Salzburger Festspiele: „Romeo und Julia“

August 22, 2013 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Der YDP-Gewinner ist Mokhallad Rasem

YDP III • Romeo und Julia: Gilda De Bal, Eleanor Campell, José Paulo dos Santos, Vic De Wachter, Mona Staut Bild:© Wolfgang Kirchner

YDP III • Romeo und Julia: Gilda De Bal, Eleanor Campell, José Paulo dos Santos, Vic De Wachter, Mona Staut
Bild:© Wolfgang Kirchner

Bereits zum zwölften Mal fand dieses Jahr im Rahmen der Salzburger Festspiele 2013 das MONTBLANC & SALZBURG FESTIVAL YOUNG DIRECTORS PROJECT statt. Sven-Eric Bechtolf, Leiter des Schauspiels, hatte für den diesjährigen Wettbewerb vier junge RegisseurInnen aus Großbritannien, Deutschland, Irak und Tschechien gewählt. Die Jury bestehend aus Dr. Helga Rabl-Stadler (Präsidentin der Salzburger Festspiele), Thaddaeus Ropac (Galerie Ropac), Brigitte Hobmeier (Schauspielerin), Ulrich Khuon (Intendant) und Michael Köhlmeier (Autor) vergab den MONTBLANC YOUNG DIRECTORS AWARD 2013 für die beste Regieleistung an Mokhallad Rasem.

Der irakische Regisseur erhielt die Auszeichnung für seine Interpretation von Romeo und Julia nach Shakespeare mit Schauspielern und Tänzern des Toneelhuis Antwerpen, der ein zerbombtes Autowrack als Ausgangspunkt für eine theatralische Meditation über die Liebe und ihre Gefährdung durch die Welt und die Liebenden selbst dient. Drei Generationen von Darstellern verbinden darin Schauspiel, Tanz und Dichtung zu einer assoziativreichen Inszenierung. Die Jurybegründung, verfasst von Michael Köhlmeier: “ Dass Liebe und Hass in einer Beziehung nicht nur nebeneinander existieren, sondern mitunter in einer einzigen Regung, einem Blick, einem Wort gleichzeitig wirksam sein können, ja dass sie einander brauchen, dass die stärksten aller Gefühle aufeinander angewiesen sind, wenn zwei Menschen gegen eine Welt des Schreckens bestehen wollen – an diese Einsicht führt uns der irakisch-belgische Regisseur Mokhallad Rasem heran. Er nennt sein Stück Romeo und Julia. Nicht dass wir den Titel auf Anhieb verstanden hätten – aber nicht alles „auf Anhieb“ stellt zufrieden. Das Stück erzählt, wovor sich Shakespeare gedrückt hat. Das hat, finden wir, Ambition! Manchmal lesen wir ein Buch oder hören ein Musikstück und betrachten ein Gemälde oder sehen uns ein Theaterstück an, und plötzlich fühlen wir den Blick des Autors, des Komponisten, des Malers, des Regisseurs auf uns gerichtet – ich korrigiere mich: auf mich gerichtet. Nicht auf den neben mir. Auf mich. Das sind magische Augenblicke. So etwas vermag nur Kunst. Hinterher sagen wir: Das Werk hat uns „berührt“. Wir sind verlegen und verwenden diese Floskel, um den Schmerz zu verharmlosen, der uns angetan wurde.In dem Stück, das die Jury ausgewählt hat, gab es solche Momente. Es tut uns weh, plötzlich zu erkennen, dass wir ausgerechnet den Menschen am meisten lieben, den wir am meisten hassen. Wir wollen weinen und wollen uns freuen. Und sind – berührt.“

Der MONTBLANC YOUNG DIRECTORS AWARD ist mit einem Preisgeld in Höhe von € 10.000,- sowie dem exklusiv für diesen Anlass entworfenen Montblanc Mozart Pen dotiert.

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Salzburg, 22. 8. 2013