Hermann Nitsch spielt Orgel

November 19, 2013 in Klassik, Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

shut up and listen! 2013: END LESS NESS

Hermann Nitsch Bild: Nitsch Foundation

Hermann Nitsch
Bild: Nitsch Foundation

Um das Thema END LESS NESS geht es in der achten Ausgabe des Festivals shut up and listen!: lang andauernde musikalische und (klang-)künstlerische Konzeptionen, die möglicherweise illusorische Idee einer endlosen Musik! Wie gewohnt fühlen sich die beiden Festivalleiter Belma Bešlić-Gál und Bernhard Gál einer transdiziplinären Grundhaltung verpflichtet: SUAL 2013 beinhaltet instrumentale und elektroakustische Musik und Klangkunst, ein Architekturobjekt, einen Dokumentarfilm, eine Klangskulptur, einen Vortrag sowie einen Hörraum. Es werden Klangkontinuen bzw. repetitive und quasi-statische Klanggestaltungen wie Drones, Flächen, Cluster, Pulsationen, Stille unterschiedlichster Machart und Provenienz präsentiert. 

Hermann Nitsch, der diesen Sommer 75 Jahre alt geworden ist, wird als Auftakt zum Festival eines seiner seltenen Orgelkonzerte in der Jesuitenkirche geben. 

Hermann Nitsch, Orgel

orgelkomposition in vier sätzen – Orgelkonzert

20. November, 20.00 Uhr

Jesuitenkirche (Dr. Ignaz Seipel-Platz, 1010 Wien)

Eintritt: Freie Spende

Die geniale Echtzeit-Musique-concrète-Komposition „Mantra“ des Frankokanadiers Jean-François Laporte basiert auf einer unbearbeiteten Verklanglichung der nächtlichen Fahrt einer Eisbearbeitungsmaschine durch ein Eishockeystadion. Der Musikwissenschaftler Wolfgang Gratzer denkt laut über das Hören und Entstehen unendlicher Musik nach, Radu Malfatti verschmilzt Sinustöne mit den Klängen seiner Posaune und lässt dabei der Stille genauso Raum wie den Klängen selbst. Gunter Schneider und Barbara Romen verarbeiten das kontinuierliche Fließen von über ein Rohr in Echtzeit gefilterten Umweltklängen. „Das Rohr“ kann während des Festivals auch als Klangskulptur erlebt werden (21.11.). 

Auf die Verleihung des SUAL AWARD 2013 samt Aufführungen der prämierten Werke folgen Stücke für Violoncello von Alvin Lucier und Michael Moser, in denen sehr unterschiedliche Klangerforschungen intensive Wahrnehmungsreisen ermöglichen. Die Pianistin Manon Liu Winter bringt mit „ASLSP“ die Originalfassung jenes Werkes von John Cage in den Echoraum, welches in einer Orgelfassung seit etwa zwölf Jahren und noch für weitere, beinahe ewig anmutende, ca. 627 Jahre in einer Kirche in Halberstadt präsentiert werden soll. Die Architektin Yumi Kori fängt die Unendlichkeit in einer kleinen Schachtel ein und sendet uns aus Tokio eines ihrer „Portable Infinity Devices“ (22.11.). 

Mit „Kyema“, dem ersten Teil von Éliane Radigues opus magnum „Trilogie de la Mort“ sowie einem anschließenden Brunch findet SUAL 2013 seinen Abschluss (23.11.). 

