal, Anna Kramer und Marcel Mohab besetzt.

www.landestheater.net

Wien, 13. 5. 2014

Volkstheater: Spielzeit 2014/15

Mai 7, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Täuschungen der Fantasie

Michael Schottenberg Bild: © Gabriela Brandenstein

Michael Schottenberg
Bild: © Gabriela Brandenstein

Michael Schottenberg versteht es, zu inszenieren. Auch Spielplanpressekonferenzen am Volkstheater. Eingeladen in die Unterbühne des Hauses lässt es sich der Hausherr nicht nehmen mit Theaterdonner – heißt: per Aufzug, mit Lichtspielen und effektvoller Musik – aufzutreten. Man selbst wird derweil auf der Drehbühne eine Runde im Kreis gefahren. Schön ist so ein Ringelspiel, so wagt sich Schottenberg an seine Interpretation von Dürrenmatts „Spiel mit der Wirklichkeit“. Zum letzten Mal bevor er den Direktorensessel für Anna Badora freigibt. „Täuschungen der Fantasie“ ist denn auch das Motto seiner letzten Saison 2014/15. „Mich hat die Frage ,Wie wirklich ist die Wirklichkeit am Theater‘ immer beschäftigt“, so Schottenberg. „Das Theater ist ein unverwechselbares Territorium der Täuschungen, der Illusion, der Fiktion. Der Ort, der von der Vorspiegelung falscher Tatsachen lebt. Die Basis ist das Wort, das Mittel die Fantasie. Das Ergebnis: Momente der Verzauberung.“

Verzaubern will Schottenberg kommende Spielzeit mit allerlei Highlights:

Die 125-Jahr-Jubiläumssaison wird am 14. September mit Aristophanes‘ Komödie Die Vögel in der Regie von Thomas Schulte-Michels eröffnet. Fast das gesamte Volkstheaterensemble wird in dieser Inszenierung zum Einsatz kommen, die gefiederte Zauberwelt spielen und aufzeigen, wohin Verlockungen der Macht führen können: in die Diktatur. Mit Die sieben Todsünden von Kurt Weill/Bert Brecht präsentiert das Volkstheater eine Koproduktion mit den Vereinigten Bühnen Wien. Erstmals werden 40 VBW-Musiker unter der Leitung von Dirigent Milan Turković auf der Bühne sein. Die Hauptrolle übernimmt Maria Bill; Premiere ist am 10. Oktober. Friedrich Dürrenmatts Irrenhauskomödie Die Physiker interpretiert der Schweizer Regisseur Elias Perrig. Es spielen Vera Borek und Erich Schleyer. Premiere: 14. November. Perrigs Landsmann Stephan Müller, Stammgast am Haus, macht diesmal Feydeaus Floh im Ohr (19. Dezember). Schottenberg: „Das wird spannend. Ich habe zu Stephan Müller ja  immer gesagt: Du hast keinen Humor, aber die Art, wie er Till Firit in Anna Karenina inszeniert hat, hat mich eines Besseren belehrt. Wir werden sehen …“

Schottenberg selbst widmet sich Lot Vekemans‘ Gift. Eine Ehegeschichte mit Andrea Eckert und Günter Franzmeier (23. Jänner) und Shakespeares Ein Sommernachtstraum (24. April): „Mein Abschiedsgeschenk an mich.“ Mit Róbert Alföldi www.mottingers-meinung.at/robert-alfoeldi-im-gespraech/ konnte der von der Regierung Orbán entfernte Intendant des ungarischen Nationaltheaters als Regisseur für Julius Hays Krimi-Drama Haben gewonnen werden. Premiere ist am 27. Februar. Es spielen Erni Mangold, Claudia Sabitzer und Martina Stilp. Die Saison, und damit die Ära Schottenberg am Volkstheater, beschließt die Uraufführung Volkstheater! „Ein kühner Ritt durch die österreichische Literatur“, so Schottenberg. Von Karl Kraus über Jelinek, Bernhard, Turrini bis Kathrin Röggla oder Thomas Arzt. Premiere ist am 12. Juni. Schottenberg: „Das ist der Abschied des Ensembles.“ Nachfrage: Warum? Antwort: „Ich nehme an, das wird’s dann gewesen sein für dieses Ensemble.“

