ImPulsTanz 2021: Die Highlights der ersten Festivaltage

Juli 15, 2021 in Klassik

VON MICHAELA MOTTINGER

Tanz, Performance und eine Hommage an Ismael Ivo

Dieter Blum: Erinnerungen an Ismael Ivo. Bild: © Dieter Blum

Ab heute versammeln sich wieder Tausende Tanzlustige aus aller Welt in Wien, um die großen Choreografinnen und Choreografen dieser Zeit auf den Bühnen zu sehen, mit ihnen in den Studios des Wiener Arsenal zu tanzen, Newcomerinnen und Newcomer zu entdecken, neue Formate zu erleben sowie Konzerten in der Festival Lounge zu lauschen. Bis 15. August heißt es: tanzen und tanzen lassen.

Um 20 Uhr eröffnet Alexandra Bachzetsis im Odeon das PerformanceProgramm. Dabei bringt sie scheinbar Gegensätzliches zusammen Rembetiko und Wrestling, Liebe und Krieg und lässt Popkultur und Mode mit Performance und Tanz verschmelzen. Ihr „Private Song“ ist ein weiteres Mal am 17. Juli zu sehen.

Am Eröffnungstag, ab 19 Uhr, findet ebenfalls im Odeon die Vernissage von Dieter Blums Erinnerungen an Ismael Ivo statt. Diese ist im Weiteren an allen Spieltagen im Odeon von 16.30 bis 18.30 Uhr bei freiem Eintritt zu besuchen. Den ersten Festivaltag beschließt ein Konzert von Soulund R’n’BÜberflieger Lou Asril, der zuletzt mit Conchita Wurst „Lovemachine“ veröffentlichte, in der ImPulsTanz Festival Lounge im Kursalon im Stadtpark.

Ins Wochenende und in die [8:tension] Young Choreographers’ Series startet Sophia Rodríguez am Freitag, dem 16. Juli im Schauspielhaus mit ihrer im wahrsten Sinne des Wortes haarsträubenden Performance „Ostentation Project“. Im Anschluss daran holt Trajal Harrell im Akademietheater Tennessee Williams’ Maggie auf den Catwalk. Beide Stücke werden am 18. Juli ein zweites Mal gezeigt.

Der Samstag, der 17. Juli steht ganz im Zeichen von zwei Weltpremieren. Uraufgeführt werden Ian Kalers „POINTS OF DEPARTURE Hyphen“ mit einem Falken auf dem Arm, einer ComingofAgeStory und jede Menge Tanzim WUK (zweite Vorstellung am 19. Juli) und Meg Stuarts „CASCADE“ im Volkstheater ein freier Fall in die sich auflösende Zeit mit einem Bühnenbild von Philippe Quesne zur Musik von Brendan Dougherty (erneut ebenfalls am 19. Juli).Ein Happy End beschert anschließend in der ImPulsTanz Festival Lounge die PornPopBand Maraskino mit Frontsänger Julian Hruza von Julian & der Fux.

Mit den „impressions’21″ starten am Sonntag, dem 18. Juli vier Wochen buntes WorkshopTreiben im Arsenal (mehr dazu: www.mottingers-meinung.at/?p=462339). In der Opening Lecture zeigen ausgewählte Dozentinnen und Dozenten, was in den kommenden 190 Kursen auf die Tänzerinnen und Tänzer zukommt, sowohl verbal als auch tänzerisch nd bei freiem Eintritt. Im Anschluss darf man sich auf die einmalige Vorführung von Trajal Harrells Film „Friend of a Friend“ im mumok kino freuen.

Trajal Harrell: Maggie The Cat. Bild: © Tristram Kenton

Meg Stuart / Damaged Goods. Bild: © Martin Argyroglo

Alexandra Bachzetsis: Private Song. Bild: © Mathias Voelzke

Sophia Rodríguez:. Bild: © Leontien Allemeersch

Aber das ist noch nicht alles: Trajal Harrell wird am Montag, dem 19. Juli gleich zwei Mal sein berührendes Solo „Dancer of the Year“ im Odeon präsentieren, dessen Ausgangspunkt seine Auszeichnung zum Tänzer des Jahres 2018 war. Dazwischen und erneut am 21. Juli ist die zweite der insgesamt neun Produktionen der [8:tension] Young Choreographers’ Series zu sehen: Mit „Everything I don’t know, I’ve stolen“ präsentiert Petar Sarjanović im Kasino am Schwarzenbergplatz eine spielerische Entdeckungsreise durch sein persönliches Kunstarchiv.

Am Dienstag, dem 20. Juli und am Donnerstag, dem 22. Juli ist Choreograf Guilherme Botelho mit dem ersten von zwei Stücken im Akademietheater zu Gast. In „Sideways Rain“ tanzt seine 15köpfige Compagnie Alia sein eindrucksvolles Gleichnis zum Verlauf des Lebens. Thematisch schließt er ebendort am Mittwoch, dem 21. Juli mit der Gruppenchoreografie „Normal.“ an, in dersieben Tänzerinnen und Tänzer ein fulminantes Spiel mit der Schwerkraft treiben. Darüber hinaus hält der 21. Juli drei weitere österreichische Erstaufführungen bereit, mit musikalischer Note: vom französischen Impressionismus bis zum Berliner Rave.

Die Choreografin Lisbeth Gruwez und die Pianistin Claire Chevallier haben sich zusammengetan, um Claude Debussys Klavierwerke in Tanz zu übersetzen und präsentieren dies im MuTh (zweiteVorstellung am 23. Juli). Im Odeon bringt BerghainDJ Fiedel den passenden Sound zu Frédéric Gies’ Choreografie, die er für die schwedische, generationenübergreifende Weld Company entwickelte. „Tribute“ ist weiters am 22. Juli in einer Zusatzvorstellung sowie ein letztes Mal am 23. Juli zu sehen. Und im ersten Teil seiner UGLYTrilogie performt Raja Feather Kelly im Schauspielhaus quer über alle Facetten der Popmusik, von The Beatles über Missy Elliott und Beyoncé bis hin zu RuPaul. Sein „(Black Queer Zoo)“ ist erneut am 23. Juli zu besuchen.

www.impulstanz.com          Trailer: www.youtube.com/watch?v=R75Lo0Ejszk

15. 7. 2021