shut up an listen! 2013: END LESS NESS

Interdisziplinäres Festival für Musik und Klangkunst

20. November, 20.00 Uhr, Jesuitenkirche (Dr. Ignaz Seipel-Platz, 1010 Wien)

21. bis 23. November 2013, echoraum (Sechshauser Str. 66, 1150 Wien) 

http://sp-ce.net/sual/2013/

Wien, 19. 11. 2013

Vienna Jazzfloor 2013

Oktober 28, 2013 in Klassik

ADVERTORIAL

100 Konzerte von Blues über Soul bis zur Avantgarde

Kevin Mahogany Bild: Jazzfotos Brunner

Kevin Mahogany
Bild: Jazzfotos Brunner

Zum 15. Mal laden die Wiener Livemusikclubs Blue Tomato, Davis, Jazzland, Miles Smiles, Reigen, Sargfabrik, Zum lustigen Radfahrer, und Zwe, zum IG Jazz Clubfestival VIENNA JAZZFLOOR, das von 1 bis 30. November mit rund 100 Konzerten aus den Bereichen Jazz, Blues, Rock, World, Soul, …bis hin zu Avantgarde aufwartet.  Einen Monat lang soll bei diesem Fest auf die herausragende Leistung der Wiener Clubs hingewiesen werden, die als Treffpunkt verschiedenster Kulturen und Religionen seit Jahrzehnten wertvolle Arbeit leisten; wo neue Spielformen erprobt, mit MusikerkollegInnen und Ensembles aus dem In- und Ausland gejammt werden kann. Solche Kooperationen stehen auch heuer wieder reichhaltig am Programm, und oft sind gerade sie es, die für echte „Sternstunden“ beim VIENNA JAZZFLOOR sorgen. Das Angebot reicht dabei vom „Top-Act“ bis zum „Newcomer“ – vom „Solo-Konzert“ bis zum „Big Band“-Format …  Ein Blick auf die website ist angeraten, da dort viele Details (Kurztexte, Herkunft, Besetzung, Beginnzeiten, Eintritt/ Eintritt Frei, …) in der stets aktuellsten Version zu finden sind – und auch der brandneue VIENNA JAZZFLOOR-FOLDER steht ab sofort unter: www.ig-jazz.at zum Download bereit!

START/ AUFTAKT am 1. November:

Mit einem Auftritt des amerikanischen Blues/Swing und Modern-Jazz Sängers KEVIN MAHOGANY in Begleitung heimischer Musiker, startet Freitag, 1. November, der 15. VIENNA JAZZFLOOR im Wiener Jazzland, wo traditioneller Weise (ebenso wie im Davis und beim Lustigen Radfahrer) Fans von Swing und Dixieland auf ihre Kosten kommen – während zeitgleich im Wiener Reigen Bassist & Sänger GERRY MCAVOY (mit Band und Freunden) der Musik seines einstigen Arbeitgebers Rory Gallaghers Tribut zollt, und damit eine ganze Reihe hervorragende Blues/Rock Konzerte einläutet (PAT TRAVERS 06.11./ ROB TOGNONI TRIO 09.11./ DR. FEELGOOD 15.11. uva) – im Zwe  im zweiten Wiener Gemeindebezirk, begeht man den Eröffnungsabend mit einem Konzert des  2012 „Best Jazz Album of the Year“ ausgezeichneten, ungarische Jazz und Rock-Gitarristen, ALAPI ISTVAN, der gemeinsam mit BAND, sein neuestes Projekt vorstellen wird  … Die folgenden Wochen lassen in Sachen Vielfalt kaum Wünsche offen: von Bebop, Mainstream, Modern-  und zeitgenössischer Jazz;  Swing & Dixieland; bis hin zu „Simply More Than Jazz“, Soul & Weltmusik, ist hier alles vertreten….  Die Eintrittspreise sind mit EUR 5,- bis EUR 25,- vergleichsweise günstig, und laden perfekt dazu ein, sein Heim zu verlassen, Neues kennen zu lernen, und in die Tiefen der Clubs abzutauchen … und es ist noch niemand verloren gegangen.