Dem Jahresregenten Peter Turrini – er wird 70 – www.mottingers-meinung.at/interview-mit-dichterfurst-peter-turrini/ ist mit Josef und Maria (19. November, mit Ingrid Burkhard und Pavel Fieber) ein Stück in den Bezirken gewidmet; am 12. Dezember folgt die 1971 am Volkstheater uraufgeführte Rozznjogd im Schwarzen Salon. Außerdem in den Bezirken zu sehen: Amphitryon, Es fährt ein Zug nach Irgendwo und Der Witwenclub. Sparmaßnahmen geschuldet gibt es kommende Saison eine Produktion weniger in den Bezirken. Schottenberg: „Für die Abonnenten bleibt es aber natürlich bei sechs Premieren. Sie können sich statt wie bisher einer, zwei Produktionen im Haupthaus aussuchen.

Tag der offenen Tür

Bevor’s im Herbst los geht, lädt das Volkstheater anlässlich des 125-Jahre-Jubiläums am 14. September zu einem Tag der offenen Tür. Im Brandstätter Verlag erscheint dazu das Jubiläumsbuch „Was soll das Volk im Theater?“ mit Beiträgen von Erni Mangold, Felix Mitterer, Georg Schmiedleitner, Franz Schuh, Hilde Sochor, Peter Turrini, Simon Stephens, Andreas Vitásek, Dimitré Dinev, Josef Haslinger

Der Herbstspielplan des Hundsturm ist ab Juni auf www.hundsturm.org online.

www.volkstheater.at

Wien, 7. 5. 2014

Theater in der Josefstadt: Spielzeit 2014/15

Mai 6, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Herbert Föttinger hat große Pläne

Peter Turrini: C'est la vie, Uraufführung am 17.September Bild: © Theater in der Josefstadt

Peter Turrini: C’est la vie, Uraufführung am 17.September
Bild: © Theater in der Josefstadt

Punktlandung. Sagt Josefstadt-Chef Herbert Föttinger bei der Spielplanpräsentation 2014/15. Und meint damit zunächst einmal die „fantastische Saison“ bis Ende April: 86 Prozent Auslastung im Haupthaus, 94 Prozent in den Kammerspielen. „Da muss man“, so Föttinger, „keine Angst haben radikaler Theater zu machen, das Publikum immer wieder zu überraschen. Als ich hier angefangen habe, dachte ich nicht, dass es möglich sei, so viele Novitäten auf den Spielplan zu setzen und dass es funktioniert.“ Auch in seiner neunten Spielzeit 2014/15 bleiben Ur- und Erstaufführungen in beiden Häusern das Zentrum des Programms. Von vierzehn Neuproduktionen  sind zehn Uraufführungen und Erstaufführungen. Für die literarische Qualität garantieren Auftragswerke an Christopher Hampton, Felix Mitterer, Peter Turrini, Franz Wittenbrink und Daniel Glattauer. Föttinger: „Ein Spielplan darf nicht nur mit einem Schauspielführer in der Hand geplant sein, sondern es muss Neues entstehen dürfen!

Einige Highlights:

Theater in der Josefstadt:

C’est la vie: Uraufführung 17. September. Der September wird zum Turrini-Festival. Und Peter Turrini 70. Im Mittelpunkt der geplanten Veranstaltungen steht diese Revue, Lyrik wie Prosa, in der autobiografisch die bisher sieben Jahrzehnte seines Dramatikerlebens nachvollzogen, offen gelegt und über die Liebe sinniert wird. Regie führt Stephanie Mohr.

Eine dunkle Begierde: Uraufführung 27. November. Einer der Höhepunkte der Saison ist die Uraufführung von „Eine dunkle Begierde vom Oscar-prämierten Dramatiker Christopher Hampton für die Josefstadt geschrieben. Wie mottingers-meinung.at bereits berichtete, wird Hampton auch Regie führen: www.mottingers-meinung.at/herbert-foettinger-im-gespraech/. Die deutsche Fassung entstand in Zusammenarbeit mit Daniel Kehlmann, der nach seinem Josefstadt-Debüt mit „Der Mentor“ aktuell an zwei Stücken für die Josefstadt arbeitet. Die neue Bühnenfassung basiert auf der jahrelangen Beschäftigung Hamptons mit Sigmund Freud und C. G. Jung und dessen Fallnotizen über die Patientin Sabina Spielrein. Föttinger selbst wird Freud spielen, Michael Dangl als Jung zu sehen sein. Die Spielrein gibt Ensembleneuzugang Martina Ebm.

