Händels „Amadigi di Gaula“

April 24, 2013 in Klassik

Ein Ritterroman als Zauberoper

6213942293_917996a9a4_bAm 25. April hat am Theater an der Wien Georg Friedrich Händels Oper „Amadigi di Gaula“ Premiere. Inhalt: Amadigi und sein Gefährte Dardano wollen aus dem Zaubergarten der Melissa entfliehen. Die Zauberin aber will den gallischen Ritter für sich gewinnen. Doch Amadigi hat sich in eine andere Frau verliebt. Als er Dardano ein Porträt seiner Angebeteten zeigt, ist dieser entsetzt. Er liebt dieselbe Frau, die schöne Prinzessin Oriana. Melissa hält Oriana in einem Turm gefangen, nur dem stärksten der Helden kann es gelingen, Melissas Prüfungen zu bestehen und Oriana zu befreien. Die Welt der Magie, die in vielen Werken Händels eine bedeutende Rolle spielt, war eigentlich die Domäne der französischen Oper. Die Darstellung des Übernatürlichen verband mythologische mit literarischen Stoffen und entstammte französischen Ritterromanen oder italienischen Versepen. „Amadigi di Gaula“ basiert auf der seltenen Umwandlung eines französischen in ein italienisches Libretto. Händels Librettist verwendete als Vorlage die Tragédie lyrique „Amadis de Grèce“ von Antoine Houdar de la Motte aus dem Jahr 1699, die von André Destouches vertont worden war. Das Epos des Amadis von Gallien beruht auf der Artussage, die Abenteuer des unbesiegbaren Galliers erschienen in vielen Fortsetzungen und Erweiterungen und zählten bis in die Renaissance zu den beliebtesten Ritterromanen Europas.

Händel-Spezialist Alan Curtis bringt die Oper mit dem Orchester Il complesso barocco zu Gehör. Es singen unter anderem: Sonia Prina, Emoke Barath, Roberta Mameli.

www. theater-wien.at

Von Michaela Mottinger

Wien,24. 4. 2013