ENJOY  – alle Infos unter www.ig-jazz.at 

VIENNA JAZZFLOOR 2013

IG Jazz Clubfestival – von 01. bis 30. November 2013 WIEN/ Clubszene

Teilnehmende Clubs: Blue Tomato – Davis – Jazzland – Miles Smiles – Reigen – Sargfabrik – Zum lustigen Radfahrer – Zwe   

www.ig-jazz.at

Woche 1 (KW 44/ 28.10.- 03.11):

KEVIN MAHOGANY (USA/ AUT) (Fr.01.11 & Sa.02.11.Jazzland,21h) – GERRY MCAVOY`S BAND OF FRIENDS (Fr.01.11.Reigen,20:30h) – ALAPI ISTVAN BAND  „Jazz/Rock“ (Fr.01.11 Zwe,21h) –  ‚S FUNKTIONIERT FEAT. CARL AVORY (UK) „Soul, Funk, Jazz“ (Sa.02.11.Zwe,20h) – DANIEL NÖSIG’S SUNDAY NIGHT SPECIAL „Something else“ (So.03.11.Zwe,20h)

Woche 2 (KW 45/ 04.-10.11):

DANIEL NÖSIG/ JURE PUKL QUINTETT (Mo.04.11.Jazzland,21h) – TOGETHER (Mi.06.11.Jazzland,21h) – PAT TRAVERS BAND (Mi.06.11.Reigen,20:30h) – FEDERSPIEL (A) Mi.06.11.Sargfabrik,20h – OTTO LECHNER & MAX NAGL (Mi.06.11.Miles Smiles,20:30h) – ELLY WRIGHT’S BIRTHDAY PARTY (Do.07.11Jazzland,21h) – ALICE FRANCIS (D)(Fr.08.11Sargfabrik,20h) – JULIE DEXTER & BAND (Fr.08.11.Reigen,20:30h) – GRADISCHNIG/ NAGL/ HERBERT/ VATCHER (A/ HOL) (Fr.08.11.Blue Tomato,20:30h) – HELMUT SCHNEEWEISS (A) (Fr.08.11.Zum lustigen Radfahrer,20h) – DOMINIK FUSS‘ RUMPUS PROJECT „Modern Jazz“  (Fr.08.11.Zwe,20h) – JUMP THE CURB (A) (Fr.08.11.Davis,21h) – KARL RATZER/ HEINZ CZADEK SEPTETT  (Fr.08. & Sa.09.11.Jazzland,21h) – ROB TOGNONI TRIO (Sa.09.11.Reigen,20:30h) – JAZZAHEAD PICANTE „Jazz“  (Sa.09.11.Zwe,20h) – PROJECT TWO- Big Band (So.10. & So. 24.11.Zwe,20h)

Woche 3 (KW 46/ 11.-17.11.):

TURNAROUND (Mo.11.11.Jazzland,21h) – ROBERTA PIKET (USA) PIANO SOLO & EARL THOMAS & BAND (Mo.11.11.Reigen,20:30h) – WOODY SHAW PROJECT (Di.12.11.Jazzland,21h) – PAUL LAMB & THE ROOSEVELT HOUSEROCKERS (GB/A) (Di.12.11.Davis,21h) – LÖSCHEL/ SKREPEK/ ZROST (Mi.13.11.Miles Smiles,20:30h) – DEAN BROWN QUARTET (Mi.13.11.Reigen,20:30h) – BEST OF ROLAND BATIK TRIO (Mi.13. & Do.14.11.Jazzland, 21h) – MOR KARBASI (ISRAEL) (Do.14.11. Sargfabrik,20h) – STEVE GROSSMAN QUARTET (Do.14.11.Reigen,20:30h) – SOBCZYK’S BLUES BUNCH „Boogie Woogie & Blues“  (Fr.15.11.Zum lustigen Radfahrer,20h) – ORIGINAL STORYVILLE JAZZBAND (Fr.15.11.Jazzland,21h) – DR. FEELGOOD (Fr.15.11.Reigen,20:30h) – GUSTAFSSON/ KERN (S/A) (Fr.15.11.Blue Tomato,20:30h) – ALEXANDER EHRENREICH BIG BAND (Fr.15.11.Zwe,20h) – ZYDECO ANNIE & THE SWAMP CATS (D) (Fr.15.11.Davis,21h) – SOBCZYK’S NEW ORLEANS BUNCH „New Orleans Jazz“ (Sa.16.11.Zum lustigen Radfahrer,20h) – EDDIE’S SWING CATS feat. Hans Salomon & Jamie Fletcher (Sa.16.11.Jazzland,21h) – SPARKLING BRUT (Sa.16.11.Reigen,20:30h) – JOHANNES THOMA QUARTETT – CD Präsentation (Sa.16.11.Zwe,20h)

Woche 4 (KW 47/ 18.–24.11.)

