Österreichischer Filmpreis 2020: Die Preisträger

Januar 31, 2020 in Film

VON MICHAELA MOTTINGER

Sudabeh Mortezais „JOY“ erhält vier Austro-Oscars

„JOY“ erhielt die Preise für Regie und Drehbuch, beste Hauptdarstellerin und bester Spielfilm; Joy Anwulika Alphonsus als Zwangsprostituierte Joy. Bild: © Filmladen Filmverleih

Als gestern Abend in Grafenegg die Gewinner des Österreichischen Filmpreises 2020 gekürt wurden, stellte sich alsbald JOY als der große Abräumer heraus. Das ist nicht zuletzt deshalb erfreulich, weil die Academy of Motion Picture Arts and Sciences den Film von Sudabeh Mortezai über nigerianische Sexarbeiterinnen in Wien vom Bewerb um den Oscar als bester internationaler Film mit der Begründung, er enthalte zu

viele englischsprachige Passagen, ausschloss. Dafür gab’s nun für das zwischen Spiel- und Dokumentarfilm changierende Drama Austro-Awards in vier der Hauptkategorien: Sudabeh Mortezai erhielt den Preis für Regie und Drehbuch, Joy Anwulika Alphonsus, die mit „JOY“ (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=31343) ihr Leinwand-Debüt gab, den Preis als beste Hauptdarstellerin. Darüber hinaus holte das sensible Porträt einer Zwangsprostituierten die Auszeichnung in der Kategorie „Bester Spielfilm“.

Preise für Maske, Schnitt und Szenenbild: „Little Joe“. Bild: © coop99 filmproduktion, The Bureau, Essential Films

Beste männliche Hauptrolle: Tobias Moretti mit Alina Șerban in „Gipsy Queen“. Bild: © Dor Film West | Dor Film

Beste männliche Nebenrolle: Josef Hader mit Simon Frühwirth in „Nevrland“. Bild: © Filmladen Filmverleih

Publikumsstärkster Kinofilm: Thomas Stipsits in „Love Machine“. Bild: © Allegro Film/Felipe Kolm

Jessica Hausners SciFi-Thriller Little Joe (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=35645) konnte die Jury in den drei Kategorien Maske, Schnitt und Szenenbild überzeugen. Tobias Moretti nahm den Preis für die beste männliche Hauptrolle in Gipsy Queen (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=37151) entgegen, Pia Hierzegger in Der Boden unter den Füßen und Josef Hader in Nevrland (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=34337) wurden für ihre Darstellung einer Nebenrolle ausgezeichnet.

Zum ersten Mal in ihrer zehnjährigen Geschichte hat die Akademie des Österreichischen Films zudem auch die kommerziell erfolgreichste Produktion des Jahres geehrt: Das Team rund um Thomas Stipsits in Love Machine (Rezension: www.mottingers-meinung.at/?p=31598) konnte sich über die meisten Kinobesucher 2019 und somit über die Auszeichnung als publikumsstärkster Kinofilm freuen.

Bestes Kostümbild: Christine Ludwig für „Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein“; Valentin Hagg als Paul Silberstein. Bild: © Dor Film

Die weiteren Preise:

Bester Dokumentarfilm: Erde von Nikolaus Geyrhalter ex aequo mit Inland von Ulli Gladik. Bester Kurzfilm: Freigang von Martin Winter. Beste Kamera: Jo Molitoris für Nevrland. Bestes Kostümbild: Christine Ludwig für Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein (Interview: www.mottingers-meinung.at/?p=32027). Beste Musik: Wolfgang Mitterer für Die Kinder der Toten. Beste Tongestaltung: Originalton: Gregor Kienel, Sounddesign: Thomas Pötz, Rudolf Gottsberger, Mischung: Thomas Pötz für Nevrland. Ehrenpreis: Josef Aichholzer.

www.oesterreichische-filmakademie.at

  1. 1. 2020