Der Boxer: Uraufführung 29. Jänner. Wieder widmet sich Felix Mitterer in seinem neuen Stück für die Josefstadt einem aufregenden, zeitpolitisch spannenden Thema, das für die Bühne noch unentdeckt ist. Mitterer erzählt die wahre Geschichte des einer Sinti-Familie entstammenden Johann „Rukeli“ Trollmann, dem beim Kampf um den deutschen Meistertitel im Halbschwergewicht 1933 ebendieser von der Jury verweigert wird. Er endete im KZ. Nach „Jägerstätter“ schrieb Mitterer ein weiteres Stück für Hauptdarsteller und Nestroy-Preisträger Gregor Bloéb. Erneut setzt er sich darin anhand eines bewegenden Einzelschicksals mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinander. Wieder dabei ist Nestroy-Preisträgerin Stephanie Mohr und zeichnet wie schon bei „Jägerstätter“ für die Regie verantwortlich.

Am Ziel: Premiere 12. März. Der Thomas-Bernhard-erfahrene italienische Regisseur Cesare Lievi inszeniert Andrea Joansson.

Kafka: Uraufführung 16. April. Ein Projekt von Elmar Goerden, der sich dem Dichter über Bilder und Stimmen nähert. Föttinger: „Mehr kann ich noch nicht sagen. Goerden hat sich nach Prag zurückgezogen, um daran zu arbeiten.“

Kammerspiele:

Schön schön schön: Uraufführung 11. September. Nach den musikalischen Hits „Eh wurscht“ und „Forever Young“ war Franz Wittenbrink verführbar mit seinem neuesten Liederabend erstmals die Saison in den Kammerspielen zu eröffnen. „Es geht um Frauen, Schönheits- und Botoxwahn und andere dringliche Fragen des Lebens“, so Föttinger. „Ein hoffentlich launiger, aber auch nachdenklich machender Abend.“ Mit Ruth Brauer-Kvam, Maria Köstlinger, Marika Lichter, Sona MacDonald, Ljubiša Lupo Grujčić und Martin Niedermair.

Hand aufs Herz: Uraufführung 16. Oktober. Auch über die zweite musikalische Premiere berichtete mottingers-meinung.at schon: Erwin Steinhauer & seine Lieben stechen in See: www.mottingers-meinung.at/erwin-steinhauer-im-gespraech/

Frühstück bei Tiffany: Österreichische Erstaufführung am 4. Dezember. Die Kammerspiele-Version wird näher an truman Capotes original als am Film sein. Ruth Brauer-Kvam spielt die bezaubernde Holly Golightly, Michael Gampe führt Regie. Mit Hilde Dalik, Nikolaus Hagg, Christian Nickel, Siegfried Walther und Martin Zauner.

Die Wunderübung: Uraufführung 22. Jänner. Erneut steht eine Uraufführung des Bestsellerautors Daniel Glattauer auf dem Spielplan der Kammerspiele in Topbesetzung. Diesmal bringt er eine Paartherapiestunde als Komödie auf die Bühne. Für Zuseher wird es „großen Wiedererkennungswert“ geben aufgrund der prototypischen Mechanismen des Ehestreits: „der polemische Kleinkrieg der Worte ist geradezu ein Volkssport“! Glattauers Ehepaar, verkörpert von Aglaia Szyszkowitz und dem wieder zurückkehrenden Bernhard Schir, erhebe diesen gar „zur olympischen Disziplin“. Alexander Pschill ist als ihr Therapeut auch im dritten Glattauer-Stück in den Kammerspielen im Ensemble; nach den Publikumhits „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ inszeniert abermals Michael Kreihsl.

Schon wieder Sonntag: Premiere 26. März. Otto Schenk wird 85. Und Helmuth Lohner schenkt seinem langjährigen Freund als Regisseur dessen Paraderolle Cooper.