CLEMENS SALESNY: „GOODNIGHT, IRENE“ (Mo.18.11.Jazzland,21h) – BANNED OF FRIENDS – THE GRANDE MOTHERS RE:INVENTED (Mo.18.11.Reigen,20:30h) – FRANK MCCOMB TRIO (USA) „Jazz, Funk, Soul“ (Mo.18.11.Zwe,20h) – CLEM CLEMPSON BAND, SUPP. POWER FACTORY (Di.19.11.Reigen,20:30h) – GIANMARIA TESTA (ITALIEN) (Di.19.11.-Fr.22.11.Sargfabrik,20h) – SCOTT HAMILTON (Di.19.-Sa.23.11.Jazzland,21h) – MATTHIAS JAKISCHITZ & ANTON BURGER (Mi.20.11.Miles Smiles,20:30h) – PAUL CAMILLERI TRIO (Mi.20.11.Reigen,20:30h) – INSINGIZI, JEYS MARABINI, BRAZAMA feat CHORNISSEN & NOBUNTU „Roots Music From Southern Africa 2013“ (Do.21.11.Reigen,20:30h) – OMIT FIVE – Jazz-Quintett (Do.21.11.Zwe.20h) – FLIP PHILIPP, JON SASS, DIETMAR KÜBLBÖCK „Bassblowaz“ (Fr.22.11.Zum lustigen Radfahrer,20h) – MAALO (Fr.22.11Reigen,20:30h) – THE THING present new cd BOOST (N/S) (Fr.22.11.Blue Tomato,20:30h) – ORIOXY „World – Folk – Jazz“ (Fr.22.11.Zwe,20h) – MIKE SPONZA & BAND (Fr.22.11.Davis,21h) – ERNIE WATTS QUARTET (Sa.23.11.Reigen,20:30h) – WOLFGANG SELIGO JAZZ TRIO (Sa.23.11.Zwe,20h) – PROJECT TWO- Big Band (So. 24.11.Zwe,20h)

Woche 5 (KW 48/ 25.11.-01.12.)

JURE PUKL QUARTET (Mo.25.11.Zwe,20h) – SONNY FORTUNE QUINTET feat. Michael Varekamp (Mo.25.-Do.28.11.Jazzland,21h) – GÜNTHER STRAUB & PETER MÜLLER (A) (Di.26.11.Davis,21h) – JAZZ BUSTERS (Mi.27.11.Miles Smiles,20:30h) – ALAN BROADBENT TRIO (Mi.27.11.Reigen,20:30h) – REMPIS/ ZERANG (USA) (Mi.27.11.Blue Tomato,20:30h) – LAS HERMANAS CARONNI (ARGENTINIEN) (Do.28.11.Sargfabrik,20h) – THE CAVERN BEATLES (Do.28.11.Reigen,20:30h) – HALVORSON/ CRUMP (USA) (Do.28.11.Blue Tomato,20:30h) – BLUE NOTE SIX (Fr.29.11.jazzland,21h) – IRMIE VESSELSKY DUO & DAVID HEBENSTREIT (Fr.29.11.Reigen,20:30h) – WORRIED MEN SKIFFLE GROUP „Folk-Jazz-Blues“ (Fr.29.11.Zum lustigen Radfahrer,20h) – BETTY SEMPER & THE SURFING ZEBRAS (A) (Fr.29.11.Davis,21h) – SOUL CLUB „Get ready to funk!“ (Fr.29.11.Zwe,20h) – BURGUNDY STREET JAZZBAND (Sa.30.11.Jazzland,21h) – PETER SCHLEICHER BAND “DIE WIENER STONES” (Sa.30.11.Reigen,20:30h) – RUNNING HYBRIDS (HU-D-A-USA) (Sa.30.11.Zwe, 20h)

