Theater zum Fürchten in der Wiener Scala

Februar 8, 2013 in Bühne

Georg Kusztrich als Selbstmörder, Michael Reiter als Nachbar (o.).

Hausherr Bruno Max inszenierte im Wiener Theater Scala Erdmans „Der Selbstmörder“.Eine brillante Satire

Die Geschichte zur Geschichte geht so: Sowjetdramatiker Nicolai Erdmann schrieb 1929 das Stück „Der Selbstmörder“. Meyerhold und Stanislawski ritterten um die Uraufführung. Was bald wurscht war, weil die Satire aufs System verboten wurde. Erdman verschwand für zehn Jahre in Sibirien …
Nun zeigt Bruno Max die Tragikomödie mit seinem Theater zum Fürchten in der Scala. Eine großartige Inszenierung, geprägt vom bekannt g’feanzten Schmäh des Hausherrn. Auf schräger Bühne lässt er die schräge Handlung ablaufen:
Semjon will per Pistole Selbstmord begehen. Er ist seit einem Jahr arbeitslos. Der Nachbar, der erst noch retten will, erkennt in Semjon eine Einnahmequelle. Für die Intelligenzija, die Religion, den Fleischhandel, für verzweifelt Verliebte soll er sich zum Symbol machen – und dies mittels Abschiedsbrief belegen. Der Nachbar casht ab, Semjon wird ob der Aufmerksamkeit zum Wichtigtuer. Ein tolles Ensemble, allen voran Georg Kusztrich und Michael Reiter, spielt, bis dem Publikum vor Lachen das Zwerchfell birst. Einer muss ja schließlich sterben…