Aufstieg und Fall von Little Voice: Österreichische Erstaufführung 7. Mai. Mit seinem Stück gelang dem englischen Dramatiker Jim Cartwright eine berührende musikalische Tragikomödie über die Sehnsüchte und Träume der „kleinen Leute“ und die Magie der Musik. In der Inszenierung von Folke Braband stehen Sona MacDonald und Eva Mayer auf der Bühne.

Und noch ein paar Neuerungen hatte Herbert Föttinger im Laufe des Gesprächs anzukündigen: So wird ein Teil des Kulissendepots in Aspern im Sommer zur dritten Probebühne umgebaut. Baukosten: 250.000 Euro; 2015 dann die Renovierung und Modernisierung der Dekorations- und Kostümwerkstätten in Angriff genommen. Ab der Spielzeit 2014/15 hat die Josefstadt als erstes Sprechtheater ein Jahreskalendarium mit allen Vorstellungen und damit verbunden einen früheren, halbjährlichen Vorverkauf.

www.josefstadt.org

Wien, 6. 5. 2014

Udo Samel spielt am Schauspielhaus Graz

April 28, 2014 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Der Spielplan 2014/2015

Intendantin Anna Badora präsentierte gemeinsam mit ihrem Team den Spielplan für ihre letzte Saison am Schauspielhaus Graz.
16 Neuproduktionen auf der Haupt- und Probebühne, sowie eine Inszenierung auf der Ebene 3 erwarten das Publikum in der Saison 2014/2015 – davon vier Österreichische Erstaufführungen und drei Uraufführungen. Die Ebene 3 wird auch weiterhin ein Experimentierort für die SchauspielerInnen des Ensembles und befreundete KünstlerInnen sein.

Udo Samel (als König Lear) Bild: Lupi Spuma/Schauspielhaus Graz

Udo Samel (als König Lear)
Bild: Lupi Spuma/Schauspielhaus Graz

Eröffnungsreigen mit zwei Österreichischen Erstaufführungen
Eröffnet wird die Spielzeit auf der Hauptbühne mit DIE GÖTTER WEINEN von Dennis Kelly in der Regie von Intendantin Anna Badora, für die Hauptrolle konnte Udo Samel gewonnen werden (Premiere am 25. September 2014). Die Probebühne startet heuer mit WIR SIND KEINE BARBAREN! von Philipp Löhle (Premiere am 28. September 2014) in der Regie von Christine Eder in die neue Saison, die zweite Premiere wird diesmal die Kooperation mit dem Institut für Schauspiel der Kunstuniversität Graz sein. Holle Münster (Prinzip Gonzo) inszeniert DER WIDERSPENSTIGEN ZÄHMUNG mit Studierenden des 3. Jahrgangs (Premiere am 4. Oktober 2014).

Perspektivenwechsel: Von unten nach oben und von oben nach unten
Sowohl Haupt- als auch Probebühne beschäftigen sich u. a. mit der Frage, wie wir leben wollen, so zum Beispiel Yael Ronen in einer weiteren Stückentwicklung und Uraufführung für das Schauspielhaus Graz mit dem Arbeitstitel COMMUNITY (Premiere am 20. Dezember 2014). Eine Kooperation des Schauspielhauses mit dem Teatro di Roma und dem Nationaltheater Nordgriechenland, Thessaloniki lässt Jugendlichen der beteiligten Theater in einer Art Zukunftslabor ihren Stadtraum erforschen, persönliche Fragestellungen verfolgen und sich darüber austauschen. Das recherchierte und biografische Material wird für die weitere Projektarbeit in den Theatern genutzt. MY FUTURE: NOW!, Projektleitung Constance Cauers, Premiere im Mai 2015.

Internationale Regisseure: Bekannte Gesichter und neue Handschriften
Die Zusammenarbeit mit folgenden Regisseuren wird fortgesetzt: Michael Simon (SALOME von Oscar Wilde, ab 23. April 2015), Viktor Bodó (MOTEL, Österreichische Erstaufführung, Text von Andras Vinnai und Viktor Bodó, ab 24. Oktober 2014), und Oliver Frljić (WOYZECK von Georg Büchner, ab 19. März 2015) werden auf der Hauptbühne zu sehen sein.
Ebenfalls für Graz kein Unbekannter ist Patrick Schlösser, der nach dem Film von Asghar Farhadi in einer Bühnenfassung von Susanne Wolf LE PASSÉ als Uraufführung inszenieren wird (Premiere am 12. Februar 2015).