Download FOLDER „VIENNA JAZZFLOOR 2013“ (Kurztexte, Infos, Eintrittspreise & Beginnzeiten): www.ig-jazz.at 

Viennale 2013: 24. Oktober bis 6. November

Oktober 22, 2013 in Film

VON RUDOLF MOTTINGER

Will Ferrell ist Stargast der diesjährigen Viennale

Will Ferrell: "Blades of Glory" (2007) Bild: DreamWorks Pictures

Will Ferrell: „Blades of Glory“ (2007)
Bild: DreamWorks Pictures

Die Viennale, die heuer von 24. Oktober bis 6. November stattfindet, widmet dem großen amerikanischen Schauspieler und Komiker Will Ferrell ein umfangreiches Film-Tribute. Die gemeinsam mit Will Ferrell getroffene Auswahl aus seinen Arbeiten umfasst einige seiner absoluten Klassiker wie STEP BROTHERS (2008), TALLADEGA NIGHTS: THE BALLAD OF RICKY BOBBY (2006) oder OLD SCHOOL (2002), aber auch weniger Bekanntes wie etwa CASA DE MI PADRE (2012), YOU’RE WELCOME AMERICA. A FINAL NIGHT WITH GEORGE W. BUSH (2009), sowie unter dem Titel SAFETY LAST! eine Auswahl seiner besten Shorts und TV-Sketches. Die Viennale ist das erste Filmfestival weltweit, das dem Ausnahmekünstler Will Ferrell eine längst überfällige Hommage widmet und freut sich, dass Will Ferrell aus diesem Anlass persönlich Gast der diesjährigen Viennale sein wird. Am Mittwoch, den 6. November findet um 17 Uhr im Gartenbaukino eine Galaveranstaltung mit dem Film ANCHORMAN: THE LEGEND OF RON BURGUNDY in Anwesenheit von Will Ferrell statt, gefolgt von einem ausführlichen Bühnengespräch. „Mit Will Ferrell würdigt die Viennale einen der originärsten und intelligentesten Komiker des gegenwärtigen Kinos. Umso größer ist unsere Freude, dass wir Will Ferrell persönlich im Rahmen der diesjährigen Viennale begrüßen können,“ so Viennale-Direktor Hans Hurch.

WELTPREMIEREN BEI DER VIENNALE 2013

NEUE ARBEITEN BEDEUTENDER FILMEMACHER WIE EDGARDO COZARINSKY, GONZALO GARCÍA PELAYO, JEAN-MARIE STRAUB, KLAUS LEMKE UND RUTH BECKERMANN
In diesem Jahr wird es eine besonders reichhaltige und spannende Auswahl an Welturaufführungen und internationalen Premieren geben, darunter Werke einer Reihe von prominenten und international relevanten Regisseuren. Der Argentinier Edgardo Cozarinsky zeigt in Wien erstmalig CARTA A UN PADRE, seinen lang erwarteten Essay über die Geschichte und das Schicksal seines Vaters. Jean-Marie Straub hat dem Festival die Premiere seines neunen Films DIALOGUE D’OMBRES nach einem Text von Georges Bernanos – und zugleich eines der frühsten Projekte seines langen Arbeitslebens – überlassen. Gonzalo García Pelayo, dem die Viennale in diesem Jahr ein Tribute widmet, präsentiert persönlich die Welturaufführung seines ersten Films nach 31 Jahren, ALEGRÍAS DE CÁDIZ, in Wien. Ebenfalls bei der Viennale erstmalig zu sehen ist KEIN GROSSES DING, der neue Film von Klaus Lemke, und die aktuelle Dokumentation von Ruth Beckermann THOSE WHO GO THOSE WHO STAY. Dazu kommen weitere Arbeiten, darunter Filme von Harald Bergmann, Sandro Aguilar oder Luciano Piazza, sowie die internationalen Premieren neuer Werke von Volker Koepp, Raya Martin und Mark Peranson, von Jennifer Reeder, Robert Beavers und Ning Ying. „Die jährlich wachsende Zahl an bedeutenden RegisseurInnen, die der Viennale die Premiere ihrer Arbeiten
anvertrauen, ist für uns ein schöner Hinweis auf die große internationale Wertschätzung und Bedeutung, die dem Festival weltweit entgegengebracht wird“, so Viennale-Direktor Hans Hurch.

