Forum Frohner: Neue Ausstellung

Mai 17, 2013 in Ausstellung

„Der größte Mugl meiner Kindheit“

Ab 18. Mai sind im Forum Frohner und im Kunstraum Stein zwei neue Ausstellungen zu sehen:

Adolf Frohner: Vier Jahreszeiten: Regen auf die Frauenwelt, 1985 © Land Niederösterreich, Landessammlungen Niederösterreich, 2013 Foto: Christoph Fuchs

Adolf Frohner: Vier Jahreszeiten: Regen auf die Frauenwelt, 1985
© Land Niederösterreich, Landessammlungen Niederösterreich, 2013
Foto: Christoph Fuchs

Adolf Frohner. Psycholandschaften
Der Mensch bildet das zentrale Motiv im Schaffen Adolf Frohners (1934–2007) und begründet seine Position in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Dass Frohner sich auch kontinuierlich mit dem Thema „Natur“ auseinandersetzte, ist jedoch weniger bekannt. Schon während der ersten Arbeitsphase in den 1950er-Jahren taucht das Motiv auf und entwickelt sich in der Folge parallel zu Frohners Variationen des Figürlichen. Bereits in den 1960er-Jahren findet Frohner eine radikale Interpretation der Thematik. In den 1980er-Jahren wandelt sich Frohners Interpretation der Natur. „Die Ahnung“ oder „Psycholandschaft“ zeigen die Landschaft als bedrohliche Projektionsfläche menschlicher Vorstellungen und gehören zu den expressiven Höhepunkten der Naturdarstellungen des 20. Jahrhunderts. Auffallend ist die Wahl des großen Formats. „Der größte Mugl meiner Kindheit“ zählt zu den monumentalen Werken Frohners und eröffnet vielfältige Assoziationen. Landschaftliches und Gegenständliches verschmelzen bei der Arbeit inhaltlich wie formal. Gerade das Motiv der Natur bietet Frohner eine Möglichkeit zum Experiment und erschließt damit einen neuen Aspekt in seinem Schaffen.

Raffael Rheinsberg. Die Seele der Dinge
Der deutsche Objekt- und Installationskünstler Raffael Rheinsberg (* 1943) arbeitet als Spurensicherer mit den Gedächtnispotenzialen, die in physische Materialien eingeschrieben sind. Als feinsinniger und analytischer Beobachter geht er durch die Welt und sammelt nach einer ihm eigenen Systematik Relikte, die Zeugnis ablegen von Geschichte und Geschichten vergangener Zeiten. Meist sind es kleine, unbedeutende, übersehene oder „aufgegebene“ Fundstücke und Gegenstände aus der Alltags- oder Arbeitswelt, denen er in seinen oftmals raumgreifenden Installationen eine Bühne bietet und zu neuem „Sprechen“ verhilft. Rheinsberg agiert in der Überzeugung, dass jedes noch so unscheinbare, vermeintlich nicht erinnerungswürdige Ding über eine Speicherkapazität bzw. ein Arsenal von Erinnerungen verfügt und damit einen Symbolwert besitzt. Die Umgebung von Krems und Stein wird dergestalt zum Territorium für Rheinsbergs Erinnerungskulturprojekt.

www.kunsthalle.at

Von Rudolf Mottinger

Wien, 17. 5. 2013