Österreichische Sprachakrobaten – Nestroy, Schwab, Jonke und Haas
Drei Nestroys in einem: mit LUPAZIGEIST HÖLLENANGST UMSONST bringt das Schauspielhaus Graz als Koproduktion mit dem Theater im Bahnhof, Regie Ed. Hauswirth und Helmut Köpping, einen Polterabend mit Johann Nestroy auf die Bühne (Premiere am 22. November 2014)..  Erstmals in Graz arbeiten wird Simone Blattner. Sie inszeniert DIE PRÄSIDENTINNEN von Werner Schwab als zweite Premiere auf der Hauptbühne am 3. Oktober 2014. Diese Produktion probiert bereits, es spielen Steffi Krautz, Verena Lercher und Birgit Stöger. Christiane Pohle, ausgewiesene Jonke-Spezialistin, inszeniert dessen Festspiel GEGENWART DER ERINNERUNG, Premiere ist am 15. Jänner 2015. Wolf Haas’ preisgekrönter Roman VERTEIDIGUNG DER MISSIONARSSTELLUNG wird von der Regisseurin Susanne Lietzow für das Theater bearbeitet und kommt am 12. Dezember 2014 Premiere auf der Probebühne.

Von klassisch bis modern – weitere Produktionen auf der Probebühne
Nestroy-Preisträger Nikolaus Habjan kommt mit Albert Camus’ DAS MISSVERSTÄNDNIS, ein Spiel mit SchauspielerInnen und Puppen, als Regisseur und Spieler ans Schauspielhaus, Premiere ist am 17. Oktober 2014. Der Ring Award Gewinner 2011, Sam Brown, inszeniert die Österreichische Erstaufführung von ATMEN von Duncan Macmillan (Premiere im Jänner 2015), Sebastian Schug wird Tennessee Williams VIEUX CARRÉ zur Premiere bringen (April 2015).

SCHAUSPIEL AKTIV! – Ausblick auf den Juni 2014 und die nächste Saison
Das theaterpädagogische Modellprojekt SCHAUSPIEL AKTIV! erweitert das bestehende Angebot für LehrerInnen und SchülerInnen. Formate, die sich dem veränderten Lehrplan noch besser anpassen, wurden entwickelt. Ebenfalls starten innovative Angebote im Freizeitbereich für Jugendliche und darüber hinaus für das gesamte Publikum. Hinweisen möchten wir an dieser Stelle ebenfalls auf die am 14. Juni 2014 stattfindende Premiere, eine Produktion von SCHAUSPIEL AKTIV! auf der Probebühne. (Das detaillierte Programm zu SCHAUSPIEL AKTIV! entnehmen Sie bitte unserem Pressematerial.)

Erfolgreiche Bilanz 2013/2014
Das Schauspielhaus Graz kann auch 2013/2014 auf eine äußerst erfolgreiche Spielzeit zurückblicken – die Auslastung liegt bei rund 86 % für die Haupt-, Probebühne und die Ebene 3.

www.schauspielhaus-graz.com

Wien, 28. 4. 2014

Jeunesse: Saison 2014/15

April 23, 2014 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

musik.erleben in ganz Österreich

Neue Wiener Stimmen Bild: © Moritz Wustinger

Neue Wiener Stimmen
Bild: © Moritz Wustinger

Als größter Musikveranstalter Österreichs im Bereich »klassischer Musik« engagiert sich die Jeunesse seit 65 Jahren österreichweit in 22 Geschäftsstellen besonders für die Förderung junger Künstlerinnen, Künstler und Ensembles sowie für ein junges Publikum. Bei jährlich über 600 Konzerten, davon 300 in Wien und 300 speziell für Kinder und Jugendliche, erreicht die Jeunesse in jeder Spielsaison mehr als 200.000 Besucher mit Musik für jede Altersstufe.