Retrospektive 2013

JERRY LEWIS

Bereits mit fünf Jahren stand Jerry Lewis, 1926 als Joseph Levitch und Sohn russisch-jüdischer Eltern geboren, gemeinsam mit seinem Vater, einem Entertainer, erstmals auf einer Bühne. Und als er 1945 auf Dean Martin traf, konnte er auf drei Jahre Erfahrung als eigenständiger Komiker zurückblicken. Lewis und Martin wurden zum Dreamteam der New Yorker Clubs, ab 1949 auch Hollywoods und traten in sechzehn Filmen gemeinsam auf. 1956 trennten sich ihre Wege und Lewis’ Karriere als Regisseur begann. Gleichzeitig hinter und vor der Kamera, und auf beiden Seiten gleich perfektionistisch, schuf er in der Slapstick-Tradition eines Stan Laurel sein eigenes geniales Universum der komisch-desaströsen Tollpatsche, Sissies und sympathisch schüchternen Außenseiter, die vor lauter Bemühen dazuzugehören eine fröhliche Spur der Verwüstung hinterlassen. Seit Beginn der siebziger Jahre machte der «King of Comedy» sich rar als Filmemacher wie als Schauspieler, wurde aber seit seiner Rolle in Scorseses gleichnamigem Film von 1983 endlich auch als Darsteller jenseits des Komikerfachs ernstgenommen. Seine größte Wertschätzung erfuhr Lewis, der wie der Inbegriff des Amerikanischen erscheinen mag, paradoxerweise stets jenseits der USA. Es waren die europäischen Cineasten, vornehmlich in Frankreich, die schon früh in ihm einen der großen Individualisten des Kinos erkannten.

www.viennale.at

Wien, 22. 10. 2013

Alice Munro erhält den Literaturnobelpreis 2013

Oktober 10, 2013 in Buch

VON RUDOLF MOTTINGER

Meisterin der kleinen Form

Alice Munro Bild: Derek Shapton

Alice Munro
Bild: Derek Shapton

Die Schwedische Akademie hat entschieden: Der mit knapp 920.000 Euro dotierte Nobelpreis für Literatur geht heuer an die Kanadierin Alice Munro, der „Meisterin der Erzählungen“.Munro, geborene Alice Ann Laidlaw, kam am 10. Juli 1931 in Wigham, Ontario zur Welt. Sie musste lange warten, bis eine erste Sammlung ihrer Erzählungen publiziert wurde. Ihr Debüt „Dance of the Happy Shades“ („Tanz der seligen Geister“) wurde 1968 von der Kritik begeistert gefeiert und ausgezeichnet. Die heute 82jährige Kanadierin knüpft mit ihren Kurzerzählungen an die angelsächsische Tradition der Short Stories an. Ihre Geschichten sind realitätsnah, abgründig, unsentimental und haben häufig einen offenen Schluss. Bisher sind 14 Erzählbände erschienen. Alice Munro gehört zu den bedeutendsten Autorinnen der Gegenwart und lebt in Ontario und in British Columbia. Über ihren letzten 2012 erschienen, preisgekrönten Band „Dear Life“ (deutsche Übersetzung folgt) sagte sie zwar, dass er ihr letzter gewesen sei, und sie mit dem Schreiben aufhöre, aber es bleibt zu hoffen, dass sie ihre Meinung ändert. Neben dem diesjährigen Literaturnobelpreis erhielt sie u.a. den Canada-Australia Literary Prize (1977), den Commonwealth Writers‘ Prize (1991), den Giller Prize for Fiction (1998 und 2004), den Mann Booker International (2009) und den Trillium Award (2013) für „Dear Life“ (Liebes Leben).

