Jazz Fest Wien 2013

Juni 5, 2013 in Tipps

Bei Bryan Ferry bebt die Staatsoper

Bleiben die Temperaturen noch länger so winterlich, wird’s umso mehr Zeit für heiße Musik: Von 17. Juni bis 10. Juli steigt in Wien wieder das Jazz Fest. Traditionell an diversen Spielorten. Hier ein einige Highlights:

Das Eröffnungskonzert bestreitet  am 17. Juni in der Stadthalle Vokalakrobat Bobby McFerrin, ein gern und oft erlebter Gast des Jazz Fest Wien, mit seinem Gospel- und Spiritual-Programm „Spirit You All“, das daran erinnert, dass beim Jazz Geist und Genießen eine vollkommene Einheit bilden sollen. Wie weltumspannend diese Idee ist, werden der italienische Pianist, Sänger und Altmeister des jazzinspirierten italienischen Liedguts Paolo Conte mit seinem Konzert am 24. Juni und der deutsche, durchaus als Jazz-Musiker ernst zu nehmende Komiker Helge Schneider mit seinem Gast Scott Hamilton am 27. Juni  zu Gehör bringen.

Bryan Ferry

Bryan Ferry

Weiter geht es am 1. Juli in der Wiener Staatsoper. Bryan Ferry, mit Blues und Jazz großgeworden und mit Glamrock in den Pop-Olymp aufgestiegen, findet altersweise zum Jazz zurück. Seine betörend sinnlichen Flirts mit Verlangen und Enttäuschung wird der nun zum zweiten Mal auf dem Jazz Fest auftretende Brite gehörig zelebrieren, solo am Klavier, mit Orchester und mit Standards aus dem Great American Songbook und den Hits seiner Karriere. Leisere Töne werden von der in Wien bestens bekannten norwegischen Sängerin Rebekka Bakken am 4. Juli angeschlagen. Am 6. Juli spielt die Jazz-Legende George Benson in der Wiener Staatsoper, und sein samtweich groovendes Gitarrenspiel eröffnet gleichzeitig die Funk- und Soul-Schiene des Festivals und lenkt die Aufmerksamkeit auf die Kunst des Gitarrenspiels. Er und Bonnie Raitt, der Auftritt des amerikanischen Bluesrockgitarristen Robben Ford am 9. Juli im Arkadenhof des Rathauses, das Konzert des Fusion-Gitarristen Mike Stern, der zusammen mit Victor Wooten am 1. und 2. Juli im Porgy & Bess auftritt, das dortige Aufspielen der ungarischen, klassisch ausgebildeten Gitarristin Zsofia Boros am 6. Juli, die Auftritte des Rockjazz-Gitarristen Richie Kotzen am 29. Juli im Reigen und der von Harri Stojka auf der Bühne vor dem Rathaus, sie alle verleihen in diesem Jahr dem Gitarrenspiel eine gewichtige Bedeutung.

Die Blues-Soul-Funk-Jazz-Schiene des Programms wird mit dem Doppelkonzert von Randy Crawford, Joe Sample und der Newcomerin China Moses am 7. Juli in der Staatsoper ebenso fortgeführt wie mit dem Auftritt von Bluessänger John Lee Hooker Jr. im Reigen (3. Juli) und dem in der Fernwärme abgehaltenen Freiluftkonzert. Am 29. Juni wird dort Marlon Roudette, der mit Mattafix den Nummer–Eins-Hit „Big City Life“ einspielte, auftreten, davor Martha High, afroamerikanische Sängerin mit Gospel- und Soulhintergrund bei James Brown, dem Publikum mit klassischen Soul einheizen. Eric Burdon, der mit seinem aktuellen Album ‚Til Your River Druns Dry‘ gerade von der Kritik gefeiert wird, gibt sich am 10. Juli im Arkadenhof des Rathauses die Ehre. Der Auftritt des legendären längst siebzigjährigen Rock- und Bluesshouters ist die wahre Sensation des diesjährigen Jazz Fest. Mehr unter:

www.viennajazz.org

Von Rudolf Mottinger

Wien, 5. 6. 2013