Jüdisches Museum Wien: Love me Kosher

Juni 19, 2022 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine Ausstellung auch anlässlich des Pride Month

Chassidim in Love, 2018. Bild: © Benyamin Reich

Das Jüdische Museum Wien zeigt ab 22. Juni die Ausstellung „Love me Kosher“. Im Judentum nehmen Liebe und Sexualität anders als in anderen Religionen einen hohen Stellenwert ein. Dass der Anfang des Lebens eine zwischenmenschliche Beziehung voraussetzt, proklamiert schon die Tora: „Gott segnete Adam und Eva und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret Euch und erfüllet die Erde.“

Sexualität ist somit ein natürlicher Bestandteil des Lebens. Dass beide Partner dabei Glücksgefühle empfinden, gilt als Pflicht. Die jüdischen Schriften sehen im erfüllten Sexualleben eine Voraussetzung für eine glückliche Ehe.

Venus As A Boy, 2007. Bild: © Benyamin Reich

Die Ausstellung befasst sich ausgehend vom paradiesischen Zustand nach der Erschaffung der Welt. Über die Betrachtung von Liebe und Sexualität im Tanach, die Rolle der Schadchan, heißt: Heiratsvermittler, bis hin zu Soziologin und Sexualtherapeutin Ruth Westheimer mit den Diskussionen im modernen Judentum zu Partnerschaft und LGBTIQ-Themen. „Love Me Kosher“ präsentiert mittels spannender Objekte aus den Sammlungen des Jüdischen Museums Wien und Leihgaben verschiedener nationaler und internationaler Institutionen Einblicke in eine sinnliche und beglückende Welt. Die Schau ist kuratiert von Direktorin Danielle Spera, Daniela Pscheiden und Julia Windegger.

Zu sehen bis 13. November.

www.jmw.at

19. 6. 2022

Kibbutz Klub. Bild: © Gregor Hofbauer

Abby Stein, 2017. Bild: © B. Reich

Mikwe I, 2002. Bild: © Benyamin Reich

Plakat, Weltliga für Sexualreform Kongress in Wien, 1930. © ÖNB

Reproduktion eines Reklameblattes der Firma Schering für Progynon. Weibliches Cyklushormon nach Prof. Steinach, Wien. © Jüdisches Museum Wien

Mikwe, Bedikah, Fleischmarkt, Wien, 2017*. Bild: © Ouriel Morgensztern

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

* Die Mikwe ist das traditionelle Tauchbad, das nicht zur täglichen, sondern zur spirituellen Reinigung gedacht ist. Verheiratete Frauen, die streng nach Vorschrift der Tora leben, suchen die Mikwe nach jeder Menstruation und nach jeder Entbindung auf, um sich nach den blutenden Tagen reinzuwaschen. Denn während eine Frau blutet, ist sie Nidda – sie ist unrein und muss sich von ihrem Mann abgrenzen. Nidda bedeutet wörtlich übersetzt Abgrenzung. Eine Bedikah ist ein Baumwolltuch, mit dem die Frau mittels selbst durchgeführtem Einführen in den Vaginalkanal überprüft, ob sie noch oder schon blutet – dazu ist sie an Tagen, an denen ihre Periode vorherzusehen ist, verpflichtet.