Diskurstheater im Hundsturm

Mai 13, 2013 in Tipps

Wie tief geht es in mir abwärts und was wartet

in der Dunkelheit auf mich? Vom Bösen.

Wie_tief_TEAMAb 14. Mai ist im Hundsturm die Uraufführung der jüngsten Regiearbeit von Fanny Brunner zu sehen. In der Produktion von DREIZEHNTERJANUAR WIEN in Kooperation mit dem Hundsturm setzt sich die auch in Deutschland erfolgreich arbeitende Wienerin mit den Abgründen des menschlichen Selbst auseinander und schafft gemeinsam mit dem Dramaturgen Hans-Jürgen Hauptmann einen Themenabend, bestehend  aus Theater mit Live-Musik, Videokunst und Gesprächen mit Experten und Publikum, darunter Mathias Illigen, Mörder und Autor des Buches „Ich oder ich“, Heidi Kastner, Psychiaterin und Leiterin der Forensischen Psychiatrie an der Wagner-Jauregg-Nervenklinik in Linz und vom Gericht bestellte Gutachterin im Fritzl-Prozess, dem Philosophen und Autor Peter Kampits, oder dem Dokumentarfilmer Fritz Ofner („Evolution der Gewalt“, 2011) – es moderiert u.a. ORF-Journalistin Renata Schmidtkunz und Ö1-Journalist Paul Kraker.  Abgerundet wird der Abend im Zeichen des Bösen von einer entsprechenden Music Line des DJ Kollektivs GORILLAKAFFEE.

„Ich habe hinter einen Vorhang geschaut, hinter den Sie niemals schauen werden“, sagt ein Triebtäter und Serienkiller zu seiner Therapeutin. Von diesem Satz geht eine geradezu hypnotische Wirkung aus. Er hat etwas Warnendes, aber gleichzeitig auch etwas unwiderstehlich Verführerisches: was verbirgt sich hinter diesem Vorhang? Der Psychoanalytiker C. G. Jung vertrat die Auffassung, jeder Mensch habe einen Schatten, ein dunkles Abbild seiner selbst. In ihm sammeln sich all jene Persönlichkeitsanteile, die unsere nach außen gerichtete Seite, welche wir gewohnt sind als „ICH“ zu bezeichnen, verbergen oder verdrängen muss. „Wir werden uns hüten, den Vorhang zu lüften, aber wir wollen versuchen, mit der dunklen Seite Kontakt aufzunehmen und in die Abgründe unseres Selbst hineinzuhorchen.“ –  DREIZEHNTERJANUAR WIEN führt ein Exklusivinterview mit Mr. Hyde und erörtert mit ihm Fragen über die generelle Möglichkeit von Freiheit, das Böse als deren Echtheitshologramm, die Banalität des Guten, Moral und Scheinmoral, Angst, Lust und Euphemistie. Mit Katrin Grumeth, Andreas F. Lindermayr, Marcellus Wanner, Tobias Voigt und Live-Musik von Johann Sebastian Bass www.johannsebastianbass.net. Videoinstallation im Foyer: Martin Arnold. Zu sehen bis 21. Mai.
PODIUMSDISKUSSIONEN:
14. Mai
Patrick Frottier, Psychiater
Fritz Ofner, Dokumentarfilmer, z.B. „Evolution der Gewalt“ 2011
Max Edelbacher, Jurist, ehem. Leiter des Wiener Sicherheitsbüros, Autor
Peter Kampits, Ethiker, Philosoph, Autor
16. Mai
Eva Münker-Kramer, klinische Psychologin und kognitive Verhaltenstherapeutin
Mathias Illigen, Mörder und Autor des Buches „Ich oder ich“
Sebastian Meise, Filmregisseur, z.B. „Stilleben“ und „Outing“ 2011
21. Mai
Heidi Kastner, Psychiaterin, Leiterin der Forensischen Psychiatrie Linz
Margot Ernst, Neurowissenschaftlerin
Friedrich Brezina, Ethiker, Philosoph, Autor
Peter Mulacz, Parapsychologe
Von Michaela Mottinger
Wien, 13. 5. 2013