Bregenzer Theater Kosmos: Am Beispiel der Butter

April 3, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Butter und Schmalz, Gott erhalt’s!

Butter CurlsDass ausgerechnet ein Autor namens Ferdinand Schmalz ein Stück „Butter“ schreibt, soll hier nicht als Scherz herhalten. Bestenfalls als Bonmot. Mit „Am Beispiel der Butter“ hat der Grazer Autor den renommierten Retzhofer Dramapreis 2013 gewonnen. Gerade wurde sein Stück für die renommierten Mülheimer Theatertage 2014 nominiert. Das Theater Kosmos konnte „Am Beispiel der Butter“ für die österreichische Erstaufführung nach Bregenz holen und zeigt es ab 10. April.

Schauplatz der Handlung ist eine Butterfabrik in ländlicher Umgebung. Dass es da aber Dorfbewohner gibt, die die Strukturen und die Idylle zwischen Molkerei, Bahnhofskneipe und Hobbykeller stören, kann nicht akzeptiert werden. Der Adi ist einer, der gegen die Spielregeln verstößt. Seine Mitarbeiterration an Joghurt verteilt er an Passanten, füttert sie mit dem milchigen Weiß. Deshalb nennen sie ihn auch den „Futterer-Adi“.  Dem Hans von der Staatsgewalt ist er ein Dorn im Auge und der Stielaugen-Jenny behagt es nicht, die Dorfidylle getrübt zu sehen. Der Adi ist einer, der die Strukturen stört. Und Karina, die junge Neue in der Butterfabrik, fühlt sich auch noch wohl an seiner Seite. Zwischen Molkerei, Kneipe und Hobbykeller beobachtet und bestraft man die, die sich dem normierten Raum der Dorfgesellschaft widersetzen. Sie müssen weg.Und dass die Butter dabei eine große Rolle spielt, kann bereits verraten werden. Regie wird Stephan Kasimir führen, kongenial ergänzt durch die Ausstattung von Caro Stark und das Licht von Markus Holdermann. In die Rolle des Dorfgendarmen wird Hubert Dragaschnig schlüpfen, in den weiteren Rollen werden Anwar Kashlan, Chris Mancin, Martina Spitzer und Tina Winkler zu sehen sein.

„Bin eine leere Tafel innen. nur eins ist da in mir, das sich nicht rausspülen lässt, egal wie scharf die Flüssigkeit. Was sich von selber immer wieder in die Tafel schreibt, oder besser kratzt: ein Wunsch. ein Wunsch danach, einmal was Eigenes zu finden. eine Entscheidung, Teilung, Teilhabe, selbst zu treffen. Was Neues in dem leeren Innenraum von mir wuchern zu lassen. Was außerhalb der eingefahrenen Gedankenströme, die mich als einen Teil des Ganzen sehen wollen, seine eigene kleine, überwucherte Insel bildet.“

www.theaterkosmos.at

Wien, 3. 4. 2014