Klassik. Jazz. World. Neue Musik. Kinderkonzerte.
Die stilistische Bandbreite der Jeunesse reicht von Klassik über Jazz, World, Neue Musik und Kinderkonzerte bis zu Folk, Elektronik und avanciertem Pop. Als Non-Profit-Organisation verfolgt die Jeunesse keine kommerziellen Ziele. Das spiegelt sich nicht zuletzt in Produkten wie dem »Boarding Pass« und einer für alle unter 26 besonders attraktiven Preisgestaltung wider. So wurden beispielsweise die Jugendtarife für die Wahlabos »7up« und »Surprise« gegenüber der vergangenen Saison um knapp 30% gesenkt.

Junge Interpreten, Zyklus »Jugendorchester«. Quer durch alle Wiener Abonnement-Zyklen, aber auch in Spezialreihen wie dem Zyklus »Jugendorchester«, präsentiert die Jeunesse junge, aufstrebende Interpreten aus Österreich und der ganzen Welt. So finden sich im Wiener Jeunesse-Programm internationale Shooting Stars wie der deutsche Pianist Alexander Krichel. Der »Nachwuchskünstler des Jahres« beim ECHO Klassik 2013 feiert mit einem Klavierrecital bei der Jeunesse sein Österreich-Debüt. Der Schweizer Dirigent Lorenzo Viotti und die junge niederländische Cellistin Harriet Krijgh sind ebenso wie österreichische Interpreten, darunter der Innsbrucker Tenor Paul Schweinester und der Vorarlberger Pianist Aaron Pilsan, auf dem Sprung zur großen internationalen Karriere. Der Kammermusik-Zyklus präsentiert mit dem Webern Wind Quintet, dem Alliance Quartett Wien und dem Trio Alba exzellente Ensembles der jungen österreichischen Kammermusikszene. Und die Neuen Wiener Stimmen, der erfolgreiche Jugendchor der Jeunesse, widmen sich in zwei unkonventionellen Programmen der Liebe und der Musik Afrikas.

Im Zyklus »Jugendorchester« gibt die Jeunesse dem musikalischen Nachwuchs auch im Orchesterbereich eine eigene Plattform: Mit dem Youth Orchestra of Caracas, dem aktuellen Jugendorchester der erfolgreichen südamerikanischen Musikinitiative »El Sistema«, ist eines der weltweit besten Jugendorchester exklusiv für die Jeunesse zu Gast in Wien. Außerdem zu erleben: das mitreißende Wiener Jeunesse Orchester, das traditionsreiche Waseda Symphony Orchestra aus Tokio und das Webern Symphonie Orchester der Musikuniversität Wien unter der Leitung von Christoph Eschenbach.

Internationale Orchester sind neben den großen Wiener Orchestern die Highlights in den traditionell aus vielen unterschiedlichen Orchesterfarben zusammengesetzten Orchesterzyklen. Drei Wien-Debüts lassen aufhorchen: das 2009 gegründete und von Valery Gergiev geförderte norwegische Arctic Philharmonic Orchestra mit seinem charismatischen Chefdirigenten Christian Lindberg, das Hong Kong Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Jaap van Zweden sowie das fulminante New Yorker Musikerkollektiv The Knights (gemeinsam mit Dawn Upshaw). Wiederholt zu Gast sind u. a. das Hallé Orchester, Englands ältestes Orchester, und das Budapester Festival Orchester unter Iván Fischer. Ebenso sind das Gürzenich Orchester aus Köln mit Kirill Gerstein als Klaviersolisten sowie die Festival Strings Lucerne mit Sopranistin Nuria Rial der Jeunesse-Einladung nach Wien gefolgt.

Weitere Highlights im Wien-Programm. Die vienna clarinet connection, seit ihren Anfängen von der Jeunesse begleitet, feiert ihr 20-Jahr-Jubiläum gemeinsam mit Robert Meyer und einer eigenen Bühnenversion von »Carmen« und »Fledermaus«. Georg Breinschmid, der virtuos-unorthodoxe Jazzmusiker, Komponist und Kontrabassist, schreibt für das Bläserensemble Sonus Brass ein neues Konzert und gibt zusätzlich zur Aufführung mit dem Symphonieorchester Vorarlberg auch in unserer Musikvermittlungsreihe »Mitten im Klang« darüber persönlich Auskunft.

