Schallaburg: Donau – Menschen, Schätze & Kulturen

Mai 27, 2020 in Ausstellung

VON MICHAELA MOTTINGER

Ab 1. Juni rauschen endlich wieder die Wellen

Flussgott, Danuvius, Kopie, römische Kaiserzeit, Fundort: Carnuntum, 3. Jhdt. © Landessammlungen NÖ, Archäologischer Park Carnuntum

Ab 1. Juni lädt die Ausstellung „Donau – Menschen, Schätze & Kulturen“ zu einer inspirierenden Reise flussaufwärts: Vom Schwarzen Meer durch die engen Felsschluchten des Eisernen Tors, vorbei an den Ebenen Ungarns durch die Wachau bis auf die Schallaburg. Vor Millionen Jahren begann sich die Donau ihren Weg zu bahnen –  mit ihren rund 2.800 Kilometern Länge ist die sie der zweitlängste Fluss Europas. Wie kein anderer steht die Donau für die Vielfalt des europäischen Kontinents.

Und seine wechselvolle Geschichte. Seit tausenden Jahren ist auch der Mensch an ihren Ufern präsent und nutzt sie für seine Zwecke. Schon in der Jungsteinzeit entstanden entlang des Stromes beeindruckende Kulturen. Den Römern diente er als Grenze ihres mächtigen Imperiums, den Habsburgern als Lebensader eines Reiches, das nicht umsonst den Namen „Donaumonarchie“ trägt. Zahlreich sind die Geschichten und Erzählungen, die eine Reise wie diese bereithält. Sei es das dramatische Ende der versunkenen Insel Ada Kaleh oder die geheimnisvollen Spuren der Vinča-Kultur am serbischen Donauufer; seien es die Kämpfe Prinz Eugens gegen die Osmanen oder das Schicksal der Donauschwaben.

Dabei wird dem Geheimnis der ungarischen Fischsuppe, den Lesehöfen und den Wanderungen der Nibelungen in der Wachau ebenso nachgegangen wie dem Mythos der Schönen Blauen Donau. „Die Ausstellung lädt zu einer Reise voller Überraschungen ein“, erkärt Kurt Farasin, der Künstlerische Leiter der Schallaburg. „Erst in der Begegnung mit den Menschen, den unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Landschaften öffnet die Donau ihre Geschichten, die wir mit unserem Publikum teilen wollen. Wie groß der Schatz Donau für uns, für Europa ist, lässt sich erst erahnen, wenn man sich auf die Fahrt entlang des mächtigsten Stromes Europas macht.“

Gefäß mit zwei Gesichtern. Bild: Mátyás Király Múzeum

Michael Dietrich: Kelch aus Donauwaschgold, 1660, Stift Melk

Lilly Steiner: Donauweibchen, 1934. Artothek des Bundes . Bild: Belvedere, Wien, Johannes Stoll

In abwechslungsreichen Etappen werden also Einblicke in die Geschichte des Donauraums und Ausblicke auf seine vielfältigen Landschaften geboten. Menschen erzählen vom Leben am großen Strom, ungewöhnliche Exponate zeichnen Bilder seiner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. So verschmelzen alle Eindrücke dieser Reise zu jenem bunten Mosaik, das den Donauraum bis heute prägt.

„Unsere Reiseroute folgt bewusst nicht der Fließrichtung der Donau, sondern der außergewöhnlichen Kilometrierung dieses Flusses, die mit Kilometer 0 in Sulina beginnt. Die Reise gegen den Strom soll vor allem deutlich machen, dass ein Fluss keine Einbahnstraße ist: Der Austausch hat immer schon in beide Richtungen stattgefunden. Dank der Zusammenarbeit mit zahlreichen regionalen Museen entlang der Donau zeigt die Schau größtenteils Exponate, die in Österreich noch nie zu sehen waren und Geschichten zu erzählen, die einen neuen Blick auf die Donau ermöglichen“, so Kurator Dominik Heher. „Die Ausstellungsreise von Sulina bis in die Wachau soll die Besucherinnen und Besucher dazu inspirieren, den Donauraum auch außerhalb der Mauern der Schallaburg zu erkunden.“

Hausen, gefangen ca. 1905 bei der Raab-Mündung. NHM, Wien

Weltkulturerbe Wachau. Bild: Daniela Matejschek

Alter Leuchtturm in Sulina, 1887. Bild: Juergen Haberhauer

Ausstellungsansicht. Bild: Klaus Pichler

Da der Start der Schau #Corona-bedingt verschoben werden musste, hat die Schallaburg eine digitale Donaureise mit zahlreichen Interview-Videos zusammengestellt. Sogar ein Stör und eine Haselmaus erzählen, und selbstverständlich gibt es das Rezept für Bajai Halászlé nachzulesen. Sehenswert!

www.schallaburg.at/de/donaureise           www.schallaburg.at

27. 5. 2020