Art Carnuntum: Constantina Bordin wird Intendantin

April 1, 2021 in Bühne

VON MICHAELA MOTTINGER

Eine Expertin in den Fußstapfen ihres Vaters

Constantina Bordin plant die weitere Zusammenarbeit mit Shakespeare’s Globe Theatre London, das 2019 mit „Comedy of Errors“ gastierte. Bild: Marc Brenner

Nach dem Tod von Piero Bordin, Gründer und Intendant von Art Carnuntum (www.mottingers-meinung.at/?p=44986), wird seine Tochter Constantina Bordin Leiterin des international renommierten Welttheaterfestivals. „Die Übernahme findet diesen Sommer statt“, teilte die 24-Jährige, die bereits viele Jahre aktiv am Festival mitgewirkt hat, der APA mit. Mit dem Londoner Globe Theatre soll weiter kooperiert werden, kündigt sie an.

„Nicht nur hat mich mein Vater an all seinen künstlerischen sowie historischen Aktivitäten und Projekten teilhaben lassen, sondern mich von Anfang an unter seine Fittiche genommen, um mich für die Leitung des Welttheaterfestivals perfekt auszubilden“, betont Constantina Bordin. Sie hat die Studien Philosophie, Byzantinistik und Neogräzistik – historisches und philologisches Studium der Griechischen Sprache: Alt-, Mittel- und Neugriechisch – absolviert und internationale Erfahrungen, etwa beim Theaterregisseur und -methodiker Theodoros Terzopoulos, gesammelt. Mit Terzopoulos, Experte des antiken Theaters, arbeitete sie zuletzt im Sommer 2020 in Athen zusammen.

Constantina Bordin. Bild: © Star Foto/privat

„Ich habe somit nicht nur das Privileg, vom Intendanten Piero Bordin persönlich auf die Nachfolge des Theaterfestivals vorbereitet worden zu sein, sondern auch im Anschluss meiner Studien sowohl an der Universität Wien als auch auf internationaler Ebene Erfahrungen zu sammeln sowie wissenschaftliche Beiträge zu leisten“, so Constantina Bordin. Zusätzlich stehe sie seit Jahren in Kontakt mit der internationalen Theaterwelt wie mit dem La MaMa Theater New York oder dem Shakespeare’s Globe Theatre London.

Art Carnuntum wurde 1989 gegründet und hält in Theater-Aufführungen und Symposien im Amphitheater Petronell-Carnuntum und in Schloss Hof einerseits die Erinnerung an die kulturhistorisch bedeutsame Stätte hoch, wo am 11. November 308 unter der Leitung von Diokletian die sogenannte

Kaiserkonferenz stattfand, bei der die Machtverhältnisse im Römischen Reich neu aufgeteilt wurden, und führt andererseits mit Aufführungen aus allen Weltteilen die Theatertradition der Antike fort. Prominente Theatermacher und -gruppen kommen immer wieder gerne nach Carnuntum. Tony Harrison, Sir Peter Hall, Michael Cacoyannis, Peter Brook, Gerárd Depardieu, Hansgünther Heyme, Peter Stein, Ellen Stewart, Tadashi Suzuki, Salvador Tavora, Theodoros Terzopoulos oder Robert Wilson waren bereits im Amphitheater zu Gast.

Sternstunden waren bis dato unter anderem der „Pylade“ aus New York, (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=21209), „The Taming of the Shrew“ aus London (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=29244) oder „Thyestes“ aus Ljubljana (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=25396), unvergesslich auch das von Bordin geschriebene und ausgeklügelte Spektakel „The Summit/Der Gipfel“. (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=25528). In Zeiten von Corona streamte Bordin zuletzt direkt aus Shakespeare’s Globe.

www.artcarnuntum.at

  1. 4. 2021