Lesetipps: „Tanz der seligen Geister“ war das Debüt der großen Meisterin der kleinen Form. Die Sammlung erschien im Original 1968 („Dance oft he Happy Shades“) und wurde 2010 erstmals auf Deutsch bei Dörlemann herausgegeben. Bereits hier zeigt sich Alice Munro als präzise, unsentimentale und abgründige Chronistin zeitgenössischen Alltagslebens. Stehen in ihren späteren Büchern Frauen mittleren Alters im Vordergrund, so finden sich in „Tanz der seligen Geister“ vor allem Erzählungen vom Erwachsenwerden.„Runaway“ (dt. „Tricks“, 2006, S. Fischer) sind Geschichten von Frauen und Mädchen, von Bedrohungen, geheimen Sehnsüchten und Leid, von rätselhaften Mustern in vermeintlich unscheinbaren Leben – Geschichten von bestürzender Intensität und Dramatik. Imponierend bekräftigt „Tricks“ Munros legendären Ruf als Meisterin der subtilen Erkundung weiblicher Seelenregungen. Dabei erweist sich das besondere Gespür der Autorin für den geheimen Kern ihrer Figuren, jenen rätselhaft-dunklen Bereich, wo Selbstbetrug und Lebenslügen, gefährliche Illusionen und Tricksereien ihren Ausgang nehmen und wo all jenes seinen Grund in uns hat, das stärker ist als der eigene Wille.Zuviel oder zuwenig: für das Glück gibt es kein Maß, nie trifft man es richtig. Alice Munros Heldinnen und Helden geht es in „Zu viel Glück: Zehn Erzählungen“ (dt. 2011, S. Fischer) nicht anders, aber sie haben das Zuviel und Zuwenig erlebt: Sie kennen die Namen der Bäume, die Last ungeschriebener Briefe. Sie wissen, wie es sich anfühlt, wenn man den Mann, der die gemeinsamen Kinder getötet hat, in der Anstalt besucht.

„Die Liebe einer Frau“ (dt. 2008, S. Fischer) hat das westliche Kanada als Handlungsort, und das Thema ist klassisch für Munro: Geheimnisse, Liebe, Betrug und das ganz normale Leben. Aber wie wir es von dieser Meisterin der Kurzgeschichte bereits kennen, ist der Weg, den sie nimmt, alles andere als normal. Die Titelgeschichte ist eine Erzählung in vier Teilen und beginnt mit dem Ertrinkungstod eines Optikers in einer Kleinstadt. Die Geschichte wird ausgeweitet und befasst sich zuerst mit den Jungen, die die Leiche entdeckt hatten, und dann mit einer boshaften Frau, die im Sterben liegt, und ihrer jungen Pflegeschwester. Ein gründliches und umfassendes Porträt des Kleinstadtlebens mit all seinen Spannungen, Betrügereien und unfreiwilligen Bindungen.In den dreizehn Erzählungen ihres zweiten Erzählbandes „Was ich dir schon immer sagen wollte“ von 1974 (dt. 2012 , Dörlemann) stellt Alice Munro ihre präzise Beobachtungsgabe und den ihr eigenen unprätenziösen Erzählstil, für die sie in unseren Tagen so berühmt ist, unter Beweis. Flirrend zwischen Hoffnung und Liebe, Zorn und Versöhnung suchen die Schwestern, Mütter, Töchter, Tanten, Großmütter und Freundinnen in diesen Geschichten immer neue Wege, ihre Vergangenheit und ihre Gegenwart – und das, was sie von der Zukunft zu wissen glauben – auszusöhnen.