Quer durch die Programmzyklen sind herausragende internationale Künstlerinnen und Künstler wie die fünffache Grammy-Gewinnerin Dawn Upshaw, Nicolas Altstaedt, Ausnahmecellist und künstlerischer Leiter des Kammermusikfestes Lockenhaus, die afrikanische Singer-Songwriterin Angélique Kidjo oder der legendäre Jazzmusiker und Pianist Uri Caine vertreten.

Frank Gratkowski Special. Nach Elliott Sharp, Wolfgang Mitterer und Michael Wertmüller steht 2014 mit Frank Gratkowski erneut ein solitärer Zeitgenosse im Blickpunkt des dreitägigen Jeunesse Specials (27.–29.11.): Als Saxophonist wie Klarinettist einer der »besten europäischen Bläser seiner Generation« (Cadence Magazine) machte Frank Gratkowski auch als Grenzgänger zwischen Komposition und Improvisation auf zahlreichen internationalen Jazz/Neue Musik Festivals auf sich aufmerksam und wurde u. a. mit dem SWR Jazzpreis prämiert. Der genresprengende Musiker wird in den Reihen »All that Jazz«, »Jazz & beyond« und »Fast Forward« mit starken Partnern wie dem Schlagzeuger Tony Buck oder Richard Barrett (Elektronik), neuen Projekten und Eigenkompositionen zu erleben sein.

Das österreichweite Jeunesse-Programm. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Projekten quer durch alle Stile und Genres: Das Jeunesse-Programm bietet in ganz Österreich umfassendes musik.erleben, das auch in den Bundesländern schwerpunktartig junge Musikerinnen und Musiker fördert, ihnen eine breite Auftrittsplattform bietet und sie im Bereich Musikvermittlung in der Projektentwicklung und Durchführung begleitet. Ausgewählte Höhepunkte des umfangreichen Programms 2014/15 in den 21 regionalen Geschäftsstellen sind Tourneen von heimischen und internationalen Solisten und Ensembles wie das überaus erfolgreiche Quadriga Consort, das junge österreichische Vokalensemble Lalá, das mitreißende Saxophonquartett 4saxess, das exzellente schwedische Vokalensemble Kraja und die musikalische Lesung »Bassgeflüster« mit Schauspielerin Katharina Stemberger und Christoph Wimmer, dem Solokontrabassisten der Wiener Philharmoniker, sowie Veronika Trisko (Klavier). Anlässlich seines 25-Jahr-Jubiläums kehrt das inzwischen international erfolgreiche Wiener Klaviertrio zur Jeunesse zurück und unternimmt mit fünf Konzerten, u. a. in Tulln, Zell am See und Innsbruck eine Österreich-Tournee.

Kinder- und Jugendprojekte der Jeunesse in Wien und den Bundesländern
Mit über 300 Konzerten für Kinder und Jugendliche zeigt die Jeunesse österreichweit großes Engagement: Sie erreicht mit diesem genreübergreifenden Angebot jährlich mehr als 60.000 Kinder und Jugendliche, vergibt Auftragsproduktionen an heimische Interpreten (»(K)eine Alpensage«, Zyklus »Piccolo« mit Anna Clare Hauf, Christof Dienz und dem Klarinettenduo Stump-Linshalm sowie »Haydi, Hleb & Geißenmöuch«, Zyklus »Concertino« u. a. mit Jelena Popržan und Maria Petrova in der Regie von Sara Ostertag) und setzt auf internationale Vernetzung, die innovative Gastproduktionen nach Österreich führt (»Feder und Stroh«, Zyklus »Piccolo« oder »Windgeist«, Zyklus »Concertino«). Im neuen Setting und mit neuen Hauptdarstellerinnen präsentieren sich die Zyklen für die Kleinsten, »Cinello« (1–3 Jahre) und »Triolino« (3–6 Jahre).

Mit zwei MusikCamps, dem KindermusikCamp für 9- bis 14-Jährige (8.–17.8. in Mariazell/Stmk.) und dem OrchesterCamp für 13- bis 20-Jährige (23.7.–2.8. in St. Florian/OÖ), animiert die Jeunesse jährlich mehr als 200 Kinder und Jugendliche zum gemeinsamen begeisterten Musizieren im Orchester (Anmeldung läuft noch bis Ende April!).

www.jeunesse.at

Wien, 23. 4. 2014