Theater Nestroyhof Hamakom: Sam’s Bar geht online

November 24, 2020 in Tipps

VON MICHAELA MOTTINGER

Konzerte, Performances und „Alles ist. Hin?“ als Film

Sam’s Bar. Bild: © Nick Mangafas

Wegen der neuesten #Corona-Bestimmungen musste das Theater Nestroyhof Hamakom erneut schließen. Dennoch soll die besondere Tradition von Sam’s Bar bestehen bleiben. Seit Dezember 2013 zelebriert das Hamakom die Etablissement-Tradition des von Oskar Marmorek erbauten Nestroyhofs und verwandelt sich auch dieses Jahr von 5. bis 19. Dezember in die mittlerweile berühmte Lounge. Mit dem Unterschied, dass das Publikum das von Ingrid

Lang und Patrick Rothkegel kuratierte Geschehen heuer als Stream auf der Hamakom-Homepage sehen wird. Bei Kartenreservierung wird ein Link via Mail zugesandt, über den das gewünschte Programm zur regulären Beginnzeit abrufbar ist. Die Streams stehen kostenlos zur Verfügung, Spenden fürs Patschenkino sind allerdings sehr willkommen. Ebenso der Applaus, mit dem man den Künstlerinnen und Künstlern diesmal eben schriftlich danken kann.

Auf dem Spielplan stehen unter dem Titel „positiv“ Improvisationskunst von Otto Lechner am 5. Dezember, Chanukka mit Elias Meiri und den Yiddish Maidels am 10. Dezember – Meiri, Opernsängerin Shira Karmon und Jazz-Mezzosopranistin Clara Montocchio beleben mit „Songs in Yiddish“ die Wiener jüdische Tradition von Klezmer bis Jazz, die schönen und gescheiten Lieder von Anna Mabo am 12. Dezember, Stefan Sterzinger III mit „Leise im Kreise“, vertonten Gedichten der großartigen Elfriede Gerstl am 17. Dezember, sowie am 19. Dezember Peter Ponger am Piano.

Elias Meiri und die Yiddish Maidels. Bild: © Jonathan Meiri

Otto Lechner. Bild: © Klaus Tauber

Von der Theater- zur Filmpremiere wurde „Alles ist. Hin?“ am 9. Dezember verändert. Darin dreht sich alles um die Figur des Augustin. Marx Augustin, so ein sich hartnäckig haltender Wiener Mythos, schlief während der letzten großen Pestepidemie im 17. Jahrhundert in der Gosse seinen Rausch aus – frustriert darüber, dass er wegen der geltenden Verordnungen nirgends mehr musizieren durfte. In der Nacht wurde Augustin von Pestknechten der Stadt für tot befunden und in eine Pestgrube geworfen. Am nächsten Tag wachte er zwar verkatert, aber ansonsten guter Dinge auf und schrieb seinen Gassenhauer vom lieben Augustin, darüber, auch in Zeiten der allergrößten Not nicht den Humor zu verlieren.

In diversen und mannigfaltigen Gestalten lässt das Theater Nestroyhof Hamakom den Augustin wieder auferstehen. Miroslava Svolikova, Gustav Ernst und Peter Ahorner werden eigens Texte für diesen Film schreiben. Für Musik sorgen der Musiker Karl Stirner mit seiner Zither, die vielseitige Singer-Songwriterin und Akkordeonistin Alicia Edelweiss und Special Guest Voodoo Jürgens. Gemeinsam mit dem Regisseur Hannes Starz und der Kamerafrau Marianne Borowiec wird nun kurzerhand jener Film produziert, der bis 18. Dezember an den jeweiligen Spieltagen auf der Webseite des Theaters abrufbar sein wird. Beginn ist jeweils um 20 Uhr.

www.hamakom.at/online           www.hamakom.at

  1. 11. 2020