www.fischerverlage.de

www.doerlemann.com

Wien, 10. 10. 2013

Nestroy-Preis 2013: Gala am 4. November

Oktober 10, 2013 in Bühne

Luc Bondy erhält den NESTROY für das Lebenswerk

Luc Bondy Bild: Nestroy-Preis

Luc Bondy
Bild: Nestroy-Preis

Erstmals begibt sich der NESTROY, ausgerichtet vom „Verein Wiener Theaterpreis“ in Zusammenarbeit mit dem „Wiener Bühnenverein“, über den Gürtel hinaus unter ein neues Dach: Die Halle-F der Wiener Stadthalle wird der großzügige Rahmen für den NESTROY 2013. Der NESTROY-Theaterpreis wird  Montag, dem 4. November, zum 14. Mal verliehen. ORF III überträgt live zeitversetzt (20.15 Uhr); die Höhepunkte der Gala werden im „Kulturmontag“ in ORF 2 gesendet.

Den NESTROY für das Lebenswerk hat die Kritikerjury dieses Jahr dem Starregisseur und langjährigen Festwochen-Intendanten Luc Bondy zuerkannt. Mit Elfriede Jelinek als Preisträgerin in der Kategorie „Bestes Stück“ und Friederike Mayröcker für die „Beste deutschsprachige Aufführung“ stehen zwei österreichische Autorinnen auf der NESTROY-Ehrenliste 2013.

Die Nominierungen 2013

„Die Entscheidungsfindung war heuer besonders schwierig“, befand Juryvorsitzende Karin Kathrein:  Sandra Cervik (zweimal) und Christiane von Poelnitz  (zum fünften Mal) sind in der Kategorie „Beste Schauspielerin“ nicht neu. Ihre Konkurrentinnen in dieser Disziplin, Gerti Drassl, Franziska Hackl und Katharina Straßer, besitzen schon jeweils einen NESTROY als „Bester Nachwuchs“. Nicholas Ofczarek und Gert Voss sind NESTROY-Preisträger als „Beste Schauspieler“. Gregor Bloeb, Norman Hacker und Philipp Hochmair sind neu in dieser Kategorie. Der Oberösterreicher Norman Hacker war viele Jahre Star des Grazer Schauspielhauses, bevor er nach Hamburg (Thalia-Theater) und München (Residenztheater) wechselte.  In der Kategorie „Beste Regie“ rittern NESTROY-Preisträger 2008 Michael Thalheimer, (er war 2002 Preisträger der Besten deutschsprachigen Aufführung „Emilia Galotti“ und 2008 „Die Ratten“).der schon mehrfach nominierte Martin Kusej und Georg Schmiedleitner um den begehrten Theaterpreis. Zwei österreichische Autorinnen sind auf der NESTROY-Ehrenliste 2013 zu finden: Elfriede Jelinek steht mit „Schatten(Eurydike sagt)“ als Preisträgerin „Bestes Stück-Autorenpreis“ bereits fest. Das Stück von Friederike Mayröcker „Reise durch die Nacht“ im Schauspiel Köln, ist in der Kategorie „Beste deutschsprachige Aufführung“ nominiert.

Bereits feststehende Jurypreisträger

Für den Bundesländer-NESTROY haben es das Schauspielhaus Graz, das Landestheater Niederösterreich und das Kärntner Theaterprojekt „Wolkenflug“ auf die Short-List gebracht. Eine populäre Spezialkategorie ist der NESTROY-ORF III-Publikumspreis. Dabei stehen folgende zehn Schauspielerinnen und Schauspieler zur Wahl: Maria Bill, Michael Dangl, Stefanie Dvorak, Andrea Eckert, Christine Jirku, Andrea Jonasson, Johannes Krisch, Cornelius Obonya, Nicholas Ofczarek und Florian Teichmeister.
Das Voting für den Publikumsliebling läuft von 11. Oktober bis 1. November auf www.nestroypreis.at

Jurymitglieder NESTROY 2013

Margarete Affenzeller – Der Standard
Thomas Gabler – Kronen Zeitung
Wolfgang Huber-Lang – APA
Eva Maria Klinger
Michaela Mottinger – mottingers-meinung.at
Lothar Schreiner – Bühne

Karin Kathrein – Vorsitzende der Jury

www.nestroypreis.at

Wien, 10. 10. 2013