Theater der Jugend: Der Hund der Baskervilles

Januar 8, 2014 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Gruseln mit dem Geisterkläffer

„Wenn du das Unmögliche ausgeschlossen hast, dann ist das, was übrig bleibt, die Wahrheit, wie unwahrscheinlich sie auch ist.“ Arthur Conan Doyle. Der Hund der Baskervilles.

Bild: Rita Newman

Bild: Rita Newman

Am 14. Jänner wird im Theater der Jugend (Spielstätte: Theater im Zentrum) die Bühnenadaption von Arthur Conan Doyles Sherlock-Holmes-Roman „Der Hund der Baskervilles“ uraufgeführt: Eine Leiche wird im Dartmoor gefunden. Keine Spur von Gewaltanwendung, aber das Gesicht entsetzlich verzerrt – vor Todesangst, so sagt man … Das Opfer: Sir Charles Baskerville. Schon bald vermutet man in der Gegend, dass es der „Fluch des Hundes“ war, der auf den Baskervilles lastet. Eine schrecklich geisterhafte Bestie habe im Jahre 1648 den ruchlosen Hugo Baskerville getötet und suche seither seine Nachkommen in ihr Verderben zu hetzen. Kein Fall, den Sherlock Holmes als würdig erachtet. Er schickt lieber seinen Gehilfen Dr. Watson nach Devonshire zu den Baskervilles. Und Dr. Watson will beweisen, dass auch er durchaus über die Qualitäten eines Superdetektivs verfügt. Kaum im Moor, versinkt er jedoch fast auf Nimmerwiedersehen, und erfährt zudem, dass im benachbarten Zuchthaus ein verrückter Serienkiller ausgebrochen ist. Er macht Entdeckungen, deren Rätsel er nicht zu entwirren weiß. Bald raucht ihm der Schädel. Den eigenen Schatten überspringen – und Sherlock Holmes um Hilfe bitten?

Der dritte Sherlock Holmes-Roman gilt als der beste von Sir Arthur Conan Doyle. Doyle, zu seiner Zeit einer der höchstbezahlten Schriftsteller der Welt, ließ seinen berühmten Detektiv und dessen etwas tölpelhaften Gehilfen im „Beeton Christmas Annual“ erstmals das Licht der Welt erblicken. Er wurde seiner literarischen Figur jedoch bald überdrüssig und ließ den Detektiv in einer Erzählung einen Wasserfall hinabstürzen. Ein Proteststurm seiner Leserschaft zeigte keine Folgen. Jahre später, von einer Legende um einen schauerlichen Geisterhund im Dartmoor zu einem Roman inspiriert, griff er während des Schreibens auf seine Figur Sherlock Holmes zurück, obwohl er die Reihe für beendet erklärt hatte. Die Legende erzählte ihm der Journalist und Schriftsteller Bertram Fletcher Robinson, eine Gruselgeschichte über Richard Capel von Brooke Manor. Capel war ein reicher Landbesitzer in Devon, der berüchtigt dafür war, die Töchter seiner Pächter zu entführen und zu vergewaltigen. Der Überlieferung nach wurde Capel 1677 im Buckfastleigh-Moor von einem Rudel dämonischer Hunde zu Tode gehetzt. Doyle reiste nach Dartmoor, um ein wenig der realen Atmosphäre mit in das Buch aufnehmen zu können. Sein Kutscher hieß Harry Baskerville … Veröffentlicht wurde der Krimi 1901/02 als Fortsetungsroman im Strand Magazin.

Am Theater der Jugend setzt Michael Schachermaier den schaurig schönen Stoff in Szene. Es spielen Uwe Achilles, Frank Engelhardt, Clemens Matzka und Christian Pfütze. Die Fassung ist von TdJ-Chef Thomas Birkmeir. Empfohlen ab 13 Jahren.

www.tdj.at

Wien, 8. 1. 2014