Arnold Schwarzenegger: Sabotage

April 9, 2014 in Film

VON RUDOLF MOTTINGER

Der Kater lässt das Mausen nicht

Arnold Schwarzenegger und sein Team Bild: © 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

Arnold Schwarzenegger und sein Team
Bild: © 2014 Sony Pictures Releasing GmbH

Was bisher geschah: Mit dem Governorsposten ist’s vorbei, Scheidung, das Grazer Arnold-Schwarzenegger-Stadion heißt jetzt UPC-Arena, skurrile Cowboystiefel-Werbespots, ka Apfelstudl von der Mama mehr. Bleibt: Hollywood. Und das hat für Arnie immer noch einen Platz im Herzen. Bevor er seine Drohungen (?) wahrmachen konnte, den „Terminator“ oder gar „Conan“ zu exhumieren, zeigt sich die steirische Eiche im Thriller „Sabotage“. Und der ist besser, als man glauben sollte. Schwarzenegger gibt den Anführer einer Elite-Einsatztruppe der Anti-Drogen-Behörde DEA, die den gefährlichsten Kartellen der Welt den Kampf angesagt hat. Nachdem die eingeschworene Truppe um Teamchef Wharton (Schwarzenegger) einen riskanten Angriff auf das Geheimversteck eines Kartells ausgeführt hat, erscheint die Mission zunächst erfolgreich beendet – doch dann werden immer mehr Teammitglieder nach und nach auf unerklärliche Weise ausgeschaltet. Während die Verluste weiter steigen, gerät die Loyalität eines jeden unter Verdacht. In weiteren Hauptrollen sind Sam Worthington, Terrence Howard und Olivia Williams zu sehen. Regie führte David Ayer.

„Die Rolle wurde mir auf den Leib geschneidert“, sagt Schwarzenegger im Interview. „Viele Leute, die in einen Arnie-Film gehen, erwarten sich Action bis zum Umfallen. Die gibt es diesmal natürlich auch. Aber sie werden über meinen Part überrascht sein. Ich hoffe, ich kann das Publikum überzeugen.“ Nachsatz des 66-Jährigen: „Ich werde ja schließlich auch nicht jünger.“

Stimmt. Und so sieht man einen Schwarzenegger, wie man ihn noch nie gesehen hat. Mit grauen, schütteren Haaren, die Muskelberge deutlich schlaffer geworden, eine Art Vaterfigur – alleine seine Spitzname „Breacher“ spricht für sich – für seine Einheit. Das Augenzwinkern, mit dem Arnie in vielen Filmen sein Image als Mister Universum, kommentiert hat, ist weg. Es bleibt die Verbitterung und die Ernüchterung eines Mannes, der ein Agentenleben lang nichts gegen die Korruption und die Brutalität der Welt ausrichten konnte. Nie spielte Schwarzenegger realistischer. Auch die Kombination mit der famosen Olivia Williams, die darstellerisch eigentlich in einer anderen Liga spielt, ist reizvoll, zumal die Britin hier eine Frauenfigur verkörpert, die es im Actionkino so sonst eher selten gibt. Der junge Draufgänger ist diesmal – no na – Sam Worthington. Der ist noch ganz frisch aufgepumpt.

Dass natürlich Getöse, Geschieße und blutiges Gedärm (einmal hängt es vom Deckenventilator) nicht fehlen, ist dem Genre zuzuschreiben. Außerdem müssen die Kritiker ja auch was zum Schreiben, heißt: zu kritisieren haben. Aber wir lernen: Auch Arnie zwickt das Zipperlein. Auch Arnie ist nur ein Normalsterblicher. Und das ist mehr als Österreich, vor allem die Steiermark, bisher angenommen hat.

www.sabotage-derfilm.de

www.sabotagethefilm.com

Trailer: www.youtube.com/watch?v=5hWzVh-NTOw

Wien, 9. 10. 2014